DHEAS

Auch bekannt als: 
Bezeichnung: 

Dehydroepiandrosteron-Sulfat 
Ähnliche Tests: Testosteron


Auf einen Blick

Warum wird dheas untersucht?

Die Bestimmung der dheas-Konzentration wird zur Beurteilung der Nebennierenrindenfunktion und bei Verdacht auf einen Nebennierenrindentumor durchgeführt.

Bei welchen Erkrankungen sollte dheas untersucht werden?
Bei übermäßiger Gesichts- und Körperbehaarung (Hirsutismus), AkneAmenorrhoe oder Unfruchtbarkeit bei Frauen sollte über eine Bestimmung des dheas nachgedacht werden.
Weitere Indikationen werden bei Jungen, bei denen eine Pubertas praecox (eine sehr frühe Pubertät) vorliegt, oder bei Mädchen mit Symptomen eines Virilismus (Entwicklung männlicher Körpermerkmale) gestellt.

Aus welchem Probenmaterial wird dheas durchgeführt?
Aus einer Blutprobe aus einer Armvene


Das Probenmaterial

Was wird untersucht?

Dehydroepiandrosteron-Sulfat (dheas) ist ein Geschlechtshormon (Androgen), das von Männern und, in geringeren Konzentrationen, auch von Frauen produziert wird. Es spielt bei der Entwicklung der männlichen sekundären Geschlechtsmerkmale in der Pubertät eine Rolle und kann vom Körper zu hochwirksamen Androgenen verstoffwechselt werden, wie Testosteron und Androsteron, oder zu dem weiblichen Hormon Östrogen umgewandelt werden. Das dheas wird hauptsächlich in der Nebennierenrinde- dem äußeren Anteil der Nebenniere– und in geringeren Mengen auch in den weiblichen Ovarien (Eierstöcken) oder den männlichen Testes (Hoden) hergestellt. Die Ausschüttung des dheas wird durch das adrenocorticotrope Hormon (acth) und andere Faktoren der Hypophyse kontrolliert.

Da dheas überwiegend in der Nebenniere hergestellt wird, kann es als Maßstab für deren Funktion herangezogen werden. Nebennierentumoren und Nebennierenhyperplasie (ein überschießendes Wachstum hormonproduzierenden Gewebes) kann zu einer Überproduktion von dheas führen. Während erhöhte Spiegel an dheas bei erwachsenen Männern meist nicht wahrgenommen werden, können sie bei Frauen zur Amenorrhoe und zu sichtbaren Anzeichen einer Virilisierung (Entwicklung von männlichen Körpermerkmalen) führen. Diese Symptome sind in ihrer Ausprägung verschieden schwer. Mögliche Auswirkungen sind: eine tiefere Stimme, Hirsutismus (eine übermäßige Behaarung des Gesichts und des Körpers) und männliche Muster des Haarverlustes bis hin zur Glatzenbildung, Muskularität und Akne. Überschüssige Mengen an dheas kann bei Jungen eine vorzeitige Pubertät und bei Mädchen übermäßige Bildung des äußeren Genitale, vermehrte Körperbehaarung und unregelmäßigen Menstruationszyklus verursachen.

Wie wird das Probenmaterial für die Untersuchung gewonnen?
Meist aus einer Blutprobe aus einer Armvene; alternativ, besonders in der Kinderheilkunde, auch aus einer Blutprobe aus der Fingerbeere.


Der Test

Wie wird der Test eingesetzt?

dheas wird nicht routinemäßig bestimmt. Liegen keine Symptome vor, die seine Bestimmung rechtfertigen, wird wahrscheinlich keine Untersuchung des dheas durchgeführt werden. dheas, Testosteron und verschiedene andere Androgene werden zur Beurteilung der Nebennierenfunktion und zur Unterscheidung zwischen einer Androgenausschüttung in den Nebennieren oder in den Keimdrüsen (Ovarien, Testes) herangezogen. Die Messung des dheas kann bei der Diagnosestellung andrenokortikaler Tumoren (also Tumoren in der Rinde der Nebenniere) und adrenaler Hyperplasie (angeboren oder Auftreten im Erwachsenenalter) und bei der Differenzierung zwischen Ovarialwucherungen und –tumoren helfen.

Die dheas-Konzentrationen werden oft zusammen mit anderen Hormonen wie fsh, lh, Prolaktin, Östrogen und Testosteron bestimmt, um bei der Diagnostizierung des polyzystischen Ovarialsyndroms (pcos) zu helfen und andere Ursachen einer Unfruchtbarkeit, Amenorrhoe und Hirsutismus auszuschließen.

Die Werte des dheas werden gemeinsam mit anderen Hormonen bestimmt, um die Ursachen einer vorzeitigen Pubertät bei Jungen und die Virilisierung bei Mädchen abzuklären.

Wann könnte der Test sinnvoll sein?
Das dheas wird bei einem Verdacht auf eine überschüssige oder seltener zu geringe Androgenproduktion und/ oder zur Bewertung der Nebennierenrindenfunktion bestimmt.

Eine Messung kann auch bei Frauen mit folgenden Symptomen erfolgen:
Hirsutismus, Alopezie (Haarverlust), Amenorrhoe, Unfruchtbarkeit, Akne, vermehrte Muskelmasse und verminderte Brustgröße. Sinnvoll kann eine Untersuchung auch sein, wenn bei jungen Mädchen Anzeichen einer Virilisierung, wie Hirsutismus und eine tiefe Stimme, auftreten oder, wenn bei einem weiblichen Säugling eine übergroße Anlage des Genitale, vor allem der Klitoris auffällt, die inneren Geschlechtsorgane aber gewöhnlich normal erscheinen.

dheas kann auch bei Jungen mit vorzeitiger Pubertät – bei Entwicklung einer tiefen Stimme, Schambehaarung, Muskularität und eines vergrößerten Penis vor einem angemessenen Alter – gemessen werden.

Was bedeutet das Testergebnis?
Geringe Spiegel an dheas können durch eine Nebennierenfunktionsstörung oder eine Unterfunktion der Hypophyse(Hirnanhangsdrüse) verursacht werden- einem Zustand, der verringerte Level der Hypophysenhormone zur Folge hat, die die Produktion und Ausschüttung der Nebennierenhormone regulieren. Normale dheas-Werte zusammen mit regelrechten Androgenspiegeln, weisen auf eine normale Nebennierenfunktion hin, oder- seltener- darauf, dass der Nebennierentumor keine Hormone ausschüttet. Bei pcos können normale dheas-Werte gesehen werden, da die Störung gewöhnlich mit einer Androgenproduktion (in erster Linie Testosteron) in den Ovarien (Eierstöcken) einhergeht.

Erhöhte dheas-Spiegel in Verbindung mit Anstiegen der 17- Ketosteroide im Urin (Androgenstoffwechselprodukte im Urin) und des 17-OH-Progesterons können auf einen adrenokortikalen Tumor (Nebennierentumor) oder eine Nebennierenhyperplasie hinweisen. Erhöhtes dheas weist gewöhnlich auf die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen zur Feststellung der Ursache der Hormoninbalanz hin, führt allein aber nicht zur Diagnose.

Gibt es weiteres, das ich wissen sollte?
Bei weiblichen und männlichen Neugeborenen sind die dheas-Spiegel normalerweise hoch. Kurz nach der Geburt fallen diese Werte rasch ab und steigen während der Pubertät wieder an. Die dheas-Spiegel weisen nach der Pubertät einen Höchststand auf und fallen während des Alterungsprozesses, wie auch andere Geschlechtshormone, bei Männern und Frauen nach und nach ab.


Hinweise & Störungen

Probenmaterial

Serum; einige Assays können auch mit Heparinplasma durchgeführt werden.

Stabilität und Probentransport
Lagerung der Serumproben bei 22°C oder 4°C für 4 Tage möglich. Bei Lagerung bei -20°C bleibt dheas über Jahre stabil. Nach dem Auftauen sollte die Untersuchung direkt erfolgen.

Referenzbereich
Der Referenzbereich ist alters- und geschlechtsabhängig. Mit steigendem Alter liegen die Referenzbereiche niedriger. Männer haben gegenüber gleichaltrigen Frauen höhere Referenzbereiche.

Referenzbereiche für einen Chemilumineszenzimmunoassay (CLIA):
Frauen: 0,4 – 4,3 µg/ml
Männer: 0,8 – 5,6 µg/ml
(Die Referenzbereiche sind methoden- bzw verfahrensabhängig)

Störfaktoren und Hinweise auf Besonderheiten
Die Ergebnisse werden durch Heparin oder bei Lipämie verfälscht.
DHEA-Sulfat zeigt infolge seiner langen Plasmahalbwertzeit im Gegensatz zu seiner freien Form DHEA keine eindeutige Tagesrhythmik und sollte deshalb vorzugsweise gemessen werden.

Richtlinien zur Qualitätskontrolle
Für die Bestimmung von dheas besteht entsprechend den Richtlinien der Bundesärztekammer (RILIBÄK) keine Ringversuchspflicht (Teilnahme an externen Ringversuchen). Interne Kontrollen sowie die Bestimmung der Richtigkeit und Präzision müssen selbstverständlich regelmäßig durchgeführt werden.


Häufige Fragen

Treten bei erhöhten dheas-Spiegeln immer Symptome auf?

Nicht unbedingt. Bei erwachsenen Männern (bei ihnen sind bereits die männlichen Geschlechtsmerkmale ausgeprägt) und Frauen einiger ethnischer Gruppen (zum Beispiel asiatischen Frauen) können erhöhte Spiegel unter Umständen nicht auffallen, da diese erhöhten Werte oft ohne Symptome wie übermäßigen Haarwuchs oder Akne vorliegen. Auch sollte angemerkt werden, dass das Auftreten von Symptomen und deren Schwere von Patient zu Patient variiert.

Wie wird ein Überschuß an dheas behandelt?

Erhöhte Spiegel an dheas werden nach ihrer Diagnostizierung durch Therapie der zugrunde liegenden Ursache behandelt. Eine chirurgische Intervention kann zur Entfernung von Nebennierenwucherungen oder –tumoren notwendig werden. Wird die betroffene Nebenniere entfernt, können die Ovarien (Eierstöcke), die Hoden und die verbleibende Nebenniere immer noch ausreichend Hormone produzieren. Medikamente wie Antiandrogene, niedrig dosierte Kontrazeptiva und fruchtbarkeitssteigernde Arzneien (zum Beispiel Clomiphen) können zur Anwendung kommen, um einer Androgenüberproduktion entgegen zu wirken. Niedrig dosierte Kontrazeptiva helfen bei der Ausbalancierung der weiblichen und männlichen Hormone und ermöglichen eine regelmäßige Menstruation, während fruchtbarkeitsfördernde Medikamente (Clomid) den Eisprung fördern können.

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