Eierstöcke

Eierstöcke und ihre Funktion

Eierstöcke, auch Ovarien genannt, sind das weibliche Geschlechtsorgan und sind nicht nur für die Reproduktion nötig, sondern sind durch ihre Hormondrüsen auch sehr wichtig für das Wohlbefinden einer Frau. Wir betrachten in dieser Informationssammlung die Abläufe in den Eierstöcken, wie sich ihre Funktion auf den Körper auswirkt und worauf man bei der Erhaltung der Eierstockgesundheit achten sollte. Außerdem schauen wir uns die Themen der Menstruation und der Menopause, die sehr eng mit den Eierstöcken verbunden sind, genauer an.


 

Was sind Eierstöcke?

Die Ovarien sind, neben der Gebärmutter und der Vagina, eines der Primären weiblichen Geschlechtsorganen und ist in jedem Säugetier zu finden. Sie sind in ihrer Funktion dem männlichen Hoden gleichzusetzen. Beide diese Organe sind Gonaden, die im Körper den Großteil der Geschlechtshormone produzieren, weswegen sie oft auch ALS Geschlechtskeimdrüsen bezeichnet werden. Die Eierstöcke entstehen früh in der Entwicklung eines Fötus. Schon vor der 11. Schwangerschaftswoche sind eierstockähnliche Strukturen zu erkennen. Der Name kommt daher, dass dieses Geschlechtsorgan die weiblichen Gameten (Geschlechtszellen), die im Alltag Eizellen genannt werden, enthält und herstellt. Schon bei Geburt sind in den Ovarien mehrere hunderttausend Eizellen zu finden. Diese Zahl sinkt über die Jahre, bis Eierstöcke am Ende der Geschlechtsreife der Frau nur ungefähr 1000 solcher Eizellen einlagern. Lange dachte man, dass weibliche Kinder mit allen Eizellen, die in der Lebenszeit der Person heranreifen, geboren werden, doch vor einigen Jahren wurde festgestellt, dass in den Eierstöcken Stammzellen existieren, die neue Eizellen produzieren können.


 

Funktionen und Aufgabe

Eierstöcke erfüllen im weiblichen Körper rund um die Fruchtbarkeit und Reproduktion viele Funktionen. Sie sind nicht nur für die Herstellung und Lagerung von Eizellen, sondern auch für deren Transport und Reifung verantwortlich. Sie regeln gleichzeitig einen Großteil des Geschlechtshormonhaushalts, insbesondere den Pegel der Hormone Progesteron und Östrogen. Diese Hormone haben großen Einfluss im Körper, und steuern unter anderem den Menstruationszyklus.

  • Menstruationszyklus
  • Östrogen Funktion im Körper
  • Progesteron Funktion im Körper

Der Menstruationszyklus

Der Prozess der Menstruation erfolgt in zwei Phasen. Die Erst Phase, die Follikelphase, beginnt am Tag der Blutung. Bei der Blutung werden die von den Eierstöcken produzierten Eizellen, sowie die abgeschiedene Schleimhaut der Gebärmutter zusammen mit 100 bis 200 Milliliter Blut ausgeschieden. Der Tag dieser Blutung zählt als erster Tag des Zyklus. Sobald die Blutung stattfindet wachsen in den Eierstöcken Follikelbläschen heran, die Eizellen schützen und transportieren. Ungefähr am 14. Tag nach der Blutung kommen diese Bläschen mit den Eileitern in Kontakt, platzen und geben somit die enthaltene Eizelle frei. Dieser Prozess heißt Follikelsprung und startet die zweite Phase, die Lutealphase.

Nach dem Sprung wird aus dem geplatzten Bläschen ein sogenannter Gelbkörper, der das Hormon Progesteron in hohem Volumen herstellt und somit die Körpertemperatur und Fruchtbarkeit der Frau erhöht, bis er sich nach einigen Tagen zurückbildet. Zirka Sieben Tage nach dem Eisprung wird die Schleimhaut der Gebärmutter wieder Langsam abgebaut, die Eizellen können nicht mehr befruchtet werden und es kommt nach einigen Tagen wieder zu einer Blutung. Die Regelzeit dieses Zyklus liegt zwischen 26 und 32 Tagen, wobei die Frau die Woche vor und nach der Blutung generell unfruchtbar ist.

Östrogen Funktion im Körper
Östrogen ist in Frauen und in Männer zu finden, hat aber in Frauen viele Funktionen in Bezug auf Geschlechtsreife. Es wird in Frauen hauptsächlich in den inaktiven Follikeln, die sich in den Eierstöcken befinden, hergestellt, aber auch im Gelbkörper, der in den mittleren Tagen des Menstruationszyklus am aktivsten ist. Das Hormon ist für die Durchblutung der Gebärmutterschleimhaut verantwortlich und macht diese für Spermien durchlässig, wodurch eine Befruchtung möglich wird. Viele Antibabypillen enthalten künstliche Östrogene die es verhindern, dass eine reife Eizelle von den Eierstöcken freigegeben wird womit keine Eizellen befruchtet werden können. Gute Östrogenwerte verbessern auch das Hörvermögen, können das Immunsystem stärken und verhindern Atrophie und Schwäche von Knochen.

Progesteron Funktion im Körper
Progesterone, welche im menschlichen Körper meist als Progestin auftreten, werden zum Großteil im Gelbkörper hergestellt. Frauen haben also direkt nach Eisprung die höchste Blutkonzentration an Progestin. Das Hormon steuert die Reifung und Ausscheidung der Gebärmutterschleimhaut und ist somit auch für den Menstruationszyklus von großer Bedeutung. Das aus Cholesterin synthetisierte Hormon hat neben dem Einfluss auf Geschlechtsteile auch andere Wirkungen im Körper. Ihm wird eine sedierende Wirkung nachgesagt und kann daher verschrieben werden wenn Frauen Schlafstörungen haben. Progesterone werden außerdem in der Hormontherapie zusammen mit Östrogen verabreicht.

 


 

Anatomie und Aufbau

Die Eierstöcke, von denen eine Frau im Normalfall zwei hat, liegen jeweils rechts und links von der Uterus, welche wiederum über der Vagina und dem Zervix im kleinen Becken liegt. Eierstöcke sind durch die Eileiter mit der Uterus, der Gebärmutter, verbunden und wiederum mit drei Bändern an den anderen Organen befestigt. Die Eierstöcke selber sind Eiförmig und haben etwa 4-6 Zentimeter Länge. Die Größe der Eierstöcke kann je nach Alter der Frau und Hormonstand schwanken. Ein Eierstock besteht aus zwei Teilen:

Die Eierstockrinde

Die Eierstockrinde ist der äußere Teil eines Eierstocks und enthält Follikel in denen unreife Eizellen gelagert sind. Die Follikel wachsen als Schutzhülle mit der reifenden Eizelle mit, bis es zum Eisprung kommt und die Eizelle in die Eileiter wandert. Hiernach bilden Sich die Follikel zurüCK und werden zu einem Gelbkörper. In der Eierstockrinde befinden sich auch Stammzellen, die neue Eizellen produzieren können.

Eierstockmark

Das Eierstockmark liegt bei Menschen im inneren Bereich der Eierstöcke. Hier liegen Nervenfasern, die die Eierstöcke mit dem zentralen Nervensystem verbinden und auch viele Blutgefäße die den Transport wichtiger Hormone in und aus den Eierstöcken ermöglichen. Im Mark befinden sich auch Lymphgefäße die den Abtransport von toten Zellen wie alten Follikeln und Blutzellen übernehmen.


 

Krankheiten

Krankheiten die die Eierstöcke beeinflussen haben meist eine große Auswirkung auf den Körper, da die Ovarien den Haushalt der Geschlechtshormone regeln und für die Regelblutung verantwortlich sind.

Eierstockzysten sind wohl die üblichste Störung die im Zusammenhang mit den Ovarien erlebt wird. Sie sind Geschwülste die sich an den Eierstöcken bilden, meist mit dünnflüssigem Inhalt gefüllt sind und durch ihre Lage Schaden oder unangenehme Symptome verursachen können. Eierstockzysten können entweder angeboren sein, oder im Verlauf des Lebens auftreten. Besonders nach einem Zeitraum von hohen hormonellen Schwankungen, wie etwa der Pubertät oder der Menopause, ist das Risiko einer Zystenbildung am höchsten, weshalb eine ärztliche Überprüfung hier stark zu empfehlen ist.

Durch Hormonelle Schwankungen und andere Einflüsse kann auch das Polyzystische Ovar-Syndrom, entstehen, welches sehr oft die Ursache für Unfruchtbarkeit in Frauen ist. Bei diesem Syndrom bilden sich an einem Ovar mindestens acht kleine Zysten, der Spiegel von Hormonen wie Testosteron und anderen Androgenen ist erhöht und der Menstruationszyklus ist gestört. Obwohl dieses Syndrom nicht unbedingt in Unfruchtbarkeit enden muss, da es mit mehreren Mitteln behandelt werden kann, ist ein sehr vorsichtiges Vorgehen rund um Lebensmitteleinnahme und Hormonregulierung empfohlen.

Die meisten aller Eierstockzysten sind gutartig. Nur etwa 2% aller solcher Zysten sind bösartig und in diesen seltenen Fällen sind operative Eingriffe oder Strahlentherapie die einzigen Behandlungsoptionen. Auch nicht bösartige Zysten können Beschwerden verursachen. Die Zysten wachsen meist unbemerkt heran, bis sie groß sind um zu stören und verursachen dann Symptome wie:

Ist die Zyste besonders groß oder erleidet sie ein Trauma, so kann sie auch platzen. Dies resultiert in einem Ziehen im Bauch, ist aber im meistens nicht weiter schädlich. Eierstockzysten lassen sich im Normalfall durch die Scheidenwand ertasten und bei einem Verdacht sollte der Frauenarzt darauf angesprochen werden.

Menopause

Die Menopause ist der Prozess bei dem die Eierbildung der Ovarien zum erliegen kommt. Dieser Prozess fängt meist zwischen dem 45. und dem 55. Lebensjahr einer Frau an und erstreckt sich über mehrere Jahre. Die Menopause besteht aus drei Stadien:

  • Premenopause
    Die Premenopause ist der Zeitraum vom 5. Jahr vor dem letzten Eisprung bis zum letzten Eisprung. In dieser Zeit ändert sich die Frequenz mit der in den Ovarien Eier reifen, was dazu führt, dass Blutungen unregelmäßiger werden können und die Blutkonzentration von Progesteron abnimmt.
  • Perimenopause
    Die Perimenopause ist schließt typischerweise die letzten zwei Jahre vor dem letzten Eisprung und die zwei Jahre danach ein. Hier werden Eisprung und Periode noch unregelmäßiger und Progesteron sinkt weiter. Es kann bei einer starken Abnahme von Progesteron zu einem Östrogenüberschuss kommen, welcher unter anderem zu Kopfschmerzen, Reizbarkeit und Brustspannen führen kann.
  • Postmenopause

Die Postmenopause ist der Zeitraum nach dem letzten Eisprung einer Frau. Die Eierstöcke produzieren immer weniger Östrogen bis die Produktion komplett zum erliegen kommt. Obwohl Östrogen auch in den Nieren produziert wird, reicht dies in den meisten Fällen nicht um gesunde Hormonbalance zu erreichen und eine Hormontherapie wird nötig sein.
Da die Menopause eine starke Veränderung der Hormonbalance im Körper auslöst sind die Symptome weit gestreut. Typische Beschwerden sind:

Obwohl solche Symptome auch viele andere Ursachen haben können ist es zu empfehlen ab dem 40. Lebensjahr bei mehreren Symptomen einen Frauenarzt zu besuchen um den Hormonspiegel überprüfen zu lassen. Vor allem Hitzewallungen sind für Frauen im mittlerem Alter unangenehm. Diese treten mehrmals am Tag auf und sind das Resultat eine sinkenden Östrogenspiegels.

Die Wechseljahre sind ein natürlicher Alterungsprozess und keine Krankheit, daher sind nur die Symptome behandelbar. Im Großteil der Fälle werden die Symptome mit einer HET (Hormonersatztherapie) gelindert, bei der dem Patienten für einen individuell angepassten Zeitraum Hormone wie Östrogen oder Gestagen verabreicht werden um dem natürliche Hormonhaushalt wieder herzustellen. Die minimale Laufzeit einer solchen Therapie beträgt meist zwei Jahre. Sie kann nicht nur offensichtliche Symptome der Menopause lindern, sondern auch zur Prävention von Osteoporose, Darmkrebs und Blasenschwäche dienen. Sie trägt jedoch auch einige Nachteile wie ein erhöhtes Brustkrebs– und Thromboserisiko mit sich.

Typische Erkrankungen

Andere Erkrankungen der Eierstöcke sind:

  • Entzündung der Gebärmutter und Ovaren
  • Myome, also Wucherungen in den Ovaren und der Gebärmutter
  • Endometriose
  • Ovarialinsuffizienz
  • Oopheritis

 


 

Fragen und Antworten

Wie kann ich meine Ovarien gesund halten?

Ovarien und deren Funktion sind von der Hormonbalance im Körper abhängig. Dinge die diese Balance verbessern, machen also ihre Eierstöcke gesünder. Besonders bei extremen Über- oder Untergewicht ist der Hormonhaushalt gestört und es kann dazu kommen, dass der Menstruationszyklus unregelmäßig wird oder sogar komplett aussetzt. Man sollte also darauf achten, dass man ein gesundes Körpergewicht hält. Da für die Synthese von Progesteron Cholesterin gebraucht wird ist der Konsum von gesunden Fettsäuren zu empfehlen, welche man besonders in Nüssen, Fisch und manchen Gemüsen wie Avocados finden kann. Um das Risiko von Ovarialem Krebs zu lindern sollte man reichlich Sport machen und viel grünes Blattgemüse und Obst zu sich nehmen.

Was für Vorsorgemaßnahmen gibt es?
Besonders für Frauen im mittlerem Alter ist eine Vorsorge wenn es um die Eierstöcke geht stark zu empfehlen. Frauenärzte raten ab dem Alter von 45 zu einer Jährlichen Vorsorge um Erkrankungen wie Ovarialen Krebs früh zu erkennen. Hierbei wird die Vaginalsonographie verwendet, die nicht nur Aufschluss über die Eierstöcke, sondern über die gesamten Geschlechtsorgane gibt. Doch auch wenn es nur in die Wechseljahre geht und keine Erkrankung besteht ist der Gang zum Arzt eine gute Idee. Durch eine Aufklärung über die Wechseljahre und durch eine Untersuchung des Hormonspiegels können viele Symptome der Menopause früh erkannt und leichter behandelt werden.

Welche Behandlungsoption gibt es bei einer Störung der Eierstöcke?
Bei Problemen mit den Eierstöcken wie einer Eierstockzyste kann es sein, dass eine Operation durchgeführt werden muss. Ist die Zyste nicht zu groß, so kann diese eventuell mit einer Operation entfernt werden ohne an den Eierstöcken Schaden anzurichten. Es besteht aber auch die Möglichkeit das eine Ovarektomie, also die Entfernung eines oder beider Eierstöcke, durchgeführt werden muss. Wird nur ein Eierstock entfernt, so ist es möglich, dass es zu keiner Hormonstörung oder Minderung der Fruchtbarkeit kommt. Im Menstruationszyklus bildet sich nämlich meist ein dominantes Primärfollikel, welches vom Körper bevorzugt wird. Wächst nur ein Follikel heran, so ist dieses immer das Primärfollikel.
Wird eine beidseitige Ovarektomie, etwa nach der Menopause oder einem abgeschlossenen Kinderwunsch, durchgeführt, so kommt die Eiproduktion zum erliegen. Hormontherapie ist hier nötig um die Beschwerden von Östrogen- und Progesteronmangel zu unterbinden.

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