Menstruation

Einmal im Monat ist jede Frau von der Menstruation betroffen. Obwohl es für die meisten Menschen ein unangenehmes Thema darstellt, ist die monatliche Blutung doch von sinnvoller Bedeutung und erfüllt nützliche Aufgaben im weiblichen Körper. In diesem Ratgeber lesen Sie wissenswerte Fakten über die Aufgaben und Funktionen der Regel. Am Ende des Artikels werden typische Fragen rund um das Thema beantwortet.

Was ist die Menstruation?

Die Menstruation ist auch als Regel, Monatsblutung, Periode oder Menses bekannt und bezeichnet die monatliche Regelblutung einer Frau im fruchtbaren Alter. Früher galt die Menstruation als Tabuthema und auch heute ist es für viele Menschen unangenehm, über dieses Thema zu sprechen. Trotzdem gehört sie zum Leben einer Frau dazu und das nicht ohne Grund: Denn sie zählt zum Hauptbestandteil der Fortpflanzung.

Die erste Menstruationsblutung tritt im Laufe der Pubertät, meistens im Alter von 12 bis 14 Jahren, ein. Im Abstand von 3 bis 4 Wochen entwickelt sich ein immer wiederkehrender Zyklus, der bis ins 45. bis 50 Lebensjahr andauert.

Die Menstruation ist eine Blutung aus der Gebärmutter und ein ständig wiederkehrender Vorgang an Aufbau und Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut, bei dem sowohl Hormone, als auch das Nervensystem mit eingebunden sind.

Das Heranwachsen zur Frau
Bereits bei einem neugeborenen Mädchen sind ungefähr 400.000 winzige Ureier in den beiden Eierstöcken vorhanden, die jeweils aus einem lockeren Zellleib mit bläschenförmigem Kern bestehen. Außen ist es von einer Membran samt Zellen umgeben und wir als Ganzes als Primärfollikel bezeichnet. Während des Alterungsprozesses nimmt die Zellschicht zu und sondert das Follikelhormon ab, das die Flüssigkeit reguliert und die weibliche Entwicklung steuert. Es entstehen Eibläschen, die im Laufe der Jahre nach und nach abgebaut werden. So sind bis zur Pubertät nur noch ungefähr 30.000 vorhanden.

Bei beginnender Pubertät wird das Follikelreifungshormon durch Anstoß aus dem Zwischenhirn, das das Zentralorgan der Sexualfunktionen darstellt, an den Vorderlappen der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) abgegeben. Dadurch ist die Grundbedingung der vollständigen Entwicklung der Eibläschen gegeben. Das Eibläschen kann reifen und die Follikelhormonproduktion wird gesteigert. Diese produzieren auch das Hormon Östrogen. Dadurch kommt es zur Vergrößerung der Eileiter, Gebärmutter und der Scheide.

Funktionen und Aufgaben

Der Menstruationszyklus beginnt mit dem ersten Tag der Regelblutung und dauert bis zum letzten Tag, bevor die nächste Blutung einsetzt. Ein durchschnittlicher Menstruationszyklus dauert zwischen 25 – 35 Tagen, wobei er bei den meisten Frauen 28 Tage beträgt. Gerade bei jungen Mädchen kann der Zyklus sehr unregelmäßig sein, da es einige Zeit dauert, bis sich dieser einpendelt.

Follikelphase – Die erste Zyklushälfte
Die erste Zyklushälfte ist die Phase zwischen dem Menstruationseintritt und dem Eisprung und wird Follikelphase genannt. Die Gebärmutterschleimhaut beginnt sich erneut aufzubauen, wenn die Menstruation beendet ist und die alte Schleimhaut abgestoßen wurde.

Gleichzeitig reifen im Eierstock Eibläschen heran, die auch Follikel genannt werden. Jedes Eibläschen enthält eine Eizelle, wobei nur eines davon so weit reift, bis es zerplatzt und die Eizelle freigelegt wird. Währenddessen macht sich die Gebärmutterschleimhaut bereit, eine befruchtete Eizelle einzunisten.

Eisprung
Der Eisprung entsteht nach der Follikelphase und bildet den Übergang in die zweite Zyklushälfte. Er erfolgt zwischen dem 11. und 16. Tag vor der nächsten Regelblutung. Obwohl sich im weiblichen Körper zwei Eierstöcke befinden, reift unter normalen Umständen nur eine Eizelle in einem der beiden Eierstöcke heran.

Das Ei ist nur für wenige Stunden befruchtungsfähig. Der Samen des Mannes kann jedoch schon 1 bis 2 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr die Eileiter erreichen und bleibt dort bis zu 2 Tagen befruchtungsfähig. Der Eisprung macht sich bei vielen Frauen unter leichten Schmerzen im unteren Bauchbereich, Mattigkeit oder Schwellung der Brustwarzen bemerkbar.

Lutealaphase – Die zweite Zyklushälfte
Die Phase der zweiten Zyklushälfte wird Lutealaphase genannt und ist auch als Gelbkörperphase bekannt. Diese dauert je nach Zykluslänge zwischen 12 und 16 Tagen. Nach der Freigabe der Eizelle wandelt sich das Eibläschen in einen sogenannten Gelbkörper um.
Dieser gibt das Hormon Progesteron frei, um damit die Einnistung der Eizelle für die Gebärmutterschleimhaut vorzubereiten.

Die Gebärmutterschleimhaut wird dadurch dicker. Sie wächst von ihrer ursprünglichen Breite von 1 Millimeter auf 3 bis 4 Millimeter heran. Während dieser Phase hebt sich die Körpertemperatur etwas an, sinkt aber wieder bei Eintritt der nächsten Menstruation.
In dieser Phase wird von den Drüsen der Gebärmutterschleimhaut vermehrt Sekret produziert und abgesondert. Dieses Sekret enthält alle Nährstoffe wie unter anderem Eiweiß, Fette, Zucker und Mineralstoffe, die ein befruchtetes Ei benötigt.

Unabhängig, ob die Eizelle befruchtet wurde oder nicht, wird sie zur Gebärmutter weitertransportiert. Wird die Eizelle nicht befruchtet, entwickelt sich der Gelbkörper innerhalb von 14 Tagen zurück und die Gebärmutterschleimhaut kann wieder abgestoßen werden. Sie wird mit der Regelblutung ausgeschieden und zeigt auf dieser Weise der Frau, dass sie nicht schwanger ist. Grund für eine Fehlgeburt oder Nichteintritt einer Schwangerschaft kann häufig eine Gelbkörperschwäche sein.

Mit der nächsten Regelblutung beginnt auch der nächste Menstruationszyklus. Die Blutung dauert in der Regel 3 bis 5 Tage, in der insgesamt zwischen 50 und 100 Gramm Blut ausgeschieden werden. Bei einer Dauer von über einer Woche sollte man dies vom Frauenarzt abklären lassen. Das Blut, das während der Regel ausgeschieden wird, gerinnt nicht und hat einen faden Geruch. Wird es sehr übelrechend, treten Zersetzungserscheinungen auf. Darum ist es wichtig, bei Gebrauch von Tampons diese mindestens 5 Mal am Tag zu wechseln.

Tampons, Binden und Co.
Für die Hygiene während der Periode gibt es verschiedene Varianten. Bei vielen jungen Frauen sind Tampons beliebt. Tampons sind ein länglich gepresster Wattebausch und werden in die Scheide eingeführt. So saugen sie das Blut noch im Inneren des Körpers auf. Sie sind bei richtiger Positionierung nicht spürbar und eignen sich auch beim Schwimmen. Jedoch können sie Bauchschmerzen etwas verstärken.

Binden sind Einlagen, die in den Slip geklebt werden. Sie fangen das Blut außerhalb des Körpers auf und sind deshalb auch nicht für Aktivitäten im Wasser geeignet. Sowohl Binden als auch Tampons sollten regelmäßig, mindestens alle 3 Stunden, gewechselt werden, um Infektionen zu vermeiden.

Eine weitere Möglichkeit sind Menstruationstassen aus Silikon. Diese werden ähnlich wie ein Tampon in die Scheide eingeführt und das Blut wird in der Tasse gesammelt. Sie haben meist ein größeres Fassungsvermögen als Tampons und können wiederverwendet werden. Wenn die Tasse voll ist, kann sie einfach entleert, ausgespült und wieder neu eingesetzt werden.

Krankheiten und Beschwerden

Mit dem Eintritt der Regelblutung treten häufig Beschwerden auf. Von diesen Menstruationsbeschwerden sind 30 % bis 50 % der Frauen betroffen.

Häufig treten auf:

  • Schmerzen im Unterleib
  • Empfindlichkeit der Brust
  • Migräne
  • Rückenschmerzen
  • Durchfälle
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Gereiztheit
  • Depressionen
  • In seltenen Fällen kommt es zu Ohnmachtsanfällen durch starke Schmerzen
  • Endometriose

Da Menstruationsbeschwerden häufig zu einer Einschränkung der Lebensqualität führen und oft leicht behandelt werden können, sollte darüber unbedingt der Frauenarzt informiert werden.

Behandlung der Beschwerden

Viele Symptome können auch ohne Arzt gelindert werden. Wärme durch eine Wärmflasche am Unterleib wirkt krampflösend. Auch lindert ausreichend Bewegung oft Schmerzen im Bauch- und Rückenbereich. Ruhe und Entspannung können oft helfen, Beschwerden während der Regel zu lindern. Genügend Wasser zu trinken ist wichtig um den Flüssigkeitshaushalt aufrecht zu erhalten und östrogenbedingte Wassereinlagerungen vorzubeugen.

Eine gesunde Ernährung beugt auch vielen Beschwerden während der Menstruation vor. So sollte vor allem auf eine ausreichende Zufuhr an Nährstoffen geachtet werden. Bei Magnesiummangel, einer erhöhten Aufnahme von Salz in den Lebensmitteln und Alkohol können Menstruationsbeschwerden stärker werden. Auch Milchprodukte und Koffein können die Symptome verstärken.

Grünes Gemüse wie Mangold, Brennnesseln, Kräuter oder Wildgemüse, enthält viele Antioxidantien, reinigt das Blut und unterstützt die Neubildung. Vitamin B ist in Nüssen, Samen, Hülsenfrüchten, Avocados oder Kokosnüssen enthalten und wirkt sehr krampflindernd.

Einfluss auf die Menstruation
Die Anti-Baby-Pille hat großen Einfluss auf die Periode. Oft können mit der richtigen Anti-Baby-Pille Beschwerden gelindert werden oder diese zur Gänze verschwinden. Auch kann dadurch der Menstruationszyklus häufig besser auf seine Regelmäßigkeit eingestellt werden. Diese sollte aber hauptsächlich als Verhütungsgrund dienen und nicht nur wegen Schmerzen eingenommen werden. Mit dem Frauenarzt kann umfangreich die Einnahme der Anti-Baby-Pille abgeklärt werden.

Auch Stress wirkt sich auf die Menstruation aus. So kann bei erhöhtem Stressaufkommen die Monatsblutung ausbleiben, sich verschieben oder heftiger werden. Entspannungsübungen können dabei sehr hilfreich sein.
Nach einer Operation unter Vollnarkose kann es vorkommen, dass die Regelblutung später als gewohnt auftritt oder sehr schwach ausfällt. Dies sollte kein Grund zur Beunruhigung sein, jedoch kurz mit dem Arzt abgeklärt werden.

Menopause
Die hormonelle Umstellung geschieht bei Frauen ab dem 45. bis 50. Lebensjahr und wird auch Wechseljahre genannt. Durch das Absinken der Sexualhormone im Blut gibt es Veränderungen im weiblichen Körper, die oft mit Beschwerden verbunden sind.

Mit zunehmendem Alter sinkt die Empfindlichkeit der Eierstöcke gegenüber hormonellen Einflüssen immer weiter ab. Die Produktion von Hormonen wie Östrogen nimmt ab und es kommt seltener zum Eisprung. Erste Anzeichen können unregelmäßige Monatszyklen mit ausbleibenden oder stärkeren Monatsblutungen sein. Hitzewallungen, Schlafstörungen und Gereiztheit können ebenso Symptome darstellen.

Ab dem 34. Lebensjahr nimmt mit jedem Jahr die Fruchtbarkeit der Frau deutlich ab. Erste Schwangerschaften nach dem 44. Lebensjahr sind selten und können mit Komplikationen verbunden sein. Bei Schwangerschaften im höheren Alter können werdende Mütter Störungen wie Diabetes, Beschwerden des Nervensystems, erhöhter Blutdruck oder Geschwülste des Bindegewebes (Fibrome) entwickeln, die sich auch auf die Geburt des Kindes auswirken. Auch treten bei diesen Schwangerschaften häufiger Blutungen im letzten Drittel der Schwangerschaft und Frühgeburten auf.

Fragen und Antworten

Warum haben einige Frauen auch während der Schwangerschaft ihre Periode?
Bei einer Blutung während der Schwangerschaft handelt es sich nicht um die Menstruation, bei der Gebärmutterschleimhaut ausgeschieden wird. In diesen Fällen kann es entweder zu einer Blutung während der Einnistung kommen, da eventuell Blutgefäße verletzt werden, oder es sind hormonell bedingte Blutungen. Diese können durch die hormonelle Umstellung des Körpers auch zyklisch auftreten.

Soll ich Binden oder Tampons verwenden?
Welchen Hygieneartikel eine Frau während ihrer Periode benutzt ist ganz ihr überlassen. Am besten sollten beide Varianten probiert werden und danach entschieden werden, mit welchem Artikel sich die Frau wohler fühlt. Bei Aktivitäten im Wasser sollten ausschließlich Tampons benutzt werden.

Kann ein pubertierendes Mädchen selbst merken, wann es die erste Periode bekommt?
Ungefähr ein Jahr vor der ersten Periode setzt der Ausfluss ein. Zudem fangen die Brüste und die Haare im Intimbereich und an den Achseln an zu wachsen. Das geschieht meist im Alter zwischen 10 und 14 Jahren. Durch diese Anzeichen kann sich das Mädchen auf die bevorstehende erste Periode einstellen.

Fazit

Die monatliche Regelblutung ist eine wichtige Funktion im weiblichen Körper und gehört zum „Frau sein“ dazu. Es gibt keinen Grund, sich dafür zu schämen oder nicht darüber zu sprechen. Besonders dem Frauenarzt kann alles anvertraut werden und steht bei Fragen und Problem zur Seite.

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