Ginkgo Baum

Ginkgo Baum – Hier wächst und gedeiht er!

Der Ginkgo Baum ist das pflanzliche Pendant zum Krokodil aus der Tierwelt: Beides sind sogenannte ‚lebende Fossile‘, da sie in ihrer Gestalt über die letzten Millionen Jahre gänzlich unverändert blieben. Während in dieser Zeitspanne weltweit einige 100.000 Arten ausgestorben sind, und sich fast ebenso viele neue gebildet haben, blieben sich der Ginkgo und das Krokodil stets treu.

Allein diese Tatsache kann bereits als Fingerzeig dahingehend verstanden werden, dass der Ginkgo-Baum über einzigartige Eigenschaften verfügt, die ihn von den klimatischen und biologischen Geschehnissen der letzten Millionen Jahre völlig unbeeindruckt lassen.

Merkmale des Ginkgo-Baums

Ginkgo biloba – wie ihn Botaniker mit vollständigem Artnamen bezeichnen – wächst äußerst langsam und erreicht in freier Natur eine maximale Höhe von rund 40 Metern. Auffallend sind die jungen Ginkgo-Triebe, welche pfeilgerade emporwachsen uns dadurch dem Bambus sehr ähneln.

Querverästelungen sind erst in mehreren Metern Höhe vorhanden, was ihn klar von den meisten anderen Baumarten Mitteleuropas unterscheidet. Dafür wächst die Baumkrone gerade im fortgeschrittenen Alter umso breiter und prachtvoller.

Die äußere Rinde des Ginkgos ist ungewöhnlich leicht und weich, verfügt über einen grauen Farbton sowie tiefe Längsfurchen. In seinem ursprünglichen Verbreitungsgebiet in Westchina und Korea kann er von sehr ähnlichen Arten fast nur über eben jene Rindenstruktur zweifelsfrei identifiziert werden.

Die Blätter werden von Pflanzenwissenschaftler als ‚zweilappig‘ bezeichnet und gleichen in Ihrem Antlitz mit ein wenig Phantasie kleinen Fächern. Die Blüten des Ginkgos sind vergleichsweise klein und unscheinbar. Sie geben ihre Pollen bereits Ende März frei, damit sie der Wind zur Bestäubung davon trägt.

Das bringt uns Menschen der Ginkgo

Ursprünglich war der einzige Grund, um Ginkgos in Europa zu kultivieren und gezielt heranzuzüchten eher von banaler Natur: Man empfand die Bäume äußerlich als sehr majestätisch und setzte sie als klassische Allee-Bepflanzung rechts und links des Asphaltes ein. Auch in Parkanlagen sind Ginkgos bis heute aufgrund ihrer beeindruckenden, Schatten spenden Baumkronen willkommen. Außerdem sind die Pflanzen gänzlich unempfindlich gegenüber Smog und Abgasen, was sie als ideale Stadtbäume auszeichnet.

Den größten Nutzen besitzt der Ginkgo allerdings heutzutage als Nahrungsmittel. Die geschälten und gerösteten Ginkgo-Samen gelten in vielen östlichen Ländern als Delikatesse und werden auch als Grundlage für den Ginkgo-Tee verwendet. Und gesund sind sie aufgrund der hohen Nährstoffdichte und die Fülle an essentiellen Aminosäuren alle mal.

Ginkgo-Extrakt als Lebenselixier und Gedächtnisstütze

Für Mediziner und Apotheker sind jedoch nicht die Samen, sondern vielmehr die Ginkgo-Blätter interessant. Denn diese beinhalten zahlreiche pharmakologisch wirksame Inhaltsstoffe wie etwa:

  • Ginkgolide
  • Flavonglykoside
  • Terpene
  • Ginkolsäure

Speziell der sekundäre Pflanzenwirkstoff Ginkolide kommt – wie der Name bereits vermuten lässt – ausschließlich in den Zellen der Ginkgo-Bäume vor und trägt dazu bei, die gefürchtete Demenz zu lindern.

So erhöhen die Ginkgo-Extrakte die Durchblutung der feinen Kapillargefäße im Gehirn was wiederum zu einem erhöhten Sauerstoffgehalt in den ‚grauen Zellen‘ führt. Natürlich sind von der Einnahme von Ginkgo-haltigen Präparaten keine Wunderdinge zu erwarten, aber dennoch kann es nachweislich dazu beitragen, Alzheimer und ähnliche Erkrankungen um Jahre zu verzögern.

Darüber hinaus stellen die Extrakte des Ginkgo-Baums das einzige Heilmittel auf natürlicher Basis gegen Tinnitus dar. Zwar ist auch hier nur in den seltensten Fällen eine gänzliche Heilung möglich, doch können die Ohrgeräusche in ihrer Häufigkeit und Intensität reduziert werden.

Sie sehen also, Ginkgo-Bäume sind weit mehr als einfach zu alte Pflanzen aus Asien. Sie besitzen seit vielen Jahren auch in Europa einen festen Platz in der Landschaftsarchitektur und können sogar in der modernen Medizin mehr leisten, als so manches, deutlich jüngeres Gewächs.

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