Tinnitus (Ohrenklingeln)

Steckbrief: Tinnitus

  • Name(n):Tinnitus; Tinnitus aurium; Phantomgeräusche; Ohrenklingeln
  • Art der Krankheit: Symptom
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Antike
  • Behandelbar: Partiell
  • Art des Auslösers: Diverse
  • Wieviele Erkrankte: 10 – 15% der Weltbevölkerung
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: HNO-Arzt; Internist; Hausarzt
  • ICD-10 Code(s): ICD-10-GM-2017 > H60-H95 – H90-H95 – H93

Tinnitus

Unter Tinnitus versteht man Ohrgeräusche. Wenn Ohrgeräusche nur vom Erkrankten wahrgenommen werden, spricht man von einem subjektiven Tinnitus.

Selten können Ohrgeräusche mit speziellen Geräten auch vom Arzt wahrgenommen werden, zum Beispiel bei Gefäßverengung in der Nähe des Innenohrs. Die Geräusche können konstant, anfallsweise oder intermittierend auftreten. Man unterscheidet pulssynchrone und non-pulsative Geräusche.

Die Geräusche werden ALS Brummen, Piepen, Klingeln, Rauschen, Pfeifen oder Zischen beschrieben. Kompensiert ist ein Tinnitus, der den Erkrankten in seiner Lebensführung nicht sehr beeinträchtigt.

Bei dekompensiertem Tinnitus besteht ein hoher Leidensdruck. An chronischem Tinnitus leiden etwa 4% der Erwachsenen. Zunehmend tritt Tinnitus auch bei jungen Menschen auf, wenn diese über längere Zeit Lärm ausgesetzt waren. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn häufig Discos besucht werden oder Musik dauerhaft über Kopfhörer bei hoher Lautstärke konsumiert wird.

Definition Tinitus?

Unter Tinnitus oder Tinnitus aurium versteht man in erster Linie ein Symptom verschiedener Erkrankungen des Innenohres. Hierbei nehmen Betroffene diverse Geräusche wahr, für die es zunächst keinen offensichtlichen Auslöser, also keine Geräuschquelle, gibt. Eher selten ist der Tinnitus selbst als Krankheit einzustufen und basiert nicht auf einer primären Erkrankung. Daher gilt er als sogenanntes Syndrom.

Der Tinnitus lässt sich in den subjektiven und den objektiven Typ unterteilen. Der objektive Tinnitus entwickelt ist eher selten anzutreffen und entwickelt sich daraus, dass durch Fehl- oder Missbildungen Geräusche des Körperinneren wahrgenommen werden. Hier wird folglich ein tatsächlicher akkusticher Reiz wahrgenommen, der sich jedoch nicht in der Außenwelt, sondern im Menschen selbst befindet. Er ist mit entsprechenden Messgeräten sogar identifizierbar.

In den meisten Fällen leiden Betroffene unter einem subjektiven Tinnitus. Hier lässt sich keine direkte Geräuschquelle identifizieren. Folglich finden im Ohr auch keine mechanischen Prozesse statt, die zur akkustischen beziehungsweise auditiven Wahrnehmung notwendig sind, obgleich ein Impuls an den Hörnerv gesendet wird. Dies vergleichen einige Mediziner mit dem Phantomschmerz. Auch hier gibt es eigentlich keinen Indikator für die entsprechende Wahrnehmung. Dennoch werden Signale ans Hirn weitergegeben. Dies kann für die Betroffenen besonders mental schwer zu verkraften sein. Immerhin gibt es keine Möglichkeit die Wahrnehmung zu unterbinden.


Was ist Tinnitus?

Bei einem Tinnitus nimmt der Betroffene Töne war, die nicht auf tatsächliche äußerliche Töne und Geräusche zurückzuführen sind. Zumeist beschreiben Erkrankte es als einen Pfeifton. Aber auch ein Ticken, ein Zischen oder ein Röhren können mögliche Manifestationen des Tinnitus sein. In besonders seltenen Fällen kann es auch vorkommen, dass unklare Stimmen und / oder Musik wahrgenommen werden. Darüber hinaus können die Töne, welcher Ausprägung auch immer sie sein mögen, laut und leise, tief und hoch sowie einseitig oder beidseitig auftreten. In vielen Fällen verstärkt sich die Intensität, mit der Tinnitus in Erscheinung tritt mit einem Voranschreiten der Zeit. Zudem kann die konstante Belastung durch das Hören verschiedener Töne und Geräusche in gewissen Menschen Depressionen, pathologische Ängstlichkeit oder Konzentrationsstörungen auslösen.

Man sollte jedoch stets im Hinterkopfe behalten, dass es sich bei einem Tinnitus nicht um eine Krankheit im klassischen Sinne handelt, sondern „lediglich“ um eine Symptom. Als solches ist das vorliegenden Leiden auf diverse Krankheiten zurückzuführen. Besonders häufig findet im Zusammenhang mit den Tinnitus die sog. „Lärmschwerhörigkeit“ Erwähnung. Diese entsteht zumeist aufgrund eines dauerhaften Ausgesetztseins lauter Geräusche. Gerade Fabrikarbeiter, die mit schweren Maschinen umgehen müssen oder Nachtschwärmer, die sich oft und lange in Diskotheken und auf Konzerten aufhalten. Es gibt darüber hinaus jedoch noch eine Vielzahl weiterer möglicher Gründe, die zu einem Tinnitus führen können.

Diagnosen können sich bisweilen recht schwer gestalten, da es nur unzureichende Möglichkeiten zur klinischen Evaluation des vorliegenden Leidens gibt. Die Anamnese gilt hier als das am häufigsten angewandte diagnostische Mittel. Insbesondere dann, wenn man den Tinnitus nicht direkt auf die damit korrespondierende Krankheit zurückführen kann. Tatsächlich ist es bisweilen für Drittpersonen, im Fall der Diagnose den Arzt möglich, dass man mithilfe eines Stethoskops den Tinnitus des Patienten hören kann.

Eine vollständige Heilung ist mithilfe der modernen Schulmedizin zumeist leider nicht möglich.

Welche Ursachen gibt es?

Aus der Art des Geräuschs kann man Rückschlüsse auf die jeweilige Ursache ziehen. Brummende, klingelnde und rauschende Geräusche entstehen meist durch eine Mittelohrentzündung. Zischende und pfeifende Geräusche können durch eine Innenohrerkrankung, Hörsturz, akustisches Trauma, Akustikusneurinom (Tumor des Hörnervs), Arsenvergiftung oder Morbus Menière entstehen.

Pulssynchroner Tinnitus wird meist durch Durchblutungsstörungen wie Stenosen, Aneurysma oder Hypertonie verursacht. Auch bei Trommelfelldefekt, Hirnhautentzündung oder Multipler Sklerose kann Tinnitus auftreten. Die Geräusche können im Hörnerv, im Gehirn oder durch Stress verursacht werden.

Darüber hinaus liegen oftmals noch weitere etwaige Ursachen vor. Zu den häufigsten Auslösern gehört das Alter eines Erkrankten. Es handelt sich um einen landläufig bekannten Umstand, dass die Hörleistung des Menschen mit voranschreitendem Alter gradual abnimmt. Dieser Prozess beginnt mit der Geburt, fällt aber vor dem 60. Lebensjahr meist kaum ins Gewicht. Diese natürliche Schwerhörigkeit kann durchaus dafür verantwortliche zu machen sein, dass sich ein Tinnitus einstellt.

Nicht minder häufig trifft man auf einen Tinnitus, der sich infolge lauter Geräusche entwickelt hat. Wie bereits eingänglich erwähnt, kann es geschehen, dass man infolge des dauerhaften Aussatzes lauter Geräusche einen permanenten Hörschaden davon trägt. Dieser kann sich durchaus auch in Form eines Tinnitus äußern. Besonders häufig in einen direkten Zusammenhang zu stellen sind hiermit Motorsägen, Schusswaffen und laute Musik, wie man ihr beispielsweise im Nachtleben ausgesetzt ist. Darüber hinaus stellen aber auch MP3-Player und Ipods ein nicht zu unterschätzendes Risiko dar, wenn man sich ihrer zu oft bedient und die Musik zudem zu laut einstellt. Zusätzlich sollte man hierbei noch zwischen einem permanenten Schaden und einer nur kurzzeitig auftretenden Störung unterscheiden. So können beispielsweise Explosionen oder laute Zusammenstöße dafür sorgen, dass man nur kurzzeitig einen Tinnitus erleidet. Dieser verflüchtigt sich nicht selten nach einiger Zeit wieder von alleine. Ein dauerhafter Pfeifton stellt sich häufig nur dann ein, wenn man über Jahre hinweg einen gewissen Geräuschpegel ausgesetzt war. Beispielsweise an seinem Arbeitsplatz.

Ein Tinnitus kann sich jedoch auch ob einer Ohrenschmalzblockade entwickeln. Ohrenschmalz sorgt in erster Linie dafür, die Gesundheit des Ohres zu steigern und zu verbessern, indem es Bakterien,Viren und Dreck sowie Verunreinigungen einschließt und sie langsam nach außen befördert. Bisweilen kommt es jedoch vor, dass sich zu viel Ohrenschmalz akkumuliert. Ist dies der Fall, kann selbiges einen Pfropfen bilden und den Gehörgang verstopfen. Infolgedessen kommt es nicht selten zu einem partiellen Gehörverlust und einer teils starken Reizung des Innenohres. Beide Leiden können zur Entstehung eines Tinnitus beitragen.

Neben den bereits genannten Ursachen, gibt es auch jene, die auf eine spezifische Erkrankung zurückgehen. Ein Beispiel hierfür ist die Otosklerose. Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine Versteifung der Knochen des Innenohres. Tritt eine solche ein, geschieht dies zumeist in Verbindung mit Tinnitus und weiteren Beschwerden in diesem Bereich. Die Betroffenen nehmen dabei nicht selten tiefe Töne aus dem unteren Frequenzbereich wahr. Diese Erkrankung tritt innerhalb einer Familie oftmals gehäuft auf.

Bekannt ist ebenso, dass Morbus Menière ursächlich für die Bildung eines Tinnitus aurium sein kann. Diese Krankheit verursacht ein Ungleichgewicht des Drucks im Innenohr. Damit führt sie nicht nur zu Schwindel und der dergleichen mehr, sondern kann auch durchaus dafür verantwortlich zu machen sein, wenn sich ein Tinnitus einstellt.

In einigen Fällen ist darüber hinaus eine kraniomandibuläre Dysfunktion verantwortlich. Hierbei handelt es sich um eine Fehlleistung der Kiefermuskulatur. Diese kann sich immens negativ auf die physische Gesundheit des Kopfes, insbesondere aber der Ohren auswirken. Nicht selten treten im Rahmen einer solchen auch ein Tinnitus oder tinnitus-ähnliche Symptome auf.

Nicht zuletzt tragen diverse Verletzungen des Kopfes und Halses zur Entwicklung eines Tinnitus bei. Denn sämtliche Arten von Schädel-Hirn-Traumata sind potentielle Auslöser und Ursachen eines Tinnitus. Dasselbe gilt für Traumata des Halses. Solche entstehen zumeist in direkter Folge eines Verkehrsunfalles oder sonstiger Zusammenstöße. Je nachdem, auf welcher Seite der Hauptschaden auftritt, ändert sich auch die Ausrichtung des Tinnitus. So kann es durchaus sein, dass bei einem linksseitigen Schädel-Hirn-Trauma auch „nur“ ein linksseitiger Tinnitus auftritt. In sofern ein Tumor im Bereich des Kopfes oder des Halses entsteht und dort Druck auf ein Blutgefäß ausübt, kann dies dazu führen, was auch relativ häufig der Fall ist, dass ein Tinnitus entsteht

Eher selten zeichnet sich für einen Tinnitus das sogenannte Akustikusneurinom verantwortlich. Bei einem solchen handelt es sich um einen gutartigen (benignen) Tumor, der an dem Nerv entsteht, der das Innenohr mit dem Gehirn verbindet. Hierdurch stellen sich, neben einem Tinnitus, auch oftmals schwere Störungen der Balance ein.

Überdies können speziell eine Reihe von Gefäßproblemen als Auslöser für einen Tinnitus in Frage kommen. Er kann zum Beispiel in Verbindung mit einer Atherosklerose stehen. Bei dieser Erkrankung kommt es mit voranschreitendem Alter aufgrund von Ablagerungen, beispielsweise von Cholesterin, in den Gefäßen zu einer Versteifung derselben. Hiermit geht eine stark geminderte Flexibilität einher. Diese führt im Endeffekt dazu, dass die betroffenen Gefäße sich nicht mehr dem Herzschlag entsprechend erweitern oder zusammenziehen können. Alles in allem verstärkt sich dadurch der Blutfluss um einiges, sodass es für Erkrankte möglich ist, den eignen Herzschlag in den Gefäßen, die durch das Ohr gehen, zu hören. Normalerweise ist ein hierdurch entstehender Tinnitus auf beiden Ohren wahrzunehmen und wird zudem häufig als besonders unangenehm empfunden.

Fernerhin trägt Bluthochdruck und die damit einhergehende Geschwindigkeit des Blutflusses zu Phantomgeräuschen bei. Ist der Blutdruck konstant oder temporär zu hoch oder fließt das Blut zu schnell durch die Gefäße kann das jeweils zu einem Tinnitus führen. Hierbei gilt zu beachten, dass kurzzeitig erhöhte Werte auch nur für ein kurzzeitiges Auftreten eines Tinnitus sorgen, wohingegen dauerhafte erhöhte Werte gleichermaßen für das dauerhafte Wahrnehmen eines Tones sorgen.

Es ist sogar möglich, dass einige Medikamente oder Körpergifte das Tinnitussyndrom auslösen können. Es hat sich beispielsweise gezeigt, dass sich bei einer Vergiftung mit Arsen, diverse Ohrengeräusche einstellen können. Darüber hinaus zeigen sich ähnliche Symptome unter Umständen auch nach der Einnahme von Antibiotika, Krebsmedikamenten, Wasserpillen oder Antidepressiva. Sogar Aspirin kann hin und wieder einen Tinnitus hervorrufen.

Es hat sich deutlich gezeigt, dass Tinnitus durch sehr vielfältige Erkrankungen, Fehlbildungen oder sogar Substanzen hervorgerufen werden kann. Es ist folglich so gut wie unmöglich, anhand einer Selbstdiagnose die Ursache für dieses Symptom zu ermitteln. Selbst Spezialisten kann dies unter Umständen Probleme bereiten.

Im Folgenden sind die häufigsten Ursachen eines Tinnitus noch einmal zusammengefasst:

  • Altersschwerhörigkeit
  • Ohrenschmalzblockade
  • dauerhafte laute Geräusche
  • Otosklerose
  • Morbus Menière
  • Kraniomandibuläre Dysfunktion
  • Allgemeine Kopfverletzungen oder Verletzungen des Halses
  • Akustikusneurinom
  • Atherosklerose
  • Tumore in Kopf und Hals
  • Bluthochdruck und erhöhte Geschwindigkeit des Blutflusses
  • Antibiotika
  • Krebsmedikamente
  • Wasserpillen
  • Antidepressiva
  • Aspirin
  • Hörsturz
  • Arsenvergiftung
  • Trommelfelldefekt
  • Multiple Sklerose
  • Meningitis

Symptome & Anzeichen

Der Betroffene hört Töne und Geräusche, die außer ihm selbst meist niemand anderer wahrnehmen kann. Die Geräusche können kontinuierlich oder intermittierend auftreten. Tinnitus verursacht meist noch weitere Symptome wie Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Schwindel, Muskelverspannungen, Zähneknirschen und Ohrensausen.

Darüber hinaus gilt es weiterdings noch zwischen den zwei primären Arten des Tinnitus zu unterscheiden. Dem subjektiven und dem Objektiven Tinnitus.

  1. Subjektiver Tinnitus: Bei dieser Ausprägung des vorliegenden Leidens handelt es sich um die am häufigsten vorkommende Form desselben. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass alleine der Betroffene selbst und niemand anderes imstande dazu ist, den Ton oder die Geräusche, die im Rahmen der Krankheit auftreten, zu vernehmen. Auslöser der subjektiven Form sind zumeist Probleme des äußeren, des inneren oder des Mittelohres sowie Schäden oder Überbelastungen der korrespondierenden Nerven.
  2. Objektiver Tinnitus: Diese Art des Tinnitus ist wesentlich seltener anzutreffen. Es handelt sich hierbei um eine Ausprägung desselben, die von Drittpersonen wahrgenommen werden kann, insofern diese sich dem Ohr des betroffenen nähern oder es mithilfe eines Stethoskops examinieren. Zumeist entsteht es durch ein Problem mit den Gefäßen oder der bereits erwähnten Otosklerose.

Ansonsten sind die einzigen weiteren auftretenden Symptome die bereits mehrfach erwähnten phantomartigen Geräusche. Diese drücken sich auf viele verschiedene Arten aus und sind deshalb nicht immer gleich für den Betroffenen als einem Tinnitus zugehörig erkennbar. In besonders seltenen Fällen stellen sich diese Geräusche auch als schwer zu verstehende Stimmen und / oder Musik ein. Ist dies der Fall sollte man nicht automatisch von einer sich anbahnenden Geisteskrankheit ausgehen. Tatsächlich versucht das Gehirn der Betroffenen in diesen sehr seltenen Fällen lediglich, die als fremd und verwirrend wahrgenommenen Töne auf irgendeine Weise zu ordnen und interpretiert sie darum fehlerhafter Weise als Sprache oder eben Musik.

Alles in allem also sind die Symptome recht stringent und glücklicherweise meist auch sehr eindeutig. Ein Tinnitus ist folglich relativ leicht zu diagnostizieren. Lediglich eine genaue Abgrenzung zu auditiven Halluzinationen, bei denen kein primärer Auslöser existiert, kann problematisch werden. Darüber hinaus kann anhand der Symptome, also des spezifischen Geräuschs, nicht immer sofort klar erkennbar sein, was Phantomgeräusche ausgelöst hat.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Im Rahmen der Anamnese klärt der Arzt Art und Häufigkeit der Geräusche ab. Als weitere diagnostische Maßnahmen können HNO-Untersuchung, Hörtests, Prüfung des Paukendrucks im Ohr, Funktionsprüfung der Gehörknöchelchen, Hirnstammaudiometrie (Prüfung des Hörnervs) und eine Gleichgewichtsprüfung durchgeführt werden. Durch Bestimmung von Antikörpern in Bluttests können Infektionen wie Masern, Borreliose oder Syphilis ausgeschlossen werden. Außerdem können Magnetresonanztomografie (MRT) und Computertomografie (CT) des Schädels zur Abklärung einer eventuellen Gehirnbeteiligung durchgeführt werden.

Zu den spezifischen diagnostischen Mitteln gehört in erster Linie die sogenannte Hörprobe. Diese Art von Test beginnt zumeist damit, dass der Proband in einen mehr oder weniger schalldichten Raum gebeten wird, in dem er daraufhin Platz nimmt und Kopfhörer aufgesetzt bekommt. Der behandelnde Arzt spielt mittels dieser Kopfhörer jeweils einseitig Töne ein. Kann der Testkandidat die gespielten Töne wahrnehmen, so gibt er ein entsprechendes Handzeichen. Die hieraus gewonnen Erkenntnisse vergleicht der zuständige Mediziner dann wiederum mit den Werten, die für die Altersgruppe des zu Testenden als normal anzusehen wären. Mittels dieser Methode ist es vor allem möglich, eine altersbedingte oder durch Krankheit verursachte Schwerhörigkeit als Grund für den vorliegenden Tinnitus entweder zu bestätigen oder auszuschließen.

Hilfreich kann darüber hinaus auch ein Bewegungstest sein. Im Rahmen dieser Untersuchung fordert der Arzt den Patienten auf, dessen Augen, dessen Kiefer oder dessen Hals in einer spezifischen Art und Weise zu bewegen. Verschlimmert sich das Pfeifen in den Ohren durch diese Bewegungen ist dies zumeist ein sehr starker Indikator dafür, dass es Problem mit den Gefäßen oder den Knochen vorliegt.

Eine Diagnose des Tinnitus mittels bildgebender Verfahren kann einige Schwierigkeiten bereiten. Da Leiden wie die Otosklerose beispielsweise für einen etwaig vorliegenden Tinnitus verantwortlich sein können, gilt es, gezielt nach solchen Ausschau zu halten, um die Auslöser des Gebrechens als solche ansprechen zu können. Da die Knochen des Ohres jedoch sehr fein sind, kann man sie mittels einer klassischen Röntgenaufnahme in aller Regel nicht sehen. Hierzu bedarf es eines CT oder eines MRT. Diese Varianten der bildgebenden Verfahren sind wesentlich detaillierter und ermöglichen es dem behandelnden Arzt dadurch, etwaige Ursachen gezielt erkennen zu können.

Letztlich ist es ebenso möglich einen Tinnitus mittels des spezifischen wahrgenommenen Geräusches zu identifizieren. Oftmals kann dies auch für einen Ausschluss auditiver Halluzinationen maßgeblich sein, bei welchen in der Regel nicht nur monotone Geräusche, sondern komplexe Sprache oder Musik vernommen werden. Hingegen lässt sich im Bezug auf den Tinnitus feststellen, dass stets ein ähnliches Geräusch beziehungsweise eine Abfolge typischer Geräusche zu vernehmen ist. Diese wiederum geben auch Aufschluss über die jeweilige ursächliche Erkrankung. Im Folgenden sind die gängigsten Geräusche im Überblick aufgeführt:

  • Ticken oder Klicken
    Hört sich der Tinnitus so an wie eine Uhr tickt, so liegen demselben vermutlich Störungen der Muskeln zugrunde. Schnelle Kontraktionen derselben lösen nicht selten ein solches Geräusch aus. Nämliches kann darüber hinaus in sehr kurzer und schneller Folge auftreten oder aber in längeren Abständen.
  • Rauschen oder Summen
    Diese Geräusche rühren oftmals von den Gefäßen her. Darum gilt ein Rauschen oder ein leichtes Summen, dass alles in allem etwa an einen Bach erinnert, als Indikator dafür, dass eine Erkrankung der Gefäße dem Tinnitus zugrunde liegt.
  • Herzschlag
    Wie bereits erwähnt, ist es möglich, dass sich weder der typische Pfeifton noch ein Summen oder Klicken einstellt. Auch der eigene Herzschlag kann bisweilen dauerhaft im Ohr wahrzunehmen sein. Dies lässt sich in den meisten Fällen auf einen zu hohen Blutdruck oder einen zu rapiden Blutfluss zurückführen.
  • Tiefes Klingeln oder Pfeifen
    Klingeln und Pfeifen sind die wohl am häufigsten auftretenden Geräusche in Verbindung mit einer Tinnitus-Erkrankung. Äußern sich diese besonders tief oder brummend, so liegt nicht selten der Morbus Menière als Verursacher vor. Darüber hinaus verstärkt sich dieser Ton oftmals kurz bevor es beispielsweise zu einer Schwindelattacke kommt.
  • Hohes Klingeln oder Pfeifen
    Stellen sich die wahrgenommenen Töne als besonders hoch dar, so ist dies in aller Regel auf eine akute Überbelastung des Gehörs zurückzuführen. Insbesondere nach Explosionen, einem lauten Knall, dem Gebrauch von Schusswaffen oder den Genuss zu lauter Musik stellt sich ein sehr hoher Pfeifton ein. Dieser verschwindet allerdings in der Regel wieder nach einigen Minuten oder Stunden. Sollte man jedoch über längere Perioden hinweg solchen ungesund lauten Geräuschquellen ausgesetzt sein, kann das Klingeln und Pfeifen zu einem permanenten Zustand werden.Darüber hinaus sollte man wissen, dass es das letzte Mal ist, da man die exakte Frequenz hört, die das Klingeln aufweist. Diese entsteht durch das Absterben gewisser Härchen im Ohr, die für das Hören zuständig sind. Sobald der Pfeifton vergeht, sind sie alle abgestorben und man ist nie wieder dazu in der Lage, diese spezielle tonale Frequenz zu hören.
  • Weitere Geräusche
    Wie bereits mehrfach erwähnt, können Betroffene bisweilen auch andere Geräusche, wie Stimmen oder Musik, wahrnehmen. Diese Fälle sind aber äußerst selten und bedürfen darüber hinaus einer speziellen und gesonderten Betreuung, da die dafür zugrunde liegenden Ursachen sehr vielfältiger Natur sein können. Manchmal handelt es sich hier auch nicht um einen Tinnitus, sondern eine andere Störung, zumeist des Hörnervs, die sich über Geräuschwahrnehmungen manifestiert.

Es zeigt sich hernach, dass eine Reihe spezifischer Tests zur Ermittlung eines Tinnitus in Frage kommen. Oftmals wird der behandelnde Arzt diese miteinander kombinieren, um zu einem möglichst exakten Ergebnis zu gelangen. Darüber hinaus ist es unumgänglich, nicht nur den Tinnutus als Symptom, sondern auch die entsprechend verantwortliche Krankheit zu ermitteln. Hier folgen noch einmal die möglichen Tests im Überblick:

  • Hörprobe
  • Bewegungstest
  • Bildgebende Verfahren (CT, MRT)
  • Diagnose mittels des wahrgenommenen Geräusches

Über den gewöhnlichen Verlauf eines Tinnitus liegen kaum auswertbare Daten vor. Dieser Umstand begründet sich darin, dass es, trotz der starken Verbreitung dieses Leidens, kaum Erhebungen zu dem Thema gibt. Das ist tatsächlich aber auch nicht weiter verwunderlich, insbesondere dann nicht, wenn man bedenkt, dass es sich in beinahe 90% der Fälle um eine vollkommen subjektive Wahrnehmungsstörung handelt. Ist dies der Fall, tut sich die moderne Schulmedizin immer sehr schwer damit, einen allgemeingültigen Verlauf zu definieren. Darüber hinaus erschwert sich die Zusammenfassung der Krankheit beispielsweise auf einzelne Stadien noch dadurch, dass ihr eine immense Vielzahl von etwaigen Auslösern zugrunde liegen können.

Alles in allem fällt es also sehr schwer, konkrete Aussagen zu einem potentiellen verlauf zu treffen. Nichtsdestoweniger gibt einige wiederkehrende Muster, die zumindest grobe Anhaltspunkte und Orientierungshilfen für Betroffene oder Interessierte liefern können. Somit ist beispielsweise zu sagen, dass die Pfeiftöne besonders zu Beginn ihres Auftretens für das größte Ungemach sorgen. Betroffene Personen wissen oftmals nicht wohin mit sich und finden über Tage, Wochen und manchmal Monate hinweg keine Ruhe, weil sie das dauerhaft auftretende Geräusch als etwas Negatives und Störendes wahrnehmen. Hieraus resultieren nicht selten ein immenser Schlafmangel und damit einhergehende weiterführende negative Symptome.

Zudem ist mit Voranschreiten der Erkrankung nicht mit einer merklichen Verbesserung zu rechnen. Häufig verschlimmert sich die Situation sogar eher. Dennoch gilt es an dieser Stelle zu erwähnen, dass sich die meisten Betroffenen nach einer gewissen Zeit mit ihrem neuen leiden abfinden und sich im Zuge dessen an die dauerhafte Belastung durch das Geräusch gewöhnen. Teilweise stellt es dann keinerlei Störung für sie mehr da und sie vergessen seine Existenz vollkommen. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass ihre Hörfähigkeit nach wie vor stark eingeschränkt ist.

Alles in allem also ist der Verlauf der Erkrankung, nicht zuletzt wegen der vielen Potentiellen Auslöser.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Bei der Häufigkeit dieses Leidens fällt es ebenfalls sehr schwer, genaue Zahlen zu nennen. Dies liegt in diesem speziellen Falle primär an dem Umstand, dass der Tinnitus selbst keine eigenständige Krankheit im klassischen Sinne ist, sondern „nur“ ein Symptom, dass im Rahmen diverser Erkrankungen auftreten kann. Da die meisten Statistiken aber nur die tatsächlich auftretenden Krankheiten erfassen, nicht aber deren Symptome, ist das Bild stark verzerrt. Darüber hinaus erschwert sich die Feststellung genauer Zahlen dadurch, dass ein Tinnitus akut sowie chronisch auftreten kann. Die meisten Menschen gehen wegen eines akuten Tinnitus jedoch nicht zum Arzt. Damit haben sie prinzipiell auch recht, schließlich und endlich verflüchtigt sich jener bereits nach kürzester Zeit wieder. Nichtsdestoweniger handelt es sich hierbei um einen Tinnitus. Selbst wenn man seine Betrachtungen jedoch einschränkt und nur mehr tatsächlich chronische Ausprägungen dieses Leidens betrachtet, fällt es schwer, dahingehend aussagekräftige Daten zu erhalten.

Nicht jeder Betroffene geht wegen seines Leidens zum Arzt. Mancher lernt einfach damit zu leben und vergisst nach und nach, dass er überhaupt daran leidet. Die wenigen offiziellen Statistiken die vorliegen, gehen davon aus, dass etwa 10 bis 15% der Weltbevölkerung von einer Form des Tinnitus betroffene sind. Aus diesen Statistiken geht weiterdings hervor, dass nur etwa 30% der chronisch betroffenen Patienten tatsächlich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Der Rest lernt einfach, mit dieser Einschränkung umzugehen und zu leben.

Oftmals übersehen bei der Beurteilung der Häufigkeit des Tinnitus werden Kinder und Jugendliche. Gleichwohl im direkten Vergleich zu älteren Erwachsenen weitaus weniger betroffen, so sind auch sie anfällig für das vorliegende Leiden. Insbesondere dann, wenn sie einen angeborenen Hörfehler haben. Beine 80% aller Kinder, die auf ein Hörgerät angewiesen sind, leiden darüber hinaus auch noch an einer Form des Tinnitus. Hierbei handelt es sich um eine nicht zu vernachlässigende Zahl an Erkrankten, die dennoch häufig unter den Tisch fällt.

Die aus einer Diagnose gewonnenen Daten dienen in diesem speziellen Falle nicht primär dazu zu belegen, ob ein Tinnitus vorliegt oder nicht, sondern vielmehr dazu, um festzustellen welche Exakte Ursache das Wahrnehmen von fremden Geräuschen bedingt. Damit erübrigt sich die Diagnose und damit auch das Sammeln von diagnostischen Daten oft schon im Vorfeld. Dieser Umstand gebiert sich ganz einfach daraus, dass, insofern bereits eine vorherige Erkrankung bekannt ist, der Tinnitus auf nämliche zurückgeführt werden kann. Dadurch ist eine Diagnose in diesem speziellen Falle oftmals sehr rasch gestellt und bietet darüber hinaus sehr wenig Spielraum für sich etwaig einschleichende Fehler. So geschieht eher seltener eine Verwechslung, beispielsweise mit auditiven Halluzinationen.

Nichtsdestoweniger kann die korrekte und gewissenhafte Auswertung der aus einer Diagnose gewonnen Daten sehr wichtig und entscheidend dafür sein, wie man eine künftige Therapie konzipiert. Dies gilt insbesondere dann, wenn die dem Tinnitus zugrunde liegende Krankheit zuvor noch unbekannt war. Ist dies der Fall, findet sozusagen eine doppelte Diagnose statt. Eine solche macht es darüber hinaus umso wichtiger, dass man sorgfältig mit den Daten umgeht.

Alles in allem bleibt aber zu sagen, dass ein Arzt, insofern er bereits Erfahrungen mit ähnlichen Ausprägungen des vorliegenden Leidens sammeln konnte, keine allzu großen Schwierigkeiten dabei haben sollte, die Erkrankung korrekt und ohne weitere Fehler anzusprechen. Des Weiteren profitieren die Patienten sowie die Ärzte gleichermaßen davon, dass die exakte tonale Ausprägung des gehörten Geräusches ein wichtiger Indikator dafür ist, welche Form der Erkrankung dem Tinnitus vermutlich zugrunde liegt. Darum ist es vor allem für den Patienten wichtig, den wahrgenommenen Ton exakt und präzise zu beschreiben. Das erleichtert nicht nur das Stellen einer Diagnose an sich, sondern beschleunigt auch den Prozess, mit den dieses von Statten geht. Das ist erfreulich für beide Seiten und ermöglicht es, eine Therapie, insofern möglich, relativ zeitnahe zur Diagnose zu beginnen. Alles in allem also ist das Auswerten der Diagnosedaten recht unkompliziert.


Komplikationen bei der Krankheit

Dadurch, dass ein Tinnitus dauerhaft hörbar ist und somit einen konstante Belästigung darstellt, ist es nicht selten der Fall, dass von diesem Leiden Betroffene psychologische und auch körperliche Komplikationen entwickeln. Diese wirken oftmals stark einschränkend auf die Lebensqualität der erkrankten Individuen und sorgen darüber hinaus dafür, dass sie das Leben nicht mehr so genießen können, wie vor dem Tinnitus. Insbesondere die Qualität des Schlafes sinkt stark ab, da man oftmals aufgrund des vorliegenden Gebrechens aufwacht oder erst gar nicht nicht einschlafen kann. Dass nun ein chronischer Mangel an Schlaf äußerst negative Auswirkungen auf den betreffenden Menschen haben kann und zumeist auch hat, ist kein Geheimnis. Sowohl die Psyche als auch der Körper leiden darunter.

Darüber hinaus kommt es nicht selten zu Schwächen der Konzentration. Schließlich und endlich muss man sich vor Augen führen, dass Betroffene den ständigen Eindruck haben, dass ihnen jemand direkt ins Ohr pfeift. Das kann auf die Dauer nicht gut sein und muss unweigerlich zu einem Abfall der Leistung führen. Ganz besonders bei schweren Fällen.

Somit treten auf lange Sicht sehr häufig Depressionen auf. Diese gründen sich oftmals darin, dass die Leidenden nicht mehr in der Lage dazu sind, ihrem Alltag in gewohnter Weise nachzugehen. Der hierdurch entstehende Leidensdruck kann sich im übrigen auch auf die Organe negativ auswirken. Alles in allem gibt es also eine immense Vielzahl von körperlichen und geistigen Komplikationen, die direkt mit einem etwaig vorliegenden Tinnitus in Verbindung zu bringen sind.

Bei leichteren Fällen jedoch kommt es nur sehr selten zu diesen extremen Auswüchsen. Tatsächlich lernen Betroffene hier mit der Zeit, mit ihrem neuen Leiden umzugehen und zu leben. Die Lebensqualität wird in diesen speziellen Fällen meist nur gering eingeschränkt und auch die Meisterung des Alltags liegt immer noch im Spektrum des Schaffbaren. Die Einbußen sind bei minderschweren Fällen also vergleichsweise moderat.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Der Gang zum Arzt empfiehlt sich bereits dann, wenn auch nur der leiseste Verdacht darauf besteht, dass es sich bei den aufkommenden Symptomen um solche handelt, die mit einem Tinnitus einhergehen. Darum sollte man weder zögern noch wanken, sich medizinische Hilfe zukommen zu lassen, insofern man diese benötigt. Tatsächlich verzichten viele Menschen auf einen Arztbesuch wegen eines Tinnitus. Die etwaigen gründe hierfür können sehr vielfältig sein. Entweder nehmen sie die vorliegende Erkrankung nicht als das wahr, was sie tatsächlich ist oder sie nehmen die Symptome auf die leichte Schulter und tun sie als eine Nebensächlichkeit ab. Beides sollte man nicht tun. Zwar ist nicht jede Form des Tinnitus grundsätzlich behandelbar, aber dennoch kann sich ein Besuch beim Arzt lohnen. Besonders was die Linderung einiger mit diesem Leiden einhergehender Symptome betrifft.

Darüber hinaus können mögliche zugrunde liegende Faktoren für das Entstehen eines solchen tonalen Leidens auch Krebserkrankungen sein. Und es sollte im Interesse jedes Menschen liegen, diese möglichst früh zu erkennen, um ggf. eine erfolgreiche Behandlung besser garantieren zu können. Überhaupt sollte man sich des Umstandes bewusst sein, dass es sich bei einem Tinnitus um keine Erkrankung im klassischen Sinne, sondern, wie bereits mehrfach erwähnt, um ein Symptom einer Krankheit handelt. Damit kann es von äußerster Wichtigkeit sein, sich wegen des unleidlichen Pfeifens im Ohr einem Arzt zuzuwenden, um die zugrunde liegende Krankheit dahinter zu determinieren.

Wer solches Verhalten willentlich und wissentlich unterlässt, schadet sich selbst dadurch oftmals nicht wenig. Alles in allem ist es also einem jeden Menschen zu empfehlen, einen Arzt aufzusuchen, wenn man Problemen mit dem Hören oder auch sonstige medizinische Probleme hat. Nur wer sich helfen lässt, dem kann auch geholfen werden. Schließlich und endlich sollte niemand daran interessiert sein, seine Gesundheit wegen nicht nachvollziehbarer Gründe zu gefährden. Insbesondere wenn es sich um so einfach und klar zu definierende Leiden handelt, wie ein Tinnitus.

Behandlungsmethoden & Therapie

Im Grunde genommen ist es kaum möglich Angaben zur spezifischen Behandlung eines Tinnitus zu machen. Denn Therapien und Behandlungsmöglichkeiten gibt es noch weit mehr, als Ursachen für die Erkrankung bestehen. Generell besteht die Aufgabe eines Arztes darin, die jeweilige ursächliche Erkrankung zu identifizieren und diese entsprechend zu behandeln. Die Behandlung richtet sich folglich nach der Ursache.

Es lassen sich darüber hinaus nur wenige allgemeine Angaben machen. Wenn Ohrgeräusche neben Schwerhörigkeit auftreten, kann ein Hörgerät Abhilfe schaffen. Dieses dient hernach vor allen Dingen dazu, die Konzentration eines Patienten auf die Geräusche von Außen zu lenken und damit von intrinsischen auditiven Wahrnehmungen abzulenken. Dies kann jedoch auch mit der Verwendung eines sogenannten Tinnitus Maskers erreicht werden. Es handelt sich dabei um spezielle Geräte, die ein Rauschen aussenden. Hierdurch wird der Fokus ebenfalls von Phantomgeräuschen abgewendet.

Ohrengeräusche können aber auch nach dem Entfernen eines Ohrenschmalzpfropfs oder anderer Verstopfungen verschwinden. Hierfür ist zumeist nur ein kleiner Eingriff nötig, der ambulant durchgeführt werden kann. Manchmal hilft sogar eine reine Ohrenspülung. Hin und wieder kann es sein, dass sich eine als Verstopfung empfundene Blockade, hernach als Barotrauma herausstellt. Dies bildet sich, wenn Menschen erhöhten Druckschwankungen beispielsweise beim Tauchen oder Fliegen ausgesetzt sind. Ohrengeräusche werden dann vor allem ob des eingeklappten Trommelfells hervorgerufen, das die Wahrnehmung von Körpergeräuschen verstärkt. Hier kann es notwendig sein, dass der Patient einfach regelmäßig Druck erzeugt, so dass sich die Trommelfelle wieder aufstellen. Dies geschieht unter anderem dadurch, dass die Nase zugehalten wird, während Luft hineingepresst wird. Der Druck auf die Ohren sollte dabei deutlich zu spüren sein. Die Trommelfelle können jedoch auch operativ gerichtet werden, falls diese Methode keine Wirkung zeigt.

Bei akutem Tinnitus wird meist eine Infusionstherapie durchgeführt. Die Infusion einer mit Glukokortikoiden versetzten Zucker- oder Salzlösung soll die Sinneszellen im Innenohr aktivieren. In Frage kommt jedoch auch die hyperbare Sauerstofftherapie. Hier atmet der Tinnituskranke über eine Atemmaske reinen Sauerstoff ein, während er sich in einer Überdruckkammer befindet. Dadurch gelangt mehr Sauerstoff ins Blut und somit auch ins Innenohr. Gleiches soll auch mit einer Ohrenmassage erreicht werden, welche die Durchblutung der Ohren fördert. Die Wirksamkeit dieser Therapien ist jedoch noch nicht erwiesen. Es kann allerdings nicht schaden, sie einfach auszuprobieren, da sie sich auch nicht negativ auf den Gesundheitszustand des Patienten auswirken können.

Zur Behandlung von Tinnitus werden auch Psychotherapie und Entspannungstechniken wie Yoga und Autogenes Training eingesetzt. Hierdurch kann zwar keine Heilung gewährleistet werden, die verschiedenen Entspannungstechniken bewirken allerdings, dass der Patient weniger Stresshormone freisetzt, welche das Gehör empfindlicher werden lassen.

Vor allem dann, wenn ein Tinnitus sich als chronisch erweist, ist keine Heilung im klassischen Sinne mehr möglich. Hier gilt es vor allen Dingen, das Leiden des Patienten entsprechend zu minimieren oder erträglicher zu machen. Die Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT) zielt beispielsweise darauf ab, zu lernen, die Konzentration nicht mehr auf die Ohrgeräusche, sondern auf positive Dinge zu richten. Gegen Tinnitus wird Gingko biloba empfohlen, da dieser – auch auf die Sinneszellen des Innenohrs – durchblutungsfördernd wirkt. Aus der Homöopathie sind einige Mittel bekannt, die gegen Tinnitus helfen können.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Eine Vorbeugung ist grundsätzlich möglich. Dennoch sollte man den Umstand nicht außer Augen verlieren, dass manche Arten des Tinnitus auf eine organische Ursache zurückzuführen sind, die man nicht mithilfe präventiver Mittel ausmerzen kann. Lediglich die Formen und Ausprägungen des vorliegenden Leidens, die mehr oder weniger variabel oder selbstverschuldet sind, sind auch im Rahmen einer Prophylaxe auszuschließen. Bevor man jedoch über eine Prävention nachgeht, sollte man für sich selbst determinieren, ob man ggf. einer Risikogruppe angehört. Risikogruppen sind im Falle des Tinnitus solche, die, aus welchen Gründen auch immer, dauerhaft oder zumindest sehr oft, lauten Geräuschen ausgesetzt sind.
Hierzu gehören unter anderem Personenkreise:

  • Fabrikarbeiter – Manche Maschinen, die in der Industrie zum Einsatz kommen, sind sehr laut. Sollte man diese täglich benutze, so bietet es sich an, einen Gehörschutz dabei zu tragen, insofern dies nicht ohnehin Pflicht ist.
  • Konzertbesucher – Menschen, die sehr oft auf Konzerte gehen, laufen erhöhte Gefahr, dass sie im Laufe ihres Lebens einen Tinnitus entwickeln. Dies gilt im Besonderen dann, wenn sie sich gezielt in der Nähe der Lautsprecher platzieren. Darüber hinaus sind natürlich auch die Musiker selbst oftmals betroffen.
  • Soldaten, Pyrotechniker und Jäger – Die Personengruppen sind von Berufswegen her sehr lauten Geräuschen ausgesetzt. die tatsächliche Lautstärke, die bei einem Schuss aus einem Gewehr entsteht ist um ein vielfaches lauter, als Hollywood es durch seine Filme suggeriert. Tatsächlich sind darum viele Soldaten, die aus einem Einsatz zurückkommen, stark hörgeschädigt. Dasselbe gilt für die hier ebenso angeführten Jäger und Pyrotechniker, wenngleich auch in veringertem Maße.
  • Benutzer von Kopfhörern – Grundsätzlich ist die Benutzung von Kopfhörern alleine noch nicht schädlich. Dennoch sollte man deren negative Einwirkung nicht vernachlässigen. Wer dauerhaft und darüber hinaus sehr laut Musik oder sonstiges mittels Kopfhörern genießt, der läuft extrem hohe Gefahr, einen Tinnitus zu entwickeln. Darum gilt es sich in diesem Falle in Moderation zu üben und es nicht zu übertreiben.

Es gibt jedoch noch eine Reihe weiterer Risikofaktoren. So ist zum Beispiel das Alter eines Patienten ausschlaggebens für die Entwicklung eines Tinnitus. Je älter ein mensch desto höher ist seine Chance, an einem Tinnitus zu leiden. Besonders ab dem 60. Lebensjahr erhöht sich die Chance meist explosionsartig. Abhängig ist die Erkrankung jedoch teilweise auch vom Geschlecht. Männer sind weitaus häufiger von diesem leiden betroffen als Frauen. Die Gründe hierfür sind jedoch noch nicht abschloießend ermittelt. Möglicherweise resultiert es aber aus den Unterschieden, die sich im Hormonhaushalt der Geschlechter ergeben. Es ist bekannt, dass Stresshormone bei Frauen teilweise anders wirken als bei Männern. Genaue Belege gibt es jedoch im Bezug auf Tinnitus hierfür noch nicht. Im Gegensatz dazu zeichnet sich das Rauchen nachweisbar als negativer Faktor für die Entstehung eines Tinnitus ab. Der Konsum von Tabakprodukten sorgt nicht selten dafür, dass sich das Risiko von verschiedenen Ohrengeräuschen signifikant erhöht. Das gilt auch für diverse
Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Viele dieser Erkrankungen führen dazu, dass Betroffene im Laufe ihres Lebens einen Tinnitus ausbilden.

Wer folglich zur Risikogruppe für einen Tinnitus gehört oder aber verschiedenen Faktoren regelmäßig ausgesetzt ist, sollte verstärkt darauf achten einen Gehörschutz zu verwenden und darüber hinaus das Gehör regelmäßig von einem Arzt prüfen lassen.


Prognose zur Heilung

Die Prognose bezüglich eines Tinnitus ist in erster Linie davon abhängig, welche spezifische Erkrankung ihm zugrunde liegt. Entsteht er beispielsweise durch eine Verstopfung des Mittelohres, verschwinden die Ohrengeräusche nach der Entfernung der Blockade in der Regel wieder. Bei anderen Erkrankungen kann die Schädigung des Hörnervs so gravierend sein, dass keine Heilung mehr zu erwarten ist. Hier bringt selbst die Durchtrennung des Hörnervs keine Linderung mehr. Von einem lebenslangen Tinnitus sind jedoch nur etwa 20 % der Patienten betroffen.
Für diese ist eine Prognose zum Tinnitus allerdings schnell zusammengefasst: Es gibt keine Heilung, lediglich eine etwaige Linderung der Symptome. Daher ist die Prognose im Groben zunächst ungünstig. Das ändert jedoch nichts an dem Umstand, dass sich viele betroffene Personen im Laufe ihres Lebens an ihre Krankheit gewöhnen und trotz derselben ein sehr angenehmes Leben ohne weitere und allzu gravierende Einschränkungen leben können.

Damit ist die Prognose alles in allem nicht allzu schlecht. Gesetzt den Fall, man lernt, mit seiner Krankheit umzugehen.


Leben mit Tinnitus

Während bei mehr als der Hälfte der Betroffenen die Ohrengeräusche wieder abklingen, bleiben sie bei circa 20 % der Erkrankten dauerhaft bestehen. Besonders für diese Menschen stellt sich hernach die Frage, wie sich das Leben mit dieser dauerhaften Belastung ertragen lässt. Nicht selten führen chronische Phantomgeräusche dazu, dass Patienten eine Depression und Schlafstörungen entwickeln. Unter Umständen kann es darüber hinaus zu Drogenmissbrauch kommen, da sich die Patienten nach einer Ablenkung von den permanenten Geräuschen sehnen. Hin und wieder soll es sogar zu Suiziden gekommen sein. Denn auch wenn wir in unserem Alltag häufig mit Lärm oder Hintergrundgeräuschen zu kämpfen haben, so ist der vollkommene Verlust der Möglichkeit zur Stille sehr einschneidend und traumatisch für den Betroffenen.

Generell raten Mediziner im Falle eines vorliegenden Tinnitus, unabhängig davon, ob es sich um ein permanentes oder vorübergehendes Auftreten dieses Symptoms handelt, dazu, sich zu entspannen. Denn Aufregung und Stress setzen spezifische Hormone in unserem Körper frei, die dafür sorgen, dass der Mensch insgesamt wachsamer und angespannter ist. Hierzu gehört auch, dass Geräuschen mehr Beachtung geschenkt wird und diese sensibler wahrgenommen werden. Das Gehör wird in angespannten Situationen geradezu “geschärft”. Somit können auch Phantomgeräusche deutlicher wahrgenommen werden, was es schließlich zu vermeiden gilt. Nun lässt sich, besonders zu Beginn eines Tinnitus, nur sehr schwer entspannen. Die permanenten Geräusche können zum Teil so quälend werden, dass Betroffene sich zu sehr auf sie konzentrieren. Es empfiehlt sich aus diesem Grund diverse stressreduzierende Techniken zu erlernen. Das kann beispielsweise autogenes Training sein. Für einige Menschen kommt hierfür aber auch regelmäßige Meditation in Frage. Darüber hinaus können auch Techniken erlernt werden, welche die Konzentration steigern, wodurch es hernach Möglich ist seinen Fokus eben nicht auf auditive Wahrnehmungen, sondern etwas anderes zu richten. Egal welche Art der Stressreduzierung erlernt wird, sie sollte dafür sorgen, dass Phantomgeräusche nicht mehr den gedanklichen Fixpunkt eines Patienten bilden.

Obgleich beim Tinnitus das Gehör bereits in Mitleidenschaft gezogen wurde, gilt dennoch, dieses sorgsam zu schonen. Denn nur so kann eine Verschlechterung des Hörens sowie der zugrundeliegenden Erkrankung vermieden werden. Wer an Tinnitus leidet sollte beispielsweise keine Kopfhörer verwenden. Besonders Ohrenstöpsel können sich recht negativ auswirken, da hierdurch das Innen- sowie das Mittelohr stark beansprucht werden. Beim Musikhören gilt es, diese nicht zu laut und in Maßen zu genießen. Permanente, laute Geräusche könnten nämlich den Tinnitus noch verstärken. Dessen sollten sich vor allem jene Patienten bewusst sein, die mittels Musik versuchen, von den dauerhaften Phantomgeräuschen Ablenkung zu finden.

Prinzipiell kann eine spezifische Diät wenig gegen den Tinnitus ausrichten. Es gibt jedoch eine Reihe von Substanzen, die aus verschiedenen Gründen kontraproduktiv auf dieses Syndrom wirken können. In erster Linie zählen hierzu Mittel, die den Blutdruck heben und hernach die Fließgeschwindigkeit des Blutes erhöhen. Dazu zählt unter anderem Koffein. Aber auch Alkohol und Nikotin stehen im Verdacht einen Tinnitus erheblich zu verstärken. Betroffene sollten diese Substanzen also tunlichst vermeiden. Das stellt besonders im Bezug auf Nikotin für einige Menschen ein enormes Problem dar. Während es meist ohne begleitende Therapie möglich ist auf den Morgenkaffee oder ein abendliches Bier zu verzichten, stellt die Rauchentwöhnung einen sehr komlizierten und anstrengenden Prozess dar. Betroffene aus diesem Grund gut damit beraten, wenn sie sich entsprechende Hilfe suchen. Diese kann beispielsweise in einer Suchtberatung gefunden werden. Aber auch etliche Bücher und Ratgeber setzen sich mit dem Thema Nikotinentzug auseinander. Vor allem kommt es beim Entwöhnen darauf an, nicht zu viel Stress aufzubauen, da sich dies, wie bereits erwähnt, ebenfalls negativ auf die auditive Wahrnehmung auswirken kann.

Zur Ablenkung von den störenden permanenten Geräuschen kann darüber hinaus auch ein Masker verwendet werden. Dies sind Geräte, welche dabei helfen, vom eigentlich Tinnituston abzulenken. Generell kann jedoch ein jede andere Geräuschquelle dafür sorgen, dass der Betroffene von den quälenden Tönen abgelenkt wird. Es ist jedoch dringlichst darauf zu achten, dass sie nicht zu laut sind. Beispielsweise eignet sich das Hören von Musik durchaus als Ablenkung. Sie sollte jedoch nur leise und zudem nicht mittels Kopfhörer angehört werden. Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit ein Hörgerät zu verwenden. Besonders, wenn ein objektiver Tinnitus vorliegt ist dies sinnvoll. Denn ein Hörgerät verstärkt alle Geräusche von außen und bewirkt, dass innere Geräusche nicht mehr so deutlich vernommen werden. Betroffene stufen sie als wesentlich leiser und hernach nicht mehr so störend ein.

Es gilt für Tinnitusleidende jedoch nicht nur eine geeignete Möglichkeit selbst mit diesem Symptom leben zu können. Es hat darüber hinaus auch Auswirkungen auf die Umwelt und Mitmenschen eines Patienten. Wenn möglich sollten diese über den Tinnitus informiert werden. Denn Betroffene neigen dazu, sehr leise zu sprechen. Andersherum können sie manchmal ihre Gesprächspartner nur sehr schwer verstehen. Eine Studie hat sogar herausgefunden, dass Menschen, die an einem Tinnitus leiden am besten in Situationen sprechen und verstehen können, die von sehr lauten Hintergrundgeräuschen begleitet werden. Das liegt zum einen daran, dass sie generell an Geräusche gewöhnt sind, die im Hintergrund ablaufen. Zum anderen sprechen auch die jeweiligen Gesprächspartner lauter und deutlicher. Wird die eigene Krankheit offen thematisiert und erklärt, kann dadurch erreicht werden, dass das Gegenüber mehr Rücksicht beim Sprechen nimmt und hernach lauter und deutlicher kommuniziert. Scham oder Angst sind hier vollkommen unbegründet. Denn Tinnitus gilt als Volkskrankheit und vermutlich sind die meisten Menschen bereits selbst oder über Angehörige mindestens ein Mal mit dieser Erkrankung konfrontiert wurden. Es kann folglich mit Verständnis gerechnet werden.

Insgesamt gesehen, mag Tinnitus zunächst als eine unüberwindbare und schreckliche Krankheit wahrgenommen werden. In der Regel gewöhnen sich Betroffene jedoch daran und haben kaum Einschränkungen im normalen Alltagsleben. Mit einer gezielten Therapie und einem gesunden Lebensziel kann darüber hinaus dafür gesorgt werden, dass sich die Erkrankung nicht noch weiter verschlimmert. Außerdem gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, die spezifischen wahrgenommenen Geräusche entsprechend zu maskieren. Allein das Vermeiden von Stress kann bereits viel bewirken. Es gilt also, dem Tinnitus möglichst wenig Beachtung zu schenken. Wer sich dennoch sehr stark von den Phantomgeräuschen gestört fühlt und sich in seinem Leben sehr beeinträchtigt fühlt, dem sei nahegelegt eine Psychotherapie in Anspruch zu nehmen. Hier kann professionelle Hilfe gegeben werden, die Depressionen entgegenwirken kann.


Alternative Behandlungsmethoden

In Bezug auf alternative Heilmittel bieten sich Kuren und andere ruhige Behandlungen an. Vor allem da sie Stress und seelischen Belastungen entgegenwirken.

Aber auch Rauchentwöhnungen sowie Alkoholentzüge können im Zweifel und im Bedarfsfall nützlich sein. Des Weiteren sollte man ggf. darüber nachdenken seinen Arbeitsplatz zu wechseln oder weniger Konzerte zu besuchen, insofern diese gründe dem Pfeifen in Ohren zugrunde liegen sollten.

Sämtliche Behandlungen, die die Entspannung befördern, Stress abbauen, innere sowie äußere Anspannungen lösen oder einfach nur das allgemeine Wohlbefinden steigern, sind empfehlenswert.

  • Akupunktur
  • Yoga
  • Tai Chi
  • Meditation
  • Autogenes Training
  • Kuraufenthalte
  • Klangtherapie
  • Massagen
  • Ohrenkerzen

Welche Hausmittel können helfen?

Tatsächlich finden sich, trotz der effektiven Unheilbarkeit des Tinnitus einige Hausmittel dagegen. Hierbei liegt es aber in Interesse des Betroffenen zu unterscheiden, ob es sich lediglich um Quacksalberei handelt oder um tatsächliche probate Methoden. Zwar kann das Leiden per se zwar nicht behandelt werden, aber eine Linderung der Symptome ist durchaus möglich. Insbesondere wenn diese sich in den Bereich der Depression ausweiten konnten. Beispiele für etwaige Hausmittel gegen die diversen Symptome sind u.a.:

    • Selbststudium: Es lohnt sich sehr, wenn man sich während einer Behandlung oder bereits im Vorfeld mit seiner Erkrankung auseinandersetzt. Hierdurch kann sich das Bild für den patienten aufklaren und er hat eine bessere Kontrolle über sich selbst und sein Leiden.
    • Laute Geräusche vermeiden: Wie bereits mehrfach angeführt, kann es überhaus hilfreich sein, laute Geräusche zu vermeiden, um einem Tinnitus vorzubeugen. Darüber lohnt es sich auch, solche zu vermeiden, wenn man bereits darunter leidet. Ein solches Verhalten hilft dabei, eine Verschlimmerung des Zustands zu verhindern.
    • Sich selbst etwas Gutes tun: Ein Tinnitus kann die Lebensqualität massiv senken, woraus wiederum eine höhere Belastung resultiert. Darum sollte man sich als Betroffener öfter mal etwas gutes tun und einfach mal ausspannen. Dies senkt nicht nur den Blutdruck und vermindert damit ggf. die Intensität des Tinnitus, sondern hilft einem auch dabei, die Krankheit für einen kurzen Moment zu vergessen.

Heilkräuter & Heilpflanzen

      • Berberitze
      • Bärlauch
      • Knoblauch
      • Mistel
      • Esche
      • Neem
      • Baldrian
      • Johanniskraut
      • Kardobenedikte
      • Melisse
      • Rosmarin
      • Kirschblüten

Die hier genannten Heilkräuter sind entweder als Tee oder Aufguss zu konsumieren oder getrocknet, bzw. frisch zu nehmen. Auch ein Duftbeutel, der im Bedarfsfall unter die Nase zu halten ist, kann ein gutes Mittel der Medikation sein. Sie dienen, gleichwohl auf welche Art man sie einnimmt, der Entlastung des Körpers im Allgemeinen, sind aber darüber hinaus nicht imstande, dauerhafte Abhilfe zu leisten oder gar Heilung zu versprechen. Darum sollten sie lediglich unterstützend zu einer schulmedizinischen Therapie Anwendung finden. Nichtsdestoweniger können diese Pflanzen wahre Wunder wirken, insbesondere was die Gesundheit des Bluts angeht.

Über die genauen Mengenangaben sollte man sich mit einem Heilpraktiker auseinandersetzen. Diese wissen oft genau, welche Mengen zum Erreichen welchen Effekts notwendig sind. Zudem haben sie häufig bereits fertige Produkte in ihrem Repertoire, die sie gegen ein Entgelt zur Verfügung stellen.

Ätherische Öle

Folgende Ätherische Öle können angewendet werden:

      • Knoblauch
      • Lavendel
      • Majoran
      • Ylang Ylang
      • Zitrone
      • Weihrauch
      • Basilikum
      • Bergamotte
      • Muskat
      • Rose
      • Eukalyptus
      • Schafgarbe

Ätherische Öle dienen primär der Benutzung im Rahmen einer sog. Aromatherapie. Sprich der Verwendung in einer dafür vorgesehenen Duftlampe. Bisweilen sind sie aber auch äußerlich oder sogar innerlich anzuwenden. Hierbei sollte man unbedingt Rücksprache mit einem Sachverständigen halten, was Dosierung und Art der Anwendung angeht. Teils wirken ätherische Öle stärker als man glaubt und können die ohnehin belasteten Ohren somit leicht überfordern. Ebenso sollte man nicht vergessen, dass eine Aromatherapie, gleichwohl wie stark ihr wohltuender Effekt sein mag, eine medikamentöse Behandlung nicht zu ersetzen imstande sein kann und dies auch nicht sollte. Man sollte sich ihrer lediglich zwecks Entspannung bedienen.

Homöopathie & Globuli

Hin und wieder versprechen diverse Anbieter homöopathischer Mittel eine Heilung des Tinnitus mit ihren Produkten. Es sei hier jedoch darauf hingewiesen, dass vor allem ein chronischer Tinnitus in aller Regel nicht heilbar ist. Dies gilt gleichwohl für operative und medikamentöse Behandlungen. Die hier aufgeführten Präparate sollen lediglich der Symptomminderung dienen beziehungsweise ursächliche Erkrankungen beseitigen. Die Wirksamkeit der meisten homöopathischen Mittel wird allerdings von vielen Ärzten angezweifelt. Es gilt dennoch vor ihrer Verwendung mit dem behandelnden Arzt zu sprechen, da es in einigen Fällen zu Komplikationen und Wechselwirkungen in Bezug auf konventionelle pharmazeutische Mittel geben kann, die zeitgleich verwendet werden.

Im Folgenden finden sich eine Reihe homöopathischer Medikamente, die vor allem von Heilpraktikern empfohlen werden:

      • Apis mellifera
      • Cinnamomum camphora
      • Silicea Globuli
      • Tuberculinum bovinum
      • Rhus toxicodendron
      • Lachesis

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Schüssler-Salze

Ähnlich den homöopathischen Mitteln, stellen auch Schüssler Salze keine von der konventionellen Medizin anerkannte Therapieform dar. Dennoch werden sie von einigen Heilpraktikern als Unterstützung bei Tinnitus empfohlen. Besonders folgende Mittel seien dabei zur Verwendung geeignet:

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Diät & Ernährung

Es gibt keine Diäten oder Ernährungspläne, die speziell für Tinnitus-Patienten erstellt worden wären. Nichtsdestotrotz kann eine allgemeine gesunde Ernährung diesbezüglich sehr förderlich sein und überdies noch vorbeugend wirken. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn man auf Lebensmittel verzichtet, die für Bluthochdruck sorgen.

Einige Lebensmittel können komplett bedenkenlos konsumiert werden, da sie im Allgemeinen ein garant für eine gesunde Ernährung sind. Hierzu gehören unter anderem:

      • Obst und Gemüse (insofern keine Allergien vorliegen)
      • Meeresfrüchte
      • Milchprodukte (jedoch auf den Fettgehalt achten)
      • Hülsenfrüchte
      • Klares Wasser und Kräutertee (Limonaden usw. sind zu vermeiden)
      • Vollkornprodukte

Bei anderen Nahrungsmitteln seien hingegen Bedenken angemeldet. Diese sollten entweder gar nicht oder nur in moderaten Mengen konsumiert werden. Das trifft vor allem auf folgende Produkte zu:

      • Rotes Fleisch
      • Tabakwaren
      • Raffinierter Zucker
      • Stark fetthaltige Speisen
      • Fertiggerichte
      • Alkoholika
      • Weißes Mehl
      • Fast Food

FAQ – Fragen & Antworten

Muss ich komplett auf Konzerte verzichten?

Natürlich nicht. Es gilt lediglich, dass man sie in Moderation besucht und sich nicht direkt vor die Boxen, bzw. die Lautsprecher stellt. Zumindest sollte man das die nicht zu oft tun. Aber auch die Devise „Einmal ist keinmal“ sollte man hier nicht zu freigiebig benutzen. Tatsächlich kann schon ein zu lauter Konzertbesuch reichen, um die Hörfähigkeit dauerhaft zu schädigen und darüber dafür zu sorgen, dass die Chancen auf das Entstehen eines Tinnitus sich erhöhen. Alles in allem ist allzu zu empfehlen, dass man auch bei dem Besuch der Lieblingsband darauf achtet, es nicht zu übertreiben. Schließlich will man auch noch in einigen Jahren dazu in der Lage sein, Musik ohne lästiges Pfeifen hören zu können.

Mein Kind hört dauernd Musik über Kopfhörer – Wie gefährlich ist das?

Die von Kopfhörern ausgehende Gefahr ist überschaubar. Besonders dann, wenn der Anwender derselben es nicht mit der Lautstärke zu lax nimmt, sondern hier ein gesundes Niveau finden konnte. Sollte jedoch das Gegenteil der Fall sein, können Kopfhörer eine sehr große Gefahr darstellen, was Tinnitus angeht. Besonders bedenklich ist es, wenn man als Zweitperson die Musik klar und deutlich zu hören imstande ist, ohne dass man selbst die Kopfhörer trägt. Bei einer solchen Lautstärke erhöht sich nicht nur die allgemeine Chance darauf, an dem vorliegenden leiden zu erkranken, sondern auch darauf, später im leben auf ein Hörgerät angewiesen zu sein.

Wie lange hält ein Tinnitus an?

Hierbei ist die Frage, ob es sich um einen chronischen oder einen akuten Tinnitus handelt. Ein chronischer Tinnitus hält logischerweise das gesamte Leben lang an, insofern man nicht in der Lage ist, die zugrunde liegenden Auslöser komplett auszumerzen – was leider nur sehr selten der Fall ist. Ein akuter Tinnitus infolge eines lauten Geräusches, wie einer Explosion, eines Schusses oder eines Konzerts vergeht zumeist nach etwa zehn Minuten bis zwölf Stunden. Hält er länger an, sollte man einen Arzt konsultieren.

Was ist ein Tinnitus Masker?

Die Probleme eines Tinnitus ergeben sich vor allem daraus, dass sich Patienten sehr stark auf die Phantomgeräusche konzentrieren, wodurch diese als besonders quälend empfunden werden. Nicht selten kommt es hernach zu Depressionen oder Schlafstörungen. Und nicht jeder Mensch ist in der Lage sich selbstständig abzulenken oder mittels diverser Meditationstechniken zur Ruhe zu bringen. Für diese Menschen wurde ein kleines Gerät hergestellt, dass in etwa an ein Hörgerät erinnert: Den sogenannten Masker. Dieser wird ins Ohr eingesetzt und erzeugt dort ein permanentes sehr leises Rauschen. Dieses bewirkt, dass der betroffene Patient mehrere Geräusche verarbeiten muss und somit keine Fokussierung des Tinnitustons mehr erfolgt. Das hilft vor allem der Gewöhnung bei chronischen Phantomgeräuschen.

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie den Artikel

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (47 Stimmen, Durchschnitt: 4,38 von 5)
Loading...
Top