Alzheimer (Morbus Alzheimer)

Definition Alzheimer – Das schleichende Vergessen

Alzheimer

ALS Alzheimer wird eine Erkrankung des Gehirns bezeichnet, die sich durch eine Abnahme der geistigen Leistungsfähigkeit und Persönlichkeitsstörungen äußert. Diese Krankheit gehört zu den Demenz Erkrankungen.

Grundsätzlich erkranken ältere Menschen an Alzheimer – je älter man wird, desto höher ist das Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Bei den über 90-Jährigen ist immerhin jeder Dritte betroffen.


Steckbrief: Alzheimer (Morbus Alzheimer)

  • Name(n): Alzheimer; schleichendes Vergessen; Demenz
  • Art der Krankheit: Neurologische Erkrankung
  • Verbreitung: Weltweit (meist zw. Dem 60. und 85. Lebensjahr)
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Ausgehendes 19. Jahrhundert
  • Behandelbar: Nein; nur zu verlangsamen
  • Art des Auslösers: Erbfaktoren u. Umwelt
  • Wieviele Erkrankte: Ca. 29mio / Tendenz steigend
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Neurologe

Was ist Alzheimer?

Der Morbus Alzheimer ist eine irreversible Form der Demenz, die durch Gedächtnisverlust, zunehmende Abnahme der intellektuellen Fähigkeiten, einer Verschlechterung der Sprach- und Sprechfähigkeit und Veränderungen in der Persönlichkeit und im Verhalten, die schließlich auch den Alltag beeinflussen, einhergeht. Die Alzheimer Erkrankung ist die häufigste Demenzform und stellt eine zur Zeit unheilbar fortschreitende Gehirnerkrankung dar.

Das Erkrankungsrisiko für die meist spätmanifeste Form nimmt mit dem Alter und in Abhängigkeit von bestimmten Risikofaktoren, insbesondere dem ApoE Genotyp zu. Zur Zeit geht man davon aus, daß etwa 1,2 Millionen Menschen in Deutschland an der Alzheimer Krankheit leiden. Jedes Jahr treten etwa 200.000 neue Fälle in Deutschland auf. Weltweit sind etwa 15 Millionen Menschen betroffen. In allen Nationen erhöht sich die Zahl der Alzheimer-Kranken mit steigender Lebenserwartung.

Obwohl die Veränderungen bei der Alzheimer-Erkrankung denen beim normalen Alterungsprozeß ähneln, ist sie kein normaler Teil dieses Vorgangs. Diese Erkrankung ist durch eine chronisch entzündliche Verletzung und schließlich den Tod von Nervenzellen gekennzeichnet. Eine Schlüsselrolle in der Erkrankung spielt die Bildung sogenannter seniler Plaques (Proteinablagerungen zwischen den Zellen) und neurofibrillärer Stränge (gedrehte Proteinfilamente in den Nervenzellen) im Gehirn, die ein bestimmtes Aß-Protein enthalten. Die Zerstörung der Nervenzellen hat auch einen verminderten Spiegel an Azetylcholin und anderen Neurotransmittern (chemischen Stoffen, die für die Kommunikation der Zellen untereinander notwenig sind) zur Folge. Im Verlauf der Erkrankung kommt es daher zu einer abnehmenden Wechselwirkung zwischen den verschiedenen Arealen des Gehirns.


Welche Ursachen führen zu Alzheimer?

Zusammenhang mit dem Alter

Das Risiko von Morbus Alzheimer und anderen Demenzen steigt beträchtlich mit dem Alter. Etwa 2-3% der über 65-jährigen leiden an einer Demenz und das Risiko steigt bei den über 90-jährigen sogar bis auf 30% an. Da die Bevölkerung zunehmend überaltert und länger lebt, geht man gegenwärtig davon aus, dass im Jahr 2030 in Deutschland mit 2,3 Millionen Betroffenen gerechnet werden muss.

Die meisten der Alzheimer-Fälle weisen einen sogenannten “späten Beginn“, also einen Krankheitsbeginn nach dem 65. Lebensjahr, auf und treten sporadisch auf (ohne offensichtliche familiäre Häufung). Der Morbus Alzheimer mit „frühem Beginn“, tritt schon vor dem 65. Lebensjahr auf, ist seltener und tritt oft familiär gehäuft auf. (Das gilt für etwa 5 bis 10% der Alzheimer-Fälle.)

Genetischer Zusammenhang

Die Alzheimer-Erkrankung scheint durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht zu werden; obwohl viele dieser Faktoren noch nicht gut verstanden werden, weisen manche eine genetische Komponente auf. Bisher wurden drei Gene mit der seltenen Form des frühen familiären Alzheimers in Verbindung gebracht.

Bestimmte Mutationen (Veränderungen) in jedem dieser Gene (bekannt als PSEN1, PSEN2 und APP) verursachen bei den Trägern dieser Mutation die Alzheimer-Erkrankung. In diesem Fall besteht eine sehr hohe, manche Studien weisen auf ein 50%ige Wahrscheinlichkeit hin, diese Veränderung an jedes ihrer/seiner Kinder weiterzugeben. Bisher wurden die Mutationen in diesen drei Genen nur bei einer sehr kleinen Zahl von Familien gefunden. Auch muß die normale Rolle und Funktion dieser Gene noch genauer untersucht werden.

Daneben existieren weitere Gene, die zwar den Morbus Alzheimer nicht verursachen, aber das Erkrankungsrisiko deutlich erhöhen. Dies erklärt, warum auch bei Personen mit betroffenen Familienmitgliedern ein erhöhtes Risiko für die späte Form der Erkrankung besteht.
Für das ApoE-Gen wurde dieser Zusammenhang am besten nachgewiesen. Dieses Gen steuert die Produktion des Apolipoproteins E, einem Eiweiß, das einen Teil der Lipoproteine des Körpers (wie HDL-Cholesterin) bildet und in den Lipidtransport (Fetttransport) aus den Körperzellen heraus und daher in die Reinigung des Körpers von mit der Nahrung aufgenommenen Fetten eingebunden ist. Das ApoE existiert normalerweise in drei Formen: E2, E3 und E4. Jeder Mensch besitzt zwei Kopien dieses ApoE-Gens in einer bestimmten Kombination aus den genannten drei Genvarianten. ApoE E4 wird mit einem erhöhen Risiko für Morbus Alzheimer in Verbindung gebracht insbesondere wenn beide Allele E4/E4 bei einer Person vorhanden sind.

Ethnische Abstammung

Das Alzheimer-Risiko hängt auch von der ethnischen Abstammung ab: das Risiko ist beispielsweise bei Amerikanern afrikanischer Abstammung vier Mal höher und bei Spaniern zwei Mal höher als bei Kaukasiern.

Die meisten Personen mit Down-Syndrom, das durch eine Trisomie des Chromosoms 21 verursacht wird, zeigen bis zum Alter von 40 oder 50 einige typische der mit der Alzheimer-Erkrankung verbundenen Veränderungen. Die pathologischen Veränderungen, die im Gehirn der erwachsenen Down-Syndrom-Patienten gefunden werden, sind denen bei Alzheimer sehr ähnlich. Zusätzlich löst die krankhafte dritte Kopie des Chromosoms 21 die vermehrte Produktion des Proteins, das in den senilen Plaques gefunden wird, aus. Verwandte von Personen mit Down-Syndrom haben kein erhöhtes Alzheimer-Risiko, wenn sie nicht selbst eine zusätzliche Kopie des Chromosoms 21 besitzen.

Symptome & Anzeichen

Alzheimer ist keine Krankheit, die von heute auf morgen entsteht, vielmehr ist es ein schleichender Prozess, der sich im Körper ausbreitet. Grundsätzlich werden drei Arten unterschieden: die leichte, die mittelschwere und die schwere Form der Demenz. Im Anfangsstadium leidet vor allem das Kurzzeitgedächtnis – betroffene Personen finden sich in neuen und ungewohnten Situationen schwer zurecht.

Schließlich kann es auch zu Sprachschwierigkeiten kommen – die Patienten haben häufig Mühe, die richtigen Worte zu finden. Im weiteren Verlauf schließlich benötigen die Patienten meist eine Pflege rund um die Uhr. Sie können ihre Blasen- und Darmtätigkeit nicht mehr selbstständig kontrollieren und auch der Gang wird immer unsicherer.

Gängige Symptome im Überblick:

  • Häufige Wiederholungen von Fragen oder Aussagen, ohne dabei wahrzunehmen, dass die Äußerungen bereits (mehrfach) vorgenommen wurden)
  • Vergessen von Verabredungen, Terminen, Veranstaltungen usw. ohne sie danach zu erinnern
  • Verlegen von Gegenständen (oftmals an seltsam wirkenden Orten. Z.B. Müll in den Kühlschrank und die Zeitung in die Badewanne usw.)
  • Verlaufen auf bekannten Plätzen
  • Namen von Menschen (Familie und Freunde) sowie Gegenständen des täglichen Lebens sind nicht mehr präsent
  • Wortfindungsstörungen
  • Eingeschränkte Denkfähigkeit (Betroffene sind oftmals außer Stande, ihre Gedanken zu ordnen oder zu strukturieren. Besonders der Umgang mit zahlen fällt ihnen schwer)
  • Verminderte Befähigung Entscheidungen zu treffen (Alzheimer-Patienten sind häufig nicht mehr in der lage dazu, selbstständige Entscheidungen zu treffen, die den logischen Anforderungen des gesunden Menschenverstandes genügen)
  • Ausführung gewöhnlicher Tätigkeiten (Egal wie oft Betroffene etwas im laufe ihres Lebens getan haben und wie gut sie es konnten, die vorliegende Erkrankung hindert sie oft daran, es erneut zu tun. So vergessen Betroffene, wie man sich die Zähne putzt, die Haare kämmt, sich anzieht usw.)
  • Depressionen und / oder Aggressivität (verbal und physisch)
  • Apathie
  • Rückzug aus der Gesellschaft
  • Massive Stimmungsschwankungen
  • Kein Vertrauen in andere Menschen mehr / Paranoia
  • Ungewöhnliche Schlafrhythmen
  • Zielloses Umherlaufen ohne Veranlassung
  • Verlust der Scham (Betroffene urinieren beispielsweise vor anderen in die Hose oder auf den Boden)
  • Wahnvorstellungen (besonders häufig denken Betroffene, dass ihnen etwas gestohlen wurde)

Diagnose & Krankheitsverlauf

Ein Arzt kann die Diagnose Alzheimer meist schon anhand der Beschreibung der Beschwerden leicht feststellen. Der sogenannte neuropsychologische Test und auch die Aussagen von Familienangehörigen schließlich geben meist endgültigen Aufschluss darüber, ob es sich tatsächlich um Alzheimer handelt. Die Magnetresonanztomographie, kurz MRT, wird eingesetzt, um andere Erkrankungen auszuschließen.

Labortests

Bisher gibt es keine Labortests, die einen Morbus Alzheimer zu Lebzeiten zweifelsfrei diagnostizieren können. Momentan besteht das einzige sichere diagnostische Verfahren um eine definitive Diagnose zu stellen, in einer mikroskopischen Untersuchung einer Probe aus dem Gehirn des Patienten nach dessen Tod. Hierbei suchen die Pathologen nach sogenannten „senilen Plaques“ und neurofibrillären Strängen, die charakteristisch für den Morbus Alzheimer sind. Da aber die Bildung von Plaques und Strängen auch beim normalen Alterungsprozeß gesehen werden kann, muß die Probe mit einer Kontrollprobe (normales, „nicht-Alzheimer“ Gewebe) einer Person im Alter des Patienten verglichen werden.

Mit einer Reihe von Tests und Untersuchungen können die Ärzte heutzutage mit ausreichender Sicherheit durch den Ausschluß anderer Demenzursachen Morbus Alzheimer diagnostizieren. Kommt ein Patient mit Symptomen einer Demenz, wird der behandelnde Arzt seine/ihre persönliche und familiäre Krankenvorgeschichte (vorzugsweise über mehrere Generationen) erheben, eine körperliche Untersuchung durchführen, das Alter des Krankheitsbeginns feststellen und mit dem Patienten neuropsychologische Untersuchungen durchführen, die seine Erinnerung, Sprachfähigkeiten und weitere kognitive Fähigkeiten messen. Der behandelnde Arzt kann eine Reihe herkömmlicher Labortests heranziehen, um Mangelerscheinungen und andere Erkrankungen oder Umstände auszuschließen, die die Erinnerung des Patienten beeinträchtigen könnten.

Außerdem werden Überdosierungen von Medikamenten ausgeschlossenund bildgebende Verfahren wie die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt, um nach Traumen, Tumoren und Insulten (Schlaganfällen) zu suchen, die ebenfalls eine Demenz hervorrufen könnten. Mit diesen Verfahren kann auch eine Hirnatrophie (einer Schrumpfung der Hirnmasse, die beim fortgeschrittenen Morbus Alzheimer gefunden wird) nachgewiesen werden. Bei Verdacht auf Morbus Alzheimer, werden unter Umständen auch weniger häufiger angewandte Laboruntersuchungen (siehe Tabelle) durchgeführt, um zwischen Morbus Alzheimer und anderen Formen der Demenz zu unterscheiden und genetische Risikofaktoren bestimmen zu können.

Häufigkeit & Diagnosedaten

Durch das steigende Durchschnittsalter, werden auch alterstypische Erkrankungen immer häufiger. Dazu gehört neben einigen anderen Erkrankungen, auch Alzheimer. Somit steigt in logischer Konsequenz auch die Zahl von Alzheimer Betroffenen immer stärker an.

Interessanterweise entsteht dieses Leiden oftmals zwischen dem 60. und dem 85. Lebensjahr. Wer diese Zeitspanne ohne eine Erkrankung an Alzheimer übersteht, für den sinkt die Wahrscheinlichkeit, sie noch zu entwickeln, stark ab. Die Gründe hierfür sind noch ungeklärt. Nichtsdestoweniger gilt diese These aufgrund statistischer Werte so gut wie bewiesen. Lediglich das wissenschaftliche Fundament hierfür muss noch gelegt werden.

Weltweit gibt es aktuell etwa 30 Millionen Alzheimer-Patienten, davon alleine etwa anderthalb Millionen in Deutschland. Darüber hinaus steigt die zahl stetig an.

Häufige Diagnoseverfahren und Auswertungen

Vitamin B12 BlutTest

:
Untersuchungszweck: Ausschluß des Morbus Alzheimer
Begleiterkrankung: Vitamin B12-Mangel

T4 BlutTest: BlutTest:
Untersuchungszweck: Ausschluß des Morbus Alzheimer
Begleiterkrankung: Schilddrüsenfunktion

TSH BlutTest:
Untersuchungszweck: Ausschluß des Morbus Alzheimer
Begleiterkrankung: Schilddrüsenfunktion

Blutbild BlutTest:
Untersuchungszweck: Ausschluß des Morbus Alzheimer
Begleiterkrankung: Anämie, Infektion

Elektrolyte BlutTest:
Untersuchungszweck: Ausschluß des Morbus Alzheimer
Begleiterkrankung: Na+, K+,Cl-, CO2 und pH

BSG BlutTest:
Untersuchungszweck: Ausschluß des Morbus Alzheimer
Begleiterkrankung: Entzündungen

HIVAntikörper BlutTest:
Untersuchungszweck: Ausschluß des Morbus Alzheimer
Begleiterkrankung: AIDS

TPPA, RPR BlutTest:
Untersuchungszweck: Ausschluß des Morbus Alzheimer
Begleiterkrankung: Syphilis

Drogenscreening Urin Test:
Untersuchungszweck: Ausschluß des Morbus Alzheimer
Begleiterkrankung: Konsum illegaler Drogen

Komplikationen bei der Krankheit

Die etwaigen Komplikationen einer Alzheimerkrankheit resultieren direkt aus den Symptomen. D.h. dass Betroffene durchaus eine Gefahr für sich und andere darstellen können.

Besonderes Gefahrenpotential bilden sie im Straßenverkehr. Sowohl als Autofahrer als auch als Fußgänger. Das liegt daran, dass sie weder Geschwindigkeiten noch Abstände korrekt einschätzen können. Zudem ist ihnen das Verständnis für den Verkehr abhanden gekommen und sie begreifen nicht, wie sie sich zu verhalten haben, um sich und andere nicht zu beschädigen.

Darüber hinaus sind Alzheimer-Patienten sehr oft für Hausbrände verantwortlich. Dies liegt daran, dass sie in aller Regel vergessen, den Ofen auszuschalten. Dadurch steigert sich die Brandgefahr immens. Auf dieselbe Weise können auch massive Wasserschäden (Laufenlassen der Badewanne) oder Frostschäden (Dauerlüftung im Winter ohne Heizung) entstehen.

Des Weiteren richten sie bisweilen auch Sachschäden durch Unvorsichtigkeit oder Beschmutzung an. Besonders wenn Betroffene ihre Notdurft nicht mehr kontrollieren können, beschmutzen sie häufig Sitzpolster oder ähnliches. Diese müssen dann kostenpflichtig erneuert oder gereinigt werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Es ist von absoluter Notwendigkeit, dass Betroffene selbst beim kleinsten Verdacht auf Alzheimer einen Arzt aufsuchen. Ebenso gilt, dass das Umfeld eines Betroffenen denselben direkt auf seine sich anbahnende Erkrankung aufmerksam machen sollten. Gerade in der Frühphase kann die vorliegende Krankheit zwar nicht kuriert, aber dennoch verlangsamt werden.

Darüber hinaus wissen Betroffene in späteren Stadien der Krankheit oft nicht mehr, dass sie betroffen sind und gehen also auch nicht zum Arzt. In seltenen Fällen bietet es sich für Angehörige auch an, einen Arzt direkt ins Haus zu rufen. Dies ist besonders dann nötig, wenn potentiell Erkrankte sich anderweitig sträuben, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.


Behandlung & Therapie

Eine Chance auf vollständige Heilung gibt es derzeit gegen Alzheimer noch nicht. Jedoch kann man mit bestimmten Medikamenten dazu beitragen, die Symptome zu lindern. Zur Unterstützung werden häufig auch eine Beschäftigungs- oder auch eine Sprachtherapie sowie Krankengymnastik verordnet, welche dem Patienten im alltäglichen Leben helfen sollen.

Momentan kann man der Alzheimer-Erkrankung weder vorbeugen, noch sie heilen. Die Patienten können mit Morbus Alzheimer 1 bis 25 Jahre leben, die durchschnittliche Lebenserwartung nach Auftreten der ersten Demenz-Symptome beträgt aber 8 bis 10 Jahre. Die Behandlung besteht aus dem Versuch, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen, die Symptome zu lindern, das Verhalten zu lenken und dem Patienten, der Familie und den Betreuern Anleitung und Hilfe anzubieten. In der Frühphase der Erkrankung sind Alzheimer-Patienten in der Lage mit etwas Hilfestellung, wie Erinnerungsstützen und einer strukturierten Umgebung, ein nahezu normales Leben zu führen. Zu dieser Zeit kann der Patient Pläne machen und an Entscheidungen über seine weitere Zukunft mitwirken.

Die frühe Diagnose der Alzheimer-Erkrankung ermöglicht es manchen Patienten, kleine Verbesserungen aus der Behandlung mit Cholinesterasehemmern zu ziehen- einem Medikament, das die intellektuellen Fähigkeiten durch die Erhaltung des Acetylcholins (einem Neurotransmitter im Gehirn, der den Nerven und verschiedenen Gehirnteilen erlaubt, miteinander zu kommunizieren) bewahrt. Beispiele für therapeutisch eingesetzte Cholinesterasehemstoffe sind Tetrahydroaminoacridin (z.B. Tacrin), Donepezil (z.B. Aricept) und Rivastigmin (z.B. Exelon). Wo immer möglich wird die Medikation des Patienten dahingehend umgestellt, daß Wirkstoffe (wie zentralnervöse Depressiva, Antihistaminika, Schlafmitttel und Analgetika), die die Verwirrung steigern könnten, ab- oder umgesetzt werden.

Während des gesamten Krankheitsverlaufes der Alzheimer-Erkrankung können auch Antidepressiva und andere Medikamente in kleinen Dosen eingesetzt werden, die zusammen mit Anpassungen der Umwelt (bei der die heimische Umgebung sicherer und familiärer gestaltet werden sollte) helfen, die Persönlichkeit zu erhalten und Verhaltenszüge, wie Depression, Erregung, Paranoia (Wahngeschehen) und Gewalttätigkeit, zu mäßigen und so dem Patienten Wohlbehagen zu vermitteln.

Obwohl die Forschung zur vorbeugenden und therapeutischen Wirkung bestimmter Substanzen vielversprechend ist, kann derzeit noch kein bestimmter Wirkstoff empfohlen werden. Jede dieser Testsubstanzen trägt ihre eigenen Risiken und Nebenwirkungen. Es sind weitere Studien notwendig, um ihren tatsächlichen Nutzen und ihre Langzeitsicherheit zu untersuchen.

Vorbeugung – Impfung & Prävention

Es ist nicht wirklich möglich, gegen eine Erkrankung mit Alzheimer vorzubeugen. Nichtsdestoweniger gibt es einige prophylaktische Vorkehrungen, die man treffen kann, um zumindest das Risiko eines Ausbrechens merklich zu senken. Hierzu gehören u.a.:

  • Gesunde Ernährung
  • Körperliche Ertüchtigung
  • Geistige Ertüchtigung (Lesen, Denkaufgaben, Kreuzworträtsel usw.)
  • Regelmäßige Arztbesuche
  • Allgemein aktiver Lebensstil
  • Ausreichende soziale Interaktion

Prognose zur Heilung

Eine heilung ist nach derzeitigem wissenschaftlichen Stand (noch) ausgeschlossen. Dennoch wird mit sehr viel Nachdruck an dieser Krankheit geforscht und man kommt einer Heilung derselben jedes Jahr ein StüCK näher.

Alternative Medizin & Hausmittel

Welche Hausmittel können helfen?

es gibt zwar eine ganze Reihe von Hausmitteln, diese können die Krankheit aber ebenso wenig heilen, wie es die Schulmedizin kann. Sie sind lediglich dazu in der Lage, den Verlauf der Krankheit zu entschleunigen und ggf. einige Symptome abzuschwächen.

Nichtsdestoweniger sind einige Präparate und Mittel durchaus erfolgversprechend und werden sogar von der Schulmedizin angewandt und empfohlen.


Alternative Behandlungsmethoden

Welche alternativen Heilmittel sind zu empfehlen?

Die alternativen Heilmittel richten sich zumeist nach der empfohlenen Lebensführung aus. Das heißt nichts anderen, als dass Bewegung des Körpers und des Geistes in einem sozialen Umfeld im Vordergrunde stehen.

Hierzu bedient man sich oftmals typischer Rentnersportarten, wie Gymnastik, Wasseraerobic, Nordic Walking uvm. – Der Grund für die Auswahl dieser Sportarten ergibt sich aus zwei Faktoren:
1. Die Personen betätigen sich körperlich
2. Die Sportarten werden in Gruppen ausgeübt
Letzteres beugt der Vereinsamung vor, die ebenfalls ein möglicher Grund für eine Erkrankung mit Alzheimer sein kann.

Zwecks Stärkung des Geistes werden bisweilen Singabende veranstaltet, aber auch Brettspiele und Kreuzworträtsel, sowie simple Gespräche können hier hilfreich sein.


Behandlungen

Eine direkte Behandlung ist wegen oben genannter Gründe nicht möglich. Nichtsdestoweniger kann man der Erkrankung verlangsamend entgegenwirken:

  • Akupunktur / Ist bekannt dafür, dass es Alzheimer in frühen Stadien verlangsamen kann
  • Medizinisches Cannabis / Dieses wird meist in flüssiger Form gereicht und stärkt den Geist der Patienten
  • Beschäftigungstherapien
  • Psychotherapeutische Begleitung

Darüber hinaus werden beinahe täglich neue Methoden getestet, wie man eine Alzheimer Erkrankung behandeln kann. Sowohl von schulmedizinischer Seite wie auch seitens der natürlichen Heilpraktiken.


Heilkräuter & Heilpflanzen

 

  • Ginkgo
  • Indischer Wassernabel
  • Rosenwurz
  • Gelbwurz
  • Jiaogulan
  • Blaubeeren

Die erwähnten Produkte haben sich nicht nur in Fernost bewährt, sondern finden auch hierzulande immer mehr begeisterte Anwender. Meist kann man entsprechende Präparate bereits vorgefertigt erwerben. Darauf finden sich ebenso die Angaben zur Dosierung und etwaige Allergiewarnungen. Man kann die oben genannten Bestandteile allerdings auch in roher oder getrockneter Form kaufen und nach Eigenbedarf weiterverarbeiten. Dazu werden sie meist zerstoßen und als Pulver eingenommen oder als Aufguss genossen. Bei diesem Verfahren ist aber besonders auf die Dosierung zu achten, da man sich leicht verschätzen kann.


Ätherische Öle

Folgende ätherische Öle können angewendet werden:

 

  • Lavendel
  • Rosmarin
  • Zitronenmelisse
  • Ylang Ylang
  • Bergamotte
  • Pfefferminze

Die erwöhnten ätherischen Öle können dabei helfen, eine Demenz herauszuzögern. Sie bewerkstelligen dies, indem sie die Durchblutung fördern und Botenstoffe freisetzen.

Am besten benutzt man sie im Rahmen einer aromatherapeutischen Anwendung, sprich in einer Duftlampe. Dabei sind Kombinationen der verschiedenen Düfte sowohl möglich als auch erwünscht und empfohlen.

Darüber eignen sich gerade auch Lavendel und Pfefferminze zur Äußeren Anwendung. Dazu sind diese sanft in die Schläfen oder in die Stirn zu massieren. Das wirkt beruhigend und entspannend, fördert aber gleichzeitig die Durchblutung und regt den Organismus an.

Achtung: Bergamotte nicht direkt anwenden! Dieses Öl ist hochgradig phototoxisch und kann in Verbindung mit Sonnenlicht zu Verbrennungen auf der Haut führen.


Homöopathie

Dosierung und Anwendung sind aus der Packungsbeilage zu entnehmen oder beim zuständigen Heilpraktiker anzufragen


Schüssler-Salze

Dosierung und Anwendung sind aus der Packungsbeilage zu entnehmen oder beim zuständigen Heilpraktiker anzufragen


Diät & Ernährung

Eine gesunde Ernährung kann im Falle einer Demenz sehr nützlich sein. Es gilt hierbei zu beachten, sich möglichst natürlich zu ernähren. Das umschließt den Verzicht auf Fertigprodukte, Speisen mit künstlichen Zusätzen, raffinierten Zucker, ungesättigte Fettsäuren, weißes Mehl usw.

Auch ein partiell vegetarischer Lebensstil kann hilfreich sein. Einmal pro Woche ein Fleischgericht zu konsumieren ist jedoch nicht schädlich, sondern eher förderlich.

Für genaue Informationen, sollte man sich einen Diätologen oder Ernährungswissenschaftler wenden. Diese beraten gerne und können auch etwaige allergische Reaktionen ausschließen.


Alternative Behandlungen

In der Vergangenheit wurden gegen Alzheimer sog. „Magnet-Therapien“ angewandt. Diese findet man heutzutage jedoch nicht mehr. Sie wurden früh als Kurpfuscherei entlarvt.

Heutzutage benutzt man die oben genannten ganzheitlichen Methoden, die auf die Stärkung des Körpers und des Geistes durch Ertüchtigung und Einbindung in soziale Strukturen setzen.


FAQ – Fragen & Antworten

Welche anderen Ursachen für Verwirrung, Gedächtnisverschlechterung und kognitiven Verfall gibt es?

Gelegentliche Vergeßlichkeit ist normal und sollte keinen Grund zur Sorge bieten, solange sie sich nicht häuft oder die Bewältigung des Alltags stört.
Außer dem Morbus Alzheimer gibt es viele andere Ursachen für einen geistlichen Verfall, wie Ernährungsmängel (wie Vitamin B 12-Mangel, metabolische Störungen (einschließlich Diabetes), Elektrolytverschiebungen, Bluthochdruck, Nieren-, Leber– und Schilddrüsenerkrankungen), strukturelle Störungen (wie Hirntumoren, Kopfverletzungen, Normdruckhydrozephalus und vaskuläre Demenz bei jahrelang schlecht eingestelltem Bluthochdruck), degenerative Erkrankungen (wie den altersabhängigen geistigen Verfall, die diffuse Lewy-Körperchen-Erkrankung, Morbus Chorea-Huntington, Morbus Parkinson und Morbus Pick), Infektionserkrankungen (wie HIV/AIDS, Creutzfeldt-Jakob, Meningitis, Enzephalitis und Syphilis) und viele andere Ursachen (wie Angstzustände, Depression, Schwermetallvergiftungen mit zum Beispiel Blei, Medikamentenwechselwirkungen und Nebenwirkungen, Überdosierungen und Krampfanfälle).

Gibt es eine Möglichkeit, sich an Forschungsbemühungen bezüglich des Morbus Alzheimer zu beteiligen?
Ja. Sowohl Betroffene als auch Gesunde können an klinischen Studien teilnehmen. Zusätzlich kann man einen Teil des Hirngewebes eines verstorbenen Familienmitgliedes nach dessen Tod für die Forschung spenden. Forscher benötigen für die Fortsetzung ihrer Studien über die Ursachen des Morbus Parkinson und potentielle Heilmittel sowohl Gehirnproben von gesunden älteren Menschen als auch von Parkinson-Patienten. Eine interessante Informationsquelle für Alzheimer mit einer Liste weiterer Forschungszentren kann im Internet gefunden werden: https://www.alzforum.org/public/generaldir/centers.html.

Gibt es eine Verbindung zwischen BSE und Morbus Alzheimer?
Zur Zeit gibt es keinen Beweis für eine Verbindung zwischen BSE und Morbus Alzheimer, auch wenn die Symptome ähnlich erscheinen.

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