Erste Hilfe bei Fieberkrampf

Fieberkrampf erste hilfe

Tritt ein Fieberkrampf auf, ist der Notarzt so schnell wie möglich anzufordern. Die Gefahr, dass der Krampf nicht von selbst aufhört ist zwar sehr gering, trotzdem sollte zur Sicherheit ein Rettungsteam den Zustand eines betroffenen kontrollieren. Auch Folgeschäden, die durch den Anfall verursacht werden, wie anstoßen, fallen und weitere, können so gleich mitbehandelt werden.

Zur Beruhigung von Eltern und Angehörigen ist es ebenfalls wirksam, wenn ausgebildetes Fachpersonal vor Ort ist und die richtigen Schritte einleitet. Bei einem Fieberkrampfanfall besteht die Gefahr, dass er sich wiederholt, der Arzt kann die Situation einschätzen und gegebenenfalls den Patient zur Beobachtung in ein Krankenhaus bringen. Notwendige Medikamente können ebenfalls vor Ort gegeben werden, um den Anfall unter Kontrolle zu bringen.

Was ist ein Fieberkrampf?

Ein Fieberkrampf ist ein zerebraler Krampfanfall (Epilepsie) und somit in der Gruppe der Gelegenheits- oder Okkasionskrämpfe (symptomatische Epilepsie) einzuordnen. Er stellt einen typischen Gelegenheitskrampfanfall dar und ist die häufigste Form eines zerebralen Anfallsgeschehen. In Verbindung mit Fieber führen vorausgehende Infektionen wie zum Beispiel ein Atemwegsinfekt, eine Mittelohrentzündung oder ein Harnwegsinfekt zu diesem Anfall. Ab und zu kann auch nach einer Impfung als Impfreaktion hohes Fieber auftreten und zu einem Fieberkrampf führen. Auch die genetische Veranlagung kann oft ein Grund für diesen Krampfanfall sein. Häufig wird erst durch einen Fieberkrampf festgestellt, dass ein Infekt schon vorhanden ist.Am häufigsten davon betroffen sind Kinder im Alter von 2 bis 4 Jahren, weniger Babys mit gerade erst 6 Monaten und Kinder bis zum 5. Lebensjahr. Das risikoreichste Alter liegt zwischen dem 14. und 18. Lebensmonat. Vor dem 7. Monat und nach dem 5. Lebensjahr kommt es sehr selten zu einem Fieberkrampf. Es wurde bisher noch nicht herausgefunden, warum nur manche Babys und Kinder davon betroffen sind.

Wie äußert sich ein Fieberkrampf?

Bei Einsetzen des Anfalls steigt die Körpertemperatur des Kindes in kürzester Zeit auf über 38,5°C. Gleich zu Beginn kommt es zu einem Bewusstseinsverlust und der ganze Körper versteift sich durch ein zusammenziehen der Muskeln. Etwa 10 bis 30 Sekunden später fangen die Muskeln an rhythmisch zu zucken. Dadurch wird der gesamte Körper unkontrolliert bewegt.

In manchen Fällen bleibt der Körper des Betroffenen während des Anfalls komplett schlaff, weil die Muskulatur ihre Spannung verloren hat. Auch kann es vorkommen dass die vorherige Phase (Zusammenziehen der Muskeln und Steifheit des Körpers) nicht stattfindet und die regelmäßigen Muskelzuckungen sofort einsetzen.

Ein Fieberkrampf Anfall unterscheidet sich von anderen Krampfanfällen durch Bewusstseinsverlust, einer Dauer von ca. 2 bis 15 Minuten und hört bei ca. 90 % der Betroffenen spontan auf. Die Nachschlafphase setzt ein und das Kind wirkt schlaff. Nach Erwecken wirkt es motorisch unruhig und desorientiert.

Es wird unterschieden zwischen einem einfachen und einem komplizierten Fieberkrampf. Ein einfacher Anfall wiederholt sich nicht innerhalb 24 Stunden und er dauert nicht länger als 15 Minuten. Der komplizierte Anfall bricht binnen 24 Stunden nochmal aus, dauert über 15 Minuten und das Kind verliert nicht gleich von Anfang an sein Bewusstsein. Für Eltern und Angehörige wirkt ein Fieberkrampf fast immer lebensbedrohlich. Allerdings treten in der Regel keine Folgeschäden auf.

Erkannt wird ein Fieberkrampf vorher meist nicht, da die Symptome anderen Krampfanfällen ähnlich sind. Auch seltene Symptome wie ein starrer Blick, Blickabweichung nach einer Seite und Schmatzen wird oft nicht als solches gewertet.

Was tun bei einem Fieberkrampf? Wann ist professionelle Hilfe notwendig?

Bei Auftreten dieses Anfalls wird umgehend der Notruf 112 abgesetzt.

Um Verletzungen durch unkontrollierte Bewegungen zu vermeiden, sollte dafür gesorgt werden alles umliegende aus dem Weg zu räumen.

Die Atemwege müssen freigehalten werden durch Seiten- oder Bauchlage und die Atmung kontrolliert werden. Es kommt vor, dass Kinder bei einem Fieberkrampf ihre Atemzüge verringern, so dass es wie ein Atemstillstand aussehen kann. Zudem kann eine Blauverfärbung der Haut auftreten. Daher ist es wichtig möglichst ruhig zu bleiben und das Kind genau zu beobachten.

Meist trifft der Notarzt ein, wenn der Krampfanfall schon vorüber ist. Krampf das betroffene Kind noch immer, wird ein krampflösendes Medikament verabreicht.

Die Vitalfunktionen werden kontrolliert und gegebenenfalls werden krampfunterdrückende oder sonstige erforderliche Medikamente gegeben.

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