Körpertemperatur

Unter Körpertemperatur verstehen wir die Temperatur des menschlichen Körpers und natürlich auch des tierischen Körpers. Wo die normale Körpertemperatur beim Menschen bei etwa 37°C liegt, kann sie bei verschiedenen Tieren stark schwanken. Eine Abweichung der Körpertemperatur kann beim Menschen oft ein Anzeichen für eine Vielzahl von Erkrankungen sein. Meist sind es Infektionen und entzündliche Prozesse, auf die dein Körper unter anderem auch durch eine Schwankung der Körpertemperatur reagiert – Du bekommst Fieber.

 

Körpertemperatur – Was ist das?

Wir schon erwähnt, bezeichnet die Körpertemperatur die Temperatur des Körpers von Mensch und Tier. Die Körpertemperatur ist nicht zu verwechseln mit der Oberflächentemperatur. Diese Beschreibt die Temperatur, welche direkt auf der Haut gemessen wird und liegt zwischen 28 und 33°C. Bei den Normalwerten der Körpertemperatur kann es bei verschiedenen Lebewesen zu weitläufigen Unterschieden kommen. Der Mensch gehört mit seiner durchschnittlichen Körpertemperatur von 37°C zu den Säugetieren, welche die niedrigste Körpertemperatur aufweisen.

Eine der höchsten durchschnittlichen Körpertemperaturen kann bei Vögeln gemessen werden und liegt bei etwa 40 °C. Die niedrigsten Körpertemperaturen gibt es bei Fischen. Diese sind wechselwarm, weshalb hier keine durchschnittlichen Werte gemessen werden können. Denn die Fische passen ihre Körpertemperatur weitestgehend an ihre Umgebung an. Bei manchen Lebewesen kann die Körpertemperatur also extremen Schwankungen unterliegen.

Wodurch wird die Körpertemperatur beeinflusst?

Auch bei der menschlichen Körpertemperatur kann es kleine Schwankungen geben. Diese sollten aber nie stärker sein als 0,5°C wärmer oder kälter. Alle Schwankungen der Körpertemperatur, egal ob nach oben oder nach unten, welche stärker sind als 3^C, können Lebensbedrohlich sein.

Zudem ist ist Körpertemperatur beim Menschen auch von der Stelle abhängig, an der gemessen wird. Auch die Tageszeit kann eine Rolle spielen, denn die menschliche Körpertemperatur ist in der Regel morgens etwas niedriger als abends.

Auch Schwankungen der Umgebungstemperatur können Einfluss auf die Körpertemperatur haben. Wenn es draußen sehr warm ist, dann steigt natürlich auch deine Körpertemperatur. Genauso wie deine Körpertemperatur auch durch Sport und andere körperliche anstrengende Aktivitäten ansteigt.

  • Abhängig von der Stelle, an der gemessen wird
  • Abhängig von der Tageszeit
  • Abhängig von der Umgebungstemperatur
  • Körperliche Belastung beeinflusst die Körpertemperatur

Normale Schwankungen der Körpertemperatur

Leichte Schwankungen der Körpertemperatur sind völlig normal in Laufen jeden Tag in deinem Körper ab. Normalerweise weist deine Körpertemperatur ein morgendliches Minimum(etwa 36,5°C) und ein abendliches Maximum(37,8°C) auf. Die Körpertemperatur ist also Nachts niedriger, als es am Tage der Fall ist. Während des Schlaf, etwa gegen 2 Uhr Nachts, stellt sich die Mindesttemperatur ein, die im menschlichen Körper gemessen werden kann. Diese steigt aber wieder leicht an, noch bevor Du aufwachst.

Außerdem können Schwankungen der Körpertemperatur auch durch körperliche Belastung enstehen. Bei einer sehr intensiven Belastung kann eine Steigerung der Körpertemperatur um bis zu 2°C erfolgen, was auch als normale Reaktion deines Organismus angesehen wird.

Bei Frauen können Schwankungen der Körpertemperatur außerdem noch durch den monatlichen Zyklus begründet sein. Diese Schwankungen sind mit etwa 0,5°C allerdings relativ schwach.

Funktion und Aufgabe der Körpertemperatur

Die Körpertemperatur ist essenziell dafür, dass lebenswichtige Stoffwechselprozesse in deinem Körper reibungslos ablaufen können. Dabei kann eine zu niedrige Körpertemperatur häufig genauso gefährlich sein, wie eine erhöhte Körpertemperatur. Daher ist dein Körper dringend darauf bedacht, die Körpertemperatur immer auch einem gleichbleibenden Niveau zu halten. Dass hat zur Folge, dass die Körperkerntemperatur nu sehr geringen Schwankungen unterliegt und der Körper seine Aufgaben und Funktionen zuverlässig erfüllen kann. Die Schwankungen der Oberflächentemperatur haben keine so starken Auswirkungen auf deinen Organismus, weshalb diese auch schon mal stärker ausfallen können.

Die Aufgabe der Körpertemperatur ist es, sich an die äußeren Bedingungen anzupassen. Denn dein Körper funktioniert bei einer Betriebstemperatur von etwa 37°C einfach am besten und ist bestrebt, diesen Zustand möglichst lange zu erhalten.

Regulation der Körpertemperatur

Das Temperatur regulierende Organ stellt der sogenannte Hypothallamus dar. Dieser ist dafür zuständig, den Ist-Wert mit dem eigentlichen Soll-Wert der Körpertemperatur zu vergleichen und bei Abweichungen gewisse Prozesse einleiten, um die Körpertemperatur wieder anzupassen.

Wenn deine Umgebungstemperatur nun besonders hoch ist, gibt der Hypothallamus das Signal, so viel Blut wie möglich in die Peripherie zu schicken. Dadurch wird die Temperatur deiner inneren Organe, durch das fehlende Blut, gesenkt. Außerdem kann dass Blut in der Peripherie die Wärme nach außen abgeben. Dass funktioniert natürlich nur so lange, wie die äußeren Temperaturen kühler sind als deine Oberflächentemperatur. Zudem wird der Prozess der Wärmeabgabe durch hohe Luftfeuchtigkeit behindert. Daher ist die Kombination aus hitze und hoher Luftfeuchtigkeit besonders belastend für den menschlichen Organismus.

Bei sehr kalter Außentemperatur, gibt der Hypothallamus unter anderen den Befehl zur Bewegung. Dadurch fangen deine Muskeln unkontrolliert an zu Zittern, um durch die Muskelaktivität Wärme zu erzeugen – Das sogenannte Kältezittern. Zudem verengen sich deine Gefäße und das Blut beginnt schneller zu fließen. Zudem wird Blut aus der Peripherie abgezogen und zu den inneren Organen geleitet, damit nicht so viel Wärme über die Haut verloren geht. Auch die Atmung wird flacher und langsamer. All diese Reaktionen deines Körpers tragen dazu bei, dass die Wärme nur so langsam wie möglich aus deinem Körper austritt. Sobald die Körpertemperatur unter 35°C sinkt, wird es gefährlich und ab 30°C besteht akute Lebensgefahr.

Krankheiten und Beschwerden

Eine gleichbleibende Körpertemperatur ist extrem wichtig für die Funktionsfähigkeit deines Körpers. Denn sowohl bei einer zu hohen, als auch bei einer zu niedrigen Körpertemperatur, werden Stoffe zerstört, dich für deinen Organismus lebenswichtig sind.

Der wohl häufigste und bekannteste Grund, für einen pathologischen Anstieg der Körpertemperatur ist wohl das Fieber. Wir Sprechen von Fieber, sobald deine Körpertemperatur einen Wert von 38°C überschreitet. Bei Fieber handelt es sich um eine Abwehrreaktion deines Körpers. Dadurch sollen körperfremde Stoffe und Mikroorganismen bekämpft werden.

Die häufigsten Auslöser für Fieber sind sowohl bei Menschen, als auch bei Tieren gleich. Denn in den meisten Fällen ist das Fieber durch Entzündungen, Tumore und Traumata zu begründen. Es gibt jedoch noch viele weitere, spezielle Erkrankungen, deren Begleiterscheinungen unter anderem auch Fieber sein können. Die Ausprägung des Fiebers ist in insgesamt vier Stufen gestaffelt. Dabei sprechen wir von leichtem Fieber(38-38,5°C), Fieber(38,6-39°C), hohem Fieber(39,1-39,9°C) und sehr hohem Fieber(40-42°C)

Wenn deine Körpertemperatur einen Wert von 40°C über einen längeren Zeitraum überschreitet, sprechen wir von einer sogenannten Denaturierung. Bei diesem Prozess werden, durch die hohe Körpertemperatur, körpereigene Eiweiße in ihrer Struktur verändert und sie in ihrer Funktion einschränkt. Dementsprechend kann eine erhöhte Körpertemperatur zu Organ- und Gewebeschäden führen.

Sobald die Körpertemperatur über 42°C hinaus geht, wird es lebensbedrohlich. Denn in diesem Fall droht der Kreislaufzusammenbruch, desse Folge häufig der Tod ist. Daher sollte dies schnellstmöglich stationär behandelt werden.

Eine häufige Krankheit, durch die es zu einer niedrigeren Körpertemperatur kommen kann, ist die Schilddrüsenunterfunktion. Hierbei ist die Schilddrüse nicht mehr in der Lage, ausreichend Hormone zu produzieren. Unbehandelt kommt es dadurch zu einer allgemeinen Trägheit, depressiven Neigungen, einem niedrigen Blutdruck und auch einer niedrigeren Körpertemperatur. Außerdem können Unterkühlung auch durch andere Erkrankungen oder starke Kälteeinwirkungen entstehen, wie zum Beispiel dem langen Aufenthalt in zu kaltem Wasser.

Wenn die Körpertemperatur unter dem Normbereich fällt, wird die der Sauerstoffverbrauch des Körpers gedrosselt. Dadurch werden verschiedene, lebenswichtige Prozesse eingeschränkt. Sobald die Körpertemperatur unter einen Wert von 27°C sinkt, spricht man von einer lebensbedrohlichen Unterkühlung. Denn hier werden der Puls und die Atmung deutlich verlangsamt, was zum Herz-Kreislauf – oder Atemstillstand führen kann. Sobald die Körpertemperatur unter 20°C sinkt, führt dies in den meisten Fällen zum Tod.

Fragen und Antworten zur Körpertemperatur

Wie misst Du richtig Fieber?

Heutzutage werden fast ausschließlich elektronische Messgeräte verwendet, welche den jeweiligen Wert Speichern und die abgeschlossene Meldung durch ein bestimmtes Geräusch signalisieren. Die präziseste Messung mit Messgeräten dieser Art erfolgt im After. Jedoch lässt sich auch unter der Zunge oder im Ohr die jeweilige Körperkerntemperatur messen, wenn auch weniger genau. Jedoch gibt es hier einige Parameter, welche den Wert verfälschen könnten, wie zum Beispiel der Genuss eines kalten Getränkes oder Ohrenschmalz.

Was ist Schüttelfrost?

Fieber wird in der Regel in zwei Phasen unterteilt. In der ersten Phase, wo das Fieber ansteigt, versucht der Körper, den Temperaturanstieg auszugleichen, wodurch sie die Muskulatur zusammen zieht. Dadurch entsteht ein Muskelzittern, was dazu dienen soll, den Körper schneller auf die gewünschte Temperatur zu bringen. Schüttelfrost ist also eine andere Art des Muskelzittern, als das Kältezittern.

Warum leiden Kinder deutlich öfter an Fieber?

Kinder haben deutlich öfter mit Fieber zu kämpfen, als es bei erwachsenen Menschen der Fall ist. Dass liegt daran, dass das Immunsystem noch nicht komplett aufgebaut ist und der Körper gegen der meisten Erreger erst Antikörper entwickeln muss. Ältere Menschen leiden hingegen seltener an Fieber, was nicht nur daran liegt, dass gegen die meisten Erreger bereits Antikörper gebildet wurden. Denn dies ist in erster Linie dadurch zu begründen, dass die Funktion des Immunsystems bereits nachlässt und der ältere Körper dadurch einfach nicht mehr mit Fieber reagiert.

Unser Fazit zur Körpertemperatur

Die Körpertemperatur ist also sowohl bei Menschen, als auch bei Tieren extrem wichtig für die Funktionsfähigkeit des gesamten Organismus. Bei vielen Erkrankungen reagiert der Körper durch einen Anstieg oder einen Abstieg der Körperkerntemperatur. Die Folgen davon können gefährlich und in einigen Fällen sogar tödlich sein. Daher ist eine stärkere Abweichung der Körpertemperatur in jedem Fall ernst zu nehmen und sollte durch einen Arzt abgeklärt und gegebenenfalls behandelt werden

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