Epilepsie (Morbus Sacer)


Epilepsie

Erste Hilfe bei epileptischen AnfällenBei der Epilepsie handelt es sich um eine der am häufigsten auftretenden neurologischen Erkrankungen weltweit. Zwar kann man sie inzwischen mithilfe moderner Medikamente sehr gut kontrollieren, aber eine vollständige Heilung ist immer noch nahezu unmöglich.

Dennoch arbeiten Wissenschaft und Forschung mit Nachdruck daran, diese Situation zu verbessern.

Des Weiteren sollte man als Epileptiker immer vorsorgen und beispielsweise stets ein Armband oder ähnliches tragen, das einen als Epilepsiekranken ausweist. Hierdurch lassen sich im Zweifel fehleinschätzungen seitens des Notarztes verhindern, sollte dieser notwendig sein.


Steckbrief: Epilepsie

  • Name(n): Epilepsie; Morbus Sacer
  • Art der Krankheit: Krampanfall
  • Verbreitung: weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Antike
  • Behandelbar: Teilweise
  • Art des Auslösers: Diverse
  • Wieviele Erkrankte: Ca. 40 Millionen weltweit
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Notarzt; Neurologe
  • ICD-10 Code(s): ICD-10-GM-2017 – G00-G99 – G40-G47 – G40


Was ist Epilepsie?

Epilepsie gilt als eine der am häufigsten auftretenden chronischen Erkrankungen des menschlichen Nervensystems. Im Grunde genommen handelt es sich um einen Sammelbegriff, der sich auf Erkrankungen des Gehirns bezieht, die epileptische Anfälle mit sich bringen. Da ein einzelner epileptischer Anfall noch nicht bedeutet, dass eine Epilepsie vorliegt, ist eine dementsprechende Abgrenzung vorzunehmen.

Eine Epilepsie ist erst dann gegeben, wenn wenigstens zwei epileptische Anfälle auftreten – und zwar ohne Vorhandensein eines bestimmten Auslösers. Davon abgesehen können auch umfassende Gehirnuntersuchungen eine Neigung zu weiteren epileptischen Anfällen ergeben. Epilepsie ist hierzulande ebenfalls unter der Bezeichnung Fallsucht bekannt. Im Gehirn auftretende vorübergehende Funktionsstörungen bedingen die epileptischen Anfälle, die für Außenstehende oftmals sehr dramatisch aussehen.

Normalerweise klingt ein derartiger Anfall aber spätestens nach einigen Minuten ab. Mediziner beziffern die Zahl der Menschen, die eine überdurchschnittlich hohe Krampfbereitschaft vorweisen, auf etwa zehn Prozent. Es ist davon auszugehen, dass vier bis fünf Prozent aller Menschen mindestens einmal in ihrem Leben einen epileptischen Anfall erleiden, der besonderen Umständen geschuldet ist. Derartige Anfälle werden Gelegenheitskrämpfe genannt und sind von fortschreitenden Krampfleiden (aktive Epilepsie) zu differenzieren.

In Deutschland sind etwa 0,5-1,0 Prozent der Bevölkerung betroffen. Das Maß, in dem Epilepsien neu auftreten, hängt nicht zuletzt vom Lebensalter ab. Jedes Jahr tritt bei sechs von 10.000 Kindern eine Epilepsie als neue Erkrankung auf. Während die Inzidenz im Erwachsenenalter zunächst abnimmt, steigt sie ab etwa 50 Jahren auf bis zu 14 von 10.000 in einem Jahr. Bis zum Alter von etwa sechs Jahren handelt es sich überwiegend um generalisierte Epilepsien, bei erwachsenen Patienten herrschen die herdförmigen Epilepsien vor.

Jede Epilepsie wirkt sich weitreichend auf das Alltagsleben der betroffenen Personen aus. Unabhängig davon, wie alt der Patient ist, muss die Behandlung einer Epilepsie auch dieser Tatsache gerecht werden. Epilepsie ist eine Erkrankung, die zudem bei einigen Tierarten auftreten kann; Beispiele hierfür sind Hunde und Katzen.


Welche Ursachen führen zu einer Epilepsie?

Die Gründe, die eine Epilepsie hat, können oftmals nur unzureichend aufgedeckt werden. Gene spielen insofern eine Rolle, als Eltern eine verstärkte Krampfanfälligkeit vererben. Aber selbst für den Fall, dass diese Veranlagung vorhanden ist, bedarf es zusätzlich äußerer Faktoren. Eine rein genetische Epilepsie ist äußerst selten. Diese Erkrankung wird durch fehlerhafte Gene hervorgerufen. Die epileptischen Anfälle resultieren dann aus einem oder auch mehreren genetischen Defekten. Obgleich dies noch nicht wissenschaftlich bestätigt ist, dürften zudem Umweltfaktoren an der Entstehung einer genetischen Epilepsie beteiligt sein. Interessanterweise sind bei den betroffenen Patienten keine weiteren Anzeichen für eine neurologische Erkrankung festzustellen.

Außerdem sind Untersuchungsmethoden wie eine Kernspintomografie oder eine Computertomografie vorwiegend unauffällig. Eine symptomatische (strukturelle oder metabolische) Epilepsie lässt sich auf die Struktur des Gehirns oder auf eine durch den Stoffwechsel bedingte Schädigung des Zentralen Nervensystems zurückführen. Als mögliche Ursachen kommen somit Fehlbildungen des Gehirns, Gehirntumore und Durchblutungsstörungen im Gehirn, aber auch Stoffwechselerkrankungen, Vergiftungen sowie Alkohol-/Drogenmissbrauch infrage. Davon abgesehen können genetische Auslöser für eine strukturell-metabolische Epilepsie verantwortlich sein. Im Gegensatz zu einer genetischen Epilepsie rühren die Anfälle nicht von einem genetischen Defekt her, sondern die Anfälle können eine mit den Krampfanfällen einhergehende Erkrankung forcieren. Als eine ungeklärte oder idiopathische Epilepsie gilt eine Epilepsie, deren Ursachen sich nicht klären lassen.

Infrage kommen beispielsweise genetische Faktoren, die bislang unbekannt sind. Grundsätzlich liegt bei einer idiopathischen Epilepsie weder eine krankhafte Veränderung des Gehirns noch eine andersgeartete organische Ursache zugrunde. De facto kommen idiopathische Epilepsien relativ häufig vor. In knapp 40 Prozent aller Fälle von Epilepsie sind keine konkreten Ursachen auszumachen. Während bei Kindern das Verhältnis von symptomatischen zu idiopathischen Epilepsien etwa 50 zu 50 Prozent beträgt, herrscht im Erwachsenenalter die symptomatische Variante zu zwei Dritteln vor. Üblicherweise werden für jede diagnostizierte Epilepsie Anfallsform, Ursache, Untersuchungsergebnisse sowie Alter des Patienten zum Zeitpunkt des Krankheitsausbruchs festgehalten. Dies lässt häufig Prognosen zum Verlauf der Epilepsie zu.

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie diesen Artikel
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (57 Stimmen, Durchschnitt: 4,57 von 5)
Loading...

 Rechtliche Hinweise