Fieberkrampf

Steckbrief: Fieberkrampf

  • Name(n): Fieberkrampf; Infektkrampf; Initialkrampf
  • Art der Krankheit: Krampfanfall bei Kindern
  • Verbreitung: weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: keine Angabe
  • Behandelbar: ja
  • Art des Auslösers: fieberhafter Infekt
  • Wieviele Erkrankte: etwa 4 Prozent aller Kinder
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Notarzt; Kinderarzt
  • ICD-10 Code(s): R56.0

Bei besonders hohem Fieber – Der Fieberkrampf

Im Laufe des Lebens wird jeder Mensch einmal krank. Je nach Art und Ausprägung der Krankheit ist das Leiden des Patienten unterschiedliche stark ausgeprägt. Erwachsene können in vielen Fällen deutlich besser mit einfacheren aber auch schwereren Erkrankungen umgehen. Mangels Erfahrungen aus der Vergangenheit leiden Kinder und vor allem Babys unter Krankheiten aller Art meistens besonders stark. Eine der häufigsten Krankheiten die vor allem Babys und Kleinkinder betreffen stellt das Fieber dar. In besonders schwerwiegenden Fällen kann sich hier gar ein Fieberkrampf einstellen. Was ein solcher Fieberkrampf ist, wie er sich auswirkt und inwieweit er sich behandeln lässt, erfahren Sie in nachfolgendem Artikeln.

Definition Fieberkrampf

Unter einem Fieberkrampf, einem Infektkrampf oder einem Initialkrampf verstehen Mediziner eine Art des Krampfanfalls. Dieser tritt in den meisten Fällen bei Kindern im frühen Kindesalter auf. Wenn das Fieber in Regionen oberhalb von 38°C geht, dann treten Fieberkrämpfe oftmals im Rahmen eines fieberhaften Infekts auf. Entzündliche Beteiligungen von Gehirn oder Rückenmark liegen dabei nicht vor. Der Fieberkrampf tritt in vielen Fällen einfach und harmlos auf, schon nach 15 Minuten klingen die Symptome ab. In anderen Fällen kann ein solcher Anfall auch vergleichsweise komplex sein und einer stärkeren Kontrolle durch den Kinderarzt bedürfen.


Was ist ein Fieberkrampf?

Wie man schon am Namen erkennen kann, handelt es sich beim Fieberkrampf um eine Krampfart die einher mit hohem Fieber geht. Der Fieberkrampf betrifft dabei vor allem Kinder in ihren ersten Lebensmonaten, in der Regel treten solche Krämpfe in einem Alter zwischen fünf Monaten und 5 Jahren auf. Rund vier Prozent aller kleinen Kinder sind mindestens einmal in ihrem noch jungen Leben von einem solchen Fieberkrampf betroffen. In späterem Alter, auch bei Erwachsenen, sind Fieberkrämpfe nicht ausgeschlossen, treten jedoch nur in sehr seltenen Fällen auf.

Der Fieberkrampf macht sich in der Regel im Rahmen eines Infekts bemerkbar, steigt das Fieber auf mehr als 38° Celsius dann steigt auch die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Krampfanfall. In den meisten Fällen ist die Ursache des Fiebers unabhängig davon, ob ein Fieberkrampf auftritt oder nicht, die Ursache kann dabei absolut harmlos sein. Auch der Krampf an sich ist nicht zwangsläufig schwerwiegend. In den meisten Fällen sogar ist ein solcher eher harmlos und einfach, schon nach wenigen Minuten sind die Symptome vorbei. Nur selten hält der Fieberkrampf länger als 15 Minuten an, in diesen Fällen ist eine Kontrolle durch den Arzt jedoch anzuraten.

Hinsichtlich der Symptomatik zeigt sich ein Fieberkrampf ähnlich einem epileptischen Anfall. Tritt ein solcher Krampf auf, dann versteift sich der Körper des Kindes. Dies zeigt sich in einer Verkrampfung der Arme und Beine, das Kind verdreht häufig die Augen dabei und verliert im Laufe des Krampfes das Bewusstsein.

Bis heute sind die Ursachen des Fieberkrampfes noch nicht eindeutig geklärt, aktuell scheint es jedoch, dass eine Veranlagung zu solchen Krämpfen angeboren sein kann. Tritt das Fieber schnell und plötzlich ein, dann geht dieses oftmals auch einher mit einem Fieberkrampf. Der Fieberkrampf kann dabei in nahezu jeder Phase der Fiebererkrankung auftreten.

Welche Ursachen gibt es?

Die Medizin ist heute sehr weit, die Ursachen von Fieberkrämpfen sind jedoch noch nicht gänzlich geklärt. In den meisten Fällen ist ein solcher Krampf auf einen Infekt zurückzuführen. In Folge eines Infekts steigt die Körpertemperatur häufig auf 38 Grad Celsius. Gerade wenn das Fieber dabei sehr schnell und stark ansteigt, ist ein Fieberkrampf meist die Folge. Wenn Kinder an einem der folgenden Infekte erkranken, dann kann in der Folge ein Fieberkrampf eine weiterführende Krankheit sein.

  • alle Arten von Infekten der oberen Atemwege
  • Mittelohrentzündungen
  • Lungenentzündungen
  • Infekte des Magen-Darm-Trakts
  • Dreitagefieber
  • Infektionen mit Masern-Viren

Bei diesen oder auch anderen Infektionen, ebenso wie bei ernsthaften Erkrankungen wie zum Beispiel einer Hirnhautentzündung, entwickelt der Körper des Kindes eine Abwehrreaktion auf die Bedrohung. Hierbei schüttet er bestimmte Botenstoffe aus, welche zu Fieber führen. Diese Botenstoffe sorgen dabei jedoch auch für eine zeitlich kurze Veränderung des Stoffwechsels im Gehirn. Aufgrund dieser Veränderungen im Stoffwechsel kann es zu einem Fieberkrampf kommen.

Auch wenn eine der genannten Infektionen auftritt und das Kind unter Fieber über 38 Grad Celsius leidet, ist ein Fieberkrampf nicht zwangsläufig die Folge. Die Medizin geht heute davon aus, dass solche Krämpfe häufig auch auf erblich bedingte Ursachen zurückzuführen sind. Gerade wenn es in der Familie bereits Fälle von Fieberkrämpfen gegeben hat, ist es durchaus wahrscheinlich dass weitere Fälle auftreten.

Ein Fieberkrampf ist keine einmalige Krankheit wie zum Beispiel die Masern mit anschließender Immunität der betroffenen Person für den Rest des Lebens. Ist ein solcher Fieberkrampf aufgetreten, kann es durchaus sein, dass im Laufe weiterer Fiebererkrankungen weitere Krämpfe auftreten. Zwangsläufig bei jedem Fieber ist ein Fieberkrank anschließend jedoch nicht, nur rund jedes dritte Kind erleidet nach einer solchen Erkrankung einen weiteren Fieberkrampf. Jedoch gibt es bestimmte Faktoren die dafür sprechen, dass ein Kleinkind einem erhöhten Risiko für weitere Krampfanfälle ausgesetzt ist.

Faktoren die für weitere Fieberkrämpfe sprechen

  • Familienmitglieder die bereits unter einem Fieberkrampf litten.
  • Kinder die unter häufigen Fieber leiden.
  • Kinder die beim ersten Fieberkrampf jünger als 15 Monate waren.
  • Betroffene die mehrere Krampfanfälle während des ersten Fieberschubs hatten.
  • Babys die einen Fieberkrampf bei Fieber mit weniger als 38,5 Grad Celsius hatten.
  • Kinder die Fieber für weniger als 12 Stunden haben.
  • Kinder mit bestimmten Auffälligkeiten im EEG schon vor dem ersten Krampf.

Viele Kinder werden in einer Kombinationsimpfung gegen die Kinderkrankheiten Mumps, Masern und Röteln geimpft. Diese Impfung kann eine weitere Ursache für einen Fieberkrampf darstellen. Darauf verzichten sollten Eltern jedoch nicht, die Krankheiten selber lösen viel öfter einen solchen Krampf aus als die Impfung selbst.


Symptome & Anzeichen

Schmerzhaft ist ein Fieberkrampf für die meisten Kinder nicht, in der Regel ist das Kind nicht bei Bewusstsein und bekommt von diesen Krämpfen nichts mit. Generell lässt sich der Fieberkrampf jedoch in zwei Kategorien einteilen:

  • Einfacher und meist unkomplizierter Fieberkrampf
  • Komplexer und meist komplizierter Fieberkrampf

Der einfache Fieberkrampf tritt ohne Hinweise auf eine schwerwiegende Krankheit bzw. eine Entzündung von Rückenmark oder Gehirn auf. Der Krampf betrifft dabei in der Regel den ganzen Körper, tritt während eines Krankheitstages nur einmal auf und ist innerhalb von 15 Minuten wieder vorbei. Diese Art des einfachen Fieberkrampfes hinterlässt keinerlei Schäden, sowohl Geist als auch Körper sind danach wieder vollständig genesen. Vom einfachen Fieberkrampf sind Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und vier Jahren betroffen, die Wahrscheinlichkeit dass sich ein solcher Krampf wiederholt liegt bei etwa 30 Prozent.

Handelt es sich hingegen um einen komplizierten Fall des Fieberkrampfes, kann dies bei rund vier Prozent der Kinder bereits ein erster Anzeichen für eine spätere Epilepsie-Erkrankung sein. Der Krampf dauert in der Regel länger als 15 Minuten und kann sich innerhalb eines Tages wiederholen. Geistige oder körperliche Schäden bleiben hier in der Regel nicht zurück. Solche Arten treten meist vor dem sechsten Monat auf, aber auch nach dem fünften Lebensjahr. Betrifft der Fieberkrampf nur einzelne Bereiche des Körpers kann dies auf eine andere Krankheit hinweisen, in diesem Fall sollte dies besonders durch einen Arzt abgeklärt werden.


Diagnose & Krankheitsverlauf

In der Regel verläuft ein Fieberkrampf bei Kindern immer gleich, im Detail jedoch können sie sich natürlich in Ausmaß der Symptome voneinander unterscheiden. Wie ein Fieberkrampf aussieht und woran sie diesen erkennen, soll die folgende Übersicht darstellen.

  1. Zunächst tritt aufgrund eines Infekts oder einer anderen Ursache Fieber von mehr als 38°C ein.
  2. Das Kind verliert das Bewusstsein und ist nicht mehr ansprechbar.
  3. Anschließend verdrehen betroffene Kinder die Augen.
  4. Die Haut im Gesicht und am Körper wird ganz blass.
  5. Der Körper des Kindes versteift sich, davon können alle Stellen und Gliedmaßen betroffen sein.
  6. In der Folge beginnt ein starkes, krampfartiges Zucken.
  7. Statt krampfartigem Zucken kann es stattdessen auch zur völligen Erschlaffung der Muskulatur kommen.
  8. Die Atmung des Kinder verlangsamt sich.
  9. Eine Blau-Verfärbung des Körpers ist möglich.
  10. Das Kind kann die Blase und den Darm nicht mehr eigenständig kontrollieren.
  11. Nach dem Fieberkrampf wirkt das Kind oftmals apathisch, schläft sehr lange und die Erinnerung an den Krampf fehlt.
  12. Tagelanger Muskelkater nach dem Fieberkrampf ist normal.

Tritt ein Fieberkrampf das erste Mal auf oder kommt es zu länger anhaltenden Krämpfen, dann ist es ratsam den Arzt zu rufen. Wenn der Arzt eintritt sollte der Fieberkrampf zwar schon vorbei sein, die Diagnose ist dennoch notwendig um andere Krankheiten ausschließen zu können. In der sogenannten Anamnese kann der Mediziner anhand der Krankengeschichte des Kindes erkennen und diagnostizieren dass es sich bei den aufgetretenen Symptomen um einen Fieberkrampf gehandelt hat. In Kombination mit den Schilderungen der Eltern ergibt sich ein genaueres Bild zur Krankheit.

Der Arzt versucht darüber hinaus die Ursachen für das aufgetreten Fieber zu finden und damit auch die Gründe für den krampfartigen Anfall. Typische Untersuchungen in einem solchen Fall sind die Bestimmung der aktuellen Körpertemperatur und eine Blutentnahme zur Untersuchung des Blutes. Damit schwerwiegende Krankheiten wie zum Beispiel die Hirnhautentzündung ausgeschlossen werden können, sind unter Umständen weitere Untersuchungen notwendig.

Besteht seitens des Arztes der Verdacht auf einen komplizierten Fieberkrampf, dann ist zur Diagnose ein Elektroenzephalogramm (EEG) zu empfehlen. In diesem kann die Gehirnaktivität des Kindes untersucht werden. Ist diese nach dem Anfall wieder normal sind keine weiteren Kontrollen notwendig, bestehen Auffälligkeiten auch nach dem Fieberkrampf, sollten die möglichen Ursachen dafür genauer untersucht werden. Für diese genauere Bestimmung zieht der Arzt verschiedene Laborwerte aus dem Blut zu Rate, wobei eine solche Untersuchung bei einem Fieberkrampf im ersten Lebensjahr in jedem Fall stattfinden sollte um mögliche Erkrankungen und Folgen ausschließen zu können.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Generell ist die Häufigkeit von Fiebererkrankungen sehr hoch, viele Menschen erkranken mindestens einmal im Jahr an einer mit Fieber einhergehenden Krankheit. Vor allem Kinder sind von Fieber oder etwas weniger dramatisch erhöhter Temperatur betroffen. Ist das Fieber bei Kindern besonders hoch, dann kann der Fieberkrampf eine durchaus nicht seltene Begleiterscheinung sein. Rund vier Prozent aller Kinder leider einmal unter einem Fieberkrampf, wobei vor allem Kinder in einem Alter zwischen fünf Monaten und fünf Jahren davon betroffen sein können.

Besonders häufig tritt der Fieberkrampf in Zusammenhang mit schneller und hoch ansteigender Temperatur auf. Infekte wie Masern, Röteln oder andere Krankheiten spielen bei der Häufigkeit eine ernst zunehmende Rolle. Auch die Kombinationsimpfung gegen diese Kinderkrankheiten kann dabei der Auslöser sein, die Wahrscheinlichkeit für einen krampfartigen Anfall nach einer solchen Impfung ist demnach erhöht.

In den meisten Fällen handelt es sich beim Fieberkrampf um die einfache Form, bei der Hälfte der Betroffenen kommt es im Verlauf der ersten Lebensjahre zu einem oder mehreren weiteren Anfällen. Handelt es sich um einen komplizierten Fieberkrampf, stellt dies in vier von hundert Fällen einen Hinweise für spätere Epilepsie dar.

Symptome die auf einen Fieberkrampf hindeuten können auch im Erwachsenenalter auftreten, hier ist die Wahrscheinlichkeit jedoch äußerst gering. Zudem passiert ein solcher mit Fieber verbundener Krampf bei Erwachsenen nur dann, wenn dieser mit einer schwerwiegenden Grunderkrankung wie der Epilepsie einher geht.


Komplikationen bei der Krankheit

In der Regel geht ein Fieberkrampf mit keinen großen Komplikationen einher. Dies hängt jedoch davon ab, welche Ursache hinter einem solchen krankhaften Anfall liegt. Generell bedenklich ist ein Fieberkrampf wenn dieser mehr als 15 Minuten dauert.

Liegt ein grippaler Infekt vor und ist dieser die Ursache für den Fieberkrampf, dann kommt es in der Regel zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Kindes. Steht eine Infektion oder eine Erkrankung durch Viren hinter dem Krampf, dann können nachfolgend Beschwerden mit dem Kreislauf auftreten. Liegen schwerwiegende Erkrankungen wie eine Hirnhautentzündung oder die Masern vor, dann kann es mit den Begleiterscheinungen dieser Krankheiten zu anderweitigen Komplikationen vieler Art kommen.

Dauerhafte Schädigungen durch einen Fieberkrampf sind eher selten, unter Umständen könnte dennoch die Entwicklung des Kindes beeinflusst werden. Gerade Wenn Fieberkrämpfe nicht nur einmalig sondern mehrfach auftreten, können neurologische Beeinträchtigungen auftreten, welche auch als Erwachsener weiterhin fortbestehen. Dabei ist es vor allem die Epilepsie welche bei bis zu 3 Prozent der Kinder dann als Krankheit für das ganze Leben auftritt. Bei komplizierten Fieberkrämpfen kann es zudem zu anderen Schädigungen der Nervenzellen kommen. Dauert ein Fieberkrampf länger als 15 Minuten dann besteht ein erhöhtes Risiko für spätere Sprachstörungen des Kindes oder sogar Lähmungen.

Auch die Behandlung eines Fieberkrampfes kann gewisse Komplikationen hervorrufen. Besteht zum Beispiel eine Allergie gegenüber den Medikamenten, können größere Nebenwirkungen wie Hautausschläge, Verstopfungen, ein Abfall des Blutdrucks oder andere auftreten. Wenn der Arzt eine Grunderkrankung nicht in ausreichendem Maß erkennt, kann dies im Laufe der Behandlung ebenso zu bestimmten Komplikationen kommen. Stellt diese Krankheit zum Beispiel eine Meningitis dar, kann es in Folge eines Fieberkrampfes zu starken Hirnstörungen, Erkrankungen der Organe bis hin zum Organversagen kommen.

Mögliche Komplikationen bei einem Fieberkrampf

  • Verschlechterung des Gesundheitszustandes bei grippalem Infekt
  • Kreislaufbeschwerden bei Virusinfektion als Ursache
  • neurologische Beeinträchtigungen bei mehrfachen Krämpfen
  • Nervenschädigungen bei schwerwiegenden Fieberkrämpfen
  • bei länger anhaltenden Krämpfen sind Sprachstörungen oder Lähmungen möglich
  • Komplikationen durch schwerwiegende Grunderkrankungen
  • Allergische Reaktionen gegenüber eingesetzten Medikamenten
  • Komplikationen durch Nichterkennung der Grunderkrankung

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Im Prinzip ist diese Frage im Fall des Fieberkrampfes schnell und einfach beantwortet, ohne Ausnahme sollten Eltern den Arzt rufen oder das Kind zur Untersuchung nach einem Krampfanfall ins Krankenhaus bringen. Wenn Kinder schon öfter unter einem solchen Fieberkrampf gelitten haben und dieser nur kurz angehalten hat und ohne größere Komplikationen verlaufen ist, muss nicht zwangsläufig ein Mediziner aufgesucht werden. Die Ursache für einen erneuten Fieberkrampf könnte aber durchaus eine andere Ursache haben als bei vorangegangenen Erkrankungen, sodass auch hier eine ärztliche Kontrolle ratsam ist.

Ist schnelle Hilfe gefragt dann ist der Notarzt oder die Notaufnahme im Krankenhaus die richtige Adresse für betroffene Eltern und Kinder. Ansonsten stellt der klassische Kinderarzt den ersten Ansprechpartner bei einem Fieberkrampf dar, bei Verdacht auf weitere Hirnschädigungen kann ein Neurologe hinzugezogen werden.

Behandlungsmethoden & Therapie

Da ein Fieberkrampf in der Regel nur von sehr kurzer Dauer ist und schon nach wenigen Minuten wieder vorbei ist, ist eine Behandlung in der Regel nicht notwendig. Da der Krampf jedoch mit starkem Fieber einhergeht, besteht die Therapie bei einem einfachen Fieberkrampf darin das Fieber zu senken. Dies kann durch spezielle fiebersenkende Mittel ebenso erfolgen, wie durch klassische Hausmittel wie den Wadenwickel.

Dauert ein Fieberkrampf jedoch länger als 2 Minuten an, dann kann das Kind mit Hilfe von krampflösenden Mitteln beruhigt werden. Dieses Medikament verhindert zudem, dass ein erneuter fieberhafter Krampfanfall auftritt. Hält der schwerwiegende Fieberkrampf länger als 15 Minuten an, ist auf jeden Fall ein Notarzt zu rufen. Stehen Grunderkrankungen wie Masern, Mumps, Rötel oder gar eine Hirnhautentzündung als Ursache fest, dann zielt die Behandlung vor allem auf die Heilung der Grundkrankheit ab.

Generell empfiehlt es sich bei Kinder die schon mehrfach von einem Fieberkrampf betroffen waren, eine Anfallsprophylaxe (siehe Vorbeugung) durchzuführen. Eine solche vorbeugende Maßnahme kann dafür sorgen, dass weitere Krampfanfälle nicht auftreten.

  • bei einfachen, kurzen Fieberkrämpfen in der Regel keine Behandlung notwendig
  • fiebersenkende Maßnahmen einleiten
  • Verabreichung von krampflösenden Mittel bei Krämpfen über 2 Minuten
  • Anfallsprophylaxe bei häufigen Fieberkrämpfen
  • Behandlung der ursächlichen Grunderkrankung
  • bei schwerwiegenden Fieberkrämpfen den Notarzt rufen

Vorbeugung – Impfung & Prävention

Vorbeugende Maßnahmen sind immer dann zu treffen, wenn das Kind schon mehrfach unter einem Fieberkrampf gelitten hat oder wenn generell ein erhöhtes Risiko für einen solchen Krampf besteht. Dieses Risiko besteht dann wenn andere Familienmitglieder bereits Fieberkrämpfe hatten oder das Kind sehr häufig unter Fieber leidet.

Generell sind es Maßnahmen die das Fieber senken, welche zur Vorbeugung genutzt werden können. Zwar ist ein Senken des Fiebers gut geeignet allgemeine Beschwerden zu lindern und zu verringern, das erneute Auftreten eines Fieberkrampfes verhindern kann eine solche Maßnahme jedoch nur bedingt, da die genauen Ursachen für solche Krampfanfälle nicht immer eindeutig zu bestimmen sind. Bei hohem Fieber empfiehlt es sich dennoch fiebersenkende Medikamente zu verabreichen oder Hausmittel wie Wadenwickel einzusetzen.

Immer wieder auftretende oder komplizierte Fieberkrämpfe sollten generell durch einen Arzt abgeklärt werden. In solchen Fällen kann als vorbeugende Maßnahme aber zum Beispiel Diazepam verabreicht werden. Hier handelt es sich um ein krampflösendes Mittel, kurzfristig kann dieses zur Vorbeugung eines weiteren Anfalles genutzt werden. Eine dauerhafte Behandlung mit Medikamenten die einem Krampf vorbeugen sollen, empfehlen Mediziner hingegen nicht.


Prognose zur Heilung

Insgesamt kann die Prognose bei einem Fieberkrampf als sehr gut bewertet werden. Kinder die mindestens einmal unter einem solchen krampfartigen Anfall gelitten haben, besitzen laut verschiedener Studien keine erhöhte Sterblichkeit und auch treten Schädigungen des Nervensystems nicht häufiger auf als bei Kindern ohne Fieberkrampf. Das Risiko für einen erneuten Fieberkrampf im weiteren Verlauf der Kindheit liegt bei rund 30 Prozent. Dieses Risiko steigt dabei wenn das Kind den ersten Anfall sehr früh erlitten hat. Sind nach dem ersten Fieberkrampf bereits zwei Jahre ohne weitere Krämpfe vergangen, so besteht in der Regel nur noch ein sehr geringes Risiko für einen weiteren Anfall. Auch tritt der Fieberkrampf meist in den ersten beiden Tagen einer Fiebererkrankung auf, besteht diese länger ist das Auftreten eines Fieberkrampfes eher unwahrscheinlich.

Wenn es sich um unkomplizierte Krämpfe handelt, dann entwickeln lediglich ein bis zwei Prozent der Kinder im Verlauf ihres Lebens eine Epilepsie. Alle anderen Betroffenen werden in ihrer Entwicklung nicht nennenswert beeinträchtigt, Folgeschäden sind nicht zu erwarten. Beim komplizierten Fieberkrampf liegt die Zahl für eine spätere Epilepsieerkrankung bereits bei 15 Prozent, zumal bei mehrfachem Auftreten komplizierter Fieberkrämpfe neurologische Beeinträchtigungen die Folge sein können.


Was können Eltern tun? – Selbsttherapie

Gerade wenn ein Fieberkrampf das erste Mal auftritt, geraten Eltern schnell in Panik und wissen nicht was sie tun sollen. Da es in den meisten Fällen jedoch um eine harmlose Symptomatik handelt, ist es wichtig dass Angehörige die Ruhe bewahren und folgende Verhaltensempfehlungen beachten.

  • Während eines Fieberkrampfes sollte das Kind möglichst gut vor Verletzungen geschützt werden. Es sollte daher an einen Ort gelegt werden, welcher frei von spitzen Gegenständen ist, ein Ort wo das Kind nicht herunterstürzen kann.
  • Die Fieberkrämpfe sollten generell nicht unterdrückt werden, vielmehr empfiehlt es sich die Kleidung zu lockern und den Fieberkrampf geschehen zu lassen.
  • Damit sich das Kind nicht auf die Zunge beißt, sollte darauf geachtet werden den Mund frei zu halten. Kommt es zum Erbrechen, muss das Kind in eine seitliche Lage gebracht und der Kopf nach unten geneigt werden.
  • Ist der Fieberkrampf vorbei, ist die stabile Seitenlage zu empfehlen.
  • Dauert der Krampf länger als 5 Minuten, dann ist ein Anruf beim Notarzt unerlässlich.

Alternative Behandlungsmethoden

Wenn man es ganz genau nimmt, stellt Fieber keine Krankheit dar, sondern einen Abwehrmechanismus des Körpers. Mit Hilfe der erhöhten Temperaturen setzt sich der Körper gegen eine Krankheit zu Wehr. Das Immunsystem des Menschen arbeitet bei einem Fieber deutlich aktiver als im normalen Zustand, gerade bei Kindern ist ein hohes und etwas länger andauernder Fieber ein Zeichen für eine intakte Gesundheit. Generell sollen im Rahmen der alternativen Medizin die Selbstheilungskräfte des Körpers genutzt werden, die Einnahme von Medikamenten aller Art sollte nur im äußersten Notfall erfolgen. Mit Hilfe von alternativen bzw. homöopathischen Alternativen soll das Kind die Chance bekommen sich aus eigener Kraft gegen eine mögliche Krankheit zu wehren und damit ein gesundes und stabiles Immunsystem aufbauen.

Da der Fieberkrampf selbst in der Regel innerhalb weniger Minuten vorbei ist und keiner besonderen Behandlung bedarf (Ausnahme schwerwiegender Fieberkrampf), zielt eine alternative Behandlung immer auch auf die ursächliche Erkrankung und das damit verbundene Fieber ab. Mögliche Behandlungsalternativen werden nachfolgend aufgelistet.

  • AkupunkturMit Hilfe bestimmter Punkte am Körper lässt sich ein Krampfanfall behandeln. Das Drücken der Punkte Du Mai 26 und Lenkergefäß 26 in der Mitte des Philtrums für mehrere Sekunden mit dem Nagel des Daumens kann zu einer Unterbrechung des Anfalls führen. Diese Punkte liegen auf der Rille zwischen der Nase und der Oberlippe.
  • Chinesische MedizinAuch im Bereich der chinesischen Medizin (TCM) gibt es eine ganze Reihe an Methoden zur Senkung des Fiebers und damit zur Reduzierung der Risiken für einen Fieberkrampf. Zum Beispiel die Wurzel des chinesischen Hasenohrs als Teezubereitung kann hier helfen. Diese Pflanze wirkt mit ihrem bitteren Geschmack kühlend und anregend auf den Energiefluss des Leberkreislaufes.
  • MassagenEine Massage bestimmter Punkte kann eine Linderung bei Erkältungssymptomen und auch Fieber bringen. Die sogenannten Meridiane, energetische Leitbahnen laufen im Körper zusammen und werden bei der Massage oder auch der Akupunktur genutzt. Zur Fiebersenkung sind solche Punkte zum Beispiel auf den Dornfortsatz des 7. Halswirbels oder zwischen dem Daumen und dem Zeigefinger zu finden.
  • AyurvedaDie traditionelle indische Heilkunst Ayurveda hält eine ganze Reihe an Therapiemöglichkeiten bei Erkältungen und Fieber bereit. Bei diesen Therapien sollen die körpereigenen Abwehrkräfte angeregt werden, wobei hier die verschiedensten Heilpflanzen und Kräuter zum Einsatz kommen.

Welche Hausmittel können helfen?

Einen Fieberkrampf selbst kann man nicht behandeln, er ist aber meist auch schon nach nur 2-3 Minuten vorüber. Damit es aber erst gar nicht zu einem Fieber kommt welches die Voraussetzung für den krampfhaften Anfall ist, haben sich eine ganze Reihe an Hausmitteln bewährt. Diese können sowohl Erwachsenen, vor allem aber auch Kindern die unter Fieber leiden helfen.

  • ErnährungWas die Ernährung bei einem Fieber angeht, haben die meisten Personen die darunter leiden gar keinen Hunger. Auch Kinder die während dieser Zeit unter Appetitlosigkeit leiden, sollten nicht zum Essen gezwungen werden. Möchte das Kind dennoch etwas essen, dann sollte durch bestimmte Nahrung Eiweiß zugeführt werden, vor allem aber auch Produkte mit viel Vitamin C die der Körper benötigt um die zugrunde liegende Infektion ausreichend bekämpfen zu können. So stellen leichte Hühner- und Gemüsebrühen, gedünstetes Gemüse oder auch ein Salat eine gute Ernährung dar. Hinzu kommen bestimmte Zitrusfrüchte wie Orangen, Grapefruits oder auch Mandarinen.

    Neben dem Essen spielt bei Fiebererkrankungen vor allem die ausreichende Flüssigkeitsaufnahme eine große Rolle. Durch die hohen Temperaturen und dem vermehrten Schwitzen wird dem Körper sehr viel Flüssigkeit entzogen und er droht auszutrocknen. Am Tag sollten daher vor allem Mineralwasser und Tee getrunken werden, aber auch ein Orangensaft kann hier eine gute Wahl sein. Gerade Kinder müssen bei Fieber eine ganze Menge trinken, Eltern sollten hier besonders stark auf die ausreichende Flüssigkeitsaufnahme achten.

  • WadenwickelWadenwickel sind seit langem ein hilfreiches Verfahren zur Behandlung von Fieber. Das Hausmittel wird bei der Eindämmung des Fiebers genutzt, wobei jedoch ein paar Dinge beachtet werden müssen. Das Wasser sollte nur etwa fünf Grad kälter sein als die Körpertemperatur, zumal muss darauf geachtet werden, dass die Füße und der Körper warm sind. Locker um die Waden gewickelt verschaffen die Wickel dann eine Abkühlung und senken den Körpertemperatur. Nach maximal 4 Anwendungen oder 30 Minuten sollte dem Patienten jedoch Ruhe gegönnt werden. Statt Wadenwickel mit Baumwolltüchern kann ein nasser Strumpf einen ähnlichen Effekt erzielen.
  • EssigstrümpfeAuch der sogenannte Essigstrumpf stellt ein bewährtes Hausmittel dar. Ein Gemisch aus handwarmen Wasser und Apfelessig wird mit Hilfe eines damit voll gesogenen Strumpfes zur Erwärmung der Beine und Füße genutzt. Die ausgewrungenen Socken werden mit einem trockenen Socken darüber bei Kinder für maximal 20 Minuten getragen. Hat eine Anwendung noch keine ausreichende Wirkung erzielt, kann die Anwendung einmal wiederholt werden wenn Beine und Füße wieder erwärmt sind.
  • WaschungenDie Fiebersenkung bei kleinen Kindern kann mit Hilfe einer Waschung erfolgen. Dabei sollte die Wassertemperatur etwa 1°C bis 10°C unter der Körpertemperatur liegen, dies hängt vom Wohlfühlgrad des Kindes ab. Zuerst sollte die Waschung an Händen, Armen, am Hals, dem Bauch, den Seiten und dem Rücken erfolgen, anschließend werden die Füße und Beine, abschließend das Gesäß gewaschen. Die Haut sollte hierbei nicht wirklich nass, sondern nur angefeuchtet sein. Abschließend sollte das Kind warm zugedeckt werden, je nach Bedarf kann eine solche Waschung zwei bis viermal wiederholt werden.

    Alternativ zum normalen Wasser kann Pfefferminze bei Kindern ab einem Jahr hinzugefügt werden, bei reinem Pfefferminzöl sollte das Kind aber mindestens 6 Jahre als sein. Pfefferminze regt die Kälterezeptoren der Haut an und sorgt so für einen kühlenden Effekt.

  • Absteigendes VollbadHaben andere Hausmittel zu keinem Erfolg geführt, dann kann ein absteigendes Vollbad hilfreich sein. Zunächst wird das Wasser in der Wanne ungefähr ein Grad unter Körpertemperatur erhitzt. Das Kind wird dann ins Wasser gesetzt und nach und nach wird kaltes Wasser hin zugegeben bis etwa innerhalb von 10 bis 15 Minuten eine Wassertemperatur von 25°C erreicht ist. Während dieses Vorgangs sollter der Körper mit einem Lappen oder einer Massagebürste abgerieben werden, so wird das Kältegefühl gesenkt. Nach rund 15 Minuten muss das Kind ordentlich abgetrocknet werden und dann sollte es in ein vorgewärmtes Bett gebracht werden.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Zur Behandlung bei Fiebererkrankungen und damit vorbeugend zu einem Fieberkrampf stellen auch diverse Heilpflanzen eine alternative Behandlungsmöglichkeit dar. Generell gilt gerade bei Kindern der Grundsatz, dass vor der Anwendung Rücksprache mit dem Heilpraktiker gehalten werden sollte. Verschiedene Heilpflanzen können je nach Ursache für das Fieber auch eine gegenteilige Wirkung zeigen, zum Teil können diese in bestimmten Fällen sogar giftig sein.

Heilkräuter die sich gerade bei der Senkung von Fieber bewährt haben sind nachfolgend aufgelistet.

  • Apfel
  • Berberitze
  • Brunnenkresse
  • Gelber Enzian
  • Holunder
  • Linde
  • Pfefferminze
  • Thymian
  • Weide

Neben diesen Heilkräutern gibt es eine ganze Reihe an weiteren pflanzlichen Alternativen zur Fiebersenkung. Am besten werden diese Naturkräuter und -pflanzen in Form von Tee zugeführt. Frisch gekocht können sich hier die positiv wirkenden Inhaltsstoffe dieser Pflanzen am besten auswirken, zumal gleichzeitig dem Flüssigkeitsbedarf bei Fieber gerecht geworden wird.

Ätherische Öle

Verschiedene synthetisch oder aus natürlichen Quellen gewonnene ätherischen Öle können bei Fieber hilfreich sein. Da ätherische Öle jedoch sehr hautreizend sind und auch die Ursache für Allergien darstellen können, sollte gerade im Falle von Kindern eine Behandlung mit dieser vorher durch den Hausarzt oder dem Naturheilkundler abgeklärt werden.

Mögliche ätherische Öle zur Fiebersenkung

  • BergamotteBergamotte-Öl (Cirtus aurantium, Citrus bergamia) hat eine fiebersenkende und krampflösende Wirkung und kann daher gerade bei erhöhtem Risiko für einen Fieberkrampf genutzt werden. Bergamotte kann in Balsam, in Badezusätzen, in Cremes oder auch in der Duftlampe angewendet werden.
  • EukalyptusAuch Eukalyptusöl (Eucalyptus globulus, Eucalyptus citriodora) hat eine fiebersenkende Wirkungsweise. Eukalyptus kann auf vielfältige Art und Weise angewendet werden, die Inhalation oder als Badezusatz sind hier die beliebtesten Möglichkeiten.
  • KamilleDas ätherische Öl aus der Kamille (Anthemis nobilis) wirkt schmerzlindernd und krampflösend. Auch die Kamille lässt sich als Öl am besten in einem Glas lauwarmen Wasser oder Tee aufnehmen.
  • LavendelLavendelöl (Lavendula officinalis, Lavendula angustifolia) löst Krämpfe und kann Schmerzen lindern. Das Öl kann als Pflegeöl für Massagen genutzt oder in lauwarmen Wasser getrunken werden.
  • RosenDas Rosenöl (Rosa centifolia, Rosa damascena) hat ebenfalls eine beruhigende, entkrampfende und entzündungshemmende Wirkung. Rosenöl kann bei Waschungen zum Einsatz kommen oder ölige Lösungen mit maximal fünf bis 10 Prozent zum Einreiben genutzt werden.
  • ZitroneEine fiebersenkende Wirkung wird auch dem Zitronenöl (Citrus limonum) zugeschrieben. Zitronenöl wird in Cremes, als Balsam, zur Inhalation oder auch in Massageöl angeboten.

Homöopathie & Globuli

Zur Behandlung von Fieber bieten sich eine ganze Reihe an homöopathischen Mittel an. Welches pflanzliche Mittel jedoch tatsächlich zum Einsatz kommen kann und in welcher Dosierung, das sollte möglichst durch einen Experten bestimmt werden und kann von Fall zu Fall variieren.

Als eine der am häufigsten eingesetzten Pflanzen in der Homöopathie zur Linderung von Fieber kann der sogenannte Eisenhut (Aconitum napellus) genannt werden. Auch wenn diese Pflanze giftige Alkaloide enthält und daher gerade bei Kindern mit Bedacht verabreicht werden sollte, kann es gerade bei plötzlich auftretendem Fieber sehr hilfreich sein.

Darüber hinaus ist Belladonna, das aus der Tollkirsche (Atropa belladonna) gewonnene homöopathische Mittel bei Fieber hilfreich. Die Verabreichung kann sowohl in Tropfen als auch Globuli erfolgen. Als Pflanze selbst ist die Tollkirsche hingegen gerade bei Kindern sehr gefährlich, schon drei bis vier Beeren des Nachtschattengewächses können tödlich sein.

Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe an weiteren homöopathischen Mitteln die eine fiebersenkende Wirkung haben können. Passende Beispiel stellen hier Eupatorium perfoliatum (durchwachsender Wasserdost, Wasserhanf) oder das Gelsemium (Carolina-Jasmin, gelber Jasmin) dar.

Schüssler-Salze

Schüssler-Salze sind dank ihrer geringen Wahrscheinlichkeit für Nebenwirkungen und der sanften Wirkungsweise gerade auch für Kinder eine geeignete Wahl zur Behandlung verschiedener Krankheiten und Symptome. Dabei ist die Anwendung der Salze für Kinder sehr einfach, Kinder nehmen diese in Form von Lutschtabletten auf. Dank des leicht süßlichen Geschmacks durch den Milchzucker lutschen Kinder die Schüssler-Salze meist sehr gerne. Bei Babys wiederum erfolgt die Aufnahme durch die Zugabe der Salze in abgekochtem Wasser. Aufgelöst in heißem Wasser kann dies genauso gegeben werden wie Flaschenmilch oder Tee.

Schüssler-Salze die bei Fieber von Kindern eingesetzt werden können, sind in nachfolgender Übersicht aufgelistet.

Diät & Ernährung

Wenn es um den Fieberkrampf geht, kann auch das Thema Ernährung eine Rolle spielen. Den Fieberkrampf selbst kann man durch eine besondere Ernährung nicht beeinflussen, im Falle von Fieber jedoch lässt sich mit Hilfe bestimmter Nahrungsmittel jedoch durchaus ein positiver Einfluss bewirken, somit das Risiko für einen Fieberkrampf gesenkt werden.

Kinder aber auch Erwachsene die unter Fieber leiden, haben in vielen Fällen gar keinen Appetit und möchten nichts essen. Über einen gewissen Zeitraum ist dies bei einer ausreichenden Flüssigkeitsaufnahme kein Problem, statt für die Verdauung kann der Körper die Energie zur Heilung nutzen. Wenn doch Hunger aufkommt empfiehlt sich eine leichte Nahrung, hier sind Salate, Gemüse oder auch eine Gemüsebrühe die richtige Wahl.

Bei der Bekämpfung der Ursachen für das Fieber, meist in Form von Infektionen, kann auch vitaminreiche Nahrung helfen. So sind frische Zitrusfrüchte wie Orangen oder Mandarinen reich an Vitamin C und sind bei Fieber gut geeignet.


FAQ – Fragen & Antworten

Können Fieberkrämpfe durch medikamentöse Prophylaxe verhindert werden?

Theoretisch können bestimmte Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol Fieberkrämpfe verhindern oder diesen vorbeugen, sicher ist dies in diesem Fall jedoch nicht. Generell wird eine medikamentöse Prophylaxe nicht empfohlen. Die Nebenwirkungen von Arzneimitteln sind meist generell schlimmer einzuschätzen als ein einfacher Fieberkrampf selbst.

Welches Kind bekommt am ehesten einen Fieberkrampf?

Rund drei bis vier Prozent aller Kinder haben einmal einen Fieberkrampf, die Hälfte der betroffenen Kleinkinder erleiden anschließend einen oder weitere krampfartige Anfälle. In der Regel sind es Kinder zwischen dem neunten Lebensmonat und dem fünften Lebensjahr die einen Fieberkrampf erleiden können, am häufigsten zwischen dem 14 und 18 Monat. Vor und nach diesem Alter ist ein Fieberkrampf unwahrscheinlich aber nicht ausgeschlossen.

Wie lange dauert ein Fieberkrampf?

In der Regel handelt es sich bei einem Fieberkrampf um eine Anfall der in nur wenigen Minuten erledigt ist. Bei einem einfachen Fieberkrampf ist dieser nach spätestens 2-3 Minuten vorbei, dauert er länger an sollte ein Notarzt gerufen werden. Bei schwerwiegenden Fieberkrämpfen ist eine Dauer von mehr als 15 Minuten nicht ausgeschlossen.

Was passiert bei einem unbemerkten Fieberkrampf in der Nacht?

Die Wahrscheinlichkeit für einen Fieberanfall in der Nacht ist gering, meist treten solche Anfälle nachmittags oder abends auf. Zudem kommt ein Fieberkrampf meist nicht ganz plötzlich, das zugrunde liegende Fieber besteht meist schon eine ganze Weile. Aus diesem Grund sind Eltern meist generell sehr achtsam, wenn das Kind dann noch mit im Schlafzimmer schläft, besteht kein großes Risiko. Die meisten Fieberkrämpfe sind harmlos und daher müssen sich Eltern auch über einen unbemerkten Krampf keine großen Sorgen machen.

Können durch einen Fieberkrampf bleibende Schäden entstehen?

In aktuellen Studien konnte nachgewiesen werden, dass ein Fieberkrampf langfristig keinen Einfluss auf betroffene Kinder hat, sowohl körperlich als auch geistig. Bei Kindern die mehrfach unter einem Fieberkrampf leiden, kann dies ein erstes Symptom für eine spätere Epilepsie sein. Bei Kindern die an einem komplizierten Fieberkrampf gelitten haben, ist die Wahrscheinlichkeit später an Epilepsie zu erkranken bei rund 4 bis 15 Prozent. Durch die Epilepsie selbst können dann im weiteren Verlauf bleibende Schäden auftreten.

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