Bluthochdruck

Definition vom Bluthochdruck (Hypertonie)

BluthochdruckAls Hypertension (oder Bluthochdruck) wird eine persistierende (andauernde) Erhöhung des Blutdruckes bezeichnet, die das Herz strapaziert und über längere Zeit zu Schäden an Organen wie den Nieren, dem Gehirn, den Augen und dem Herz führen kann.

Der Blutdruck bezeichnet die Kraft, die das Blut auf die Wände von Arterien und Venen ausübt. Der Blutdruck hängt von der Kraft und der Frequenz des Herzschlags ab und entsteht, wenn das Herz oxygeniertes Blut aus dem linken Ventrikel (Kammer) des Herzens gegen den Widerstand der Arterien in die Blutbahn pumpt. Die Höhe des Widerstandes hängt von der Elastizität und dem Durchmesser der Blutgefäße sowie der Menge an Blut, die durch sie hindurch fließt, ab.


Steckbrief: Bluthochdruck

  • Name(n): Bluthochdruck; Hypertonie; Hyperntension
  • Art der Krankheit: Chronisch
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 16. Jahrhundert
  • Behandelbar: Teilweise
  • Art des Auslösers: Stress; bestimmte Krankheiten
  • Wieviele Erkrankte: Ca. 1 Milliarde weltweit
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Internist

Was ist Bluthochdruck?

Unter Bluthochdruck versteht man eine dauerhafte Erhöhung der Blutdruckwerte auf systolisch mindestens 140mmHg und diastolisch mindestens 90mmHg.

Nach dieser Definition leidet jeder vierte Deutsche unter Bluthochdruck. Da die Hochdruckkrankheit über längere Zeit hinweg symptomarm verlaufen kann, wird hoher Blutdruck oft erst dann erkannt, wenn Folgeschäden an anderen Organen, besonders an Herz, Gehirn und Nieren, auftreten.

Arterielle Hypertonie kann zu einem lebensbedrohlichen hypertensiven Notfall führen und ist ein Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall. Als normal bezeichnet man einen Blutdruck von 120/80mmHg. Niedriger Blutdruck ist medizinisch unbedenklich.

Systolisch (mm Hg) Diastolisch (mm Hg)
Niedrig < 105 < 65
Optimal < 120 < 80
Normal < 130 < 85
Hochnormal 130-139 85-89
Hypertonie Grad 1 140-159 90-99
Hypertonie Grad 2 160-179 100-109
Hypertonie Grad 3 > 179 > 109

Der Blutdruck ist dynamisch; das bedeutet, dass er abhängig vom Grad der Aktivität der jeweiligen Person, der Tageszeit und physischen sowie emotionalen Stressoren fällt bzw. sinkt. Bei gesunden Personen wird er überwiegend über das autonome Nervensystem kontrolliert, welches wiederum durch Hormone aus der Nebenniere reguliert wird; diese bestimmen die Menge an Natrium, Kalium und Flüssigkeit, die über die Nieren ausgeschieden wird (was wiederum Einfluß auf das Blutvolumen nimmt). Der Blutdruck wird auch durch Ansteigen oder Absinken der Herzfrequenz sowie Dilatation (Erweiterung) oder Konstriktion (Verengung) der Blutgefäße verändert. Sind einer oder mehrere dieser Regulationsmechanismen nicht in der Lage, angemessen auf die Bedürfnisse des Körpers zu reagieren, kann das zu einem permanenten Bluthochdruck führen.

Zur Beurteilung des Blutdruckes werden zwei Werte bestimmt: der systolische Druck- oder Spitzendruck, der bei der Kontraktion des Herzens auf die Gefäßwände ausgeübt wird- und der diastolische Druck- der Druck, der zwischen den Schlägen in der Entspannungsphase des Herzens in den Arterien herrscht. Beide Werte werden in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) angegeben und werden in der Form systolischer/diastolischer Wert angegeben. Zum Beispiel entspricht ein Blutdruck von 120/80 mmHg einem systolischen Druck von 120 und einem diastolischen Druck von 80 und würde als „120 zu 80“ bezeichnet werden. Normalerweise finden sich bei Erwachsenen Blutdruckwerte von 110-130 systolisch zu 60-85 mmHg diastolisch. Bei jungen Frauen treten häufiger niedrige Blutdruckwerte auf. Die Grenzwerte des Blutdrucks sind fließend und werden entsprechend der Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beim Erwachsenen wie folgt eingeteilt:

  • Optimaler Blutdruck ein systolischer Wert unter 120 mmHg und ein diastolischer unter 80 mmHg.
  • Normaler Blutdruck– ein systolischer Wert unter 130 mmHg und ein diastolischer unter 85 mmHg.
  • Prähypertension (Hoch-Normaler Blutdruck; Bezeichnet einen Zustand, bei dem der Blutdruck über die Normwerte erhöht ist und der in einen Bluthochdruck übergehen kann)- ein systolischer Druck von 130 bis 139 mmHg und/oder von 85 bis 89 mmHg diastolisch

Bluthochdruckbereich

  • Hypertension, Grad 1– systolische Werte von 140- 159 mmHg und/oder 90 bis 99 mmHg diastolisch
  • Hypertension, Grad 2– systolische Werte von 160 bis 179 mmHg und/oder 100 bis 109 mmHg diastolisch
  • Schwere Hypertension, Grad 3– einem systolischen Wert von 180 mmHg oder mehr und/oder einem diastolischen Wert von 110mmHg oder mehr.

Hypertonie Bluthochdruck hoher blutdruckAufgrund umfangreicher Studien kann je nach Vorhandensein von zusätzlichen Risikofaktoren das eines schweren Herzkreislaufereignisses (Herz-Kreislauf-Tod, nicht-tödlicher Schlaganfall, Herzinfarkt) in den nächsten 10 Jahren ermittelt werden.


Welche Ursachen führen zu Bluthochdruck?

In den meisten Fällen ist die Ursache für hohen Blutdruck unbekannt; man spricht hier von einer primären oder essentiellen Hypertonie.

Als sekundäre Hypertonie wird Bluthochdruck bezeichnet, der durch eine andere Erkrankung (renal, endokrin, kardiovaskulär oder neurogen) oder durch Medikamente (Anti-Baby-Pille) oder Lebensmittel (Lakritze) verursacht wird.

Auch durch Schwangerschaft oder durch Schnarchen kann ein Bluthochdruck auftreten.

In den meisten Fällen ist die Ursache idiopathisch (also nicht bekannt). Diese Form des Bluthochdruckes wird auch als essentiell oder primär bezeichnet. Prinzipiell kann jeder davon betroffen sein, aber besonders häufig tritt er bei Männern- und hier besonders bei jenen mit afrikanischer Abstammung- sowie bei allen ethnischen Gruppen im Zuge des Alterungsprozesses auf. Die Hypertonie-Prävalenz In Deutschland liegt bei Männern bei 30 %, bei Frauen 26,9 % und im Osten jeweils höher als im Westen. Im Vergleich zu den USA und Kanada war der Blutdruck in allen Altersgruppen in Deutschland am höchsten. Die Häufigkeit der Hypertonie in Deutschland korreliert mit der Häufigkeit der Schalganfälle. Mindestens ein Drittel der Patienten weiß nicht, daß sie überhaupt an einem erhöhten Blutdruck leiden und nimmt daher auch keine therapeutische Hilfe in Anspruch. Meist verursacht der Bluthochdruck keine Symptome, bis er bereits begonnen hat, Organe zu schädigen. Aus diesem Grund wird er auch manchmal als „schleichender Tod“ bezeichnet: da er nahezu unbemerkt das Risiko für Insulte (Schlaganfälle), Herzerkrankungen, Myokardinfarkte (Herzinfarkte), Nierenschäden und Blindheit erhöht. Da der Bluthochdruck eine schleichende und häufige Erkrankung ist, bestimmt der Arzt bei jedem Patientenkontakt die Werte.

Obwohl es unter Umständen nicht immer möglich ist, die Ursache zu ergründen, sind einige Risikofaktoren bekannt, die zu einer Hypertension beitragen oder eine bereits vorliegende verschlechtern können.

Zu diesen Faktoren zählt man:

  • Übergewicht
  • Ausschweifenden Lebenswandel
  • Nikotinabusus (Rauchen)
  • Übermäßigen Genuß von Alkohol
  • Übermäßigen Natriumgehalt der Nahrung
  • Einnahme oraler Kontrazeptiva
  • Einnahme von Medikamenten wie Steroiden, Kokain und Amphetaminen

Der Hypertension kann auch ein erkennbarer Auslöser zugrunde liegen. Diese Form des Bluthochdrucks wird als sekundäre Hypertension bezeichnet. Von besonderer Wichtigkeit ist es dabei, die Ursachen zu erkennen, um sie beheben und/oder kontrollieren zu können. Dadurch kann sich der Blutdruck wieder auf Normwerte einpendeln.

Als Ursache kommen in Frage:

  • Nierenerkrankungen oder –schäden– Hieraus resultiert eine verminderte Ausscheidung von Salzen und Flüssigkeiten aus dem Körper, was im Gegenzug das Blutvolumen und den Blutdruck erhöht. Da die Hypertension auch zu Nierenschäden führen kann, kann daraus ohne Behandlung ein „Teufelskreis“ entwachsen.
  • Herzerkrankungen – Hierbei kann die Kraft oder die Frequenz des Herzschlages beeinflußt werden. Dieser Prozeß kann auch weiter fortschreiten.
  • Diabetes – Diese Erkrankung kann die Nieren schädigen und die Intaktheit der Blutgefäße im Verlauf der Zeit vermindern.
  • Arteriosklerose– Dieser Begriff umschreibt eine Verhärtung der Arterienwände, die deren Fähigkeit, sich zu erweitern und zu verengen, einschränkt.
  • Cushing-Syndrom – Eine Störung, die eine erhöhte Produktion des Hormons Kortison durch die Nebennieren mit sich bringt.
  • Hyperaldosteronismus (Conn-Syndrom)-Ein Krankheitsbild, das durch eine Überproduktion von Aldosteron charakterisiert wird (einem Hormon, welches hilft, die Retention und Exkretion des Natriums durch die Nieren zu regulieren) und unter Umständen durch einen (gewöhnlich gutartigen) Nebennierentumor hervorgerufen werden kann.
  • Phäochromozytom – Einem Tumor der Nebenniere (selten und gewöhnlich gutartig), der übermäßige Mengen an Adrenalin (Epinephrin) produziert (einem Hormon, das der Körper für die Reaktion auf Streß ausschüttet); Betroffene leiden häufig an Episoden von schwerem Bluthochdruck
  • Schilddrüsenerkrankungen – sowohl eine Über- als auch Unterfunktion der Schilddrüse kann zu einem Anstieg des Blutdruckes führen.
  • Schwangerschaft – Während einer Schwangerschaft kann sich zu jeder Zeit eine Hypertension entwickeln, meist tritt sie aber während des letzten Trimesters auf, wo sie ein wesentliches Symptom der Präeklampsie (Toxämie) darstellt. Dabei handelt es sich um ein Krankheitsbild, das durch einen erhöhten Blutdruck und einen vermehrten Flüssigkeitsverhalt charakterisiert wird.

Symptome & Anzeichen

Die Symptome der Hochdruckkrankheit können sehr variieren von Kopfschmerz, Schwindel, Sehstörungen, Nasenbluten, Ohrensausen und Dyspnoe bis hin zu Organschäden, Herzinfarkt und Schlaganfall.

Beim hypertensiven Notfall mit einem Blutdruck ab 230/130mmHg können Lähmungen und Bewusstlosigkeit auftreten. Der maligne Hochdruck mit einem diastolischen Blutdruckwert von mindestens 120mmHg verläuft unbehandelt innerhalb von zwei Jahren häufig tödlich.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Zur Diagnose einer Hochdruckkrankheit muss der Blutdruck bei mindestens drei Blutdruckmessungen zu zwei verschiedenen Zeitpunkten 140/90mmHg oder mehr betragen.

Zur Sicherung der Diagnose kann eine 24-Stunden-Langzeitblutdruckmessung durchgeführt werden oder eine Belastungsmessung. Außerdem untersucht der Arzt Blut und Urin, um eine eventuelle Grundkrankheit zu diagnostizieren und lässt EKG, Ultraschall und Röntgenuntersuchungen durchführen.

Auf diese Weise klärt der Arzt ab, ob es sich um eine sekundäre Hypertonie handelt, die eventuell heilbar ist und ob bereits Organschäden aufgetreten sind.

Labortests
Die Laboruntersuchungen tragen nicht zur Diagnosestellung der Hypertension bei, sondern werden in regelmäßigen Abständen angefordert, um eine Beurteilung und Überwachung der Organfunktion zu ermöglichen. Spezielle Untersuchungen können zur Abklärung der zugrunde liegenden Ursache und/oder bei einer Verschlimmerung des Bluthochdruckes zu Rate gezogen werden.

Mögliche allgemeine Untersuchungen umfassen:

  • Urinanalyse – zur Beurteilung der Nierenfunktion
  • Hämatokrit – häufig als Teil eines Blutbildes, zur Beurteilung des Verhältnisses von festen zu flüssigen Blutbestandteilen
  • BUN (Blut-Ureat-Nitrogen) und/oder Kreatinin– zur Feststellung und Überwachung einer Fehlfunktion der Nieren oder zur Überwachung der Auswirkungen der medikamentösen Therapie auf die Nieren
  • Kalium – oft als Teil der Elektrolytuntersuchung, die auch Natrium, Chlorid und Kohlendioxid (CO2) beinhaltet; beurteilt das Gleichgewicht der Elektrolyte im Körper; einige der Medikamente zur Behandlung des Bluthochdrucks können das Gleichgewicht stören und zu erhöhtem Natrium sowie dem Verlust von Kalium führen
  • Nüchternglukose – Beurteilung, ob sich die Blutzuckerspiegel im Normbereich bewegen
  • Calcium – Zur Bestimmung der Menge des Gesamt-Calcium oder des ionisierten Kalziums, das im Blut zirkuliert; eine erhöhte Aktivität der Nebenschilddrüsen, die unter anderem das Serum-Kalzium anheben können, wird mit der Hypertension in Verbindung gebracht.
  • TSH (Thyroidea stimulierendes Hormon) und T4- Zur Feststellung und Überwachung einer Schilddrüsenstörung
  • Lipidprofil (Profil der Blutfette)- Zur Beurteilung des Gesamt-Cholesterins, HDL-Cholesterins, LDL-Cholesterins und der Triglyzeride.

Es können auch spezifische Untersuchungen angefordert werden (abhängig von der Krankenvorgeschichte des Patienten, den körperlichen Befunden und den Ergebnissen des Routinelabors), um die Feststellung, Diagnose und Überwachung von Krankheitsbildern zu erleichtern, die eine sekundäre Hypertension verursachen können. Diese beinhalten:

  • Aldosteron und Renin – zur Unterstützung bei der Feststellung einer Aldosteronüberproduktion durch die Nebennieren (evtl. durch einen Tumor bedingt)
  • Kortison – zur Feststellung einer Kortisonüberproduktion, die unter Umständen durch ein Cushing-Syndrom hervorgerufen werden kann
  • Katecholamine und Metanephrine – Messungen des Adrenalins (Epinephrin), Noradrenalins (Norepinephrin) im Blut und ihrer Metabolite (Stiffwechselprodukte) im Urin. Sie werden eingesetzt, um das Vorliegen eines Phäochromozytoms (einem Tumor der Nebennierenrinde), das Episoden von schwerer Hypertension zur Folge haben kann, nachzuweisen.

 

Tests außerhalb des Labors
Blutdruckmessungen
Diese stellen das Grundgerüst für die Feststellung und die Überwachung der Hypertension dar. Obwohl heutzutage eine Vielzahl von elektrischen Meßmethoden zur Verfügung stehen, kann der Blutdruck auf die traditionelle Art und Weise mit Stethoskop und einer Blutdruckmanschette (einem Sphygmomanometer- welches aus einer Manschette, einer Pumpe und einem Druckmesser, der den Druck in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) angibt, besteht) am genauesten gemessen werden. Die Manschette wird um den Oberarm des Patienten gelegt und mit Hilfe der befestigten Pumpe aufgeblasen; dadurch erhöht sich der Druck auf den Arm bis der arterielle Blutfluß kurzzeitig unterbrochen wird. Die Person, die den Blutdruck mißt, verfolgt über das Stethoskop (das auf die Arterie im Arm des Patienten plaziert wurde) die Pulsgeräusche bzw. deren Fehlen, während langsam die Luft ausgelassen und somit der Druck auf den Arm des Patienten reduziert wird bis der Puls wieder zu hören ist. Der Druck, bei dem der Herzschlag zum ersten Mal wieder gehört werden kann, wird als systolischer Blutdruck bezeichnet. Der Druck, bei dem das Geräusch wieder verschwindet, spiegelt den diastolischen Blutdruck wider. Der Blutdruck wird in der Form systolisch zu diastolisch angegeben; so bedeutet zum Beispiel ‚120 zu 80′ einen systolischen Druck von 120 mmHg und einen diastolischen Druck von 80 mmHg.

Die Blutdruckmessungen werden am Patienten normalerweise nach einigen Minuten ruhigen Sitzens durchgeführt, aber auch in anderen Positionen wie im Stehen ist eine Messung möglich. Leidet der Patient an einem erhöhten Blutdruck, wird zur Bestätigung unter Umständen auch der Druck am anderen Arm gemessen. Da der Blutdruck variieren kann und wird, sollte die Diagnose Bluthochdruck nicht nach einer einzelnen Messung, sondern nach vielfachen Messungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten, gestellt werden. Es sind nicht die einmaligen Blutdruckausrutscher nach oben, die den Arzt interessieren, sondern der permanent hohe Blutdruck. Insbesondere bei den spezifischen Hypertonieursachen, wie z.B. das Conn Syndrom, sowie der Hochdruck durch Nierenerkrankungen sind differenzierte Blutdruckbestimmungen seitengetrennt an beiden Armen sowie im Liegen und Stehen notwendig.

Der behandelnde Arzt kann bei Patienten auch eine Langezeitblutdruckmessung veranlassen; hierzu trägt der Patient über längere Zeit ein Gerät, das in regelmäßigen Abständen den Blutdruck überwacht und aufzeichnet. Diese Hilfsmittel sind besonders während des diagnostischen Prozesses hilfreich, um hohe Blutdruckwerte, die manchmal schlicht durch die Tatsache, dass der Patient beim Arzt ist, bedingt sein können, auszuschließen. Dies wird auch als „Weißkittel-Phänomen“ bezeichnet, welches für schätzungsweise 10 bis 20% der Verdachtsfälle verantwortlich gemacht wird. Heute sind auch elektrische Meßgeräte erhältlich, die zu Hause eingesetzt werden können. Diese Messungen können durchaus effektiv sein, sollten aber in Abständen mit den Werten beim Arzt verglichen werden, um eine ausreichende Genauigkeit zu gewährleisten.

Diese Arten der Blutdruckmessung werden als indirekt bezeichnet. Nur selten wird eine direkte Messung des Blutdruckes benötigt. Zur direkten Bestimmung wird ein Katheter in eine Arterie eingeführt, um den Druck im Inneren des Gefäßes zu bestimmen.

Als Teil des diagnostischen Prozesses und zur Beurteilung der lebenswichtigen Organe kann der behandelnde Arzt eine oder mehrere der folgenden Untersuchungen durchführen oder veranlassen:

  • EKG (Elektrokardiogramm)- zur Beurteilung der Herzfrequenz
  • Augenuntersuchungen – Zur Suche nach Veränderungen der Blutgefässe auf der Retina (dem Augenhintergrund), der sogenannten hypertensiven Retinopathie
  • Körperliche Untersuchung – Zur Beurteilung der Nieren, des Abdomens, zur Suche nach Strömungsgeräuschen (dem Geräusch des Blutflusses durch eine verengte Arterie), zur Untersuchung der Schilddrüse am Hals (nach Vergrößerungen und Anzeichen einer Fehlfunktion) und zur Feststellung von anderen klinischen Symptomen
  • Bildgebende Verfahren, wie Röntgen oder Ultraschall der Nieren oder Röntgen des Thorax (Brust).

Häufigkeit & Diagnosedaten

Mit ca. einer Millarde betroffenen Menschn weltweit, handelt es sich bei der vorliegenden Krankheit und ein recht verbreitetes Phänomen.

Zweck der erhobenen Diagnosedaten ist: die Feststellung des Bluthochdruckes; der Nachweis, daß dieser über eine längere Zeit fortbesteht; die Abwägung, ob ein medizinisches Problem zugrunde liegt, das beseitigt oder kontrolliert werden kann; eine Beurteilung des Zustandes der Organe; die Bestimmung der körperlichen Verfassung vor Beginn der medikamentösen Therapie sowie die Überwachung der antihypertensiven Therapie und des Organzustandes über die Zeit.


Komplikationen bei der Krankheit

Bestehen beispielsweise bei einem Menschen mit lediglich einer frühen Hypertension Grad 1 ohne weitere Risikofaktoren, so liegt das Risiko eines schweren Herz-Kreislaufereignisses in den nächsten 10 Jahren unter 15%.

Bei einem Menschen mit schwerergradiger Hypertonie Grad 3 und und 1 bis zwei zusätzlichen Risikofaktoren, z.B. regelmäßiges Rauchen und Übergewicht, so ist die Wahrscheinlichkeit eines schweren Herz-Kreislaufereignisses bei über 30%.

Normalerweise spiegelt der diastolische Druck den systolischen wider, aber mit zunehmendem Alter der Patienten sistiert der diastolische Blutdruck und ein Bluthochdruck betrifft folglich häufig isoliert den systolischen Blutdruck (sogenannte isolierte systolische Hypertension). Als Faustregel gilt: je höher der Blutdruck über längere Zeit liegt, desto größer ist auch sein Potential Schaden anzurichten.

Die Normalwerte des Blutdrucks bei Kindern werden gesondert beurteilt; hier werden die Werte mit der 95. Perzentile ihrer Altergenossen (abhängig von Geschlecht, Alter und Körpergröße) verglichen.

Dazu etwaige Risikofaktoren in der Übersicht:

  • Männer älter als 55 J.
  • Frauen älter als 65 J.
  • Rauchen
  • Erhöhtes LDL Cholesterin oder Gesamtcholesterin höher als 250 mg/dl
  • Diabetes (Zuckerkrankheit)
  • Herz-Kreislauferkrankungen in der Familie
  • zu niedriges HDL („gutes“ Cholesterin)
  • Übergewicht
  • sitzende Lebensweise – zu wenig Bewegung –

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Schwangere Frauen mit Präeklampsie sollten auf Ruhe, eine engmaschige Überwachung und regelmäßige Arztbesuche achten. Die einzige wirkliche Heilung der Präeklampsie ist die Entbindung, aber diese sollte so lange wie möglich hinausgezögert werden, um dem Fötus mehr Zeit zur Reifung zu geben. Dieses Hinauszögen muss gegen die steigende Gefahr von Krampfanfällen und Organschäden bei der Mutter abgewogen werden; Notfälle können für Mutter und Kind tödlich enden.

Aber auch alle anderen betroffenen oder potentiell Betroffenen sollten einen Gang zum Arzt nicht scheuen. Selbst ein leiser Verdacht sollte Grund genug sein, einen Mediziner zu konsultieren.


Behandlung & Therapie

Das Ziel der Behandlung ist das Senken des Bluthochdrucks auf Normalwerte. Dazu dienen allgemeine Maßnahmen wie Ausdauersport, Stressabbau, Entspannungstechniken und eventuell Gewichtsreduktion auf das Normalgewicht. Die tägliche Zufuhr an Kochsalz sollte maximal vier bis sechs Gramm pro Tag betragen; in vielen Nahrungsmitteln wie Wurst, Käse oder Fertiggerichten können hohe Mengen an verstecktem Kochsalz enthalten sein.

Für Hochdruckkranke gibt es spezielles Speisesalz, in dem Natrium teilweise durch Kalium ersetzt ist. Die Ernährung sollte auf fettarme Kost mit reichlich Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen, besonders Magnesium, Kalium und Kalzium, und ungesättigten Fettsäuren umgestellt werden. Alkohol erhöht den Blutdruck durch Beschleunigung der Herzfrequenz und sollte möglichst vermieden werden.

Auf Rauchen sollte ganz verzichtet werden. Hochdruckkranken ist vom Besuch einer Sauna abzuraten. Als Medikamente gegen hohen Blutdruck (Antihypertensiva) werden Diuretika, Calciumantagonisten, ACE-Hemmer, Angiotensin-II-Antagonisten, Vasodilatantien und Sympatholytika wie Betablocker eingesetzt.

Bei sekundärem Bluthochdruck wird die Grundkrankheit behandelt. Gegen Bluthochdruck infolge von langanhaltendem psychischem Stress können Baldrianpräparate helfen, außerdem können Mistelpräparate und Schwarzkümmelöl zur Blutdrucksenkung beitragen. Als Hausmittel wird bei Hochdruck Tee aus Herzgespannkraut oder aus Olivenblättern empfohlen, außerdem können eine Vielzahl homöopathischer Mittel gegen Hochdruck eingesetzt werden, wie Kalmus oder Allium.

Veränderungen des Lebensstils können das Risiko, einen Bluthochdruck zu entwickeln, verringern. Bei vielen Patienten mit einer milden Hypertension können das Erreichen und Beibehalten eines gesunden Gewichtes, regelmäßige körperliche Ertüchtigung, Einschränkung des Salz- und Alkoholkonsums und Einstellen des Rauchens eine Reduktion des Blutdrucks auf normale Werte bewirken und somit die einzig notwendige „Behandlung“ darstellen.

Die Risiken wie Geschlecht, Rasse und zunehmendes Alter sind selbstverständlich nicht durch eine Veränderung des Lebensstils beeinflußbar und in vielen Fällen wird darum das Erstellen eines Behandlungsplanes notwendig, der eine Medikation zur Kontrolle des persistierend hohen Blutdruckes mit einschließt.

Für die Behandlung der Hypertension sind verschiedene Klassen von Medikamenten erhältlich. Jede Klasse besitzt einen anderen Wirkansatz, der auf verschiedene Aspekte der Blutdruckregulation abzielen. Häufig muss der Patient eine Kombination verschiedener Medikamente zum Erreichen einer Blutdruckkontrolle einnehmen. Der behandelnde Arzt wird zusammen mit dem Patienten an der richtigen Medikamentenkombination und der angemessenen Dosierung feilen. Die erhältlichen Klassen sind:

  • Diuretika – eine häufig eingesetzte Medikamentengruppe, die die Ausscheidung von Wasser und Salzen über die Nieren erhöht. Dadurch wird das zirkulierende Flüssigkeitsvolumen reduziert und damit der Blutdruck.
  • Adrenerge Blocker (alpha-Blocker, beta-Blocker, alpha-beta-Blocker)- Sie unterstützen die Hemmung des Nervensystems, das für den gefäßtonus und den Druck in der Gefäßwand verantwortlich ist rasch auf physische und emotionale Stressoren zu reagieren.
  • ACE – (Angiotension-Converting Enzym) Hemmer und ARBs (Angiotensin II-Rezeptorblocker)- sie helfen, der Konstriktion der Arteriolen (kleinen Arterien) vorzubeugen; dies wird durch eine Verhinderung der Bildung und/oder Wirkung des Angiotensin II (einem Enzym, das der Körper herstellt, um die Blutgefässe zu verengen und den Blutdruck zu heben) vermittelt.
  • Calcium-Kanalblocker – erweitern die Arteriolen durch eine Verringerung der Kalziummenge, die in die Blutgefäße und den Herzmuskel einströmt
  • Vasodilatoren – wirken direkt an den Blutgefäßen durch eine Entspannung der Muskeln, die die Arterien verengen und erweitern.

Vorbeugung – Impfung & Prävention

Sehr probate und effektive Mittel zur Vorbeugung gegen Bluthochdruck können sein:

  • Gewichtsreduktion
  • Regelmäßige sportliche Ertüchtigung
  • Rauchen einstellen (alle Tabakwaren, auch Shisha und Vapes)
  • Koffeinaufnahme drastisch senken oder komplett auf Null setzen
  • Yoga, Meditation und andere Übungen zur Entspannung
  • Zuckerkonsum reduzieren
  • Ausreichend schlafen

Prognose zur Heilung

Bei der sekundären Hypertension fällt der Blutdruck auf normale oder nahezu normale Werte, wenn die zugrunde liegende Ursache beseitigt (wie die Entfernung eines Nebennierentumors oder das Absetzen von Medikamenten) oder kontrolliert (wie bei Diabetes und Schilddrüsenerkrankungen) werden kann. Ist keine Heilung möglich, besteht die Kontrolle der zugrunde liegende Ursache in der Minimierung weiterer Schäden (wie Nierenerkrankungen). Hierzu wird eine Regulierung des Bluthochdrucks mit einer Kombination verschiedener Medikamente angestrebt und der Patient wird engmaschiger kontrolliert, um die Organfunktionen zu erhalten und akuten Problemen bereits bei ihrem Auftreten entgegenzuwirken.

Bei hypertensiven Spitzen (ein asymptomatischer Blutdruck von mehr als 180/110 mmHg) und Notfällen (wie bei der malignen Hypertension- einer schweren Form des Bluthochdruckes- können die Werte 210/120 übersteigen) muss sofort eine medizinische Behandlung eingeleitet werden und ein stationärer Aufenthalt notwendig werden, so dass die Medikamente intravenös verabreicht und eng überwacht werden können.


Alternative Medizin & Hausmittel

Welche Hausmittel können helfen?

Altbewährte Hausmittel, die bei einer Hypertonie Abhilfe leisten können, sind zahlreicher natur. So ist imgrunde alles, was zur Entspannung oder Senkung des Blutdrucks beiträgt förderlich. Dennoch sollte man bei allen Hausmitteln vor der Verwendung einen Doktor konsultieren.


Alternative Behandlungsmethoden

Welche alternativen Heilmittel sind zu empfehlen?

In Bezug aufalternative Heilmittel bieten sich Kuren und andere ruhige Behandlungen an. Vorallem da sie Stress und seelischen Belastungen entgegenwirken.

Aber auch Rauchentwöhnungen sowie Alkoholentzüge können im Zweifel und im Bedarfsfall nützlich sein.


Behandlungen

Sämtliche Behandlungen, die die Entspannung befördern, Stress abbauen, innere sowie äußere Anspannungen lösen oder einfach nur das allgemeine Wohlbefinden steigern, sind empfehlenswert.

Hierzu gehören insbesondere Massagen, Akupunktur, ayurvedische Behandlungen, aromatherapeutische Anwendungen und entspannende Kuren oder Aufenthalte in Sanatorien.


Heilkräuter & Heilpflanzen

  • Berberitze
  • Bärlauch
  • Knoblauch
  • Mistel
  • Esche
  • Neem

Diese Heilpflanzen sind entweder getrocknet als Tee aufzugießen oder in ihrer Reinform einzunehmen. Sie helfen dabei, den Blutdruck zu senken und den Patientne zu entspannen. Die genaue Dosierung sollte jedoch mit einem Heilpraktiker erörtert werden, um etwaigen Überdosierungen im Vorfeld zu entgehen.


Ätherische Öle

Folgende ätherische Öle können angewendet werden:

  • Knoblauch
  • Lavendel
  • Majoran
  • Ylang Ylang
  • Zitrone
  • Weihrauch

Ätherische Öle sind meist nur im Zusammenhang mit einer Aromatherapie, d.h. in einer dafür vorgesehenen Duftlampe, anzuwenden. Dennoch sind sie von Zeit zu Zeit ebenso äußerlich anzuwenden. Man sollte allerdings zuvor etwaige Allergien feststellen lassen.

Die Mischung in der Duftlampe hängt vom persönlichen Befinden und der gewünschten Wirkung ab und kann bei Bedarf näher mit einer sachkundigen Person erörtert werden.


Homöopathie

  • Apis mellifera
  • Cinnamomum camphora
  • Silicea Globuli
  • Tuberculinum bovinum
  • Rhus toxicodendron
  • Lachesis

Dosierung und Anwendung sind aus der Packungsbeilage zu entnehmen oder beim zuständigen Heilpraktiker anzufragen.


Schüssler-Salze

Dosierung und Anwendung sind aus der Packungsbeilage zu entnehmen oder beim zuständigen Heilpraktiker anzufragen.


Diät & Ernährung

Die Ernährung kann bei Bluthochdruck eine große Rolle spielen – zumindest nahm man das für lange Zeit an. Besonders der Konsum von Salz wurde lange für Hypertonien verantwortlich gemacht. Neueste Erkenntnisse jedoch weisen eher in die Richtung, dass Salz und Bluthochdruck nicht korrelieren, zumindest nicht sehr oft.

Personen, deren Blutdruck sich mit ihrem Salzkonsum verändert, leiden oftmals an einer erblichen Vorbelastung, wodurch dieses Phänomen verursacht wird. Der Großteil der Bevölkerung weist die hierfür nötigen Gene nicht auf und kann deswegen theoretisch bedenkenlos Salz zu sich nehmen. Dennoch ist dies noch Gegenstand der Forschung und daher mit Vorsicht zu betrachten.


Alternative Behandlungen

Grundsätzlich sind alle Behandlungen förderlich, solange dieselben nicht zur Vermehrung von Stress beitragen, wie beispielsweise allzu intensive sportliche Betätigungen oder Schocktherapien.

Des Weiteren ist alles gestattet, was in einem geordnet vor sich geht und keine aufregenden Überraschungen bereithält.


FAQ – Fragen & Antworten

Wann sollt eich beginnen, Medikamente einzunehmen?
– Es empfiehlt sich sofort nach der Diagnose Bluthochdruck Medikamente dagegen einzunehmen. Dennoch sollte man von einer Selbstmedikation absehen und sich diesbezüglich an die Vorschläge des zuständigen Mediziners halten, ggf. auch an die Empfehlungen des Heilpraktikers.

Verschwindet mein Bluthochdruck irgendwann wieder komplett?
– Vermutlich nicht. Zumeist ist eine Hypertonie chronisch und kann nicht mehr komplett geheilt werden oder von selbst vergehen. Dennoch sind die Symptome mithilfe von Medikamenten oder anderen Therapien gut behandelbar und somit nicht allzu einschränkend.

Warum ist Bluthochdruck überhaupt gefährlich?
– Durh den überhöhten Druck werden die Organe langsam, aber stetig geschädigt. Darunter ebenso Herz und Gehirn. Dies führt im Weiteren dazu, dass selbige nicht mehr ordnungsgemäß funktionieren können und somit bspw. das Risiko eines Herzinfarktes oder Schlaganfalles steigt.


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