Rheuma


Definition Rheuma

RheumaRheuma ist ein Oberbegriff für schmerzhafte Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparats, in deren Verlauf auch Schäden an inneren Organen (Herz, Lunge, Leber, Gefäße, Darm und ZNS) auftreten können.

Häufig spricht man von Rheuma, wenn eigentlich die rheumatoide Arthritis gemeint ist, eine chronische Erkrankung, die durch Gelenkentzündungen unbekannter Ursache entsteht.

Zu den Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises gehören entzündungsbedingte Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen sowie unter dem Begriff Weichteilrheumatismus zusammengefasste Erkrankungen an Muskulatur, Bindegewebe, Sehnen und Gefäßen. Diese unterschiedlichen Erkrankungen weisen eine Gemeinsamkeit auf, nämlich Immunreaktionen gegen körpereigene Gewebe.

Steckbrief: Rheuma

  • Name(n): Rheuma
  • Art der Krankheit: Chronische Entzündung
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Antike
  • Behandelbar: Teilweise
  • Art des Auslösers: Diverse
  • Wieviele Erkrankte: Ca. 1% der Weltbevölkerung
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Rheumatologe; Orthopäde; Internist
  • ICD-10 Code(s): ICD-10-GM-2017 – M00-M99 – M00-M25 – M05-M14 – M06

Was ist Rheuma?

Unter Rheuma oder einer rheumatischen Arthritis versteht man eine chronische entzündliche Erkrankung, die mehr als nur die Gelenke der Finger anzugreifen imstande ist. Es kann bisweilen vorkommen, dass diese Krankheit ein weites Areal befällt. Darunter unter anderem die Haut, die Augen, die Lunge, das Herz oder die Blutgefäße.

Des Weiteren handelt es sich bei diesem Leiden um eine Autoimmunerkrankungung. Das heißt kurzum, dass das natürliche Abwehrsystem des Körpers nicht mehr recht dazu imstande ist, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden und sich im Laufe dieser Verwirrung selbst verletzt. Das eigene Abwehrsystem greift also körpereigenes Gewebe an und beschädigt es zum Teil massiv.

Darum sind rheumatische Erkrankungen auf keinen Fall als Abnutzung fehlzuinterpretieren, wenngleich die Krankheit selbst auf den ersten Blick so wirken mag. Rheuma liegt kein Verschleiß zugrunde. Es handelt sich tatsächlich lediglich um eine autimmunitive Störung des Organismus. Diese kann im vorliegenden Falle so weit gehen, dass sich nicht nur sehr schmerzhafte Symptome, wie Schwellungen einstellen, sondern es sogar zum vollkommenen Abbau ganzer Gelenke oder Knochenpartien kommt. Aus diesem unglücklichen Umstand heraus ergibt sich auch die typische Form, mit der sich Rheumatismus zumeist präsentiert. Einer klar ersichtlichen Verkrümmung und Deformation einer Körperteile. Insbesondere Hände und Finger sind oftmals betroffen und geben ein Bild über das verheerende Ausmaß der Krankheit.

Darüber hinaus wirken aber nicht nur die Deformation und die Erodierung negativ auf den Körper des Betroffenen ein, auch die begleitenden entzündlichen Prozesse schädigen das Gewebe nicht selten irreparabel stark.

Dennoch gibt es für alle Betroffenen Grund zum Aufatmen. Gerade in den letzten Jahren und Jahrzehnten sind der Forschung große Durchbrüche gelungen, was die Heilung von Rheuma angeht. Mithilfe der daraus hervorgegangenen verbesserten Heilungsmethoden ist es inzwischen möglich, viele der Symptome drastisch zu lindern. Dennoch ist die Erkrankung immer noch nicht komplett zu heilen.

Welche Ursachen führen zu Rheuma?

Nach den Ursachen unterteilt man die Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises in entzündlich-rheumatische, degenerativ-rheumatische und extraartikulär-rheumatische Erkrankungen (Weichteilrheumatismus).

Die rheumatoide Arthritis (RA), auch als primär chronische Polyarthritis (PCP) bekannt, ist wahrscheinlich genetisch bedingt und kann durch eine Virusinfektion ausgelöst werden. Dabei tritt eine Autoimmunreaktion gegen körpereigenes Gelenkgewebe auf, in der Folge eine schmerzhafte Entzündung der Gelenkinnenhaut mit Bewegungseinschränkung. Degenerativ-rheumatische Erkrankungen entstehen wie Arthrose durch Verschleiß infolge von Fehl- oder Überbelastung von Gelenken. Weichteilrheumatismus tritt meist als Begleiterkrankung bei Gefäßentzündungen und Kollagenosen (Bindegewebserkrankungen) auf.

Damit ist primäre Ursache bereits genannt. Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass es gewisse Risikofaktoren gibt, die eine etwaige Erkrankung wahrscheinlicher machen können.

Risikofaktoren

  • Geschlecht – Frauen sind in der Regel häufiger von Rheuma betroffen als Männer.
  • Alter – Obschon Rheuma vollkommen unabhängig vom Alter auftreten kann, erhöht sich die Chance eines Ausbruches mit zunehmendem Alter. Wobei Personen zwischen ihrem 40. und 60. Lebensjahr als am stärksten gefährdet gelten.
  • Familiäre Vorbelastung – Personen, deren nahe verwandte bereits an Rheuma leiden oder litten weisen oftmals ein erhöhtes Risiko auf, selbst daran zu erkranken.
  • Rauchen – Rauchen kann als die Wurzel so manchen Übels zu betrachten sein. Darunter auch Rheuma. Sicherlich ist es nicht oft der Hauptgrund, aber dennoch kann es eine wichtige Rolle spielen. Darüber hinaus kann man es nicht selten mit einer besonders schweren verlaufsform in Verbindung bringen.
  • Umweltfaktoren – Zugegebenermaßen sind die genauen Mechanismen dahinter noch nicht verstanden, aber man ist dennoch imstande dazu festzustellen, dass einige Umweltfaktoren durchaus dafür sorgen können, dass eine rheumatische Erkrankung entsteht. Besonders scheinen hierbei Stoffe wie Asbest oder Siliciumdioxid eine Rolle zu spielen.
  • Übergewicht – Adipöse und übergewichtige Personen scheinen in der Regel häufiger an Rheuma zu leiden, als solche mit Normalgewicht. Insbesondere übergewichtige Frauen jenseits der 50 sind am stärksten betroffen.

Info: Dieser Ratgeber zum Thema Rheuma ist auch erreichbar über Rheuma.de

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie diesen Artikel
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (85 Stimmen, Durchschnitt: 4,72 von 5)
Loading...

 Rechtliche Hinweise