Saugwürmer

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Was sind Saugwürmer?

Saugwürmer, oder Trematoda, gehören zu den Plattwürmern. Sie kommen sowohl in parasitärer als auch in nicht-parasitärer Form. Plattwürmer sind sehr vielfältig und weisen zwischen 18.000 und 24.000 Spezies in zwei Unterarten auf. Sie leben meist parasitär und nisten sich mit Vorliebe in Weich- und Wirbeltieren ein, sie können aber auch Schildkröten, Fische und Knorpelfische als Wirt nutzen.

Die am häufigsten vorkommende Art sind die sog. Diginea (bedeutet in etwa „Zwei Generationen). Ihr Name leitet sich davon ab, dass sie mindestens zwei Wirte brauchen, um ihren Lebenszyklus voll durchlaufen zu können. Zudem sind sie auch obligate Parasiten. Das wiederum bedeutet, dass sie außerhalb eines Wirtes nur sehr bedingt und ebenso nur sehr kurz lebensfähig sind. Wurden sie, warum auch immer von einem Wirt abgestoßen und es gelingt ihnen nicht binnen kürzester Zeit einen neuen zu finden, so sterben sie ab.

Lebenszyklus & Stadien

Der Lebenszyklus eines Saugwurmes beginnt damit, dass er sich als Larve in einen Wirt einnistet. Dieser erste Wirt ist meistens ein Weichtier. Dort entwickelte sich die Larve des Saugwurmes durch die verschiedenen Stadien ihres Lebens. Zunächst erinnert sie stark an eine Kaulquappe und verbleibt in diesem Stadium bis sie ihren ersten Wirt verbraucht hat.

Bietet der Wirt allerdings genügend Raum und Nährstoffe zum Überleben des Parasiten, kann es vorkommen, dass er seine diversen Entwicklungsstadien in ein und demselben Wirt vollzieht.


Diese Stadien sind:

  1. Miracidium
  2. Sporocyst
  3. Redia
  4. Cercaria
  5. Mesocercaria
  6. Metacercaria

Den abschließenden Zyklus ihres Lebens, die adulte Phase bzw. das Erwachsenenalter, können sie nicht als Parasit einen Weichtieres erreichen. Für die volle Entfaltung ihres Lebenszweckes brauchen sie einen finalen Wirt: Den Menschen.

Auch andere höhere Säugetiere kommen als ultimativer Wirt in Frage, der Mensch stellt aber meistens das attraktivste Angebot dar.


Wirt & Übertragung

Um überhaupt in den Organismus des potentiellen Wirtes „Mensch“ eindringen zu können, muss dieser die Saugwürmer zuerst in sich aufnehmen. Dies geschieht meistens durch die Nahrung. Ist die Nahrung schlecht gekocht oder roh kann es gefährlich werden.

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Der Verzehr roher Meerestiere stellt ein besonderes Risiko dar

Vorallem der Verzehr rohen Fisches, roher Oktopusse oder anderer roher Meeres- oder Süßwasserbewohner kann schwere Folgen haben. Die Gefahr, dass ein durch den Menschen verzehrtes Weichtier mit Saugwürmern belastet ist, kann regional sehr hoch sein.

Zudem ist selbst starkes Abkochen von Nahrung aus dem Meer kein 100%iger Garant dafür, dass alle Larven des Saugwurmes abgetötet wurden. Ein Verzehr bleibt ein Risiko, aber nicht nur Meeresbewohner können als Zwischenstation von den Larven auf ihrem Weg in den menschlichen Körper genutzt werden.

Eine weitere Art sich mit diesen Parasiten zu infizieren besteht darin, Gemüse zu essen. Das mag zunächst verwirren, aber es ist ganz einfach:

In Ländern, in denen die Felder und Plantagen (noch) mit unbehandeltem menschlichem Kot gedüngt werden, kann es passieren, dass Kot von bereits vorbelasteten Menschen genutzt wird. D.h. im Klartext, dass sich in dem als Dünger verwendeten Kot bereits die Eier des Saugwurmes befinden können, diese nisten sich dann in beispielsweise Regenwürmer ein, und gelangen mit der Ernte auf den Markt, wo sie dann wiederum direkt von Menschen verzehrt werden.


Vorkommen & Eigenschaften

Wo findet man Saugwürmer und was zeichnet sie aus?

Saugwürmer findet man weltweit, außer in allzu kalten Regionen der Erde, wie z.B. das nördliche Skandinavien, Kanada oder Grönland.

Auch in mildem Klima sind sie eher selten, vergleicht man ihr Vorkommen mit warmem oder gar tropischem oder subtropischem Klima. Je wärmer desto besser scheinen sie zu gedeihen.

Primär jedoch findet man sie in Süd-Ost-Asien, Afrika und Südamerika. Dort gedeihen sie nicht nur aufgrund des für sie günstigen Klimas sehr gut, sondern auch weil sie sich durch die dort teilweise vorherrschenden schlechten hygienischen Bedingungen recht schnell und erfolgreich vermehren können.

Auch regionale Essgewohnheiten der Menschen können zu einer gesteigerten Reproduktionsrate von Saugwürmern führen. So sind sie in Gegenden, in denen, wie bereits erwähnt, viel rohes Fleisch oder roher Fisch gegessen wird, sehr häufig. Das trifft vorallem auf Süd-Ost-Asien zu.

Aber auch europäische Länder, wie bspw. Italien, in denen roher und fangfrischer Fisch verzehrt werden, weisen im Vergleich mit anderen Mittelmeerstaaten eine erhöhte Konzentration von Saugwürmern auf.

Ist die Saugwurmpopulation sehr hoch, kann sogar baden im Meer zu einer Ansteckung führen, da die Larven des Saugwurmes dann auf der Suche nach einem Wirt umher schwimmen und sich an den vielversprechendsten Wirt anheften – das wird, insofern möglich, immer der Mensch sein.

Darum ist es wichtig, besonders für europäische Touristen, größte Vorsicht walten zu lassen und sich vorab über die Qualität des Wassers und die einheimischen Speisen zu informieren. Das hilft oftmals einer parasitären Infektion Vorzubeugen.


Krankheiten & Beschwerden

Welche Krankheiten & Beschwerden verursacht eine Infektion mit Saugwürmern?

Eine Infektion mit Saugwürmern kann sich auf verschiedene Weisen manifestieren, was daran liegt, dass nicht jeder Saugwurm gleich Saugwurm ist.

Manche dieser Parasiten sind auf einzelne Organe spezialisiert:

Kalium Sulfuricum Schüssler-Salz Nr. 6

Je nach Art, können sie andere Körperbereiche und Organe befallen

  • Fasciola Hepaticader Lebersaugwurm
    Diese Unterart des Saugwurmes ist auf die Leber spezialisiert, er nistet sich darin ein und beginnt sie langsam aufzuessen, ebenso ernährt er sich zusätzlich von dem Blut, das sie durchfließt.
  • Fasciolopsis Buskider Darmsaugwurm
    Diese Unterart des Saugwurmes nistet im Darm des Wirtes ein, in dem er beginnt selbigen zu verzehren, zudem ernährt er sich auch von Speiseresten, die den Darm durchlaufen.
  • Paragonimus WestermaniDer Lungensaugwurm
    Dieser Vertreter der Saugwürmer nistet sich in der Lunge des Menschen ein. Dort beginnt er sich durch das Lungengewebe zu fressen und zerstört damit dem Atemapparat seines Wirtes.

Alles in allem lassen sich die durch Saugwürmer verursachten Beschwerden nicht genau festlegen, sondern können vielerlei Ausprägungen haben.

Was ihnen jedoch allen gemein ist, ist der Fakt, dass sie meistens tödlich enden, insofern keine medizinische Behandlung erfolgt. Der Tod tritt bisweilen erst nach Jahren oder gar Jahrzehnten einer Infektion ein und kann bis dahin größte Schmerzen verursachen.

Zudem ist das Ausscheiden der Eier des Saugwurmes, die er in seinem Wirt ablegt, auch meistens sehr unangenehm. Sie verlassen den Körper mit dem Stuhlgang und können größere Probleme beim Defäkieren verursachen, auch die Menge der ausgeschiedenen Eier ist teilweise so horrend groß, dass man sich davor noch zusätzlich ekeln muss.

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