Kot

Kot – Ausscheidung und Gesundheitsauskunft

Kot bezeichnet beim Menschen und bei Tieren die festen Ausscheidungen, die am Ende eines Stoffwechselprozesses stehen. Dabei ist der Kot individuell und von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Da die Bildung und Ausscheidung von Kot bei allen Tieren bestimmten Regeln folgt, und so auch beim Menschen gewisse Gesetzesmäßigkeiten und grundlegende Eigenschaften aufweist, kann man aus ihm vieles über den Körper erfahren. So gibt er Auskunft über Ernährungssituation und Gesundheit eines Lebewesens. Als fester Bestandteil des Alltags ist es wert, seine Eigenschaften und die Dinge, die er uns erzählen kann, näher kennen zu lernen.


Was ist Kot?

Kot ist bei Tieren die Ausscheidung unverdaulicher Stoffwechselprodukte durch den Darmtrakt. Die Ernährungsgrundlage bestimmt die Zusammensetzung des Kots – ebenso hat die individuelle Darmflora einen entscheidenden Anteil an der Trockenmasse dieser Ausscheidungen.
Beim Menschen besteht er vor allem aus Ballaststoffen, unverdaulichen Proteinen, Fetten, Wasser und fälschlich aufgenommene Partikeln wie zum Beispiel Plastik. Der Körper selbst trägt noch Darmzellen, verschiedene Schleime und Verdauungsenzyme sowie eine große Menge Darmbakterien bei. Dieses Zusammenspiel an Substanzen sorgt beim Menschen für typische Farbspektren und Konsistenzen des Kots.
Dabei sind die Abbauprodukte von Gallenfarbstoffen für die Brauntöne verantwortlich, während vor allem Abbauprodukte aus Proteinen und Aminosäuren für den, häufig als übel wahrgenommenen, Geruch verantwortlich sind. Schwefelwasserstoffe (aus Aminosäuren durch Fäulnisbakterien gewonnen), Indol, Skatol und Alkanthiole (alle aus der Zersetzung von Proteinen gewonnen) sind hierfür hauptverantwortlich. Stinkender Kot ist dabei typisch für Allesfresser und rührt eben vor allem aus der Aufnahme von tierischen Proteinen her.
Kot wird durch einen instinktiven Drang zu Defäkieren ausgeschieden. Der Impuls, seinen Darm zu entleeren, wird dabei erkannt und man kann in der Regel entsprechend handeln.
Der Kot ist, zusammen mit dem Urin, die Endstation unseres Stoffwechsels, weil wir keine Verwendung für ihn als Nährstoffquelle mehr haben. Unser Körper scheidet also Stoffe, für die er keine Verwendung mehr hat, unter Zuhilfenahme von eigenen Sekreten, Bakterien und Wasser aus. Bei anderen Tierarten variiert dies. So gibt es durchaus viele Tierarten, die ihre Nahrung mehrfach fressen und verdauen.
Insgesamt ist Kot – je nach Tier unterschiedlich benannt – aber immer die Ausscheidung von Nahrung nach einem Verdauungsprozess.
Dabei haben sich die verschiedenen Ausdrücke und Abwandlungen von ihnen in den Sprachschatz des Menschen eingebrannt. Dabei sind sie meist negativen Begriffen und Assoziationen vorbehalten.


Funktionen und Aufgaben von Kot

Kot erfüllt vielfältige Zwecke. Bei allen Tieren stellt er zwar primär ein Stoffwechselprodukt ohne weitere Verwendung dar. Jedoch hat allein der Prozess des Defäkierens auch noch andere Effekte. Allein durch den mechanischen Reiz im Darm werden abgestoßene Darmzellen abgerieben und die Darmschleimhaut kann sich regenerieren. Das Markieren von Revieren mit dem Geruch des Kots ist im Tierreiche ebenfalls verbreitet.
Bei einigen Tieren wird Kot bei der Balz verwendet. So drehen Pillendreherkäfer Kotbälle aus tierischem Kot und imponieren damit ihren Artgenossen. Der Kot dient dann als Nahrung für den Nachwuchs. Bei anderen Tieren wird der Kot eines potenziellen Partners intensiv untersucht, um auf seine Ernährungslage schließen zu können. Auch kann Kot verwendet werden, um Feinde abzuwehren oder eben als weitere Nahrungsquelle.
Weiterhin dient er Pilzen und kleinen Lebewesen als Nahrungsquelle. Durch Zersetzungsprozesse werden Stoffe wie Nitrat frei, die wiederum von Pflanzen aufgenommen werden. Kot kann also in der Natur meist noch eine Verwendung als Nährstoff finden.
Beim Menschen hat der Kot zusätzlich zum reinen Ausscheiden von Stoffwechselprodukten auch noch medizinische Bedeutung. Anhand von Konsistenz, Substanzen in ihm, Farbe usw. kann man bestimmte Symptome erkennen und Rückschlüsse ziehen. Zudem ist eine sogenannte Kottransplantation eine Möglichkeit, um eine beschädigte Darmflora zu restaurieren.
Aber auch in der menschlichen Kultur wird Kot verwendet. Vor allem als Dungemüttel und Brennstoff findet er dabei Anwendung. Dabei ist die Art des Kots – also das Tier, von dem er stammt – entscheidend. Zudem ist er ein häufiges Motiv in der Kunst, weil er seit Menschengedenken tabuisiert wird und somit für Reaktionen beim Betrachter sorgt.
Kot hat also einige Funktionen, die vor allem beim Menschen über das Ausscheiden oder Wiederverwerten hinausgehen:

  • Ausscheiden von nicht benötigten Stoffen
  • Geruchliches Markieren von Gebieten
  • Als Aspekt bei der Partnersuche
  • Zum eventuellen Wiederverwerten
  • Als Nahrungsquelle für Pilze, Milben, Bakterien, usw.
  • Als Düngemittel (beim Menschen)
  • Zu medizinischen Zwecken (beim Menschen)

Anatomie und Aufbau von Kot

Der Kotbildungsprozess ist in mehrere Abschnitte zu unterteilen. Der Verdauen der Nahrung beginnt bereits im Mund, wo Speichel und Zähne den Nahrungsbrei bereits ein wenig zersetzen und ihn durch mechanische Zerkleinerung für die weitere Verdauung aufbereiten. Dieser Brei findet seinen Weg über den Magen, wo er, je nach Art der Nahrung und Qualität der Magensäure (und Art des Magens) weiter verdaut wird. Hierbei wird er durch Bewegungen des Magens durchmischt und die Säuren erreichen die Nahrungsbrocken möglich an der gesamten Oberfläche.
Auf dem Weg durch Dünndarm und Dickdarm wird dieser Brei mit Enzymen, Säuren und Schleimen des Körpers – bspw. aus der Gallenblase – versetzt und dadurch weiter zersetzt. Einen nicht unwesentlichen Anteil an der Umsetzung von Nahrungsbrei in Kot haben die vielen verschiedenen Bakterien, die im Darmtrakt leben und ihrerseits ihre Nahrung aus der Aufspaltung von verschiedenen vorverdauten und nicht vorverdauten Stoffen gewinnen.
Stoffe, die der Körper braucht, sowie Wasser werden während dieses Prozesses durch den Darm entzogen.
Was bleibt, ist, je nach Nahrung eine mehr oder minder braune Masse unterschiedlicher Konsistenz. Vom Kuhfladen bis hin zu den kleinen harten Kötteln der Kaninchen sind dabei alle Formen und Mischformen vertreten. Die Form des Kots ist vor allem eine Frage der Ernährungsweise und der individuellen Darmflora. Auch bestimmte Nahrungsmittel beeinflussen den Kot stärker, indem sie ihn zum Beispiel färben oder mit vielen unverdaulichen Stoffen versetzen.

Formen des Kots beim Menschen
Dadurch, dass der Mensch in der Regel ein Allesfresser ist, kennt er viele verschiedene Kotformen. Dabei defäkiert der Mensch ungefähr zwischen bis zu drei mal täglich und alle drei Tage.
Als optimal gilt aus verschiedenen Gründen ein mittelharter Stuhlgang, der kaum Rückstände am Anus hinterlässt und wurstförmig ist. Er kann ohne Druck und Anstrengung aus dem Körper abgeführt werden und schwimmt auf der Wasseroberfläche.
Tatsächlich stellt diese ideale Kotform, die den Stuhlformen 3 und 4 der Bristol-Stuhlform-Skala entspricht, bei vielen Menschen eher eine Ausnahme dar. Weitere Formen sind:

  • Einzelne, feste Kügelchen
  • Wurstartig und klumpig
  • Einzelne, mehr oder weniger zusammenhängende Klümpchen
  • Flüssiger Abgang

Der ideale Kot reiht sich mittig in dieser Skala ein. Man kann mittels dieser Stuhlform-Skala, die insgesamt sieben Stuhltypen kennt, erste Rückschlüsse auf Verdauung und eventuelle Leiden schließen.

Lebensmittel, die den Kot stark beeinflussen
Möchte man, aus welchen Gründen auch immer, bestimmte Eigenschaften seines Kots ändern, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Spinat, rote Beete und ausreichende Mengen Blattgold färben ihn zum Beispiel. Leinsamen und andere ballaststoffreiche Lebensmittel können helfen, ihn insgesamt zusammenhängender und weniger feucht werden zu lassen.
Verschiedene Medikamente und Haushaltsmittel können ein längeres Verweilen des Kots im Körper und auch ein Abführen desselben bewirken.
Dabei können die Beweggründe, die Konsistenz des Kots – die eben primär ernährungsabhängig ist – zu verändern, vielfältig sein. Bei echten Leiden sollte allerdings ein Arzt konsultiert werden.

Krankheiten, Beschwerden und Störungen im Zusammenhang mit Kot

Kot gibt uns eine gute erste medizinische Auskunft. Dabei ist es wichtig, zu beachten, ob der Kot selbst Unregelmäßigkeiten aufweist oder das Defäkieren an sich problematisch ist. Da viele Körperprozesse mit der Kotbildung zusammenhängen, ist eine genaue Analyse bei Problemen nötig. Gelegentlich nicht zufriedenstellendender Stuhlgang – Durchfall o.ä. – stellt beispielsweise bei wirklich seltenem Auftreten kein Grund zur Panik dar. Meist handelt es sich hierbei um eine Nahrungsmittelunverträglichkeit.
Zudem steht Kot noch mit einer Reihe psychischer Symptome und Eigenheiten im Zusammenhang, die entweder klinisch oder rein sexueller Natur sind.

Anzeichen von Krankheit im Kot selbst
Lässt sich die Konsistenz des Kots nicht unmittelbar auf die Ernährung zurückführen, liegt wahrscheinlich eine Störung im Körper vor. Ständig wässriger Kot deutet auf verringerte Resorbtionsfähigkeit des Darms hin, während zu harter Kot auch mit Dehydrierung in Verbindung stehen kann.
Im Kot selbst kann man durch Analysen auch gezielt nach Bakterien, Pilzen, Blut, bestimmten Markern, die bei Tumorenbildung vorkommen und anderem suchen. Hierfür reicht im Falle von Blut häufig ein Blick aus. Der Stuhl ist in diesem Falle sehr dunkel und eventuell schleimig. Gleichzeitig ist Stuhl im Blut ein sofortiger Grund, einen Arzt aufzusuchen.
Für die Suche nach den anderen Keimen und Substanzen ist eine Laboranalyse hilfreich. Dabei kann auf eine Vielzahl von Krankheiten (siehe Liste zu typischen und häufigen Erkrankungen weiter unten) geschlossen werden. Dazu zählen auch einige parasitäre Tierarten.

Probleme beim Defäkieren
Wenn das Defäkieren selbst problematisch ist, kann dies ebenfalls eine Vielzahl von Gründen haben. Schmerzen beim Defäkieren deuten auf eine Störung der Nerven oder des Darmtraktes hin. Entzündungen und Wucherungen könnten die Ursache sein.
Zu flüssiger Stuhl hat neben Unverträglichkeiten eine große Vielzahl an möglichen Ursachen. Der Durchfall als solcher ist vor allem ein Selbstreinigungsprozess des Körpers – und dieser kennt viele Gründe dafür, Durchfall einzuleiten. Gelegentlicher Durchfall ist dabei eher normal. Meist liegt einfach eine leichte Vergiftungserscheinung, ein Infekt oder etwas ähnliches vor. Legt sich der Durchfall schnell wieder und kommt nicht in Verbindung mit anderen Symptomen, ist dies kein Grund zur Panik.
Eine Verstopfung – also eine Unfähigkeit, Kot abzuführen – ist ein weiteres großes Problem. Eine Verstopfung kann dabei ernsthafte Schäden im Darmtrakt verursachen. Ein kompletter Darmverschluss erfordert sogar oftmals eine Operation. Die Gründe für Verstopfungen können ebenfalls vielfältig sein. Objekte, nicht verdauliche Substanzen, Fehlfunktionen des Darm und sogar Stress können die Ursache sein.
Wann eine Verstopfung bedrohlich ist, ist dabei individuell. Dennoch gilt die Unfähigkeit
zum Defäkieren über drei Tage und länger als bedenklich.


Typische und häufige Erkrankungen, die in Verbindung mit Kot stehen:

Stuhlinkontinenz
Stuhlinkontinenz bezeichnet einen Verlust der Fähigkeit, Kot oder Darmwinde zurückzuhalten. Sie kann durch Nervenschäden (Querschnittslähmung, Schlaganfall, ALS, MS u.a.), durch sensorische Störungen (Hämorrhoiden, Colitis, Diarrhoe, u.a.) und Störungen der Muskeln im entsprechenden Bereich (Tumor, Dammriss, Überdehnung u.a.) verursacht sein.
Der hauptsächliche Leidensdruck ist dabei psychischer Natur, weil das Unvermögen, seinen Darminhalt unter Verschluss zu halten, gesellschaftsübergreifend als frühkindlich und peinlich wahrgenommen wird.
Behandlungsmethoden variieren von Fall zu Fall. Bei Muskelschäden kann operativ eventuell Abhilfe geschaffen werden. Auch kann durch die Einnahme von Abführmitteln das Defäkieren kontrolliert herbeigeführt werden und somit ein prophylaktisches Leeren des Darm vorgenommen werden. Die meisten Gründe für Stuhlinkontinenz sind allerdings nicht behandelbar und erfordern eine Betreuung.

Kot und Antibiotika
Starke Antibiotika können die natürliche Darmflora erheblich schädigen. Die Folgen sind ein geschwächtes Verdauungssystem (Durchfall ist häufig) und das mögliche Verbreiten von anderen Bakterienarten, die nicht positiv für den Darm sind. Zwar ist die Darmflora ständig im Wandel. Es gibt aber bestimmte Bakterien, die den Hauptanteil stellen und notwendig für eine funktionierende Verdauung sind.
Balanciert sich die Darmflora nicht von selbst wieder, muss sie gezielt unterstützt werden. Hierfür kommen die zum Beispiel die Aufnahme von Probiotika und eine Stuhltransplantation infrage.

Kot im psychosexuellen Verhalten und Kot bei psychischen Krankheiten
Kot und das Defäkieren sind zum Teil Aspekte einer Vorliebe für bestimmte Praktiken des BDSM. Dabei kann der Ekel, der mit dem Kot verbunden ist, als reizend wahrgenommen und zum Beispiel als Mittel zur Demütigung verwendet werden. Auch das Kontrollieren des Defäkierens einer Person durch Unterbinden von Toilettengängen oder Einläufen ist verbreitet. Es handelt sich hierbei um sexuelle Spiele, bei denen der Kontrollverlust und die Kontrolle im Vordergrund stehen.
Weitergehend ist das Beziehen von Lust aus dem Spielen, Verspeisen, dem Riechen von Kot und dem Betrachten des Defäkierens. Bei der sogenannten Koprophilie handelt es sich um eine Paraphilie. Erwächst diese aus einer Persönlichkeitsstörungen, ist es ratsam, sich mit dieser auseinanderzusetzen. Ansonsten gilt die Koprophilie, wie alle Paraphilien, die unter Kontrolle gehalten werden oder aufgrund ihrer Form niemanden schädigen, nicht als behandlungswürdig.
Weiterhin steht das absichtliche Defäkieren in einer nicht entsprechenden Situation oder das Zurückhalten von Kot im Zusammenhang mit verschiedenen psychischen Erkrankungen und Konfliktsituation. Zudem stellen das Essen von Kot und das Verwenden von ausdrucksstarker, unkontrollierter Fäkalsprache Symptome dar.
Psychosen (mit Rückfall in kleinkindliche Verhaltensweisen), Konflikte mit Autoritätspersonen, das Pica-Syndrom und das Tourette-Syndrom sind hierbei die häufigsten Ursachen.

Fragen und Antworten zum Kot

Ist häufiger Schleim Kot ein Grund zur Sorge oder ist dies durch Feuchtigkeit bedingt?
Schleim im Kot, der wirklich sichtbar und fühlbar ist, sowie Rückstände am Anus (beim Abwischen) hinterlässt, ist häufig ein Symptom. Hier können bakterielle Infektionen, abgestorbene Darmschleimhaut, oder die Aktivitäten von Parasiten ursächlich sein. Bei regelmäßigem Auftreten von Schleim sollte der Stuhl untersucht werden.

Kann man seinen Körper vollständig von Kot entleeren?
Nein. Auch der Verzicht auf Nahrung und eine Darmspülung werden den Körper nicht völlig von Kot befreien. Denn schließlich wird über die Ausscheidung durch den Darm auch anderes Material wie Stoffwechselrückstände und abgestoßene Hautzellen transportiert. Wenn sich genug gesammelt hat, liegt wieder Kot im Darm vor.

Sollte man beim Stuhlgang pressen, um möglichst allen Kot aus dem Rektum abzuführen?
Beim Stuhlgang stark zu pressen, ist generell schlecht. Zum einen setzt man sich selbst und seinen Körper offensichtlich damit unter Stress. Lässt sich der Kot trotz Drang nicht problemlos abführen, hat dies eine Ursache. Häufig ist es stressbedingt. Zu pressen verstärkt diesen Effekt.
Zudem begünstigt das Pressen die Ausbildung von Hämorrhoiden.

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