Intensivbetten

Was sind Intensivbetten?

Als Intensivbett wird ein spezielles Bett bezeichnet, das z. B. in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Arztpraxen für eine intensivmedizinische Betreuung eingesetzt wird. Im Vergleich zum herkömmlichen Pflegebett verfügen Intensivbetten zahlreiche Anschlussmöglichkeiten für medizinische Geräte wie etwa Beatmungsmaschinen, Elektrokardiografen oder Dialysegeräte.

Das Wort Intensivbett hat aufgrund der Corona Krise 2020 eine besondere Relevanz erhalten. Die Betten der Intensivstationen gehören zu den wichtigen medizinischen Ausrüstungen, die bei einem zu schnellen Anstieg der Infektionszahlen zu einer Überlastung der Krankenhäuser führen könnten. Daher wurden diverse Maßnahmen ergriffen, um eine ausreichende Anzahl an Intensivbetten pro Einwohner zu gewährleisten.

Intensivbett Definition

Ein Intensivbett ist ein Bett zur intensivmedizinischen Versorgung von Patienten in einem kritischen bis lebensbedrohlichen Zustand. Es gewährleistet aufgrund seiner Konstruktion eine optimale Beobachtung, Pflege und Behandlung der Patienten. Meistens sind mit dem Wort die Betten einer Intensivstation vom Krankenhaus gemeint.

Allerdings gehören auch Schwerkrankenbetten in anderen Einrichtungen, welche Überwachungseinrichtungen bieten, zu den Intensivpflegebetten. Darüber hinaus gibt es auch psychiatrische Intensivbetten, welche vornehmlich zur Patienten-Fixierung eingesetzt werden. Aufwachbetten zählen hingegen nicht zu den Intensivbetten.

Betten auf einer Intensivstation benötigen für die diversen Gerätschaften und Anschlüsse besonders viel Platz. Notwendig sind in etwa 20 bis 25 m² Fläche pro Patient. Außerdem sollten sich etwa 16 bis 20 Steckdosen in unmittelbarer Nähe befinden.

Ein Intensivbett bietet im Vergleich zum normalen Pflegebett auch eine bessere Möglichkeit für das sogenannte Monitoring des Erkrankten. Als Patienten-Monitoring wird die Überwachung von Vitalwerten und Laborparametern von Patienten bezeichnet.

Das Fachpersonal kann auf diese Weise Werte wie den Blutdruck, den Sauerstoffgehalt im Blut, die Körpertemperatur oder die elektrische Herzaktivität (EKG) der Patienten kontinuierlich überwachen. Solche und weitere Vitalwerte werden dabei auf Monitoren angezeigt und meistens auch an eine Überwachungszentrale weitergeleitet. Bei kritischen Veränderungen der Werte ertönt ein Warnsignal, welches ein rasches Handeln des Medizinpersonals ermöglicht.

Bei Intensivbetten lässt sich, wie auch bei herkömmlichen Krankenhaus-Betten, die Liegefläche in mehreren Achsen verstellen. Dies kann sowohl den Patienten selbst als auch das Fachpersonal entlasten. Zu den wichtigen Ausrüstungen von Intensivbetten zählen beispielsweise auch Beatmungsmaschinen, Dialysegeräte, Verfahren zur Blutreinigung (Aphrese) oder Medikamentenpumpen.

Corona Krise

Die Bedeutung von Intensivbetten in der Coronavirus Pandemie

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Die Anzahl Betten auf der Intensivstation während der Corona-Krise

Wie bereits einleitend erwähnt, haben Intensivbetten in der Corona Krise eine besondere Bedeutung erlangt. Steigt die Anzahl der Infizierten schnell, werden auch entsprechend viele Krankenhauskapazitäten benötigt.

Zu den in der Coronavirus Pandemie relevanten medizinischen Ausrüstungen zählen vor allem die zur Verfügung stehenden Intensivbetten der Krankenhäuser. Aus genanntem Grund wurde im März 2020 eine Datenplattform geschaffen. Diese ermöglicht den Krankenhäuser bundesweit alle belegten und freien Intensivbetten zu melden.

Dieses Register wurde vom Robert-Koch-Institut (RKI), der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Norfallmedizin (DIVI) und der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) entwickelt. In Deutschland gibt es etwa 1.2000 Krankenhäuser, von denen fast alle ihre zur Verfügung stehenden Betten an die Datenplattform melden.

Arten & Unterscheidung

In der Datenbank ist vor allem die Unterscheidung folgender Kategorien für die Coronavirus Pandemie relevant:

  • Low Care Betten
    Low Care Betten ermöglichen eine nicht invasive Sauerstoff-Beatmung mittels Gesichtsmaske. Diese unterstützt die normale Atmung und kann jeder Zeit abgenommen werden.
  • High Care Betten
    High Care Intensivbetten verfügen über spezielle Maschinen zur künstlichen Beatmung. Hierbei wird ein gebogenes Rohr aus Kunststoff (Tubus) über den Mund des Patienten in die Luftröhre geschoben. Der Patient muss hierfür in ein künstliches Koma versetzt werden. Dieses Beatmungsgerät baut einen Lungendruck auf und übernimmt auf diese Weise die Atmung des Patienten.
  • ECMO Betten
    Als ECMO Betten werden Intensivbetten bezeichnet, welche über eine sogenannte ECMO-Maschine verfügen. Die Sauerstoffversorgung erfolgt hierbei direkt über das Blut und nicht über die Lunge. Der Vorgang erfolgt extrakorporal, also außerhalb des Körpers. Die Maschine entfernt Kohlendioxid aus dem Blut und reichert dieses mit Sauerstoff an, bevor sie das Blut wieder in den Körper des Patienten pumpt.
ECMO ist die englische Abkürzung für Extra-Corporeal Membrane Oxygenation, was auf deutsch extrakorporale Membranoxygenierung bedeutet. Diese Maschine wird auch als „künstliche Lunge“ oder ECLA (extrakorporale Lungenunterstützung) bezeichnet.

Statistiken & Kapazität

Wie viele Intensivbetten gibt es in Deutschland?

Die Anzahl an Intensivbetten wird mittels des Jahresdurchschnittswert ermittelt. Im Jahr 2018 wurden insgesamt etwas über 28.000 Intensivbetten in 1.160 Krankenhäusern in Deutschland geführt. Die meisten davon, also ca. 25.000, verfügen über die Möglichkeit einer Beatmung. Somit besitzt Deutschland die meisten Intensivbetten pro Einwohnerzahl in Europa.

Anzahl der Intensivbetten pro Einwohner in Deutschland und weltweit

Deutschland hat europaweit die höchste Anzahl an Intensivbetten pro 100.000 Einwohner. Auch im internationalen Vergleich steht Deutschland sehr gut dar. Die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit) hat  Daten für die Anzahl an Intensivbetten von 10 Mitgliedsstaaten erhoben. Hierbei wurden Daten aus den Jahren 2013 bis 2020 verwendet.

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Deutschland hat vergleichsweise vielen Intensivbetten pro Einwohner-Zahl

Intensivbetten pro 100.000 Einwohner im Vergleich:

In Deutschland gibt es durchscnittlich 33,9 Intensivbetten pro 100.000 Einwohner. Zum Vergleich sehen Sie nachfolgend die Anzahl der Intensivbetten pro Einwohnerzahl in anderen Ländern:

  • Österreich: 28,9
  • USA: 28,8
  • Spanien: 9,7
  • Italien: 8,6

Sowohl Deutschland als auch andere Länder versuchen allerdings kontinuierlich die Kapazitäten auszubauen.

Krankenhausbetten pro 100.000 Einwohner im Vergleich:

Weiterhin hat die OECD die Ausstattungen der Krankenhausbetten von 33 Mitgliedsstaaten verglichen. Auch hierbei schneidet Deutschland gut ab.

Deutschland besitzt durchschnittlich 600 Krankenhausbetten pro 100.000 Einwohner. In anderen Ländern weltweit sieht die Lage wie folgt aus:

  • Japan: 780
  • Südkorea: 710
  • Frankreich: 310
  • Italien: 260
  • USA & Spanien: jeweils 240
  • Schweden, Kanada & Chile: jeweils 200

Quelle: OECD Bericht – Beyond Containment: Health systems responses to COVID-19

Kosten pro Tag?

Wie viel kosten ein Bett auf der Intensivstation pro Tag?

Je nach Schwere der Krankheit bzw. Verletzung des Betroffenen können die Kosten pro Tag für ein Intensivbett variieren. Studien kamen dabei auf folgende durchschnittliche Preise:

  • Normales Krankenhausbett: 200 € pro Tag
  • Bett auf der Intermediate Care Station: 450 € täglich
  • Bett auf der Intensivstation: 1.400 € pro Tag

Weitere Informationen zu den Kosten vom Intensivbett finden Sie hier: Intensivstation – Kosten.


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