Geschichte der Hypnose (ausführliche Version)

Die Geschichte der Hypnose

Die Geschichte der Hypnose die Hypnosetherapie zählt zu den ältesten nachweisbaren Formen der Therapie überhaupt, seit der Mensch Geschichte schreibt. Für Hypnose gibt es sehr viele unterschiedliche Bezeichnungen, heutzutage ist ein typisches Synonym dafür auch Trance.

Es war einmal in Ägypten

hypnose altes ÄgyptenVor langer Zeit gab es bereits Keilschriften aus den Ländern, die sich nahe am Euphrat und Tigris befanden, diese uralten Schriften sind bis heute erhalten. Bereits in der frühesten Zeit der Menschheit, wie zum Beispiel im Schamanismus kam es zu hypnotisch hervorgerufenen Zuständen. Die Sumerer gelten als das älteste Kulturvolk der Menschheit und praktizierten bereits 4000 Jahre v. Chr. erfolgreich mit Hypnosetherapien. Der weltweit älteste Text über Hypnose stammt aus Ägypten, die Rede ist vom Papyrus Eber. Diese Schriftrolle wurde bereits 1500 Jahre v. Chr. verfasst. Im Land Ägypten waren die Kulte Serapis und Isis weit verbreitet. Darunter versteht man den so genannten Tempelschlaf.

Damalige praktische Anwendungsgebiete

Damals war es das Ziel, vor allem Krankheiten zu heilen und Veränderungen auf der Identitätsebene zu unterstützen. Es kam zu Hypnose, wenn es zum Beispiel um Rituale ging, in denen ein Jugendlicher zum Erwachsenen begleitet wird. Rhythmische Trommeln kamen zum Einsatz, damit der Kranke in einen tranceähnlichen Zustand versetzt werden konnte. In diesem ganz besonderen menschlichen Zustand ist es möglich, einen Zugang zum Unterbewusstsein zu bekommen. Das menschliche Gehirn kann dann besser neue Informationen aufnehmen. Der Grund, weshalb die Hypnose lange einen schlechten Ruf hatte war die Zeit der Inquisition. Die Inquisitoren sahen in der Hypnose nichts anderes, als reine Hexerei. Deshalb wurde der Trancezustand als Werk des Teufels bezeichnet.

Die alten Griechen

Auch die alten Griechen verwendeten entsprechende Heilungen. Die Tradition wurde von den Griechen sogar noch verfeinert, wenn es zu Beispiel zu Behandlungen psychische Leiden im Schlaftempel kam. Es waren die Mönche, die damals den leichten Schlaf beim Patienten nutzten, denn es wurden während dessen positive Suggestionen gegeben. Dies waren die ersten kleinen Schritte der Psychotherapie. In der Zeit der griechischen Antike fasste die Hypnose später Fuß. Die Patienten waren so stark in Trance, dass sie die Botschaften als göttliche Stimmen vernahmen. Deshalb glaubten sie auch fest daran geheilt zu werden. Es kam zu erstaunlichen Ergebnissen durch diese ganz besondere Form der Behandlung im Halbschlaf. Der Kult des Tempelschlafes wurde im Jahr 291 v. Chr. deshalb von den Römern wegen seiner Heilungswirkung übernommen.

Begriff und Namensgebung

Hypnose SelbsthypnoseDer Begriff Hypnose leitet sich vom griechischen Wort hypnos ab, die Übersetzung dafür heißt Schlaf. Was den therapeutischen und medizinischen Bereich betrifft, so wurde die Hypnose erst im 19. Jahrhundert von einem englischen Arzt namens James Braid angewendet und publik gemacht unkt heutzutage versteht man unter Hypnose allerdings nicht wirklich Schlaf, sondern eher einen besonderen Zustand. Bei der Hypnose geht es eher um eine Mischung aus wach sein und schlafen.

Mesmerische Streichungen

Im 17. Jahrhundert war das Bild der Hypnose ganz besonders von Franz Anton Mesmer geprägt. Hypnose wurde als etwas Fantastisches dargestellt. Dieser Mann kam dahinter, dass keine besonderen Hilfsmittel notwendig waren, um den hypnotischen Zustand zu erreichen. Nicht einmal Halbschlaf war die Voraussetzung dafür. Von ihm wurde die Hypnose auf den Magnetismus im eigenen Körper zurückgeführt. Dieser Magnetismus wurde auf die Patienten übertragen, in dem diese von oben nach unten körperlich abgestrichen wurden. Von dieser Variante leitet sich bis heute der bekannte Begriff mesmerische Streichungen ab. Diese Methode sorgte natürlich im 17. Jahrhundert schnell für Schlagzeilen und erregte großes Aufsehen durch die zahlreichen Heilerfolge. Es kam aber auch zu Feindseligkeiten unter anderen Ärzten. Infolgedessen floh Mesmer nach Paris. Dort zählte sogar Marie Antoinette zu seinen Kunden. Er behandelte auch andere Mitglieder des französischen Hofs mit seiner Methode. Infolgedessen konnte er sich sicher fühlen.

Wichtige Vorreiter der Hypnose

Ein wichtiger Vorreiter der heutigen Suggestionslehre ist auch der Portugiese Abbé Faria gewesen. Er studierte die besonderen Zustände in Indien und war überzeugt davon, dass es sich hierbei nicht um den Einfluss von Magnetismus handelnde. Er glaubte schlichtweg an die Kraft der Suggestion und der starken Worte.Hypnose Selbsthypnose uhr Die wissenschaftlich fundierte und seriöse Hypnose wurde vom englischen Augenarzt James Braid weiter vorangetrieben. Er hatte das Ziel, der Hypnose wissenschaftlich auf den Grund zu gehen und wollte sich deshalb neutral mit dem Trance Zustand auseinandersetzen. Er machte Versuche mit Familienmitgliedern, bis es zu eindeutigen Beweisen kam, dass Hypnose auch wirkt. So war er quasi der erste englische Psychotherapeut der mithilfe der Hypnose positive Prozesse hervorrufen konnte. Dadurch, dass er von seinen Patienten verlangte, dass sich mit den Augen auf einen Gegenstand fixierten konnte er quasi Müdigkeit hervorrufen und es kam zu einem schlafähnlichen Zustand. In seinem Buch, welches 1863 in England erschien veröffentlichte er seine Kenntnisse. Zur damaligen Zeit bekam er für das Buch und seine Studien aber keine Anerkennung, denn es waren andere Heilmethoden, die vom Volk akzeptiert wurden.

Der Pariser Arzt A.A. Liébeault und Professor Hypolyte Bernheim

Davon ließ sich allerdings der Pariser Arzt A.A. Liébeault nicht beeindrucken. Deshalb überprüft er die Ergebnisse noch einmal genau und bestätigte diese. Seine Ergebnisse wurden im Jahr 1866 in seinem Buch veröffentlicht, auch er hatte damit keinen Erfolg in der Gesellschaft. Es war Professor Hypolyte Bernheim, der Jahren nachher aufmerksam wurde. Er beschäftigte sich besonders stark mit dem hypnotischen Phänomen und schrieb im Jahr 1886 ebenfalls ein Buch darüber. Weil die Hypnose zu dieser Zeit endlich entsprechende wissenschaftliche Anerkennung ernten durfte kam es auch zum erfolgreichen Einsatz dieser Therapiemöglichkeit. Es kam zur Gründung der Schule von Nancy. Erst ab jetzt wurde die Hypnose offiziell wissenschaftlich angewendet. Es war zum Beispiel auch Siegmund Freud, der sich dieser Lehre widmete. Er begründete später die Psychoanalyse.

Sigmund Freud

Sigmund Freud setzte sich stark mit dem Thema Hypnose auseinander und war von dieser Methodik fasziniert. Deshalb kam er oft nach Frankreich, um sich selbst dort unterweisen zu lassen. Die Lehre der Autosuggestion wurde von Emile Coué entwickelt. Er veranschaulichte, dass es sich bei jeder Hypnose um eine Selbsthypnose handelt. Es geht nur darum, dass eine starke Vorstellungskraft im Patienten hervorgerufen werden muss. Bis heute sind beliebte Varianten der Hypnose, wie zum Beispiel die Suggestion: „mir geht es von Tag zu Tag in jeder Hinsicht immer besser und besser“ von ihm geprägt. Der Oberarzt an der Heilanstalt namens Martin Charcot genoss international einen hervorragenden Ruf. Weil sein Wort großes Gewicht hatte konnte er sogar Siegmund Freud begeistern, aber auch viele andere Größen im Bereich der Ärzte. Die Pariser Schule wurde von ihm begründet. Diese arbeitete hauptsächlich mit geisteskranken Menschen.

Autogenes Training in der neueren Zeit

Es war I. H. Schulz, der die Hypnose als therapeutische Methode in der neueren Zeit beliebte. Es kam zum so genannten Autogenen Training. In diesem Fall handelt es sich um ein relativ einfaches Verfahren für die Selbsthypnose. In den USA ist es der Hypnosetherapeut und Arzt Milton Erickson gewesen, der diese Hypnosetechnik weiterentwickelte und in den achtziger Jahren stark voranbrachte. Ganz besonders in den letzten 20 Jahren gibt es im deutschsprachigen Raum wichtige Entwicklungen im Bereich der Psychotherapie. Große Namen, wie zum Beispiel J. J. Philip Zindel, Gunther Schmid, Agnes Kaiser Rekkas oder Hans Kanitschar sind einige der wichtigen in diesem Bereich. Die Hypnose kommt sowohl im psychotherapeutischen Bereich und in der Medizin, als auch in der Psychotherapie erfolgreich zum Einsatz. Auch viele Kliniken verwenden die Hypnosetherapie mit großem Erfolg.

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