Blei

Auch bekannt als:

Bleispiegel im Blut
Bezeichnung: Blei
Ähnliche Tests: zpp


Auf einen Blick

Warum wird Blei untersucht?

Zur Suche nach einer erhöhten Bleikonzentration im Blut bei Verdacht auf eine akute oder chronische Bleiintoxikation.

Bei welchen Erkrankungen sollte Blei untersucht werden?
Wenn gastrointestinale, neurologische, hämatologische oder andere Symptome auf eine Blei-Exposition am Arbeitsplatz oder zu Hause hindeuten. In dieser Hinsicht sind vor allem Kinder gefährdet. Zudem wird die Blei-Bestimmung als Vorsorgeuntersuchung bei Berufstätigen mit erhöhter Bleibelastung durchgeführt.

Aus welchem Probenmaterial wird Blei durchgeführt?
Aus einer venösen Blutprobe (üblicherweise aus einer Armvenenpunktion). Ggf. ist auch eine Urinuntersuchung sinnvoll.


Das Probenmaterial

Was wird untersucht?

Die Bestimmung der Bleikonzentration im Blut erfolgt aus venösem Vollblut, das mit Lithium-Heparin antikoaguliert wurde. Entscheidend ist, daß die Bestimmung aus Vollblut und nicht aus Plasma oder Serum durchgeführt wird, da sich 90% des in der Blutbahn befindlichen Bleis in den Erythrozyten befinden.
Zusätzlich kann auch die Bleimenge, die im Urin über 24 Stunden abgegeben wird, gemessen werden.

Wie wird das Probenmaterial für die Untersuchung gewonnen?
Üblicherweise wird venöses Blut aus einer Armvenenpunktion gewonnen. Wichtig ist, daß für die Abnahme eine metallfreies Abnahmesystem verwendet wird, um artifizielle Bleikontaminationen zu vermeiden.
Für die Messung der Bleikonzentration im Urin wird das Probenmaterial in den meisten Fällen entsprechend den Standardbedingungen, wie sie auch für die Kreatinin-Clearance gelten, über 24 h gesammelt. Ein Zusatz zum Urin ist nicht erforderlich. Der Anforderer sollte dann ein Aliquot des Sammelurins in einem Plastikröhrchen zusammen mit der dokumentierten Sammelzeit und Sammelmenge an das Labor schicken.


Der Test

 


Hinweise & Störungen

Stabilität und Probentransport

Die Bleikonzentration im Vollblut und Urin ist bei Raumtemperatur längere Zeit stabil.
Die Bestimmung der Blutkonzentration sollte aus Vollbut erfolgen, das mit Lithium-Heparin als Antikoagulanz versetzt ist.

Die Urindiagnostik erfordert üblicherweise eine Sammlung über 24 h (entsprechend den Standardbedingungen der Bestimmung der Kreatinin-Clearance). Stabilisierende Zusätze zur Urinprobe sind nicht erforderlich.

Referenzbereiche (Erwachsene)
Bleikonzentration im Vollblut:Störfaktoren und Hinweise auf Besonderheiten

Probenmaterial
Die Blutkonzentration von Blei sollte aus Vollblut, welches mit Lithium-Heparin antikoaguliert ist, bestimmt werden. Andere Antikoagulantien eignen sich unter anderem aufgrund der Komplexbildung nicht. Serum und Plasma sind keine geeigneten Materialien, da sich ca. 90% des Blutbleis in den Erythrozyten befinden.

Kontamination
Die Gefahr einer artifiziellen Bleikontamination ist nicht gering. Insbesondere sollten metallfreie Komponenten für die Probennahme verwendet werden. Dies gilt insbesondere für die Punktionsnadel einer Venenpunktion.

Nahrungsabhängigkeit
Die Bleiaufnahme zeigt eine Nahrungsabhängigkeit, wobei insbesondere Nahrungskarenz zu einer stark erhöhten Bleiresorption führen kann.

Eisenmangel
Eisenmangel hemmt sowohl die enterale als auch die erythrozytäre Aufnahme von Blei und hat somit einen potenzierenden Effekt auf die Bleiaufnahme.

Richtlinien zur Qualitätskontrolle
Für die Bestimmung von Blei gibt es derzeit keine externe Qualitätskontrolle entsprechend der Richtlinien der Bundesärztekammer (RILIBÄK). Externe Ringversuche werden angeboten.


Häufige Fragen

Welche Produkte enthalten neben Farben und Keramik immer noch Blei?

Zu den Produkten, die immer noch Blei enthalten, gehören unter anderem Batterien, einige Leitungsrohre, Lötapparate, Munition, Dächer, Industriefarben und Abschirmungsmaterialien für Röntgenstrahlen.

Wodurch kann man belastet werden? Reicht das Berühren dieser Gegenstände um den Blutspiegel zu erhöhen?
Das reine Halten oder Berühren eines Bleiobjektes verursacht keine Vergiftungen. Aber das Einatmen oder die orale Aufnahme von Blei können zu einer erhöhten Bleibelastung führen. Einige Beispiele für Situationen, bei denen es zu Bleivergiftungen kommt:

  • Das Einatmen von Staub bei Renovierungen von alten Häusern
  • Das Trinken verunreinigten Wassers, zum Beispiel aus alten Bleirohren
  • Das Verbrennen von Batterien und mit Bleifarbe behandeltem Holz in Kaminen

Welche Tätigkeiten können mit einer Bleibelastung einhergehen?

Tätigkeiten, die den Beschäftigten und seine Familie einem erhöhten Belastungsrisiko aussetzen, sind unter anderem:

  • Bleigießereien
  • Baustellen
  • Stahlschweißen
  • Brückenkonstruktionen
  • Ausbilder und Putzhilfen auf Schießständen
  • Autowerkstätten
  • Kabelbinder
  • Metallschrottverwertung
  • Renovierungs- und Verschönerungsarbeiten

Gibt es Wege um sich selbst und seine Familie vor einem Verschleppen von Blei von einem gefährdeten Arbeitsplatz zu schützen?

Ja. Bei Arbeiten mit möglicher Belastung mit Bleistaub oder –dunst ist zu beachten:

  • Vor dem Essen, Trinken oder Rauchen die Hände waschen
  • Nur in Bereichen, die frei von Bleidämpfen oder -staub sind Essen, Trinken oder Rauchen
  • Tragen eines passenden Atemschutzes mit HEPA-Filter. Eine Rasur verbessert den Abschluß der Maske mit dem Gesicht
  • Straßenschuhe an einem sauberen Ort aufbewahren. Wechseln der Kleidung und Schuhe vor der Arbeit mit Blei
  • Direkt nach der Arbeit mit Blei duschen
  • Die Arbeitskleidung in der Arbeitsstelle oder zumindest getrennt von anderer Wäsche waschen

Wie findet man heraus, ob ein Arbeitsplatz gefährlich ist?

Die geeigneten Kontaktstellen sind in Deutschland die Berufsgenossenschaften sowie die Arbeitsmedizin.


Weiterführende Links zum Thema

AWMF Leitlinie, Arbeiten unter Blei und seinen Verbindungen:
https://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/002-001.htm

Leitlinie der Gesellschaft für pädiatrische Allergologie:und Umweltmedizin: https://www.gpaev.de/typo/fileadmin/user_upload/GPA/dateien_indiziert/Leitlinien/umw_Leitlinie_Blei.pdf

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