Erythrozyten

Auch bekannt als:

Rote Blutkörperchen, Erys, RBC (red blood cells); Erythrozytenindices mch, mcv, mchc,
Bezeichnung: Erythrozyten
Ähnliche Tests: Blutbild, Hämoglobin, Hämatokrit, Vitamin B12, CBC,Hemoglobin Variants, Folate


Auf einen Blick

Warum wird die Anzahl von Erythrozyten untersucht?

Der Test wird eingesetzt, um Änderungen der Zahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) zu erkennen und eine Diagnose, z. B. Anämie, daraus abzuleiten.

Bei welchen Erkrankungen sollte die Erythrozytenzahl bestimmt werden?
Der Test ist ein Basis-Parameter jedes Blutbildes, welches bei einer Vielzahl von Fragestellungen angefordert wird (z.B. chronische Entzündungen, vor und nach Operationen, Leistungsschwäche…).

Aus welchem Probenmaterial wird der Test durchgeführt?
Aus einer Blutprobe einer Armvene oder einem Blutstropfen aus dem Finger (Kinder & Erwachsene) oder der Ferse (Neugeborene).


Das Probenmaterial

Was wird untersucht?

Bei diesem Test wird die Zahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) in einem festen Volumen Blut bestimmt und als Anzahl pro Mikroliter (µl), Nanoliter (nl) oder Pikoliter (pl) Blut angegeben. Erythrozyten werden im Knochenmark produziert, sie transportieren Sauerstoff aus der Lunge zu den Körperzellen und Kohlendioxid zurück in die Lunge. Die Zahl der Erythrozyten nimmt im Laufe des Lebens ab und ist bei Frauen im Allgemeinen niedriger als bei Männern.

Wie wird das Probenmaterial für die Untersuchung gewonnen?

Aus einer Blutprobe einer Armvene oder einem Blutstropfen aus dem Finger (Kinder & Erwachsene) oder der Ferse (Neugeborene).


Der Test

Wie wird der Test eingesetzt?

Dieser Test wird durchgeführt, um Änderungen der Erythrozytenzahl nach oben oder unten feststellen und bewerten zu können. Diese Änderungen müssen immer zusammen mit anderen Blut-Parametern, wie Hämoglobin und Hämatokrit, betrachtet werden.

Wann könnte der Test sinnvoll sein?
Der Test ist ein Teil des kompletten Blutbildes (CBC = complete blood count, kleines Blutbild), welches für eine Vielzahl von Fragestellungen angefordert wird, z. B. auch für einen Gesundheitscheck. Außerdem wird der Test in regelmäßigen Abständen wiederholt, um Patienten mit anhaltender Blutung, chronischer Anämie oder Polyzythämie zu überwachen.

Was bedeutet das Testergebnis?
Eine hohe Erythrozytenzahl (RBC) kann ein Hinweis auf einen angeborenen Herzfehler, eine Dehydrierung, obstruktive Lungenerkrankungen (z.B. Asthma bronchiale) oder eine gesteigerten Aktivität des Knochenmarks sein. Ferner kann eine hohe Zahl roter Blutkörperchen auf eine (angeborene) Beta-Thalassämie hindeuten.

Bei niedrigen Erythrozytenzahlen kommen Diagnosen wie Anämie, Blutung, bestimmte Nierenerkrankungen, unzureichende Aktivität des Knochenmarks (z.B. bei Tumoren oder nach Bestrahlung oder Chemotherapie), Unterernährung oder andere Gründe in Frage. Auch durch einen Mangel bestimmter Nahrungsbestandteile, wie Eisen, Folsäure, Vitamin B6 und b12 kann die Erythrozytenzahl sinken.

Die Menge der Erythrozyten hängt mit dem Hämoglobin-Wert (Hb) zusammen. Sinken beide Werte unter die Normalgrenze, so deuted dies auf eine Anämie hin.  Durch die Bestimmung des mittleren Erythrozytenvolumens (mcv [fl]) und des mittleren corpuskulären Hämoglobins (mch [pg]) kann man die Ursache einer Anämie weiter eingrenzen.

Gibt es weiteres, das ich wissen sollte?
Schwangere haben in Folge ihres erhöhten Flüssigkeitshaushaltes eine i.d.R. leicht erniedrigte Erythrozytenzahl, da ihre Blutkörperchen „verdünnt“ werden.

Ein Leben in höheren Lagen erhöht die Zahl der roten Blutkörperchen. Das ist eine natürliche Reaktion des Körpers auf den erniedrigten Sauerstoffgehalt der Luft in Hochlagen.

Die Einnahme des Hormons Erythropoietin durch Sportler (zur Leistungssteigerung durch vermehrte Sauerstoffbereitstellung durch vermehrtes Hämoglobin) kann ebenfalls die Ursache für einen hohen Erythrozytenwert sein sein.

Schließlich können manche Medikamente die Erythrozytenzahl erhöhen.

Retikulozyten sind junge, noch unreife Erythrozyten, die sich gerade aus Vorläuferzellen neu gebildet haben.  Die Retikulozytenzahl zeigt die Regenerationsrate der Erythrozyten an (Abklärung der Anämieursache, Monitoring des Therapieerfolgs).


Hinweise & Störungen

Stabilität und Probentransport

Die Probe muss antikoaguliert sein und ist bei Raumtemperatur oder bei 4°C über mehrere Tage für diesen Wert (RBC) stabil.

Referenzbereich

Männer 4,6 – 5,9 x 109/L
Frauen 4,2 – 5,4 x 109/L
Kinder (1 Mo) 3.9 – 5,9 x 109/L
Kinder  (ab 2 J) 3.8 – 5,4 x 109/L

Störfaktoren und Hinweise auf Besonderheiten

Denaturierung durch Wärme, Einfrieren, Erschütterung oder zu starke Saugwirkung bei dünner Nadel bei der Blutentnahme führen zu einem Zerfall der roten Blutkörperchen (Hämolyse).

Richtlinien zur Qualitätskontrolle
Die Qualitätskontrolle für die Erythrozytenzahl muß entsprechend der Richtlinien der Bundesärztekammer (RILIBÄK) durchgeführt werden, die Teilnahme an externen Ringversuchen ist Pflicht. Daneben sind Grenzen für die interne Qualitätskontrolle vorgegeben (Richtigkeit und Präzision).


Häufige Fragen

  1. Wie wird eine abnorme Erythrozytenzahl behandelt?
    Eine richtige Behandlung setzt voraus, dass die genaue Ursache der Störung festgestellt wird. Danach können Vitamin– oder andere Zusatz-Präparate, eine Änderung der Ernährungsweise oder auch eine Bluttransfusion Therapieansätze sein, wie auch das Um- oder Absetzen eines bis dato genommenen Medikamentes oder das Einnehmen eines Wirkstoffes, der das Knochenmark zu neuer Blutproduktion anregt.  Es muss evtl. auch die Ursache eines chronischen Blutverlustes behandelt werden (Magenschleimhautblutungen, Hämorrhoidenblutung, Darmpolypen, Tumore u.a.m.).
  2. Kann die Erythrozytenzahl zu Hause bestimmt werden?
    Nein, hierfür ist geschultes Personal in klinischen Laboratorien zuständig.
  3. Kann eine gesunde Lebensweise dazu beitragen, die Zahl der roten Blutkörperchen auf optimalem Niveau zu halten?
    Eine gesunde, ausgewogene Ernährung trägt insofern zu einer optimalen Erythrozytenzahl bei, dass genug Eisen aufgenommen wird und somit einer Eisen-Mangelanämie vorgebeugt wird.  Da Eisen v.a. in Fleischprodukten vorkommt, besteht bei Vegetariern ein erhöhtes Risiko für einen Eisenmangel. Krankhafte, nicht nahrungsmittelbedingte Ursachen einer gestörten Erythrozytenzahl können kaum durch eine Umstellung der Ernährung behandelt werden.
  4. Gibt es Warnsignale, die auf eine zu niedrige oder zu hohe Erythrozytenzahl hinweisen?
    Hinweise auf zu wenig rote Blutkörperchen können vermehrte Erschöpfung, Blässe, Kurzatmigkeit oder Ohnmachtsanfälle sein.
    Eine zu hohe Erythrozytenzahl kommt meist durch eine Dehydrierung indirekt zu Stande (das Blut wird dicker, die Erythrozyten erscheinen konzentrierter). Symptome dieses Flüssigkeitsmangels können Schwindel oder auch kurzfristige Wesensänderungen sein.

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