HIV–Antikörper

Auch bekannt als: 

hiv-Viruslast, hiv-p24 Antigen, aids–Screening, hiv-Serologie
Bezeichnung: hiv 1, 2 – Antikörper Test
Ähnliche Tests: 


Auf einen Blick

Warum werden hiv-Antikörper untersucht?

Um festzustellen, ob eine  hiv Infektion vorliegt und bereits Antikörper gegen das Virus gebildet wurden

Wann sollte man einen hiv-Test durchführen lassen?
Unmittelbar bei Verdacht auf eine Infektion sowie ein bis drei Monate, nachdem eventuell ein Kontakt mit dem Virus bestanden hat. Je nach verwendetem Assay dauert es durchschnittlich 20 bis 31 Tage, bis eine hiv-Infektion nachweisbar wird.

Aus welchem Probenmaterial wird der hiv-Test durchgeführt?
Für die Bestimmung von hiv-1 und hiv-2 Antikörpern bzw. für den kombinierten Antikörper/Antigen Nachweis wird Serum, EDTA oder Heparinplasma verwendet. Eine Bestimmung aus Zitratplasma ist abhängig vom Verfahren ebenfalls möglich. Eine Blutprobe wird über eine Armvene abgenommen.

Daneben stehen Verfahren zur Verfügung, die direkt das hiv Virus nachweisen und neben Blut auch über den Urin oder Speichel oder weitere Materialien durchgeführt werden können.


Das Probenmaterial

Was wird untersucht?

hiv, das „menschliche Immundefizienz–Virus“, verursacht aids (erworbenes Immunabwehrschwäche–Syndrom), da es das Immunsystem zerstört und den Körper anfällig für Infektionskrankheiten macht. Dieser Test weist hiv-spezifische Antikörper im Blut nach.  hiv–Antikörper werden vom Körper produziert und können 2 – 4 Wochen nach Kontakt mit dem Virus im Blut nachgewiesen werden. hiv-Antigen ist häufig bereits vor der Serokonversion, also dem Auftreten von hiv-Antikörpern, nachweisbar. Aus diesem Grund werden als erste „Screeninguntersuchung“ sowie auch zur Untersuchung von Blutspendern in Deutschland und Europa in der Regel Kombinationsteste eingesetzt, die gleichzeitig hiv-1,2 Antikörper und das p24 Antigen bestimmen.

Wie wird das Probenmaterial für die Untersuchung gewonnen?

Das Blut wird über eine Armvene entnommen. Es gibt aber auch Tests, welche das Virus direkt über andere Materialien, wie z.B. Urin oder Speichel nachweisen können.


Der Test

Wie wird der Test eingesetzt?

hiv–Tests werden eingesetzt um zu bestimmen, ob eine Person mit hiv infiziert ist Eine frühzeitige Behandlung einer hiv – Infektionsowie die regelmäßige Überwachung des Immunstatus (Monitoring) können gut dazu beitragen, über einen langen Zeitraum gesund zu bleiben. Auch das Wissen, dass man hiv – infiziert ist, kann helfen, Verhaltensweisen zu ändern, die für sich selbst und andere eine Gefährdung darstellen könnten.

Antikörper/Antigen gegen das hiv – Virus können über einen Screening – Test, der auch als „elisa“ bezeichnet wird, festgestellt werden. Der elisa – Test muß wiederholt werden, sollte das Ergebnis „reaktiv“ sein. Zusätzlich muß ein weiterer, ein Bestätigungstest, der ein anderes Testprinzip verwendet,  durchgeführt werden. Die elisa – Testmethode ist sehr präzise, erfordert dennoch einen weiteren Test, den Bestätigungstest, einen sogenannten „Western blot“, um die Ergebnisse zu festigen. Diese Tests können über eine Blutentnahme in einer Arztpraxis oder einer Klinik durchgeführt werden.
Wann ist die Durchführung eines Tests sinnvoll?
hiv – Antikörper/Antigen-tests sollten durchgeführt werden, wenn der Verdacht besteht dem Virus ausgesetzt gewesen zu sein.

Hier sind typischerweise folgende Konstellationen zu nennen:

  • sexuelle Aktivität mit drei oder mehr Sexualpartnern in den letzten 12 Monaten
  • Personen, die vor 1985 eine Bluttransfusion erhalten hatten oder deren Sexualpartner in diesem Zeitraum eine Bluttransfusion erhielt und später positiv auf hiv getestet wurde.

Für weitere Informationen hierzu: https://www.cdc.gov/hiv/pubs/faq/faq15/htm

  • bei Unsicherheit über das Risikoverhalten eines Sexualpartners
  • bei homosexuellen Risikoverhalten (z.B. Analverkehr)
  • bei Verwendung von intravenösen Drogen, besonders bei gemeinsamer Verwendung von Nadeln und anderen Utensilien mit Anderen
  • bei Vorliegen sexuell übertragener / übertragbarer Erkrankungen
  • bei direktem Kontakt mit Blut während der Berufsausübung hat, z.B. medizinisches Personal
  • bei Schwangerschaft (es gibt mittlerweile Methoden, welche das Risiko, dass eine schwangere hiv–infizierte Frau das Virus an ihr Baby weitergibt, hochgradig vermindern)
  • vor einer gewünschten Schwangerschaft damit eine Frau, die beabsichtigt schwanger zu werden sich absichern kann, nicht mit hiv infiziert zu sein.

Was bedeutet das Testergebnis?

Eine gesunde Person weist keine hiv–Antikörper bzw Antigen auf. Bei positivem Ausfall beider Tests, dem elisa–Test sowie dem „Western-blot“ – Test, gilt man als hiv–infiziert.

Gibt es weiteres, das ich wissen sollte??
Ein Antikörper/Antigen–Test, der kurz nach dem Erstkontakt mit dem Virus durchgeführt wird, kann noch negativ ausfallen, da trotz vorliegender hiv-Infektion, noch keine ausreichende Zeit bis zur Antikörperbildung verblieben ist und die vorhandene Menge an Virusantigen unterhalb der Nachweisschwelle der Testverfahren liegt. Die heute üblicherweise eingesetzten Kombinationstestverfahren (Antikörper/Antigenteste) verkürzen zwar den Zeitraum zwischen Viruskontakt und Nachweisbarkeit der Infektion, können das „ Serokonversionsfenster“ allerdings nicht vollständig eliminieren.
Falls der Test zu früh durchgeführt wird, kann das Ergebnis trotz hiv–Infektion negativ sein (falsch negativ). Aufgrund dieser Tatsache ist wiederholtes Testen wichtig. Bei weiterbestehendem Verdacht auf eine mögliche Infektion sollte ein weiterer hiv–Test nach 3 bis 6 Monate durchgeführt werden.


Hinweise & Störungen

Stabilität und Probentransport(1) hiv Serologie

Bei Raumtemperatur ist die Probe für 5 Tage stabil, während dieser Zeit können sowohl HIV1/ 2 IgM wie auch IgG Antikörperzuverlässig bestimmt werden. Bei Lagerung bei 4°C ist die Probe für 4 Wochen stabil. Im Rahmen der Blutspenderuntersuchung konnten bei Lagerung bei -20°C hiv Antikörper auch nach Jahrzehnten qualitativ nachgewiesen werden.

(2) hiv Nukleinsäurenachweis
Der Direktnachweis von hiv kann mittels molekularbiologischer Verfahren (z.B. PCR, Hybridiserungsverfahren, branched-dna) erfolgen. Für den Nachweis der hiv Provirus dna wird in der Regel EDTA-Vollblut verwendet, die Probe ist bei Raumtemperatur für 7 Tage stabil. Der Nachweis von hiv-RNA erfolgt über EDTA-Plasma, die Probe ist bei Raumtemperatur für 1-2 Tage stabil, bei 4°C für 5 Tage. Die Bestimmung der hiv-Viruslast kann aus Heparin, EDTA oder Zitrat-antikoaguliertem Vollblut erfolgen. Die Halbwertszeit des Virus in diesen Materialien beträgt ca. 7-14 Tage. Die Stabilität von HAV hängt ab von der Temperatur, dem Salzgehalt und dem pH der Probe. Die maximale Sensitivität der molekularbiologischen Tests hängt vom verfügbaren Probenvolumen und der Sequenzvariation des jeweiligen hiv Typs ab.

Referenzbereich

Normalerweise werden keine Antikörper gegen hiv 1/ 2 nachgewiesen.
Referenzbereich: Negativ

Störfaktoren und Hinweise auf Besonderheiten
Bei hochtitrigen hiv 1-Antikörpern können im hiv 2 Enzymimmunoassay sowie beim Bestätigungstest (Western Blot) unspezifische Reaktionen auftreten.
Für den molekularbiologischen Nachweis von hiv bei Blutspendern gelten gesonderte Bestimmungen und Nachweisgrenzen, siehe Richtlinien der Bundesärztekammer.

Richtlinien zur Qualitätskontrolle
Für die Bestimmung der hiv-1,2 Antikörper bzw. das hiv p24 Antigen besteht entsprechend der Richtlinien der Bundesärztekammer (RILIBÄK) keine Ringversuchspflicht (Teilnahme an externen Ringversuchen). Interne Kontrollen sowie die Bestimmung der Richtigkeit und Präzision müssen selbstverständlich regelmäßig durchgeführt werden. Die Nachweismethoden für hiv 1/ 2 Antikörper und Antigen sowie für den Nukleinsäurenachweis sind normiert und standardisiert, Qualitätskriterien sind definiert und werden in verschiedenen externen Ringversuchen geprüft.


Häufige Fragen

1. Welche Symptome zeigen sich bei einer  hiv–Infektion?

Der einzige zuverlässige Weg, zu erkennen, ob man sich mit hiv infiziert hat, besteht darin, sich testen zu lassen. Dies ist notwendig, denn viele Menschen mit hiv weisen auch Jahre nach einer Infektion keinerlei Symptome auf, oder die Symptome ähneln denjenigen anderer Krankheiten.

2. Welche Symptome zeigen sich bei aids?
Die Symptome von aids gleichen insbesondere zu Beginn der Infektion denen von anderen Infektionskrankheiten und Entzündungen.

3. Welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen für hiv/aids?
Momentan gibt es keine Heilung für hiv oder aids. Aber es gibt Therapien, die eine nahezu normale Lebenserwartung vermitteln und helfen können. Eine frühzeitige Behandlung ist  angebracht.

4. Soll man Dritte über die persönlichen Test-Ergebnisse informieren?
Ja. Falls man positiv getestet wurde, ist es wichtig, dass man seinen Arzt informiert, ebenso seine momentanen und zukünftigen Sexualpartner und alle mit denen man eventuell Nadeln austauscht bzw. teilt. Es gibt Beratungsdienste, die helfen können, jene Menschen zu unterrichten, die darüber informiert sein sollten. Für weitere Information kann man die lokalen Selbsthilfegruppen und Hilfsorganisationen kontaktieren, sowie allgemeine Empfehlungen aus der Webseite des Robert-Koch Instituts oder der CDC abrufen und Ihre hiv–Beratung, Testdurchführung,  wichtige Richtlinien,  Partner–Aufklärung und weiteren Service in Anspruch nehmen.

5. Kann man den hiv–Antikörper – Test verwenden, um eine Infektion bei   Neugeborenen nachzuweisen?
Nein, denn mütterliche Antikörper werden von der Mutter auf das Kind übertragen und bleiben dort für ca. 3 Monate. Daher können nicht sicher zwischen mütterlichen und kindlichen Antikörpern unterscheiden. Aus diesem Grund wird ist ein anderer Test zum direkten Nachweis des Virus erforderlich. Dieser Test wird dna–Test genannt.

6. Gibt es weitere Testmöglichkeiten neben dem Bluttest?
Ja, In manchen Gegenden sind Tests erhältlich, die das Virus im Speichel oder Urin nachweisen können. Das Robert Koch Institut verfügt über weitere Informationen zu den verschiedenen Möglichkeiten der Testdurchführung.

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