Infektionskrankheiten

Infektionskrankheiten

Infektionskrankheiten sind Erkrankungen, die durch Krankheitserreger verursacht werden. ALS Erreger einer ansteckenden Krankheit können Bakterien, Viren, Pilze, Protozoen und Prionen auftreten.

Der Verlauf einer Infektionskrankheit ist je nach Erreger sehr unterschiedlich; die Erkrankung kann nach einer Inkubationszeit von wenigen Tagen oder erst nach mehreren Monaten ausbrechen, bei nicht immungeschwächten Personen kann die Infektion unbemerkt (inapparent) oder hochdramatisch verlaufen, die Krankheit kann sich auf bestimmte Körperbereiche beschränken oder generalisiert auftreten.

Auch heute noch können einige Infektionskrankheiten nicht geheilt werden; gegen bestimmte Infektionskrankheiten existiert eine Impfung. Die Prognose ist abhängig von der Fähigkeit des Immunsystems, die Krankheitserreger zu bekämpfen. Bei Immunschwäche, wie AIDS, kann jede Infektion lebensbedrohlich verlaufen. Nach dem Infektionsschutzgesetz besteht bei Auftreten bestimmter Infektionskrankheiten für Ärzte und Krankenhäuser eine Meldepflicht; z.B. erfolgt bereits bei Verdacht auf Virushepatitis eine namentliche Meldung an das Gesundheitsamt.

Einteilung & Ursachen

Infektionskrankheiten werden nach dem Übertragungsweg eingeteilt. Die Ansteckung kann durch Tröpfcheninfektion erfolgen, wie bei Scharlach oder Tuberkulose; durch Kontakt- und Schmierinfektion, z.B. Hepatitis A oder parenteral, d.h. durch Geschlechtsverkehr, Injektionsnadeln oder Blutkonserven (AIDS). Außerdem kann eine Infektion durch Vektoren, wie blutsaugende Insekten, übertragen werden (Malaria).

Symptome

Charakteristisch für den Ablauf einer Infektionskrankheit ist das Auftreten einer Entzündung, mit den Entzündungszeichen Rötung, Schwellung, Schmerz und Temperaturanstieg (lokal oder Fieber). Je nach Krankheitserreger kommen organspezifische Symptome hinzu, z.B. Husten, Heiserkeit, Halsschmerzen, Schnupfen, Kopf– und Gliederschmerzen bei einer Grippe, Hautausschlag mit perioraler Blässe bei Scharlach oder Gelbfärbung von Haut und Skleren bei Hepatitis.

Diagnose

Fieberthermometer

Der Arzt erfragt in der Anamnese den bisherigen Krankheitsverlauf. Aus dem Blutbild gewinnt er Anhaltspunkte auf Vorliegen einer bakteriellen (Leukozytose) oder viralen (Leukopenie) Infektion. Die Diagnose erfolgt durch Nachweis der Krankheitserreger. Aus einem Abstrich oder Körperflüssigkeiten kann eine Kultur auf speziellen Nährböden angezüchtet werden. Bakterien können nach einem Färbeverfahren, der Gram-Färbung, im Lichtmikroskop klassifiziert werden.

Viren können mit dem Elektronenmikroskop sichtbar gemacht werden. Häufig wird die Erbinformation (DNA oder RNA) von Krankheitserregern durch molekularbiologische Verfahren nachgewiesen, z.B. durch Polymerase-Kettenreaktionen. Durch immunologische Methoden können Antikörper nachgewiesen, die der Körper des Erkrankten als Reaktion auf die Erreger-Antigene gebildet hat.

Die Diagnose von Virushepatitis erfolgt durch immunologischen Nachweis der Hepatitis-Viren. Bei Tuberkulose kann die Diagnose durch einen Hauttest erfolgen.

Therapie

Bei dramatischem Krankheitsverlauf kann man den Erregernachweis durch Anlegen von Kulturen nicht abwarten, man behandelt bei Verdacht auf bakterielle Infektionen mit einem Breitband-Antibiotikum. Bei Annahme einer Pilzinfektion (Mykose) wird ein Antimykotikum eingesetzt, gegen Viren setzt man Virostatika ein. Als Hausmittel werden häufig Wärmeanwendungen, wie Umschläge, und Heilpflanzen, meist als Teezubereitungen, angewendet. Bei vielen Pflanzen konnte eine antibakterielle Wirkung nachgewiesen werden, wie bei Thymian.

Kapuzinerkresse und Knoblauch wirken antimykotisch und antiviral. Gegen Virusinfektionen soll auch hochdosiertes Vitamin C und Zink unterstützend wirken. Als Vorbeugung gegen Infektionskrankheiten dient ein ausgewogener Lebensstil mit gesunder Ernährung, Ausdauersport, Abhärtung und seelischer Ausgeglichenheit.

Zur Stärkung des Immunsystems werden Präparate mit Echinacea-Extrakten (Roter Sonnenhut) und Multivitamin/Mineralstoff-Präparate empfohlen. Infektionskrankheiten können auch homöopathisch behandelt werden. Zur Behandlung von Scharlach kann Belladonna verwendet werden. Alianthus glandulosa (Götterbaum) eignet sich bei Infektionskrankheiten mit Schwäche und Kollapsneigung; Baptisia (wilder Indigo) bei schmerzhaften Infektionserkrankungen.

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