Transferrin

Auch bekannt als:

Serum Eisen, Ferritin, CHr
Bezeichnung: Totale Eisenbindungskapazität, totale Eisensättigung, Transferrinsättigung
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Auf einen Blick

Warum werden Transferrin oder Transferrinsättigung untersucht?

Um die Eisentransportfähigkeit des Körpers zu überprüfen.

Bei welchen Erkrankungen sollten sie untersucht werden?

  • Bei Verdacht auf einen erhöhten oder zu niedrigem Eisengehalt im Körper, bedingt durch verschiedene Grunderkrankungen.
  • Zur Überprüfung der Leberfunktion und der Ernährung.

Mit welchem Probenmaterial werden sie bestimmt?

Mit einer Blut aus einer Armvene.


Das Probenmaterial

Was wird untersucht?

Die Transferrinsättigung ist ein Maß für die Gesamt-Eisentransportkapazität des Blutes. Sie korreliert mit der Transferrinkonzentration im Blut. Transferrin ist ein Protein (Eiweiß), das Eisenmoleküle bindet und sie  ins Blutplasma transportiert. Es wird hauptsächlich von der Leber produziert und reguliert die Eisenabsorption des Organismus ins Blut. Einige Laboratorien messen auch die Zahl der freien Eisenbindestellen des Transferrins; [dieser Wert wird als ungesättigte Eisenbindekapazität (UIBC) bezeichnet. Addiert man die UIBC und das Serumeisen, so ergibt sich die tibc.] In der Regel werden Transferrin und Serumeisen gemessen. Die Transferrinsättigung errechnet sich dann aus dem Quotienten aus Serumeisen und Serumtransferrin, multipliziert mit einem Faktor (abhängig von der Dimension der Eisenbestimmung). Der Faktor leitet sich her aus dem Molekulargewicht von Transferrin und den zwei Eisenbindungsstellen eines Transferrinmoleküls: Er beträgt 398 bei Angabe des Serumeisens in µmol/l und 70,9 bei Angabe des Serumeisens in µg/dl.

Wie wird das Probenmaterial für die Untersuchung gewonnen?
Mit einer Blutprobe aus einer Armvene.


Der Test

Wie wird der Transferrin-Test eingesetzt?

Transferrin wird gewöhnlich zusammen mit dem Serumeisen überprüft, um den Verdacht auf erhöhtes Eisen oder Eisenmangel abklären zu können. Normalerweise ist etwa ein Drittel des gemessenen Transferrins mit Eisen beladen. Bei Eisenmangel ist die Eisenbindungskapazität erhöht. Bei Eisenüberladung des Organismus (z. B. bei einer Hämochromatose) ist der Eisenanteil erhöht und die Eisenbindungskapazität niedrig oder normal. Da Transferrin von der Leber produziert wird, sind die Transferrin-Werte bei Lebererkrankungen ebenfalls zu niedrig. Der Transferrinspiegel im Blut fällt bei ernährungsbedingtem Proteinmangel relativ schnell ab; daher kann der Transferrin-Test auch zur Überwachung des Ernährungszustands verwendet werden.

Wann ist die Bestimmung des Transferrin-Werts sinnvoll?
Die Bestimmung des Transferrin-Werts ist nicht Bestandteil einer Routinelaboruntersuchung. Er wird angefordert, wenn augenscheinlich ein zu hoher oder zu niedriger Eisenwert vorliegt. Der Test wird außerdem bei Anämien, besonders bei mikrozytären, hypochromen Anämien (Erythrozyten verkleinert, Hb-Menge pro Erythrozyt verringert) durchgeführt. Auch bei Verdacht auf erhöhte Eisenwerte oder bei einer positiven Familienanamnese für die Hämochromatose werden Eisen und Transferrin untersucht. Für die Identifikation der Hämochromatose gibt es allerdings heute Tests, die eine schnellere und genauere Diagnose liefern.

Was bedeutet das Testergebnis?

Eine verminderte Transferrinsättigung weist in der Regel auf Eisenmangel hin. Eine erhöhte Transferrinsättigung tritt auf bei Hämochromatose (Eisenspeicherkrankheit), durch Infektionen oder chronische Krankheiten bedingten Mangelernährung, Zirrhose oder beim nephrotischen Syndrom (Nierenkrankheit, die mit Proteinverlust einhergeht).

Was sollte man außerdem wissen?
Die Einnahme von oralen Kontrazeptiva oder Fluoriden kann den Transferrin-Wert erhöhen.
Die Bewertung der Transferrinsättigung ist dadurch erschwert, dass die Transferrin-Konzentration durch Geschlechtshormone (Östrogene) beeinflusst wird und die Ei-senbestimmung im Serum sehr große Schwankungen innerhalb eines Tages und von Tag zu Tag aufweist. Für die Diagnostik von Eisenmangel bzw. Eisenüberladung wird daher die Untersuchung von Ferritin sowie der Größe und des Hämoglobingehal-tes von Retikulocyten (cHr), in Einzelfällen auch des löslichen Transferrinrezeptors empfohlen. Bei der in Mitteleuropa häufigsten Form des Eisenmangels, der Eisenverwertungsstörung bei Entzündungen oder Tumorerkrankungen, ist die Transferrinbestimmung meistens nicht diagnostisch wegweisend. Die Untersuchung sollte nicht während einer Entzündung (mit erhöhter crp-Konzentration) durchgeführt werden.


Hinweise & Störungen

Stabilität und Probentransport

Eisen und Transferrin stellen keine besonderen Anforderungen an den Probentransport.

Störfaktoren und Hinweise auf Besonderheiten
Die Blutentnahme sollte morgens bei nüchternem Patienten erfolgen.

Richtlinien zur Qualitätskontrolle
Die gesunkene Bedeutung dieser Parameter zeigt sich auch darin, dass Transferrin nach der aktuellen RILIBAEK nicht mehr in der externen Qualitätskontrolle enthalten ist. Für die Bestimmung der Transferrinsättigung/TEBK besteht entsprechend den Richtlinien der Bundesärztekammer (RILIBÄK) keine Ringversuchspflicht (Teilnahme an externen Ringversuchen). Interne Kontrollen sowie die Bestimmung der Richtigkeit und Präzision müssen selbstverständlich regelmäßig durchgeführt werden.


Häufige Fragen

Transportiert Transferrin Eisen durch den Körper?

Ja. Transferrin kann 1,25 Mikrogramm Eisen pro Gramm Transferrin binden und es ins Blut transportieren und freisetzen.

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