Ferritin

Auch bekannt als: 

Serumferritin-Spiegel
Bezeichnung: Ferritin
Ähnliche Tests: tibc, HämatokritHämoglobinTransferrinsättigungSerum IronCBCHemoglobin Variants


Auf einen Blick

Warum wird Ferritin untersucht?

Zur Überprüfung der Eisenreserven im Körper.

Bei welchen Erkrankungen sollte Ferritin untersucht werden?
Wenn Ihr behandelnder Arzt einen Mangel oder einen Überschuss an Eisen vermutet.

Aus welchem Probenmaterial wird der Test durchgeführt?
Aus einer Blutprobe aus einer Armvene.


Das Probenmaterial

Was wird untersucht?

Ferritin ist ein Protein (Eiweiß) im Blut, dass Eisen speichert. Die Menge an Ferritin im Plasma reflektiert die Menge der Eisenreserven im Körper.

Eisen wird hauptsächlich als Ferritin und als Hämosiderin gespeichert. Ferritin und Hämosiderin befinden sich hauptsächlich in der Leber, aber auch in Knochenmark, Milz und Skelettmuskel. Kleine Mengen an Ferritin zirkulieren auch im Plasma. Beim Gesunden ist das meiste Eisen als Ferritin (etwa 70% bei Männern und 80% bei Frauen) und nur ein kleinerer Teil als Hämosiderin gespeichert.

Bei Eisenverlusten werden zunächst über längere Zeit die Eisenvorräte in den verschiedenen Organen aufgebraucht. Erst wenn die Eisenvorräte erschöpft sind, kommt es zum Auftreten eines Eisenmangels.

Wie wird das Probenmaterial für die Untersuchung gewonnen?

Aus dem abgenommenen Blut wird durch Zentrifugation Serum oder Plasma gewonnen und für die Untersuchung eingesetzt.


Der Test

Wie wird der Ferritin-Test eingesetzt?

Ferritin wird untersucht, um die Menge an Eisen abzuschätzen, die im Körper gespeichert ist. Früher wurde der Test oft zusammen mit dem Serumeisen und dem Transferrin zur Bestimmung des Eisenhaushalts im Blut durchgeführt. In letzter Zeit wird die Ferritinbestimmung ergänzt durch die Beladung der Retikulocyten mit Hämoglobin (Chr) und teilweise auch durch die Bestimmung des löslichen Transferrinrezeptors.

Wann könnte der Ferritin-Test sinnvoll sein?
Ihr behandelnder Arzt wird Ferritin anfordern, wenn:

  • das Blutbild eine Erniedrigung des Hämoglobin und Hämatokrits zeigt, besonders wenn eine Mikrozytose (kleine Erythrozyten) und eine Hypochromie (blasse Erythrozyten) vorliegen. Eisenmangel stellt weltweit die häufigste Anämieursache dar. Ferritin und andere Laboruntersuchungen können dann diese Diagnose bestätigen bzw. ausschließen.
  • ein Verdacht auf eine Eisenüberladung besteht, bei Vergiftungen mit Eisen, bei Hämosiderose (Akkumulation von Eisen aufgrund von bestimmten Krankheiten, einer erhöhter Aufnahme mit der Nahrung oder nach wiederholten Bluttransfusionen) sowie bei der Hämochromatose, einer Erbkrankheit mit einem veränderten HFE-Gen.

Was bedeutet das Testergebnis?

Ferritin ist bei chronischem Eisenmangel erniedrigt. Eine Erniedrigung findet sich auch bei einer starken Verminderung des Körpereiweißes, wie im Falle von Mangelernährung.

Ferritin ist bei chronischem Eisenüberschuss, besonders bei der Hämochromatose, erhöht.

Bei einer ganzen Reihe von Tumorerkrankungen und bei chronischen Entzündungen kann die Ferritinkonzentration mitunter auch sehr stark erhöht sein. In diesen Fällen spiegelt die Ferritinkonzentration nicht das zur Verfügung stehende Eisen wider.

Gibt es weiteres, das ich wissen sollte?
Ferritin befindet sich normalerweise innerhalb der Zelle. Nur geringe Mengen sind im Blut. Wenn allerdings Organe, die Ferritin enthalten, geschädigt werden (v.a. die Leber, die Milz und das Knochenmark), kann es zu einem Anstieg von Ferritin trotz normalem Gesamteisen im Körper kommen. Die Aussagekraft der Ferritinbestimmung ist somit bei Lebererkrankungen, chronischen Infektionen, Tumorkrankungen oder Autoimmunerkrankungen in Bezug auf die Eisenversorgung nur bedingt hilfreich.


Hinweise & Störungen

Stabilität und Probentransport

Ferritin in Serum oder Plasma ist bei Raumtemperatur oder bei 4-8 °C mindestens 6 Tage, bei -20 °C mehr als 12 Monate stabil.

Referenzbereich
Der Referenzbereich ist altersabhängig mit hohen Werten nach der Geburt, den niedrigsten Werten im Kindesalter und danach wieder ansteigenden Werten. Als Anhalt für den Referenzbereich kann dienen: Frauen 9 – 140 µg/l, Männer 18 – 360 µg/l (standardisiert auf den rekombinanten Ferritin Standard NIBSC 94/572).

Störfaktoren und Hinweise auf Besonderheiten
Die Ergebnisse verschiedener Assays können sich unter Umständen stark unterscheiden, da der Proteinanteil des Ferritins aus verschiedenen Untereinheiten (sog. L- und H-Typ) aufgebaut ist und Immunoassays diese Untereinheiten verschieden erfassen. Ferritine, die aus verschiedenen Organen stammen, unterscheiden sich durch die Zusammensetzung der Untereinheiten. Diese Zusammensetzung wird weiter beeinflusst durch Stimuli wie Entzündung, Zelldifferenzierung oder durch bestimmte Medikamente.

Richtlinien zur Qualitätskontrolle
Die Qualitätskontrolle für die Ferritinbestimmung muß entsprechend der Richtlinien der Bundesärztekammer (RILIBÄK) durchgeführt werden, die Teilnahme an externen Ringversuchen ist Pflicht.


Häufige Fragen

1.) Ist Eisenmangel das gleiche wie eine Anämie? Was sind die Symptome?

Die Anämie durch Eisenmangel (Eisenmangelanämie) ist die schwerste Form des Eisenmangels. Die Eisenverarmung als relativ milde Form des Eisenmangels kann ohne klinische Auswirkungen sein. Besteht ansonsten Gesundheit, dann kommt es selten zu Symptomen, bevor das Hämoglobin im Blut nicht unter einen bestimmten Wert fällt (10 g/dl). Symptome für einen Eisenmangel können Müdigkeit und Herzrasen sein. Bei Eisenmangelanämie können folgende Symptome auftreten:
• Kurzatmigkeit und Schwindel
• Bei schwerer Anämie können Angina Pectoris (Schmerzen in der Brust), Kopfschmerzen und Beinschmerzen auftreten
• Bei Kindern kann es zu kognitiven Störungen (Lernstörungen) kommen
• Neben den allgemeinen Symptome einer Anämie können bestimmte Symptome bei längerem Bestehen eines Eisenmangels auftreten wie Zungenbrennen, glatte Zunge, Schmerzhaftigkeit der Mundwinkel, Pica (abnormale Essensgelüste nach z.B. Lakritz, Kreide oder Lehm) sowie Hohlnägel (löffelähnlich geformte Finger– und Zehennägel).

2.) Was sind die Symptome einer Eisenüberladung des Organismus?
Wenn Eisen im Körper akkumuliert, kommt es am häufigsten zu Schmerzen, v.a. in den Gelenken. Weitere Symptome sind Fatigue (chronische Müdigkeit und Abgeschlagenheit), Antriebslosigkeit, Bauchschmerzen, Libidoverlust und Herzprobleme. Diese Symptome müssen aber nicht vorhanden sein. Folgen dieser Eisenakkumulation im Körper ist ein chronische Zerstörung der Organe (vor allem Leber, Herz, BauchspeicheldrüseHypophyse), die bis zum Tod führen kann.

3.) Welche Nahrungsmittel enthalten das meiste Eisen?
Wenn laborchemisch ein Eisenmangel diagnostiziert wurde, kann eine richtige Ernährung hilfreich sein. Nahrungsmittel als gute Eisenlieferanten sind: mageres Fleisch, Leber, Eier, grünes Blattgemüse (Spinat, Kohlblätter, Grünkohl), Weizenkeime, Vollkornbrot und Getreide. Bei Eisenmangelanämie sowie in der Schwangerschaft und der Stillzeit wird im oft eine medikamentöse Eisenzufuhr notwendig, um den besonderen Eisenbedarf in dieser Zeit zu decken. Fragen Sie am besten Ihren behandelden Arzt nach dem richtigen Präparat zur Nahrungsergänzung.

4.) Kann man zuviel Eisen zu sich nehmen?

Sofern nicht ein Eisenmangel oder eine schlechte Ernährungsweise vorliegt, ist gewöhnlich keine Nahrungsergänzung mit Eisenpräparaten notwendig. Bei Aufnahme von höheren als den empfohlenen Mengen an Eisen kann es zur Entwicklung einer Hämosiderose mit einer Ablagerung von Eisen in den Organen kommen. Insbesondere beim Vorliegen der Mutation im Hämochromatose-Gen (HFE) kann eine zusätzliche Eisensubstition diese Eisenakkumulation verstärken und als Folge die Organschädigung beschleunigen. Besonders gefährdet sind Patienten, die aufgrund einer Hämoglobinerkrankung sehr viele Blutkonserven erhalten und bei denen keine eisenausleitende Therapie mittels Chelatbildnern durchgeführt wurde.

5.) Tritt eine Anämie die durch Eisenmangel bedingt ist schnell auf oder dauert der Prozess länger?
Eine Eisenmangelanämie tritt allmählich auf. Wenn der Eisenverlust die Menge des über den Darm aufgenommenen Eisens überschreitet, werden zunächst die Eisenspeicher aufgebraucht. Serumferritin fällt ab, Serumeisen und Transferrin sind noch normal. Es besteht auch noch keine Anämie. Bei Fortschreiten des Eisenverlusts fällt der Eisenspiegel, Transferrin steigt. Es kommt zu einer Mikrozytose und Hypochromie der Erythrozyten bei noch normaler Erythrozytenzahl. Bei fortbestehendem oder schwerem Eisenmangel entwickelt sich dann eine Anämie.

6.) Warum ist die Ferritinbestimmung einer Eisenbestimmung im Serum vorzuziehen?
Die Eisenkonzentration im Blut steigt selbst innerhalb eines Tages sehr starke Schwankungen. Das Transferrin, das einen Großteil des Serumeisens transportiert, wird durch weibliche Hormone und durch Entzündungsreaktion in der Konzentration stark erhöht. Beide Bestimmungen können beim Gesunden auffällig sein und beim Patienten mit einer deutlichen Verminderung der Eisenspeicher normale Ergebnisse liefern. Die Untersuchungen werden daher in der Regel nicht empfohlen.
Bei Personen ohne Tumorerkrankung dagegen ist die Ferritinkonzentration ein sehr gutes Maß für die Verfügbarkeit von Eisen.

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