Hämochromatose

Steckbrief: Hämochromatose

  • Name(n): Hämochromatose; Eisenspeicherkrankheit; Bronzediabetes; Hämosiderose; primäre Siderose; Siderophilie
  • Art der Krankheit: Störung des Eisenstoffwechsels
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 1865 durch Armand Trousseau
  • Behandelbar: Ja
  • Art des Auslösers: Allergie
  • Wieviele Erkrankte: Regional stark verschieden
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Internist; Diätologe
  • ICD-10 Code(s): t78.2

Hämochromatose
Hämochromatose

Die Hämochromatose wird im Volksmund und alten medizinischen Schriften oft auch als Eisenspeicherkrankheit bezeichnet. Dieser Name verweist bereits auf die Spezifik dieser Erkrankung: Im Körper lagert sich der lebensnotwendige Mineralstoff Eisen in solch großen Mengen ab, dass hierdurch gravierende gesundheitliche Einschränkungen für den betroffenen Menschen entstehen. Eisen ist normalerweise ein wesentlicher Bestandteil der Blutbildung. Nur hierdurch kann der als Hämoglobin bezeichnete rote Blutfarbstoff gebildet werden, der maßgeblich für den Sauerstofftransport im Organismus ist. Ist die Eisenbildung gestört und wird zuviel gebildet, dann beginnt es sich in den Zellen einzulagern und ruft verschiedene Symptome hervor. Hierzu gehören beispielsweise starke Schmerzen, Steifheit der Gelenke, eine unzureichende Durchblutung, Atemprobleme, Müdigkeit und Schwellungen.

Die Medizin unterscheidet im Wesentlichen zwischen der primären und der sekundären Hämochromatose. Die primäre Variante dieser Erkrankung geht auf einen Gendefekt zurück. Hierbei führt eine Mutation dazu, dass mehr Eisen produziert wird, als für die Hämoglobinbildung notwendig ist. Diese Mutation ist hernach erblich. Aus diesem Grund gehört die primäre Hämochromatose zu den Erbkrankheiten, die sowohl Männer als auch Frauen gleichermaßen betrifft. Die sekundäre Hämochromatose hingegen ist eine im Laufe des Lebens erworbene Störung. Sie geht darauf zurück, dass mit der Nahrung oder Getränken zu viel Eisen aufgenommen wird.

Definition Hämochromatose?

Hämochromatose gehört zum überwiegenden Teil zu den sogenannten Erbkrankheiten. Das bedeutet, dass spezifische Genmutationen für die Entstehung der Erkrankung verantwortlich sind. Diese Mutationen bewirken schließlich, dass übermäßig viel Eisen im Körper gespeichert wird. Es ist darüber hinaus aber auch möglich, dass diese Erkrankung im Laufe des Lebens erworben wird. Man spricht hernach von der sekundären Hämochromatose. Sie entsteht vor allem dann, wenn eine zugrundeliegende Erkrankung die Aufnahme sowie die Einlagerung von Eisen begünstigt. Beispielsweise können häufige Bluttransfusionen maßgeblich bei der Krankheitsentstehung sein.

Im Normalfall tritt Eisen durch die Nahrungsmittelaufnahme in den Organismus und wird durch die Dünndarmwand aufgenommen und ins Blutgeleitet. Im Normalfall wird nur so viel Eisen aufgenommen, wie für wichtige Körperprozesse notwendig. Bei Hämochromatose jedoch, sammelt sich deutlich mehr Eisen in den natürlichen Reserven an, als der Körper verarbeiten kann. Das Problematische hierbei ist, dass der Mensch über keine Ausscheidungsmöglichkeit verfügt, um sich des übermäßigen Eisens zu entledigen.
Die enormen Eisenmengen, die sich im Gewebe und den Organen ansammeln, stören deren normale Funktion. Die anfälligsten Organe sind die Leber, die Nebennieren, das Herz, die Haut, die Keimdrüsen, die Gelenke sowie die Bauchspeicheldrüse. Patienten können infolgedessen an Zirrhose, Polyarthritis, Nebenniereninsuffizienz, Herzversagen und Diabetes erkranken.

Aktuell gibt es für die Hämochromatose noch kein Heilmittel. Eine Reihe therapeutischer Maßnahmen können jedoch bewirken, dass die Krankheit nicht weiter fortschreitet und die Symptome unter Kontrolle gebracht werden. Je eher die Hämochromatose entdeckt wird, desto größer sind bei diesen Maßnahmen die Erfolgsaussichten.

Kurzum unter Hämochromatose versteht man eine Eisenspeicherkrankheit, bei der vermehrt Eisen im Dünndarm resorbiert wird. Der Gesamteisengehalt des Körpers kann dadurch von vier bis sechs Gramm auf bis zu 80g stark ansteigen.

Das überschüssige Eisen kann sich in Leber, Herz, Pankreas, Gelenken, Hypophyse, Haut, Milz und Schilddrüse ablagern und dabei zu Funktionsstörungen bzw. Organschäden führen. Da bei Frauen durch Menstruation und Schwangerschaft ein natürlicher Eisenverlust auftritt, sind Männer von der Erkrankung häufiger betroffen. Bei Frauen bricht die Erkrankung häufig erst nach der Menopause aus. Man unterscheidet die hereditäre (erbliche) Hämochromatose von der erworbenen Eisenspeicherkrankheit. Ein anderer Gendefekt ruft Morbus Wilson, eine autosomal-rezessiv vererbte Kupferspeicherkrankheit, hervor.

Die hereditäre Hämatochromatose ist die häufigste Erbkrankheit bei Weißen; der Erbgang ist autosomal-rezessiv. Nur wenn das defekte Gen von beiden Eltern an ein Kind weitergegeben wird, bricht die Erkrankung beim Kind aus. Ein Kind, das von nur einem Elternteil das defekte Gen erhält, erkrankt selbst nicht an der erblichen Hämochromatose, kann aber Überträger sein. Die erworbene Hämochromatose kann durch Alkoholismus, häufige Bluttransfusionen und Erkrankungen wie hämolytische Anämie oder Hepatitis B und C verursacht werden.

Bis zu einem Gesamteisengehalt von etwa 15g verläuft die Eisenspeicherkrankheit symptomlos, obwohl die Leberzellen bereits durch einen Eisenüberschuss belastet sind. Bei weiter steigendem Gesamteisengehalt treten Symptome wie dunkle Hautpigmentierungen, besonders in den Achselhöhlen, Diabetes mellitus (Bronzediabetes) und Leberzirrhose auf. Weitere Symptome können Erschöpfung, Schwäche, Gewichtsverlust, Splenomegalie, Impotenz, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, Dyspnoe und Gelenkbeschwerden sein. Das Risiko für Leberkarzinom ist erhöht. Zur Diagnostik der Hämochromatose werden vor allem Blutuntersuchungen eingesetzt. Eisen kommt im Körper als Bestandteil des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin vor, als Ferritin (Eisenspeicher in Leber, Milz und Knochenmark) und als Tansferrin (Transportform von Eisen).
Das Labor bestimmt die Laborwerte von Ferritin, Transferrin, Serumeisen und Hämoglobin. Bei einer Transferrinsättigung von mehr als 60% besteht Hämochromatose-Verdacht (normal 30%). Besonders aussagekräftig ist der bei Eisenspeicherkrankheit erhöhte Ferritinwert. Ferritin gehört zu den Akut-Phase-Proteinen, d.h. bei entzündlichen Prozessen ist der Ferritinwert ebenfalls erhöht und kann sogar erniedrigte Ferritinspiegel maskieren. Die Unterscheidung der erblichen von der erworbenen Eisenspeicherkrankheit kann durch Gentests erfolgen.


Was ist eine Hämochromatose?

Eine vererbte oder hereditäre Hämochromatose entsteht, wenn sich über einen längeren Zeitraum außerordentlich viel Eisen im Körper des Menschen anreichert und letztlich das für den normalen Organismus verstoffwechselbare Niveau übersteigt. Eisen im Körper ist an sich nichts Schlimmes. Es wird auch im gesunden Körper benötigt, um den Farbstoff der roten Blutkörperchen, das sogenannte Hämoglobin, herzustellen, welcher den Sauerstoff zu allen anderen Zellen befördert. Allerdings kann der Körper nur eine bestimmte Menge an Eisen für sich nutzen. Kommt es darüber hinaus, im Rahmen einer primären Hämochromatose, zu einer übermäßigen Ansammlung, beginnen Gewebe und Organe darunter zu leiden. Dann lagert sich Eisen in den Zellen an und hindert diese, ihrer normalen Funktion nachzukommen.

Ursächlich für eine Hämochromatose ist der Defekt eines Genes, welches durch eine Mutation die überschüssige Eisenaufnahme verursacht. Das überflüssige Eisen wird vorrangig in den menschlichen Zellen des Grundgewebes abgelagert und dort in Form von Hämodoserin gespeichert. Dies ist ein Eisenspeicher-Komplex, der aus Fragmenten von Ferritin besteht, welches als wichtigstes Speicherprotein für Eisen gilt. Er führt dazu, dass der Körper fälschlicherweise zu viel Eisen über die Nahrung aufnimmt.

Die Eisenspeicherkrankheit entwickelt sich wie bereits angedeutet nicht spontan, sondern über einen längeren Zeitraum hinweg. Daher kommt es in der Regel erst zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr zum Ausbruch der Krankheit. Sie ist derzeit nicht heilbar, aber es gibt gute Behandlungsmöglichkeiten falls die Krankheit frühzeitig erkannt wird. Durch eine ärztliche Behandlung kann die Eisenmenge im Körper zu verringern und somit das Risiko für potenzielle Schäden abgeschwächt werden.

Welche Ursachen gibt es?

Im Grunde genommen gibt es zwei Ursachen für eine Hämochromatose: Einerseits kann die Krankheit vererbt werden. Ist dies der Fall sprechen Mediziner von der sogenannten primären Hämochromatose. Andererseits besteht die Möglichkeit diese Krankheit zu bekommen, indem über die Maßen Eisen aufgenommen hat. Dies ist unter anderem der Fall, wenn man sehr häufig Bluttransfusionen erhält oder Lebensmittel einnimt, welche reich an Eisen sind. Beispielsweise ist es durchaus möglich, an Hämochromatose zu erkranken, wenn alle Lebensmittel in Eisentöpfen zubereitet werden. Entsteht die Eisenspeicherkrankheit erst im Laufe des Lebens und geht zudem nicht auf einen genetischen Defekt zurück, dann handelt es sich um die sekundäre Hämochromatose.

Die primäre, vererbte Hämochromatose wir durch einen autosomal-rezessiven Erbgang weitergetragen. Das heißt, dass sich die Mutation eines bestimmten Genes (in diesem Fall die veränderte Ausprägung des Genes) auf beiden (einer väterlichen und einer mütterlichen Variante) Paaren des betreffenden Körperchromosoms befinden muss, um in Erscheinung zu treten und sich als Krankheit auszuprägen. Bei dieser Form des Erbgangs ist es häufig so, dass beide Eltern gesund sind und die Mutation ein oder mehrere Generationen übersprungen hat. Im Grunde tragen die Eltern aber dieses Merkmal beide in sich und sind somit gesund bleibende Überträger der Erbkrankheit. In der Medizin nennt man die Eltern in diesem Fall einen Konduktor. Durch den Gendefekt ist die körpereigene Regulierung der Eisenaufnahme über die Dünndarm wand gestört. Infolgedessen nimmt der Körper viel mehr Eisen auf als er verstoffwechseln kann.

Bei der sekundären, nicht vererbten Hamächromatose bestehen bereits bestimmte Vorerkrankungen die sich durch verschiedene Formen der ineffektiven Bildung roter Blutkörperchen kennzeichnen. Die typischen Vorerkrankungen, die zu einer sekundären Eisenüberladung führen können, lassen sich in drei Gruppen unterscheiden: Hämoglobinopathien (erblich bedingte Funktionsstörung des Blutfarbstoffs Hämoglobin), angeborene hämolytischen Anämien (sämtliche Formen der Blutarmut bei denen die roten Blutkörperchen verkürzte Lebensdauer aufweisen) und Myelodysplasie (Störung des körpereigenen Eisentransports). Durch die jeweilige Vorerkrankung werden chronische Bluttransfusionen mit roten Blutkörperchen nötig, über die dem Körper übermäßig viel Eisen zugeführt wird. Die Folge ist auch hier eine Anhäufung von Eisen im Körper, was als Eisenüberladung bezeichnet wird.


Symptome & Anzeichen

Die Symptome einer Hämochromatose können vielfältig sein und richten sich in erster Linie danach, wie weit die Erkrankung bereits fortgeschritten ist und in welchem Körperteil bereits das meiste Eisen eingelagert wurde. Eine Unterscheidung zwischen primärer und sekundärer Hämochromatose spielt hier im Grunde genommen keine Rolle. Es ist jedoch möglich, dass bei der primären Variante eine starke Mutation der betroffenen Gene dazu führt, dass die Krankheit sich rasch bemerkbar macht und einen sehr schweren Verlauf nimmt. Dies ist beim sekundären Typen eher ausgeschlossen, da die Eisenzufuhr hier nach und nach geschieht. Normalerweise treten die Symptome der primären Hämochromatose zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr auf. Eine Entstehung von Symptomen im Kindesalter ist hingegen vergleichsweise selten, auch wenn dies nicht ausgeschlossen werden kann. In einigen Fällen konnte sogar ein Krankheitsausbruch bei Neugeborenen beobachtet werden. Die Fallzahlen sind hier jedoch sehr gering und es liegen aus diesem Grund noch keine Studien und wissenschaftlichen Arbeitem zum Thema Hämochromatose bei Kindern vor. In der Tendenz entwickelt sich die Symptomatik bei Männern eher als bei Frauen. Oftmals treten die Probleme bei Frauen sogar erst nach der Menopause auf. Manchmal kommt es auch vor, dass keinerlei Symptome auftreten und der Zustand eines Patienten nur über einen Bluttest nachgewiesen werden kann.

Zu den häufigen Symptomen einer Hämachromatose gehören all jene Erscheinungen, die auf eine schlechte Durchblutung des Körpers und der inneren Organe verweisen. Hierzu gehören neben einem ständigem Müdigkeitsgefühl auch Gewichtsverlust, Schwächegefühle sowie Gelenkschmerzen. Männer sind darüber hinaus nicht selten von verschiedenen sexuellen Störungen betroffen. Hier sorgt ein Durchblutungsmangel dafür, dass keine Erektion des Penis mehr zustande kommt beziehungsweise eine Erektion nicht gehalten werden kann. Speziell für Frauen kann das unregelmäßige Vorkommen oder gar gänzliche Ausbleiben der Periode ein Frühwarnzeichen sein. Bei den genannten Symptomen handelt es sich überwiegend um Symptome des Frühstadiums einer Hämochromatose. Diese sind jedoch eher unspezifisch und könnten auch auf eine andere Erkrankung hinweisen. Hier kann lediglich ein Arzt eine genaue Diagnose stellen.

In einem späteren Stadium werden die Symptome des frühen Stadiums noch drastischer. Beispielsweise kommt es zu einem Verlust der Libido, dem Verdunkeln der Haut (ähnliche einer permanenten Sonnenbräune), einer gelblichen Verfärbung von Haut und Augen sowie einem ständigen Durstgefühl, dem ein häufiger Harndrang gegenübersteht. Gleichzeitig zeigen sich nun auch heftige Schmerzen und oftmals eine Steifheit in den Gelenken (besonders in den Fingern). Brustschmerzen, Kurzatmigkeit, Anschwellen der Hände und Füße sowie ein unregelmäßiger Herzschlag gehören ebenfalls zu den gängigen Symptomen einer fortgeschrittenen Hämochromatose. Bei Männern kann es zudem sein, dass sich die Hoden verkleinern.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Üblicherweise wird die (primäre) Hämochromatose über mehrere Bluttests nachgewiesen. Sie sollten mit ihrem Hausarzt über die Tests sprechen, wenn sie einerseits anhaltende Symptome einer Hämochromatose aufweisen. Da diesen Symptomen verschiedene Ursachen zu Grunde liegen können, kann der Hausarzt in einem Gespräch einige Ursachen ausschließen bevor er einen Bluttest anordnet. Andererseits ist es sinnvoll einen Hausarzt aufzusuchen, wenn ein Eltern- oder Geschwisterteil mit Hämochromatose diagnostiziert wurde. Selbst wenn Sie aktuell keine Symptome aufweisen, kann das Risiko bestehen, dass sie für die Hämochromatose spezifische Leiden zu einem späteren Zeitpunkt entwickeln.
Die bereits angesprochenen Bluttests zur Diagnose von Hämochromatose bestehen aus mehreren Einzeltests. Es muss die Eisenmenge im Blut (Transferrin-Sättigungsgrad) sowie die im Körper gespeicherte Eisenmenge (Serrum-Ferritin-Spiegel) untersucht werden. Zudem kann über einen speziellen Test festgestellt werden, ob der Patient Träger des Gendefekts ist, die die Hämochromatose auslöst.

Diese Tests unterstützen die Diagnose von Hämochromatose, zeigen an, ob der Patient Träger des Gendefekts ist, oder ob der Patient ein anderes Leiden hat, welches durch hohe Eisenwerte verursacht wird. Sollte über diese Tests ein Problem festgestellt werden, wird der Patient an einen Spezialisten oder gegebenenfalls in ein Krankenhaus zur Weiterbehandlung überwiesen. Der Spezialist klärt den Patienten im Gespräch auf, was die einzelnen Testergebnisse bedeuten und ob weitere Tests notwendig sind beziehungsweise wie der weitere Behandlungsverlauf sein wird.

Falls die Bluttests auf Hämochromatose hindeuten, werden weitere Tests notwendig, um zu untersuchen, in wie weit die Krankheit bereits Organschäden verursacht hat. Dabei wird speziell die Leber auf mögliche Schäden untersucht. Diese Tests beinhalten unter anderem einen Bluttest, der Substanzen untersucht, die auf ein Problem mit der Leber hindeuten sowie eine Leber-Biopsie, bei der mittels einer Nadel eine kleine Gewebeprobe der Leber entnommen wird, sodass diese auf Anzeichen von Leberschäden untersucht werden kann. Außerdem kann ein MRT angeordnet werden, um nach Eisen in der Leber zu suchen und Anzeichen von Leberschäden zu erkennen.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Die Hämochromatose ist eine der am häufigsten vorkommenden Erbkrankheiten bei Europäern. Vor allem bei Nordeuropäern keltischer Abstammung konnte eine statistische Häufigkeit in Bezug auf diese Erkrankung festgestellt werden. Verschiedene Studien haben nachgewiesen, dass beinahe jeder 10. Mensch in Nordeuropa diverse Genmutationen vorweist, die eine übermäßige Spicherung von Eisen zur Folge haben kann. In Deutschland wird die Anzahl der Personen, die unter einer Hämochromatose leiden, auf etwa 200000 bis 300000 Personen geschätzt. Dabei sind Männer und Frauen in etwa gleich häufig betroffen. Genaue Angaben stehen hier allerdings nicht zur Verfügung, da die Krankheit keiner Meldepflicht unterliegt. Weltweite Statistiken zur Hämochromatose gibt es ebenfalls nicht. Es wird allerdings angenommen, dass die Werte für eine primäre Eisenspeichererkrankung insgesamt recht ausgeglichen im Vergleich der Länder ist. Anders gestaltet sich die Situation in Bezug auf die sekundäre Hämochromatose. In Industrieländern kann durch Nahrunsgergänzungsmittel und ein reichliches Speiseangebot deutlich mehr Eisen konsumiert werden, als in ärmeren Ländern. Dadurch kommt es in hier häufiger zu einem erhöhten Eisenspeicher, insofern die Grundbedingungen für Hämochromatose gegeben sind.

Hämochromatose steht mit etlichen weiteren Erkrankungen in Zusammenhang: In der Leber entwickelt sich mit zunehmender Eisenablagerung allmählich eine Leberfibrose (Bindegewebsvermehrung) und später eine Leberzirrhose (Vernarbung des Lebergewebes). Die Entstehung eines Leberzellkarzinoms (eines bösartigen Leberzelltumors) wird bei etwa 30 % der Patienten mit einer Leberzirrhose nach 20 bis 30 Jahren beobachtet, sogar nach Entfernung des überschüssigen Eisens durch die Aderlasstherapie.Der häufig beobachtete Diabetes mellitus ist in erster Linie durch die Anreicherung von Eisen in der Bauchspeicheldrüse bedingt. Der durch Eisen verursachte Schaden in bestimmten Zellen der Hirnanhangsdrüse kann die Ursache von Impotenz bei Männern und Amenorrhoe bei Frauen sein. Eine Kardiomyopathie (Herzmuskelerkrankung) durch Eiseneinlagerung ins Herzmuskelgewebe wird bei etwa 15 % der Patienten beobachtet. Bei etwa 30 % der Patienten entwickelt sich eine Arthropathie (Gelenkerkrankung), unabhängig davon, wie weit andere Organe bereits geschädigt sind. Die kleinen Gelenke der Hand sind häufig als erste betroffen. Im weiteren Verlauf kann eine fortschreitende Gelenkerkrankung mit Befall der Hand-, Hüft- und Kniegelenke auftreten. Insgesamt zeigt sich hernach, dass Hämachromatose eine maßgebliche Rolle bei der Entstehung und Verbreitung von Krankheiten spielt, die als Industriekrankheiten bekannt sind. Dies wiederum legt nahe, dass sie selbst eher in den westlichen Ländern auftritt.


Komplikationen bei der Krankheit

Wenn die Hämochromatose nicht frühzeitig diagnostiziert und behandelt wird, kann sich ein ungesundes Maß an Eisen im Körper ansammeln, welches zu ernsthaften Problemen führt. Einige der wichtigsten Komplikationen im Zusammenhang mit einer Hämochromatose sollten nachfolgend erläutert werden.

In Bezug auf Eisen und dessen Auswirkungen kann die Leber sehr empfindlich reagieren und deshalb kommt es bei vielen Patienten mit einer Hämochromatose in einem gewissen Maße zu Leberschäden. Oftmals sind die Symptome zu Anfang nicht allzu offensichtlich. Dieverse Tests können allerdings Klarheit verschaffen. Undiagnostiziert und unbehandelt kann die Hämochromatose zu einer Leberzirrhose führen, bei der der Patient folgende Symptome verspüren kann: Müdigkeit und Schwäche, Verlust des Appetits, Gewichtsverlust, Übelkeit, starker Juckreiz der Haut, Druckempfindlichkeit oder Schmerzen rund um die Leber sowie gelbliche Verfärbung der Augen und der Haut. Zudem kann eine Leberzirrhose das Risiko erhöhen, Leberkrebs zu entwickeln. Operationen und Medikamente können helfen die Symptome einer Zirrhose abzumildern, allerdings ist das einzige Heilmittel für eine völlige Genesung eine Lebertransplantation, die zu den vergleichweise gefährlichen Eingriffen beim Menschen zählt.

Ebenso zählt Diabetes zu den möglichen Komplikationen einer unbehandelten Hämochromatose, bei der der Blutzuckerspiegel zu hoch ist. Ursächlich hierfür ist eine Schädigung der Bauchspeicheldrüse aufgrund zu hoher Eisenmengen. Die Bauchspeichdrüse ist das Organ, welches Insulin produziert. Insulin wiederum ist ein Hormon, das verwendet wird um die durch die Nahrung aufgenommene Glukose (Zucker) in Energie umzuwandeln. Wenn die Bauchspeichdrüse geschädigt ist, wird möglicherweise nicht genügend Insulin produziert, sodass der Blutzuckerspiegel zu hoch ist. Symptome hierfür sind ein ungewöhnlich häufiger Harndrang speziell nachts, ein starkes Durstgefühl sowie eine andauernde Müdigkeit.

Weitere Komplikationen können Arthritis und Herzprobleme sein. Im Falle der Arthritis werden durch die zu hohen Eisenwerte die Gelenke geschädigt beziehungsweise im Falle von Herzproblemen ist der Herzmuskel durch das übermäßig abgelagerte Eisen geschädigt und kann zu Herzversagen führen.

Insgesamt sind Hämochromatosepatienten deutlich anfälliger für Infektionen, welche durch Bakterien ausgelöst werden. Dies hängt im Wesentlichen damit zusammen, dass auch Bakterien Eisen für ihren Energiestoffwechsel benötigen. Zur normalen Immunreaktion des menschlichen Körpers gehört es, dass bei Eindringen von Bakterien in den Organismus, Eisen zurückgehalten wird. Die gesteigerte Einlagerung in den Körper führt jedoch hernach dazu, dass Bakterien sich selbst leichter versorgen können. Das führt zu einem vermehrten Wachstum und einer schnellen Fortpflanzung von Bakterien, wodurch sich Krankheiten drastischer gestalten, als bei gesunden Menschen.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein Arztbesuch wird angeraten, wenn ein Patient die für die Hämochromatose typischen Symptome permanent an sich erkennt und von diesen stark beunruhigt ist. Speziell wird Personen, die einen nordeuropäischen Familienhintergrund haben, empfohlen einen Arzt aufzusuchen, da diese Personengruppe am häufigsten an einer Hämochromatose erkrankt. Viele Studien haben ergeben, dass bestimmte Mutationen, welche die Hämochromatose auslösen, überwiegend im nordeuropäischen Raum auftreten.

Zudem sollten Personen, in deren engeren Familienkreis (Eltern oder Geschwister) es bereits Betroffene der Hämochromatose gibt, einen Arzt kontaktieren. Auch wenn man selbst noch keine Symptome verspürt, ist es sinnvoll sich von einem Hausarzt untersuchen zu lassen, um ein frühzeitiges Erkennen der Krankheit zu ermöglichen. Wie bei allen Krankheiten ist eine frühzeitige Erkennung wichtig, um rechtzeitig Behandlungsmethoden einzuleiten und die Chance auf Heilung zu verstärken.

Der Hausarzt wird eine entsprechende Weiterbehandlung durch einen Facharzt empfehlen. In der Regel wird die Hämochromatose von Fachärzten für Innere Medizin mit einem Schwerpunkt auf Gastroenterologie oder auch Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen sowie von Fachärzten für Hämatologie behandelt.

Behandlungsmethoden & Therapie

Aktuell besteht für Patienten die unter Hämochromatose leiden noch kein endgültiges Heilmittel, allerdings gibt es Behandlungsmethoden, die die Eisenmenge im Körper verringern. Diese könne helfen einige Symptome abzumildern und das Risiko für Schäden an Leber, Bauspeicheldrüse und Herz abzuschwächen. Nachfolgend sollen die wichtigsten herkömmlichen Behandlungsansätze erläutert werden.

Die meistgenutzte Behandlung der Hämochromatose stellt ein Verfahren dar, bei dem ein Teil des Blutes entnommen wird. Dieses Verfahren wird in der Medizin als Phlebotomie und im Volksmund als Aderlass bezeichnet. Die Prozedur ist der des Blutabnehmens ähnlich. Es werden circa 500 ml Blut aus einer der Venen entnommen. Das abgezapfte Blut enthält rote Blutkörperchen, die ihrerseits Eisen enthalten. Um die entnommenen roten Blutkörperchen im Körper zu ersetzen, benötigt der Körper mehr Eisen, sodass der Eisenanteil im Körper reduziert wird.

Alternativ kann eine sogenannte Chelattheraphie bei Patienten durchgeführt werden, für die kein Aderlass in Frage kommt. Diese Alternativtheraphie wird nur bei einem kleinen Teil von Patientenfällen angewendet, bei denen beispielsweise die Venen sehr dünn oder aber sehr fragil sind, sodass keine regelmäßige Blutabnahme in Frage kommt. Bei dieser Methode werden Medikamente verschrieben, die die Eisenmenge im Blut reduzieren, indem das überflüssige Eisen über den Urin beziehungsweise Stuhl ausgeschieden wird. Ein häufig angewendetes Medikament nennt sich Deferasirox und wird in Tablettenform einmal täglich angewendet.

Das Ziel der Therapie besteht im Erreichen eines normalen Gesamteisengehaltes. Dazu wird bei der erblichen Eisenspeicherkrankheit regelmäßiger Aderlass eingesetzt. Dabei treten keine Nebenwirkungen auf. Ein- bis zweimal in der Woche nimmt der Arzt je 500 ml Blut ab, bis eine Normalisierung des Ferritinwertes eingetreten ist. Danach ist nur noch im Abstand von mehreren Monaten ein Aderlass erforderlich.

Die Organschäden durch Eisenüberschuss können reversibel sein; bei länger anhaltender, unbehandelter Eisenspeicherkrankheit können die Schäden z.B. Leberzirrhose nicht mehr geheilt werden. Die erworbene Eisenspeicherkrankheit wird medikamentös mit dem Wirkstoff Deferoxamin behandelt, der die Ausscheidung von Eisen über Stuhl und Urin vermehrt. Bis zum Erreichen normaler Eisenwerte kann eine jahrelange Behandlung erforderlich sein. Gleichzeitig ist die Grunderkrankung, die der erworbenen Eisenspeicherkrankheit zugrunde liegt, zu therapieren.  Zur Vorbeugung gegen Eisenspeicherkrankheit sollte man den Alkoholkonsum möglichst einschränken.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Der vererbten Hämochromatose kann im engeren Sinne nicht vorgebeugt werden, da es sich um einen Gendefekt handelt, der sich früher oder später im Körper manifestiert und die Hämochromatrose ausbrechen lässt. Allerdings können Personen, bei deren engeren Verwandten (Großeltern, Eltern oder Geschwistern) bereits eine Hämochromatose diagnostiziert wurde, frühzeitig den Hausarzt aufsuchen, um eine adäquate Diagnostik durchführen zu lassen. Dies kann ein entscheidender Schritt sein, um auf die Prognose der Krankheit Einfluss zu nehmen. Je eher die Hämochromatose therapiert wird, desto höher stehen die Chancen dafür, dass Betroffene ein relativ symptomfreies Leben haben. Falls eine Familiengründung ansteht, kann eine Untersuchung der jeweiligen Partner auf die entsprechende Genmutation, die die Hämochromatose auslöst, aufschlussreich sein und es kann eindeutig festgestellt werden, ob die Hämochromatose weitervererbt werden kann oder nicht. Hernach ist es sinnvoll sein Kind auf die mögliche Erkrankung vorzubereiten.

Im weiteren Sinne kann man zumindest versuchen die zusätzliche Eisenzufuhr im Körper so gering wie möglich zu halten. Dies heißt nicht, dass die Erkrankung dann nicht ausbricht und es einen Schutz vor dem Ausbruch der Krankheit gibt. Es bedeutet nur, dass dem Körper nicht noch zusätzlich Eisen über die Nahrungsaufnahme zugeführt wird und dieser damit zusätzlich belastet wird. Es empfiehlt sich eine eisenarme Ernährung. Dazu sollte man den Konsum von rotem Fleisch (Rind und Lamm) sowie von Organen (Leber, Niere und Herz) auf ein Minimum reduziert werden. Des Weiteren sollte auf den Verzehr von zusätzlichen Nahrungsergänzungsmitteln, die Eisen enthalten, und Nahrungsmitteln, die mit Eisen angereichert sind (Frühstückscerealien wie Müsli), verzichtet werden. Es lohnt sich darüber hinaus, Geschirr und Kochutensilien genau zu untersuchen. Nicht selten sind Töpfe und Pfannen aus Eisen hergestellt. Diese sollten vorsichtshalber ersetzt werden.

Da eine Hämochromatose bestimmte Organe besonders stark schädigen kann, ist es sinnvoll diese möglichst zu schonen. Beispielsweise wird besonders häufig die Leber in Mitleidenschaft gezogen. Eine Leberzirrhose bei starker Hämochromatose ist wahrscheinlich. Es empfiehlt sich Betroffenen, dass kein Alkohol konsumiert wird. Dieses Körpergift schädigt das empfindliche Lebergewebe und kann eine Vernarbung der Zellen noch weiter begünstigen. Es wird hingegen empfohlen zu den Mahlzeiten Tee und Milchprodukte zu sich zu nehmen, um die Eisenmenge, die der Körper aufnimmt, zu reduzieren.


Prognose zur Heilung

Die Prognose für eine vollständige Heilung einer Hämochromatose ist vergleichweise negativ, da es aktuell keine Behandlungsmethode gibt, durch die eine vollständige Genesung des Patienten erreicht werden kann. Allerdings können im Rahmen einer Früherkennung der Krankheit Behandlungsmöglichkeiten eingeleitet werden, bevor die Organe geschädigt sind, sodass der Patient weiterhin eine normale Lebenserwartung hat. Dies gilt insbesondere dann, wenn eine Behandlung beginnt, bevor die anfänglichen Symptome der Hämochromatose auftauchen.

Für Patienten, bei denen die Hämochromatose bereits zum Zeitpunkt der Diagnose ausgebrochen ist, kann es je nach Krankheitsverlauf und –fortschritt zu einer verkürzten Lebenserwartung kommen. Speziell, wenn der Patient bereits eine Folgeerkrankung aufgrund der Hämochromatose (Leberzirrhose, Leberkrebs) eingestellt hat, ist eine verkürzte Lebenserwartung wahrscheinlicher. Dies ist insbesondere der Fall, wenn bei der Diagnose ein Serrum-Ferritin-Wert von 1000µg/l und höher festgestellt wird.

Insgesamt hängt die zu erwartende Lebensdauer von einer Vielzahl verschiedener Faktoren ab, sodass keine allgemeingültige Wahrscheinlichkeiten genannt werden kann, wie viel Prozent der Bevölkerung an den Folgen der Hämochromatose erkranken beziehungsweise sterben.

Bleibt die Hämochromatose bis zuletzt unerkannt und/oder unbehandelt führt sie unausweichlich zum Tod des betreffenden Patienten.


Eisen im Körper

Für die meisten Menschen klingt es zunächst sehr befremdlich, dass Eisen eine maßgebliche Rolle bei Stoffwechselprozessen spielt. “Ist das nicht ein Metall?” gehört zu den sehr häufig gestellten Fragen hierzu. Im Folgenden soll die Rolle des Mineralstoffs Eisen im menschlichen Organismus näher beleuchtet werden. Dies ist hilfreich, um die Spezifik der Hämochromatose zu verstehe.

Eisen ist folglich ein essentielles Bioelement für beinahe alle Lebensformen. Es handelt sich hierbei also um einen Mineralstoff, der ein Teil spezifischer Stoffwechselvorgänge in lebenden Organismen darstellt. Diese Vorgänge werden als Eisenstoffwechsel bezeichnet. Er bildet hernach eine Gruppe chemischer Reaktionen, die die menschliche Homöostase von Eisen auf systemischer und zellulärer Ebene aufrechterhalten. Eisen ist sowohl für den Körper notwendig als auch potentiell toxisch, und die Kontrolle des Eisenspiegels im Körper ist ein äußerst wichtiger Teil vieler Aspekte der menschlichen Gesundheit und Krankheit. Hämatologen sind besonders am systemischen Eisenstoffwechsel interessiert, da Eisen für rote Blutkörperchen, in denen das meiste Eisen des menschlichen Körpers enthalten ist, essentiell ist. Das Verständnis des Eisenmetabolismus ist auch wichtig für das Verständnis von Erkrankungen der Eisenüberladung, wie erbliche Hämochromatose oder Eisenmangel.

Eisen kommt eine Reihe wesentlicher Funktionen im menschlichen Körper zu. Es ist ein wesentlicher Bestandteil der Zellatmung. Menschliche Zellen benötigen Eisen, um Energie aus einem mehrstufigen Prozess zu erhalten, der als Zellatmung bekannt ist. Die spezifische Funktion des Eisen liegt hierbei auch in der Bildung von sogenannten Häm-Gruppen. Diese sind Teil von Hämoglobin, einem Protein, das in roten Blutkörperchen gefunden wird und dazu dient, Sauerstoff von den Lungen zu den Geweben zu transportieren. Hämgruppen sind auch in Myoglobin vorhanden, um Sauerstoff in Muskelzellen zu speichern und zu verteilen.

Der menschliche Körper benötigt Eisen darüber hinaus für den Sauerstofftransport. Sauerstoff ist für das Funktionieren und Überleben fast aller Zelltypen erforderlich. Er wird von den Lungen zu dem Rest des Körpers transportiert. Dies geschieht, indem er an die Häm-Gruppe von Hämoglobin in Erythrozyten gebunden ist. In Muskelzellen bindet Eisen Myoglobin, das eine Freisetzung von Sauerstoff reguliert.

Obgleich es zu den wichtigsten Elementen im menschlichen Körper gehört, kann Eisen auch potentiell toxisch sein. Seine Fähigkeit, Elektronen zu spenden und zu akzeptieren, bedeutet, dass es die Umwandlung von Wasserstoffperoxid in freie Radikale katalysieren kann. Freie Radikale können eine Vielzahl von Zellstrukturen schädigen und schließlich die Zelle töten. Ist Eisen an bestimmte Proteine oder an die Häm-Gruppen gebunden, besteht keinerlei Gefahr für den Menschen. Außerdem gibt es in der Zelle praktisch keine wirklich freien Eisenionen, da diese leicht Verbindungen mit organischen Molekülen eingehen. Ein Teil des intrazellulären Eisens ist jedoch an Komplexe mit niedriger Affinität gebunden und wird als labiles Eisen oder „freies“ Eisen bezeichnet. Eisen in solchen Komplexen kann unter Umständen schließlich zu den beschriebenen Zellschäden führen. Um diese Art von Schaden zu verhindern, binden alle Lebewesen, die Eisen verwenden, die Eisenatome an Proteine. Diese Bindung ermöglicht es den Zellen, von Eisen zu profitieren und gleichzeitig ihre Fähigkeit, Schaden zu verursachen, zu begrenzen. Labiles Eisen kommt folglich in nur sehr geringen Mengen im Körper vor.

Eisen spielt auch bei der Entstehung und Vermeidung von Krankheiten eine Rolle. Denn ebenso wie der Mensch, benötigen auch Bakterien diesen speziellen Stoff zum Überleben. Als Reaktion auf eine bakterielle Infektion initiiert das Immunsystem einen Prozess, der als Eisenrückhaltung bekannt ist. Wenn Bakterien überleben sollen, müssen sie Eisen aus ihrer Umgebung gewinnen. Krankheitsverursachende Bakterien tun dies auf vielerlei Weise. Beispielsweise setzen sie eisenbindende Moleküle frei, die Siderophore genannt werden und die nach der Bindung von den Bakterien wieder absorbiert werden. Es ist aber auch möglich, dass sie Eisen aus Hämoglobin und Transferrin entfernen. Je härter die Bakterien arbeiten müssen, um Eisen zu bekommen, desto mehr Energie geht ihnen schließlich verloren. Das bedeutet, dass eisenarme Bakterien sich langsamer vermehren. Daher scheint die Kontrolle der Eisenspiegel eine wichtige Verteidigung des Immunsystems gegen die meisten bakteriellen Infektionen zu sein. Obwohl dieser Mechanismus eine elegante Antwort auf eine kurzzeitige bakterielle Infektion ist, kann er zu Problemen führen, wenn die Entzündung länger andauert. Hier fehlt es dem menschlichen Körper selbst auf Dauer an Eisen, was zu einer Anämie und durchaus gravierenden Funktionsbeeinträchtigungen führen kann.

Eisen wird im menschlichen Körper durchaus in geringen Mengen gespeichert. Sowohl dann, wenn der Pegel zu niedrig ist, als auch wenn er zu hoch wird, können Krankheiten entstehen. In der Regel hat ein Mensch etwa vier bis fünf Gramm Eisen im Körper. Das entspricht einer Menge von circa 0,45mg Eisen pro Körpergewicht. Bei Männern ist es im Vergleich zu Frauen etwas mehr. Von dem gespeicherten Eisen sind etwa 2,5 g im Hämoglobin enthalten, das benötigt wird, um Sauerstoff durch das Blut zu transportieren. Die restlichen Eisenmengen sind in Ferritinkomplexen enthalten, die in allen Zellen vorkommen, aber am häufigsten im Knochenmark, der Leber und der Milz zu finden sind. Die Eisenspeicher der Leber sind die primäre Quelle für das Reserveeisen im Körper. Die Eisenreserven in den Industrieländern sind bei Kindern und Frauen im gebärfähigen Alter tendenziell niedriger als bei Männern und bei älteren Menschen. Frauen, die ihre Vorräte nutzen müssen, um das durch Menstruation, Schwangerschaft oder Stillzeit verlorengegangene Eisen auszugleichen, haben einen vergleichsweise niedrigen Eisenspiegel und sollten diesen unbedingt durch ihre Ernährung ausgleichen. Rund 400 mg des gesamten Eisengehalts des Körpers sind zellulären Proteinen gewidmet, die Eisen für wichtige zelluläre Prozesse wie die Speicherung von Sauerstoff oder die Energieproduktion von Redoxreaktionen nutzen. Eine relativ kleine Menge zirkuliert zudem durch das an Transferrin gebundene Plasma.

In einigen Ländern und bei Menschen mit bestimmten Krankheiten ist das Eisenlevel im Körper vergleichsweise niedrig. Eisenmangel wirkt sich hernach zuerst auf das Speichereisen im Körper aus. Die Erschöpfung dieser Speicher wird als relativ symptomfrei angesehen, obwohl einige vage und unspezifische Symptome damit in Verbindung gebracht wurden. Da Eisen hauptsächlich für Hämoglobin benötigt wird, ist die Eisenmangelanämie die primäre klinische Manifestation eines Eisenmangels. Menschen mit Eisenmangel leiden oder sterben an Organschäden.

Die menschliche Eisenhomöostase wird auf zwei verschiedenen Ebenen reguliert. Der Systemische Eisenspiegel wird durch die kontrollierte Aufnahme von Eisen aus der Nahrung durch Enterozyten (die Zellen, die das Innere des Darms auskleiden) und den unkontrollierten Verlust von Eisen aus Epithelablösung, durch Schwitzen, Verletzungen und Blutverlust ausgeglichen. Darüber hinaus wird systemisches Eisen kontinuierlich recycelt. Der Zelleisenspiegel wird durch die Expression bestimmter Eisenregulations- und Transportproteine der verschiedenen Zelltypen unterschiedlich gesteuert.

Die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung ist ein variabler und dynamischer Prozess. Die absorbierte Menge an Eisen im Vergleich zu der aufgenommenen Menge ist typischerweise niedrig, kann aber in Abhängigkeit von den Umständen und der Art des Eisens im Bereich von etwa 3 % bis zu beinahe 40 % liegen. Die Effizienz, mit der Eisen absorbiert wird, hängt von der Quelle ab. Im Allgemeinen stammen die am besten absorbierbaren Formen von Eisen aus tierischen Produkten. Die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung in Eisensalzform, wie sie bei den meisten Ergänzungsmitteln vorliegt, variiert je nach dem Bedarf des Körpers und liegt normalerweise bei etwa 15 %. Wie bei den meisten Mineralstoffen wird der größte Teil des aufgenommenen Eisens aus verdauten Nahrungsmitteln oder Ergänzungsstoffen durch Enterozyten der Zwölffingerdarmschleimhaut aufgenommen. Diese Zellen haben spezielle Moleküle, die es ihnen ermöglichen, Eisen in den Körper zu transportieren.

Eisenaufnahme aus der Nahrung wird in Gegenwart von Vitamin C verstärkt und durch überschüssiges Kalzium, Zink oder Mangan verringert. Die Geschwindigkeit der Eisenabsorption des menschlichen Körpers scheint auf eine Vielzahl von voneinander abhängigen Faktoren zu reagieren, einschließlich der Gesamteisenvorräte, des Ausmaßes, in dem das Knochenmark neue rote Blutkörperchen produziert, der Hämoglobinkonzentration im Blut und des Sauerstoffgehalts des Blutes. Der Körper absorbiert auch weniger Eisen in Zeiten der Entzündung, um Bakterien Eisen zu entziehen.

Insgesamt gesehen, zeigt sich, dass Eisen ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Lebens ist. Wie die meisten Mineralstoffe sollte jedoch auch Eisen in vorgesehen Mengen im Körper eingelagert werden. Bei Hämochromatose ist dies jedoch nicht der Fall. Hier ergeben sich Probleme daraus, dass Eisen permanent zugeführt, aber nicht abgebaut werden kann. Dies führt zu den bekannten Symptomen und kann unter Umständen sogar lebensbedrohlich werden.


Alternative Behandlungsmethoden

Derzeit existiert gegen Hämochromatose noch kein adäquates Heilmittel. Auch im Bereich der alternativen Medizin können lediglich Methoden angeboten werden, die auf die Symptomlinderung abzielen. Diese haben sich bisher jedoch nicht als besonders wirkungsvoll erwiesen. Gerade die spezifische Aufnahme von Tees und Kräutern kann in der Regel kaum einen Effekt auf die Einlagerung von Eisen haben. Besondere Vorsicht gilt darüber hinaus bei der Einnahme von Schüssler Salzen und homöopathischen Mitteln. Diese enthalten mitunter Mineralien, welche zur Regulierung des Elektrolythaushaltes des menschlichen Körpers beitragen sollen. Dies kann jedoch die Eisenaufnahme deutlich anregen. Ärzte empfehlen aus diesem Grund, von Homöopathie bei dieser Erkrankung Abstand zu nehmen.

Als wirkungsvoll haben sich hingegen verschiedene Hausmittel erwiesen. Diese können durchaus zur Symptomlinderung verwendet werden. Gerade warme Wickel bewirken eine Beschwerdelinderung bei Gelenkbeschwerden und Verdauungsproblemen, die bei einer Hämochromatose vergleichsweise häufig auftreten. Nicht zuletzt kann auch mit einer spezifischen, eisenarmen Ernährung eine Verbesserung des Wohlbefindens des Patienten erreicht werden. Verzichtet werden sollte hierbei auf rotes Fleisch und bestimmte Ballaststoffe.

Insgesamt gesehen kann in Bezug auf die Hämochromatose nur wenig getan werden. Ungefährliche Hausmittel, Kräuter und Öle, die das Wohlbefinden des Patienten steigern, indem sie beispielsweise Schmerzen lindern, können nach Absprache durchaus ausprobiert werden. Von drastischen Mitteln und Selbsttherapien sollte jedoch abgesehen werden. Bei falscher Behandlung kann Hämochromatose zu schweren Organschäden führen und letztlich auch lebensbedrohlich sein.

Welche Hausmittel können helfen?

Hausmittel können selbstverständlich keine konventionelle Therapie der Hämochromatose ersetzen. Es ist allerdings möglich, mittels bestimmter Hausmittel zwei Symptomen der Hämochromatose entgegen zu wirken: Oberbauch- und Gelenkschmerzen. Einerseits empfinden Betroffene im Oberbauch oftmals Schmerzen und leiden möglicherwiese unter Krämpfen. Hier kann es durchaus hilfreich sein, mit warmen Wickeln oder einer Wärmflasche Schmerzen zu lindern. Die Wärme sorgt dafür, dass der Magen und die umliegenden Organe besser durchblutet werden. Allerdings kann Wärme durch die verstärkte Durchblutung auch einen gegenteiligen Effekt erzielen. Ob eine Wärmebehandlung tatsächlich wohltuend ist, kann problemlos vom Patienten ausprobiert werden. Anderseits können

  • Wärmflasche
  • Senfkompressen
  • Muskat
  • Quarkwickel
  • Wirsingwickel
  • Kohlwickel
  • Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

    Heilkräuter & Heilpflanzen

    Heilkräuter und Pflanzen werden in der heutigen Zeit bei der Behandlung gegen verschiedenste Krankheiten genutzt. Allerdings ersetzen sie selbstverständlich keine konventionelle Therapie durch einen Arzt. Jedoch können sie die Behandlung von vergleichsweise leichten Symptomen durch verschiedene Pflanzeneigenschaften unterstützen. So können einige Kräuter bei Symptomen wie Gelenkschmerzen oder aber Oberbauchschmerzen eingesetzt werden. Es sollte aber darauf geachtet werden, dass die eingenommenen Kräuter gut vertragen werden. Ob die Einnahme von Heilpflanzen sinnvoll ist, sollte also in jedem Falle mit dem behandelnden Arzt oder Facharzt abgesprochen werden.

    Von Heilpraktikern wird bei der Behandlung gegen die Eisenspeicherkrankheit vor allen Dingen zu folgenden Heilpflanzen geraten:

    • Lorbeer
    • Engelwurz
    • Anis
    • Beifuß
    • Arnika
    • Bärlapp
    • Kampfer
    • Thymian
    • Senfmehl
    • Ringelblume

    Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

    Ätherische Öle

    Derzeit sind keine Behandlungsmethoden für Hämochromatose-Patienten mittels äthersicher Öle bekannt. Es sollte daher auf Experimenten mit ätherischen Ölen verzichtet werden. Wenn sie unter Symptomen leiden, die möglicherweise auf eine Hämochromatose hindeuten, sollten sie in jeden Fall eine Haus- oder Facharzt aufsuchen, um sich symptomgerecht behandeln zu lassen.

    Falls eine Affinität zu alternativen Behandungsmethoden besteht, können im Zweifelsfall homöopatische Mittel oder Schüssler-Salze ausprobiert werden. Unter den entsprechenden Artikeln, stehen die nützliche Hinweise und die Mittel, denen eine Wirkung bei der Linderung der Symptome von Hämochromatose nachgesagt wird.

    Folgende Öle können angewendet werden, um sich in einer ruhigen Atmosphäre zu entspannen beziehungsweise wird ihnen eine stresslindernde Wirkung zugeschrieben. Sie sind jedoch nicht für die gezielte Behandlung von Hämochromatose-Symptomen vorgesehen:

    • Lavendel
    • Melisse
    • Anis
    • Rose
    • Geranie
    • Ylang Ylang
    • Bergamotte
    • Zitronengras
    • Vanille
    • Orange

    Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

    Homöopathie & Globuli

    Die Homöopathie als Teil der alternativen Medizin gehört zu den sehr strittigen Bereichen, über deren Wirksamkeit die medizinische Fachwelt heftig diskutiert. Streitpunkt ist dabei die in wissenschaftlichen Studien nicht nachweisbare Wirksamkeit der Globuli. Der Kritikpunkt ist dabei, dass die eingesetzten pflanzlichen Mittel so stark verdünnt werden, dass sie de facto keine heilende Wirkung entfalten können. Es sei noch einmal darauf hingewiesen, dass es derzeit keine wissenschaftlichen Studien darüber gibt, dass die weiter unten aufgeführten homöopathischen Mittel eine effektive Behandlungstherapie für die Symptome der Hämochromatose sind. Befindet sich der Patient bereits in einem fortgeschrittenen Stadium der Hämochromatose ist auch durch die Homöopathie keine Heilung zu erzielen.
    Allerdings können homöopathiaffine Personen, die sich in einem anfänglichen Krankheitsstadium befinden, versuchen das Immunsystem mit Hilfe von Globulis zu stärken. Hierfür könnten möglicherweise die folgenden Mittel geeignet sein:

    Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

    Schüssler-Salze

    Die Wirksamkeit von Schüssler Salzen wird von Fachärzten stark umstritten, da es derzeit noch keine Studien oder wissenschaftliche Arbeiten gibt, die den Nutzen der Salze belegen können. Ebenso wird der positive Einfluss auf die Linderung von Hämochromatosesymptomen stark angezweifelt. Gerade im Bezug auf die Hämochromatose können Schüssler Salze einen deutlich negativen Effekt haben. Dies ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass der Mineralstoffhaushalt des Körpers durch genetische Mutationen nicht normal arbeitet. Eine Einnahme diverser Mineralien könnte die Hämochromatose deutlich verschärfen und zur weiteren Einlagerung von Eisen beitragen. Aus diesem grund sei an dieser Stelle dringlichst von der Einnahme solcher Mittel abgeraten. Wer dennoch nicht auf Schüssler Salze verzichten möchte, sollte die Einnahme der konkreten Mittel unbedingt mit dem behandelnden Arzt absprechen.

    Folgenden Schüssler Salzen wird eine Wirkung bei der Linderung verschiedener Hämochromatosesymptome nachgesagt:

    • Nr. 3. Ferrum phosphoricum : Dieser Wirkstoff hilft dem Blut dabei, besser Sauerstoff aunehmen zu können. Dies befördert die allgemeine Energiegewinnung und sorgt darüber hinaus auch dafür, dass die Gefäße besser und effektiver, sowie entspannter und unter weniger Duck arbeiten können.
    • Nr. 17 Manganum sulfuricum : Dieses Mittel hilft besonders bei Beschwerden mit Knorpeln und Knochen. Das mag zunächst bei der vorliegenden Krankheit weniger dienlich wirken, erfüllt aber auch seinen Zweck. Denn auch die Knochen brauchen Eisen und vorallem Blut, um gesund zu bleiben. Darum sollten erkrankte Personen auch darauf achten, dass sie auch diese stärken.
    • Nr. 19 Cuprum arsenicosum: Dieser Wirkstoff findet schon sehr lange Anwendung bei der Behandlung von Krämpfen, aber vorallem auch bei der Behandlung von Blutarmut. Darum ist es selbsterklärend, warum man ihn auch bei diesem Leiden einsetzen sollte.
    • Nr. 1 Calcium fluoratum: Hierbei handelt es sich um ein Mittel, dass besonders das Bindegewebe wieder aufbaut, wenn dieses durch die vorliegende Erkrankung geschwächt worden ist.
    • Nr. 6 Kalium sulfuricum: Dieses Mittel gilt der allgemeinen Entgiftung. Eine solche ist bei allen Erkrankungen des Blutes notwendig und sollte auf keinen Fall vernachlässigt werden. Denn nur, wer frei von Giftstoffen ist, hat eine gute Chance, auch wieder komplett auszuheilen.

    Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

    Diät & Ernährung

    Personen, die unter Hämochromatose leiden, wird empfohlen, die über die Nahrung aufgenommene Eisenmenge zu reduzieren. Grundsätzlich wird dabei zwischen dem Konsum von zwei Eisen-Typen unterschieden: dem Hämeisen und dem Nicht-Hämeisen. Das Hämeisen kommt in Fleisch– (rotes Fleisch, Geflügel, Schwein, Innerein) und Fischprodukten (öliger Fisch, z.B: Makrele) vor und das Nicht-Hämeisen findet man in pflanzlichen Produkten (grünes Blattgemüse, Körner, Hülsenfrüchte, Bohnen, dunkle Schokolade, Vollkornbrot, brauner Reis, Nüsse), tierischen Produkten (Eier) sowie als Nahrungsergänzungsmitteln (Müsli, Mehl). Der Unterschied zwischen beiden Eisentyp ist nicht der Eisengehalt, sonder die Eisenaufnahme durch den Körper. So wird das Hämeisen beispielsweise viel leichter durch den Körper aufgenommen als das Nicht-Hämeisen. Daher ist die Empfelung für Hämochromatose-Betroffene vermehrt auf Nahrungsmittel zurückzugreifen, in denen Nicht-Hämeisen vorkommt. Im Umkehrschluss sollten demnach weniger Nahrungsmitteln konsumiert werden, die Hämeisen beinhalten. In Prozentzahlen ausgedrückt ergeben sich folgende Werte für die Eisenaufnahme durch den Körper: das konsumierte Hämeisen wird zu 15-35 % vom Körper aufgenommen, wohingegen das Nicht-Hämeisen nur zu 5-15 % absorbiert wird. Dies ist ein erheblicher Unterschied für den Körper und sollte deshalb Beachtung in der Ernährung finden.

    Zusätzlich gibt es sieben Gruppen von Substanzen, die die Aufnahme von Eisen verlangsamen beziehungsweise hemmen. Einige der nachstehend genannten Hemmer binden das Eisen und verhindern, dass das Eisen absorbiert wird. Während andere dafür Sorge tragen, dass die Aufnahme von Eisen reduziert wird. Dazu zählen Gerbsäuren (schwarzer Tee), Oxalate (Spinat, Kohl, insbesondere Grünkohl, Rhabarber, Erdbeeren, Rote Beete, Oregano, Petersilie), Polyphenol (Schokolade, Walnüsse, Mandeln, Pfefferminze, Beeren), Phytinsäure (Sesamsamen, Linsen, Zerealien, Körner, Vollkornbrot), Kalzium (Milch, Joghurt, Käse, Blattgemüse), Kupfer (Bohnen, Kartoffeln, dunkelgrünes Blattgemüse, schwarzer Pfeffer) und Mangan (Nüsse, Blattgemüse, Vollkornprodukte).

    Es gibt auch Nahrungsmittel, die die Eisenaufnahme beschleunigen. Daher ist es ratsam diese Nahrungsmittel in geringen Dosen zu sich zu nehmen oder gar ganz auf sie zu verzichten. Hierzu zählen vor allem zuckerhaltige Lebensmittel, tierische gesättigte Fettsäuren (Butter, Fleisch, Wurst, Käse, Soßen, etc.), Fruchtzucker (Fruchtsäfte, diverse Obst– und Gemüsesorten), Vitamin C (Früchte und Gemüse, kann durch Kochen leicht aufgespalten werden), Alkohol (nähere Informationen im nächsten Abschnitt), Sorbitol (kalorienarmes Süßungsmittel, zumeist in industriell gefertigte Lebensmittel verwendet)

    Hämochromatose-Patienten sollten ihren Alkoholkonsum stark einschränken bzw. ganz auf den Konsum von Alkohol verzichten. Zu den Gründen ist folgendes zu sagen: Wie oben beschrieben gibt es Nahrungsmitteln und Substanzen, die die Eisenaufnahme beschleunigen. Zu diesen gehört auch der gewöhnliche Alkohol. Zusätzlich kann Alkohol die Gesundheit der Leber sowie des Herzen schädigen. Beides sind Schlüsselorgane, die ohnehin unter dem Eisenüberschuss leiden. Durch das Trinken von Alkohol werden beide Organe nur zusätzlich belastet, was prinzipiell sehr gut vermieden werden kann durch Abstinenz.


    FAQ – Fragen & Antworten

    Falls ich an Eisenüberschuss leide, wie oft sollte ich zur Phlebtomie (Aderlass)?

    Patienten mit einem Serum-Ferritin-Level, welches über dem Richtwert von 1000ng/ml liegt, brauchen eine aggressive Form der Eisenentfernung und benötigen gegebenenfalls zwei Mal pro Woche eine Phlebtomie bis sich das Ferritin-Level wieder auf einem normalen Niveau befindet. Sobald das Ferritin-Level unter die Grenze von 1000ng/ml fällt, beträgt das Risiko einer Zirrhose weniger als 1 %. Die erneute Akkumulation von Eisen im Körper ist individuell abhängig von dem Alter der Person, der Einhaltung der Therapie, dem generellen Gesundheitszustand, Eisenlevel im Gewebe, der Toleranz gegenüber Blutentnahmen und der Ernährung. Das Ferrtitin-Level sollte regelmäßig überprüft werden, um festzustellen, dass der Eisenspiegel auch wirklich sinkt. Nach der akuten Phase der Phlebtomie muss der Patient in größeren Abständen zur Blutentnahme, etwa 3 bis 4 Mal jährlich.

    Wie kann ich mich vor Krankheiten schützen, die durch eine Eisenüberladung entstehen?

    Eine frühstmögliche Diagnose ist der einzige Weg sich vor den Folgeerkrankungen der Eisenspeicherkrankheit zu schützen. Darüber hinaus kann es jedoch helfen, einen gesunden Lebensstil zu pflegen. Gerade die Leber sollte unbedingt geschont werden. Auf Alkohol gilt es aus diesem Grund unbedingt zu verzichten. Darüber hinaus kann regelmäßige sportliche Aktivität die Muskeln stärken. Dies ist bei den meisten Folgeerkrankungen hilfreich.

    Woher weiß ich, dass ich an Eisenüberschuss leide?

    Die Symptome einer Eisenspeicherkrankheit sind in der Regel sehr unspezifisch. Darüber hinaus reicht auch die Erkrankung eines Elternteils oder Geschwisterkindes nicht aus, um Rückschlüsse auf eine mögliche eigene Erkrankung zu ziehen. Die Diagnose kann lediglich von einem Arzt durchgeführt werden. Hierfür werden spezielle Test benötig, um einen Eisenüberschuss nachzuweisen. Ein Arzt sollte folglich unbedingt kontaktiert werden, wenn eine Familiengeschichte von Hämochromatose vorhanden ist oder ein Betroffener Anzeichen an sich bemerkt, die Hämnochromatose nahelegen.

    Bekommen Alkoholiker häufiger Hämochromatose?

    Zu den hartnäckigen Mythen, die sich über die Hämochromatose halten, zählt das geläufige Missverständnis, dass Hämochromatosepatienten Alkoholiker sind. Dieser Irrglaube entstammt dem Fakt, dass ein großer Teil der Alkoholiker einen erhöhten Serum-Ferritin-Spiegel aufweisen und einige Patienten mit einer alkoholischen Leberkrankheit über erhöhte Eisenablagerung in der Leber verfügen. Neuere Studien haben diese Fehlvorstellung aufgegriffen und Stammbäume von Hämochromatosepatienten auf das erhöhte Vorkommen von Alkoholismus untersucht. Dabei hat sich herausgestellt, dass es keine wissenschaftliche Beweise für ein erhöhtes Vorkommen von Alkoholismus in den betroffenen Familien gibt. Zudem kann heutzutage durch einen genetischen Test einwandfrei geklärt werden, ob es sich bei der Erkrankung eines Betroffenen um eine alkoholische Leberkrankheit oder um eine Hämochromatose handelt.

    Es ist allerdings bekannt, dass bei jenen Patienten, die regelmäßig Alkohol konsumieren deutlich schneller eine Leberzirrhose auftritt als bei normalen Menschen. Aus diesem Grund sollten Betroffene unbedingt auf den Genuss von alkoholischen Getränken verzichten.

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