Triglyzeride

Auch bekannt als:

Cholesterin, hdl, ldl, Lipidprofil, Lp(a), ApoA, ApoB100, ApoE
Bezeichnung: TG, TRIG
Ähnliche Tests: hdl, ldl, Cholesterin, Lipidprofil


Auf einen Blick

Warum werden Triglyzeride untersucht?

Zur Einschätzung des Risikos für eine koronare Herzerkrankung, zum Vermeiden von Bauchpeicheldrüsenentzündungen

Bei welchen Erkrankungen sollten Triglyzeride untersucht werden?
Als Bestandteil eines Lipidprofils z.B. bei einer medizinischen Routineuntersuchung oder zur Therapiekontrolle bei Patienten mit erhöhten Triglyzeridwerten.

Aus welchem Probenmaterial werden Triglyzeride durchgeführt?
Venöse oder seltener eine kapilläre Blutprobe


Das Probenmaterial

Was wird untersucht?

Die Triglyzeride (=Neutralfette) sind die körpereigene Speicherform für Fette. Die meisten Triglyzeride befinden sich in Adipozyten im Fettgewebe. Einige Triglyzeride zirkulieren jedoch im Blutserum, sie dienen als Energielieferanten für die Muskeln. Dieser Labortest bestimmt die Menge an Triglyzeriden im Blutserum. Zusätzliche Triglyzeride findet man im Blut nach Einnahme einer Mahlzeit – dann, wenn Fette aus dem Darm zur Speicherung im Fettgewebe transportiert werden. Die Bestimmung der Triglyzeride sollte daher im nüchternen Zustand erfolgen, weil dann keine zusätzlichen Triglyzeride von einer vorherigen Mahlzeit im Blut zirkulieren.

Wie wird das Probenmaterial für die Untersuchung gewonnen?
Für den Triglyzeride Test wird eine Blutprobe benötigt. Es ist unbedingt erforderlich, dass der Patient vor der Probenentnahme 12 bis 14 Stunden Nahrungskarenz einhält. Am häufigsten wird venöses Blut verwendet. Zuweilen werden die Triglyzeride aus einem Blutstropfen des Fingers bestimmt, vor allem bei der Abschätzung eines Lipidprofils (Cholesterin, hdl, ldl und TG) durch ein portables Gerät.


Der Test

Wie wird der Test eingesetzt?

Blutuntersuchungen auf Triglyzeride sind regelmäßig Teil eines Lipidprofils zur Abschätzung des Risikos für eine Herzerkrankung. Besonders bei Diabetikern ist die Bestimmung der Triglyzeride im Zusammenhang mit anderen Lipiduntersuchungen zu wichtig, da ein außer Kontrolle geratener Blutzucker einen deutlichen Anstieg der Triglyzeride zur Folge haben kann. Patienten mit sehr stark erhöhten Triglyzeridkonzentrationen im Blut haben ein stark erhöhtes Risiko, eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) zu entwickeln.

Wann könnte der Test sinnvoll sein?
Lipidprofile, Triglyzeride eingeschlossen, werden als Routineuntersuchungen bei gesunden Erwachsenen empfohlen, um das Risiko einer Herzerkrankung einzuschätzen. Der Triglyzeridtest wird selten einzeln angefordert, da das Herzerkrankungsrisiko stark auch auf dem Cholesterinspiegel beruht (siehe Cholesterin, hdl, ldl). Bei der Behandlung hoher Triglyzeridwerte kann die Anforderung einer einzelnen Triglyzeridbestimmung zur Überwachung der Therapie sinnvoll sein.

Was bedeutet das Testergebnis?

(Anmerkung: Für diesen Test steht kein Standard-Referenzbereich zur Verfügung. Da die Referenzbereiche von vielen unterschiedlichen Faktoren, wie z.B. Alter, Geschlecht und Referenzpopulation beeinflußt werden, und darüber hinaus methoden- bzw. verfahrensabhängig sind, sind die numerischen Testergebnisse zwischen verschiedenen Laboratorien nicht vergleichbar. Jeder Laborwert sollte daher auf den jeweiligen spezifischen Referenzbereich bezogen werden. Lab Tests Online empfiehlt daher ausdrücklich, die jeweiligen Testergebnisse mit dem behandelnden Arzt zu diskutieren. Weitere Informationen zu Referenzbereichen können der Rubrik „Referenzbereiche und Ihre Bedeutung“ entnommen werden.)

Normale Triglyzeridwerte bei einem nüchternen Patienten liegen unter 150 mg/dL (1,70 mmol/L). Hohe Triglyzeridwerte ohne das gleichzeitige Auftreten hoher Cholesterinwerte sind sehr selten. Die meisten Behandlungsmethoden zur Senkung des Herzerkrankungsrisikos zielen auf die Senkung des ldl Cholesterins. Allerdings kann die Art der Behandlung zur Verringerung des ldl Cholesterins unterschiedlich sein, je nachdem, ob die Werte der Triglyzeride hoch oder normal sind.

Bei sehr hohen Triglyzeridkonzentrationen (>1000 mg/dL bzw. 11,30 mmol/L) besteht das Risiko eine Pankreatitis zu entwickeln. Mit einer triglyzeridsenkenden Behandlung sollte dann schnellstmöglich begonnen werden.

Gibt es weiteres, das ich wissen sollte?
Der Test sollte im nüchternen Zustand durchgeführt werden. 12 bis 14 Stunden lang vor der Blutabnahme ist nur der Konsum von Wasser erlaubt. Des weiteren sollte 24 Stunden vor dem Test kein Alkohol getrunken werden.

Bei einem Diabetiker mit einem außer Kontrolle geratenem Blutzucker liegen die Triglyzeridwerte oft sehr hoch.

Triglyzeride können sich stark nach einer Mahlzeit erhöhen – etwa 2-6 h nach dem Essen können die Werte 2- bis 5-mal höher als im nüchternen Zustand sein. Auch die Nüchternwerte der Triglyzeride schwanken deutlich von Tag zu Tag. Daher sind moderate Unterschiede der Nüchternwerte an verschiedenen Tagen nicht ungewöhnlich.


Hinweise & Störungen

Stabilität und Probentransport

Keine relevante Änderung bei Kühlschranklagerung (+ 4 °C) des Serums über 4 Tage.

Referenzbereich
Das häufig genutzte deutsche Lehrbuch der Laboratoriumsmedizin „Thomas: Labor und Diagnose“ gibt als Referenzbereich Störfaktoren und Hinweise auf Besonderheiten
Die Triglyzeride werden durch photometrische Bestimmung des freien Glycerins nach hydrolytischer Spaltung erfaßt. Erhöhte Konzentrationen von freiem Hämoglobin, Bilirubin und Ascorbinsäure können daher die Bestimmung stören.

Richtlinien zur Qualitätskontrolle
Die Qualitätskontrolle muß entsprechend der Richtlinien der Bundesärztekammer (RILIBÄK) durchgeführt werden, die Teilnahme an externen Ringversuchen ist Pflicht.


Häufige Fragen

1. Welche Ernährung ist am günstigsten für optimale Triglyzeridewerte?

Eine Überernährung (überkalorisch), ob fettreich oder zuckerreich, hat oft einen hohen Triglyzeridspiegel zur Folge. Eine fett- und zuckerarme Ernährung ist eher mit niedrigen Triglyzeridwerten assoziiert.

2. Welche Medikamente werden bei zu hohen Triglyzeridwerten empfohlen?
Bei den meisten Patienten findet sich eine sekundäre Erhöhung der Triglyzeride. Dies heißt, das die Triglyzeride auf Grund einer anderen Erkrankung wie z.B. Diabetes, Fettleibigkeit, Niereninsuffizienz oder Alkoholismus stark erhöht sind. Bei diesen Patienten steht daher die Behandlung der zugrundeliegenden Ursache im Vordergrund. Bei isoliert hohen Triglyzeriden wie bei der familiären Hyperchylomicronämie ist eine Fettumstellung auf mittelkettige Fettsäuren (MCT) therapeutisch sinnvoll. Finden sich hohe Triglyzeridwerte zusammen mit hohen Cholesterinwerten, sollte die einzelnen Lipoproteine (wie VLDL, ldl und hdl) bestimmt werden. Die Behandlung zielt dann auf eine Senkung von Cholesterin und Triglyzeriden ab. Sollte dabei die Diät versagen, wird für gewöhnlich eine medikamentöse Behandlung empfohlen.

3. Kann körperliche Betätigung helfen, Triglyzeridwerte zu senken?
Ja, sportliche Aktivitäten (insbesondere Ausdauerbelastungen) sind besonders hilfreich bei der Senkung der Triglyzeride und der Erhöhung von hdl. Bei einem Anstieg der Triglyzeride fällt das kardioprotektiv (=das Herz schützend) wirkende hdl ab. Körperliche Betätigung hilft auch Diabetikern ihren Insulinbedarf zu minimieren. Die Veränderungen im Stoffwechsel bei sportlichen Aktivitäten bewirken eine bessere Energieverwertung durch das Körpergewebe. Auch ohne Gewichtsverlust kann Sport daher helfen, ldl-Cholesterin und Triglyzeride zu senken und das hdl-Cholesterin zunimmt.

4. Kann man zu Hause die Triglyzeridewerte überwachen?
Zurzeit sind keine Produkte erhältlich, um Triglyzeride zu Hause zu messen.

5. Was ist VLDL und in welcher Beziehung steht es zu den Triglyzeriden?
„Very Low Density Lipoprotein“ (VLDL) ist eines der Lipoproteinpartikel. Zwei weitere Lipoproteinpartikel sind „High density lipoproteins“ (hdl) und „Low density lipoproteins“ (ldl). Jeder dieser Lipoproteine besteht aus Cholesterin, Phosopholipiden, Proteinen (den sogenannten Apo(lipo)proteinen) und Triglyzeriden, jedoch in unterschiedlichen Verhältnissen, die für jeden Partikeltyp charakteristisch sind. ldl enthält am meisten Cholesterin, hdl am meisten Protein und VLDL die meisten Triglyzeride. Da VLDL den Großteil der in Umlauf befindlichen Triglyzeride beinhalten und die Zusammensetzung der unterschiedlichen Partikel relativ konstant ist, kann man die Menge an VLDL-Cholesterin abschätzen, indem man den Triglyzerid-Wert in [mg/dL] durch 5 dividiert. Zurzeit gibt es keinen einfachen, direkten Weg VLDL-Cholesterin zu messen. Daher wird meistens die Abschätzung, anhand der Triglyzeridkonzentration verwendet. Diese Formel ist allerdings nicht mehr gültig bei Triglyzeridwerten über 400 mg/dL und bei Patienten 2-10 Stunden nach einer Mahlzeit.
Bei einer bestimmten, sehr seltenen Form der Fettstoffwechselstörung (Typ III Hyperlipoproteinämie) finden sich sogenannte ß-VLDL. Diese Lipoproteine sind Abbauprodukte u.a. der VLDL und führen oft zu einer koronaren Gefäßerkrankung. Ein schneller Therapiebeginn kann aber das Risiko für eine koronare Gefäßerkrankung bei diesen Patienten stark reduzieren.

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