Stoffwechsel

Der Stoffwechsel des menschlichen Körpers

Der Stoffwechsel ist kein typisches Körperorgan und doch ist er die wichtigste Voraussetzung dafür, das Leben entstehen und wachsen kann. Er ist die Verbindung zwischen Umwelt und dem Körper aller Lebewesen. Und er verbindet alle Organe mit ihren Funktionen im Körper zu einer Einheit. Er sorgt nicht nur für das Wachstum von Leben, sondern auch für den Erhalt der Organfunktionen eines jeden Lebewesens durch die Umwandlung von Fremdstoffen in körpereigene Energie und Nährstoffe. Gleichzeitig ist er der Wächter über unsere Gesundheit, hält das Immunsystem fit und teilt uns über Befindlichkeiten mit, wenn Störungen auftreten. Der Stoffwechsel ist der direkte Draht zwischen Umwelt und Körper und alle Lebewesen (Menschen, Tiere und Pflanzen) sind auf ihn angewiesen. Ohne ihn gäbe es also kein Leben.


Was ist der Stoffwechsel?

Der Stoffwechsel ist – wie der Name schon sagt – der Austausch verschiedener Stoffe im Kreislauf eines jeden Lebewesens. Er ist komplex, vielseitig und sehr störanfällig.
Im Lateinischen als Metabolismus bezeichnet, schließt der Stoffwechsel alle biologischen und chemischen Prozesse ein, die in einem Körper stattfinden. Er ist sozusagen an sämtlichen Vorgängen beteiligt. Sei es zur Bereitstellung von Energie für den Erhalt der Organfunktionen oder für den Aufbau von Körperzellen im Wachstum. Selbst unsere Zahngesundheit hängt eng mit dem Stoffwechsel zusammen.
Die einfachste Form des Stoffwechsels findet bei Pflanzen statt, dort heißt dieser Vorgang Photosynthese.

Funktionen und Aufgaben

Wie funktioniert der Stoffwechsel?
Die Aufgaben des Stoffwechsels beinhalten die Aufnahme, Umwandlung und Transport von Nährstoffen sowie die Ausscheidung von den Endprodukten.
Dabei wird zwischen Katabol und Anabol unterschieden. Katabol bezeichnet den Abbau und die Aufspaltung von Nährstoffen in Kleinstmoleküle. Dieser Vorgang setzt Energie frei und heißt deshalb Energiestoffwechsel. Anabol bezieht sich auf die Umwandlung, den Aufbau und die Einspeicherung dieser Moleküle in den Körperzellen. Weil hier der Organismus aufgebaut wird, spricht man vom Baustoffwechsel.
Auch im Schlaf bzw. Ruhezustand verbraucht der Körper Energie, die der Stoffwechsel zur Verfügung stellen muss, damit lebenswichtige Funktionen wie Atmung, Herzschlag oder auch die Gehirntätigkeit erhalten bleiben. Dieses Mindestmaß an Energie wird Grundumsatz bezeichnet. Der durchschnittliche Grundumsatz eines erwachsenen Menschen liegt bei ca. 2000 kcal am Tag. Kommt es zu einer Unterversorgung mit Nährstoffen, entsteht ein sogenannter Hungerstoffwechsel. Dabei werden alle Stoffwechselvorgänge verlangsamt, wodurch der Grundumsatz sinkt.


Anatomie und Aufbau

Der Prozess beginnt mit der Aufnahme von Nährstoffen, erstreckt sich über ihren Transport bis zur Verarbeitung und endet mit deren Ausscheidung aus dem Körper. Die Umwandlung körperfremder Stoffe in Energie erfolgt dabei durch verschiedene Proteine, die auch Enzyme genannt werden. Diese lenken und beschleunigen die chemischen Reaktionen im Körper, verändern sich aber selbst nicht.
Durch diesen Vorgang wird nicht nur das Wachstum und der Erhalt eines Organismus gewährleistet, sondern auch der Funktionserhalt der inneren Organe sowie die Energiegewinnung für körperliche Aktivitäten.
Der Stoffwechsel wird hauptsächlich durch das Nervensystem und Hormone gesteuert. Aber auch Umweltfaktoren wie Temperatur, Sauerstoff, Nahrungsaufnahme und die Menge an körperlicher Aktivität beeinflussen ihn. Er ist die direkte Verbindung zwischen Umwelt und menschlichem Körper. Deshalb spielt er die wichtigste Rolle beim Erhalt unserer Gesundheit, weil er unmittelbaren Einfluss auf unsere Organe und somit alle Körperfunktionen hat.

  • Aufnahme
    Die Aufnahme von Nährstoffen erfolgt über den Verdauungstrakt. Die im Magen zerkleinerte Nahrung wird an den Darm weitergeleitet. Dort beginnt die Aufspaltung und Umwandlung in ihre Kleinstbestandteile. So aufbereitet, werden die Nährstoffe vom Darm in den Blutkreislauf überführt und mit dessen Hilfe in sämtliche Zellen des Körpers transportiert.
  • Umwandlung
    Die Umwandlung im Darm findet mit Hilfe von Bakterien und Proteinen statt. Diese Proteine werden Enzyme genannt. Nahrung besteht im wesentlichen aus Kohlenhydrat, Eiweiß, Fett, Mineralien und Spurenelementen. Bei der Umwandlung wird Kohlenhydrat zu Einfachzucker, Eiweiß zu Aminosäure und Fett zu Fettsäure und Glycerid abgebaut. Nun ist der Darm in der Lage, die Kleinstnährstoffe in den Blutkreislauf abzugeben und auf den Weg zu schicken. Diesen Vorgang nennt man Resorption.
  • Transport
    Der Blutkreislauf transportiert nach Aufnahme der Nährstoffe diese in sämtliche Zellen des Körpers, wo sie ausgetauscht, also verstoffwechselt werden. Das wichtigste Organ für den Stoffwechsel ist die Leber. Sie ist die größte Drüse im menschlichen Körper und erfüllt damit die meisten Funktionen. Sie speichert Fett und Glucose, ist am Abbau und der Entgiftung von Schadstoffen beteiligt und für die Bildung der Galle verantwortlich.
  • Ausscheidung
    Unter Ausscheidung versteht man die Abgabe der Stoffwechselendprodukte durch Leber und Nieren. Diese Stoffe werden im Darm (Stuhl) und in der Harnblase (Urin) angesammelt und letztendlich in flüssiger oder fester Form aus dem Körper ausgeschieden.

Stoffwechselstörungen, Beschwerden und Krankheiten

Stoffwechselstörung
Kommt es beim Stoffwechsel zu Veränderungen, entsteht eine Störung, auch Anomalie genannt. Ursachen für eine Stoffwechselstörung können sehr vielfältig sein. In erster Linie unterscheidet man aber zwischen einer angeborenen Störung, zB. durch genetisch bedingten Enzymmangel, und einer erworbenen Störung, zB. durch falsche Ernährung, die Aufnahme von Nikotin und Alkohol oder auch durch Einnahme von Medikamenten. Auch die sekundäre Erkrankung innerer Organe kann die Stoffwechselfunktion stören. Durch die Über- oder Unterproduktion verschiedener Substanzen gerät der Stoffwechsel aus seinem natürlichen Gleichgewicht. Die Stoffwechselvorgänge verschieben sich und es kommt zur Funktionsstörung des Organismus. Bei länger anhaltender Stoffwechselstörung wird das Immunsystem geschwächt, die Vitalität nimmt ab und es kommt zu einer Stoffwechselerkrankung. Diese sind im Verlauf und in ihrer Symptomatik sehr vielfältig, so dass die Ursachenfindung auf eine sehr ausführliche ärztliche Diagnostik angewiesen ist.

Beschwerden
Die bekanntesten Anzeichen einer akuten Stoffwechselstörung sind sehr eindeutige Symptome. Die häufigsten Merkmale dafür sind:

Die meiste Gefahr entsteht bei Durchfall und Erbrechen. Der Körper trocknet schneller als gewöhnlich aus, was gerade für Säuglinge und Kleinkinder gefährlich werden könnte. Bei länger anhaltender Störung verliert der Organismus wertvolle Mineralien und Spurenelemente, da diese ihm nicht mehr zur Verfügung stehen. Dieser Abbau kann zu erheblichen Folgeschäden im Gehirn, im Knochengerüst, in den Zähnen und auch Organen führen. Deshalb sollte eine Stoffwechselstörung unbedingt behandelt werden.
Bei einer angeborenen Stoffwechselstörung sind die Symptome sehr individuell gelagert. Sie treten oft direkt nach der Geburt auf und sind für die Betroffenen lebenslänglich spürbar.

Krankheiten
Stoffwechselstörungen und Stoffwechselkrankheiten sind fast identisch. Zweitgenanntes resultiert nur aus der Ersteren. Zu den bekanntesten Krankheiten zählen die Schilddrüsenstörung und Diabetes.

Schilddrüse
Eine sehr häufig auftretende Stoffwechselkrankheit ist die Schilddrüsenerkrankung. Das im Hals befindliche Organ ist zuständig für den Hormonhaushalt in unserem Körper. So kann es je nach Störung entweder zur Überproduktion (Schilddrüsenüberfunktion) oder zur Unterproduktion (Schilddrüsenunterfunktion) von Hormonen kommen.
Bei der Schilddrüsenüberfunktion werden zu viele Hormone produziert. Das Immunsystem versucht, die überschüssigen Hormone abzustoßen, welches sich durch übermäßiges Schwitzen und Gewichtsabnahme bemerkbar macht. Weitere typische Merkmale einer Schilddrüsenüberfunktion sind Halsverdickung, Nervosität und Zittern.
Die Schilddrüsenunterfunktion produziert dagegen eher einen Mangel an Hormonen, was Müdigkeit oder depressive Verstimmung zur Folge haben kann.

Diabetes
Eine weitere nicht selten auftretende Stoffwechselkrankheit ist Diabetes, auch als Zuckerkrankheit bekannt. Bei dieser Erkrankung liegt eine chronische Störung des Zuckerstoffwechsels vor. Sie kann angeboren sein, dann spricht man von Typ I oder durch schlechte Ernährungsgewohnheiten im zunehmenden Alter entstehen, Typ II. Diabetes hat sich in den letzten Jahren zunehmend zu einer Volkskrankheit entwickelt, da immer mehr Menschen hauptsächlich durch falsche Ernährung daran erkranken.
Ein Sonderfall ist die Schwangerschaftsdiabetes. Sie tritt erstmalig in einer Schwangerschaft bei der Mutter auf und verschwindet oft nach der Geburt wieder.

Weitere häufig auftretende Stoffwechselerkrankungen sind:

  • Azidose
  • Adipositas
  • Cushing-Syndrom
  • Eisenspeicherkrankheit
  • Fettleibigkeit
  • Gicht
  • Metabolisches Syndrom
  • Osteoporose
  • Thyreoiditis
  • Übergewicht
  • Wachstumshormonmangel
  • Zuckerkrankheit

Fragen & Antworten

Wie kurbelt man den Stoffwechsel an?
Viele Menschen interessieren sich für diese Frage erst dann, wenn sie ihr Gewicht reduzieren wollen oder aus gesundheitlichen Gründen müssen. Dabei spielt die Form der Diät eine eher untergeordnete Rolle. Diäten beinhalten oft das Risiko, während der Fastenzeit den Körper nicht ausreichend mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen, so das es zu einer Unterversorgung kommt. Beendet man die Diät und stehen die fehlenden Nährstoffe wieder ausreichend zur Verfügung, werden sie automatisch in doppelter bis dreifacher Menge verstoffwechselt und es kommt zum berühmten JoJo-Effekt.
Viel wichtiger und effektiver ist es, ein gesundes Verhältnis zu seinem Körper aufzubauen, in dem man den Stoffwechsel dauerhaft ankurbelt. Dafür gib es drei wesentliche Regeln:

Ernährungsumstellung
Es gibt Lebensmittel, die den Stoffwechsel anregen und solche, die ihn ausbremsen. Möchte man sich darüber ausführlich informieren, wird man zugeschüttet mit kontroversen Informationen und Meinungen. Wichtig ist zu wissen, das nicht die Menge an Kalorienaufnahme über unser Gewicht entscheidet, sondern das Verhältnis der Nährstoffe zueinander. Fette, Eiweiß und Kohlenhydrate müssen in einem ausgewogenen Verhältnis aufgenommen werden, damit der Stoffwechsel optimal versorgt ist. Dabei spielt auch die Art der Nährstoffe eine wichtige Rolle. Als Leitgedanken sollte man festhalten – je natürlicher Nährstoffe sind, um so gesünder und wertvoller sind sie für den Organismus. Zusätzlich sollte für ausreichendes Trinken gesorgt werden, wobei man von 2-3 Litern/Tag ausgeht.

Körperliche Aktivität
Bewegung bringt den Körper in Schwung! Warum ist das so?
Aktive Muskeln fördern die Lymphzirkulation. Nährstoffe, Wasser und Sauerstoff werden schneller zu den Zellen transportiert und Giftstoffe ebenso schnell abtransportiert. Fett wird verbrannt, in Energie umgewandelt und hat so keine Gelegenheit, sich in den Zellen einzunisten. Dabei muß man nicht zum Hochleistungssportler mutieren. Ein gesundes und regelmäßiges Maß an Bewegung im Alltag hilft auch sehr gut und ist dauerhaft gesünder. Fahrradfahren, Treppensteigen, Dehnübungen und Laufen sind gute Möglichkeiten, um die Muskeln zu aktivieren und den Stoffwechsel damit zu unterstützen. Als Faustregel gilt, Bewegung kann nie zu viel sein, so lang sie Spaß macht und Wohlfühlen erzeugt.

Lebensstil ändern
Die zwei ungünstigsten Faktoren für unseren Stoffwechsel sind Dauerstress und Schlafmangel. Beides führt auf Dauer zu einem hormonellen Ungleichgewicht im Körper und bringt somit den Stoffwechsel durcheinander. Es kommt zu vermehrten Cortisolausschüttung. Cortisol ist ein Antistresshormon und versetzt unseren Körper bei Stress in Alarmbereitschaft, sodass im Notfall schnell Energie zur Verfügung steht. Wird diese Energie aber nicht verbraucht, wird sie vom Insulin als Fett in unser Gewebe eingelagert. Da Cortisol eng mit allen Stoffwechselvorgängen im Körper verbunden ist, hat Stress einen beachtlichen Einfluss auf unser Wohlbefinden.
Möchte man den Stoffwechsel positiv beeinflussen, sollte man unbedingt auf ein stressfreies Umfeld achten, für regelmäßigen und ausreichenden Schlaf sorgen und eine positive Lebenseinstellung haben.

Hat jeder Mensch den gleichen Stoffwechsel?
Nein. Das ist schon deshalb nicht möglich, weil jeder Mensch, jedes Lebewesen sich genetisch unterscheidet. Wir erinnern uns – der Stoffwechsel wird durch Enzyme beeinflusst, welche genetisch vorbestimmt sind. So gibt es Menschen, die haben von Natur aus einen schnellen Stoffwechsel, andere einen trägen. Man spricht hier von einer hohen oder niedrigen Stoffwechselrate. Ebenso können Menschen von Geburt an einen gesunden oder kranken Stoffwechsel haben. Der gesunde Stoffwechsel befindet sich im Gleichgewicht, man fühlt sich fit, bewegt sich gern und hat keine Verdauungs- oder Gewichtsprobleme. Ein kranker Stoffwechsel verbrennt die Energie langsamer, man fühlt sich schneller schlapp und müde und neigt auch leider schneller zum ansetzen von Fettpolstern. Beide Varianten können ebenso angeboren sein. Aber – auch wer einen trägen Stoffwechsel hat, muß nicht zwangsläufig dick oder krank werden. Mit einer gesunden Lebensweise, der richtigen Ernährung und aktiver Bewegung lässt sich auch ein langsamer Stoffwechsel ankurbeln.
In der Medizin wird grob zwischen drei Stoffwechseltypen unterschieden. Jeder Typ unterscheidet sich durch Muskelaufbau, Skelettaufbau, Muskelmasse und die Neigung, Fett anzusetzen.
Der mesomorphe Typ besitzt eine athletische Figur, baut schnell Muskeln auf und hat einen sehr geringen Körperfettanteil, weswegen er oft eine überdurchschnittlich hohe Körperkraft hat. Meist haben sie volles Haar und markante Gesichtszüge.
Der ektomorphe Typ besitzt eine schmale Figur, ist meistens groß gewachsen und hat lange Gliedmaßen. Er baut nur schwer Muskeln auf, setzt dafür aber kaum Fett an. Seine Haare wirken eher dünn. Bei diesem Typ ist die Stoffwechselrate hoch.
Der endomorphe Typ hat eine breitere, ausladende Figur, oft dünne Haare und kurze Gliedmaßen. Er ist meist klein und neigt zu Übergewicht. Sein Stoffwechsel ist langsam, deshalb verbrennt er die aufgenommene Nahrung wesentlich langsamer und setzt schnell Fett an. Durch seine weichen Muskeln wirkt sein gesamtes Erscheinungsbild eher weich und rund.

Was ist eine Stoffwechselkur?
Die Stoffwechselkur ist eine Diätform, die es ermöglichen soll, innerhalb von 21 Tagen 12 kg abzunehmen. Im Vergleich zu anderen Diäten soll sie dafür sorgen, dass die Teilnehmer während dieser Zeit nicht an einer Unterversorgung von Nährstoffen leiden und so den JoJo-Effekt verhindern. Bevor man sich für diese Kur entscheidet, sollte man sich ausführlich über die Vor- und Nachteile dieser Diätform informieren. Die Kur wird in vier Phasen eingeteilt.
Die Ladephase dauert zwei Tage und ist das Kontrastprogramm zur Diätphase. Hier darf noch einmal alles gegessen und getrunken werden, wonach einem der Appetit steht.
Die Diätphase soll komplett vom ersten bis zum letzten Tag eingehalten werden und beschränkt die Kalorienaufnahme auf 700 kcal pro Tag.
Die Stabilisierungsphase dauert weitere 21 Tage und soll den Stoffwechsel wieder an die normale Ernährung anpassen, indem die Kalorienaufnahme langsam gesteigert wird.
Die Erhaltungsphase ist zeitlich nicht begrenzt, da sie die neue und hoffentlich gesündere Nahrungsaufnahme im Alltag darstellt.

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