Erste Hilfe bei Achillessehnenriss

Achillessehnenriss

TOOOOOR! – dieser Sieg war verdient, aber der strahlende Sieger konnte nicht mal mehr vom Fußballplatz humpeln und seinen grandiosen Sieg auskosten, geschweige denn, feiern.

Was war passiert? Ein stechender Schmerz raubte ihm fast den Verstand und auch so etwas wie ein „Peitschenknall“ war laut vernehmbar.

als die medizinische Hilfe kam, wurde schnell klar, ein Achillessehnenriss hatte den Torschützen niedergestreckt. Die Diagnose brachte die Bestätigung, dass der Fußball für die nächsten Monate ein Schattendasein führen muss, denn die Achillessehne war vollkommen durchtrennt… Die Achillessehne ist die kräftigste und somit dickste Sehne im menschlichen Körper. Wenn sie reißt, ist das laut und deutlich zu hören. Die Ruptur hört sich ähnlich an wie ein Peitschenknall.

Erste Hilfe beim Achillessehnenriss

 

DEin Achillessehnenriss wird häufig durch eine abrupte und starke Sehnenanspannung verursacht. Dabei spielen typische Risikosportarten wie Fußball, Badminton, Sprinten, Tennis, Squash und Basketball keine untergeordnete Rolle. In der Regel ist es aber so, dass die betroffene Achillessehne bereits eine Vorschädigung aufweist. Als Risikofaktoren für einen solchen Riss gelten ein höheres Lebensalter, Muskelfehlfunktionen, das männliche Geschlecht und die Einnahme von Kortison, Anabolika oder (Chinolon-)Antibiotika. Begünstigt wird ein Achillessehnenriss durch Abweichungen der Fuß-Achse sowie Fußdeformitäten und schlechtes Schuhwerk.

Bei einem Achillessehnenriss gibt die sogenannte „PECH“-Regel – Pause, Eis, Kompression und Hochlagerung – den Notfallplan vor. Erfolgt ein Achillessehnenriss, so ist das betroffene Bein zu entlasten. Weiterhin ist es ratsam, die Fersenregion zu kühlen, jedoch sollte diese Maßnahme alle 20 Minuten für eine kurze Zeit unterbrochen werden. Es sollte vermieden werden, mit dem betroffenen Bein aufzutreten. Helfer können versuchen, den Verletzten beim Gehen zu stützen, um anschließend einen Arzt zu konsultieren.

 

Wann ist bei einem Achillessehnenriss professionelle Hilfe notwendig?

Kam es zu einem Sehnenriss, so gelten Orthopäden und Unfallchirurgen als die Spezialisten, die primär Durchblutung, Motorik und Sensibilität im Unterschenkel-und Fuß-Bereich untersuchen. Die meisten Fälle zeigen, dass eine operative Behandlung der Achillessehne, also professionelle Hilfe, unumgänglich ist.

Aber nicht jede Achillessehne muss zwangsläufig operiert werden. Neueste Studien belegen, dass auch professionelle konservative Behandlungen akzeptable Heilungserfolge bringen können. In diesem Zusammenhang haben sich eine Ruhigstellungsschiene oder ein Spezialschuh bewährt, die ständig für etwa sechs bis acht Wochen, also auch nachts, getragen werden. Weitere zwei Wochen müssen diese Hilfsmittel tagsüber getragen werden.

Nach ca. sechs Wochen kann mit einem intensiven Physiotherapieprogramm begonnen werden, in dem die Wadenmuskulatur gezielt trainiert wird. Weitere zehn bis zwölf Wochen müssen dann vergehen, damit auch wieder ein leichtes Lauftraining erfolgen kann. Allerdings hat sich gezeigt, dass die Gefahr einer Re-Ruptur, eines Sehnenrisses, bei der konservativen Behandlungsmethode bedeutend höher ist als bei einer Operation.

Die neue OP-Technik ist in diesem Kontext die eindeutig bessere Wahl, denn in den letzten Jahren hat sich die operative Behandlungsmethode stark gewandelt. Die früher praktizierte längere Gipsbehandlung sowie die Entlastung durch Gehstöcke ist heute in den meisten Fällen nicht mehr erforderlich. Stattdessen erfolgt eine funktionelle Nachbehandlung mit einem Spezialschuh, dem Adimed Variostabil, so dass es dem Patienten möglich ist, bereits nach wenigen Tagen eines Belastung des operierten Beines anzustreben.

Der Gedanke, der hinter einer solchen frühfunktionellen Behandlungsmethode steht ist, dass Gewebe in der Lage ist, sich an adäquate Belastungen anzupassen und somit eine schnelle Heilung beschleunigt wird. Aber auch der Patient profitiert von den Chancen moderner operativer Behandlung, denn für ihn erledigt sich ein längerer Klinikaufenthalt, er muss nur wenige Tage die Gehstöcke benutzen und kann so seinem frühzeitigen Einstieg ins Berufsleben entgegensehen.

 

Funktion der Achillessehne

 

Die Sehne verbindet das Fersenbein mit dem Wadenmuskel und sorgt mitunter für eine kraftvolle Beugung im Sprunggelenk. Vom Achillessehnenriss sind deutlich mehr Männer als Frauen betroffen. Das Durchschnittsalter in dem dies passieren kann, liegt zwischen 30 und 45 Jahren. Die meisten Rupturen der Achillessehne entstehen beim Sport vor allem bei Ballsportarten. Nach einer Ruptur schwillt die Stelle an, es kann ebenso zu Blutungen kommen und es sind deutliche Dellen im Verlauf der Sehne zu sehen.

Therapiemöglichkeiten

 

Die Heilung nimmt 6 bis 8 Wochen in Anspruch. Gehen und auch Laufen ist bei einem Riss nicht mehr möglich, deshalb ist es sehr wichtig eine fachgerechte Therapie so schnell wie möglich einzuleiten. Ob ein operativer Eingriff nötig ist oder nicht, hängt ganz vom Schweregrad der Verletzung ab. Bei der operativen Behandlung wird die Sehne wieder zusammengenäht. Danach muss natürlich Krankengymnastik absolviert werden.

In der Regel ist die Sehne nach 3 bis 4 Monaten wieder belastbar. Wer Leistungssport betreibt, muss allerdings ein halbes Jahr warten, um eine erneute Verletzung zu verhindern.

Früher wurde nach einer Achillessehnenruptur der Fuß noch gerne über Wochen hinweg eingegipst. Heutzutage setzt die Bewegungstherapie sehr viel früher ein. Die sogenannte funktionelle Therapie mobilisiert frühzeitig das betroffene Körperteil und kann so gravierende Nebenwirkungen vermeiden. In diesem Fall wird meist ein spezieller Schuh mit einer erhöhten Ferse und einer starren Zunge verschrieben, der es ermöglicht schon nach wenigen Tagen den Fuß wieder ganz zu belasten.

 

Prognose

 

Die meisten Komplikationen die nach der OP eintreten, haben mit Wundheilungsstörungen zu tun. Deswegen ist es wichtig den Verband gewissenhaft und regelmäßig zu wechseln, und auf die Anweisungen des Arztes diesbezüglich zu hören. Die Prognose ist sehr gut. Es wird die volle Leistungsfähigkeit wiedererlangt.

Wie bei allen Verletzungen kann der Achillessehnenriss bei Hochleistungssportlern jedoch verheerende Folgen haben, da sie nicht mehr das gleiche Leistungsniveau erreichen wie vorher. Ein solcher Riss entsteht immer gerne wenn die Sehne einmalig zu stark belastet wird.

Wer regelmäßig Sport treibt und sich davor auch immer vernünftig aufwärmt, geht dem Risiko eine Achillessehnenruptur zu erleiden, gezielt aus dem Weg.

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