Sehne

Dehnbare Verbindungstücke zwischen Knochen und Muskeln

 

Unser Körper besteht aus Knochen, Muskeln und Organen. Damit die Muskeln ihre Arbeit tun können, sind sie mit Sehnen mit dem Knochen verbunden.
Durch ihren anatomischen Aufbau halten Sehnen enormen Zugkräften und Belastungen statt und sind teilweise sehr dehnbar. Haben wir eine Sehne zu stark beansprucht, kommt es jedoch zur Sehnenzerrung oder -überdehnung und im schlimmsten Falle zum Sehnenriss. Auch mit zunehmendem Alter verlieren Sehnen an Elastizität und Belastbarkeit und reißen leichter.
Wie Sehnen funktionieren, welche Erkrankungen und Therapieformen es im Zusammenhang mit den dehnbaren Fasersträngen gibt, soll hier dargestellt werden.

 

Was sind Sehnen?

 

Sehnen oder medizinisch Flechsen verbinden Muskeln und Knochen und sind für koordinierte Bewegungsabläufe und eine aufrechte Körperhaltung unabdingbar. Ohne Sehnen zwischen den Knochen und Muskeln wären Bewegungen wie Sitzen, Hocken, Springen, sich Strecken, Gegenstände werfen oder anheben, etc., schlichtweg unmöglich.
Eine kontrollierte Kraftübertragung von den Muskeln auf das Skelett wäre nicht durchführbar, Knochen könnten unter dem Druck der Muskulatur einfach brechen.

 

Funktionen und Aufgaben der Sehne

 

Sehnen haben als Teil des Halteapparates eine zentrale Funktion: die Kraft der Muskulatur auf die Knochen zu übertragen. Sehnen finden sich in allen Gelenken und überall da im Körper, wo Muskeln an Knochen ansetzen. Die stärkste Sehne im menschlichen Körper ist die Achillessehne, die den dreiköpfigen Wadenmuskel mit dem Fersenbein verbindet und erst die Beugung des Fußes in Richtung der Fußsohle (Plantarflexion) und die Auswärtskantung des Fußes, die sogenannte Supination ermöglicht.

Je nach ihrer Funktion unterscheidet man in der Anatomie zwischen:

  • Ursprungssehnen, die bündelförmig zwischen den Muskelfasern eingelagert sind und
  • Ansatzsehnen, die kreuzweise und gebündelt in den Knochen einstrahlen. Ansatzsehnen durchlaufen am Knochen einen Knorpel, der die Muskelkraft dämpft und abmindert und so den Knochen vor Brüchen schützt.
  • Zwischensehnen haben keinen Kontakt mit dem Knochen, sondern verbinden mehrere Muskelbäuche miteinander. Sie verlaufen quer zur Faserrichtung des Muskels und teilen diesen in mehrere Segmente. Der gerade Bauchmuskel wird durch eine Zwischensehne in drei Teile unterteilt. Diese Sehne ist auch für den berühmten „Waschbrettbauch“ verantwortlich.
  • Flächig ausgebildete Sehnenplatten werden als Aponeurosen bezeichnet. Solche Sehnenplatten finden sich z. B. in der schrägen Bauchmuskulatur, im Fußgewölbe und in der Handfläche. Im Fußgewölbe und in der Hand schützen die Aponeurosen die Muskeln, Blutgefäße und Nerven.

 

Anatomie und Aufbau der Sehnen

 

Sehnen übertragen die Muskelkraft auf die Knochen, indem sie sich strecken und wieder zusammenziehen. Zudem können Sehnen kurzzeitig Bewegungsenergie speichern und diese bei schnellen Bewegungen explosionsartig wieder freisetzen. So werden Bewegungsabläufe effizienter und die Muskulatur durch die Sehne unterstützt.

 

Sehnen bestehen zum Großteil aus faserigem Bindegewebe. Die Fasern wiederum bestehen aus Kollagen vom Typ I, enthalten aber auch einen kleinen Anteil Elastin.
Die einzelnen Faserstränge sind von der sog. Interzellularsubstanz umgeben, die sie fest miteinander verkittet. Durch diese Struktur erhalten die Sehnen ihre enorme Zugfestigkeit.

 

Die Sehne ist von einer Art fibröser Bindegewebshaut umgeben, dem Peritendineum oder Sehnenhaut. Auch die Sehnenhaut besteht hauptsächlich aus Kollagenfasern und verleiht der Sehne noch größere Stabilität, indem sie ganze Faserbündel der Sehne umschließt und zusammenfasst.

 

Sehnen, die mehrere Gelenke miteinander verbinden und besonders unter Spannung stehen, sind zudem von einer Sehnenscheide umgeben. Diese schützt die Sehne und vermindert die Reibung der Sehne am Knochen und am umgebenden Muskel- und Knorpelgewebe.
Die Sehnenscheide ist eine aus zwei Schichten aufgebaute Hülle, deren Zwischenbereich mit Synovialflüssigkeit gefüllt ist. Wegen ihrer besonderen Gleitfähigkeit wird die Synovialflüssigkeit auch als „Gelenkschmiere“ bezeichnet.

 

Einteilung der Sehnen nach ihrer Funktionsweise

 

Je nach Art der auf die Sehne wirkenden Belastung unterscheidet man anatomisch und physiologisch

 

  • Zugsehnen und
  • Gleitsehnen.

 

Zugsehnen verlaufen parallel zur Wirkungsrichtung des Muskels und werden nur auf Zug belastet. Sie sind meist rundlich oder strangförmig geformt und ihre Kollagenfasern sind in Zugrichtung ausgerichtet.
Gleitsehnen dagegen werden auf Druck belastet. Sie verlaufen um ein Gelenk oder einen Knochen herum, der bei Belastung als Widerlager dient. Zur optimalen Druckverteilung ist der am Knochen ansetzende Teil der Sehne ein besonders widerstandsfähiger Knorpel.
Im Aufbau unterscheidet der Mediziner zwischen flachen, breitgefächerten Sehnenplatten und rundlichen, strangförmigen Sehnen.

 

Sehnenplatten oder Aponeurose

 

Der lateinische Begriff Aponeurose bedeutet übersetzt Sehnenplatte. Gemeint ist in der Medizin eine flächige Bindegewebsstruktur, die die Muskelendsehnen zusammenfasst und mit dem Knochen verbindet.
Häufig werden von einer Aponeurose mehrere Muskeln gleichzeitig verbunden. Aponeurosen finden sich im menschlichen Körper u.a. im Fußgewölbe, in der Handfläche, im Kniegelenk und im Gaumen. Sie dienen dabei nicht nur der Kraftübertragung vom Muskel auf die Knochen, sondern haben auch eine wichtige Schutzfunktion.
Im Fuß stützt und festigt die Plantaraponeurose das Fußgewölbe und hält es aufrecht. Eine ähnliche Funktion hat die Palmaraponeurose in der Hand, sie schützt Nerven, Blutgefäße und Muskeln. Die Gaumenaponeurose dient dem aus weichem Gewebe aufgebauten Gaumen als Stütze.
Gemeinsam haben alle Aponeurosen ihren mehrschichtigen Aufbau. Sie bestehen wie gewöhnliche Sehnen aus Kollagenfasern, die jedoch nicht bloß in eine Richtung verlaufen, sondern sich in mehreren übereinander liegenden Schichten longitudinal, transversal und vertikal überlagern.

 

Krankheiten, Beschwerden und Störungen

 

Aufgrund der täglichen, hohen Belastungen sind Sehnen im Körper besonderer Abnutzung ausgesetzt, die wiederum zu degenerativen Veränderungen in der Sehne oder der Sehnenscheide führt. Mit zunehmendem Alter verändern auch die Sehnen ihre Struktur und verlieren an Elastizität.
Bestimmte Krankheiten wie Diabetes wirken sich auch auf die Dehnbarkeit und Reißfestigkeit der Bindegewebsfasern aus, aus denen Sehnen bestehen. Und schließlich kommt es durch Fehlbelastungen im Sport oder dauerhafte einseitige Belastungen zu Verletzungen wie Sehnenrupturen, Sehnenzerrungen, oder Entzündungen.
Die elastischen, reißfesten Sehnen sind hauptsächlich aus kollagenem Bindegewebe aufgebaut, enthalten aber fast keine Nervenbahnen oder Blutgefäße. Dadurch ist ihre Regenerationsfähigkeit stark eingeschränkt und Verletzungen und Erkrankungen heilen nur schlecht und langsam.
Auch relativ harmlose, leichte Verletzungen wie Sehnenüberdehnungen oder leichte Zerrungen benötigen mehrere Wochen, um auszuheilen.
Erkrankungen der Sehnen und Sehnenscheiden werden medizinisch unter dem Begriff Tendopathie zusammengefasst.

 

Häufige Verletzungen der Sehne

 

Häufige Verletzungen der Sehnen sind Sehnenzerrungen oder -überdehnungen. Dabei handelt es sich um eine Verletzung der Sehnenfasern, ohne dass es zu einer Unterbrechung der Faserstruktur, also einem Einriss, kommt. Die Ursache für die Sehnenzerrung liegt in der Überbeanspruchung der Muskel-Sehnen-Einheit durch sportliche Aktivitäten, schwere körperliche Arbeit oder lang dauernde, einseitige Belastung.

An diesen typischen Symptomen erkennt man eine Sehnenzerrung:

  • plötzlich auftretender, stechender Schmerz an der betroffenen Stelle
  • Kraftverlust im umgebenden Muskel
  • Bewegungseinschränkungen

 

Treten diese Symptome beim Sport oder bei körperlichen Belastungen auf, darf die betroffene Sehne keinesfalls weiter belastet werden, da es ansonsten zu einem Sehnenriss kommen kann. Auch Kühlpackungen, Hochlagern des Beines oder Armes oder Ruhigstellung durch einen elastischen Verband können rasch Hilfe bringen.
In der Regel dauert es mehrere Tage, bis die akuten Symptome abgeklungen sind und die betroffene Sehne vorsichtig wieder belastet werden kann. Sportler können einer Sehnenzerrung jedoch auch vorbeugen, indem sie sich vor dem Training konsequent und ausreichend aufwärmen und dehnen!

 

Eine häufige Sportverletzung: der Sehnenriss

 

Bei der Sehnenruptur, wie der medizinische Terminus heißt, reißen die Sehnenfasern ein. Reißt die Sehne mit einem lauten, peitschenartigen Knall direkt am Knochen ab, spricht der Mediziner von einem Sehnenabriss.

Ursache sind eine zu starke Belastung oder Dehnung der Sehne beim Sport oder bei ungewohnten körperlichen Belastungen. Auch bei ruckartigen Bewegungen auftretende, plötzliche Überbelastungen können eine Sehne abreißen lassen. Werden bei Unfällen Gliedmaßen ausgerenkt, ruckartig verdreht oder geprellt, Gehen damit ebenso oft Sehnenrisse einher.
Häufig betroffen von Sehnenrissen sind natürlich Leistungssportler, vor allem im Fußball, Handball, Basketball oder in der Leichtathletik. So ist bei Läufern besonders häufig die Achillessehne betroffen.
An diesen Symptomen erkennt man eine Sehnenruptur:

  • plötzlicher, heftiger Schmerz
  • lautes Knallgeräusch beim Abriss
  • Kraftverlust in der betroffenen Gliedmaße
  • Beugung oder Streckung des betroffenen Muskels ist nicht oder kaum noch möglich
  • Delle unter der Haut an der Riss-Stell
  • wulstartig verformter oder verkürzter Muskel
  • Schwellung im betroffenen Gelenk

 

Bei einem kompletten Sehnenabriss werden durch die großen Zugkräfte oft auch Teile des Knochens mit abgerissen oder es kommt zu einer Fraktur im Bereich des Abrisses.

Von einem Sehnenriss sind häufig die kräftigen Sehnen in den Armen, Fingern oder Beinen betroffen. Der Achillessehnenriss ist im Leistungssport eine häufige und gefürchtete Verletzung. Vor allem bei Läufern, Tennisspielern, Fußballern oder Basketballern wird die Achillessehne bis aufs Äußerste gedehnt. Kommt es dann zu einem Tritt gegen die Sehne, zum Umknicken des Fußes, einem heftigen Aufprall auf dem Untergrund oder zu einem Schlag auf die Sehne infolge eines Sturzes, kann die ohnehin überbeanspruchte Sehne dieser Belastung nicht mehr standhalten und reißt.
Bei Handballern, Basketballern oder Volleyballern sind häufig die Strecksehnen der Fingerendgelenke betroffen.

 
Sehnenanrisse werden durch Anlegen einer Schiene oder eines Gipsverbandes behandelt. Die ruhiggestellte Sehne kann sich so regenerieren, was allerdings mehrere Wochen in Anspruch nimmt.
Sehnenabrisse werden oft operativ behandelt mit anschließender Physiotherapie. Sind die Sehnenenden nahe genug beieinander, können sie auch ohne Operation wieder zusammenwachsen.
Bei richtiger Behandlung ist die Prognose für eine vollständige Heilung recht gut, allerdings kann die vollständige Wiederherstellung der ursprünglichen Leistungsfähigkeit nie garantiert werden. Sehnenabrisse können daher für Leistungssportler auch das Karriereende bedeuten.

 

Als Sofortmaßnahme beim Sehneneinriss oder -abriss sollte die betroffene Stelle sofort ruhiggestellt, hoch gelagert und gekühlt werden, um die Schwellung zurückzudrängen.
Auch beim bloßen Verdacht auf einen Sehnenriss sollte unbedingt ein Arzt zu Rate gezogen werden!

 

Häufig und schmerzhaft: die Sehnenscheidenentzündung

 

Vor allem an den Hand- und Fußgelenken, im Unterarm oder im Ellbogen kommt es häufig zu einer Tendovaginitis oder Sehnenscheidenentzündung, meist bedingt durch langanhaltende Überlastung oder Fehlbelastung der Sehne. Gerade bei Menschen, die viel am Computer arbeiten, kommt es durch Fehlhaltungen des Handgelenks zur Sehnenscheidenentzündung im Unterarm oder Handgelenk.
Auch Stichverletzungen können eine Sehnenscheidenentzündung zur Folge haben.

An diesen Symptomen erkennt man eine Sehnenscheidenentzündung:

  • starke, stechende Schmerzen
  • Rötung und/oder Schwellung des betroffenen Bereiches
  • Überhitzung

 

Die Schmerzen werden durch Kühlung und Schonung der betroffenen Stelle gelindert. Bei einer stark ausgeprägten Entzündung wird meist eine Schiene zur Ruhigstellung verordnet und ein lokales Schmerzmittel injiziert.
Kortisonhaltige Salben oder Injektionen lassen die Entzündung abklingen. Mitunter kann auch Krankengymnastik verschrieben werden.
Wird die Fehlbelastung künftig vermieden, etwa indem ein geeignetes Tastaturkissen unter die Handgelenke gelegt wird, lässt sich eine Tendovaginitis meist vollständig ausheilen. Allerdings sollten vor allem Sportler beachten, dass eine vorangegangene Sehnenscheidenentzündung das Risiko eines Sehnerisses erhöht!

 

Häufige und ernsthafte Sehnenverletzung – der Achillessehnenriss

 

Achilles, ein Held der griechischen Antike war unverwundbar, bis auf eine kleine Stelle an seiner Ferse. Er gab der Achillessehne ihren Namen. Diese verbindet den kräftigen Wadenmuskel mit dem Fersenbein und sorgt für eine kraftvolle Beugung und Streckung des Fußes. Als stärkste Sehne im menschlichen Körper kann sie eine Zugbelastung von bis zu 800 kg aushalten, doch vorangegangene Entzündungen können sie schwächen und Überdehnungen bei zu großer Belastung bringen sie zum reißen.
Der Achillessehnenriss tritt plötzlich und ohne Vorwarnung mit einem großen Knall auf.
Dem peitschenähnlichen Knall folgt sofort ein heftiger, stechender Schmerz. Unter der Haut lässt sich an der Stelle des Risses eine Delle ertasten, die später von einem gut sichtbaren Hämatom gefüllt wird. Der Betroffene kann weder Laufen noch gehen und hat keine Kontrolle über den Fuß.
Ist die Achillessehne gerissen, hilft meist nur noch eine Operation, bei der die beiden Sehnenenden wieder zusammengenäht werden. Bei Leistungssportlern wird immer operiert, da die OP eine bessere Stabilität der zusammengefügten Sehne bewirkt.
Sind die beiden Sehnenenden nahe genug beieinander, ist auch eine konservative Behandlung möglich. Das Bein wird komplett ruhiggestellt, damit die Enden wieder zusammenwachsen.

 

Risiken und Vorteile bei der Achillessehnen-Operation

 

Musste früher bei der Operation noch ein etwa 15cm langer Schnitt gesetzt werden, gehen Chirurgen heute meist minimal-invasiv vor. Durch mehrere kleine Einschnitte wird die Achillessehne unter der Haut vernäht.
Der Vorteil dieser Operationsmethode: Durch die kleinen OP-Wunden kommt es kaum zu Infektionen oder anderen Wundheilungsstörungen.

 

Allerdings liegt die Sehne dicht unter der Haut und ist kaum durchblutet, sie regeneriert sich oft schlecht und dann ist eine zweite OP mit einem größeren Schnitt oft dennoch nötig. Außerdem wird bei etwa 5 von 100 Patienten bei der minimal-invasiven OP der direkt neben der Achillessehne verlaufende Suralis-Nerv beschädigt. Die Folge ist ein Taubheitsgefühl im Bein oder ständige Nervenschmerzen.
Ist der Sehnenriss dagegen bereits mehrere Wochen alt, klaffen die Stumpfenden zu weit auseinander oder kommt es zu Wundheilungsstörungen, ist eine große, offene OP dennoch unumgänglich.

 
Vor etwa 20 Jahren hat sich wegen der erwähnten Probleme bei der Wundheilung und der Verletzung des Suralis-Nervs die konventionelle Methode ohne OP eingebürgert.
Der Fuß wird gestreckt, als würde der Patient auf Zehenspitzen stehen und in dieser Position ruhiggestellt. Die Sehne kann ohne Eingriff wieder zusammenwachsen.
Allerdings ist auch diese Methode nicht ohne Risiken, denn es hat sich gezeigt, dass es trotzt Ruhigstellung zu minimalen Bewegungen des Fußes kommen kann. Diese kleinsten Bewegungen stören den Heilungsprozess. Außerdem entsteht eine Narbe, die dazu führen kann, dass sich die Achillessehne verlängert. Eine längere Sehne reduziert aber die Kraftübertragung vom Wadenmuskel auf den Fuß, die Folge ist eine lebenslange Einschränkung in der Beweglichkeit, Laufen oder Springen sind nicht mehr möglich.

 

Die wichtigste Behandlungsphase nach einem Achillessehnenriss beginnt ohnehin erst nach der OP:

 

Die Rehabilitation

 

Viele Operateure sind heute der Ansicht, dass der Fuß am besten sofort nach der OP wieder belastet werden sollte und verordnen ihren Patienten einen speziellen Stiefel, bei dem die Höhe der Ferse variabel eingestellt werden kann. Krankengymnastik soll zusätzlich helfen, dem Muskelschwund entgegenzuwirken.
Ist die Sehne wieder zusammengewachsen, ist konsequente Physiotherapie nötig, die auch dann noch fortgesetzt werden sollte, wenn der Fuß im normalen Alltag wieder einigermaßen belastbar ist!
Als Faustregel gilt: Nach der Achillessehnenruptur haben Betroffene etwa ein Jahr Zeit, ihr früheres Trainingsniveau wieder zu erreichen. Was in diesem Jahr an Kraft und Belastbarkeit wieder zurückgewonnen wurde, bleibt. Der Rest kommt nie wieder!

 

Typische und häufige Erkrankungen der Sehnen

 

  • Sehnenscheidenentzündung
  • Sehnenzerrung
  • Plantarfasziitis
  • Sehnenrupturen, häufig der Achillessehne, der Patellarsehne, der Bizepssehne und der Quadrizepssehne
  • Morbus Dupuytren

 

Fragen und Antworten

 

Wann kann nach einer Achillessehnenruptur wieder mit dem Sport begonnen werden?

 

Sofort nach der OP stehen zunächst Lymphdrainagen und Krankengymnastik auf dem Programm, um die Schwellung zurückzudrängen und Muskelabbau zu verhindern. Kann der Fuß wieder voll belastet werden, müssen die meisten Patienten in einer therapeutischen Schulung erst wieder richtiges Gehen erlernen.
Die Physiotherapie dauert mindestens 10 Wochen, erst danach kann wieder mit einem gemäßigten Training begonnen werden. Kann der Patient nach etwa einem Jahr mit dem operierten Bein wieder auf Zehenspitzen stehen und auf und ab wippen, kann auch wieder Fußball, Tennis oder Squash gespielt werden.

 

Was sind die Symptome einer Bizepssehnenruptur?

 

Der Bizeps ist der im vorderen Oberarm befindliche Muskel, der zusammen mit seinen drei Sehnen für die Beugung des Unterarmes und das Anheben des Armes sorgt. Der Muskel ist über zwei Sehnen an der Schulter und eine Sehne im Ellenbogen mit dem Skelett verbunden. Ein Bizepssehnenriss wird durch akute, plötzliche Überlastung verursacht, etwa wenn schwere Gegenstände getragen oder ungewohnte, schwere körperliche Arbeiten verrichtet werden.
Bemerkbar macht sich ein Bizepssehnenriss durch eine Vorwölbung am Oberarm oder am Ellenbogen und einem deutlichen Kraftverlust im Arm, vor allem beim Beugen und Strecken des Unterarmes. Die Schmerzen sind beim Bizepssehnenriss weniger stark wie bei anderen Sehnenrupturen.
Da die Bizepssehnen auf dem Röntgenbild nicht sichtbar sind, schafft meist nur eine Sonographie abschließende Klarheit, ob ein Riss vorliegt und ob dieser operiert werden muss.

 

Ist die körperferne Sehne gerissen und liegen die Rissenden nahe beieinander, hilft oft schon eine mehrwöchige Ruhigstellung durch einen Gipsverband. Bei einem Riss der körpernahen Sehne wird diese durch einen Einschnitt an der Schulter freigelegt und mit einer Knochenbohrung am Oberarm oder an einer anderen Sehne fixiert.

 

Was sind geeignete Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einer Sehnenverletzung?

 

Eine Sehnenverletzung macht sich durch akut auftretende, starke Schmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen bemerkbar.
In diesem Fall sollte nach der PECH-Regel vorgegangen werden: Pause – Eis – Compression – Hochlagern.
Der Verletzte sollte den Sport oder die körperliche Betätigung sofort unterbrechen, die verletzte Stelle mit Eis oder einem Kühlkissen kühlen, wenn nötig einen stützenden Verband anlegen und den Arm oder das Bein hochlagern.
Bei einem vermuteten Sehnenriss sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.

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