Ferse

Hacke an der untersten Wölbung

Man kann die Ferse kaum vom Fuß unterscheiden, sie ist eins mit ihm. Manchen tut sie weh und wir alle brauchen sie zum Springen, Gehen uns Stehen. Die Ferse begleitet uns auf allen unseren Wegen und bekommt dafür kaum Beachtung. Erst wenn sie Probleme macht, wird man auf sie aufmerksam. Ansonsten scheint sie oft nur wichtig, wenn man einem Kleinkind hilft die Körperteile zu benennen.
Was hat es mit der Ferse auf sich? Woher können etwaige Schmerzen kommen? Was genau ist ihre Funktion? Wozu haben wir sie überhaupt?


Was sind Fersen?

als Ferse oder Hacke wird die Vorwölbung des Fußes auf seiner Rückseite bezeichnet. Es handelt sich dabei um den unteren Teil des Hinterfußes, der an das Sprunggelenk angegliedert ist. Durch die unverkennbare Form unserer Ferse, die wir mit fast keinen Tieren gemein haben, ist es dem Menschen möglich aufrecht zu gehen.
Die Beschaffenheit der Ferse ist dem Fersenbein, also dem Knochen, der die Ferse von innen her darstellt, und dem darüber liegenden Fettgewebe zu verdanken. Die Achillessehne, die an der Ferse ansetzt, ist nach oben hin an der Form des Beins erkennbar, das links und rechts von der Sehne etwas nach innen einfällt und in Form einer kleinen Grube auf jeder Seite sichtbar wird. Nach hinten hin ist das Ende der Ferse mit der abschließenden Kante der Fußsohle definiert.
Die Ferse, so klein sie auch ist, muss mit der größten mechanischen Belastung, die unser Körper zu bieten hat, fertig werden, da sie bei jedem Schritt, den wir machen das gesamte Körpergewicht halten muss.


Funktionen & Aufgaben

Der Zustand unserer Fersen beeinflusst wesentlich unsere Fähigkeit gut und sicher stehen zu können und uns zu bewegen. Denn die Ferse ist der Teil des Fußes, der beim Gehen zuerst auf den Boden aufsetzt und über den die Abrollbewegung des Fußes begonnen wird.
Diese Bewegung, die für den aufrechten Gang Voraussetzung ist, erfordert das Hochziehen der Ferse um die Abrollbewegung in Gang zu setzten. Das bedeutet, dass die Wadenmuskulatur über die Achillessehne die Ferse nach oben bewegt, wodurch unser Fuß bei jedem Schritt abgerollt wird. Die Ferse spielt also auch als Ansatzpunkt für die Achillessehne eine große Rolle. Denn nur dadurch sind Tätigkeiten wie gehen, springen, stehen oder im Stand wippen ausführbar.
Ohne der Verbindung zu der Wadenmuskulatur würde unsere Ferse lediglich einen Schutz für die FußMuskulatur durch die dicke Fett- und Bindegewebeplatte nach unten hin darstellen. Die Platte an der Fußsohle trägt allerdings auch zur Balance bei, denn sie ist durch etliche weitere Bänder, Sehnen und Muskeln gesichert und wirkt dadurch stabilisierend auf das gesamte Fußgewölbe. Als Folge ergibt sich ein sicheres und aufrechtes Stand- und Gangbild.
Je nach dem wie stabil und gesund unsere Ferse, die Sohle und alle beteiligten Bänder und Sehnen sind, unterscheiden sich Gewandtheit, Haltung, Reflexreaktionen und Sprungkraft. Durch unser Sprunggelenk, dessen Teil das Fersenbein ist, ist es uns möglich, den äußeren Rand des Fußes anzuheben und damit nach innen zu kanten.

  • Beweglichkeit
  • Gangbild
  • Stehvermögen
  • Abrollbewegung
  • Balance
  • Sprungkraft
  • Gewandtheit
  • Körperhaltung
  • Reflexe

Anatomie & Aufbau

Der größte Fußwurzelknochen in der Mitte der Ferse ist das Fersenbein. Dieser Knochen ist Teil des unteren Sprunggelenks. Er weist nach hinten den typischen Höcker auf, der die Ferse für uns als solche erkennbar macht. Die Unterseite dieses Knochens zeigt sich asymmetrisch und hat eine grobe Oberfläche. Der verdickte hintere Teil dieses Knochens wird Fersenhöcker genannt. An ihm ist die Achillessehne verankert.
Am unteren Ende des Fersenbeins setzt die Fußsohlensehne an. Sie erstreckt sich entlang der Fußsohle zwischen Muskelgewebe und Haut und ist genau genommen eine Sehnenplatte. Plantaraponeurose oder Plantarfaszie lautet der fremd anmutende Name dieser Sehne im Fachjargon. Sie breitet sich in Form eines Fächers über den ganzen Fuß aus.
Das Fersenbein ist nach außen hin zwei cm dick mit einer Fett- und Bindegewebsschicht überzogen. Wir stehen also auf einer richtigen Platte, die aus Bindegewebe und Sehnen besteht. Diese Bindegewebeplatte zieht sich von der Ferse schräg nach vorne und endet schließlich am Fußballen. Die Hacke verfügt über ein dichtes arterielles Netz.
Zusätzlich wird der Druck durch einige Schleimbeutel gedämpft, die sich sowohl zwischen den Sehnen und den Knochen nach innen als auch zwischen den Sehnen und der Haut nach außen befinden. Schleimbeutel sind kleine Zwischenräume, die mit Flüssigkeit gefüllt sind um den Druck überall dort auszugleichen, wo es notwendig ist. In der Ferse finden wir sie an den Ansätzen der Sehnen.
Beim Gehen lastet ein recht hoher Druck auf der vergleichsmäßig kleinen Fläche der Ferse. Umso wichtiger sind gesunde Bänder und Sehnen, über die sich das Gewicht des Menschen gut auf den gesamten Fuß verteilen kann.

Achillessehne

Die Achillessehne stellt die stärkste Sehne unseres Körpers dar. Man kann sie ausgesprochen gut oberhalb der Ferse ertasten und sie repräsentiert die Verbindung zwischen der Ferse, der Fußsohlensehne, mehreren Fußwurzelknochen und der Wadenmuskulatur und weist eine Länge von etwa 15 cm auf.
Diese besondere Sehne überträgt die Arbeit des Wadenmuskels auf die Ferse, welche nach oben gezogen wird, wodurch sich der Fuß über den Ballen abrollt. Die Achillessehne ist ebenfalls gefragt, wenn wir den Fuß nach außen kanten möchten und hilft dabei den Fußrand nach oben zu bewegen. Das bedeutet, dass die Achillessehne zur Beugung, sowie zur seitlichen Drehung des Fußes benötigt wird.
Wir kennen Achilles aber nicht nur aus der Biologie, sondern auch oder vor allem aus der griechischen Mythologie. Laut der Legende fiel Achilleus im Kampf um Troja durch einen Pfeil in die Achillesferse, die seine einzig schwache Stelle am ganzen Körper darstellte.
Nun sehen wir uns mit der Tatsache konfrontiert, dass nicht nur die alten Griechen, sondern auch wir recht häufig Probleme mit der Achillessehne kennen. Tatsächlich ist bei den meisten Schmerzen an der Ferse in Wirklichkeit die Achillessehne betroffen.


Krankheiten, Beschwerden & Störungen

Wenn die Fersen schmerzen ist es als Laie oft sehr schwierig eine treffsichere Diagnose zu stellen. Denn die Ferse hängt eng mit der Achillessehne zusammen, außerdem haben Wadenmuskulatur und unzählige weitere Bänder, Sehnen und Knochen im Bereich des Fußes mit der Ferse zu tun und stehen in Wechselwirkung mit ihr.
Nichtsdestotrotz gibt es natürlich einige Hinweise, die helfe die Diagnose einzuschränken und im weiteren Verlauf zu konkretisieren. Zuerst kann man versuchen andere Gründe für die Schmerzen zu finden, als die Ferse selbst. Dabei können der gesamte Körperbau, fehlende Muskelkraft, Nervenfunktionen oder Reflexe die Auslöser für Fehler im Gangbild oder Schmerzen sein.
Eine Gegebenheit, die zu Problemen führen kann, ist die Verformung des Fersenbeins, die Überbein genannt wird. Diese Fehlform kann ebenfalls die Achillessehne zu sehr beanspruchen und sie somit zur Achillesferse, also einem Schwachpunkt machen.
Andere Probleme beginnen mit einer geröteten Ferse. Kann man den Vorfuß schließlich nicht mehr schmerzfrei hochziehen und ist die Ferse geschwollen, deutet alles auf eine Schleimbeutelreizung hin. Die Schmerzen bei diesem Problem spürt man am Ansatz der Achillessehne, obwohl diese nicht die schwierige Angelegenheit darstellt.
In so einem Fall kann sich der Schleimbeutel entzünden. Diese Symptome werden häufig durch Fehlstellungen oder zu hartem Schuhwerk verursacht. Durch den Höcker, den die Schwellung des Schleimbeutels verursacht, wird allerdings wiederum die Achillessehne gereizt.
Ein Fersensporn ist eine Verkalkung der Sehnenverankerung am oberen oder seitlich-unteren Ende des Fersenbeins. Das heißt, entweder ist die Sehnenverankerung der Achillessehne betroffen, was das obere Ende des Fersenbeins bedeuten würde, oder die Fußsohlensehne ist an ihrem Ansatz betroffen.
Ein Fersensporn entsteht im Normalfall durch Überbeanspruchung des Fußes und wird häufig zufällig diagnostiziert. Behandelt kann er durch spezielle Fersensporngymnastik. Diese Übungen sollen helfen Muskeln, Bänder und Sehnen zu dehnen und das Fußgewölbe zu stärken.
Egal welches Problem im Zusammenhang mit der Ferse auftritt, das erste was neben den Schmerzen passieren wird, ist immer eine zwangsläufige Entlastung des betroffenen Fußes. Aufgrund dessen ist es allerdings auch immer ratsam in so einem Fall einen Arzt aufzusuchen. Bei den meisten Verletzungen reicht allerdings eine mehrwöchige Sportpause und Entlastung zur Regeneration.

Achillessehnenentzündung

Ein besonders anfälliger Körperteil ist die Achillessehne. Sie kann schnell einmal besonders beansprucht sein und dadurch zum Problem werden. Im schlimmsten Fall kann es sogar passieren, dass sie reißt. Bei andauernder nicht allzu abrupter Überbeanspruchung, wird sich die Achillessehne allerdings eher entzünden, als reißen.
Eine Sehnenentzündung wird man wohl kaum übersehen können. Denn sie macht sich schon morgens beim Aufstehen während der ersten Schritte bemerkbar und verschlimmert sich bei jeglicher Art sportlicher Betätigung. Mit der Zeit kann aus dieser einfachen Entzündung allerdings eine chronische werden! Ursachen hierfür können bereits erwähnte Muskelschwächen, aber auch Verformungen des Fußes oder Bänderschwächen sein.
Überfordert wird die Achillessehne häufig bei regelmäßig falscher Ausübung von Sportarten mit besonderer Lauf- und Sprungleistung, oftmals zusätzlich mit schlechtem Schuhwerk. Diese schlechte Ausübung gewisser Sportarten kann zu kleinen latenten Rissen in Ferse und Achillessehne führen.

Achillessehnenriss

Ist die Sehne einmal eingerissen steigt das Risiko für einen Sehnenriss enorm. Risse der Achillessehne sind die zweithäufigsten Sehnenrisse überhaupt im menschlichen Körper. Nur Risse in der Schulter sind noch öfter zu verzeichnen. Reißt nun die Achillessehne, meist in der Mitte, hört man ein schnalzartiges Geräusch, das an einen Peitschenhieb erinnert. Ein Sehnenriss erinnert allerdings nicht nur an das Geräusch eines Peitschenhiebs, sondern fühlt sich für den Betroffenen auch so an.
Ist die Sehne gerissen, erkennt man das im Nachhinein auch sehr gut daran, dass die Funktion der Ferse stark eingeschränkt ist. Der Betroffene kann im Normalfall seine Ferse nicht mehr hochziehen und ist dadurch auch zu keiner Abrollbewegung mehr fähig, da die Verbindung zu Wadenmuskulatur gekappt ist.

Sehnenplattenentzündung & Ermüdungsbruch

Andere Verletzungen der Ferse hängen mit dem extensivem Laufsport und ausgiebigen Wanderungen zusammen. Die Sehnenplatte kann sich durch wiederholte kleine Einrisse und Verkalkungen entzünden. Ein anderes Problem wäre ein Ermüdungsbruch, der aufgrund von immer wiederkehrender Muster aus zu hoher Beanspruchung verursacht wird.
Beide Verletzungen weisen eine deutlich sichtbare Schwellung an der betroffenen Stelle, also entweder der Sohlenplatte oder dem gesamten Fersenbein, auf. Ist die Schwellung an der Sohle nicht vorhanden, kann es sich auch um eine einfache Reizung der Fußsohlensehne, die das Fersenbein mit den Zehen verbindet, handeln.

Typische & häufige Erkrankungen

  • Fersenschmerzen
  • Fersensporn
  • Haglund-Syndrom
  • Achillessehnenentzündung
  • Achillessehnenriss
  • Überbein
  • Ermüdungsbruch
  • Schleimbeutelreizung
  • Sehnenentzündung
  • Raue Fersen
  • Rissige Fersen
  • Sportverletzungen
  • Bänderschwäche
  • Knick-Senkfuß
  • Reizungen der Fußsohlensehne
  • einseitige Fußbelastung
  • Nervenkompressionssyndrom
  • Schädigung von Nerven
  • Schwund des Fersenfettpolsters
  • Überzählige Knochen

Fürsorgliche Rücksicht auf die Ferse

Die Ferse ist der Teil unseres Körpers, der am stärksten und am häufigsten den Druck unseres Körpergewichts erleiden muss. Auf ihr lastet vor allem bei unordentlichem Gehverhalten unser gesamtes Gewicht. Abgesehen von gutem Abrollen beim Gehen, ist es unserer Ferse zuliebe empfehlenswert darauf zu achten das Körpergewicht im Normalbereich zu halten. Denn ist die Ferse überbelastet, kann dies nicht nur Folgen für unsere Füße mit sich ziehen, sondern ebenfalls für unsere Gelenke, die Knie und später sogar die Hüfte.
Da die Ferse ein sehr dichtes arterielles Netz aufweist, behagt es unserer Gesundheit gut, wenn wir ebenfalls auf unsere Arterien achten. Gehen wir nämlich das Risiko einer Arterienverkalkung und eventueller arteriellen Verschlusskrankheiten ein, kann es bis zur Amputation des Fußes kommen. Arterien werden dadurch geschont, dass man sich ausreichend bewegt, auf Nikotin verzichtet und eine gesunde Ernährung aufweisen kann.
Pflege bedeutet auch, gute Pflegeartikel zu besitzen. Schuhwerk, das den Fuß unterstützt, die Fersen entlastet und trotzdem nicht zu fest ist, ist das A und O einer Ferse, um die sich gut gekümmert wird. Schuhe sollten nicht den ganzen Tag über getragen, sowie Socken oder Strümpfe täglich gewechselt werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt in punkto Schuhwerk sind atmende Textilien, damit der Fuß auch während der Zeit in den Schuhen nicht erstickt.
Zeigen sich Warzen an der Ferse sollte man in keinem Fall daran herumkratzen. Warzen sind hoch infektiös und es kann passieren, dass man sich mit dem Fingernagel eine weitere Warze überträgt, anstatt die alte los zu werden. Hat man Warzen, sollte man sich vom Arzt ein geeignetes Mittel verschreiben lassen!
Tun Sie Ihren Fersen etwas Gutes und Laufen Sie barfuß! Barfuß gehen ist ausgesprochen gesund für den Fuß, solange keine Verletzungen oder Krankheiten wie Diabetes mellitus Typ 1, Diabetes mellitus Typ 2 oder Gefäßerkrankungen dagegensprechen. Die einzige Ausnahme, wo auch für gesunde Füße barfuß gehen nicht unbedingt förderlich ist, sind Schwimmbäder, Sporthallen und Saunen, da an diesen Orten die Wahrscheinlichkeit sich einen Fußpilz einzufangen recht hoch ist.

  • ausreichend Bewegung
  • gesunde Ernährung
  • Normalgewicht halten
  • gutes Schuhwerk
  • Nikotinverzicht
  • Socken regelmäßig wechseln
  • atmende Textilien
  • barfuß gehen

Fragen & Antworten

Wo hört die Ferse auf und fängt die Sohle oder der Fuß an?

Die Ferse ist der hinterste Teil der Sohle. Sie hat ihre Begrenzung zum Fuß an der Stelle, wo die Achillessehne ansetzt. Die Abgrenzung zur restlichen Sohle verläuft an der Stelle, wo die Fußsohlensehne an der Unterseite der Hacke befestigt ist.

Warum schmerzt meine Ferse?
Das kann sehr viele Gründe haben! Am häufigsten ist allerdings ein Problem mit einer der Sehnen zu verzeichnen. Wobei auch hier die Unterscheidung gilt, dass die Achillessehne anfälliger ist als die Plantarfaszie. Liegt es nicht an den Sehnen, kann ein Schleimbeutel gereizt sein oder sich ein Fersensporn ausgebildet haben. Die Liste an möglichen Problemen hört aber auch hier noch nicht auf, denn weiter kann eine Fehlstellung des Fußes die Schmerzen verursachen, sowie Probleme an Knochen, Nerven oder Bändern in der Region. Aber auch ein Leiden über den Fuß hinaus kann die Ursache für Schmerzen an der Ferse sein. Am besten überlässt man in diesem Fall die Diagnose einem Arzt.

Wie soll ich meine Fersen pflegen?
Mit einem gesunden Lebensstil und gutem Schuhwerk ist der Ferse, sowie dem gesamten Fuß gedient. Barfuß gehen und regelmäßige Sockenwechsel, sowie atmende Textilien erweisen sich außerdem wohltuend für unsere Füße.

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