Erste Hilfe bei Überzuckerung und Unterzuckerung

Überzuckerung und Unterzuckerung

Eine Über- oder Unterzuckerung tritt meist bei der Krankheit Diabetes mellitus auf.

Körpereigene Hormone regulieren den Blutzuckerspiegel eines gesunden Menschen. Das Insulin hat die Rolle, den Blutzuckerspiegel zu senken, während das Glukagon mehr Zucker aus der Leber freisetzen soll. Wird diese Zusammenwirkung gestört, herrscht im Körper ein Ungleichgewicht, welches schwere gesundheitliche Folgen für die betroffene Person haben kann.

Von einer Überzuckern spricht man, wenn der Blutzuckerspiegel das gesunde Maß übersteigt, fällt der Wert jedoch unter dieses Maß, so spricht man von einer Unterzuckerung. Eine Überzuckerung tritt viel seltener auf als eine Unterzuckerung.

Anzeichen

Typische Anzeichen für eine Überzuckerung sind Müdigkeit bzw. Schlappheit, starker Durst mit einhergehender Appetitlosigkeit und ein nach Obst oder Azeton riechender Atem. Später kann es zur einer Bewusstlosigkeit mit trockener, geröteter und warmer Haut kommen.
Eine Unterzuckerung entwickelt sich schneller als eine Überzuckerung. Typische Anzeichen für das Unterzuckern sind Angst mit Schweißausbrüchen, Zittern sowie Herzklopfen und Hunger, der aber auch in Übelkeit und Erbrechen umschlagen kann. Weiter klagen viele über Seh-, Sprach- und Bewusstseinsstörungen und haben eine feuchte und blasse Haut. Auch hier kann es zur einer Bewusstlosigkeit bis hin zu Lähmungen und Krämpfen kommen.

Erste Hilfe bei einer Über- oder Unterzuckerung

 

Zustand des Betroffenen prüfen

Zunächst sollte bei Verdacht auf Über- oder Unterzuckerung die Ansprechbarkeit des Betroffenen überprüft werden. Ist die Person nicht mehr bei Bewusstsein, muss sie in die stabile Seitenlage und mit einer Decke zugedeckt werden, um ein Ersticken und die Unterkühlung zu verhindern. Ganz wichtig ist es hier, dem Patienten nichts einzuflößen solange er bewusstlos ist, da sonst etwas in die Luftröhre gelangen könnte und eine Erstickung droht. Ein Arzt oder der Rettungsdienst sollten gerufen werden.

Blutzuckerwert

Ist die Person bei Bewusstsein, sollte erst einmal der Blutzuckerwert überprüft werden, falls ein Messgerät vorhanden ist. Liegt eine Überzuckerung vor, kann eine Injektion an entsprechender Menge von schnell wirksamen Insulin verabreicht werden. Eine Unterzuckerung kann bei leichten Symptomen durch die Einnahme von Traubenzucker oder andere zuckerhaltige Nahrungsmittel oder Fruchtsäften behoben werden. Sollte ein Messgerät nicht vorhanden sein, aber der Verdacht auf eine Unterzuckerung fallen, kann trotzdem Traubenzucker oder anderes verabreicht werden, da dieser nichts Schwerwiegendes mit dem Körper anstellt und keine schlimmen Folgen zu erwarten sind.

Flüssigkeit und körperliche Anstrengung

Ist die Person ansprechbar, sollte sie innerhalb von einer Stunde mindestens ein Liter an Flüssigkeit zu sich nehmen. Körperliche Anstrengung sollte so gut wie möglich vermieden werden, jedoch darf die Person auch nicht einschlafen.

Beruhigen

Dem Betroffenen sollten die gesamte Zeit beruhigende und aufmunternde Worte zugesprochen werden, damit er selbst zur Ruhe kommt.

Wann ist professionelle Hilfe notwendig?

Verbessert sich der Zustand der betroffenen Person nicht innerhalb von wenigen Minuten, sollte der Notarzt alarmiert werden. Verschlechtert sich der Zustand oder es kommt zum Erbrechen nach wenigen Stunde, sollte ebenfalls der Notarzt informiert werden.

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