Traubenzucker

Der sehr bekannte Wirkstoff Traubenzucker, der sich auch Glucose nennt, hat seinen Namen von den Trauben, in denen er zum ersten Mal gefunden wurde. Besonders unser Gehirn benötigt Traubenzucker, um gut zu funktionieren. So wird dem Wirkstoff eine konzentrationsfördernde Wirkung nachgesagt, doch, stimmt das?

Glucose TraubenzuckerWas ist Traubenzucker?

Unser Gehirn benötigt täglich etwa 130 bis 140 Gramm Traubenzucker. Überschüssigen Traubenzucker speichert unser Körper in Form von Glykogen in der Leber. Diese angelegte Speicherreserve kann rasch verwendet werden und hält für eine Zeit von 12 bis 18 Stunden. Wird dem Körper keine Nahrung zugeführt, sind die Leber-Speicher wieder leer. Glucose ist schneller aufgebraucht als zum Beispiel Fett, dessen Speichervorräte länger bestehen bleiben. Traubenzucker in seiner Reinform hat auf 100 Gramm circa 365 Kalorien.

Diese Zuckerart fährt den Blutzuckerspiegel rasch nach oben und ebenso schnell wieder nach unten. Deshalb sollte man vorsichtig dabei sein, den Wirkstoff als Gehirn-Booster zum Beispiel in Stresssituationen zu benutzen. Der Körper reagiert mit einer erhöhten Insulin-Ausschüttung, diese führt dazu, dass Glucose vermehrt abgebaut wird. Das Resultat: Ermüdungszustände, Heißhungerattacken und Leistungslöcher, die eine erneute Nahrungsaufnahme erfordern, mit der unschönen Nebenwirkung allmählich ein paar Kilos zu viel auf den Hüften zu haben.

Traubenzucker per se ist nicht ungesund, es kommt aber auf die richtige Dosis an, damit der Körper einen ausgeglichenen Blutzuckerspiegel hat. Nicht umsonst, spiel Traubenzucker bei DiabetesErkrankungen eine große Rolle. Bei dieser Krankheit kann der Traubenzucker nicht weiter verbraucht werden, mit der Folge das die Glucose-Rückstände im Blut den Zuckerspiegel auf Dauer ansteigen lassen, was zu einer Schädigung der Blutgefäße führt. Bei einem schwankenden Blutzuckerspiegel ist man generell gut damit beraten, eher auf Kohlenhydrate zu setzen, die langkettig sind, wie beispielsweise Haferflocken, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und Vollkornbrot.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Zur industriellen Erzeugung von Fructose.
  • Zur Fertigung von Glucose-haltigen Nahrungsmitteln.
  • In Nahrungsmitteln als Süßungsmittel und zur Volumenvergrößerung.
  • Zur Herstellung durch Vergärung in Bezug auf alkoholische Getränke wie Bier und Wein.
  • Zur Herstellung von biotechnologischen, organischen Säuren wie Brenztraubensäure, Gluconsäure und Araboascorbinsäure
  • Als Konservierungsmittel.
  • Zur Darreichung in Form einer intravenösen Infusion zur Verabreichung von Kohlenhydraten, wobei der Verdauungstrakt umgangen wird.
  • Als orale Rehydratationslösung bei Durchfall ab Säuglingsalter, zur Ausgleichung des Elektrolyt-Haushaltes in Form einer Lösung aus Glucose, Wasser, Kalium, Natrium, Citrat sowie Chlorid.

Allgemeines

Allgemeines
NameTraubenzucker
Andere Namen
  • Glucose
  • D-Glucose
    • D-Glukose
    • D-(+)-Glucose
    • Dextrose
    • (2R,3S,4R,5R)-2,3,4,5,6-Pentahydroxyhexanal (als Aldehyd) (IUPAC)
    • (3R,4S,5S,6R)-6-(Hydroxymethyl)oxan-2,3,4,5-tetrol (als Pyranose) (IUPAC)
    • Stärkezucker (veraltet)
    • Hydratdextrose (D-(+)-Glucose-Monohydrat)
  • L-Glucose
    • L-(−)-Glucose
    • IUPAC: (2S,3R,4S,5S)-2,3,4,5,6-Pentahydroxyhexanal (als Aldehyd)
  • GLUCOSE (INCI)
SummenformelC6H12O6
KurzbeschreibungD-Glucose:

  • farb- und geruchloser Feststoff
  • relative Süßkraft = 0,6–0,75

Wirkungsweise

So wirkt Traubenzucker 

Als zentraler Energielieferant hat Traubenzucker oder Glucose eine wichtige Funktion in unserem Körper, denn sie ist nicht nur für die Synthese des Adenosintriphosphats (ATP) zuständig, sondern auch für die Biosynthese von Stoffwechselprodukten (Kohlenhydrate, Neurotransmitter, Lipiden, Fettsäuren). Wird Traubenzucker aufgenommen, gelangt dieser über den Darmtrakt sehr schnell in das Blut. Hierdurch steigt der Blutzuckerspiegel rasch an.Vom Blut wandert der Traubenzucker in das Gehirn oder andere Organe die Energie benötigen und wird dort verbraucht.

Aufnahme, Abbau und Ausscheidung von Traubenzucker

Glucose wird beim Stoffwechsel abgebaut, über die sogenannte Glykolyse. Diesen Prozess haben alle Lebewesen in unterschiedlichen Ausführungen gemein. Die Organismen stellen dabei Energie aus dem Monosaccharid-Abbau her.

Anschließend wird die Glucose durch die Atmungskette, den Citratzyklus und die oxidative Decarboxylierung zu Kohlenstoffdioxid sowie Wasser abgebaut. Bei diesem Vorgang wird das für die Biosynthese wichtige Pyruvat erzeugt. Der Glykogen-Speicher wird ebenso aufgefüllt. Diese Tatsache führt dazu, dass der Leber und Skelettmuskulatur ausreichend Energie-Reserven zur Verfügung stehen.

Unser Körper kann so durch die sogenannte Gluconeogenese selbst neue Glucose herstellen, um die Konzentration im Blut im Gleichgewicht zu halten. Die Nahrungszufuhr, die Glykogenolyse (der Abbau) und die Gluconeogenese (die Neubildung) sind also die drei fundamentalen Glucose-Herkunftsquellen im menschlichen Körper.

Innerhalb von 24 Stunden scheidet der Urin eine Menge von 70 -200 mg Glucose aus. Die Ausscheidungsmenge ist abhängig davon, wie viele kohlenhydrathaltige Lebensmittel zugeführt werden. Direkt nach der Nahrungszuführung kann sie Glucose-Konzentration im Urin deutlich ansteigen.


Anwendungsgebiete

Wann wird Traubenzucker eingesetzt?

  • in pharmazeutischen Anwendungsgebieten:
  • zur Erzeugung von Arzneimitteln
  • zur Erzeugung von Ascorbinsäure, Gluconsäure und Sorbit
  • in medizinischen Anwendungsbereichen:
  • zur Verabreichung von Dehydrations-Infusionen
  • zur künstlichen Ernährung
  • bei Hypo- oder Hyperglykämie
  • Ausschluss und Kontrolle eines Diabetes mellitus
  • Analyse des Kohlenhydratstoffwechsels
  • bei genetischen Stoffwechselstörungen bereits im Kindesalter
  • in lebensmitteltechnologischen Bereichen:
  • zur Herstellung von Nahrungsmittelen und Getränken

Richtige Anwendung

So wird Traubenzucker angewendet:

Ärzte raten dazu, den Energiebedarf mit fünfzig Prozent alle Energielieferanten Kohlenhydrate zu füllen. Für die entsprechende Verwendung für den Hausgebrauch, zum Beispiel bei Durchfall, gibt es einige freiverkäufliche Arzneien wie Pulver oder Lutschtabletten in Drogerien und Apotheken. Zur Verwendung im ärztlichen Kontext und bei bereits bestehenden Krankheitsleiden, ist eine Rücksprache mit dem Arzt erforderlich.


Medikamente

Welche Medikamente beinhalten den Wirkstoff Traubenzucker?

  • Glucose-Sirup: Lösung zum Einnehmen
  • Glucose Infusionslösung: Natrium, Glucose, wasserfrei zur parenteralen Anwendung
  • Glucose-test Plus: Blutzuckerteststreifen für Blutzuckermessgerät
  • Glucose-Infusionslösungen für Rinder, Pferde und Schweine

Handelsnamen

Handelsnamen sind Dextropur, Glucolin und Dextrosol (C6H12O6) auch bekannt als Glucose, Fruchtzucker oder Dextrose.

Monopräparate

Elotrans – Pulver, INFECTODIARRSTOP LGG, Oralpädon 240 ApfelBanane, bei Durchfällen, zum Auffüllen verloren gegangener Flüssigkeit und Salzen

Kombinationspräparate

Infusionslösungen zur Dehydration in der klinischen intravenösen Anwendung.

Aufbewahrung

Der Wirkstoff muss vor Hitze geschützt werden, ist der Wirkstoff angebrochen, so muss er kühl gelagert und innert 24 Stunden verwendet werden.


Indikationen

Bei der Indikation von Glucose in Form einer Infusionslösung, sind folgende Merkmale zu brachten:

Die Indikation hängt vom Konzentrationsgrad ab. Eine 5%-ige Glucose-Lösung wird beispielsweise als Trägerlösung für Elektrolytkonzentrate und Arzneimittel sowie für die Wasserzufuhr verwendet. Ein höherer Prozentsatz an Glukoselösung wird vor allem bei Hypoglykämie und zur Kalorienzufuhr bei der parenteralen Ernährung angewendet.


Gegenanzeigen

Wann darf Traubenzucker nicht verwendet werden?

  • Bei Überempfindlichkeit/Unverträglichkeit gegen Glucose Verlagerung des Säure-Basen-Gleichgewichts zur alkalischen Seite (Alkalose)
  • Bei Bewusstseinsstörungen
  • Bei einer eingeschränkten Nierenfunktion
  • Bei Störung der Zuckeraufnahme
  • Bei vorliegender Hyperglykämie
  • Bei einem verminderten Kaliumgehalt im Blut, also Hypokaliämie
  • Metabolische Azidose
  • Hypotone Dehydratation
  • Hyperbilirubinämie

Eine Rücksprache mit Ärzten ist außerdem erforderlich bei den folgenden Erkrankungen:

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Herzschwäche und Bluthochdruck.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Aufgrund des Blutzuckerspiegels und einer möglichen schwangerschaftsbedingten Form des Diabetes mellitus ist eine Rücksprache während der Schwangerschaft und der Stillzeit mit einem Arzt unbedingt erforderlich.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kinder unter 2 Jahre sollten Traubenzucker nur in Rücksprache mit einem Arzt verabreicht bekommen, aufgrund des Anstiegs des Blutzuckerspiegels und möglicher Unverträglichkeiten. Von Traubenzucker in Form von Lutschtabletten zum Beispiel, wird seitens der Verbraucherzentralen eher abgeraten. Diese Form des Zuckers verursacht kurzweilige Denkhochs, die allerdings nicht lange anhalten. Deshalb ist es besser, auf ein Stück Obst oder ein Vollkornbrot zurückzugreifen.

Die Energie aus Vollkornprodukten hält deutlich länger und stabilisiert den Blutzuckerspiegel der Kleinen. Bei zu viel Konsum von Lutschtabletten bei Kindern steigt außerdem das Karies-Risiko. Sollte das Kind an Durchfall oder Erbrechen leiden, empfehlen Ärzte eine Getränke-Mixtur mit Traubenzucker aus dem Supermarkt. Um die Energie- und Mineralstoffversorgung im Krankheitsfalle aufrecht zu erhalten, sollte dem Getränk 1 Esslöffel Traubenzucker auf 200 ml und einer Prise Salz zugeführt werden.

Hat das Kind hohes Fieber oder leidet es mehrere Tage an einer Durchfallerkrankung ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen, damit die Ursache gefunden wird.


Risiken & Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen hat Traubenzucker?Häufige Nebenwirkungen

Bei Menschen mit Glukoseintoleranz ist eine unerwünschte Nebenwirkung häufig Erbrechen, hier kann aber auf künstliche Ersatzstoffe ausgewichen werden. Des Weiteren kann es zu Reizungen des Magen-Darmtraktes kommen, die dazu führen, dass Bauchschmerzen und Übelkeit auftreten. Ein erhöhter Blutzuckerspiegel bei langfristiger Anwendung von Glucose-Arzneien, kann zu einem Ungleichgewicht im Glucosestoffwechsel und in der Insulin-Ausschüttung führen.

Gelegentliche Nebenwirkungen

Eine dauerhafte zu hohe Glucose-Zufuhr kann ebenso, aufgrund des hohen Kalorieninhaltes von Traubenzucker, zu Übergewicht führen.

Seltene Nebenwirkungen

Eine dauerhafte zu hohe Glucose-Zufuhr kann zu Karies führen, besonders bei Kindern. Außerdem können Medikamente mit Glucocorticoide Einfluss auf den Glucosestoffwechsel haben.


Wechselwirkungen

Welche Wechselwirkungen zeigt Traubenzucker?

Medikamente, die Traubenzucker beinhalten, weisen eher selten Wechselwirkungen auf. Beim Erzeugen aus unterschiedlichen Mixturen kann aufgrund des PH-neutralen Glucose-Wertes zu Ausfällungen kommen.


Wichtige Hinweise

Was ist bei der Einnahme von Traubenzucker zu beachten?

Eine zu hoher Zufuhr von Traubenzucker über einen längeren Zeitraum, hat einen ständigen Wechsel zwischen zu hohem und zu niedrigem Blutzuckerspiegel zur Folge. Über einen längeren Zeitraum, entstehen so Heißhungerattacken und Gewichtszunahmen, die auf Dauer auch das Diabetes-Risiko erhöhen.


Abgabevorschriften

So erhalten Sie Medikamente mit Traubenzucker

Es gibt zahlreiche Online-Apotheken, die Glucose haltige Arzneimittel, vorwiegend zur Behandlung von Durchfällen, rezeptfrei anbieten. Ob Lutschtabletten, Pulver oder Sirup hängt ganz vom Patienten ab. Wer sein Lieblingspräparat bereits gefunden hat, kann Online ohne Weiteres Nachschub bestellen. Ansonsten ist es immer ein guter Rat, den Apotheker vor Ort zur Dosierung Anwendung zu befragen. Vor allem Patienten die bereits Probleme mit dem Blutzuckerspiegel, mit den Nieren oder dem Herzen haben, sollten solche Präparate nur in Rücksprache mit einem Arzt einnehmen. Das gilt auch für Schwangere und Mütter in der Stillzeit.


Geschichte

Seit wann ist Traubenzucker bekannt?

Andreas Marggraf hat 1747 zum ersten Mal Glucose aus Rosinen gewonnen. 1792 dann erkannt Johann Tobias Lowitz die Möglichkeit, Glucose auch aus Weintrauben herzustellen. Den Begriff der Glucose hat Jean Baptiste Dumas im Jahre 1838 in der chemischen Literatur definiert. Friedrich August Kekulé hatte dabei die Idee Glucose aufgrund seiner chemischen Eigenschaften in Dextrose umzubenennen.


Warnhinweise

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bei der oralen Anwendung in Form von Lutschtabletten, Sirups oder Lösungen sollten Patienten mit der seltenen Glucose-Galactose-Malabsorption nicht einnehmen. Dem hinzu kann auf Dauer Karies entstehen. Lesen Sie außerdem die Packungsbeilage der Medikamente genau durch. Bei Infusionslösungen müssen folgende Merkmale vor Verabreichung untersucht werden:


Quellen

  • Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: Nationale Verzehrstudie II, 2008
  • Cornfine C.: Meine perfekte Triathlonernährung; spomedis GmbH, Hamburg 2015
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Kohlenhydrate in der Ernährung; in: DGE aktuell 3/2008, 10. Juni 2008
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Kohlenhydrate; www.dge.de (Abruf: 01.09.2016)
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Richtwerte für die Energiezufuhr aus Kohlenhydraten und Fett; DGE Position, Januar 2011
  • Elmfada I., Aign W., Muskat E., Fritzsche D.: Die große GU Nährwert Kalorien Tabelle; Gräfe und Unzer Verlag, 2. Auflage, 2015
  • Jürgens, H.S. et al. Development of diabetes in obese, insulin resistant mice: Essential role of dietary carbohydrates in beta cell destruction; in: Diabetologia, 2007
  • European Food Information Council (EUFIC): Glukose und geistige Leistungsfähigkeit; Food Today 8/2013

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