Hunger

Um eine regelmäßige Aufnahme von Nährstoffen zu gewährleisten, entsendet der Körper Hungergefühle, die ALS sehr unangenehm empfunden werden. Hunger sollte nicht mit Appetit verwechselt werden. In unserem Ratgeber Gehen wir ausführlich auf die Thematik ein und behandeln unter anderem mögliche Krankheiten und Beschwerden, die damit in Verbindung stehen können. Somit bieten wir einen umfassenden Überblick zum Thema Hunger, sodass bestenfalls im Anschluss keine Fragen unbeantwortet blieben.

Was ist Hunger?

Über die Nahrung werden wichtige Nährstoffe aufgenommen, welche dafür da sind, dem Körper ausreichend Energie zu liefern und zudem alle wichtigen Körperprozesse ordnungsgemäß durchzuführen. Das Signal des Hungers dient an Warnung, welches vom Gehirn ausgelöst wird. Da sich das Hungergefühl als sehr unangenehm erweist, wird der Mensch oder auch das Tier dazu bewogen, dem Körper Nahrung zu verabreichen.

Die Empfindung des Magenknurrens wird von Neurotransmittern im Zwischenhirn (Hypothalamus) gesteuert. Für die gänzliche Aufrechterhaltung und Funktion des inneren Organismus ist hauptsächlich das zentrale Nervensystem mit seinem Steuerungssystem verantwortlich.

Die einzelnen Hunger- sowie Sättigungsgefühle entstehen durch komplexe Zusammenspiele im Organismus. Diese sind jedoch bis heute nicht ausreichend erforscht. Ist der Magen nicht ausreichend gefüllt, so tritt das bekannte Magenknurren ein. Ein Hungergefühl wird damit jedoch nicht in Verbindung gesetzt.

Wissenswert: Wichtige Marker sind unter anderem im Blut enthaltene Insulin– sowie Glucosemengen.

Die unzureichende Versorgung von Nährstoffen

Wird die ausreichende Zufuhr von Nährstoffen unterbunden, so kann dies über einen längeren Zeitraum fatale Folgen mit sich ziehen. Im schlimmsten Fall droht ein Hungertod. In industrialisierten Ländern ist dieses Phänomen eher weniger zu fürchten, in Entwicklungsländern hingegen sieht die Lage deutlich anders aus. Viele Menschen auf der Erde können und sind noch von Hungersnöten bedroht.

Der Hunger als Instinkt

In jedem Lebewesen ist jenes Wissen verankert, dass Nahrung als hungerstillende Maßnahme gilt. Auch Tiere besitzen diesen Hunger-Instinkt und gehen somit regelmäßig auf die Jagd, um das Verhungern zu verhindern. Zudem sind etliche Tierarten bekannt, die sich einen Vorrat schaffen, um die kalte Jahreszeit problemlos überstehen zu können. So droht ebenfalls, wenn Nahrungsknappheit für freilebende Tiere herrscht, nicht der Hungerstod.

Weitere Aspekte, die den Menschen zum Essen bringen

Neben dem Hungergefühl sowie Überlebensinstinkt wurde das Nahrungsmittel von Sozialisation und Gesellschaft zu einem Genussmittel erhoben. Somit erfolgt es auch andere Ziele als das bloße Sichern des Überlebens.

Wichtig: Es ist wichtig, den Appetit als psychiches Phänomen vom Hunger zu unterscheiden.

Funktion & Aufgabe

Die Funktion des Hungers beläuft sich lediglich auf die Sicherstellung einer ausreichenden Nahrungszufuhr, um das Überleben von Lebewesen zu gewähren. Hat ein Mensch oder auch ein Tier eine ausreichende Nahrungszufuhr erhalten, so tritt das Sättigungsgefühl ein, um zu signalisieren, dass keine weitere Aufnahme von Nöten ist.

Wäre das Hungergefühl nicht vorhanden, so würde die Gefahr bestehen, dass etliche Organismen nicht mit ausreichend Nährstoffen versorgt würden. Somit wäre der Anteil der benötigten Energie, mit der alltägliche Dinge erfüllt werden, in vielen Fällen nicht vorhanden.

Stillt man den Hunger über einen längeren Zeitraum nicht, so kann es zu schweren körperlichen Beschwerden kommen. Diese wirken sich unterschiedlich aus und können je nach vorhandenem Zeitraum enorm zunehmen. Das liegt daran, dass der Körper von körpereigenen Energiereserven zehrt. Somit ist eine starke und ungesunde Gewichtsabnahme eines der gängigen Folgen.

Die Dauer des Sättigungsgefühles

Wie lange bei einzelnen Personen das Sättigungsgefühl andauert, hängt von etlichen Faktoren ab. Dinge die die körperliche Aktivität oder auch die persönliche Verfassung sind entscheidend, wie viel Nahrung benötigt wird. Zu beachten ist, dass ein aktiver Mensch deutlich mehr Energie verbraucht als jemand, der weniger aktiv ist. Somit wird auch mehr Nahrung benötigt. Der Kalorienbedarf ist deutlich höher und muss über die Nahrung ausgeglichen werden.

  • Dauer der Sättigung ist personenabhängig.
  • Je aktiver ein Mensch ist, desto mehr Nahrung benötigt er.

Der Heißhunger

Der sogenannte Heißhunger steht in Verbindung zum normalen Hunger und beschwört einen Drang zur sofortigen Nahrungsaufnahme. Dieser Prozess kann jedoch eher dem Appetit als dem Hunger gleichgesetzt werden. Ärzte unterscheiden zwischen einem psychisch sowie einem physisch bedingten Heißhunger. Auch eine Mischform beider Varianten ist möglich.

Bei einem psychischen Heißhunger sind entweder Stressfaktoren oder Essstörungen im Spiel. Handelt es sich eher um einen physisch bedingten Heißhunger, so handelt es sich eher um einen hormonell bedingten Heißhunger, welcher durch eine Unterzuckerung auftreten kann.

  • Physisch bedingter Heißhunger durch Unterzuckerung
  • Psychisch bedingter Heißhunger durch Essstörungen oder auch Stressfaktoren

Krankheiten & Beschwerden

Wird das Hungerbedürfnisse über einen längeren Zeitraum nicht gestillt, so werden vom Gehirn Stresshormone ausgesandt. Hierzu gehören nicht nur negative Stimmungshormone, sondern auch stimmungsaufhellende Varianten, welche zu rauschartigen Zuständen führen können, sobald ein hohes Maß erreicht wurde. In diesem Fall kann es zu den Erkrankungen Bulimie sowie Magersucht kommen, da das Hungern eher als positiver Aspekt angesehen wird.

Wird die Nahrungsaufnahme über einen längeren Zeitraum vermindert oder gänzlich vernachlässigt, so gehen Stimmungsschwankungen, Depressionen sowie Aggressionen einher. Auch körperliche Schädigungen sowie eine starke Gewichtsabnahme können einhergehen. Weiterhin entsteht ein Rückgang des Lustempfindens. Schlafstörungen stellen keine Seltenheit dar.

Wissenswert: Über einen längeren Zeitraum wird das Sättigungsgefühl gestört, was zu Heißhungerattacken führen kann.

  • Aussendung von Stresshormonen in negativer sowie positiver Art
  • Rauschähnliche Zustände
  • Stimmungsschwankungen
  • Aggressionen
  • Depressionen
  • Starke Gewichtsabnahme
  • Schlafstörungen
  • Rückgang des Lustempfindens
  • Ausbleibendes Sättigungsgefühl mit folgenden Heißhungerattacken

Einhergehende Krankheitsbilder im Bezug auf Hunger

Mit einem störhaften Essverhalten oder auch mit der Störung des Hungergefühles können einige Krankheitsbilder auftreten. Üblich sind die Magersucht (Anorexia nervosa), die Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa) sowie ständig eintretende Essattacken.

Erfolgt ein dauerhafter Nahrungsmangel, so kann zudem ein sogenannter Hungerstoffwechsel eintreten. Dies bedeutet, dass sich der natürlich Stoffwechsel umstellt und ab diesem Moment von den Reserven im Organismus zehrt. Findet über einen längeren Zeitraum kein Ausgleich statt, so stellt sich Schritt für Schritt der gesamte Stoffwechsel um.

  • Magersucht (Anorexia Nervosa)
  • Ess-Brech-Sucht (Bulimia Nervosa (auch bekannt unter der Bezeichnung Bulimie))
  • Essattacken
  • Umstellung auf einen Hungerstoffwechsel

Folgen einer Unterernährung

 

  • Schädigungen in körperlicher sowie geistiger Entwicklung
  • Massive Organschäden
  • Hungerstod

Gerade bei jungen Menschen kann die Unterernährung zu gravierenden geistigen und körperlichen Schädigungen führen. Gerade in einem Alter, während sich die Kinder und Jugendlichen entwickeln, ist eine ausreichende Nahrungszufuhr notwendig, um alle wichtigen Körperprozesse abdecken zu können.

Achtung: Je nach dem Ausmaß der Unterernährung können die Betroffenen unter massiven Organschaden leiden. Weiterhin droht ab einem bestimmten Punkt der Hungerstod.

Fragen & Antworten zur Thematik Hunger

 

Worum handelt es sich beim sogenannten Binge Eating?

Von dieser Form der Nahrungsaufnahme sind in etwa zwei Prozent der Bevölkerung betroffen. Ohne jegliches Hungergefühl und ohne Selbstkontrolle werden etliche Nahrungsmittel in einer kurzen Zeit aufgenommen. Oftmals tritt im Nachhinein eine Kopplung mit Bulimie ein, sodass man sich den eingenommenen Nahrungsmitteln wieder entledigen möchte. Viele der Betroffenen sind übergewichtig, andere wiederum leiden unter einem „Jojo-Effekt“, nehmen also ständig ab und wieder zu. Das Binge Eating tritt im Großen und Ganzen häufiger bei Frauen auf. Die Ursachen für die Essanfälle sind jedoch noch unklar. Jedoch stehen die Betroffenen häufig mit Depressionen in Verbindung, die Ursache aber auch Folge des Binge Eatings sein können.

Zu welchen Erkrankungen können Essstörungen führen?

Neben einer zwanghaften Gewichtsabnahme und dem Versagen etlicher Organe kann es auch zum Hungerstod kommen. Handelt es sich um eine übermäßige Nahrungsaufnahme, beispielweise durch das Binge Eating, so sind Adipositas, Depressionen, Bluthochdruck, Diabetes mellitus Typ II, kardiovaskuläre Erkrankungen sowie eine Dyslipidämie mögliche Folgeerkrankungen. Wichtig ist es also, in einem geregelten Maß Nahrung zu konsumieren. Wer auf Dauer zu viel oder auch zu wenig isst, kann auf gefährliche Situationen treffen. Weiterhin können bleibende Schäden eintreten, die das Leben um einiges erschweren.

Was ist eine Orthorexie?

Menschen, die weder übergewichtig noch mit Mangelerscheinungen leben wollen, können in schwerwiegenden Fällen eine Orthorexie entwickeln. Dabei handelt es sich um eine Essstörung, bei der Menschen krankhaft auf gesunde Nahrung fixiert sind. Dieses Verhalten geht soweit, dass ernsthafte psychische Störungen entstehen können, da sich nur noch auf jenen Aspekt konzentriert wird.

Ist es möglich, das Hungergefühl auszutricksen?

Gerade in Kreisen von Magersüchtigen entstehen viele Punkte, die das Hungergefühl umgehen können. Beispielsweise ist es möglich, eine Flasche Wasser zu trinken, um den Magen mit einer Menge von einem Liter oder mehr für einige Zeit zu füllen. Andere wiederum essen Watte, was bereits einen sehr gesundheitsgefährdenden Aspekt darstellt.

Unser Fazit zu Hunger

Das Hungergefühl ist ein Warnsignal des Körpers, um diesem benötigte Nährstoffe zuzuführen. Es handelt sich also mehr oder weniger um einen Überlebensinstinkt von Mensch und Tier. Ist dieses Hungerverhalten jedoch gestört, so können etliche Krankheiten auftreten. Sehr bekannt sind Magersucht und Bulimie, aber auch Adipositas ist keine Seltenheit.

Kurz und knapp sollte Hunger nicht mit Appetit verwechselt werden, da der Hunger physisch und der Appetit oftmals psychisch bedingt ist. Magenknurren stellt zudem oftmals kein Gefühl des Hungers dar, wodurch nicht ausreichend geklärt werden konnte, wie sich das Hungergefühl auf den Körper auswirkt und mit diesem zusammenarbeitet. Wichtig ist es jedoch, seinem Hunger nachzugehen und ausreichend Nahrung aufzunehmen, um genügend Energie für den Tag zu sammeln. Ist dies nicht der Fall, so können bereits alltägliche Aufgaben zu einer Hürde werden. Weiterhin drohen Stimmungsschwankungen, Kreislaufprobleme, Aggressionen, Depressionen, Kopfschmerzen und vieles mehr. Auch Organschäden können nach längerer Dauer eintreten. All diese Aspekte sind mit einer ausgewogenen sowie regelmäßigen Nahrungsaufnahme keine Bedrohung.

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