Angststörungen und Panikstörungen

Was sind Angst- & Panikstörungen ?

Angst- und Panikstörungen sind eigenständige Krankheitsbilder, bei denen das Phänomen Angst in unterschiedlicher Ausprägung eine Rolle spielt.

Dabei treten körperliche als auch seelische Symptome auf.

Man unterscheidet Phobien, Panikstörungen und generalisierte Angst. Zwangsstörungen zeigen Verbindung zur Angststörung auf, sind aber mittlerweile ein eigenständiges Krankheitsbild.


Ursachen

Angst- und PanikstörungenIn der Lerntheorie wird Angst durch eine gewisse Disposition, durch auslösende und aufrechterhaltende Faktoren erworben. Angst, zunächst vor einem bestimmten Objekt oder einer Situation empfunden, wird generalisiert. Ängstlichkeit im Umfeld kann zu Modelllernen führen. Ein psycho-physiologischer Ansatz erklärt Angstentstehung durch die gedankliche Fehlverarbeitung körperlicher Prozesse.

Zum Beispiel führen Herzklopfen und Schwindel zu ängstlicher Beobachtung und verstärken die Angst. Der Tiefenpsychologische Ansatz erklärt die Angststörung als Konflikt zwischen Unabhängigkeitsstreben und Abhängigkeit in Partnerschaften, der seinen Ursprung in der frühen Kindheit hat, wenn Kinder in Abhängigkeit zu den Eltern stehen.

Gewisse neurobiologische Einflüsse spielen eine Rolle, wie Zwillingsstudien zeigen. Die für Emotionen zuständigen Gebiete im Gehirn und das Neurotransmittersystem sind bei Angststörungen beteiligt.


Symptome

Bestimmte körperliche und psychische Symptome gehen mit der Angststörung einher. Bei Angstanfällen, besonders bei Panikattacken, kommt es zu Herzklopfen bis Herzrasen, Pulsbeschleunigung, Beklemmungen in der Brust, Atemnot und Erstickungsgefühlen, Übelkeit, Schwindel, Benommenheit, Hitzewallungen oder starkes Frieren, Taubheitsgefühle oder Kribbeln in den Gliedmaßen. Auf der psychischen Ebene kann eine Gefühl der Unwirklichkeit und ein Sich –Selbst -Fremd-Sein sowie die Angst vor Kontrollverlust auftreten.

Diagnose

Körpererkrankungen und andere psychische Störungen müssen zunächst vom Arzt ausgeschlossen werden. Im anschließenden Gespräch zur Krankheitsaufnahme werden Häufigkeit, Situationsbedingtheit der Angststörung, sowie Ausmaß des Vermeidungsverhaltens und seine Auswirkung auf das soziale Leben erfragt. Die Hamilton-Angstskala kann als Diagnoseinstrument eingesetzt werden.


Therapie

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Therapie. In der Verhaltenstherapie wird der Patient mit den angstauslösenden Reizen konfrontiert. Die soziale Phobie kann gut in einer Gruppentherapie behandelt werden. Kognitive Therapien beschäftigen sich mit den Angstgedanken und versuchen, diese zu mildern und aufzulösen.

In der langwierigen Psychoanalyse werden Konflikte aus der Kindheit aufgearbeitet, um Ängste abzubauen. Bei der medikamentösen Unterstützung haben sich Antidepressiva als hilfreich erwiesen. Die Einnahme von Psychopharmaka sollte jedoch mit einer Psychotherapie einhergehen. Der Angstbetroffene selbst kann sich Schritt für Schritt an angstauslösende Momente heranwagen und das Gespräch mit anderen Betroffenen suchen.

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