Angststörung

Steckbrief: Angststörung

  • Name(n): Angststörung; Panikstörung
  • Art der Krankheit: psychologische Störung
  • Verbreitung: häufig
  • Erste Erwähnung der Krankheit: unbekannt
  • Behandelbar: ja
  • Art des Auslösers:genetische Gründe oder Erlebtes
  • Wieviele Erkrankte: 5% der Menschen
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Psychiater
  • ICD-10 Code(s): 40.1 bis 41.1

Die Angststörung – wenn Gedanken krankhaft werden

Das Gefühl der Angst ist kein schönes, aber ein sehr bekanntes. Hält die Angst an, entwickelt sich eine Angststörung.

Die Heilung einer Angststörung ist eine Frage der Zeit.

Je länger sie besteht, desto mehr manifestiert sie sich. Da wird es schwer, sie wieder loszubekommen.

Je früher man sich der Angst entgegenstellt, desto besser verläuft die Genesung. Das Wichtigste ist, dass man sich früh Hilfe sucht. Denn nur so lässt sich eine Angststörung optimal bekämpfen.

Definition Angststörung

Jeder kennt das Gefühl, Angst zu haben. Eine Angststörung ist mehr als das.

Bei einer Angststörung fürchtet man sich, obwohl es gar keinen nachvollziehbaren Grund gibt. Derlei Ängste sind meist nicht von allein unter Kontrolle zu bringen.

Wen man bei dieser krankhaften Form der Angst auch an körperlichen Symptomen leidet oder sich im Alltag von ihr einschränken lässt, dann spricht man von einer Angststörung.


Was ist eine Angststörung?

Angststörungen haben viele Gesichter.

Sie lässt sich grob in Angstzustände und phobische Störungen unterteilen.

Zu den Angstzuständen zählen die folgenden:

  • Angst
  • Zwang
  • Panik
  • Trauma nach einem belastenden Erlebnis, auch posttraumatische Belastung

Angststörungen werden wie folgt unterteilt:

  • Panikstörung
  • generalisierte Angststörung
  • Mischformen aus Angst und Depression
  • Phobische Neurosen wie Agoraphobie, soziale Phobie, etc.

Das wichtigste Merkmal einer Panikstörung ist die Panikattacke. Man hat plötzlich und unerwartet das Gefühl der Angst und der Panik. Man glaubt, die Kontrolle zu verlieren. In Windeseile steigert sich diese Panik und man bekommt Herzrasen oder Herzklopfen, bekommt Probleme, die Atmung zu regulieren (Kurzatmigkeit, Atemnot). Die Brust schmerzt und ist wie eingeschnürt. Man hat das Gefühl zu ersticken. Es verwundert nicht, dass viele oft das Gefühl bekommen, zusammenzubrechen.

Je häufiger solche Panikattacken vorkommen, desto mehr hat man Angst vor der nächsten Attacke. Daher sollten solche Attacken unbedingt abgeklärt werden. Wenn alle physischen Erkrankungen (Schilddrüsenüberfunktion, Nebenwirkungen von Medikamenten, etc.) ausgeschlossen wurden, kann der Arzt gezielt beginnen, die Panikattacken zu therapieren.

Eine Panikstörung tritt erstmals in der Jugend auf. Es trifft häufig auch junge Erwachsene. Die Störung verläuft meist chronisch. Es kann durchaus auch passieren, dass sich zu dem Problem der Panik noch eine Agoraphobie oder Depression gesellt.

Bei einer generalisierten Angststörung ist man ständig in Sorge. Man macht sich Gedanken zu alltäglichen Dingen wie den Finanzen, der Gesundheit, etc. Die Intensität macht den Unterschied. Finanzielle Sorgen kann man mal haben. Hat man jedoch unnötige Angst vor der großen Katastrophe oder denkt man einfach nur noch rund um die Uhr an Geld, dann geht es schon in Richtung generalisierte Angststörung. Die Angst dreht sich nur noch um das eine Thema. Man malt sich übelste Szenarien aus und ist nur noch nervös und unruhig. Man ist reizbar, angespannt und kann auch kaum noch ordentlich schlafen.

5% der Menschen sind im Laufe ihres Lebens von einer generalisierten Angst betroffen. Meist tritt es Erwachsenenalter auf. Wer ohnehin schon dazu neigt, schneller ängstlich zu sein, den trifft es häufiger. Die andauernde starke Besorgnis bleibt bestehen. Der Alltag wird nur noch davon beherrscht und die Angst verselbstständigt sich.

Geht man von einer Mischform einer Angst oder einer Depression aus, bedeutet das, dass von beiden Erkrankungen etwas vorhanden ist. Die Symptome sind dann aber nicht ausgeprägt genug, um alle erforderlichen Kriterien zu erfüllen.

Eine Phobie ist ein starkes Gefühl der Angst. Die Angst bezieht sich oft auf Situationen oder auf Gegenstände.

Bei Agoraphobie hat man Angst vor großen Menschenmengen. Eine Panikstörung tritt häufig begleitend dazu auf. In dieser Kombination fürchtet man sich, wenn man unbegleitet an Orten ist, wo viele Menschen sind, plötzlich Hilfe zu benötigen und keiner ist zur Stelle. Das löst Panik aus und man möchte schnell wieder in seine sicheren vier Wände zurück, wo einem nichts passieren kann. Dann beginnt man, derartige Situationen zu vermeiden, zieht sich immer mehr zurück und isoliert sich.

Bei Agoraphobie ohne Panikstörung hat man permanent dieses Gefühl der Unsicherheit an Orten, wo viele Menschen sind, bei Situationen, wo viel los ist und etwas passieren könnte. Das eigene Daheim wird als sicherer Bereich angesehen und auch hier beginnt man, sich langsam zurückzuziehen und dadurch viele angstauslösende Situationen zu vermeiden. Die Angst bestimmt das Leben.

Leidet man an einer Sozialphobie, dann hat man Angst in den Situationen, wo man auf andere Menschen trifft. Alles löst Angst aus. Man geht in einen Saal, die Menschen könnten einen bewerten. Man spricht mit jemandem. Dieser könnte ja den anderen insgeheim bewerten. Man isst gemeinsam. Was könnte sich das Gegenüber wohl dabei denken? Die Sozialphobie ist eine ungeheure Belastung, wenn man viel mit Menschen zu tun hat. Das Schwierige dabei ist, dass man solche Situationen heutzutage kaum vermeiden kann, ohne sich völlig zu isolieren.

Neben der Sozialphobie gibt es auch andere belastende, angstauslösende Situationen. Angst vor Spinnen, Angst vorm Zahnarzt, Angst vor geschlossenen Räumen und viele weitere. Viele dieser Phobien haben eigene Namen. Man kann Angst vor allem haben, somit gibt es wirklich Unmengen an unterschiedlichen Phobien. Eine kleine Auswahl:

  • Ailurophobie: Angst vor Katzen
  • Gelotophobie: Angst davor, ausgelacht zu werden
  • Klaustrophobie: Angst vor engen Räumen
  • Phobophobie: Angst vor der Angst oder Angstsensitivität
  • Aviophobie: Flugangst

Welche Ursachen gibt es?

Es gibt viele Gründe und Theorien, warum wir Angst haben. Es gibt Urängste, die früher notwendig waren, um zu überleben. Menschen, die vorsichtig waren, haben länger gelebt. Angst zeigt sich körperlich, unter anderem in Form von Herzrasen. Das war früher nötig, damit wir uns besser auf die Flucht vorbereiten konnten. Muskeln wurden besser durchblutet und der Sauerstoffgehalt im Blut hat sich verbessert. Heute ist dies bei einer Angststörung natürlich unnötig.

Die Ursachen einer Angststörung hängen von vielen Faktoren ab.
Es gibt genetische Faktoren, die dazu führen, dass man eine Angststörung bekommt. Je häufiger es eine Angststörung in der Familie gab, desto mehr ist es möglich, dass man selber auch eine bekommen kann.

Ist der Botenstoffhaushalt im Gehirn aus dem Gleichgewicht geraten, steigt die Möglichkeit einer Angsterkrankung. Das funktionierende Zusammenspiel von Serotonin, Noradrenalin und Gamma-Aminobuttersäuren (Angst hemmend) ist wichtig für ein ausgeglichenes Gehirn. Sinkt der Serotoninspiegel, können wir unter Angststörungen leiden. Das bestätigt sich auch dadurch, dass die Hemmung des Serotonin-Abbaus unser Stimmung wieder verbessert.

Auch das, was unsere Psyche im Leben bereits verarbeiten musste, kannst zu Angsterkrankungen führen. Haben wir zum Beispiel schon einmal ein Trauma erlitten (Kindheit, körperliche oder seelische Gewalt, Missbrauch) oder standen wir längere Zeit unter Stress, dann steigt das Risiko, dass wir eine Angststörung bekommen. Wer ständig Negatives erlebt oder das Erlebte nie wirklich verarbeitet, der wird ängstlich. Wir beginnen, vieles zu vermeiden und verhindern dadurch, auch mal etwas Positives zu erleben. Das begünstigt eine Angststörung.


Symptome & Anzeichen

Eine Angsterkrankung beginnt schleichend. Zuerst hat man ständig ein flaues Gefühl in bestimmten Situationen. Danach beginnt man derartige Situationen zu vermeiden, um dieses Gefühl nicht mehr spüren zu müssen. Da beginnt auch schon das erste Problem. Je länger man solche Situationen meidet, desto mehr nimmt die Angst zu. Doch die Angst, die Kontrolle zu verlieren, ist stärker.

Typische Symptome einer generalisierten Angststörung:

  • Herzrasen, Herzklopfen
  • Starke Unruhe (Zittern, Anspannung, ..)
  • Muskelanspannung
  • unkontrollierte körperliche Reaktionen wie Schwitzen, trockener Mund, Schwindel
  • dauernd wachsam und aufmerksam.
  • Beklemmungsgefühl, Brustschmerzen
  • sehr schreckhaft
  • Schlafprobleme, dadurch auch Reizbarkeit

Leidet man unter einer Panikstörung, tritt plötzlich und unerwartet ein intensives Gefühl der Angst auf. Weitere Symptome, die bei einer Panikstörung vorkommen:

  • Herzrasen, Herzklopfen
  • ein beklemmendes Gefühl, Atemprobleme
  • Schwindel
  • Zittern
  • Depersonalisation(das Gefühl, neben sich zu stehen
  • Taubheit, Kribbeln

Auch hier beginnt man, solche Situationen zu vermeiden, um nie mehr so ein starkes Gefühl der Angst empfinden zu müssen.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Wenn man zum Arzt geht, wird erst mal ein Gespräch geführt. Der Arzt versucht hierbei herauszufinden, wie es dem Patienten geht, warum er Angst hat, was er bisher erlebt hat und vieles mehr. Er nimmt die ganzen Lebensumstände und Belastungen auf. Anhand qualifizierter Fragen findet der Arzt heraus, ob man aufgrund der Lebensumstände oder früheren Belastungen unter den Symptomen leidet, oder ob es andere Gründe haben könnte.

Nicht immer müssen Angstgefühle oder Symptome wie Herzrasen mit Angst zu tun haben. Bevor man von einer Angst ausgeht, muss der Arzt auch die körperliche Seite des Problems abklären. Leidet der Patient z.b. unter Herzproblemen, könnte das Herzrasen auch davon herrühren. Eine Überfunktion der Schilddrüse führt auch zu ähnlichen Symptomen wie die der Angst. Man wird nervös und ist vermehrt ängstlich. Können körperliche Symptome als Grundlage der Angst ausgeschlossen werden, dann spricht man von einer Angststörung.

Der Verlauf einer solchen Angststörung hängt von vielen Faktoren ab.

  • Wie lange besteht die Angst bereits?
  • Was hat sie für Ursachen?
  • Ist sie bereits chronisch?
  • Um welche Form der Angst handelt es sich?
  • Wie viel hat sich in unserem Leben durch die Angst schon verändert? (Vermeidung, Isolation, …)

Ängste lassen sich meist gut behandeln, je früher man damit anfängt. Hat die Angst sich erst einmal in unserem Leben festgesetzt, dann wird es schwierig, sie wieder loszubekommen. Doch es ist nicht unmöglich. Je nach Problem kann man die Behandlung mit angstlösenden Medikamenten unterstützen. Eine psychotherapeutische Betreuung ist ein weiterer wichtiger Schritt, um Angst loszubekommen.

Unbehandelt kann eine Angst chronisch werden. Man leidet ständig unter den Symptomen und isoliert sich. Wenn man immer mehr Angst auslösende Situationen meidet, wird man über kurz oder lang nur noch in den sicheren vier Wänden sitzen und sich komplett vor der Außenwelt abschirmen. Doch das ist keine Lösung. Sobald man zum Beispiel bei der Agoraphobie (Angst vor bestimmten Orten, an denen man sich nicht sicher fühlt) erstes Vermeidungsverhalten bemerkt, sollte man über Hilfe nachdenken. Je mehr man der Angst die Kontrolle überlässt, desto schwieriger wird es, aus diesem Teufelskreis wieder herauszufinden.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Circa 15% der Menschen leiden im Laufe des Lebens an einer Form der Angststörung. Am häufigsten leiden Menschen an einer Phobie. 9% leiden an einer spezifischen Phobien, 5% an einer Agoraphobie, 5% an einer generalisierte Angststörung, 3% an einer Panikstörung und 5% an sozialen Phobien.
Bei den unter 15 jährigen kommt eine Angststörung kaum vor. Von 100000 Personen hat jeder 3. in Deutschland zwischen 15 und 45 Jahren einmal im Leben eine Angststörung. Bei den Personen zwischen 45 und 60 ist es ebenfalls jeder dritte. Bei denjenigen, die über 60 Jahre alt sind, hat bereits jeder 6. im Leben eine Angststörung.
2- 3% der Bevölkerung, zweimal mehr Frauen, leiden zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr unter schweren Angstattacken.
Von einer generalisierten Angststörung sind 4- 6% der Bevölkerung betroffen. Vor allem junge Erwachsene und Menschen bis zum 40. Lebensjahr leiden darunter.
9% der Menschen leiden in ihrem Leben an einer Phobie. Hier sind es meist genetische oder neurobiologische Faktoren, Belastungen oder Traumata, die die Phobie auslösen.


Komplikationen bei der Krankheit

Angst zu haben ist nicht tödlich. Doch eine unbehandelte Angststörung kann zu sehr starken, gesundheitlichen Problemen bis hin zum Suizid führen.
Wer Angst hat, der schränkt sich ein. Er vermeidet Situationen, die Angst auslösen und isoliert sich immer mehr. Der Stress nimmt zu, da man immer neue Vermeidungsstrategien entwickeln muss.

Ein weiteres Problem bei der Angststörung ist es, auch andere mit hinein zu ziehen. Wenn jemand Angst vor Keimen hat, dann darf auch niemand anderes Keime in die Wohnung bringen. Wenn man Angst hat, allein zu sein, oder Menschen zu verlieren, versucht man immer mehr, Familienmitglieder nicht außer Haus zu lassen. Solche Situationen sind nicht nur für den Angstpatienten belastend, sondern auch für die, die in das Problem mit hineingezogen werden.

Ein Problem, das sich durch eine Angststörung entwickelt, ist die Selbstbehandlung mit Alkohol oder Drogen. Diese Substanzen beruhigen auf den ersten Blick, führen dann aber langfristig zu einer Abhängigkeit. Auch Essen hat für viele eine beruhigende Wirkung bei Angst. Das kann zu starkem Übergewicht führen. Die schwerwiegendste Komplikation ist der Suizid. Man hält es nicht mehr aus, schämt sich. Man hat Angst, schwach zu wirken und sucht sich deshalb gar keine Hilfe. Das kann als letzte Handlung zum Suizid führen

Weitere Folgen einer Angststörung:

  • schwaches Immunsystem, wodurch man eher Krank wird.
  • Höheres Risiko für Erkrankungen des Herzens
  • Kopfschmerzen
  • Schlafprobleme: Einschlafprobleme, Durchschlafprobleme, der Kopf schaltet auch nachts nicht mehr ab.
  • Bruxismus (Zähneknirschen, ein Ausdruck von Stress, meist nachts)
  • Probleme mit der Verdauung

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Man kann immer wieder mal Angst haben, mal weniger, mal länger. Wenn man jedoch merkt, dass die Angst zunehmend den normalen Alltag einschränkt und man auch von anderen darauf angesprochen wird, dann sollte man zum Arzt gehen.
Das Gefühl der Angst ist ein sehr beklemmendes. Panikattacken sind auch nicht besonders angenehm. Nimmt dieses Gefühl zu oder leidet man immer öfter unter Panikattacken, dann ist es wichtig, dies nicht einfach so geschehen zu lassen. Der Weg zum Arzt ist der erste Weg, dass sich etwas zum Besseren verändert.

Behandlungsmethoden & Therapie

Eine Angststörung lässt sich unterschiedlich behandeln. Der erste Weg führt zum Arzt, Hausarzt oder Facharzt, der Psychiater. Wenn andere Ursachen ausgeschlossen sind, dann wird er der Diagnose entsprechend Medikamente verschreiben, die weiterhelfen können. Dazu gibt es Beruhigungsmittel aus dem Kreis der Benzodiazepine. Benzodiazepine sollte man jedoch nur als Notlösung ansehen und nicht langfristig nehmen, da diese abhängig machen. Es gibt auch stimmungsaufhellende Medikamente, die wie der Name schon sagt, die Stimmung verbessern. Auch gibt es Medikamente, die Angst lösen, aber nicht gleich abhängig machen.

Begleitend zu den Medikamenten sollte man sich therapeutische Hilfe suchen. Therapeutische Hilfe wird nicht immer von der Krankenkasse übernommen. Der Psychiater wird am besten wissen, wo es in der Nähe Therapieangebote gibt, welche von der Krankenkasse finanziert werden. An vielen Orten gibt es auch psychologische Beratungsstellen wie den sozialpsychiatrischen Dienst und weitere, wo man sich hinwenden kann, wenn man psychische Probleme hat.

Wenn einem nachts oder an einem Wochenende das Gefühl bekommt, die Angst nimmt überhand und man verliert die Kontrolle, dann sollte man sich nicht scheuen, den Notdienst anzurufen. Es gibt keine falsche Tageszeit dafür! Befindet man sich in einer psychischen Krise und hält den Druck nicht mehr aus, dann sollte unbedingt der Arzt kontaktiert werden. Eine nahe gelegene Klinik, mit psychiatrischer Abteilung kann ebenso angerufen oder aufgesucht werden. Es gibt unter 116 117 in Deutschland einen bundesweiten Bereitschaftsdienst in psychischen Krisensituationen.
Eine weitere Möglichkeit wäre der Anruf bei der Telefonseelsorge. Unter 0800 – 1110111 oder 0800 – 1110222 www.telefonseelsorge.de , (die Nummern sind kostenlos) erreicht man rund um die Uhr eine Ansprechperson mit einem verständnisvollem Ohr.

In Österreich findet man Rat und Tat unter der Telefonnummer 142, wo die Telefonseelsorge Tag und Nacht erreichbar ist. Weitere Infos dazu gibt es auf www.telefonseelsorge.at
Schweizer erhalten Hilfe unter der Nummer 143, bei der Telefonseelsorge „die dargebotene Hand.

Die Angststörung kann sehr gut durch die kognitive Verhaltenstherapie behandelt werden. Meist ist es sinnvoll, in einer Einzeltherapie behandelt zu werden. Die Teilnahme an Gruppentherapien kann helfen, sollte aber nicht die einzige Therapiemethode sein.
Es gibt auch die Möglichkeit der Internettherapie. Da ist es aber fraglich, ob diese wirklich wirksam hilft. Wenn man keinen Therapieplatz sofort bekommt, dann ist es sicher mal einen Anfang. Aber ausschließlich Internettherapie hilft in den seltensten Fällen wirklich bei der Angststörung.

In der kognitiven Verhaltenstherapie wird das Erlebte auf unterschiedliche Art aufgearbeitet. Es werden Gespräche geführt, man lernt langsam mit der Angst umzugehen. Man wird außerdem der Angst vorsichtig ein wenig ausgesetzt und versucht die Reaktion dabei zu verhindern. Soziale Kompetenzen werden (wieder) erlernt und der Alltag wird mittels Rollenspielen, Entspannungstrainings, Problemlösungsstrategien und weiterem wieder Schritt für Schritt lebenswerter gemacht.

Es stellt sich die Frage, ob bei einer akuten, schweren psychischen Krise ein Klinikaufenthalt besser wäre, als eine ambulante Therapie. In der Klinik ist man in einer geschützten Umgebung und kann sich ganz auf sich konzentrieren, ohne sich ständig mit dem Alltag auch noch auseinandersetzen zu müssen. Bleibt man jedoch zu lange, kann es passieren, dass der Alltag zu Hause dann wieder zu schnell überfordert. Mancherorts wieder eine schrittweise Wiedereingewöhnung in den Alltag zuhause versucht. Dazu übernachtet man einfach mal ein Wochenende wieder daheim und sieht, ob das Gelernte umgesetzt werden und der Alltag ausgehalten werden kann.

Je schwerer die Krise, desto weniger sinnvoll, aber nicht unmöglich, ist der Beginn einer ambulanten Behandlung. Sie kann durchaus auch klappen, erfordert aber ein wenig familiären Rückhalt um in der ersten Zeit Ansprechpartner zu haben, wenn es wieder schlechter geht.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Einer Angststörung kann man nicht vorbeugen. Wer jedoch bemerkt, dass Sorgen und Ängste überhand nehmen und dass man sich nur noch einschränkt und immer weniger rausgeht oder Kontakt zu anderen meidet, dann sollte man sich Hilfe suchen. Wenn ein Freund, Verwandter oder Bekannter immer in sich gekehrter wird, oder sich verändert, dann sollte man ihn drauf ansprechen. Vielleicht braucht er einfach nur mal jemanden zum Zuhören. Vielleicht beginnt er aber auch, langsam eine Angststörung zu entwickeln. Je früher man derlei Symptomen entgegenwirkt, desto eher kann man eine ausgeprägte Angststörung vermeiden. Ihr jedoch vorbeugen kann man nicht unbedingt.

Eine kleine Hilfe ist es, sich hin und wieder mal eine Auszeit zu gönnen. Hat man das Gefühl, die Sorgen belasten nur noch, dann sollte man sich jemanden für ein Gespräch suchen. Es muss nicht immer der professionelle Psychiater oder Psychotherapeut sein. Probleme verringern sich auch, wenn man einfach nur mal bei einer Tasse Tee mit einem guten Freund darüber spricht. Man sollte sich nicht scheuen, Probleme und Sorgen anzusprechen. Jeder hat diese mal im Leben und es ist kein Zeichen von Schwäche, wenn man auch mal über Ängste redet. Ein gutes Gespräch, einfach mal über Sorgen reden, kann schon mal viel helfen und die Welt wird danach schon ein wenig leichter.

Wer sich niemandem anvertrauen möchte und trotzdem leidet, der sollte es vielleicht mal mit ein paar Entspannungsübungen probieren. Es tut auch schon gut, wenn man sich einfach nur einmal etwas gönnt. Ein kleiner Ausflug in die Natur, ein wenig Auszeit. Auch autogene Trainings oder sich einmal richtig mit Sport auspowern tut der Seele gut.


Prognose zur Heilung

Angststörungen sind gut behandelbar. Wichtig ist jedoch, dass man überhaupt erst erkennt, Angst zu haben und sich in Behandlung begibt. Je länger man damit wartet, desto mehr hat sich die Angst bereits verfestigt und im Alltag „eingelebt“. Man muss an der Angst arbeiten. Nach erster Diagnose und beginnender Therapie sollte man, wenn der Zeitpunkt gekommen ist, daran arbeiten, eine mit Angst besetzte Situation angstfrei zu meistern.

Wie ein Training sollte man sich langsam und nur nach therapeutischer Anleitung immer wieder eine Situation aussetzen. Es kann zu Rückfällen kommen, das ist ganz normal. Wichtig ist nur, dass man die Bekämpfung nicht aufgibt. Mit einer guten Therapie, eventuell medikamentöser Einstellung und etwas Geduld kann man die Angst gut bezwingen. Der geringste Erfolg wäre es, wenn die Angst nur noch hin und wieder aufkommt und man dann aber weiß, wie man damit umgeht. Der beste Erfolg wäre es, wenn man die Angst komplett überwindet und sie fortan im Leben keiner Rolle mehr spielt.


Tipps gegen Angst

Angst zu haben ist ein Zustand, den sicher jeder schon einmal erlebt hat. Er ist nicht schön, aber auch nicht gefährlich.
Unangenehm wird es erst, wenn die Angst zum Dauerzustand wird. Man ist andauernd unruhig, macht sich Sorgen oder traut sich nicht mehr außer Haus um alle möglichen Situationen zu vermeiden.
Wenn man merkt, dass der ängstliche Zustand zum Dauergast wird, kann man folgende Vorsichtsmaßnahmen treffen.

Sich der Angst immer wieder stellen. Vermeidet man Situationen, die Angst machen, ist es im ersten Moment natürlich beruhigend. Dauerhaft wird es nur dazu führen, dass man das gar nicht mehr macht und so viele schöne Momente im Leben verpasst.

Scheut man den Gang zum Doktor, ist die versuchsweise Behandlung mit alternativer Medizin sicher eine gute Unterstützung. Egal, ob man es nun mit Globuli, Homöopathie, Akupressur oder anderem versuchen möchte, es kann sicherlich nicht schaden. Steigt die Angst jedoch weiterhin, sollte der Gang zum Arzt nicht weiter aufgeschoben werden. Gemeinsam kann mit dem Arzt ein guter Weg aus der Angst erarbeitet werden.

Ein weiterer Weg, wenn die Stimmung sinkt und der Angstpegel steigt, ist es, einfach mal auszuspannen. Klar, man hat nicht immer die Möglichkeit, sich einfach mal frei zu nehmen und auszuspannen, aber man auch kleine Pausen im Alltag suchen und rund herum alle Stresspegel ausschalten. Kinder können ihre Freunde besuchen oder einen Ausflug mit den Grosseltern machen. Auch einfach nur mal eine Tasse Tee mit Freunden, sich ein wenig unterhalten, die Ruhe genießen, kann nicht schaden. Und wenn nur ganz wenig Zeit ist, dann kann man auch einfach nur mal einen Abend früher ins Bett gehen, schöne, beruhigende Musik hören und entspannen. Autogenes Training oder die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson haben eine sehr wohltuende, beruhigende Wirkung.


Alternative Behandlungsmethoden

Akupressur

ist ein Mittel, auf das man gerne und schnell bei aufkommender Angst zurückgreifen kann. Bei innerer Unruhe findet man in der Mitte des Handgelenkes einen Punkt. Auf einer nach unten gezogenen Linie, etwa zwei fingerbreit unterhalb der Handflächenunterkante auf der Handgelenkinnenseite. Nun drückt man den Punkt mit der Hand. Währenddessen atmet man tief ein, ohne die Schultern anzuheben. Dann wieder ausatmen. Schnell spürt man, wie man ruhiger und gelassener wird.
Auf der Handgelenkaußenseite befindet sich ein weiterer Punkt. Diesen reibt man am besten zwanzig Sekunden mit dem Daumen gegen den Uhrzeigersinn.

Auch die Akupunktur hilft bei aufkommender Angst. Besonders hilfreich ist hier die Ohrakupunktur. Je länger man diese anwendet, desto erfolgreicher ist sie. Auch Dauernadeln sind eine Option.

Welche Hausmittel können helfen?

Wer eine leichte Unruhe verspürt, kann dieser mit Kamille entgegenwirken. Vor allem Kamillentee ist ein beliebtes Mittel. Trinkt man Kamillentee über einen längeren Zeitraum, wird man merklich ruhiger.
Fenchel hat eine gute, unterstützende Wirkung, wenn das Angstgefühl nicht von alleine verschwindet. Fenchel hat eine beruhigende Wirkung auf unsere Nerven und lindert depressive Verstimmungen.

Die Angst kann man mit Fenchel am besten lindern, indem man ihn als Tee trinkt oder an einer Flasche Fenchelöl riecht. Wer seiner Angst mit Fenchel lindern möchte, der kann dies mit einer Tasse Fencheltee oder mit Fenchelöl machen. An einer kleinen Flasche Fenchel kann man riechen, oder man kann ein wenig Fenchelöl unter die Nase reiben.

Bekannt für eine Linderung der Angstsymptome ist vor allem Lavendel. Lavendel kann man in unterschiedlichen Formen nutzen. Es gibt Lavendel als Tee, Lavendelöl zum Inhalieren oder man lässt sich mit einer Olivenöl-Lavendelöl-Mischung massieren.

Zum Inhalieren tropft man das Lavendelöl in heißes Wasser. Die eingeatmeten Dämpfe lindern Angst und beruhigen. Mit etwas Olivenöl und ein paar Tropfen Lavendelöl dazu, hat man die perfekte Möglichkeit, sich bei einer Massage von Rücken und Nacken damit zu beruhigen.

Rosmarin ist ein gutes Mittel gegen Angst. Dazu nimmt man zwei Teelöffel getrocknetes Rosmarin und gibt dies in eine Tasse heißes Wasser. Nach 10 Minuten kann der Tee getrunken werden. Angstgefühle werden dadurch gelindert. Wer es schneller haben möchte, kann auch einmal an einer Flasche ätherischem Rosmarinöl riechen. Hilft gut für unterwegs.

Der Duft von Orangen ist eine große Hilfe, wenn es darum geht, Ängste aufzuhalten. Der Geruch der frisch geschnittenen Orangenschale oder auch Orangenöl unterstützt sehr gut.

Wer unter Angst und Stress leidet, kann es auch mit ein wenig Muskatnuss versuchen. Hier hilft die geriebene Form oder das Muskatnussöl, wenn man Angstgefühle losbekommen möchte. Wenn man nicht schlafen kann, dann sollte man am besten ein Glas warme Milch mit einem ¼ Teelöffel geriebener Muskatnuss abends trinken. Das hilft, um das Gefühl der aufkommenden Angst in der Nacht zu bekämpfen.

Zitronenmelisse ist ein natürliches Beruhigungsmittel. Es unterstützt unser Nervensystem. 1 Teelöffel getrocknete Zitronenmelisse wird mit einer heißen Tasse Wasser aufgegossen und nach 10 Minuten getrunken. Zitronenmelisse steht aber auch in Kapselform zur Verfügung.

Bekannt für die beruhigende Wirkung ist Baldrian. Diesen gibt es in den unterschiedlichsten Formen. Man kann ihn als Tee trinken, aber auch in Kapselform in der Apotheke erwerben.


Heilkräuter & Heilpflanzen

Es gibt Heilkräuter und Heilpflanzen, auf die man bei Angst zurückgreifen kann. Dazu zählen, Johanniskraut, Kawa-Kawa, Rosenwurz und andere. Bei diesen Mitteln ist es jedoch wichtig, dem Arzt von der Einnahme zu erzählen. Es kann je nach Heilkraut und Heilpflanze zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen. Die Wirkung der Medikamente kann verstärkt oder geschwächt werden. Daher ist es ratsam, einen Arzt darauf aufmerksam zu machen, bevor man es versucht.

Hopfen und Melisse beruhigen bei nervösen Beschwerden, wenn man angespannt ist oder wenn man nicht schlafen kann. Sie lassen sich hervorragend als Tee trinken oder werden in Apotheken gern in Kapselform verkauft.


Ätherische Öle

Es gibt eine Vielzahl an ätherischen Ölen, die bei Angstgefühlen eine lindernde Wirkung haben.
Darunter fallen:

  • Rose
  • Melisse
  • Muskatellersalbei
  • römische Kamille
  • Ylang-Ylang
  • Bergamotte
  • Neroli Orange
  • Mandarine
  • Angelikawurzel
  • Geranium
  • Wacholderbeere
  • Sandelholz
  • Zypresse
  • Weihrauch
  • Majoran
  • Patschuli

Ein entspannendes Bad mit ein paar Tropfen ätherischem Öl wirkt wohltuend und beruhigend bei nervösen Zuständen. Bei Ängstlichkeit hilft es außerdem, ein paar Tropfen Muskatnussöl zwischen den Schlüsselbeinen einzumassieren.
Ein guter Aromatherapeut kann individuelle Mischungen zusammenstellen, die in der Angstsituation entspannend wirkt.


Homöopathie & Globuli

Bei Angstzuständen wird gerne auf Bachblütentherapie zurückgegriffen. aspen ist eine Bachblütenessenz, die gerade bei Angst sehr gut wirkt. Ob nun diffuse Ängste oder erlebte Traumata, Aspen kann gegen viele Formen der Angst verwendet werden. Bewährt ist auch ein Fläschen rock rose. Hat man keine Probleme, dann reicht es, vier Tropfen davon in ein Glas Wasser zu geben und dies im Laufe des Tages zu trinken. Direkt während der Angstattacke zwei Tropfen der Bachblütenessenz Rock Rose auf die Zunge geben, bis die Angst schwindet.

Die folgenden Globuli sind nur ein Teil derer, die bei Angststörung helfen:

  • Aconitum: hilft gegen Panik, seelischen Traumata, schlimmen Vorahnungen
  • Acidum nitricum: Panik, Erschöpfung, Todesfurcht
  • Arsenicum album: Angst vor Krankheiten, Furcht, den Verstand zu verlieren
  • Calcium carbonicum: Angst vor Tieren aller Art
  • Causticum Hahnemanni: Ruhelosigkeit, Kopfschmerzen, Migräne
  • Lycopodium: bei Versagensangst
  • Natrium muriaticum: bei Klaustrophobie

Bei den Globuli hängt die Art und Dosierung der Globuli von der Ausprägung der Angst ab. Sollte die Angst und die Panik jedoch trotz Globuli andauernd, ist es wichtig, auch hier einen Facharzt aufzusuchen. Homöopathie ist immer unterstützend, kann aber in schweren Fällen nie komplett einen Schulmediziner ersetzen.


Schüssler-Salze

Wer Angst mit Schüssler Salzen bekämpfen möchte, der sollte die folgenden Salze wählen.

Kalium phosphoricum hilft, wenn man Angst hat, die mit Schweißausbrüchen einhergeht. Es wirkt hervorragend, wenn es darum geht, die Nerven zu stärken und positiver zu werden.
Wer zehn Stück des Schüssler Salzes Nr. 10 in einem Achtel Liter heißes Wasser auflöst und dies dann trinkt, wird zunehmend ruhiger. Am besten trinkt man es vor dem Einschlafen.


Diät & Ernährung

Koffein

macht bekanntlich munter, aber auch nervös. Es lohnt sich, in einer Zeit der Angst auf alle koffeinhaltigen Getränke zu verzichten. Auch Schweinefleisch ist nicht zu empfehlen, wenn man unruhig ist. Alles Süße, egal, ob nun mit Zucker oder Süßstoffen gezuckert, sollte ebenfalls vermieden werden.

Wer unter unruhigen Zuständen oder Ängsten leidet, der sollte den Vitaminstatus überprüfen lassen. Oft kommt es vor, dass das auf Mangel von Vitamin B12 oder Omega 3 Fettsäuren zurückzuführen ist. Apotheken verkaufen diese Nährstoffe in Kapselform. Führt man Vitamine oder andere Nährstoffe einfach so zusätzlich zu, dann kann das umsonst sein. Vielleicht ist der Gehalt an diesen Vitaminen ja schon hoch genug im Körper, dann ändert das auch nicht viel an der Angst.

Ist der Darm nicht gesund, ist es wichtig das wieder in Ordnung zu bekommen. Butyrat, eine Fettsäure aus Ghee und Butter hilft, das Gehirn zu stärken und den Darm wieder zu sanieren.Wer gerne Kaffee trinkt, sollte lieber auf grünen Tee umsteigen. Das L-Theanin im Tee beruhigt.

In Haferflocken steckt viel Tryptophan, einen Vorgänger von Serotonin und Melatonin. Die reiche Gehalt an B Vitaminen und Ballaststoffen in den Haferflocken ist eine zusätzliche Unterstützung für den Körper gegen Angst. In Kombination mit gesundem Fett und Eiweiß wie Mandelmus, Chia-Samen und Nüssen, sind Haferflocken besonders wertvoll.

Algen sind reich an Vitaminen und Nährstoffen und haben außerdem viel Magnesium. Sie sind außerdem reich an Tryptophan.
Wer unter Stress und Angst leidet, sollte schwarze Schokolade zu sich nehmen. Bitterschokoladenprodukte, die ohne zusätzlichem Milch und Zucker ausgestattet sind, sind ein beliebtes Mittel bei gestressten Personen, die Angst haben. Sie verringern Cortisol, ein Stresshormon, das solche ängstlichen Zustände auslöst. Sie besitzen außerdem Inhaltsstoffe, die die Stimmung verbessern.


FAQ – Fragen & Antworten

1.) Was kann ich machen, wenn jemand Angst hat?

Für ihn da sein. Wenn er Hilfe annimmt, geht man am besten gemeinsam zu einem Arzt mit ihm. Dieser hilft dann weiter. Nimmt er jedoch keine Hilfe an, ist es gut, zumindest für ihn da sein. Wenn man ein offenes Ohr für ihn hat und signalisiert, dass er sich immer an einen wenden kann, ohne sich genieren, dann ist das schon mal viel wert. Aber Achtung: man sollte sich nicht in den Teufelskreis der Angst hineinziehen lassen. Wenn der Angstpatient zu viel Raum im Leben des anderen einnimmt, dann sollte man ihn klar bremsen. Es gibt Hilfseinrichtungen, die professionell helfen können. Wenn die Hilfe für den Betroffenen zu viel wird, dann sollte man ihn dort hin schicken oder sich dort einen Rat einholen, wie man dem Patienten am besten helfen kann.
2.) Der Arzt verschreibt mir Medikamente, was muss ich beachten?
Wenn man gegen seine Angst Medikamente verschrieben bekommt, dann ist das schon mal ein guter erster Schritt und soll helfen, die Angst in den Griff zu bekommen. Man sollte dem Arzt alles sagen, was man sonst noch so zu sich nimmt. Bekommt man zum Beispiel blutdrucksenkende Mittel oder Schmerzmittel, dann sollte das der Psychiater erfahren. Nur so kann er vermeiden, dass die neuen Medikamente Wechselwirkungen oder üble Nebenwirkungen auslösen. Nimmt man pflanzliche Mittel ein, sollte das auch erwähnt werden. Auch pflanzliche Mittel können Nebenwirkungen auslösen. Vor allem Produkte mit Johanniskraut oder Passionsblume.
3.) Was soll ich machen, wenn ich mich davor fürchte, jemandem meine Angst mitzuteilen
Es gibt nie einen Grund, sich seiner Angst wegen zu genieren. Insgeheim haben wir alle vor etwas Angst. Wenn man Angst hat und nicht weiter weiß, hat man drei Möglichkeiten. Man sucht sich einen guten Freund und vertraut sich ihm an. Allein das Sprechen über die Angst tut schon oft gut. Oder man wendet sich an eine anonyme Beratungsstelle bzw. an die Telefonseelsorge. Dort wird einem vorurteilsfrei zugehört und man bekommt erste gute Tipps, wie es weitergehen soll. Oder man macht sich gleich direkt einen Termin beim Hausarzt oder Facharzt aus. Ein guter Arzt wird nie jemanden seiner Ängste wegen auslachen. Ein nimmt die Situation auf, berät und findet gemeinsam mit dem Patienten eine Lösung.

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