Retroviren

RetrovirenRetroviren sind Vertreter der RNA-Viren. Das bedeutet, dass sie aus einem einzelsträngigen RNA-Genom bestehen, das von einer sog. „Virushülle“ umgeben ist, die sich wiederum aus Proteinen zusammensetzt.

Sie hängen sich, wenn sie einen Wirt gefunden haben, alle gängigen Tierspezies können betroffen sein, an dessen RNA und reproduzieren sich. Dies kann allerdings erst geschehen, nachdem sie umgepolt wurde.

Worum es sich bei ihnen genau handelt, welche Krankheiten und Beschwerden sie auslösen können, wo sie vorkommen, wie sie sich verbreiten und alle weiteren wichtigen Informationen zu den Retroviren, möchten wir im Folgenden erläutern.

Was sind Retroviren?

Wie bereits erwähnt, gehören Retroviren in die Klasse der RNA-Viren. Also kurzum: Es handelt sich bei ihnen um Viren, die die Fähigkeit besitzen, ihr genom in das Genom ihres Wirtes einzubauen und sich somit zu vermehren.

In den meisten Fällen ist die RNA (Ribonukleinsäure) der Retroviren einsträngig. Nichtsdestoweniger gibt es auch Ausnahmen, die zweisträngige Varianten ausbilden. „Einsträngig bedeutet im Fall des Retrovirus, dass es einen einzelnen Strang RNA aufweist, in dem es sein Genom, ergo seine Erbinformationen, gespeichert hat.

Umgeben ist dieser RNA-Strang von einer Art Schutzhülle, die aus Proteinen besteht und „Kapsid“ genannt wird. Auch Nukleokapsid ist eine gängige Bezeichnung für sie.

Besagte Schutzhülle kann des Weiteren von einer Membran umgeben sein, die allerdings ist von Virus zu Virus unterschiedlich. Wie alle anderen Viren auch, so sind ebenfalls Retroviren nicht selbstständig lebensfähig, sondern bedürfen eines Wirtes. Dies ergibt sich aus dem Fakt, dass sie keinen eigenen Stoffwechsel haben.

Darum gelten sie von einem rein wissenschaftlichen Standpunkt aus betrachtet auch nicht als Lebewesen, wie beispielsweise Bakterien. Einige RNA-Viren können sogar Bakterien befallen.


Krebs, Tumore & HIV

Erstmals eingehend erforscht wurden Retroviren im 19. Jahrhundert. Sie galten zunächst als reine Erreger für Tierkrankheiten. So konnten sie Beispielsweise für Blutarmut bei Tieren und ebenso für die sog. „Jaagsiekte“, eine Lungenkrankheit, als verantwortlicher Auslöser ermittelt werden.

HIV Retroviren

Retroviren sind vor allem dafür bekannt, HIV zu verursachen

Heute weiß man, dass Retroviren nicht bloß Krankheiten in Tieren verursachen, sondern auch im Menschen. Die wohl allgemein bekannteste Krankheit, die durch Retroviren verursacht wird, ist HIV.

Es dürfte als bekannt vorausgesetzt werden, dass es (noch) kein Heilmittel gegen eine Infektion mit hiv-Virus gibt, auch wenn schon seit Jahren daran geforscht wird. Die sollte einem als Erinnerung gelten wie persistent und aggressiv Retroviren sein können.

Zwar gibt es inzwischen Medikamente, die einen Ausbruch oder zumindest die Chancen auf einen Ausbruch von HIV deutlich mindern. Aber man sollte sich keine Illusionen darüber machen, dass die noch lange keine Heilung ist – nur ein Aufhalten der Krankheit.

Retroviren sind ebenso imstande Krebsgeschwüre und / oder Tumore entstehen zu lassen oder deren Entstehung zu begünstigen.


Vorkommen & Eigenschaften

Wo kommen Retroviren vor und wie agieren sie?

Retroviren sind wie alle RNA-Viren weltweit anzutreffen und beschränken sich nicht auf festgelegte Orte, dennoch gibt es im internationalen Vergleich natürlich Länder, die besonders stark von Retroviren heimgesucht werden bzw. betroffen sind.

Insbesondere Länder oder Regionen mit hohen Zahlen von AIDS-Kranken oder HIV-Infizierten sind als mögliche Hotspots für das Vorkommen von Retroviren anzusehen, wenngleich das nicht mit endgültiger Sicherheit zu sagen ist.

Interessanterweise kommen Retroviren nachweisbar in Eukaryoten und Prokaryoten vor. Weshalb einige Wissenschaftler spekulierten, dass durch die virologisch negative Polung der Retroviren bei Befall genannter Zellen, die Umpolung mittels RNA Polymerase hin zu einer positiven Polung, als erstes Indiz dafür gesehen werden könne, dass dna und nicht RNA als Träger der Erbinformation zu manifestieren.

Kurzum: Das Retroviren die menschliche Entwicklung und die Entwicklung anderer komplexer Organismen überhaupt erst ermöglichten.


Funktionsweise

Wie genau aber funktioniert nun das Retrovirus?

Hat das Retrovirus einen passenden Wirt gefunden, wird es Teil des Zellgebildes des infizierten Wesens, indem zunächst die virale Membran mit der Membran der angedockten Zelle verschmilzt.

Nun passiert etwas, dass Retroviren von allen anderen RNA-Viren unterscheidet:

Die einsträngige RNA des Retrovirus muss zunächst in doppelsträngige DNA umgeschrieben werden, damit sie als Erreger agieren kann. Um dies zu bewerkstelligen bedarf es der sog. „Reverse Transkription“. Dieser Prozess an sich ist komplex genug, um ganze Bücher zu füllen, weswegen an dieser Stelle von einem Erklärungsversuch abgesehen werden muss.

dna gene desoxyribonukleinsäure gen diät

Die Anpassungsfähigkeit macht das Retrovirus zu einem großen Problem

Ist besagte „Reverse Transkription“ nun abgeschlossen kann das Retrovirus anfangen zu agieren. Meist geschieht dies, indem es die nun geminderte Fähigkeit der Zellreparatur ausnutzt und eine Vielzahl von Mutationen in der dna des Wirtes bedingt, um sich selbst besser in das Genom des nämlichen integrieren zu können.

Da diese Mutationen sehr häufig und rasch von statten Gehen, kann sich das Retrovirus sehr schnell an neue Gegebenheiten anpassen. Das schließt leider auch medikamentöse Behandlungen mit ein. Dies bedeutet kurz gesagt, dass das Retrovirus, hat es eine Zelle erfolgreich besetzt, nicht mehr herauszubekommen ist.

Dies ist auch der Grund, warum es bisher noch niemandem gelang ein effektives Mittel zur Bekämpfung von HIV zu entwickeln und nicht nur ein Medikament um eine solche Infektion zu verlangsamen. Die Anpassungsfähigkeit des Retrovirus ist einfach zu groß, als dass es lange Zeit von demselben Medikament in Schach gehalten werden könnte, ohne dagegen resistent zu werden.


Krankheiten & Beschwerden

Welche Krankheiten und Beschwerden haben Retroviren zur Ursache?

Die Nummer etwaiger durch Retroviren verursachter Krankheiten ist relativ hoch, darum hier nur einige der bekanntesten:

Diverse Tumore

Nicht jeder Tumor muss das Produkt einer Infektion mit dem Retrovirus sein, dennoch ist es möglich, dass dieses die Grundlage einiger krebsartiger Geschwüre bildet. Darunter sehr häufig Lymphome und Sarkome. Letztere Beispielsweise sind zwar eher selten, aber dennoch nicht zu unterschätzen.

Selbst bei einem frühen Erkennen eines Sarkoms ist eine erfolgreiche Behandlung keine Sicherheit. Durch die hohe Mutationsrate der Retroviren, schreitet auch die Krankheit schnell voran und so kommt es bei Sarkomen relativ früh bereits zur Streuung von Metastasen, besonders auf dem Blutweg.

Darüber hinaus bilden diese Metastasen oftmals sog. „Tochtergeschwulste“ aus, die eine effektive Bekämpfung des Tumors bzw. der Tumore beinahe unmöglich macht. Da das Sarkom selbst meist Muskel- und Bindegewebe angreift ist dies für den Betroffenen mit extrem starken Schmerzen und krebsbedingter Unbeweglichkeit verbunden. Das befördert das Leid des Patienten ungemein.


Neurologisches

Neurologische Erkrankungen

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Das Retrovirus kann auch zu neurologischen Beschwerden führen

Die Menge an möglichen neurologischen Erkrankungen ist schwer zu Überblicken und ihre Auslöser sind oftmals, trotz medizinischer Forschung, etwas nebulös oder gar nicht zu erklären. So verhält es sich auch mit neurologischen Erkrankungen, die durch das Zutun des Retrovirus ausgelöst werden.

Nicht jeder mit dem Retrovirus infizierte Mensch wird auch gleichzeitig Opfer eines neurologischen Leidens. Das erschwert die Diagnose insbesondere dann, wenn der Patient beispielsweise tatsächlich mit Retroviren infiziert ist und neurologische Auffälligkeiten entwickelt. Es gilt dann in langen und aufwändigen Tests zu ermitteln, ob und wie diese Symptome und Erkranken zusammenhängen.

Hängen sie zusammen ist das Spektrum möglicher Ausprägungen der neurologischen Einschränkungen immer noch sehr groß und es verbleibt nur schwer zu determinieren, wie genau das Retrovirus diese Entwicklung beeinflusst hat und was man dagegen tun kann.


Immunschwäche

Immunschwäche und Immunschwächekrankheiten

Allen voran zählt hierzu natürlich das HIV-Virus, das sich nach Ausbruch in Aids verwandelt. Zwar gibt es inzwischen sehr gute und effektive Medikamente, die einen solchen Ausbruch verlangsamen, aber ihn komplett zu verhindern ist nach wie vor mit den zur Verfügung stehenden Mitteln unmöglich.

Es bleibt also zu bemerken, dass Retroviren nicht zu unterschätzen sind und man Vorsicht walten lassen sollte, um einer Infektion möglichst aus dem Weg gehen zu können.

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