AIDS

AIDSAIDS steht für „Acquired Immune Deficiency Syndrome”, zu deutsch “erworbenes Immundefektsyndrom”.

Man versteht darunter ein Krankheitsbild, bei dem opportunistische Infektionen und Tumore als Folge einer HIV-Infektion auftreten.

Da die Ansteckung mit HIV häufig durch ungeschützten Geschlechtsverkehr erfolgt, zählen viele Leute AIDS zu den Geschlechtskrankheiten. Die rote Schleife, ein Symbol für die Solidarität mit HIV-Infizierten und AIDS-Kranken, wurde 1991 von einer New Yorker Künstlergruppe kreiert.

Da weder Heilung noch Impfung möglich sind, ist Prävention gegen die Erkrankung unverzichtbar.
Heilung ist nicht möglich, Ziel der Behandlung ist eine Erhöhung der Lebenserwartung bei gleichzeitiger Verbesserung der Lebensqualität. Medikamente führen zu fehlerhaftem Aufbau der Virus-DNA; da sie aber auch in die Mitochondrien der Körperzellen aufgenommen werden, kommt es zu Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Bauchspeicheldrüsenentzündung oder Nervenschädigungen.


Was ist AIDS?

Interessanterweise ist das HIV-Virus nicht sonderlich schnell. Es agiert recht langsam. Bisweilen kann es Jahre oder gar Jahrzehnte im Organismus des Infizierten vorhanden sein, ohne auszubrechen. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass jeder nicht jeder, der mit HIV infiziert ist, auch gleichzeitig AIDS haben muss. Nichtsdestoweniger wird es früher oder später unweigerlich ausbrechen.

Bisher gibt es keine vollständigen Kuren für dieses Leiden. Dennoch verfügt die moderne Schulmedizin über Möglichkeiten, den Betroffenen einen vergleichsweise angenehmes Leben trotz der Erkrankung zu ermöglichen.

Traurige Berühmtheit erlangte diese Erkrankung bereits Anfang der 90er Jahre. Zwar wurde sie bereits im jahre 1981 als Krankheit beschrieben und eingestuft, aber einem breiten Publikum wurde sie erst ein Jahrzehnt später bekannt. Seit dieser Zeit ist die weltweite AIDS-Bewegung stetig angewachsen und viele Künstler und berühmte Persönlichkeiten engagieren sich um über dieses Übel aufzuklären.

Darüber hinaus gibt es viele Schulungsmaßnahmen in Ländern mit besonders hohen Zahlen an Betroffenen, aber auch innerhalb deutscher Schulen wird im Rahmen des Sexualkundeunterrichtes über die Gefahren von HIV und AIDS aufgeklärt. Somit wird sowohl von edukativer als auch von öffentlicher Seite stark präventiv auf die Krankheit eingewirkt.


Welche Ursachen liegen AIDS zugrunde?

Um die Frage nach den etwaigen Ursachen von AIDS zu klären, muss man sich zuvor darüber im Klaren sein, dass AIDS lediglich das Resultat der HIV-Erkrankung ist. Das heißt, dass man ohne eine vorhergehende Ansteckung mit diesem Virus, kein AIDS entwickeln kann.

HIV wird durch Sexualkontakt, Blut, Vererbung oder Muttermilch übertragen. Ansteckungen über Speichel, Tröpfchen- oder Schmierinfektionen sind jedoch nicht möglich. Auch die orale Aufnahme des Ejakulates einer betroffenen Person infolge einer Fellatio ist eher ungefährlich. Lediglich die vaginale oder anale Aufnahme desselben führt oftmals zu einer Ansteckung.

Wie wird aber nun aus dem HIV-Virus AIDS?

Der HIV-Virus zerstört nach und nach die sog. „CD4“ Zellen. Diese sind integraler Bestandteil weißer Blutkörperchen, die dabei helfen, Krankheiten zu bekämpfen. Es kann, wie bereits erwähnt, Jahre dauern, bis HIV zu Aids wird. Das liegt an der teilweise nur langsam voranschreitenden Zerstörung besagter Zellen. Sinkt die Zahl der CD4 Zellen jedoch unter 200 an, so spricht man in klinischem Sinne von AIDS. Die Krankheit ist damit also ausgebrochen. Bisweilen kann sie aber unter besonderen Umständen schon früher ausbrechen.

Wie genau ist das HIV-Virus übertragbar?

Ungeschützter Geschlechtsverkehr
Bei ungeschütztem Vaginal- oder Analverkehr mit einem Infizierten oder einer Infizierten ist das Risiko einer Ansteckung besonders hoch. Bei Oralverkehr hingegen sind die Chancen meist deutlich geringer. Nichtsdestoweniger sollte man auch hier Vorsicht walten lassen. Ganz auszuschließen ist eine Ansteckung auch hier nicht.

Die Aufnahme von Ejakulat, Vaginalsekreten oder Blut während des Aktes ist die häufigste Variante der Infektion. Eine Übertragung durch das Blut ist in sexuellem Kontext besonders bei Analverkehr sehr häufig, da dieser meist nicht ohne Mikrorisse und somit Blutaustritt stattfindet. Das erklärt überdies die besonders hohe Anzahl Infizierter unter homosexuellen Männern.

Bluttransfusionen
Das Risiko sich mittels einer Bluttransfusion mit dem HIV-Virus zu infizieren ist sehr gering, aber dennoch vorhanden. Besonders häufig kommt dies vor, wenn ein bereits registrierter Blutspender den HIV-Virus unwissentlich erworben hat und weiterhin regelmäßig Blut abgibt.

Aufgrund medizinischer Standards und EU-Vorschrift ist es jedoch untersagt, Blutspenden ungetestet zu verwenden. Hierunter fallen auch Teste auf besagte Viren. Das minimiert die Chance einer Ansteckung immens.

Benutzte Nadeln und Spritzen
Diese Form der Ansteckung ist besonders unter Heroinsüchtigen weit verbreitet. Aber auch in afrikanischen Krankenhäusern mit geringen Hygienestandards kann es bisweilen zu Doppelbenutzungen von Spritzen und Operierbesteck kommen.

Um zumindest Heroinsüchtigen dabei zu helfen, sich nicht noch zusätzlich mit HIV zu infizieren, geben viele Städte und Kommunen registrierten Abhängigen kostenlose Spritzen aus. Oder stellen ihnen sog. „Drückräume“ zur Verfügung. Dort kann man unter sterilen Bedingungen Heroin konsumieren. Das mindert auch das Risiko spielender Kinder, Spritzen auf dem Spielplatz zu finden und sich möglicherweise zu infizieren.

Schwangerschaft, Entbindung und Muttermilch
Tatsächlich kann sich der Fötus bereits im Mutterleib mit HIV infizieren, wenn auch die Mutter bereits betroffen ist. Des Weiteren ist eine Ansteckung während der Entbindung ebenfalls möglich, da diese in aller Regel mit hohem Blutverlust einhergehen. Sollte das Kind beide Vorfälle jedoch unbeschadet überstanden haben, kann es die Erreger immer noch durch die Muttermilch in sich aufnehmen. Die Kinder von betroffenen Müttern sind also immer besonders stark gefährdet.


Welche Symptome treten bei AIDS auf?

Zu Beantwortung dieser Frage, gilt es ebenfalls zwischen HIV und AIDS zu unterscheiden.

Typische HIV-Symptome treten i.d.R. einen Monat nach der Infektion auf un däußern sich u.a. wie folgt:

Alles in allem also, sind sie von einer Grippe kaum zu unterscheiden. Gerade das macht eine HIV-Infektion in der Frühphase so gefährlich. Betroffene ahnen meist nichts von ihrem Schicksal.

Symptome, die auf einen AIDS-Ausbruch hindeuten:

Treten diese Symptome auf und besteht darüber hinaus der Verdacht, dass man sich infiziert haben könnte, so ist auf jeden Fall ein Arzt aufzusuchen.


Wie wird AIDS diagnostiziert und wie verläuft es?

Die Definition der AIDS-Erkrankung setzt eine nachgewiesene HIV-Infektion, ein Absinken der CD4-Zellen auf weniger als 200/ml Blut und das Auftreten von Symptomen der Kategorie C der CDC-Klassikfikation voraus.

In der Anamnese erfragt der Arzt die Krankheitsgeschichte, zum Nachweis der HIV-Infektion dienen der ELISA- und Western Blot- Test auf Antikörper gegen das HIV-Virus, durch einen Bluttest kann der Arzt die Anzahl der CD4-Zellen im Blut bestimmen.

Seit 2006 ist in EU-Staaten ein Schnelltest zugelassen, den man zuhause in 20 Minuten durchführen kann. Dieser AIDS-Test ist allerdings weniger genau als die vom Arzt durchgeführten Tests.

Zum Nachweis der opportunistischen AIDS-definierenden Infektionen und Tumore kann der Arzt Blut- und Urinuntersuchungen, EKG, EEG, Röntgen, Ultraschall, Computertomografie und Magnetresonanztomografie (MRT) einsetzen.

Der Verlauf der Krankheit ist heutzutage zwar nicht mehr so schlimm, wie noch vor einem Jahrzehnt, aber nichtsdestoweniger immer noch tödlich. Durch das geschwächte Immunsystem des Betroffenen, kann der Organismus sich kaum mehr gegen Krankheiten wehren und ist anfällig für alles. Eine leichte Grippe kann somit bereits tödlich enden. Zwar gibt es inzwischen Medikamente, die diesen Prozess aufhalten können, aber ganz zu stoppen ist er nicht. Darum endet nach stand der heutigen Medizin ein Ausbruch von AIDS in 100% der Fälle tödlich.


Wie behandelt man AIDS?

AIDS wird mit einer Kombination aus mindestens drei verschiedenen antiretroviralen Wirkstoffen behandelt (= HAART = Highly Active Antiretroviral Therapy). Da das HIV-Virus schnell resistente Varianten bildet, werden verschiedene Wirkstoffe eingesetzt.

Heilung ist nicht möglich, Ziel der Behandlung ist eine Erhöhung der Lebenserwartung bei gleichzeitiger Verbesserung der Lebensqualität. Folgende Wirkstoffe stehen zur Verfügung: Nukleosid- und Nukleotidanaloga (NRTI), Nichtnukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NNRTI), HIV-Protease-Inhibitoren und Fusionsinhibitoren. Zu den NRTI gehören AZT (Azidothymidin oder Zidovudin), Abacavir oder DDI (Didanosin).

Diese Medikamente führen zu fehlerhaftem Aufbau der Virus-DNA; da sie aber auch in die Mitochondrien der Körperzellen aufgenommen werden, kommt es zu Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Bauchspeicheldrüsenentzündung oder Nervenschädigungen.

Zu den NNRTI gehören Nevapirin, Delavirdin oder Efavirenz. Diese Medikamente binden die reverse Transkriptase, rufen aber ebenfalls Nebenwirkungen wie Allergien oder Leberschäden hervor.

Beratung und Hilfe für AIDS-Kranke bieten zahlreiche soziale, gemeinnützige, therapeutische oder kirchliche Institutionen und Gruppen an.


Gibt es Hausmittel oder alternative Heilmethoden gegen AIDS?

Bisweilen setzen Betroffene große Hoffnungen auf Nahrungsergänzungsmittel oder Supplemente. Diese sollen dabei helfen, das Immunsystem trotz der Angegriffenheit zu stärken und somit nicht allzu anfällig für Krankheiten zu sein.

Typische Supplemente, die im Rahmen einer solchen Selbstbehandlung zum Einsatz kommen, wären bspw.:

  • Acetylcarnitine: Dieses Mittel wurde bereits erfolgreich dazu verwendet, Diabetikern mit Nervenschmerzen zu helfen. Auch AIDS-Patienten berichten von Entlastung der Nervenbeschwerden nach Einnahme dieses Mittels.
  • Molkenprotein: Dieses Supplement soll angeblich dabei helfen, dass durch AIDS ausgelöste Untergewicht zu bekämpfen. Klinische Studien zu diesem Thema stehen allerdings noch aus.

Kann man gegen AIDS vorbeugen?

Man kann natürlich gegen AIDS vorbeugen. Und vielerorts wird dies auch getan! So ist Aufklärungsunterricht in der Schule eine der besten Möglichkeiten, Kindern und somit späteren Erwachsenen klar zu machen, welche Gefahr es in sich birgt, wenn man ungeschützten Geschlechtsverkehr mit unbekannten Personen hat.

Auch durch die Verwendung von Präservativen kann vorgebeugt werden, wenn gleich diese nicht zu 100% vor einer Ansteckung schützen können.

Auch die bereits erwähnten Drückräume, die in Großstädten Suchtkranken zur Verfügung gestellt werden, verhindern eine Übertragung von HIV Viren sehr häufig und haben merklich zum Rückgang der Ansteckungsquote beigetragen.


Häufig gestellte Fragen

Soll ich meinen Partnern erzählen, dass ich AIDS habe oder HIV-positiv bin?
– Auf jeden Fall! Nicht nur ist Ehrlichkeit in einer Beziehung wichtig, sondern kann in diesem Falle auch Leben retten! Auch bei One-Night-Stands muss man unbedingt erwähnen, wenn man von diesem Virus betroffen ist. Alles andere ist unverantwortlich.

Ich bin schwanger und habe AIDS – Was soll ich tun?
– Sofort zum Arzt gehen. Dieser hilft einem dabei, die richtigen Maßnahmen einzuleiten, sodass das Kind ohne diese unheilbare Immunerkrankung auf die Welt kommen kann. Wer zögert, spielt mit dem Leben seines Nachwuchses!

Hilft ein Kondom immer?
– Definitiv nicht. Es kann unbestreitbar in vielen Fällen helfen, aber es ist kein Garant dafür, sich nicht mit HIV zu infizieren. Darum lieber vorher direkt beim Sexualpartner gezielt nachfragen. Auch die Unsitte zwei Kondome übereinander zu ziehen ist vollkommener Unsinn. Durch die zusätzliche Friktion wird der Schutz der Kondome meist gänzlich aufgehoben, da es zu Haarrissen kommt.

Gibt es gar nichts, was man tun kann?
– Doch gibt es. Aber leider gibt es nichts, dass die Krankheit vollkommen ausmerzt. Dennoch kann das Fortschreiten der Krankheit merklich entschleunigt werden. Das erhöht die Lebensqualität von Betroffenen in aller Regel sehr. Nichtsdestoweniger endet AIDS immer im Tod des Betroffenen. Ob das so bleibt, wird jedoch die Zukunft zeigen. Es werden ständig neue Entdeckungen gemacht, die gegen HIV und AIDS helfen.

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