HIV

HIV

HIVHIV steht für Humanes Immundefizienz-Virus. Unter HIV versteht man eine Infektion mit dem HIV-Virus. Die Ansteckung erfolgt durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Personen. HIV ist eine Pandemie: Weltweit sind gegenwärtig 35 Millionen Menschen infiziert. Das HIV-Virus ist ein Retrovirus, d.h. es besteht aus Ribonukleinsäure (RNA) und einer Proteinhülle. Um menschliche Zellen zu infizieren, braucht das HIV-Virus ein Enzym namens Reverse Transkriptase, welches beim Menschen nicht vorkommt. Wird es im Blut eines Menschen nachgewiesen, gilt dieser als HIV-positiv. Anti-HIV-Medikamente wirken meist gegen die Reverse Transkriptase, eine Heilung ist derzeit aber noch nicht möglich. Man kann HIV positiv sein, ohne AIDS zu haben.

Steckbrief: HIV

  • Namen: HIV; Humane Immundefizienz-Virus; Menschliches Immundefekt-Virus; Menschliches Immunschwäche-Virus
  • Art der Krankheit: Virusinfektion
  • Verbreitung: Pandemie (weltweite Ausbreitung)
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 1983 durch Luc Montagnier
  • Behandelbar: Ja; aber nicht heilbar
  • Art des Auslösers: Retrovirus
  • Wieviele Erkrankte: ca. 35 Millionen Menschen
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Immunologe; HIV-Spezialist
  • ICD-10 Codes: B20-B24

Was ist HIV?

HIV ist die Abkürzung für Humanes Immundefizienz-Virus und bezeichnet sowohl das Virus als auch die Infektion, die es verursacht. Der Name offenbart bereits, dass es sich hier um ein Virus handelt, das das Immunsystem einer Person angreift und schwächt.

Das HI-Virus nistet sich in CD4-tragende Immunzellen ein, zu denen unter anderem T-Zellen (T-Lymphozyten) gehören. Diese sind im Wesentlichen für den Schutz gegen eindringende Bakterien und Viren verantwortlich. Jedes Mal, wenn Krankheitserreger in den Körper eindringen, merken sich diese Zellen verschiedene Merkmale des Erregers und leiten die gesammelten Informationen weiter. Das HI-Virus macht sich diese Eigenschaft zunutze. Denn anstelle von Informationen kopieren und verbreiten infizierte Immunzellen das Virus (mittels reverser Transkriptase). Die Kopien wiederum besetzen andere Zellen. Durch diese permanente Reproduktion kann sich das HI-Virus dauerhaft im menschlichen Körper halten und wird nicht wie andere Viren vom Körper abgestoßen. Wer also einmal mit HIV infiziert ist, bleibt es auch. Im Verlauf der Krankheit dezimiert sich schließlich die Zahl der funktionstüchtigen Immunzellen und der Körper ist nicht mehr in der Lage, Krankheiten abzuwehren.

HIV lässt sich in zwei verschiedene Typen unterteilen:

  • HIV-I: Seinen Ursprung hat HIV-1 in einer Viruserkrankung von Schimpansen. Bei etwa 90 % der Diagnosen liegt dieser Typ vor.
  • HIV-II: Dieser Virus entwickelte sich zunächst beim Mangaben, bevor er auf den Menschen übersprang. Bisher wurde dieser Typ überwiegend in Westafrika diagnostiziert. Er tritt seltener auf als HIV-I, ist weniger leicht übertragbar, verläuft deutlich milder und führt erst im sehr späten Krankheitsverlauf zu AIDS. Dafür ist er im fortgeschrittenen Stadium merklich infektiöser als HIV-I.

Unterschied zwischen HIV und AIDS

Die Begriffe HIV und AIDS werden häufig synonym verwendet. Es handelt sich hier bei allerdings nicht um ein und dieselbe Erkrankung. HIV stellt die reine Virusinfektion dar. AIDS (erworbenes Immundefektsyndrom) wiederum ist eine Folge des Infekts. Da die körpereigenen Immunzellen mit der Produktion des HI-Virus beschäftigt und funktionsgestört sind, haben eintretende Bakterien und Viren leichtes Spiel. Infizierte können auch leichte Erkrankungen nicht mehr abwehren oder bekommen Krankheiten und Krebsarten, die nur sehr selten bei gesunden Menschen auftreten. Von AIDS spricht man letztlich dann, wenn die nur noch sehr wenig CD4-tragende Immunzellen aktiv sind und der Körper bereits von schweren Erkrankungen befallen ist.

Welche Ursachen führen zu HIV?

Die Ansteckung mit dem HI-Virus erfolgt in aller Regel durch Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten. Hierzu gehören vor allem:

  • Blut
  • Sperma
  • Vaginalsekret
  • Muttermilch
  • Liquor (Hirnwasser)

Urin, Tränenflüssigkeit, Kot und Schweiß gehören nicht zu den infektionstragenden Flüssigkeiten. Auch von Speichel geht keine relevante Gefahr aus, da er nur eine minimale Konzentration an HI-Viren aufweist. Die Menge an Speichel, die zum Beispiel beim Küssen oder dem gemeinsamen Benutzen einer Trinkflasche übertragen wird, reicht praktisch nicht für eine Ansteckung aus.

Der häufigste Übertragungsweg für HIV ist ungeschützter Geschlechtsverkehr, unabhängig davon, ob es sich dabei um Anal-, Oral- oder Vaginalverkehr handelt. Sperma oder Vaginalsekret kann hierbei in winzige blutende Wunden und Risse in Haut oder Schleimhaut eindringen. Gleiches gilt für das gemeinsame Benutzen von Sexspielzeugen oder kontaminiertem Spritzbesteck. Ebenso kann beim Piercen oder Tätowieren eine nicht sterile Nadel zur Infektion führen. Lange galten auch Bluttransfusionen als Übertragungsweg für HIV. In den meisten westlichen Ländern wird jedoch inzwischen jede Blutspende vor ihrer Verwendung auf das Virus getestet. In Deutschland ist eine Ansteckung auf diesem Weg realiter ausgeschlossen. Andernorts, beispielsweise in Entwicklungsländern, besteht indessen weiterhin die Gefahr, dass medizinische Geräte nicht genügend steril sind oder Spenderblut verunreinigt ist.

Frauen, die mit HIV infiziert sind, können das Virus während einer Schwangerschaft an den Embryo weitergeben. Da jedoch die Blutkreisläufe von Mutter und Fötus während der gesamten Ges­ta­ti­on getrennt bleiben, beträgt das Ansteckungsrisiko lediglich ca. 5 %, wenn die Infizierte keine HIV-Behandlung erhält. Mit entsprechender Therapie sinkt das Risiko nochmals eklatant. Die höchste Übertragungsgefahr besteht während der Geburt und beim Stillen (zwischen 15 und 20 %), die jedoch durch Kaiserschnitt und Ernährung des Säuglings mit Ersatzmilch gemindert werden kann.

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie diesen Artikel
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (121 Stimmen, Durchschnitt: 4,59 von 5)
Loading...

 Rechtliche Hinweise