Schweinebandwurm

Schweinebandwurm bandwurm

Was ist ein Schweinebandwurm?

Der Schweinebandwurm oder „Taenia Solium“ ist ein parasitär lebender Wurm, der Schweine als Zwischenwirt nutzt und schließlich auf den Menschen übergeht.

Bekommen kann man ihn relativ leicht, allerdings nicht (mehr) in unseren Breiten. Zwar ist er in Europa nicht etwa ausgestorben oder ausgerottet worden, aber durch die engmaschigen Kontrollgesetze zum Thema Fleisch kommen kaum mehr durch Bandwürmer belastete Metzgereiprodukte in den Handel. Das sieht in anderen Teilen der Welt anders aus.

Worum es sich beim Schweinebandwurm genau handelt, wie er sich verbreitet, welche Krankheiten und Beschwerden er ausläsen kann und alle weiteren, wichtigen Informationen, finden Sie nachfolgend.

Risiko bei der Schlacht

Vorallem in Ländern mit Subsistenzwirtschaft sind Bandwürmer aller arten, also auch der Schweinebandwurm, noch immer ein ernstzunehmendes Problem. Wird das Schlachtvieh, in diesem Falle das Schwein, nach dem Schlachten nicht gründlich und mit Sachverstand untersucht, so erhöht sich die Chance stark, dass es belastetes Tier in den Verkauf gerät. Das könnte aufgrund der schnellen Verbreitung dieses Parasiten fatal werden.

Deswegen ist es selbst privaten Schweinezüchtern in den meisten EU-Ländern nicht gestattet ein Schwein zu schlachten, ohne den Amtstierarzt oder einen anderen Sachverständigen zu bestellen, der eine Fleischbeschau durchführt. Alles andere borgt ein zu großes Risiko.

Nämlich selbst bei besten Haltungsbedingungen ist es nicht auszuschließen, dass ein Schweinebandwurm sich in einer Sau oder einem Keiler als Zwischenwirt parasitär einnistet.

Schweinegrippe H1N1 Schweinbandwurm

Der Schweinbandwurm kann sich äußerst schnell verbreiten

Interessanterweise können auch andere Säugetiere wie Kühe, Rinder, Schafe mit dem Schweinebandwurm infiziert werden, dies aber nur unter geregelten Bedingungen. Denn ein Schweinebandwurm ist speziell auf Omnivoren, also Allesfresser, wie bspw.

Schwein und Mensch, eingestellt und sollte im Darm eines reinen Pflanzenfressers nicht genügend Nährstoffe finden, um überleben zu können. Diese Irregularität wird zukünftig sicherlich noch weiter erforscht werden.

Vom Aussehen her gleicht der Schweinebandwurm anderen Bandwürmern. Er ist flach bis platt, weißlicher Farbe und kann in extremeren Fällen Längen von mehreren Metern erreichen. Allerdings nur in seinem Endwirt – dem Menschen.

Dem Schwein als Zwischenwirt bleibt ein solches Schicksal meist erspart. Nichtsdestoweniger ist eine Infektion für den Zwischenwirt meist fataler als für den Endwirt, besonders bei Bandwürmern.


Vorkommen & Verbreitung

Wo findet man Schweinebandwürmer und wie leben sie?

Wie bereits erwähnt findet man Schweinebandwürmer oder Taenia Solium weltweit. Meistverbreitet aber sind sie in Gegenden mit mangelnder Hygiene bei der Viehhaltung und Schlachtung. Auch traditionelle Gemeinschaften mit Schweinezucht, denen die technischen Mittel fehlen, um Bandwürmer entdecken zu können, sind oftmals mehr betroffen als Europäer, Nordamerikaner oder Ostasiaten.

Die Temperatur, in der die Schweine gehalten werden beeinflussen die Verbreitung und Vermehrung des Schweinebandwurmes nur gering. Dennoch gilt auch hier die Faustregel: Je wärmer desto mehr. Das heißt, dass warme Klimata bessere Chancen auf Fortpflanzung bieten, als ältere Klimazonen. Z.B. ist es möglich Bandwurmfinnen durch 24stündige Kühlung nahezu komplett abzutöten.

Stichwort Bandwurmfinnen: Mittel dieser pflanzt der Bandwurm, also auch der Schweinebandwurm sich fort und wechselt den Wirt. Die Finnen muss man sich als kleine Häkchen vorstellen, in denen das Potential steckt, einen Bandwurm wachsen zu lassen.

Sie werden bei Überproduktion mit dem Kot des Zwischenwirtes oder Hauptwirtes ausgesondert und können so aufgenommen werden oder er Endwirt konsumiert sie unfreiwilligerweise mit seinem damit verunreinigten Schweinefleisch. (Auch Wildschweine können vom Schweinebandwurm infiziert sein).


Übertragung & Wirt

Hat der Endwirt, also der Mensch, nun ausversehen eine Bandwurmfinne eingenommen, so gelangt sie zunächst mit der restlichen Nahrung in den Magen, von dort aus weiter in den Darm, wo sie sich in die Seitenwand desselben einhängt und dort bleibt. Sie führt fortan ein parasitäres Dasein und ernährt sich von dem, was durch den Darm ihres Wirtes kommt.

Dadurch wächst aus der Finne ein neuer Bandwurm, der oftmals immense Proportionen annehmen kann. Mehrere Meter sind da oft nicht viel. Aber man sollte sich nicht allzu viele Sorgen machen, denn ein Bandwurm kann heutzutage leicht entfernt werden. Nichtsdestotrotz ist es unangenehm zu wissen, dass man der Wirt für einen Parasiten ist, insbesondere wenn nämlicher Parasit solche Ausmaße annehmen kann, wie ein Schweinebandwurm.

Vielen Leuten ist es auch peinlich mit einem Bandwurm zum Arzt zu Gehen und versuchen ihn deshalb mit Hausmitteln zu vertreiben – das ist in der Regel eine schlechte Idee, weil der Parasit zu fest im Darm verankert ist und man bestenfalls Teile von ihm entfernen kann. – Darum lieber gleich zum Arzt!


Krankheiten & Beschwerden

Welche Krankheiten und Beschwerden kann ein Schweinebandwurm verursachen?

Verwundernswerterweise ist ein Bandwurm, so also auch ein Schweinebandwurm, in der Regel nichts, dass einem als etwas Negatives auffällt. Meistens bemerkt man ihn kaum und er kann über Jahre hinweg versteckt im Darm des Endwirtes seinem parasitären Treiben nachgehen.

Ein Schweinebandwurm nimmt immer nur so viele Nährstoffe auf, wie er braucht. Er ist nicht gierig und schadet seinem Wirt damit nicht wirklich. Noch vor hundert Jahren galten Bandwurmfinnen sogar als Wundermittel bei Diäten, weil sie raschen Gewichtsverlust mithilfe eines Bandwurmes versprachen. Das ist aus moderner schulmedizinischer Sicht natürlich Unfug und kein Ernährungswissenschaftler oder Diätologe wird einem dazu raten.

Denn, obwohl der Bandwurm ein an sich verträglicher Parasit ist, kommt es bisweilen vor, dass man ihn doch bemerkt und das kann im Zweifel sehr gefährlich werden.

Pseudomonas

Meist verursacht der Wurm keine Beschwerden, manchmal kann er aber tödlich enden

Wird ein Mensch beispielsweise ausversehen zu einem Zwischen- und nicht zu einem Endwirt, kann das ggf. tödlich enden. Denn kurz bevor der Bandwurm seinen Zwischenwirt verlässt, verteilt er seine Finnen in dessen ganzem Körper. Das heißt, dass der unfreiwillige Zwischenwirt plötzlich eine Unzahl von Bandwurmfinnen und Bandwurmeiern in allen lebenswichtigen Organen hat.

Besonders in der Lunge und am Gehirn können diese gefährlich werden – und es kommt beinahe immer zu starken Problemen mit der Atmung des Betroffenen oder gar zu Hirnhautentzündungen. Beides kann im Zweifel tödlich enden, da Bandwurmfinnen oft nicht als Ursache für Lungenprobleme oder Hirnhautentzündungen vermutet werden und dadurch eine Fehldiagnose relativ wahrscheinlich wird.

Bei relativ geringen Belastungen mit Finnen kann es dennoch zu neuronalen Belastungen kommen und der unfreiwillige Zwischenwirt könnte feinmotorische und / oder Sprachprobleme entwickeln, die teilweise bleibend sind, wenn nicht rechtzeitig interveniert wird.


Entfernen & Behandeln

Um einen Bandwurm medizinisch korrekt zu entfernen gibt es zwei Ansätze:

  • Den medikamentösen
  • Den operativen

Wobei heutzutage beinahe ausschließlich vom medikamentösen Ansatz Gebrauch gemacht wird. Dazu verschreibt der behandelnde Arzt entweder Mebendazol oder Praziquantel. Beides sind Medikamente, die den Bandwurm schonend abtöten und aus dem Darm lösen. Daraufhin wird er mit dem Stuhlgang ausgeschieden. Dies kann komplett oder in Teilen geschehen. Besonders bei extrem langen Bandwürmern muss bisweilen unter ärztlicher Aufsicht defäkiert werden, um medizinischen Problemen oder Darmverschlingungen vorzubeugen.

Der operative Ansatz ist vollends veraltet und eine Praxis aus der Vergangenheit. Beim sog. „Bandwurmziehen“ wurde selbiger von einem Arzt aus dem Anus des Patienten gezogen. Dabei riss der Bandwurm oft ab, was das Problem nur noch verschlimmerte.

Heutige Behandlungsmethoden dagegen sind sehr zuverlässig und effektiv.

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