Babyflasche

Nach der Entbindung Gehen fast alle Menschen davon aus, dass eine Mutter ihr Neugeborenes selbstverständlich stillt. Doch das Füttern an der Brust funktioniert nicht immer wie gewünscht. Wenn ein Baby nicht gestillt wird, müssen die Eltern auf Babyflaschen zurück greifen. Davon gibt es in Drogeriemärkten eine unfassbare Auswahl – ebenso wie auch vom zugehörigen Milchpulver. Doch welche sind anatomisch am besten geeignet und kommen der mütterlichen Brust am nächsten? Und was gibt es bei der Reinigung zu beachten?

 


 

Was ist eine Babyflasche?

Eine Babyflasche dient der Ernährung eines Babys. Sobald es auf der Welt ist hat es einen natürlichen Saugreflex. Fehlt dieser, spricht man von einer so genannte Trinkschwäche, die sich dadurch äußert, dass das Neugeborene kaum Milch zu sich nimmt. Eine Trinkschwäche und die Ablehnung der Babyflasche und/oder der Brust muss immer sorgfältig beobachtet werden.

Ist das Trinken für das Baby allerdings kein Problem, so wird es von Beginn an auch gerne und unkompliziert die Flasche akzeptieren. Es gibt auch Trinkflaschen, die für Kleinkinder – also Kinder ab einem Jahr – geeignet sind. die Sauger sind dann entsprechend an den größeren Kiefer angepasst. Ob das Trinken aus einer Flasche für Kleinkinder aber wirklich zu empfehlen ist, ist umstritten. Grundsätzlich wird empfohlen, ab dem Alter von 12 Monaten auf Becher umzusteigen.

Entsprechende Hinweise drucken die Hersteller von Babyflaschen auch auf ihren Produkten auf: Es wird dort ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das dauerhafte Nuckeln zu Karies führen kann. Das so genannte Nursing-Bottle-Syndrom (Nuckelflaschenkaries) entsteht dann, wenn ein Baby oder Kleinkind permanent an der Flasche nuckelt ohne dabei wirklich etwas zu trinken. Die Verwendung einer Babyflasche sollte also niemals der Beruhigung oder Beschäftigung dienen, sondern ausschließlich der Nahrungsaufnahme.

So wird eine Babyflasche richtig zubereitet

Ist ein Modell oder mehrere Auswahlmodelle gefunden, geht es darum, wie die Flasche richtig verwendet und zubereitet wird. Die Basis hierfür sind zwei Komponenten: Die Babyflasche und das Milchpulver. Grundsätzlich unterscheiden die Hersteller nicht in der Zubereitung und es gibt allgemein gültige Richtlinien:

  • Vor der ersten Verwendung muss eine Babyflasche gründlich ausgewaschen und ausgekocht werden,
  • Die Zubereitung der Milch muss immer nach den angaben des Herstellers erfolgen,
  • Mindestens bis zum ende des 6. Lebensmonats muss abgekochtes Wasser zur Zubereitung verwendet werden,
  • Nach jeder Benutzung muss die Babyflasche ausgewaschen und ausgekocht werden- Das gilt auch und vor allem für die Sauger,
  • die Sauger sollten außerdem regelmäßig ausgetauscht werden

Wer sich unsicher ist, kann vor der Geburt bereits „üben“. Zwar ist der Aufwand beim Stillen wesentlich geringer, aber auch für die Verwendung von Babyflaschen gibt es viele Hilfsmittel. Schon nach kurzer Eingewöhnung haben die meisten Eltern den Dreh raus und das Füttern funktioniert auch mit Babyflasche wie von selbst. Nachlässig sollte man trotzdem nicht werden: Die zubereitete Milch in der Flasche ist ein idealer Nistboden für Bakterien. Die Reinigung und das Auskochen muss daher gewissenhaft und sorgfältig erfolgen.


 

Formen, Arten & Typen von Babyflaschen

Wer erst einmal im Drogeriemarkt vor dem riesigen regal mit Babyflaschen steht, kennt das Problem der Überforderung: Welche ist am besten? Welche akzeptiert mein Baby? Gibt es wirklich Unterschiede in der Qualität?

Zunächst unterscheidet man zwischen der Beschaffenheit der Flasche selbst: Es gibt Modelle aus Glas und Modelle aus Plastik. Kunststoff hat den Vorteil, dass er wesentlich leichter ist als Glas. Das Handling kann also etwas besser funktionieren. Fällt eine Babyflasche mal herunter (was nachts im Dunkeln und dank Schlafmangel sicherlich passieren wird) ist sie bruchsicher. Glas allerdings ist weniger anfällig für die Ablagerung von Bakterien, denn im Glas bilden sich keine Risse. Ist das Glas porös, muss es sofort ausgetauscht werden, allerdings sieht man das auch sofort, wenn es regelmäßig kontrolliert wird.

Gereinigt werden müssen die Flaschen auf identische Weise: Beide müssen ausgekocht werden und sind für die hohen Temperaturen auch geeignet. Oft ist es eine Frage des Geschmacks, ob Eltern sich für Glas- oder Kunststoffflaschen entscheiden.

Zusätzlich können die Sauger individuell bestimmt werden: Es gibt welche aus Latex und andere aus Silikon. Außerdem gibt es zahlreiche Formen des Sauger: Kirschförmige Varianten Erinnern das Baby am ehesten an die Brust der Mutter. Wurde ein Baby allerdings nie zuvor gestillt, wird es die gängigen Formen sicher akzeptieren.

Wer sich für die Ankunft des Neugeborenen ausstatten möchte, kann eine kleine Auswahl an Saugern auf Vorrat kaufen. Allerdings ist meist der nächste Drogeriemarkt nicht weit weg und innerhalb weniger Stunden ist meist Ersatz gekauft. Außerdem zeigt sich oft schon in der Entbindungsklinik, welche Sauger und welche Milch das Baby bevorzugt. Und wie so häufig entscheidet eben die Vorliebe des Babys darüber, was die Eltern in Zukunft kaufen werden.


 

Aufbau, Funktion & Wirkungsweise des Babyflasche

Die Babyflasche besteht immer aus der Flasche selbst und dem zugehörigen Sauger. Der Sauger wird immer von einem separaten Ring umrandet und kann ausgetauscht werden. Bei der Reinigung sollten Sauger und Umrandung immer voneinander gelöst werden.

Das Fassungsvermögen einer Flasche muss gerade zu Beginn nicht enorm sein. 200 oder gar 300 ml wird ein Baby sicherlich nicht pro Mahlzeit zu sich nehmen. Je handlicher und kleiner die Flasche, desto einfacher wird das Füttern für die Eltern.


 

Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen der Babyflasche

Wenn eine Mutter nicht Stillen kann, ist die Babyflasche die einzige Möglichkeit für einen Säugling Nahrung aufzunehmen. Da die Gewichtszunahme in den ersten Lebenswoche wichtig ist, sollte die Auswahl mit Bedacht getroffen werden.

Manche Mütter möchten aber auch nicht stillen. Wer beispielsweise schon wenige Tage oder Wochen nach der Entbindung wieder arbeiten gehen möchte oder muss, wird keine Möglichkeit haben, alle paar Stunden zu stillen. Wird das Baby fremd betreut, muss es mit der Flasche gefüttert werden. Das bedeutet allerdings noch lange nicht, dass es auch Milchpulver zu sich nehmen muss, denn auch das Abpumpen der Muttermilch und anschließende Füttern mit der Babyflasche ist eine oft genutzte Möglichkeit. Die Babyflasche kann also zahlreiche Bedürfnisse erfüllen und wird eingesetzt:

  • zum Zufüttern, wenn die Muttermilch nicht ganz satt macht,
  • zur ausschließlichen Nahrungsaufnahme,
  • zum Füttern von Muttermilch, die abgepumpt wurde,
  • ab dem Alter der Beikosteinführung auch zum Trinken von Wasser oder Tee (vom Trinken von Säften wird grundsätzlich abgeraten)

Zum Trinken ist eine Babyflasche prinzipiell also geeignet – Allerdings ist das Trinken in den ersten Lebensmonaten vor allem auch die Aufnahme von Nahrung. Zum Durstlöschen sollte eine Babyflasche mit einem Sauger für Neugeborene nicht mehr verwendet werden. Denn das Saugen muss ein Kleinkind sind langsam abgewöhnen. Dieser Reflex lässt langsam wie von selbst nach und wird stattdessen beispielsweise beim Nuckeln am Daumen oder bei der Verwendung des Schnullers befriedigt. Auch dieser sollte anfangs, wie auch Flaschen und Sauger, ausgekocht werden. Für den Übergang gibt es außerdem Trinkflaschen für größere Kinder, die das Erlernen erleichtern und kein Saugen erfordern. Das ist gerade dann empfehlenswert, wenn das Trinken aus dem Becher noch noch wie erhofft funktioniert und das Kleinkind eher frustriert.

Fragen & Antworten zu Babyflaschen

 

Wie lange sollte und darf ein Baby aus einer Babyflasche trinken?

Solange ein Baby aus Milchpulver in Form von Pre-Nahrung trinkt, sollte hierfür auch die geeignete Babyflasche verwendet werden. Auch für Wasser und Tee ist eine Babyflasche später gut geeignet. Nach und nach (ab dem 6. Lebensmonat) sollte aber auf Trinklernbecher umgestellt werden, ab dem 12. Lebensmonat ist es aus medizinischer Sicht sogar nicht mehr empfohlen, das Baby von einem Sauger trinken zu lassen. Auf diesem wird dann häufig herum gekauft, er wird als Schnullerersatz eingesetzt und schadet den Zähnen. Kindgerechte Becher sind mit Beginn des 2. Lebensjahres unumgänglich. Das allerdings ist überwiegend auch der Zeitraum, zu welchem das Kleinkind keine Babymilch mehr trinkt, sondern langsam auf Kuhmilch umsteigt und auch einen deutlich reduzierter Milchbedarf pro Tag hat. Getrunken werden sollte dann hauptsächlich Wasser und ungesüßter Tee.

Wie funktioniert das Reinigen und Auskochen der Flaschen?

Restliche Milch muss zunächst ausgekippt werden. Anschließend wird die Flasche gereinigt. Es gibt Hersteller, die passendes Reinigungsmittel und spezielle Bürsten hierfür anbieten, damit keinerlei Milchrest in der Flasche verbleibt. Danach erfolgt das Auskochen bzw. Sterilisieren. Das können Eltern beispielsweise einfach in einem Kochtopf machen: Das Wasser muss so lange erhitzt werden bis es auch wirklich kocht und die Flaschen und Sauger (und auch die verwendeten Schnuller!) werden einigen Minuten in das kochende Wasser gelegt. Doch hierbei ist Vorsicht geboten: Die Utensilien sind sehr heiß und es besteht Verbrühungsgefahr. Der Aufwand ist außerdem relativ hoch. Einfacher geht es mit der automatischen Dampfsterilisation. Eigens hierfür entwickelte Geräte werden mit den sauberen Flaschen und Saugern befüllt und sterilisieren diese dann mittels Dampferzeugung. Der Prozess dauert selten länger als 15 Minuten und die anschließende Entnahme und Trocknung ist einfach.

Wie viele Babyflaschen benötigt man für ein Neugeborenes?

Frisch gebackenen Eltern kann es aufgrund der neuen Lebenssituation schon einmal passieren, dass ihnen alles über den Kopf zu wachsen scheint. Das ist völlig normal. man sollte es sich also so komfortabel wie möglich gestalten: Damit es nicht plötzlich zu einem Flaschenmangel kommt, wenn für die Reinigung und das auskochen keine Zeit war, sollten genügend Flaschen vorhanden sein. Wer sein Baby ausschließlich mit der Flasche ernährt, wird mit 3 Babyflaschen nicht auskommen. Gerade in den ersten Lebenstagen trinken viele Neugeborene stündlich, wenigstens aber alle 3 Stunden. Und für jede Fütterung muss eine frisch (also gereinigte und sterile) Flasche verwendet werden – Es können sollten also durchaus 5 bis 7 Flaschen vorhanden sein. Anders sieht es natürlich aus, wenn eine Mutter grundsätzlich stillt und nur zur Sicherheit eine oder zwei Babyflaschen im Haus haben möchte. Dann muss ein so großer Vorrat nicht gekauft werden.

Wo sollten Babyflaschen aufbewahrt werden?

Damit es gar nicht erst zu einer Bakterien- und Keimbildung kommt, müssen Milchreste in der Flasche gleich ausgekippt und die Flasche ausgespült werden. Wer bei großer Hitze in der Babyflasche die Milch über Stunden stehen lässt, riskiert, dass das Baby unter Umständen schwere MagenDarmInfektionen erleidet. Sobald die Flaschen gereinigt und ausgekocht sind, sollten die verstaut werden. Keinesfalls sollten die Flaschen in der Küche ungeschützt stehen bleiben, wo vielleicht auch Fliegen aufgrund von Essensresten zu finden sind. Im besten Fall werden die Flasche bis zu ihrem nächsten Gebrauch in einen sauberen Schrank gestellt und die Sauger immer mit dem Flaschendeckel zusätzlich bedeckt.

Unser Fazit zu Babyflaschen

Manche Frauen kommen nie mit ihnen in Kontakt: Sie stillen lang voll und wechseln von der Brust anschließend nahtlos zu Bechern. Für andere Eltern hingegen sind Babyflaschen von Beginn an ein ständiger Begleiter.

Wer Babyflaschen verwendet, muss gewissenhaft und sorgfältig sein. Eventuell ist es nötig, dass erst mit der Zeit ein Sauger gefunden wird, den das Baby akzeptiert und auch bei der Milchnahrung kann es in den ersten Wochen noch einmal zu einem Produktwechsel kommen. Doch wer das Handling einmal gewohnt ist, wird mit der Babyflasche keine Probleme haben. Gerade wer in den ersten Tagen nach der Geburt noch unsicher ist, kann Hilfe bei der betreuenden Hebamme finden, die oft viele Tipps und Kniffe zum Füttern mit der Flasche kennt.

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