Lesebrille

Im Laufe eines Lebens kommt bei nahezu allen Menschen irgendwann der Moment, wenn die Sehkraft des Auges nachlässt. Ignoriert man diesen Umstand, kann bereits das einfache Lesen zu unerklärlichen Kopfschmerzen führen.

Damit es bei Ihnen nicht so weit kommt, erfahren Sie hier, was Lesebrillen eigentlich sind, wie sie aufgebaut sind und wie sie funktionieren. Zudem enthält der Artikel nützliche Informationen zu den Unterschieden zwischen Lesebrillen und Computerbrillen und zum medizinischen und gesundheitlichen Nutzen dieser Form der Sehhilfe.


Was ist eine Lesebrille?

 

Lesebrille und Altersweitsichtigkeit

Unter einer Lesebrille versteht man einen optischen Apparat, mit dem man eine Fehlsichtigkeit (Ametropie) des Auges, in diesem Fall eine Weitsichtigkeit (Presbyopie), ausgleichen kann.

Normalsichtige Menschenbrauchen meist im Alter von 35 bis 45 Jahren zum ersten Mal eine Lesebrille, um einen Text im Abstand von ca. 30 bis 40 Zentimetern gut lesen zu können. Die Lesebrillen unterscheiden sich dabei nicht nur in Bezug auf ihr Aussehen, sondern auch in Bezug auf ihre Stärke, welche in Dioptrien angegeben wird.

Wichtige zusätzliche Eigenschaften einer Lesebrille

Zusätzlich zu den ausgleichenden Funktionen in Bezug auf die Sehkraft der Augen, besitzt die optimale Lesebrille noch weitere wichtige Eigenschaften.

  • Guter Sitz, welcher ein häufiges Verrutschen effektiv verhindert
  • Stabilität

Lesebrille ALS modisches Accessoire

Im Gegensatz zu früher spielt heutzutage auch das Modebewusstsein der betroffenen Person eine ausschlaggebende Rolle. Eine Lesebrille gilt nicht mehr nur als notwendiges Übel, um beispielweise Texte scharf sehen zu können, sondern gewinnt auch zunehmend als modisches Accessoire an Bedeutung. Als solches soll sie den Charakter des Besitzers positiv hervorheben.

Unterschiede zwischen Lesebrille und Computerbrille

Herkömmliche Lesebrillen bzw. der Nahbereich von Gleitsichtbrillen sind am besten für die Korrektur des normalen Leseabstands, also den Sichtbereichs von ungefähr 30 bis 40 Zentimetern vor den Augen einer Person geeignet. Der Abstand zum Bildschirm beträgt in der Regel jedoch etwas mehr. Zusätzlich wechselt der Blick bei Arbeiten vor dem Bildschirm zwischen Tastatur, Computermonitor und Arbeitsunterlagen oder Kollegen. Dies führt bei gewöhnlichen Lesebrillen zur Ermüdung der Augen und nachlassender Konzentration.

Im Gegensatz dazu verfügen Computerbrillen, auch Bildschirmarbeitsplatzbrillen genannt, über spezielle Gleitsichtgläser. Bei dieser Brillenart sind genau wie beim Gleitsichtglas verschiedene Korrekturzonen angeordnet, wobei diese jedoch an die Arbeit am Bildschirm angepasst sind. Hier enden allerdings schon die Gemeinsamkeiten, denn der obere Fernbereich einer Computerbrille reicht nur einige Meter weit, mit anderen Worten: bis zum nächsten Kollegen. Der mittlere Bereich deckt dagegen den Bereich bis zum Monitor ab und der untere den Bereich zum Schreibtisch und der Tastatur.

Eine Computerbrille verfügt über drei Korrekturzonen:

  • 1. Sichtbereich: Kollegen
  • 2. Sichtbereich: Bildschirm
  • 3. Sichtbereich: Schreibtisch und Tastatur

Anzeichen dafür, dass man eine Computerbrille benötigt, sind u.a. folgende:

  • Person verbringt täglich mehr als drei Stunden vor dem Rechner
  • Beschwerden wie trockene und/oder gerötete Augen und Kopfschmerzen
  • Augen ermüden bei der Bildschirmarbeit sehr schnell und werden und lichtempfindlich
  • Person beugt sich häufig zur Verringerung des Abstands zum Bildschirm nach vorne

Eine Computerbrille ist also dann erforderlich, wenn eine Person mit Sehschwäche täglich viel Zeit am Computer verbringt, da in der Regel weder Lesebrillen noch Gleitsichtbrillen oder Kontaktlinsen hier zufriedenstellende Dienste leisten können. Dies hängt mit den bereits verschiedenen Sehbereichen zusammen, die bei der Bildschirmarbeit abgedeckt werden müssen.

Leiden Sie selbst unter einem oder mehreren der oben genannten Symptome, lohnt sich auf jeden Fall der Gang zum Augenoptiker, für eine ausführliche Beratung.

Die eigene Computerbrille kauft man am besten beim Augenoptiker, da dieser die Brille genauestens an die Augen der jeweiligen Person anpassen kann. Hierfür misst man am besten bereits im Vorfeld die jeweiligen Entfernungen aus, in denen eine deutliche Sicht ermöglicht werden soll. Dazu gehören die Abstände zum Monitor sowie zur Tastatur und zur Schreibtischunterlage.


Formen, Arten & Typen

Lesebrillen gehören zu den sogenannten Einstärkenbrillen, die, im Gegensatz zu den Mehrstärkenbrillen, nur für an einen Sichtbereich, in diesem Fall den Nahbereich von bis zu 30 Zentimetern, optimal angepasst sind. Daraus geht hervor, dass Lesebrillen tatsächlich nur zum Lesen geeignet sind. (Auf keinen Fall sollte man sie beispielweise zum Autofahren verwenden!)

Unterschiede zwischen Einstärkenbrillen und Mehrstärkenbrillen

 

  • Einstärkenbrillen korrigieren eine Fehlsichtigkeit, Mehrstärkenbrillen korrigieren zwei oder sogar mehrere verschiedene Fehlsichtigkeiten.
  • Mehrstärkenbrillen, wie z.B. die Gleitsichtbrille, sind für Personen mit Altersweitsichtigkeit (Presbyopie) geeignet, die zusätzlich noch unter einer Kurzsichtigkeit (Myopie) leiden.

Je nachdem, ob eine Person nur unter einer Altersweitsichtigkeit (Presbyopie) oder noch zusätzlich einer Kurzsichtigkeit (Myopie) leidet, empfiehlt sich die Anschaffung einer reinen Lesebrille oder beispielweise einer Gleitsichtbrille.

Verschiedene Gestell-Typen

 

  • Halbbrille
  • Vollbrille

Bei der Halbbrille ist die obere Brillenhälfte im Grunde abgeschnitten, sodass bei diesem Brillenmodell der Blick geradeaus nicht verzerrt wird. Dadurch kann dieses Modell dauerhaftgetragen werden. Die Vollbrille wird dagegen meist nach dem Lesen abgesetzt. Bei den Brillen, die häufig verlegt oder verloren werden, handelt es sich in vielen Fällen um Vollbrillen. Aus diesem Grund werden diese Brillen häufig an einem Brillenband getragen. Oftmals stecken sich Personen ihre Vollbrillen auch ins Haar. Das sieht zwar gut aus, kann allerdings die Lebensdauer der Lesebrille erheblich verkürzen, da die Brillengläser vorzeitig verkratzen können.

Verschiedene Randtypen bei Lesebrillen

 

  • Randlose Brillen
  • Halbrandbrillen
  • Vollrandbrillen

Je nach Geschmack gibt es Lesebrillen in verschiedenen Ausführungen – nicht nur in Bezug auf die Farbe, sondern ebenso in Bezug auf die Form, das Design und den Rand. Hier spielt neben dem individuellen Geschmack auch die gewünschte Stabilität des Brillenmodells eine Rolle. Wer z.B. viel Zeit mit jungen Enkelkindern verbringt, die gerne auch mal nach der Brille greifen, sollte besser auf eine Vollrandbrille zurückgreifen.


Aufbau, Funktion & Wirkungsweise

 

Aufbau von Lesebrillen

Eine Lesebrille besteht aus einem Gestell und zwei individuellen Brillengläsern. Bei den Brillengläsern handelt es sich um sogenannte Linsen. Linse sind durchsichtige Körper, die über mindestens eine gewölbte Oberfläche verfügen. Ist die Oberfläche nach außen gewölbt, so bezeichnet man die Linse als konvex, ist die Linse dagegen nach innen gewölbt, bezeichnet man die Linse als konkav. Die Stärke der Wölbung ist ausschlaggebend für die sogenannte Brennweite einer Linse.

Das Brillenglas fungiert nun als Linse, welche die u.U. mangelhafte Brechkraft des Auges ausgleicht. Über die benötigte Wölbung des Brillenglases bzw. Stärke der Brechkraft des Brillenglases, gibt ein Sehtest beim Optiker oder Augenarzt Aufschluss. Das Ergebnis wird in einen Brillenpass eingetragen, auf dessen Grundlage ein Optikermeister das für die jeweilige Person optimale Brillenglas herstellen kann.

Angegeben werden diese Unterschiede der Brechkraft übrigens in sogenannten Dioptrien-Zahlen. Der Dioptrien-Wert der meisten Lesebrillen beträgt +0,75 Dioptrien bis +3,0 Dioptrien, wobei der Wert während des Alterungsprozesses einem steten Wandel unterworfen ist.

Das Brillengestell ist an sich völlig nebensächlich. Auch wenn die Form der Lesebrille in Bezug auf ihre Form und ihre Fassung individuell angepasst werden kann, ist es für gutes Sehen nur ausschlaggebend, dass das Glas optimal vor dem Auge platziert wird.

Funktion von Lesebrillen

Die Funktion einer Lesebrille besteht üblicherweise darin, eine Fehlsichtigkeit (Ametropie) – in diesem Fall die Altersweitsichtigkeit (Presbyopie) – des Auges auszugleichen, welche auf einer mangelhaften optischen Brechkraft basiert.

Diese mangelhafte optische Brechkraft ist eine Folge des Alterns, in dessen Verlauf die Fähigkeit des Auges, sich z.B. beim Lesen auf den Nahbereich einzustellen, kontinuierlich nachlässt.

Hinzu kommt bei einigen Menschen ein modischer Aspekt. Manche Menschen sind der Meinung, dass eine Brille ab einem bestimmten Alter schlichtweg zum Auftreten eines Menschen gehört und tragen aus rein ästhetischen Gründen eine Lesebrille. Um die gewünschte Wirkung auf seine Mitmenschen zu erzielen, lohnt sich ein Beratungsgespräch mit einem vertrauenswürdigen Augenoptikermeister. Diese haben oft jahrelange Erfahrung mit der Wirkung von Brillen und wissen meist sehr gut, welche Brille zu welcher Person passt und umgekehrt.

Wirkungsweise von Lesebrillen

Die Alterssichtigkeit stellt eine spezielle Form der Weitsichtigkeit dar, bei der die Augenlinsen alterungsbedingt immer unflexibler werden. Dies verursacht eine nachlassende Akkommodation bzw. Schärfeeinstellung des Auges für den Nahbereich. Dies führt zu einem Brechungsfehler des Auges. Eine Lesebrille ist optimal dafür geeignet, diesen Brechungsfehler, bedingt durch die nachlassende Schärfeeinstellung des Auges, auszugleichen.


Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen

Eine Altersweitsichtigkeit kann nicht nur zu nachlassender Sehkraft, sondern auch zu unerklärlichen Kopfschmerzen führen. Diese werden von der Überforderung des Sehnervs verursacht, der stets versucht, trotz der nachlassenden Brechkraft des Auges ein scharfes Bild herzustellen. Dies kann einen starken Einfluss auf die Lebensqualität der betroffenen Person bedeuten. Das betrifft nicht nur Personen, die sich für Literatur interessieren. Auch Kreuzworträtsel-Fans, eifrige Nutzer von Kochbüchern und Zeitungsleser sind hiervon besonders stark betroffen.

Zudem kann es aufgrund des verringerten Sehvermögens zu Muskelverspannungen, insbesondere im Nackenbereich, kommen. Dies kommt von den oftmals erfolglosen Versuchen, durch verschiedene Kopfhaltungen beim Lesen eine schärfere Sicht zu erhalten.

Mangelndes Sehvermögen, bedingt durch eine Altersweitsichtigkeit, kann jedoch auch ein Gesundheitsrisiko darstellen, wenn das Bedienen von diversen Maschinen aufgrund eingeschränkter Sicht nicht mehr fehlerfrei möglich ist.

Man geht davon aus, dass in Bezug auf Lesebrillen schnelles Reagieren besser als Warten ist. Wird die Lesebrille nämlich bereits bei den ersten Anzeichen einer Altersweitsichtigkeit getragen, kann diese Maßnahme nach Expertenmeinung maßgeblich zum Erhalt des Augenlichts beitragen. Da sich die festgestellte Dioptrien-Stärke jedoch im Alterungsprozess stetig ändern kann, sollte man zur Sicherheit regelmäßig einen Sehtest durchführen lassen.

Krankenzusatzversicherung für Lesebrillen

Je nachdem, wie oft Sie Ihre Brille verlegen bzw. wechseln, kann u.U. der Abschluss einer Zusatzversicherung sinnvoll sein. Hierbei handelt es sich um eine private Krankenzusatzversicherung für Brillen, welche unabhängig von der eigentlichen Krankenversicherung abgeschlossen werden kann.


Fragen & Antworten zur Lesebrille

 

Was sind die Nachteile einer Fertig-Lesebrille aus dem Drogeriemarkt?

Die angegebenen Dioptrien-Zahlen sind laut diversen Tests immer korrekt. Allerdings sind die Fassungen solcher Fertig-Lesebrillen häufig unsauber gearbeitet und die Gläser schlecht eingepasst. Das kann z.B. dazu führen, dass Brillen schief Sitzen, weil sich die Nasenbügel nicht auf gleicher Höhe befinden oder sich Teile des Gestells aufgrund nicht ordnungsgemäß befestigter Schrauben lösen.

Da Fertig-Lesebrillen auf beiden Gläsern immer dieselbe Stärke haben, können sie u.a. zu Kopfschmerzen führen, wenn die Augen des Brillenträgers über verschiedene Dioptrien-Werte verfügen. Aus diesem Grund sollten Sie Ihre Augen vor dem Kauf einer Fertig-Lesebrille unbedingt von einem Arzt oder Optiker kontrollieren lassen.

Laut der Stiftung Warentest sollte auf Fertig-Lesebrillen in jedem Fall nur als Zweitbrille oder im Notfall zurückgegriffen werden, da sie für den Dauergebrauch nicht gedacht sind und ihre Qualität hierfür nicht ausreichend ist.

Wie reinige ich meine Lesebrille am besten?

Ein sauberes Mikrofasertuch ist am besten zum Reinigen Ihrer Lesebrille geeignet. Damit können auch unterwegs sowohl Brillengläser als auch Brillengestell von Staub- und Schmutzpartikeln befreit werden. Zu Hause kann die Lesebrille dagegen auch unter fließend kaltem Wasser gereinigt werden, optional auch mit mildem Spülmittel. Hier sollten sie allerdings kein hautschonendes verwenden, da dieses einen Schmierfilm bildet.

Feuchte Reinigungstücher oder aggressive Reinigungsmittel sollten dagegen nicht zur Reinigung Ihrer Lesebrille verwendet werden, da sie sowohl Gläser als auch Gestell angreifen. Auch Handtücher, Taschentücher, Küchenpapier oder Pulloverärmel sind nicht zur Reinigung Ihrer Lesebrille geeignet, da hierbei durch Staub- und Schmutzpartikel die Gläser zerkratzen können.

Wo bzw. wie bewahre ich meine Lesebrille am besten auf?

Zur Vermeidung von Kratzern und Beschädigungen der Gläser oder des Rahmens, ist ein Brillenetui am besten zur Aufbewahrung Ihrer Lesebrille geeignet. Als zusätzlichen Schutz können Sie noch ein Mikrofasertuch um die Brille wickeln. Die Gläser der Brille sollten stets auf die gepolsterte Seite des Brillenetuis gelegt werden.

Außerhalb des Etuis sollten Sie Ihre Brille stets auf den Bügeln ablegen, um einer Beschädigung der Glasoberfläche vorzubeugen. Da sehr hohe oder niedrige Temperaturen der Lesebrille schaden, sollte diese im Sommer nicht im Auto liegen bleiben, um Verformungen oder Beschädigungen der Beschichtung der Gläser zu vermeiden.

Unser Fazit zur Lesebrille

Bei der Lesebrille handelt es sich um einen Gebrauchsgegenstand, dessen Anschaffung bei Altersweitsichtigkeit unbedingt zu empfehlen ist. Mithilfe einer passenden Lesehilfe kann nicht nur das Augenlicht länger erhalten, sondern auch die Lebensqualität der betroffenen Personen bedeutend verbessert werden. Am empfehlenswertesten sind hierbei individuell angepasste Modelle vom Augenoptiker, wobei Sehtests weiterhin in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden sollten.

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