Kurzsichtigkeit

Steckbrief: Kurzsichtigkeit

  • Namen: Kurzsichtigkeit; Myopie
  • Art der Krankheit: Sehbeeinträchtigung (keine Krankheit im eigentlichen Sinne)
  • Verbreitung: weltweit; besonders stark verbreitet in Ostasien
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Kurzsichtigkeit ist seit Jahrtausenden bekannt
  • Behandelbar: korrigierbar und in Teilen behandelbar
  • Art des Auslösers: Ungünstiger Wuchs des Auges; als Folgeerscheinung
  • Wie viele Erkrankte: circa 25 Prozent der Bevölkerung (Deutschland)
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Augenarzt
  • ICD-10 Codes: H44.2; H52.1; H52.5

Kurzsichtigkeit – bei Weitem unscharf
Kurzsichtigkeit (Myopie) betrifft viele Menschen und tritt meist schon im Kindesalter auf. Dank moderner Sehhilfen und den Möglichkeiten der Korrektur bei einigen Formen der Kurzsichtigkeit, ist die Beeinträchtigung aber nicht mehr gravierend.
Betroffene sollten dennoch ihr Sehvermögen und die Entwicklung ihres Auges im Blick behalten. Schließlich kann eine Kurzsichtigkeit bei falschem Umgang zu Folgeerscheinungen führen. Der Augengesundheit ist also besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

Zwar liegt der Myopie in der Regel eine ungünstige Form des Auges an sich zugrunde, aber auch ein paar Krankheiten und medizinische Umstände können sie auslösen.

Definition Kurzsichtigkeit (Myopie)

Bei einer Kurzsichtigkeit leidet der Betroffene unter einer eingeschränkten Sehfähigkeit, die sich darin äußert, dass nahe Objekte ihm scharf erscheinen, während entfernte Objekte unscharf werden. Die Kurzsichtigkeit kann dabei sehr unterschiedlich ausgeprägt sein und reicht von leichten Beeinträchtigungen bis hin zur praktischen Blindheit ohne Sehhilfe.

Es handelt sich also bei der Myopie nicht um eine Krankheit im eigentlichen Sinne, da sie keinen pathogenen Auslöser hat und auch nicht durch durch die Fehlfunktion körpereigener Systeme bedingt ist. Nur in seltensten Fällen ist sie das Symptom einer zugrundeliegenden Krankheit.

Definiert ist sie als optisch bedingte Fehlsichtigkeit. Dies bedeutet, dass eine Kurzsichtigkeit durch den Bau des Auges und die Brechung sowie Aufnahme des Lichts von außen bedingt ist. Meist ist der Augapfel schlicht zu lang gebaut, oder die Hornhaut am vorderen Teil des Augapfel zu stark gekrümmt, so dass das Licht nicht im optimalen Winkel auf die Netzhaut trifft.


Was ist Kurzsichtigkeit?

Kurzsichtigkeit umfasst eine ganze Bandbreite an Ausprägungen der Sehschwäche. Uneinigkeit herrscht bei der Definition bezüglich der erforderten Dioptrien, die eine Kurzsichtigkeit anzeigen sollen. So schwanken in Studien die Werte, ab denen eine Kurzsichtigkeit definiert sein soll, zwischen -0,25 und -1,00 dpt.

Kurzsichtigkeit kommt dagegen in definierten Ausprägungen vor:

  • Leichte Myopie (bis -3,00 dpt)
  • Moderate Myopie (-3,00 bis -6,00 dpt)
  • Starke Myopie (-6,00 bis – X dpt)

Entsprechend unterschiedlich ist das klinische Bild. Während bei leichter und moderater Kurzsichtigkeit die Ursache meist im Bau des Auges zu finden ist, ist eine starke Myopie häufig schon krankhaft. So ist häufig eine degenerative Veränderung des Augenhintergrundes bei sehr hohen Dioptrienwerten zu beobachten. Bei Betroffenen entwickelt sich die Sehkraft häufig lebenslang weiter in Richtung einer Verschlechterung. Eine degenerativ bedingte Kurzsichtigkeit ist der häufigste Grund für eine festgestellte Sehbehinderung. Allerdings kann eine starke Myopie sich auch generell bei Kurzsichtigen entwickeln.

Kurzsichtigkeit wird dabei individuell wahrgenommen. Eine leichte Kurzsichtigkeit, die schon seit frühester Kindheit anhält, bleibt häufig unbemerkt, sofern sie sich nicht weiter ausprägt.

Kurzsichtigkeit bedeutet immer, dass nahe Objekte scharf erscheinen und entfernte Objekte unscharf werden. Ob diese Objekte nun einen Meter, fünf Meter oder zwanzig Meter weit entfernt sein müssen, ist eine Frage des (verfälschten) Brechwertes, der dafür sorgt, dass ein Bild nicht exakt auf die Netzhaut fällt, sondern bereits davor abgebildet würde. Verfälscht und daher uneinheitlich wird die Kurzsichtigkeit zusätzlich durch die Akkomodation der Augenlinse (Verengung und Weitung in Abhängigkeit zum einfallenden Licht).

Kurzsichtigkeit ist in den wenigsten Fällen statisch, sondern von der Tätigkeit, der Tageszeit, dem Stresslevel und vor allem der Arbeit des Zilliarmuskels (Augenlinsenmuskel) abhängig. Durch Weitung und Verengung der Linse werden Lichtstrahlen in einem spitzeren Winkel zur Linse ins Auge gelassen (treffen weiter vor der Netzhaut auf) oder in einem flacheren Winkel ins Auge gelassen (treffen weiter hinten auf). Dadurch kann eine Kurzsichtigkeit durch Zusammenkneifen der Augen teils korrigiert werden.

Das Verhalten Kurzsichtiger beim Betrachten von entfernter Schrift und Objekten gab der Kurzsichtigkeit auch ihren Namen: Myopie.
Dies bedeutet – frei Übersetzt – „Blinzelgesicht“.

Kurzsichtigkeit stellt in der Optik das Gegenteil der Weitsichtigkeit dar. Beide Phänomene lassen sich durch optisch-geometrische Verfahren messen, beschreiben und meist ausgleichen.

Welche Ursachen gibt es?

Das unscharfe Sehen von entfernten Objekten wird dadurch verursacht, dass eintreffendes Licht nicht genau auf der Netzhaut auftrifft, sondern davor. Man kann sich dies so vorstellen, dass die Lichtstrahlen nicht konzentriert auftreffen, sondern über ihren Brennpunkt hinaus gestreut. Dadurch entsteht Unschärfe. Desto weiter ein Objekt entfernt ist, desto stärker wird dieser Effekt.

Die häufigste Ursache ist dabei ein zu lang gewachsener Augapfel. Die Augenlinse bricht das Licht also im richtigen Winkel, aber die Netzhaut ist schlicht zu weit von der Linse entfernt. Man spricht hierbei von einer Achsen-Ametropie.

Ein weitere Ursache ist eine zu starke Krümmung der Augenlinse oder der darüber liegenden Hornhaut. Dabei wird das Licht in einem zu spitzen Winkel (in Relation zu der Achse der Linse) ins Auge eingelassen. Diese Ursache für Kurzsichtigkeit ist allerdings seltener.

Bei starker Myopie kann auch eine Degeneration des Augenhintergrundes eine Rolle spielen. Beispielsweise kann die Netzhaut durch eine Wucherung (Staphylom) gewölbt sein. Einfallendes Licht kann so nicht mehr auf einer Ebene aufkommen und das Bild bleibt auch mit Sehhilfe in einem gewissen Grad unscharf.

Dabei sind die Ursachen meist genetischer Natur: über ein Dutzend Gene, die am Bau des Auges beteiligt sind und eine Myopie begünstigen können, sind bekannt. Dabei spielen unter anderem das Wachstum, das Elastizitätsverhalten des Glaskörpers selbst und die Zusammensetzung der Hornhaut eine Rolle.

Weitere Faktoren, denen eine Mitwirkung an der Ausprägung einer Myopie zugesprochen wird, sind:

  • Häufiges Arbeiten im Nahbereich der Augen (Computer, kleine Detailarbeit, Schreibaufgaben, lesen usw.)
  • Mangelnde optische Abwechslung (betrachten von Landschaften, optisches Erleben der Umwelt)
  • Tageszeitlich bedingte Streckung des Augapfels

Für diese Faktoren spricht, dass gerade in Ländern, in denen Kinder wenig Zeit draußen verbringen und viel Arbeit im Nahbereich (vor allem schulisch bedingt) verrichten, der Anteil der Kinder, die einer Sehhilfe bedürfen, weit höher ist als in anderen Ländern.

Weiterhin kann eine Kurzsichtigkeit auch krankhaft bedingt sein:

Zwischen Kurzsichtigkeit, die dem Bau des Augapfel geschuldet ist und solcher, die eine Folge eines anderen Zustandes ist, muss dringend unterschieden werden. Eine Korrektur mittels Dioptrien ist bei Kurzsichtigkeit, die ihre Ursache in einer Krankheit oder einem Medikament hat, nicht geeignet, da man sonst zu einer Fehlanpassung des Auges beiträgt.


Symptome & Anzeichen

Myopie wird häufig schon im Kindesalter festgestellt. Da sich eine Kurzsichtigkeit meist spätestens bis zum 20. Lebensjahr manifestiert, ist dies fast immer der Fall.
Außenstehende können bei Kurzsichtigen dabei das typische Zusammenkneifen der Augen beobachten, das besonders auffällig ist. Dem sollte schnell der Anstoß zu einer Augenuntersuchung folgen.

Wenn man selbst nicht davon ausgeht, dass man kurzsichtig ist, aber nach dem Betrachten von entfernten Objekten eine regelrechte Anstrengung der Augen spürt, ist dies auch ein Grund, einen Sehtest zu machen. Schließlich kann diese empfundene Anstrengung auf die ausgleichende Arbeit der Augenlinse zurückzuführen sein.

Auch eine graduelle Verschlechterung der eigenen Tiefenschärfe ist ein deutliches Alarmzeichen.

Im Falle dessen, dass man bereits eine Kurzsichtigkeit aufweist und eine Sehhilfe trägt, ist es wichtig, darauf zu achten, ob sich etwas an der Sehschärfe ändert. Eine Myopie ist selten statisch, sondern kann sich im Verlauf der Jahre weiter verstärken. Zeichen dafür, dass man trotz Sehhilfe schlechter sehen kann, sollten ernst genommen werden. Wenn die abnehmende Tiefenschärfe nicht nur für die Dauer weniger Minuten (manchmal benötigt das Auge eine gewisse Akkomodationszeit) einsetzt, sondern sich stetig verschlechtert, muss eine Nachuntersuchung des Auges erfolgen.

Dabei gilt, dass man ab einer Verschlechterung von 0,5 dpt eine neue Sehhilfe verwenden sollte. Ab einer Verschlechterung von 0,75 dpt wird dies von Augenärzten dringend angeraten.

Eine plötzlich auftretende Kurzsichtigkeit bedarf immer einer Abklärung durch einen Arzt. Eine akute Myopie ist dabei seltenst dem Bau des Auges geschuldet, sondern ist die Folgeerscheinung einer Krankheit oder die Nebenwirkung eines Stoffes, der im Körper entweder in zu großer Menge gebildet wird oder ihm zugeführt wurde.
Ursächlich ist in einigen Fällen eine Schwangerschaft oder eine Diabetes.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose einer Kurzsichtigkeit wird mittels optisch-geometrischer Messverfahren gestellt. Eine Refraktionsbestimmung ist das Mittel der Wahl, wenn es gilt, den Grad der Kurzsichtigkeit objektiv festzustellen.
Hierfür wird meist der Zilliarmuskel gelähmt, um eine Akkomodation der Linse einzuschränken. Dadurch können Bild und Brechungswinkel seiner Lichtstrahlen ungestört aus verschiedenen Perspektiven beobachtet und bewertet werden. Hierbei wird ein Refraktionswert bestimmt. Liegt dieser bei 0, ist das Bild scharf.

Entsprechend wird ein Objekt vor einem unendlichen optischen Hintergrund vor und zurück bewegt und so der Grad der Sehbeeinträchtigung festgestellt. Es gibt einen optimalen Abstand zwischen Objekt und Auge, der den Refraktionswert 0 ergeben sollte. Bei der Kurzsichtigkeit wird dieser aber erst erreicht, wenn das Objekt sich vor diesem Idealbereich befindet.

Auch subjektiv kann gemessen werden: hierfür kann der Betroffene verschiedene Probiergläser vor das Auge setzen und bei bestmöglicher Bildschärfe signalisieren, dass sein Sehen wieder zufriedenstellend ist.

Der Verlauf der Kurzsichtigkeit beginnt meist im Kindes- und Jugendalter. Meist entwickelt sich die Myopie im Laufe des Lebens weiter und ist während der Wachstumsphasen von Kindern und Jugendlichen Schwankungen unterworfen. Auch in späten Jahren kann die Kurzsichtigkeit selten auftreten. Dabei sind Subtypen wie die Nachtmyopie (verschwommenes Bild aufgrund fehlender Kontraste) häufiger.

Wird eine Kurzsichtigkeit durch eine Sehhilfe ausgeglichen, muss sich das Auge nicht so sehr für den Prozess des Sehens anstrengen, indem es ständig versucht, ein unscharfes Bild durch Akkomodation scharf zu stellen. Wird keine Sehhilfe getragen, riskiert man eine Verschlechterung und ein Reizen des Auges. Schließlich versucht es dann, das Bild allein scharf zu stellen, was ohne größere (und vergebliche) Beanspruchung der Zilliarmuskeln nicht gelingt. Die Folge ist eine zunehmend schlechte Akkomodationsfähigkeit des Auges.

Bei Myopie, die durch Grunderkrankungen bedingt ist, ist eine Behandlung dieser anzustreben. Die Myopie ist dann meist rückläufig.


Häufigkeit & Diagnosedaten

In Deutschland sind weit 60 Prozent aller Menschen von einer Sehschwäche betroffen. Circa 25 Prozent sind kurzsichtig. Zählt man diejenigen, die einen Subtypus der Kurzsichtigkeit aufweisen, hinzu, kommt man auf circa 40 Prozent.
Circa ein Fünftel aller Betroffenen erwirbt im Verlauf weiterer Jahre zusätzlich einen Astigmatismus.

In Europa ist dabei fast jeder zweite Jungerwachsene (25-29 Jahre) kurzsichtig, während der Anteil Kurzsichtiger mit steigendem Alter abnimmt. So sind es bei den 65- bis 69-Jährigen nur noch 16 Prozent, die von einer Myopie betroffen sind.

Die Tendenz zur Kurzsichtigkeit bei jungen Menschen ist dabei steigend und es zu beobachten, dass immer mehr Kinder einer Sehhilfe bedürfen. Maßgeblich ist dies wohl auf die verstärkten Aktivitäten im Nahbereich des Auges zurückzuführen. Aber auch der seit Jahrzehnten steigende Anteil an Akademikern trägt einen Teil dazu bei. Bei ihnen ist häufiger eine Sehhilfe erforderliche als bei Nichtakademikern.

Auch interessant in diesem Zusammenhang ist, dass Myopie besonders häufig während der Schulzeit auftritt und festgestellt wird. Der durchschnittliche Anteil kurzsichtiger Kinder steigt mit der durchschnittlichen Zeit, die sie in einer Schule verbringen, an. Hierfür wurden vor allem Daten aus Entwicklungsländern mit denen von China verglichen.

Aufgrund der voranschreitenden Digitalisierung, die ein Arbeiten im Nahbereich häufiger zur Norm werden lässt, sowie der momentanen Unmöglichkeit, der Myopie komplett vorzubeugen, ist davon auszugehen, dass Kurzsichtigkeit sich weiter verbreiten wird.

Bei der Kurzsichtigkeit handelt es sich also um eine Volkskrankheit, die ihren Ursprung maßgeblich darin hat, dass wir in unserer Lebenswirklichkeit unsere Augen nicht nur dafür nutzen, wofür sie ausgelegt sind. Mangelnde Abwechslung optischer Eindrücke und das einseitige Belasten von Nahem her haben ihren Teil zur Verbreitung der Kurzsichtigkeit beigetragen.


Komplikationen bei der Krankheit

Die häufigste Komplikation der Kurzsichtigkeit ist die Einschränkung der Betroffenen. Zwar können Sehhilfen die Fehlsichtigkeit ausgleichen, aber ein gewisses Risiko aufgrund der verringerten Schärfentiefe besteht für sie. Im Straßenverkehr ist das Tragen einer Sehhilfe deshalb unumgänglich und auch überall dort, wo man den Überblick behalten muss, sollte nicht auf die Sehhilfe verzichtet werden.

Aufgrund dieses Sachverhalts gibt es in vielen Berufsgruppen Ober- und Untergrenzen für Dioptrien, die ein Ausbildungswilliger oder Anwärter nicht über- oder unterschreiten darf. Dabei werden häufig Angaben im Zusammenhang mit dem Lebensalter gemacht, da davon auszugehen ist, dass eine Fehlsichtigkeit sich noch weiter verschlechtern kann. Hier wird häufig davon ausgegangen, dass diese sich vor allem bis zum 25. Lebensjahr weiter verschlechtert.
Solche Berufe sind unter anderem:

  • Pilot
  • Polizei, Zoll, Soldat
  • Berufe, die das Führen von Maschinen erfordern

Meist ist nur eine übermäßig starke Kurzsichtigkeit ein Grund für die Unmöglichkeit, einen dieser Berufe auszuüben.

Bei sehr starker Kurzsichtigkeit kann allerdings das Phänomen auftreten, dass sich die Netzhaut ablöst. Dies bezeichnet man als Grünen Star. Die Risiken, einen Grünen Star zu erleiden, sind schon bei -1,00 bis -3,00 dpt um das Vierfache erhöht. Darüber hinausgehend verzehnfacht sich das Risiko sogar.
Auch kann ein Voranschreiten der Augapfelstreckung diesen zu stark dehnen und dadurch Nerven, Häute und Blutgefäße beschädigen. Regelmäßige Augenuntersuchungen sind angezeigt.

Auch eine Glaskörpertrübung ist möglich. Dabei sorgen Unregelmäßigkeiten in der Glaskörperflüssigkeit des Auges für das Bilden kleiner Strukturen, die den Lichteinfall stören. Betroffene sehen diese Strukturen in ihrem Gesichtsfeld. Die Ausprägung variiert dabei sehr stark. So können einzelne Trübungen ebenso vorkommen wie sehr störende, gehäufte Trübungen. Besonders offensichtlich werden sie vor einem hellen Hintergrund.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein Gang zu einem Augenarzt ist immer dann ratsam, wenn überhaupt eine Beeinträchtigung des Sehens festgestellt wird. So sollte man bei eintretender Kurzsichtigkeit keineswegs zulange damit warten, die Art und Schwere feststellen zu lassen.
Zwar resultiert aus dem Ergebnis vor allem, welche Sehhilfe benötigt wird, aber auch zugrundeliegende Krankheiten können so rechtzeitig aufgespürt werden.

Insofern man bereits eine Sehhilfe trägt, muss ein Arzt im Falle von Symptomen, die das Auge betreffen, konsultiert werden. So können unter anderem folgende Symptome bei einer unzureichenden Sehhilfe oder einer Verschlechterung des Augenzustandes auftreten:

  • Schwindelgefühl
  • Augenreizungen
  • Das Gefühl müder Augen
  • Schwierigkeiten beim Sehen trotz Sehhilfe
  • Häufiges Blinzeln

Bei sich verschlechternder Sehschärfe muss ebenfalls ein Augenarzt aufgesucht werden. Bei Kurzsichtigen sind regelmäßige Untersuchungen, die sich nach Art und Schwere der Kurzsichtigkeit richten, empfohlen.

Behandlungsmethoden & Therapie

Eine Kurzsichtigkeit ist nicht heilbar, aber sie kann mittels optischer Geräte ausgeglichen werden. Sind die Dioptrien ermittelt, wird im Falle der Kurzsichtigkeit das Tragen von konkaven Linsen empfohlen, um die Sehschärfe in der Ferne wieder herzustellen. Die Linsen können als Brille oder Kontaktlinsen getragen werden und brechen das Licht vor, ehe es auf die Augenlinse fällt. Dadurch wird der Einfallswinkel so korrigiert, dass das Bild wieder korrekt auf der Netzhaut abgebildet wird.

Mittels Brille oder Kontaktlinsen lassen sich die Formen der Kurzsichtigkeit beheben, die durch eine Linsenkrümmung des Auges oder einen Längswuchs des Auges bedingt sind. Schäden an der Netzhaut (Grüner Star usw.) lassen sich dadurch nur bedingt korrigieren.

Man kann auch direkt an der Augenlinse ansetzen und diese operativ so umgestalten, dass ihre Brechkraft verringert wird. Dadurch wird einfallendes Licht in einem flacheren Winkeln ins Auge gelassen und bildet das Gesehen wieder genau auf der Netzhaut ab.
Hierfür wird häufig ein Laser eingesetzt. So kann die Hornhaut in kleinsten Dimensionen bearbeitet werden und erforderliche Schnitte können präzise durchgeführt werden.

Eine völlig unbrauchbare Augenlinse kann auch durch ein Implantat ersetzt werden. Dabei ist zu beachten, dass der künstlichen Linse die Fähigkeit zur Akkomodation komplett fehlt. Dadurch wird das scharfe Sehen auf eine bestimmte Distanz festgelegt. Bei starker Kurzsichtigkeit oder Kurzsichtigkeit in Verbindung mit Grauem Star, kann eine künstliche Linse die bessere Option sein.

Die Kurzsichtigkeit als solche ist nicht heilbar. Lediglich daraus resultierende Risiken für andere Augenleiden und mit ihr einhergehende Leiden durch Irritationen des Auges und Gehirns können behandelt werden.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Eine Impfung gegen die Kurzsichtigkeit gibt es nicht. Aber unter dem Gesichtspunkt, dass ein Mangel an optischer Abwechslung und zu viel Arbeit im Nahbereich des Auges häufiger mit Kurzsichtigkeit im Kindesalter korrelieren, ist es wohl sinnvoll, dem entgegen zu steuern. Ausflüge in weite Landschaften mit Blickfang und ein Reduzieren von Tätigkeiten vor dem Computer, zu nah am Fernseher usw. könnten helfen, Kurzsichtigkeit bei Kindern vorzubeugen.

Allerdings muss sich dabei vergegenwärtigt werden, dass die Lebensrealität der meisten Kinder (auch in Deutschland) heute durch mehr schulische Aufgaben und eine weiter voranschreitende digitale Komponente heute eine andere ist als sie es noch vor zwanzig, dreißig und vierzig Jahren war. Insofern ist mit einer anhaltenden Steigerung der Anzahl der von Kurzsichtigkeit Betroffenen zu rechnen.

Zudem ist die Kurzsichtigkeit in einem hohen Maße genetisch bedingt. Die Faktoren, die die Kurzsichtigkeit befördern, können zwar abgeschaltet werden, aber die Anlage für die Myopie bleibt. Insofern kann höchstens das Eintreten der Kurzsichtigkeit verzögert werden, nicht aber unterbunden.

Die wichtigste Prävention bei der Kurzsichtigkeit ist das frühe Erkennen. So kann schon schnell das Auge beim Sehen unterstützt werden und eine Überanstrengung wird verhindert. Zudem kann eine Kurzsichtigkeit auch erst im Laufe späterer Lebensjahre auftauchen. Präventive Maßnahmen können regelmäßige Bildschirmpausen (bei der Arbeit am Computer), das Lesen bei Einhaltung eines möglichst hohen Abstandes zwischen Buch und Auge und vieles mehr sein.

Es gibt eine Reihe von Studien, die sich mit der Wirksamkeit verschiedener Substanzen beschäftigen, die ein Voranschreiten der Kurzsichtigkeit eindämmen können sollen. Sie alle können die Kurzsichtigkeit aber nicht verhindern. Bei ein paar Substanzen wurden dabei gute Ergebnisse erzielt. Es bleibt abzuwarten, wie sich dies entwickelt.


Prognose zur Heilung

Da eine Heilung der Myopie nicht eintreten wird, beschränken sich alle Maßnahmen auf die Behandlung. Positiv zu bewerten ist, dass es für fast jede Form der Kurzsichtigkeit – so stark ausgeprägt sie auch sein mag – die passende Sehhilfe gibt. Im Extremfall und bei Folgeerscheinungen können Operationen helfen, deren technischer Standard sich immer weiter verbessert.

Es ist ein verbreiteter Irrglaube, dass eine Altersweitsichtigkeit (Presbyokpie) eine Kurzsichtigkeit ausgleichen würde. Bei der Altersweitsichtigkeit handelt es sich um eine Verhärtung der Linse, was einen Verlust an Akkomodationsfähigkeit bedeutet. Der Bereich, in welchem das Auge das Bild also scharf stellen kann, verkleinert sich. Insgesamt wird das Sehen dadurch noch mehr eingeschränkt. Lediglich der benötigte Brillentyp ändert sich.

Dass eine Heilung von Kurzsichtigkeit in Aussicht gestellt werden kann, ist unwahrscheinlich, da es sich meist um ein strukturelles (genetisch bedingtes) Problem des Auges selbst handelt. Eine chirurgische Korrektur eines zu langen Augapfels ist beispielsweise nur eingeschränkt möglich.

Allerdings wird an den genetischen Ursachen geforscht und am Tierversuch experimentiert, welche Möglichkeiten zur Vorbeugung und frühen Umkehrung von Myopie es gibt. Da die Augen der meisten Wirbeltiere sich in ihrer Grundstruktur stark ähneln, lassen sich so mögliche Erkenntnisse bezüglich des Einflusses auf die Myopie beim Menschen ableiten.


Tierversuche: ein Überblick

Während des Wachstums – also in den ersten Lebensjahren – wächst das Auge tagsüber, während es nachts wieder ein wenig schrumpft. Insgesamt wächst ein Auge also mehr als dass es schrumpft. Hierbei entsteht häufig Kurzsichtigkeit. Durch ein Abdecken der Augen kann man den Tag-Nacht-Rhythmus, der das Wachstum steuert, so außer Kraft setzen, dass das nächtliche Schrumpfen ausbleibt oder sogar in Wachstum übergeht. Man kann so gezielt Myopie erzeugen. Das Wachstum des Auges scheint also stark von diesem Tag-Nacht-Rhythmus abzuhängen.

Experimente mit Atropin und Pirenzepin zeigten, dass sich diese Substanzen in geringer Dosis dazu eignen, eine Myopie in ihrer Entwicklung zu hindern. Höchstwahrscheinlich ist dies darauf zurückzuführen, dass der Flüssigkeitshaushalt des Glaskörpers verändert wird. Wie genau diese Substanzen aber wirken, ist unbekannt. Erste Versuchsreihen mit Kindern (die Substanz hat schwach dosiert keinerlei Nebenwirkungen) finden und fanden statt.

Auch hat sich gezeigt, dass sich Augen, die durch Abdeckungen oder Linsen irritiert wurden, zwar falsch entwickeln, um diesen Umstand auszugleichen. Entfernt man die Abdeckungen oder Linsen rechtzeitig – also vor dem Stopp des Wachstums – erholen sich die Augen zumeist vollständig und werden wieder umgeformt, so dass sie normal sind. Dies indiziert, dass eine Myopie tatsächlich vor allem durch genetische Faktoren von innen heraus gesteuert wird.


Alternative Behandlungsmethoden

Die Form des Auges lässt und der Linse lassen sich nicht verändern. Allerdings gibt es in der alternativen Medizin einige Ansätze, die sich mit der Unterstützung der Augapfelgesundheit und mit der Vorbeugung und Linderung von eventuellen Folgeleiden beschäftigen.

So kann eine besondere Form des Yogas, das sogenannte Augen-Yoga, die Akkomodationsfähigkeit des Auges durch Training des Zilliarmuskels eventuell stärken. Dabei sind dem Effekt aber Grenzen gesetzt, die sehr vom Zustand der Augenlinse und des sie umgebenden Muskels abhängen.

Gegen die verschiedenen Leiden, die im Zuge einer Myopie durch Irritation und Anstrengung des Auges auftreten können, gibt es hingegen eine Reihe von Hausmitteln und ein paar Möglichkeiten aus dem Bereich der Alternativmedizin.
Solche zu behandelnden Leiden sind zum Beispiel:

  • Tränende Augen
  • Schmerzende Augen
  • Müde Augen
  • Schwindelgefühle

Vorzugsweise Entspannungsmethoden (Augentraining) sollen Linderung verschaffen, wenn die Augen irritiert sind.

Ganzheitliche Ansätze sprechen dem Auge das Element Holz zu, welches mit der Leber assoziiert ist. Auch unterdrückter Stress und Beeinträchtigung der Halswirbelsäule (hier verlaufen die Nerven, die an der Erzeugung von Bildern beteiligt sind) können beteiligt sein.

Entsprechend gilt es, die störenden Faktoren auszuschalten, damit die Augen wieder zu sich kommen. Die Entspannung der umgebenden Muskeln und das optimale Stoffgleichgewicht im Auge selbst sollen dem schlechten Sehen entgegen wirken und die negativen Einflüsse eines Fehlwuchses ausgleichen – in einem gewissen Rahmen. Es wird davon ausgegangen, dass so lediglich leichter Fehlsichtigkeit (Kurz- und Weitsichtigkeit) entgegen gewirkt werden kann und ein Entstehen dieser verlangsamt oder verlängert werden kann.

Insgesamt kann einer physiologisch bedingten Kurzsichtigkeit aber höchstens in ihrer Entwicklung vorgebeugt werden.

Welche Hausmittel können helfen?

Das einfachste Hausmittel, um einem Verlust der Elastizität – und damit der Akkomodoationsfähigkeit – des Zilliarmuskels vorzubeugen, ist das gelegentliche Schweifen in die Ferne. Dabei wendet man sich regelmäßig von seiner Arbeit im Nahbereich des Auges ab und fixiert einen Punkt in der Ferne. Aus einem hoch gelegenen Fenster zu schauen oder kurz in eine freie Fläche zu treten und einfach ein paar Minuten ein beliebiges Objekt zu betrachten, ist besonders gut geeignet. Sollte dies nicht möglich sein, kann sich damit behelfen, dass man zwei Punkte an der Wand fixiert – einen pro Auge. Sie sollten circa acht Zentimeter voneinander entfernt liegen.

Auch soll ein Reduzieren des Stresslevels helfen. Der Zusammenhang besteht darin, dass Stress unter anderem zu Muskelspasmen führt, was im Falle des Zilliarmuskels bedeutet, dass mehr aktive Akkomodationsleistung erbracht werden muss, um Tiefenschärfe zu generieren. Dies stresst das Auge zusätzlich.
Auch wirkt sich Stress negativ auf die Verdauung und damit den Augenstoffwechsel aus.

Stressreduktion lässt sich gut mit dem Schweifen in die Ferne kombinieren, indem man zusätzlich gesichtslockernde Übungen und ähnliches durchführt.
Zusätzlich hilft alles, was entspannend auf einen wirkt.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Es gibt keine bekannten Heilkräuter und Heilpflanzen, die einen direkten Einfluss auf Kurzsichtigkeit haben. Lediglich ein Einsatz bei Beschwerden infolge einer Gewöhnung an eine Sehhilfe (Kopfschmerzen, Schwindel usw.) ist denkbar.

Ätherische Öle

Es sind keine ätherischen Öle bekannt, deren Inhaltsstoffe den Bau des Auges derart beeinflussen können, dass der Verlust von Sehkraft infolge einer Myopie verringert werden könnte.

Homöopathie & Globuli

Die Homöopathie betrachtet das Auge als Teil der Ganzheit, die der Mensch darstellt. Entsprechend wechselwirkt das Auge mit dem gesamten Körper – besonders mit der Leber.
Aber auch die vielen anderen Schlackenstoffe, die ernährungsbedingt im Körper verweilen, stören den Augenstoffwechsel und tragen so zu Fehlentwicklungen und weiteren Schäden bei.

Es gibt keine Globuli, die gezielt bei Kurzsichtigkeit ansetzen, aber die Begleitsymptome, wie beispielsweise Augenschmerzen und gerötete Augen, können behandelt werden. Schließlich kommt es in vielen Fällen einer ausgeprägteren Sehschwäche vor, dass das Auge besonders starke Akkomodationsleistung erbringen muss und so einer Mehrbelastung ausgesetzt ist.

Bei starker Belastung der Augen durch viel Arbeit vor einem Bildschirm und damit einhergehende Verschlechterung des Sehens, wird Jaborandi C5 empfohlen. Die Einnahme erfolgt täglich zu je fünf Stück.

Ansonsten gibt es noch:

  • Ruta graveolens C5 – bei Augenschmerzen dreimal täglich je fünf Stück
  • Paris quadrifolia C5 – bei zusätzlicher Migräne täglich fünf Stück
  • Arnica montana C7 – bei chronisch geröteten Augen dreimal täglich fünf Stück

Agaricus muscarius wird generell noch empfohlen, da es fein dosiert hilft, Augenzuckungen und unwillkürliche Akkomodation in den Griff zu bekommen. Nebenbei beruhigt das Mittel. Die Dosierung ist von der Art anderer Leiden, der körperlichen Verfassung und vielem mehr abhängig.

Schüssler-Salze

Schüssler-Salze können durch ihre Verbindungen dazu beitragen, die Durchblutung und die Elastizität des Auges zu fördern. Dabei wird der inneraugliche Stoffwechsel miteinbezogen, der einen Einfluss auf die Konsistenz des Glaskörpers hat. Regenrationsfähigkeit und Entspannung des Gewebes sollen so hervorgerufen werden können. Auch kann so der Bildung der Partikel vorgebeugt werden, die für eine Glaskörpertrübung mitverantwortlich sind.

Insgesamt ist es das Ziel einer Behandlung mit Schüssler-Salzen, dem Auge und seinen Muskeln mehr Widerstandskraft gegen eventuelle Überbeanspruchung aufgrund der Kurzsichtigkeit zu bieten.

Eingesetzt werden hierbei:

Während vor allem die Schüssler-Salze Nr. 1, 2 und 11 direkt auf die Elastizität und Stabilität des Augenapparats einwirken, sorgen Nr. 3 und Nr. 10 für eine Verbesserung des Stoffwechsels im Augenbereich. Dies wird auch durch das Schüssler-Salz Nr. 2 ergänzt.
Nr. 5 stärkt den Energiehaushalt, der durch die anstrengendere Akkomodation beim Sehen in die Ferne beansprucht ist. Das Schüssler-Salz Nr. 9 entsäuert die Umgebung des Auges.

Mit Natrium und Kalium stehen dabei Stoffe bereit, die sich direkt auf die Muskelaktivität auswirken. Phosphor ist mit Licht assoziiert.
Die Potenzen sind zumeist D6, die Aufnahme wird dreimal täglich zu je drei Tabletten jeden Salzes in einem Getränk empfohlen. Die Dauer ist langwierig und so sollten die Salze über mindestens einige Monate angewandt werden.

Diät & Ernährung

Die Ernährung ist der Hauptfaktor für den Stoffwechsel. Da das Auge aus Bindegeweben, Flüssigkeiten, Häuten, Nerven, Blutgefäßen und vielen weiteren Strukturen zusammengesetzt ist, kann es nur im Interesse der Augengesundheit sein, eine Ernährung zu verfolgen, die diese Strukturen fördert.

Ausschlaggebend sind hierfür die Zufuhr von Mineralstoffen, Vitaminen und Wasser. Schließlich ist das Auge besonders auf einen guten Wasserhaushalt, indem ein gutes physikalisches Stoffgleichgewicht herrscht, angewiesen.
Mineralstoffe lassen sich leicht aus Nüssen und Vollkornprodukten beziehen, während Vitamine in Obst und Fisch enthalten sind. Seinem Körper genug Nährstoffe zuzufügen, ist dabei immer vorteilhaft.

Bei Verschlechterung des Augenzustandes kann es helfen, den Körper zu entsäuern und Nahrungsmittel, die viele Schlacken im Körper hinterlassen, zu meiden. So sollten Fleisch, Milch und Weizen vom Speiseplan für einige Zeit weichen und durch Rohkost, Tee und Fisch ersetzt werden. Die Zellen im Auge können durch eine bessere Nährstoffversorgung dabei unterstützt werden, Schäden zu reparieren und so einigen Fehlentwicklungen, die durch einen schlechten Stoffwechsel teilweise oder ganz bedingt sind (Glaskörpertrübung, Degeneration) vorzubeugen.


FAQ – Fragen & Antworten

Ab welchem Alter sollte ein Sehtest gemacht werden, wenn der Verdacht auf Kurzsichtigkeit besteht?
Generell zeigt sich Kurzsichtigkeit schnell. Es gibt auch angeborene Formen, bei denen schnell festgestellt werden kann, dass etwas mit der Sehkraft nicht stimmt. Allerdings erfordert ein Sehtest, dass man mitteilt, wann das Bild besser – das heißt schärfer – ist. Entsprechendes Bewusstsein muss beim Kind vorhanden sein. Dies ist selten vor Beginn des vierten Lebensjahres der Fall.

Warum korrigiert eine Alterweitsichtigkeit die Kurzsichtigkeit nicht?
Die Altersweitsichtigkeit bedeutet lediglich, dass sich die Linse verhärtet und deshalb die Akkomodationsfähigkeit zurück geht. Die Ausgleichsmechanismen werden dem Auge also genommen, was zu einer Einschränkung der Bereiche führt, in denen man überhaupt (ohne Sehhilfe) scharf sehen kann. Bei völliger Versteifung limitiert sich dieser Bereich auf eine bestimmte Distanz.

Warum ist die Kurzsichtigkeit nicht durch Alternativmedizin heilbar?
Kurzsichtigkeit ist ein rein physikalisches Phänomen, das durch den Bau des Auges bedingt ist. Zwar ist die Augengesundheit wichtig, aber auch ein gesundes Auge, das bereits verformt ist, wird sich nicht wieder umformen.

Ich habe das Gefühl, abends kurzsichtig zu sein. Ist das möglich?
Ja. Es gibt verschiedene Formen der Kurzsichtigkeit. Eine ist zum Beispiel dadurch bedingt, dass das Auge sich im Laufe des Tages in einem gewissen Maße ausdehnen und zusammen ziehen kann. Auch kann ein Mangen an Farbkontrasten im Falle einer dunkleren Umgebung bei Menschen mit Nachtblindheit den Eindruck der Kurzsichtigkeit erwecken.

Hilft Sonnenlicht, um einer Kurzsichtigkeit vorzubeugen?
Ja. Sonnenlicht reguliert unseren Dopaminhaushalt und dieser dieser wiederum reguliert das Wachstum – auch das Wachstum des Augapfels.

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