Alkaloide

Alkaloid, die Erfolgsformel hinter magischen Zauberpflanzen

 

Was sind Alkaloide?

Alkaloide sind Heilmittel, die sich aus natürlichen Stoffen zusammensetzt und meist pflanzlicher, in selteneren Fällen aber tierischer oder mikrobieller Herkunft sein können.

Die Alkaloidfamilie besteht aus aktuell rund 20000 unterschiedlichen Alkaloidarten und haben in aller Regel positive Effekte auf Krankheitsbilder am menschlichen Körper.

Die Alkaloidarten weisen in ihrer Benamung meist die Endungen -in, -idin oder -anin auf. Alkaloide haben eine aufputschende, lähmende, schmerzlindernde oder beruhigende Auswirkungen auf den Körper.

Die bekanntesten Alkaloidarten sind:

  • Morphin für die Schmerzlinderung
  • Chinin für die Malaria Bekämpfung
  • Atropin für die Behandlung von Asthma
  • Homoharringtonin für die Krebs-Therapie
  • Capsaicin aus Cayennepfeffer
  • Purin als aufputschende Wirkung

Die Chemische Zusammensetzung

Die chemische Zusammensetzung der Alkaloide ist abhängig der jeweiligen Alkaloidart sehr verschieden. Der kleinste gemeinsame Nenner, den alle zur Gruppe der Alkaloide verbindet, ist aus chemischer Sicht ein ringförmig gebundenes Stickstoff-Atom. Die meisten Alkaloidarten können wiederrum aufgrund ihres Aufbaus in drei große Alkaloid-Untergruppen kategorisiert werden. So gibt es die Pyrrolizidanalkaloide, die Tropan-Alkaloide sowie die Steroidalkaloide.

  • Pyrrolizidanalkaloide sind umstritten und werden oft als giftig tituliert
  • Tropan-Alkaloide finden Einsatz in Herz- und Gefäßmedizin
  • Steroidalkaloide werden vor allem als Hormone in Organismen Auswirkungen haben

Gewinnung von Alkaloiden

Größere Mengen Alkaloide findet man in aller Regel in Pflanzen, Spuren von Alkaloiden sind auch in Mikroorganismen und Tieren zu finden.
Biologen fanden heraus, dass es sich bei Alkaloidvorkommen in Pflanzen in aller Regel um zweikeimblättrige Pflanzen handelt. Einkeimblättrige Pflanzen (Liliopsida) enthalten nur in seltenen Fällen größere Mengen von Alkaloiden. Zweikeimblättrige Pflanzen mit einer größeren Menge von Alkaloiden sind unter anderem:

  • Mohngewächse
  • Nachtschattengewächse (bspw. Kartoffel)
  • Hahnenfußgewächse
  • Sauerdorngewächse
  • Erdrauchgewächse
  • Hundsgiftgewächse
  • Doldenblütler
  • Hülsenfrüchtler
  • Tabakpflanzen

Alkaloide sind in Mikroorganismen und Tiere jedoch eher selten zu finden. Der Grund ist, dass das Heilmittel meist als Nervengift wirkt. Dennoch enthalten folgende Tiere beispielsweise Spuren von Alkaloiden:

  • Salamander
  • Kröten
  • Fische
  • Gliederfüßer

Wo werden Alkaloide gespeichert?

Bei Pflanzen, grundsätzlich unabhängig ob einkeim- oder zweikeimblättigre Pflanzen, sind Alkaloide häufig in verschiedensten Pflanzenorganen zu finden. So speichern die Pflanzen die Alkaloide zum Beispiel im Samen, in Rinden, Wurzeln, aber auch Blättern oder Früchten. Grund für die Speicherung in unterschiedlichsten Organen ist, dass Alkaloide als Endprodukt im Stoffwechsel angesehen werden. So ist beim Nachtschattengewächs, der Kartoffel, die Knolle völlig frei von Alkaloiden und damit absolut ungiftig. Die übererdigen Teile der Pflanze dagegen enthalten Solanin, eine Alkaloidart, welche den Teil der Pflanze giftig und ungenießbar werden lässt. Die giftige Wirkung und damit die Selbstvergiftung bleibt bei den Pflanzen aus, da Exkretzellen Alkaloide ausstoßen. Bei Mohngewächsen werden daher über den Milchsaft Alkaloide abgestoßen.

Über sogenannte Exkretzellen verfügen Mikroorganismen und Tiere nicht. Daher sind bei den Tieren die Alkaloide meist aufgrund seiner nervengiftartigen Wirkung in Hautdrüsen gespeichert. Ein Beispiel für die für Tiere lebensgefährliche nervengiftartige Wirkung ist das Jakobs-Greiskraut (Senecio jacobaea). Jakobs-Greiskraut gilt als Unkraut auf Weiden und ist damit eine Gefahr für Pferde, Rinder, Schafe aber auch Ziegen. Den Weidetieren ist das Unkraut bekannt und wir in aller Regel gemieden. Jedoch erkennen die Tiere das Kraut nicht, wenn es in Heu enthalten ist, da der Geruch der Pflanze für die Tiere nicht mehr wahrnehmbar ist. Die Tiere fressen folglich regelmäßig das Heu und damit das alkaloidhaltige Jakobs-Greiskraut. Die im Tierkörper gespeicherten Alkaloide sorgen in aller Regel zum Tod des Tieres. Aus diesem Grund ist das Jakobs-Greiskraut bei allen Weidebauern gefürchtet und wird systematisch bekämpft.

Alkaloide – giftig oder nützlich?

 

Alkaloid als Droge

Gewisse Alkaloidarten werden oft als Drogen oder Rauschmittel verkauft. Die Alkaloidart Opium gilt als eine der ältesten Drogen der Menschengeschichte. Die Nachtschattengewächse gelten in vielen Kreisen als „Trenddroge des Mittelalters“. Cocain oder Mescalin ist als Mitglied der Alkaloidgruppe ebenfalls im Drogenumfeld stark vertreten. Auch die Alkaloidart Morphin wird aufgrund seiner berauschenden Wirkung oft als Rauschmittel gehandelt. Viele dieser Rauschmittel können beim Menschen starke Abhängigkeiten auslösen.
Alkaloide werden beim Menschen unter anderem über die Haut aufgenommen. Entsprechend leicht ist die Aufnahme des Stoffs und damit das Erlangen der berauschenden Wirkungen. Bei einer Überdosierung ist dies neben den psychischen Effekten im zentralen und peripheren Nervensystem des Körpers nachzuweisen. Auswirkungen wie Krämpfe und Lähmungen treten auf.

Alkaloid im Shampoo

Vor einigen Jahren machten Alkaloide als Zutat von Shampoo Schlagzeilen. So waren einige Shampoo Marken in der Kritik, da Spuren von Alkaloiden nachgewiesen wurden.

Alkaloid als Tee

Immer öfter werden Alkaloide als schwarzer Peter von Teegetränken dargestellt. Grüner Tee und auch Kräutertees, bspw. Pfefferminz-, Melissen- oder Kamillentee, sollen belastet sein und ein Risiko für die Gesundheit darstellen. So soll es unterschiedlichen Quellen zufolge Ursache für Leberschäden sein. Auch krebserregende Wirkungen werden dem Heilmittel in der Literatur nachgesagt. Doch ist Alkaloid in der Tat ein bedenklicher Inhaltsstoff? Schließlich finden sich Alkaloide als rein natürliche Stoffe in vielen Pflanzen wieder.
Die Frage ist so nicht direkt zu beantworten. Wie für jedes Gift gibt es auch hier grundsätzlich zwei Stellhebel, die entscheiden, ob ein Alkaloide giftig sind. Das ist zum Einen die Art der Zusammensetzung und zum Anderen die Menge.

  • Art: Das sogenannte Pyrrolizidinalkaloid ist eine besondere Form der Alkaloide, das bei Experten aufgrund seiner Zusammensetzung mit Hinblick auf seine Verträglichkeit umstritten ist.
  • Menge: Gerade die Menge bietet das größte Streitpotential. So ist eine erdachte Höchstmenge von Experten schwer umstritten. Je nach erdachter Höchstmenge werden diese Grenzen auch schon bei Bio-Tees überschritten.

Kurzum, Tee ist nicht gleich Tee. Wer sich an folgende Orientierungshilfen hält, kann die angedeutete Kritik gelassen mit einem Lächeln entgegennehmen:

Maß statt Masse: Alkaloide weisen wie viele andere traditionelle Heilkräuter eine therapeutische Wirkung auf uns sollten grundsätzlich nicht in großen Mengen über längere Zeiträume eingenommen werden. Doch was bedeutet große Mengen und längere Zeiträume genau?
Beispielsweise liegt bei Kräutertee, der auch Alkaloide enthält, die erdachte Höchstmenge von Experten bei bis zu drei Tassen pro Tag über einen Zeitraum von maximal zwei Wochen. Das gilt für grundsätzliche fitte Personen – für Schwangere, stillende Mütter, Babies oder Langzeiterkrankte gibt es Sondergrenzen, die im Detail mit einem erfahrenen Therapeuten zu besprechen sind.

Die genaue Zusammensetzung des Tees: Die Zusammensetzung des Tees ist ausschlaggebend für die zuführbare Menge im Detail. Gerade milde Tees wie beispielsweise Brennesseltee, Rosenblütentee, Hanfblättertee oder ähnliche Sorten weisen eine deutlich geringere Alkaloidkonzentration auf. Doch wer trotzdem nicht auf klassische Grüne Tees verzichten möchte, kann beispielsweise die Alkaloidkonzentration auf ein alkaloidarmes Verhältnis senken, indem die Ziehzeit verkürzt wird oder die Aufgusstemperatur gesenkt wird.

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