Capsaicin

Capsaicin ist ein Naturstoff, der in allen Paprika-Arten (Capsicum) zu finden ist. Seine Hauptwirkung besteht in der Schärfe, die bei Menschen einen Hitzereiz auslöst, indem sie mit bestimmten Rezeptoren im Körper zusammenwirkt. Bei diesen Vorgängen wird der Neurotransmitter, Substanz P genannt, freigesetzt.

Diese Substanz P wirkt eng mit Capsaicin zusammen. Bei dieser Zusammenwirkung werden Signale von Zelle zu Zelle und schließlich zum Gehirn weitergeleitet. Capsaicin hat viele Verwendungsmöglichkeiten. Es wird als Aromastoff für Chili-Extrakte genutzt, aber auch als Wirkstoff in der Medizin und als Reizstoff in Pfefferspray.

CapsaicinWas ist Capsaicin?

Wie bereits gesagt, ist Capsaicin (kurz: CPS) ist eine natürliche Substanz, die in den Früchten von Paprika-Arten (Capsicum) zu finden ist. Vor allem die Sorten der Paprika, die allgemein als Chili bezeichnet werden, enthalten eine hohe Konzentration an Capsaicin.

CPS gehört zu den Alkaloiden, bei denen es sich um alkalische (laugenartige) biogene Stickstoffverbindungen handelt. Wie fast alle Alkaloide löst sich auch Capsaicin hervorragend in Fett.

Alkaloide sind in fast allen Nachtschattengewächsen, aber auch in anderen Pflanzen zu finden. Alkaloide sind teilweise giftig, gelten in der Medizin allerdings auch als Heilmittel, wie beispielsweise das Solanin der Kartoffel oder Koffein aus der Kaffee Pflanze oder Morphin aus der Mohn Pflanze.

Capsaicin ist in den Paprika-Früchten als Sekundärstoff beim Stoffwechsel beteiligt. Für die Pflanze ist CPS somit nicht lebensnotwendig, ist aber für sie ein Vorteil im Überlebenskampf, dann durch seine Schärfe wehrt es Fressfeinde ab. Die würzende und auch die heilende Wirkung der Paprika ist wesentlich dem Capsaicin zu verdanken.

In der Medizin wird Capsaicin als Pflaster oder Salbe gegen Nervenschmerzen, Muskelprobleme und Störungen bei der Durchblutung eingesetzt. In diesen Fällen setzt man auf die lokale Förderung der Durchblutung und auf die wärmende Wirkung des Capsaicin.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

Capsaicin wird bei den folgenden Beschwerden und Krankheiten eingesetzt:

Des Weiteren finden Capsaicin-Substanzen Anwendung als:

  • chemische Waffen
  • Dopingmittel im Reitsport
  • Aphrodisiaka
  • Pfeffersprays
  • Gewürze

Allgemeines

Allgemeines
NameCapsaicin
Andere Namen
  • (E)-N-(4-Hydroxy-3-methoxybenzyl)-8-methyl-6-nonensäureamid (IUPAC)
  • trans-8-Methyl-N-vanillyl-6-nonensäureamid
  • FEMA 3404
  • CAPSAICIN (INCI)
SummenformelC18H27NO3
Kurzbeschreibungfarblose Kristalle

Wirkungsweise

Capsaicin ist ein pflanzliches Mittel, das bei äußerlicher Anwendung Schmerzen lindert. Es zählt zu den Mitteln, die die Durchblutung fördern. Es wird über die Haut aufgenommen und entfaltet seine Wirkung dann in dem betroffenen Bereich.

Einmal lindert CPS leichte bis mäßig starke Schmerzen, indem es vorübergehend die Wiederaufnahme des Botenstoffs Substanz P an den Nervenenden hemmt. Dadurch wird die Weiterleitung des Schmerzempfindens von einer Nervenzelle zur nächsten bis hin zum Gehirn verhindert.

Zum anderen reizt Capsaicin die Haut und steigert dadurch die Durchblutung. Das wiederum führt zu einem wohltuenden Gefühl der Wärme. Außerdem wird die Muskulatur besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und die Endprodukte des Stoffwechsels werden schneller abtransportiert, was bei Muskelverspannungen lindernd wirkt.

So wirkt Capsaicin:

Da Capsaicin eng mit einigen Neurotransmittern im Körper zusammenwirkt, kann es eine vielfältige Wirkung entwickelt. Beispielsweise werden mit CPS die folgenden Wirkungen erreicht:

  • Förderung der Durchblutung
  • Erweiterung der Gefäße
  • Gefühl der Wärme

Durch diese Wirkungen werden Muskelschmerzen und Verspannungen und Verhärtungen der Muskeln gelindert.

Weitere Wirkungen von Capsaicin sind:

  • antioxidative Wirkung
  • antibakterielle und fungizide Wirkung
  • Blutdrucksenkende Wirkung
  • Cholesterinspiegelsenkende Wirkung
  • Blutzuckerspiegelsenkende Wirkung
  • Schutz des Körpers vor Giftstoffen in der Leber
  • Schutz der Magenschleimhaut
  • Verbesserung der Erektionsfähigkeit
  • Anregung des Stoffwechsels und somit Förderung der Fettverbrennung

Durch den Einsatz von Capsaicin bei den oben genannten Beschwerden werden lediglich die Symptome gelindert.

Die Ursachen der Beschwerden werden nicht beseitigt. Um alle Auswirkungen von Capsaicin auf den menschlichen Organismus genau zu kennen, müssen noch einige wissenschaftliche Forschungen durchgeführt werden.

Aufnahme, Abbau und Ausscheidung von Capsaicin

Capsaicin dringt in die menschliche Haut ein und wird in der Epidermis bez. Dermis absorbiert. Absorbiertes CPS wird an Albumin gebunden und hauptsächlich in der Leber durch Verbindungen oxidiert und metabolisiert. Dann wird es zum größten Teil mit dem Urin ausgeschieden.


Anwendungsgebiete

Wann wird Capsaicin eingesetzt?

Die Anwendungsgebiete von Capsaicin sind sehr vielfältig. Um die genauen Wirkweisen und dadurch auch die Anwendungsmöglichkeiten genauer zu definieren, bedarf es noch einiger wissenschaftlicher Studien und Forschungen.

Hilfsmittel zur Schmerzlinderung

Bei Schmerzen in den Muskeln oder Gelenken wirkt Capsaicin als natürliches Schmerzmittel. Es hemmt Entzündungen und lindert dadurch die Schmerzen. Weiterhin verhindert es die Übermittlung der Schmerzimpulse an das Gehirn.

Belegt ist die schmerzlindernde Wirkung durch eine Studie aus dem Jahr 2011, die im British Journal of Anesthesia veröffentlicht wurde. In der Studie wurde die Anwendung von Capsaicin Creme bei der Schmerzbehandlung untersucht.

Hilfsmittel bei der Gewichtsabnahme

Als thermogener Wirkstoff erhöht Capsaicin die Stoffwechselaktivität. Fett und Kalorien werden besser verbrannt. Die Produktion von Ghrelin, dem Hormon, das für die Anregung des Appetits verantwortlich ist, wird reduziert.

Belegt wurde diese Wirkung durch eine Studie aus dem Jahr 2012, die in der Fachzeitschrift Molecular Biology Reports veröffentlicht wurde. Sie zeigte, dass CPS hilft, das Körpergewicht zu senken, den Stoffwechsel zu beschleunigen, die Fettverbrennung anzukurbeln und das Hungergefühl zu unterdrücken.

Reduzierung von Gelenkschmerzen bei Arthritis

Capsaicin hilft Schmerzen zu stillen, Entzündungen zu hemmen und hat außerdem eine abschwellende Wirkung. Belegt wurde diese Wirkung durch eine 1991 in der Fachzeitschrift Clinical Therapeutics veröffentlichte Studie.

Diese zeigte, dass Capsaicin wirksam gegen Arthritis sein kann. Die Patienten erlegten nach vier Wochen eine Reduzierung der Schmerzen von 33 Prozent.

Senkung des Blutdrucks

In einer 2010 im Fachmagazin Cell Metabolism veröffentlichten Studie mit hypertensiven Ratten wiesen die Forscher nach, dass Capsaicin die Blutgefäße entspannt, was wiederum den Blutdruck senkt.

Zur Senkung des Blutdrucks kann Capsaicin in Form von Kapseln als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden. Auf jeden Fall sollte aber vorher ein Arzt konsultiert werden.

Verbesserung der Symptome von Psoriasis

Psoriasis ist eine Autoimmunerkrankung, die Hautrötungen, Juckreiz und Hautveränderungen verursacht. Obwohl auch Capsaicin die Krankheit nicht heilen kann, kann eine Creme mit CPS den Juckreiz mindern und das Hautbild verbessern.

In einer Studie aus dem Jahr 2010, die im Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft veröffentlicht wurde, berichteten deutsche Forscher, dass Capsaicin helfen kann, Entzündungen, Schmerzen, Rötungen und Schuppenbildungen zu reduzieren, die eine häufige Folge von Psoriasis sind.

Reduzierung des Krebsrisikos

Capsaicin ist ein wirksames Mittel, um die Gewebevermehrung (Proliferation) bei verschiedenen Krebsarten zu verhindern. Zu diesem Zweck wird CPS oral eingenommen. Es kann Ausbreitung von Krebszellen deutlich stoppen und zum Zelltod (Apoptose) führen.

Nachgewiesen wurde das in einer Studie aus dem Jahr 2010, die in der Zeitschrift Future Oncology veröffentlicht wurde. Forscher fanden heraus, dass Capsaicin das Wachstum von menschlichen Prostatakarzinom Zellen in vitro und in vivo stark unterdrückt.

Förderung der Verdauung

Capsaicin hilft, das Verdauungssystem zu regulieren und Abfallprodukte und Giftstoffe wirksamer zu beseitigen. Es stärkt den Magen gegen Infektionen, erhöht die Produktion von Verdauungssäften und hilft, dem Magen Enzyme zu liefern.

In einer Studie aus dem Jahr 2014, die in der Zeitschrift Progress in Drug Research veröffentlicht wurde, fanden die Forscher heraus, dass Capsaicin ein oral anwendbares Magenschutzmittel bei gesunden Menschen und bei Patienten mit unterschiedlichen chemischen und Helicobacter pylori-induzierten Schleimhautschäden und vielen anderen Krankheiten darstellt.

Verhinderung von Blutgerinnseln

Capsaicin hat eine starke blutverdünnende Wirkung und erhöht auch die Durchblutung des Körpers.

Es kann helfen, Ablagerungen in den Arterien zu entfernen und gleichzeitig Arterien und Blutgefäße zu erweitern, um Gerinnsel zu beseitigen. Es hilft auch, die Konzentration von Fibrin zu senken, einem unlöslichen Protein, das eine Schlüsselrolle bei der Gerinnung spielt.

Wann wird Capsaicin eingesetzt?

Capsaicin wird als medizinischer Wirkstoff in Form von Pflastern oder Salben gegen verschiedene Arten von Schmerzen und bei der Störung der Durchblutung eingesetzt.

Es kann bei Schmerzen durch Verspannungen, Sportverletzungen, Nervenschmerzen oder peripheren rheumatischen Schmerzen angewendet werden. CPS kann allein oder in Kombination mit anderen Arzneimitteln gegen Schmerzen angewendet werden.


Richtige Anwendung

Als Pflaster oder Creme darf Capsaicin nicht auf trockener, verletzter oder gereizter Haut angewendet werden. Auch eine Anwendung im Gesicht, besonders in der Nähe der Augen sollte unterbleiben.

So wird Capsaicin angewendet

Capsaicin-Creme wird normalerweise dreimal täglich auf den schmerzenden Bereich in einer kleinen Menge (1-2 g Creme pro Anwendung; 1 g entspricht einem Strang von ca. 4,2 cm) aufgetragen und gut eingerieben.

Die Behandlung sollte so lange fortgesetzt werden, bis die Schmerzen sich bessern, wenn nötig bis zu drei Wochen.

Capsaicin-Pflaster müssen von einem Arzt oder unter der Aufsicht eines Arztes angewendet werden. Dabei ermittelt der Arzt die schmerzenden Stellen und markiert sie auf der Haut.

Das Pflaster sollte an den Füßen, beispielsweise bei durch hiv-verursachter Neuropathie oder schmerzhafter diabetischer Neuropathie eine halbe Stunde und an anderen Stelle, beispielsweise bei post-herpetischer Neuralgie eine Stunde lang angewendet werden.

Die Behandlung kann alle drei Monate wiederholt werden, falls die Schmerzen weiterbestehen oder wiederkehren.


Medikamente

Welche Medikamente beinhalten den Wirkstoff Capsaicin?

Folgende Liste zeigt Medikamente, die den Wirkstoff Capsaicin enthalten:

  • Qutenza 179 mg:
    • Abacus kutanes Pflaster (Abacus Medicine A/S)
    • axicorps kutanes Pflaster (axicorp Pharma GmbH)
    • CC Pharma kutanes Pflaster (CC-Pharma GmbH)
    • Eurim kutanes Pflaster (Eurim-Phamr Arzneimittel GmbH)
    • kohlpharma kutanes Pflaster (Kohlpharma GmbH)
    • kutanes Pflaster (Grünenthal GmbH)
    • Medicopharm kutanes Pflaster (Medicopharm AG)
    • Emra kutanes Pflaster (Emra-Med Arzneimittel GmbH)
    • Qutenza Haemato-Pharm kutanes Pflaster (HAEMATO PHARM GnbH)

Weitere Arzneimittel mit Capsaisin sind:

  • ABC Lokale Schmerz-Therapie Wärme-Creme 750 µg /g (Beiersdorf AG)
  • Capsagamma Dolor Creme 0,05 % (WÖRWAG Pharma GmbH & Co KG)
  • Capsamol Salbe (WÖRWAG Pharma GmbH & Co KG)
  • Cayanol Creme (Procter & Gamble Health Germany GmbH)
  • Finalgon CPD Wärmecreme 26,5 mg/50 g Creme (Sanofi-Aventis Deutschland GmbH GB Selbstmedikation / Consumer-Care)
  • hot Thermo dura C Creme (Myland Healthcare GmbH)
  • Rheumamed Salbe zur Anwendung auf der Haut (W. Feldhoff & Comp. Arzneimittel gmbH)
  • Thermo Bürger Creme (Johannes Bürger Ysalfabrik GmbH)
  • Hansaplast med ABC Wärmecreme (Beiersdorf AG)
  • Hansaplast med ABC Wärmepflaster (Beiersdorf AG)

Handelsnamen

Capsaicin als Arzneistoff ist in Cremes, Salben und Pflastern enthalten. Handelsnamen bzw. Präparate mit Capsaicin sind unter anderem Qutenza, Rheumamed oder Cayanol.


Indikationen

Anwendungsgebiete (Indikationen) von Capsaicin

Capsaicin findet Anwendung bei:

Zu den Anwendungsgebieten von Capsaicin zählen verschiedene Neuralgien (Nervenschmerzen) wie etwa eine diabetische Neuropathie oder postherpetische Nervenschmerzen.

Darüber hinaus kann der Wirkstoff auch bei Rücken-, Gelenk- oder Muskelschmerzen helfen. Eine weitere Infikation ist z. B. idiopathischer Juckzeiz.


Gegenanzeigen

Wann darf Capsaicin nicht verwendet werden?

Personen, die auf den Wirkstoff, gegen Paprikagewächse allgemein oder auf chemische Verwandte des Wirkstoffs überempfindlich reagieren, sollten von der Verwendung von Capsaicin absehen.

Auch auf geschädigter Haut, beispielsweise bei Verbrennung, Entzündungen oder Ekzemen, auf Wunden und den Schleimhäuten im Augen-, Mund-, Scham– oder Analbereich darf Capsaicin nicht angewendet werden.

Bei Kontakt mit den Augen muss sofort ein Augenarzt aufgesucht werden. In der Zwischenzeit sollten die Augen gründlich mit viel kaltem Wasser gespült werden.

Bei der Behandlung mit Capsaicin sollte zusätzliche Wärme durch Sonne, warmes Wasser oder eine Wärmflasche vermieden werden.

Rötungen, Schwellungen und Überwärmung von Gelenken können durch die Behandlung mit CPS schlimmer werden. Bei anhaltenden Gelenkbeschwerden sollte die Anwendung ebenfalls nur vorsichtig erfolgen.

Das Gleiche gilt bei starken Rückenschmerzen, die in die Beine ausstrahlen oder die mit nervlichen Ausfallerscheinungen wie Taubheit oder Kribbeln einhergehen. In diesen Fällen sollte ein Arzt konsultiert werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Wie Capsaicin-Creme Schwangere beeinflusst ist noch nicht ausreichend erforscht. Aus diesem Grund sollte eine Behandlung mit dieser Creme nur nach sorgfältiger Auswertung des Nutzens und des Risikos angewendet werden. Während der Stillzeit darf die Creme auf keinen Fall im Brustbereich angewendet werden.

Auch bei Capsaicin-Pflaster liegen sehr wenige Daten über die Anwendung bei Schwangeren vor. Daher ist bei der Anwendung in der Schwangerschaft größte Vorsicht geboten.

Das Stillen sollte während einer Pflaster-Behandlung unterbrochen werden, da die Gefahr besteht, dass Capsaicin von Neugeborenen oder Kleinkindern über die Muttermilch eingenommen werden könnte.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Diese Arzneimittel sollten nicht zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren verwendet werden, weil dafür keine ausreichenden Daten hinsichtlich der Sicherheit und Wirksamkeit vorliegen.


Risiken & Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen hat Capsaicin?

Wie alle Medikamente kann auch Capsaicin Nebenwirkungen haben. Anwender berichteten von lokal auftretendem Brennen oder Schmerzen.

Sehr häufig (mehr als 1 von 10)

  • Schmerzen oder/und Erythem an der Behandlungsstelle

häufig (mehr 1 von 100 bis mehr als 1 von 10)

  • Brennen
  • Schmerzen in Extremität
  • Pruritus, Papeln, Bläschen, Ödem, Schwellung oder/und Trockenheit an der Behandlungsstelle

gelegentlich (mehr als 1 von 1000 bis mehr als 1 von 100)

nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)


Wechselwirkungen

Über Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln wurden bisher keine Studien durchgeführt. Von Capsaicin-Pflastern kann gesagt werden, dass nur eine vorübergehende, geringfügige Absorption während der Behandlung stattfindet. Capsaicin-Creme soll nicht gleichzeitig mit anderen topischen Arzneimitteln am selben Anwendungsort benutzt werden.


Wichtige Hinweise

Capsaicin-Creme darf nicht in die Augen oder auf Schleimhäute geraten. Sie sollten sich im Anwendungsbereich nicht kratzen, um Hautverletzungen zu vermeiden. Zusätzliche Wärmezufuhr sollte vermieden werden.

Die Wärmewirkung der Creme oder des Pflasters kann durch körperliche Aktivität, also durch Schwitzen, verstärkt werden. Falls die Wärmewirkung als zu extrem empfunden wird, sollte die Behandlung abgebrochen werden. Überschüssige Creme kann mit kaltem Wasser entfernt werden.

Die Anwendung auf einer größeren Fläche sollte vermieden werden. Die Wärmewirkung kann erst einige Zeit nach Auftragen der Creme auftreten.

Bei den folgenden Beschwerden sollte ein Arzt konsultiert werden:

Was ist bei der Einnahme von Capsaicin zu beachten?

Wenn Capsaicin-Produkte sachgemäß angewendet werden, ist der Umgang mit ihnen ungefährlich. Eine private Zubereitung ist nicht empfehlenswert, da dabei der genaue Capsaicin-Gehalt nicht genau festgestellt werden kann.

Ein Fertigarzneimittel mit Capsaicin sollte bei Nervenschmerzen dreimal am Tag erfolgen, damit die gespeicherten Neuropeptide nachhaltig abgebaut werden können. Die Anwendung sollte in geringer Dosierung und vorsichtig erfolgen.

Dosierung von Capsaicin

Bei Capsaicin Konzentrationen von maximal 0,075 Prozent sind Anwendungen von vier bis neun Wochen möglich, ohne dass Nebenwirkungen zu erwarten sind.


Abgabevorschriften

Capsaicin gibt es sowohl als Tabletten als auch als Pulver, Cremes und Salben am Markt zu kaufen.

So erhalten Sie Medikamente mit Capsaicin

Capsaicin ist als Fertigarzneimittel in Form von Pflastern, Salbe und Creme erhältlich. Als Nahrungsergänzungsmittel ist Capsaicin außerdem als Kapseln im Handel erhältlich.


Geschichte

Bis zum Jahr 1492 gab es Chilis nur auf dem amerikanischen Kontinent vom Süden der heutigen USA bis nach Argentinien. Kleinere Beeren der Capsicum Wildarten wurden schon 8000 v. Chr. in der Tehuacan-Ebene in Mexiko von Ureinwohnern gepflückt. Als die Menschen sesshaft wurden, begannen sie Chilis anzubauen.

Heute sind etwa 28 Wildformen bekannt. Aus einer dieser wilden Arten gingen die gezüchteten Chilis hervor. Archäologische Funde in Oaxaca in Mexiko lassen vermuten, dass die erste gezüchtete Art eine Capsicum annuum war.

Erst vor 500 Jahren wurde das Nachtschattengewächs von Spaniern und Portugiesen nach Europa gebracht. Von hier aus startete die Frucht ihre Karriere zum beliebtesten Gewürz. Heute wird es überall in den Tropen bis in die gemäßigten Zonen angebaut.

Seit wann ist Capsaicin bekannt?

Seit wann genau Capsaicin bekannt ist, konnte nicht herausgefunden werden. Aber von 1994 bis 2012 wurden mehrere Studien über die Wirksamkeit von Capsaicin durchgeführt.


Warnhinweise

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Das Medikament darf nicht in Kontakt mit Schleimhäuten oder Augen kommen.
  • Das Medikament darf nicht auf verletzte Haut aufgetragen werden.
  • Im Anwendungsbereich des Medikaments sollte nicht gekratzt werden, um Hautverletzungen zu vermeiden.
  • Eine zusätzliche Wärmezufuhr während der Behandlung (durch Heizkissen oder Wärmelampen) ist zu unterlassen.
  • Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Quellen

  • Arzneimittel-Fachinformationen (CH, EMA, UK, USA)
  • Eintrag zu CAPSAICIN in der CosIng-Datenbank der EU-Kommission, abgerufen am 21. März 2020.
  • Barceloux D.G. Pepper and capsaicin (Capsicum and Piper species). Dis Mon, 2009, 55(6), 380-90 Pubmed
  • Datenblatt (E)-Capsaicin (PDF) bei Calbiochem, abgerufen am 26. Dezember 2016.
  • Burger A., Wachter H. (Hrsg.) Hunnius. Pharmazeutisches Wörterbuch. Berlin, New York: de Gruyter, 1998
  • Cheng J., Yang X.N., Liu X., Zhang S.P. Capsaicin for allergic rhinitis in adults. Cochrane Database Syst Rev, 2006, CD004460 Pubmed

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