Der Glaubenskrieg: Verschiedene Ernährungskonzepte

Neulich war es mal wieder soweit: Nach dem Training entbrannte an der „After-Workout-Theke“ im Fitnessstudio die Diskussion um die richtige Ernährung für sportlich Aktive

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Zu diesem Thema hat wirklich jeder etwas anderes gehört und es toben regelrechte Glaubenskriege über den Sinn oder Unsinn verschiedener Konzepte. Wenig Fett, viel Fett, wenig Kohlenhydrate, viel Kohlenhydrate, wenig Eiweiß, viel Eiweiß. Ich hielt mich bewusst zurüCK und lauschte ergriffen dem argumentativen Schlagabtausch meiner Trainingskollegen.

Petra hatte mit den Kohlenhydraten eindeutig die Schuldigen für ihre nachweihnachtliche Gewichtsmisere ausgemacht

: „Seit Neujahr esse ich abends kaum noch Kohlenhydrate und dafür mehr Eiweiß, seither habe ich schon drei Kilo abgenommen“. Hmh, hörte sich erst mal gut an. ALS auf die Nachfrage, in welcher Form sie das Eiweiß konsumierte, ihre Anwort „Magerquark, Eiweißpulver mit Kreatin, Harzer Käse, Soja und Fleisch“ lautete, ebbte meine Begeisterung rasch ab. Als jahrzehntelangem Abends-Wurstbrot-Esser lief mir bei diesem Angebot nicht gerade das Wasser im Mund zusammen.

Uwe teilte offenbar meine Meinung – vor allem beim Gedanken an Harzer Käse und Soja verspürte er ein gewisses Unwohlsein in der Magengegend. Seiner Meinung nach reiche eine ausgewogene und nicht zu reichhaltige Ernährung aus, um das Gewicht zu halten und die ideale Sportnahrung zu erhalten. Wie sich diese im Einzelnen zusammensetze, das melde ihm schon sein „Darmhirn“ – man müsse nur auf die innere Stimme hören. Bei den ganzen Skandalen um Gammel- und Antibiotika-Fleisch sei ihm jedenfalls der Appetit auf Huhn & Co. vergangen.

 

Eine Flammrede für die Steinzeit-Diät hielt Karsten.

Er habe von einem Typen in den USA gehört, der wie unsere Vorfahren lebt und mit über Mitte 60 fit wie unter 30 ist. Dafür läuft er jeden Tag mal schnell, mal langsam durch die Gegend und zieht seinen Geländewagen täglich mehrmals die Einfahrt rauf und runter. Ich dachte nur: Wenn ich das bei mir mache, rufen die Nachbarn im besten Fall den ADAC.

Mit der Ernährung eines Steinzeitmenschen konnte ich mich da schon eher anfreunden: Viel Gemüse und Obst, Nüsse und Samen sowie etwas Fleisch. Mit dem Vorsatz, das eine oder andere einmal auszuprobieren, ging ich zwar nicht schlauer, aber gut gelaunt nach Hause.

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