Hämatologie

Hämatologie – Wenn Blut Bände spricht

In Rahme der Diagnostik von Erkrankungen und den daraus folgenden Behandlungen ist Blut ein wichtiges Medium geworden. Es gibt nicht nur Auskunft über Erkrankungen, sondern auch darüber wie der Körper auf bestimmte Verhältnisse reagiert. Auch wenn eine Blutentnahme sehr simpel erscheint, ist es die größte Chance auf Heilung, die die Mediziner haben.

Was ist Hämatologie ? – Ursprung und Entwicklung

Behandlung HämatologieDer Begriff Hämatologie stammt aus dem griechischen und setzt sich aus Hämato – Blut und Logos – der Lehre zusammen. Noch heute wird die wörtliche Übersetzung die Lehre vom Blut dafür verwendet.

Während in der griechischen Hochkultur die Wurzeln der medizinischen Diagnostik gelegt wurden durch die Säftelehre, war das Blut schon eines der Bestandteile. Über viele Jahre danach galt Blut als schmutzig und voller Erreger. Erst mit der technischen Weiterentwicklung und der Erkenntnis, dass Blut sich aus vielen Bestandteilen zusammensetzt, konnte Blut als Beweismittel genutzt werden. Durch eine kleine Probenentnahme können heute umständliche Untersuchungen, langes Probieren und unnötige Verdachtsdiagnosen gespart und widerlegt werden.

Behandlungen & Therapien

Durchführung & Wirkungsweise:

Die Untersuchung des Blutes stellt eine labormedizinische Untersuchung dar. Dabei werden zunächst Blutproben gewonnen. Durch den hohen technischen Fortschritt, der es erlaubt, dass schon ganz geringe Mengen an Blut für bestimmte Diagnostiken ausreichen, entsteht keine bedrohliche Situation für den Patienten durch hohe Blutverluste.

Die Entnahme einer Blutprobe erfolgt dennoch in unterschiedlichen Mengen, wobei die Entnahme immer eine Punktion darstellt. Dafür stehen verschiedene Medien zur Verfügung. Am Schnellsten erscheint die kapillare Blutentnahme, die auch ein direktes Ergebnis liefern kann. Hierzu wird ein Bluttropfen aus der Fingerbeere oder dem Ohrläppchen gewonnen. Dieser Tropfen kann dann mit einem Teststreifen aufgefangen werden und dient der Bestimmung des Blutzuckerwertes. Ebenso kann mit diesem Tropfen ein filigranes Glasröhrchen befüllt werden und wir direkt im Anschluss in ein Analysegerät eingespeist. Hierbei handelt es sich um eine Blutgasanalyse, um den Sauerstoffgehalt feststellen zu können. Die Blutzuckeruntersuchung wird von allen Diabetikern täglich mehrmals in der häuslichen Anwendung ohne große Umstände durchgeführt. Alle anderen Methoden erfordern ein medizinisches Equipment, dass ausschließlich in Arztpraxen, Laboratorien und Krankenhäusern zu finden ist.

Alle anderen Untersuchungen erfordern eine größere Menge Blut, die aber im unteren Milliliterbereich liegen. Dazu sind zumeist Teströhren vorrätig, die befüllt werden müssen. Durch die Gerinnungsfaktoren, die sich im Blut befinden, müssen alle Träger, die zur Blutuntersuchung dienen, mit einem Gerinnungshemmer versehen sein. Durch unterschiedliche Farben können die Teströhrchen sehr leicht unterschieden werden, da gewisse Nährböden in ihnen zu finden sind, die die Diagnostik und Analyse vorbereiten. So kann die Feststellung der Blutgerinnung, die Zusammensetzung des Blutes und der Nachweis von Erregern im Blut erfolgen.

Die venöse Blutentnahme erfolgt über die temporäre Anlage einer Kanüle in eine Vene des Körpers. Im Vorgang wird diese Partie über ein Stauband angestaut, damit die Blutentnahme schneller erfolgen kann. Durch die Verbindung von Probenröhrchen und Kanüle wird das Vakuum in den Röhrchen zerstört. Der entstehende Sog kann so das Blut direkt in das Röhrchen ziehen. Alle Röhrchen sind mit einem Mindeststrich gekennzeichnet, der vorgibt, wie groß die Menge des entnommenen Blutes für die Durchführung der Untersuchung mindestens sein muss.

Danach werden die Röhrchen in ein Labor gegeben. Lediglich die Röhrchen der Blutsenkungsreaktion kommen direkt in einen Aufsteller. Diese sind nicht mit Gerinnungshemmern versehen und so kann sich durch das stille aufrechte Stehen über einen Zeitraum von zwei Stunden eine Reaktion zeigen. In diesem Falle lagern sich die Blutteilchen am unteren Teil des Röhrchens ab. An der oberen Schicht bleibt das reine Blutplasma und bildet eine klare Grenze zu den festen Bestandteilen. Diese Senkungsreaktion erfolgt in der Regel sehr langsam. Anhand einer Messskala am Aufsteller können nach ein und zwei Stunden Werte abgelesen werden. Liegt der Wert nach zwei Stunden bei maximal 20 kann eine akute Erkrankung zunächst ausgeschlossen werden. Je höher der Wert der Blutsenkungsreaktion, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass eine Infektion oder eine andere Erkrankung vorhanden ist.

Klaren Aufschluss gibt aber erst die labormedizinische Untersuchung. Da das Blut aus mehreren Bestandteilen zusammengesetzt ist, können diese auch separat bestimmt werden. Bei einer gängigen Blutuntersuchung wird zunächst das kleine Blutbild erstellt. Dabei werden die Anzahlen von roten und weißen Blutkörperchen bestimmt, der Wert des Hämoglobins und der Hämatokritwert.

Erhöhte weiße Blutkörperchen (Leukozyten) deuten auf das Vorhandensein einer Erkrankung im Organismus ihn. In diesem Zusammenhang wird dann ein Differentialblutbild erstellt, dass nicht nur die verschiedenen Arten der Leukozyten unterscheidet, sondern auch andere Stoffwechselprodukte und weitere Bestandteile des Blutes, wie Vitamine, Mineralstoffe etc. differenziert auflistet. Das Differenzialblutbild kann der Symptomatik des Patienten immer individuell durch eine entsprechende Anforderung an das Labor angepasst werden.

In der Feststellung mit den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) wird auch der Hämoglobinwert ermittelt. Der gibt Aufschluss über die Kompetenz der Sauerstoffweiterleitung im Körper und die Funktion der Atmung. Ist dieser Wert sehr niedrig, kann eine innere Blutung vorliegen oder eine andere Ursache, wie Schwangerschaft, da der Sauerstofftransport hier noch durch einen zweiten Kreislauf erfolgen muss.

In diesem Zusammenhang steht auch der Hämatokrit, der das Verhältnis der festen und flüssigen Bestandteile des Blutes ermittelt. Dies ist besonders wichtig bei der akuten Erkennung von Blutverlusten oder auch möglichen Problemen bei der Blutgerinnung.

Die Hämatologie findet auch auf anderen Gebieten Anwendung. Besonders bei der Untersuchung von Blutzellen, die in Körpermedien, wie dem Knochenmark auftreten, kann diese labormedizinische Untersuchung schnellen Aufschluss über Fehlfunktionen oder Infektionen geben. Die Probenentnahme erfolgt dann über eine Punktion des Knochens.

Im Grunde genommen kann die Untersuchung des Blutes jede Krankheit nachweisen und je nach Untersuchungsmethode auch Aufschluss über die Ausprägung oder auch den Verlauf der Krankheit geben. Daher ist Blut das wichtigste Medium, was den Medizinern zu einer erfolgreichen Behandlung zur Verfügung steht.

Aber auch im Rahmen der Behandlung kann die Hämatologie großen Erfolg bewirken. Durch die Verabreichung von Blutkonserven können akute Blutverlust behoben werden und die Gesundung des Patienten gefördert werden. Besondere Methoden können auch die Eigenbluttherapie im Rahmen der Desensibilierung oder auch der postoperativen Behandlung darstellen.

Hilft gegen:

  • Nichterkennen einer Erkrankung
  • Überbehandlung
  • Fehlbehandlung
  • Unterzuckerung
  • Fehleinschätzungen der körperlichen Konsititution
  • Blutverluste

Die Hämatologie ist ein wichtiger Bestandteil jeder Behandlung, denn sie erlaubt nicht nur eine genaue Diagnose, sondern auch eine Kontrolle des Verlaufs der Erkrankung oder auch der Behandlung. Besonders wenn viele Symptome auftreten, die nicht in einem direkten Zusammenhang stehen, kann die Hämatologie Aufklärung gewährleisten.

Fördert & stärkt:

  • Diagnosesicherung
  • Behandlungserfolg
  • Heilungschancen

Risiken & Gefahren

Risiken & Nebenwirkungen:

  • Fehldiagnosen
  • Infektion der Punktionsstellen
  • Allergische Reaktion im Rahmen der Bluttransfusion

Behandlung HämatologieAuch in der Hämatologie kann es immer passieren, dass Fehler auftreten. Bei der Probenentnahme kann eine verunreinigte Probe oder eine nicht fachgerecht entnommene Probe zu falsch negativen Ergebnissen führen, deren Folge eine falsche Behandlung ist. Hierbei ist der Diabetiker ein gutes Beispiel. Sollte er sich den Blutzuckerwert bestimmen, wenn die Punktionsstelle nicht gereinigt wurde, dann kann dies zu hohe Zuckerwerte anzeigen. Passiert dies, dann verabreicht sich der Diabetiker zu viel Insulin oder unterlässt die Nahrungsaufnahme. Das wiederum kann in einer Unterzuckerung und damit einem bedrohlichen Zustand ändern.

Sollte es zu einer Transfusion von Blut kommen und die falsche Blutgruppe wird verabreicht, können auch lebensbedrohliche Zustände entstehen, da das Blut dann verklumpt, da es Antikörper gegen das Fremdblut ausprägt und eine allergische Reaktion / Immunreaktion zur Folge hat.

Gegenanzeigen & Wechselwirkungen:

  • Große Wunden
  • Hoher Blutverlust

Besonders nach großen Unfällen oder großen Verletzungen sollte die Blutentnahme so klein wie möglich gehalten werden. Denn in diesen Fällen können schon wenige Milliliter zu einem hypovolämischen Schock führen.

Wer behandelt?

  • Ärzte
  • Krankenschwestern
  • Selbstdurchführung im privaten Bereich

Behandlungen mit Blut oder Blutprodukten werden immer von einem Arzt durchgeführt. Vor der Verabreichung von Blutkonserven muss eine Kreuzprobe stattfinden, die bestätigt, dass die richtige Blutgruppe vorliegt. In diesem Falle trägt der Arzt die volle Verantwortung. Die Blutentnahme kann von medizinischem Personal, wie Krankenschwestern durchgeführt werden. Diabetiker führen die kapillare Blutentnahme im häuslichen Umfeld selbst durch und dokumentieren die Werte für den nächsten Besuch beim behandelnden Arzt.

Unser Fazit:

Die Hämatologie bietet den größten Diagnostikumfang, den die Medizin zu bieten hat und ist damit Grundlage einer jeden Behandlung. Mit fortschreitender Technik sind immer mehr Möglichkeiten gegeben umständliche körperliche Untersuchungen zu meiden. Besonders in schwierigen körperlichen Situation ist die Blutuntersuchung das wichtigste und oftmals auch das einzige Mittel, das zur Verfügung steht.

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