Vene

Die Lebensader des Körpers

Venen gehören zu den Blutgefäßen und versorgen zusammen mit den Arterien den gesamten Körper mit Blut. Sie sind Teil des Blutkreislaufs und transportieren das Blut zum Herzen. Der tägliche Bluttransport liegt im Bereich von 7000 Liter. Damit wird der gesamte Körper mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Ohne Venen könnte der Mensch also nicht überleben.

Was ist eine Vene?

Der lateinische Begriff für Vene ist „Singular vena“. Vene wird auch oft einfach ALS Blutader bezeichnet. Venen gehören zu den Blutgefäßen und sind dafür verantwortlich, dass das Blut zum Herzen fließt. Dabei sorgen die Venen für einen ständigen Blutfluss. Sie befördern täglich mehrere tausend Liter Blut. Damit das Blut von den Beinen wieder zurüCK zum Herzen gelangt, müssen sie sogar das Blut gegen die Schwerkraft pumpen. Wie hoch der Sauerstoffgehalt des Bluts in den Venen ist, hängt davon ab, wo sich die Venen im Körper befinden. So fließt sauerstoffreiches Blut durch die Venen im Lungenkreislauf, während im restlichen Körper sauerstoffarmes Blut in den Venen transportiert wird. Sauerstoffarmes und sauerstoffreiches Blut unterscheiden sich in ihrer Farbe, denn sauerstoffarmes Blut ist etwas dunkler.

Da der Druck in den Venen relativ niedrig ist, werden sie im Blutkreislauf dem Niederdrucksystem zugeordnet. In den Arterien ist der Blutdruck wesentlich höher. Hautvenen erscheinen in den oberen Hautschichten manchmal bläulich. Das liegt daran, dass das rote Licht langwelliger ist und somit weiter in das Gewebe eindringen kann. Es wird absorbiert und das blaue Licht wird einfach reflektiert. Dadurch sehen manche oberflächlichen Venen bläulich aus. Als „blaublütig“ wurden früher Angehörige der Aristokratie bezeichnet. Da sie nicht im Freien arbeiteten, hatten Aristokraten eine helle Haut und die bläulichen Venen waren gut zu sehen.

Funktionen & Aufgaben

Durch den Herzschlag wird immer wieder Blut in die Arterien gepumpt. Diese transportieren das Blut vom Herz weg, bis es dann in die Venen fließt. Die Hauptfunktion der Venen ist es, das Blut wieder zurück zum Herzen zu pumpen und damit den Blutkreislauf zu schließen. So können wichtige Nährstoffe in alle Bereiche des Körpers gelangen. Denn der gesamte Körper ist mit einem feinen Netz aus Blutgefäßen durchzogen. Gleichzeitig wird die lebenswichtige Sauerstoffversorgung im Körper gewährleistet.

Es gibt drei verschiedene Möglichkeiten, mit denen in den Venen eine Pumpwirkung erreicht werden kann:

  • Muskelkontraktion
  • Zusammenlagerung als Begleitvenen
  • Druckveränderung durch Brusthöhle

Manche Venen befinden sich in der Nähe von Muskeln. Durch eine Muskelkontraktion erfolgt auch eine Kontraktion der Vene und das Blut wird weitergepumpt. Auch von den Bewegungen der Darmperistaltik profitieren die Venen. Vorhandene Venenklappen verhindern, dass das Blut in die falsche Richtung fließt. Durch diese Klappen kann das Blut nur in eine bestimmte Richtung fließen. In die andere Richtung verhindern die Venenklappen ein durchfließen. An bestimmten Stellen des Körpers sind Venen auch zu sog. Begleitvenen zusammengelagert. Dies ist meist in der Nähe von Arterien der Fall. Werden in der Arterie Pulswellen erzeugt, übertragen die sich auch auf die Begleitvenen und sorgen dort ebenfalls, dass das Blut weitergepumpt wird. Schließlich profitieren Venen in der Bruthöhle von der dort stattfindenden Druckveränderung. Die Druckveränderung fungiert als Pumpe der Venen im Brustbereich.

Durch die Venenklappen verhindern die Venen, dass das Blut zurückfließt und es so zu einem Blutstau im Körper kommt. Gleichzeitig können die Venen auch sehr viel Blut aufnehmen, da sie elastische Blutgefäßwände besitzen. Dadurch sorgen sie für eine Regulation des Blutkreislaufs.

Aufgaben der Venen im Überblick:

  • Blut zum Herzen zurückpumpen
  • Blutrückfluss wird verhindert
  • Regulierung des Blutkreislaufs

Anatomie & Aufbau

Venen bestehen aus drei verschiedenen Schichten:

  • Tunica Intima
  • Tunica media
  • Tunica adventitia

Venen haben eine sehr dehnbare Gefäßwand. Da der Innendruck der Gefäße geringer ist, wie zum Beispiel bei Arterien, sind auch die Gefäßwände dünner. Die Gefäßwände setzen sich aus drei verschiedenen Schichten zusammen, wobei die Tunica Intima die innerste Schicht darstellt. Eine Basalmembran bildet zusammen mit den Schleimhautzellen das einschichtige Plattenephitel. Die Tunica Intima erlaubt einen Gas-, Stoff-, und Flüssigkeitsaustausch zwischen umliegendem Gewebe und dem transportierten Blut.

Die mittlere Schicht, die Tunica media, enthält hauptsächlich die Muskulatur, welche spiralförmig oder ringförmig angeordnet ist. Da die Venen selbst keinen Druck erzeugen, ist die Muskulatur bei den Venen nur sehr schwach ausgebildet. Mithilfe der äußeren Schicht, der Tunica adventitia, werden die Venen in das umliegende Gewebe integriert. Es handelt sich dabei um eine äußere Bindegewebsschicht. In der Bindegewebsschicht sind teilweise auch kleinere Blutgefäße oder Nerven enthalten.

Venenklappe

Venenklappen kommen speziell nur in den Venen vor und heißen mit lateinischem Namen Valvula venosa. Darunter versteht man eine Faltenbildung, die im Inneren der Vene auftritt. Die Venenklappen werden meist aus zwei Segeln gebildet, die eine halbmondförmige Struktur haben. Wichtig ist dabei, dass der Rand der Klappen in Richtung Herz ausgerichtet ist. Besonders häufig kommen Venenklappen in den Regionen des Körpers vor, in denen das Blut entgegen der Schwerkraft in den Venen transportiert werden muss.

Fließt das Blut in die falsche Richtung, werden die Segel verschlossen und das Blut kann nicht mehr weiterfließen. Damit funktionieren die Venenklappen ähnlich wie ein Rückschlagventil. Findet keine Muskelkontraktion statt, verhindern die Venenklappen zusätzlich, dass das ruhende Blut ebenfalls nicht zurückfließt, sondern bei der nächsten Muskelkontraktion immer weiter in Richtung Herz transportiert wird.

2012 gelang es dem Fraunhofer Institut das erste Mal, eine Venenklappenprothese künstlich herzustellen. Dafür wurde ein bestimmter Kunststoff verwendet.

Krankheiten, Beschwerden & Störungen

In der Phlebologie allgemein BlutgefäßErkrankungen behandelt. Dazu gehören auch Venenerkrankungen.

Besenreiser
Unter Besenreisern versteht man Venen, die erweitert sind. Die Ursache von Besenreisern ist eine chronische Venenstauung oder sie treten veranlagungsbedingt auf. Es gibt kleine und große Besenreiser. Die kleinen Besenreiser sind sehr fein und haben meist eine hellrote Farbe. Größere Besenreiser sind rotblau gefärbt. Die Venen sind in der Regel geschlängelt und erweitert.
Veranlagungsbedingt Besenreiser können in jedem Alter auftreten, also auch bereits schon im Kindesalter. Sie nehmen im Laufe der Zeit immer weiter zu. Betroffene Personen leiden meist aufgrund von ästhetischen Gründen unter veranlagungsbedingten Besenreisern, eine chronische Veneninsuffizienz tritt nicht immer auf. Auch Krampfadern müssen nicht zwingend auftreten. Treten die Besenreiser im Gesicht oder an der Nase auf, spricht man von Couperose.
Tritt eine chronische Venenstauung auf, führt dies zu Besenreisern. Meist bilden sie sich unterhalb des Knöchels und bilden einen Halbkreis. Unbehandelt führt eine chronische Venenstauung zu einem offenen Bein. Bei einer chronischen Leberstauung treten Besenreiser im Brustbereich auf.

Krampfadern (Varizen)

Venen werden dann als Krampfadern bezeichnet, wenn sie geschlängelt und geweitet sind, sowie über Venenklappen verfügen, die nicht mehr funktionsfähig sind. Besonders oberflächliche Krampfadern sind leicht zu erkennen. Sie befinden sich im Unterhautfettgewebe des Beins. Tiefer liegende Krampfadern können mithilfe des Ultraschalls sichtbar machen. Die Klappeninsuffizienz tritt dadurch auf, dass die Venen geweitert sind. Dadurch können die Klappen nicht mehr vollständig geschlossen werden. Durch die nicht mehr funktionsfähigen Venenklappen nimmt der hydrostatische Druck in den Venen zu. Dies hat zur Folge, dass Wasser durch die Venenwand gelangen kann und sich in den Füßen und Beinen einlagern kann. Es bildet sich also ein Ödem.
Oft ist das Auftreten von Krampfadern genetisch bedingt. Ursache für die Krampfadern ist eine Bindegewebs- oder Venenwandschwäche.

Venenentzündung (Phlebitis)
Der Fachbegriff für Venenentzündung ist Phlebitis. Entzünden sich oberflächliche Venen, bilden sich rote, schmerzende und erwärmte Stellen. Schwellungen treten ebenfalls gelegentlich auf. Venenentzündungen müssen in jedem Fall behandelt werden, da sie eine Thrombose zur Folge haben können.
Venenentzündungen entstehen meist in den Beinen, wenn bereits Krampfadern vorhanden sind, oder in den Armen, infolge eines Venenkatheters. Es gibt verschiedene Ursachen für eine Venenentzündung. So kann eine bakterielle Verunreinigung, hervorgerufen durch eine Infusion oder eine intravenöse Injektion, eine Venenentzündung hervorrufen. Aber auch eine nährstoffarme Ernährung oder eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme können zu einer Venenentzündung führen.

Offenes Bein (Ulcus cruris)
Ein „offenes Bein“ wir als Ulcus cruris bezeichnet. Darunter versteht man eine Wunde im Gewebe, die im Bereich des Unterschenkels auftritt. Es handelt sich um eine offene Wunde, die lange nicht verheilt, und deshalb auch chronisch genannt wird. Es gibt viele Ursachen für die Entstehung von Ulcus cruris. So können andere Venenerkrankungen, Infektionen, Verletzungen oder Tumore zu einem offenen Bein führen. Die chronisch-venöse Insuffizienz ist dabei der häufigste Grund für die Erkrankung. Das größte Problem bei einem offenen Bein ist die richtige Behandlung. Ein Ulcus cruris, welches nach 12 Monaten immer noch vorhanden ist, ist therapieresistent. Heilt das Ulcus cruris überhaupt nicht, kann eine Hauttransplantation erforderlich sein.

Venöses Ödem
Entsteht durch eine Venenerkrankung eine Wasseransammlung im Bein, spricht man von einer venösen Ödem. Das Ödem ist in der Regel örtlich begrenzt. Die wässrige Flüssigkeit lagert sich in die Gewebespalten ein. Die Bildung des venösen Ödems wird vor allem durch langes Sitzen oder Stehen begünstigt.

Thrombose
Wenn sich ein Blutgerinnsel, auch Thrombus genannt, in einem Blutgefäß bildet, spricht man von einer Thrombose. Thrombosen können in allen Blutgefäßen, nicht nur in Venen auftreten. Eine spezielle Form der Thrombose ist die Beinvenenthrombose während der Schwangerschaft.
Ein Blutgerinnsel kann verschiedene Ursachen haben. Bei einer Verletzung gerinnt das Blut, um die Wunde wieder zu verschließen und die Blutung zu stoppen. Ändert sich die Blutzusammensetzung, kann es zu einem Blutgerinnsel kommen, obwohl keine Verletzung vorliegt. Wandert das Blutgerinnsel bis in die Lunge, spricht man von einer Lungenembolie.
Gründe für eine veränderte Blutzusammensetzung sind verstärkte Blutgerinnung, die erblich bedingt ist, Medikamente, Toxine, Schwangerschaft und eine Mutation des Gerinnungsfaktors. Auch Schädigungen an der inneren Gefäßwand, hervorgerufen durch Diabetes mellitus, Tumorinfiltrate, entzündete Venen oder Operationen können eine Thrombose auslösen. Auch eine Änderung der Blutfließgeschwindigkeit kann die Ursache einer Thrombose sein. Dies kann durch Bettlägerigkeit, Krampfadern oder eingeklemmte Gliedmaßen entstehen. Auch Flugreisen sind ein Risikofaktor.

Thrombosegefahr durch die Antibabypille

Die Einnahme der Antibabypille kann die Entstehung von Thrombose begünstigen. Denn durch die Einnahme der Antibabypille wird der Stoffwechsel in der Leber verändert, welcher die Gerinnungsfaktoren direkt beeinflusst. Das Gleichgewicht zwischen gerinnungshemmenden und gerinnungsfördernden Faktoren ist gestört. Durch die Antibabypille werden die gerinnungsfördernden Faktoren leicht begünstigt. Bei gesunden Frauen hat diese leichte Begünstigung der gerinnungsfördernden Faktoren meist keine Auswirkungen, anders sieht es jedoch aus, wenn bereits erbliche Vorerkrankungen vorhanden sind, die die Bildung der Thrombose zusätzlich begünstigen. Grundsätzlich ist die Thrombosegefahr, verursacht durch die Antibabypille, während des ersten Einnahmejahres am größten. Deshalb sollte die Antibabypille nicht unnötig abgesetzt und nach einer Pause wieder neu eingenommen werden.

Typische & häufige Erkrankungen

 

  • Besenreiser
  • Venenentzündung (Phlebitis)
  • Krampfadern (Varizen)
  • Venöses Ödem
  • Offenes Bein (Ulcus cruris)
  • Thrombose

Fragen & Antworten

Durch welche Antibabypille entsteht ein erhöhtes Thromboserisiko?

Es gibt verschiedene Generationen der Antibabypille. In der 3. und 4. Generation der Antibabypille wird auf eine Kombination aus Gestagen und Östrogen gesetzt. Dabei verursacht das Gestagen ein erhöhtes Thromboserisiko. Das Gestagen ist zusätzlich für das höhere Risiko verantwortlich, an einer Lungenembolie, einem Herzinfarkt, einem Hirnödem oder einem Schlaganfall zu erkranken.

Wie kann man Reisethrombose vorbeugen?
Bei einem langen Flug oder einer langen Autofahrt sind die Beine unnatürlich lange angewinkelt. Beim angewinkelten Bein kann das Blut aber schlechter durch die Venen fließen. Die Gefahr, dass sich Flüssigkeit im Bein sammelt und sich daraus eine Thrombose entwickelt, steigt. Wandert der Blutpfropf bis in die Lunge, entsteht eine Lungenembolie. Deshalb ist es wichtig, sich regelmäßig während des Fluges zu bewegen. Im Schnitt sollte man jede Stunde einmal aufstehen und die Beine bewegen. Ist dies nicht möglich, hilft auch eine Massage im Wadenbereich. So wird die Durchblutung angeregt.

Viel trinken ist ebenfalls wichtig. Denn bei einem ausgetrockneten Körper sind die Blutgefäße verengt, was eine Reisethrombose begünstigt. Auf Schlafmittel sollte verzichtet werden, da sie die Muskulatur hemmen. Die Muskulatur ist aber als Pumpe der Venen extrem wichtig. Vitamin E hingegen hilft das Blut flüssig zu halten. Es ist zum Beispiel in Nüssen enthalten. Stützstrümpfe helfen ebenfalls das Reisethromboserisiko zu senken. Durch den zusätzlichen äußeren Druck sammelt sich das Blut nicht im Bein, sondern fließt wieder zurück zum Herzen. Bei Patienten mit einem hohen Thromboserisiko ist zusätzlich die Gabe von Heparin möglich. Heparin verdünnt das Blut sehr stark, sollte aber nur in Absprache mit dem Arzt genommen werden.

Wie werden Krampfadern behandelt?
Durch Bewegung wird die Muskulatur angeregt und das Blut fließt wieder von denen Beinen besser zurück zum Herzen. Zusätzlich können Kompressionsstrümpfe helfen, damit keine Ödeme gebildet werden und die Krampfadern nicht noch zunehmen. Bei einer Verödung werden die betroffenen Venen mithilfe eines bestimmten Mittels verödet, also geschlossen. So wird die Gefahr einer Folgeerkrankung minimiert. Helfen diese Maßnahmen nicht mehr, gibt es auch medikamentelle Mittel, um Krampfadern zu behandeln.

Pflanzenextrakte werden verschrieben, um die Gefäßwände zu stabilisieren. Heparin und Hirudin verhindern eine Blutgerinnung. Bei fortgeschrittenen Krampfadern werden die betroffenen Venen operativ entfernt. Dafür muss zuerst vom Arzt abgeklärt werden, ob die betroffenen Venen, also die Krampfadern, ohne weitere Komplikationen entfernt werden können. Nach der Operation regeneriert sich das verbleibende venöse System wieder. Es gibt verschiedene Methoden, um die Krampfadern zu entfernen: Die Chiva-Methode, Stripping und die Radiowellen- oder Lasertherapie. Auch eine Transilluminationsunterstützte Venenentfernung ist möglich.

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