Eigenbluttherapie

Das eigene Blut zur Stärkung des Immunsystems

Behandlung EigenbluttherapieDie Eigenbluttherapie gehört zu den Reiz- oder auch Regulationstherapien. Durch die Entnahme von venösem Blut und dem Zurückführen in den eigenen Körper, wird ein Reiz in diesem gesetzt, welcher die Regenerationskräfte des Körpers stimuliert.

Das Immunsystem bekommt einen Schub und der Organismus wird gekräftigt. Klassisch wird Blut aus der Vene entnommen und in kleinen Mengen zurück in einen Muskel gespritzt.

Doch auch in der Unterspritzung von Falten, als sogenanntes „Vampirlifting“, hat die Eigenbluttherapie an Beliebtheit gewonnen.

Was ist Eigenbluttherapie

Der Begriff Eigenbluttherapie fasst unterschiedliche Methoden zusammen, bei welchen dem Menschen eigenes venöses Blut entnommen und später wieder zugeführt wird. Die Behandlungen unterscheiden sich beispielsweise darin, dass das Blut vor dem Wiederzuführen behandelt wird oder eben nicht.

Bei der herkömmlichen Eigenbluttherapie wird das Blut entnommen, einige Stunden gekühlt aufbewahrt und später wieder unverändert zugeführt. Bei einer Variante wird das entnommene Blut mechanisch zur Gerinnung gebracht und vor der Rückführung werden die gebildeten Fibrine, also die geronnenen Teile, entnommen.

Das Blut kann auch angereichert werden, beispielsweise mit Ozon, Echinacea, destilliertem Wasser oder Sauerstoff.
Andere Varianten bearbeiten das entnommene Blut. Hierbei können UV-Strahlen zum Einsatz kommen oder das Blut wird mehrfach durch Mischkammern gepumpt um die Zellmembranen zu zerstören. Manchmal wird es auch wie bei der Dialyse gereinigt.

Je nachdem, welche Menge entnommen und wieder aufgenommen wird, unterscheidet man kleine und große Eigenbluttherapien. Insgesamt soll eine Stärkung des Immunsystems erreicht werden und dadurch die bessere Regeneration des Organismus oder der behandelten Gewebe.

Diese Form der Therapie wird gerne bei immer wiederkehrenden Infekten, einer generellen Immunschwäche oder Allergien angewandt, um die Symptome zu lindern und den Körper widerstandsfähiger zu machen.

Ursprung und Entwicklung der Eigenbluttherapie

Der Ursprung der Eigenbluttherapie liegt bei den Versuchen des englischen Arztes William Highmore 1874 und weiteren Versuchen von August Bier 1905 und Nowotny aus dem Jahre 1912. Sie testeten die Wirkung von Eigenblut auf den eigenen Organismus.

August Bier testete die Gabe von Eigenblut um die Heilung eines Knochenbruchs zu beschleunigen, mit Erfolg. Nowotny wandte diese Methode zur Behandlung von Infektionskrankheiten an, ebenfalls mit Erfolg.

Funktion, Wirkung & Ziele – Behandlungen & Therapien

Die Eigenblutbehandlung als unspezifische Reiztherapie oder auch Umstimmungstherapie, soll der Verbesserung der immunologischen Prozesse im Körper dienen. Gewebe wird stärker durchblutet, besser versorgt, aufgepolstert und/oder gestärkt.

Das Immunsystem bekämpft eindringende Organismen wie Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten. Wenn einem Menschen etwas gespritzt oder oral zugeführt wird, reagiert der Körper erst einmal darauf, indem er die unspezifische Immunabwehr losschickt.

Makrophagen und neutrophile Granulozyten aber auch bestimmte Enzyme versuchen den „Eindringling“ zu erkennen und zu zerstören. Diesen Immunschub beabsichtigt die Eigenbluttherapie.

  • Stärkung des Immunsystems
  • Ankurbeln der Regenerationskräfte
  • Verbesserung der Selbstheilungskräfte
  • Aufpolsterung des Gewebes

Durchführung und Wirkungsweise

Im klassischen Fall wird erst einmal Blut aus der Armvene des Patienten entnommen und unverändert in einen Armmuskel oder den Gesäßmuskel injiziert. Behandlung EigenbluttherapieMeist liegt die entnommene Menge Blut zu Beginn bei einem Milliliter.

In mehreren Sitzungen wird die entnommene Menge auf bis zu fünf Milliliter gesteigert. Manchmal wird das Blut aber auch behandelt, es wird bestrahlt, gefiltert oder ihm wird etwas hinzugefügt.

Erst dann wird es wieder injiziert. Es kann entweder mit einer Spritze zurück injiziert werden oder aber über eine Infusion.

Es können bis zu 18 Wiederholungen stattfinden, dabei liegen Zeiten von einer Woche bis zu mehreren Wochen, zwischen den einzelnen Behandlungen. Die Menge der Wiederholungen hängt von der behandelten Erkrankung oder dem Ziel der Therapie ab. Das eigene Blut setzt bei der Injektion einen stimulierenden Reiz für das Immunsystem.

Eigenbluttherapie hilft gegen:

 

  • Infektionen
  • Astma
  • Durchblutungsstörungen
  • Allergien
  • Immunschwäche
  • Infektanfälligkeit
  • Pilzinfektionen (Mykosen)
  • Wechseljahrsbeschwerden
  • Erschöpfungszustände
  • Hauterkrankungen

Die Anhänger und Befürworter dieser Reiztherapie bekämpfen unter anderem die oben genannten Erkrankungen. Ein gestärktes Immunsystem reagiert schneller und effizienter auf Viren, Bakterien oder Pilze. Deswegen nehmen viele Patienten diese Therapie auch prophylaktisch vor.

Eigenbluttherapie fördert und stärkt:

 

  • Das Immunsystem
  • Die Durchblutung
  • Wiederstandsfähigkeit
  • Festigkeit der Haut

Durch den Reiz den das eigene Blut für den Körper darstellt, bekommt der gesamte Organismus einen Schub. Energie wird vom Körper bereitgestellt, um den vermeintlichen „Feind“ zu bekämpfen. Von dieser extra Portion Energie können unterschiedlichste Systeme im Körper und Gewebe profitieren.

Diagnose und Untersuchungsmethoden

Eine generelle Diagnose wird durch diese Art der Therapie nicht gestellt. Wer im Vorfeld durch ärztliche Untersuchungen die Gewissheit hat das er/sie an Hautproblemen oder Immunschwäche leidet, der kann auf eigene Entscheidung eine Eigenbluttherapie vornehmen lassen.

Wer sich generell unterstützend heilpraktisch behandeln lässt, der kann evtl. von seinem Therapeuten auf die Eigenbluttherapie aufmerksam gemacht werden.

Im Laufe der Therapie werden aber in der Regel keine weiteren Daten erhoben, um den immunsteigernden Effekt nachzuweisen. Diese Effekte oder Verbesserungen spürt der Patient selbst, bzw. erfährt diese am/im eigenen Körper.

Es gibt allerdings unterschiedliche Arten der Eigenbluttherapie:

  • Unveränderte Eigenbluttherapie
  • Ozon-Eigenbluttherapie
  • Hämatogene Oxydationstherapie
  • Eigenblut-Nosode
  • Reinjektion von hämolysiertem Eigenblut
  • Reinjektion von mechanisch hämolysiertem Eigenblut
  • Eigenbluttherapie mit defibriniertem Eigenblut
  • Eigenbluttherapie mit Zugabe von homöopathischen Mitteln
  • Eigenbluttherapie mit Zugabe von immunstimulierenden Substanzen
  • Ultraviolett bestrahlte Eigenbluttherapie

Risiken und Nebenwirkungen der Eigenbluttherapie:

 

Wie bei allen Einstichverletzungen, kann es auch hierbei zu Infektionen und weiterem kommen. Vor allem bei unsachgemäßer Ausführung oder unhygienischer Ausführung drohen Entzündungen, bis hin zur Blutvergiftung.

Nach der Reinjektion bekommt das Immunsystem einen deutlichen reiz und reagiert auch entsprechend. Krankheitssymptome wie Kopf- und Gliederschmerzen oder Fieber können dann auftreten.

Gegenanzeigen und Wechselwirkungen

Wer von folgenden Erkrankungen oder Beschwerden betroffen ist, der sollte von einer Eigenbluttherapie Abstand nehmen:

  • Aktive Infektionen und Entzündungen
  • Venenentzündungen
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Schwere Erkrankungen wie Krebs oder HIV
  • Einnahme bestimmter Medikamente wie Blutgerinnungshemmer (Glukokortikoide) oder Immunsupressiva

Wer nimmt eine Eigenbluttherapie vor? Wer behandelt einen?

 

In der Regel wird die Eigenbluttherapie meistens von Heilpraktikern mit Zusatzausbildungen vorgenommen. Auch niedergelassene Hausärzte mit zusätzlicher Heilpraktikerausbildung/Schulung nehmen vereinzelt diese Therapien vor.

In manchen Fällen, wie dem sogenannten „Vampirlifting“, wird durch speziell geschulte Kosmetiker Blut abgenommen, um die eigenen Falten zu unterspritzen.

Unser Fazit zur Eigenbluttherapie

Diese Art der Behandlung ist doch schon etwas speziell und auch nicht für jeden geeignet. Die Wirksamkeit ist nur teilweise belegt, es fehlen repräsentative Studien. Dennoch sprechen einige Menschen sehr gut darauf an.

Wer so eine Therapie vornehmen lassen möchte, der sollte wirklich sicher gehen, dass er/sie bei einem Fachmann ist. Denn in den letzten Jahren ist es leider oft durch eine unsachgemäße Handhabung bei der Blutentnahme, der Lagerung und Behandlung des Blutes und der Reinjektion zu schweren Infektionen gekommen.

Sprechen Sie vorher auf jeden Fall mit ihrem Arzt darüber und ersetzen Sie niemals den Gang zum studierten Arzt mit einer heilpraktischen Eigenblutbehandlung.

Wer auf alle diese Punkte achtet, der kann dennoch seinem Immunsystem einen deutlichen Reiz geben. Auch wenn es dafür auch viele andere Möglichkeiten gibt.

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie diesen Artikel
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (24 Stimmen, Durchschnitt: 4,57 von 5)
Loading...

 Rechtliche Hinweise