Insulinpumpe

Die Insulinpumpe als Unterstützung für Diabetiker

Behandlung Insulinpumpe Diabetes ist in unseren Breitengraden mittlerweile stark verbreitet und wurde zu einer Zivilisationskrankheit unserer Gesellschaft.

Immer mehr Personen erkranken, leider auch immer mehr Kinder.

Der Großteil der Patienten muss in regelmäßigen Abständen dem Körper Insulin zuführen, da der der Körper nicht mehr in der Lage ist sich selbst mit ausreichend Insulin zu versorgen.

In diesem Ratgeber informieren wir Sie umfassend zum Thema Insulinpumpe. 

Was ist eine Insulinpumpe?

Insulinpumpe und Diabetes
Bei Diabetes mellitus handelt es sich um eine ernstzunehmende chronische Stoffwechselerkrankung, bei der die Bauchspeicheldrüse nicht mehr ausreichend Insulin produzieren kann. Somit leidet der betroffene Patient unter einer dauerhaften Hyperglykämie (=erhöhte Blutzuckerwerte).

Die Krankheit beginnt unbemerkt und entwickelt sich schleichend. Aufgrund des erhöhten Zuckerspiegels produzieren die Zellen der Bauchspeicheldrüse vermehrt Insulin, um den Zuckerspiegel wieder zu regulieren. Der Körper entwickelt aber eine verminderte Empfindlichkeit der Zellen auf das Insulin, die sogenannte Insulinresistenz.

Durch den ständig erhöhten Bedarf an Insulin werden die Bauchspeicheldrüsenzellen irgendwann „müde“ und produzieren immer weniger Insulin und die restlichen Körperzellen können somit keinen Zucker aus dem Blut mehr aufnehmen. Somit kann der Körper aus der Glucose keine Energie mehr gewinnen.

Die überschüssige Glucose aus dem Blut wird über den Harn aus dem Körper ausgeschieden. Jedoch schädigt die hohe Zuckerkonzentration Augen, Nieren und Nerven nachhaltig.

Beim Diabetes Typ 1 handelt es sich um eine angeborene Krankheit, bei der die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse durch körpereigene Antikörper angegriffen und zerstört werden. Dadurch kann der Körper kein oder nur sehr wenig Insulin produzieren.

Eine Insulinpumpe übernimmt sozusagen die Arbeit der Zellen der Bauchspeicheldrüse. Sie liefert dem Körper das lebenswichtige Hormon Insulin automatisch, ohne dass der Patient sich darüber Gedanken machen muss.

Im Anfangsstadium der Erkrankung schafft es der Körper noch allein, schreitet die Krankheit jedoch weiter voran, muss der Patient sich entweder mittels Spritze selbst Insulin spritzen oder als letzten Schritt eine Insulinpumpe verwenden. Insulinpumpen sind jedoch in erster Linie für Patienten des Diabetes Typ 1 gedacht, da diese ihr gesamtes Leben mit der Krankheit konfrontiert sind.

Ursprung & Entwicklung:

Die ersten Modelle von Insulinpumpen wurden in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelt. Hintergrund dieser Weiterentwicklung zur Insulinversorgung der Diabetes-Patienten war die Tatsache, dass die Patienten durch die mehrmalige Verabreichung von Insulin mittels Spritzen in ihrem Tagesablauf beeinträchtigt wurden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass die Bauchspeicheldrüse nicht nur 5-7 Mal am Tag arbeitet, sondern immer bei Bedarf. Daher kann es auch durch mehrmalige Gabe von Insulin zu einer gefährlichen Unterversorgung der Betroffenen kommen.

Durch eine Insulinpumpe, die in regelmäßigen Abständen Insulin eigenständig abgibt wird die Versorgung der Patienten gewährleistet aber auch deren Einschränkungen durch die Krankheit reduziert.

Funktion, Wirkung & Ziele – Behandlungen & Therapien

Die Insulinpumpe ist über einen kleinen Kathederschlauch mit dem Körper verbunden. In der Pumpe befindet sich ein Reservoir in dem das Insulin aufbewahrt wird. Das Insulin wird kontinuierlich von der Pumpe an den Körper abgegeben und reguliert somit zuverlässig den Blutzuckerspiegel der Patienten. Der Kathederschlauch sollte alle drei Tage gewechselt werden. Bei den Pumpen wird ausschließlich kurzwirksames Insulin verwendet.

  • Einführung in Körper mit Kathederschlauch
  • kontinuierliche Abgabe von Insulin
  • regelmäßiger Tausch des Kathederschlauches
  • Verabreichung von ausschließlich kurzwirksamen Insulin

Durchführung & Wirkungsweise:

Durch die kontinuierliche Abgabe von Insulin ist die Grundversorgung (auch Basalrate genannt) des Patienten ständig gewährleistet. Wird eine Mahlzeit verzehrt drückt der Patient einfach einen Knopf an der Pumpe und diese gibt eine zusätzliche Insulindosis (Insulinbolus) ab.

Dadurch imitiert die Pumpe den physiologischen Prozess zur Aufnahme von Glucose aus dem Blut in die Zellen in einem gesunden Körper.

Die Insulinpumpe muss ständig getragen werden, ansonsten ist die Versorgung mit Insulin nicht gewährleistet und es können lebensgefährliche Situationen für die Patienten entstehen.

Mittlerweile gibt es auch Insulinpumpen, die wasserfest sind und somit auch beim Duschen und bei sportlichen Aktivitäten nicht abgenommen werden müssen. Die mehrmalige Blutzuckerkontrolle pro Tag bleibt aber auch durch das Tragen einer Pumpe unverzichtbar.

Eine Insulinpumpe hilft bei:

  • hauptsächlich Patienten mit Diabetes Typ 1
  • immer mehr Diabetes Typ 2 Patienten
  • Patienten mit einem stark schwankenden Blutzuckerspiegel
  • Diabetiker, die einen unregelmäßigen Tagesablauf haben
  • Patienten mit dem Dawn-Phänomen (Diabetiker, die vor allem am Morgen einen erhöhten Insulinbedarf haben)
  • Schwangere, die bereits vor der Schwangerschaft Diabetikerinnen waren, denn besonders in der Schwangerschaft schwankt der Insulinbedarf)
  • Diabetiker die viel Sport betreiben

Wie bereits erwähnt war die Insulinpumpe ursprünglich nur für Diabetiker des Typ 1 gedacht, da diese Patientengruppe schlussendlich selbst kein Insulin produzieren kann und somit auf die kontinuierliche Versorgung angewiesen ist.

Behandlung Insulinpumpe Aufgrund der Tatsache, dass immer mehr Menschen im Laufe ihres Lebens einen Typ 2 Diabetes entwickeln werden diese auch insulinpflichtig und benötigen eine konstante und zuverlässige Versorgung mit Insulin. In diesen Fällen ist der Einsatz einer Insulinpumpe sinnvoll und verspricht eine höhere Lebensqualität.

Kinder profitieren ebenso von einer Insulinpumpe, mittlerweile ist es sogar die Therapie der Wahl bei Kindern, denn Kinder haben oft stark schwankende Blutzuckerwerte aufgrund unregelmäßiger Nahrungszufuhr und Bewegung.

Die Blutzuckerwerte können mit Hilfe einer solchen Pumpe stabil gehalten werden und bei erhöhtem Bedarf kann die Abgabe von Insulin schnell angepasst werden.

Die Insulinpumpe fördert und stärkt:

  • Blutzuckerspiegel des Diabetikers soll dauerhaft reguliert werden
  • Erhöhung der Lebenserwartung, da die schädigende Wirkung einer dauerhaften Hyperglykämie reduziert wird
  • Patienten können sich freier bewegen und sind nicht mehr so eingeschränkt, da die Insulindosierung automatisch erfolgt

Diagnose & Untersuchungsmethoden

Eine Diabeteserkrankung wird oft sehr lange Zeit nicht erkannt, weil der menschliche Körper sehr lange in der Lage ist, die Blutzuckerschwankungen selbst zu regulieren. Jedoch kann bei Routineuntersuchungen beim Arzt ein Diabetes rasch diagnostiziert und somit kann die Behandlung gleich gestartet werden. Körperliche Symptome bei Diabetes können unterschiedlich ausfallen, aber in den meisten Fällen äußern sie sich mit folgenden Symptomen:

  • übermäßiger Durst
  • häufiger Harndrang
  • Gewichtsverlust
  • allgmeines Schwächegefühl
  • Muskelkrämpfe etc.

Sollten Sie eines oder mehrere Symptome öfters haben, ist es sicherlich kein Nachteil eine Blutuntersuchung zu machen. Mit Hilfe des sogenannten Langzeitzuckerwertes, dem HbA1c-Wert, kann der Arzt eine klare Aussage darüber treffen, wie sich der Zuckerspiegel innerhalb der letzten 120 Tage verhalten hat.

Hat man bereits hier höhere Werte ist von einem Diabetes auszugehen. Oftmals werden die Patienten für einen Zeitraum weiterhin beobachtet und müssen voerst nur eine Diät einhalten um zu sehen, ob sich der Langzeitwert wieder verbessert. Stellt sich hier keine Verbesserung ein, dann muss der Patient mit regelmäßigen Blutzuckerkontrollen zu Hause seinen Blutzuckerwert kontrollieren und eine Ernährungsumstellung durchführen.

Vorteile einer Insulinpumpe:

  • Basalrate individuell auf Patienten angepasst
  • keine Verwendung von Spritzen
  • Diabetiker können ihren Tag flexibler gestalten
  • niedrigere HbA1c-Werte durch konstante Kontrolle

Die tägliche Gabe von Insulin mittels des Insulin-Pens ist für viele Betroffene sehr belastend. Obwohl es sich nur um einen kurzen Pieks handelt fühlt sich der Großteil der Diabetiker stark beeinträchtigt und stigmatisiert.

Die Dosierung kann nicht so genau erfolgen wie mit der Pumpe, daher sind die Blutzuckerschwankungen ohne Pumpe deutlich höher.

Durch die personalisierten Basalwerte der Patienten wird der Blutzuckerspiegel konstant gehalten und somit ist die Gefahr einer Hyper- oder Hypoglykämie immens vermindert.

Daraus resultieren in weiterer Folge auch niedrigere Langzeitzuckerwerte (HbA1c) und somit können die typischen Diabetes-Folgeerkrankungen vermindert oder gar ganz verhindert werden.

Nachteile einer Insulinpumpe:

  • sehr hohe Behandlungskosten
  • Gefahr einer Infektion bei der Einstichstelle
  • Patienten achten weniger auf Ernährung
  • fortlaufende Schulungen für Patienten

Prinzipiell gilt für Patienten die eine Insulinpumpe verwenden ein erhöhtes Infektionsrisiko, da die Katheder und die dazugehörigen Schläuche regelmäßig gewechselt werden müssen. Bei dem Wechselvorgang können Keime leicht ins Körperinnere gelangen und schwerwiegende Infektionen auslösen.

Daher ist es unerlässlich die Betroffenen ständigen Schulungen zu unterziehen. Diese Tatsache, wie aber auch die Kosten der Pumpe an sich, ist eine sehr hohe finanzielle Belastung für unser Gesundheitssystem. Die Verwendung einer solchen Pumpe sollte daher für jeden Einzelfall genau besprochen und bewertet werden.

Wer behandelt?

  • Patient
  • behandelnder Arzt

Primär ist natürlich der Patient für die Versorgung zuständig. Trägt er die Pumpe nicht zuverlässig oder arbeitet unhygienisch ist eine Versorgung durch die Pumpe nicht gewährleistet und lebensgefährliche Infektionen können die Folge sein.

Mit dem behandelnden Arzt wird im Vorfeld der Basalwert des Insulins für jeden Patient individuell errechnet und eingestellt. Ebenso obliegt es dem Patienten durch die regelmäßige Blutzuckerkontrolle seine Blutzuckerwerte langfristig zu stabilisieren und Langzeitwerte zu reduzieren.

Unser Fazit:

Eine Insulinpumpe ist definitiv eine sinnvolle Ergänzung zur Behandlung von Diabetes Patienten. Profitieren sollten vor allem Diabetiker Typ 1 von der Verwendung einer Pumpe.

Diese Patientengruppe ist durch körpereigene Antikörper, welche die Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstörten, nicht in der Lage Insulin zu produzieren und somit den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Hier ist der Einsatz einer Pumpe definitiv sinnvoll.

Überdacht werden sollte der Einsatz einer Insulinpumpe bei Diabetikern des Typ 2, denn hier ist die Krankheit durch falsche Ernährung hervorgerufen und wäre somit zu vermeiden.

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