Glucose

Auch bekannt als:

Blutzucker, Nüchternblutzucker, Blutglukose, oraler Glukosetoleranztest (oGTT oder GTT), Uringlukose
Bezeichnung: Blutglukose und Uringlukose
Ähnliche Tests: Insulin, C-Peptid, HbA1c, Mikroalbumin , Urinalysis


Auf einen Blick

Warum wird Glukose untersucht?

um zu sehen ob der Blutglukosespiegel innerhalb des Referenzbereichs liegt (früher sagte man Normalbereich); zur Untersuchung auf oder Überwachung von Hyperglykämie (hohe Blutglukose), Hypoglykämie (niedrige Blutglukose),

Bei Verdacht und zur Kontrolle eines Diabetes mellitus bzw. der Vorstufen des Diabetes mellitus

 

Bei welchen Erkrankungen sollte Glukose untersucht werden?

Blutglukose: als Teil einer Routineuntersuchung, bei Symptomen von Hyperglykämie oder Hypoglykämie, die bei einer Vielzahl von Erkrankungen auftreten können,

während der Schwangerschaft, bei Diabetikern (bis zu mehrmals täglich zur Überwachung der Blutglukosewerte)

Uringlukose: gewöhnlich als Teil einer Urinanalyse

 

Aus welchem Probenmaterial wird der Glukose Test durchgeführt?

venöse Blutprobe aus dem Arm oder bei einem Selbsttest ein Blutstropfen aus dem Finger; allgemein wird eine 12 stündige Nahrungskarenz  vor dem Blutglukose-Test empfohlen; gelegentlich wird eine Urinprobe verwendet


Das Probenmaterial

Was wird untersucht?

Glukose ist ein Monosaccharid, das als Hauptenergiequelle für den Körper dient. Die von uns verzehrten Kohlenhydrate werden zu Glukose (und einigen anderen  Zuckern) abgebaut, im Darm absorbiert und im Körper verteilt. Die meisten Körperzellen brauchen Glukose zur Energiegewinnung; Nervenzellen benötigen zur Energieerzeugung Glukose (nur unter besonderen Bedingungen können sie auch Fettsäuren verstoffwechseln). Für die Funktion des Gehirns ist eine minimale Blutglukosekonzentration erforderlich, die beim Erwachsenen etwa bei 40 mg/dl liegt.

Die Verwendung der Glukose im Körper ist abhängig von der Verfügbarkeit von Insulin, ein von der Bauchspeicheldrüse produziertes Hormon. Insulin kontrolliert den Glukosetransport – es befördert die Glukose in die Körperzellen und steuert die Speicherung überschüssiger Glukose im Körper als Glykogen (für kurzfristige Lagerung) und/oder als Triglyzeride in Fettzellen (Adipozyten). Der Mensch kann ohne Glukose oder Insulin nicht leben und beide müssen sich in Balance befinden.

Normalerweise steigt der Blutglukosewert nach einer Mahlzeit leicht an und Insulin wird zu seiner Senkung ausgeschüttet, wobei die freigesetzte Insulinmenge passend ist zur Größe und Zusammensetzung der Mahlzeit. Sinkt der Blutglukosespiegel zu weit ab, was z.B. zwischen den Mahlzeiten der Fall sein kann oder nach anstrengendem Training, wird Glukagon (ein weiteres Hormon der Bauchspeicheldrüse) freigesetzt um der Leber zu signalisieren einiges Glykogen zurück zu Glukose umzuwandeln, was den Blutglukosewert anhebt. Wenn der Glukose/Insulin-Feedback-Mechanismus richtig funktioniert, bleibt die Glukosemenge im Blut recht stabil. Wird die Balance gestört und der Blutglukosespiegel steigt über einen Wert von ca. 180 mg/dl (individuell variabel), wird Glukose über den Urin ausgeschieden.

Eine schwere, akute Hyperglykämie oder Hypoglykämie kann lebensbedrohlich sein und Organversagen, Hirnschäden und Koma verursachen sowie in extremen Fällen tödlich enden. Chronische Hyperglykämie kann fortschreitende Schäden an Nieren, Augen, Herz– und Blutgefäßen und dem Nervensytem bewirken. Chronische Hypoglykämie kann zu Hirn- und Nervenschäden führen.

Manche Frauen entwickeln Hyperglykämie während der Schwangerschaft, was zu einem Gestationsdiabetes führen kann. Ohne Behandlung kann die Hyperglykämie der Mutter das Wachstum des Kindes im Mutterleib beschleunigen und zur Geburt großer Babys führen. Diese großen Babys haben in den ersten Tagen nach der Geburt die Tendenz zu niedrigen Glukosekonzentrationen im Blut. Es ist offen, ob Frauen, die einen Gestationsdiabetes hatten, anschließend einen Diabetes mellitus entwickeln oder nicht.

 

Wie wird das Probenmaterial für die Untersuchung gewonnen?

Eine Blutprobe wird mittels einer Kanüle aus einer Armvene entnommen oder ein Blutstropfen wird durch Stich mit einer kleinen, spitzen Lanzette gewonnen.

Allgemein wird vor dem Blutglukose-Test eine Nahrungskarenz von 12 Stunden empfohlen.

Gelegentlich wird eine Urinprobe verwendet.


Der Test

Wie wird der Test eingesetzt?

Der Blutglukosetest wird angefordert, um die Glukosemenge im Blut zum Zeitpunkt der Probenentnahme zu messen. Er wird verwendet um sowohl Hyperglykämie als auch Hypoglykämie festzustellen und bei der Diagnose eines Diabetes zu helfen. Die Blutglukose kann nüchtern gemessen werden (nach 8 bis 10 Stunden Fasten), post prandial (nach einer Mahlzeit), als Teil eines oralen Glukosetoleranztests (oGTT / GTT) oder zu einem zufälligen Zeitpunkt (jederzeit).

Ein oGTT ist eine Serie von Blutglukosetests. Zuerst wird ein Nüchternwert genommen, dann trinkt der Patient eine standardisierte Menge einer Glukoselösung, um seinen Zuckerstoffwechsel „herauszufordern“. Dem folgen ein oder mehrere weitere Glukosetests in bestimmten Intervallen zur Verfolgung des Glukosespiegels über die Zeit. Ist schon der nüchtern-Glukosewert deutlich erhöht, steht die Diagnose des Diabetes mellitus und der oGTT wird abgebrochen. Der oGTT kann als Diagnosehilfe für einen Diabetes angeordnet werden und als Folgetest nach erhöhten Blutglukosewerten. Die „American Diabetes Association“ empfiehlt zur Diabetesdiagnose entweder die Nüchternglukose oder den oGTT, rät jedoch die Untersuchung zweimalig durchzuführen zu verschiedenen Zeitpunkten, zur Bestätigung der Diagnose eines Diabetes.

Die meisten schwangeren Frauen werden routinemäßig auf Gestationsdiabetes untersucht, eine zeitlich begrenzte Form der Hyperglykämie – dazu wird zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche eine Abwandlung des oGTT eingesetzt, eine einstündige Glukosebelastung. Sollte der 1-Stunde-Wert größer sein als der Grenzwert, wird ein längerer oGTT durchgeführt um den Status der Patientin zu klären. Liegt entweder die Nüchternglukose oder ein zufällig genommener Glukosewert über den Werten, die dazu dienen bei Nicht-Schwangeren Diabetes zu diagnostizieren, gilt die Patientin als von Gestationsdiabetes betroffen und der Glukosetoleranztest ist nicht mehr nötig.

Diabetiker müssen ihren eigenen Blutglukosespiegel überwachen, häufig mehrmals täglich, um zu bestimmen wie weit ihr Glukosewert vom Normalwert abweicht und welche Medikamente oder wie viel Insulin sie benötigen. Dies geschieht gewöhnlich durch Platzierung eines Blutstropfens aus einem Fingereinstich auf einem Glukoseteststreifen, der in ein Glukometer eingeführt ist. Glukometer sind kleine Geräte, die eine digitale Anzeige des Blutglukosespiegels liefern.

Bei Patienten mit Verdacht auf Hypoglykämie wird der Glukosespiegel als Teil der „Whipple Triade“ verwendet um die Diagnose zu bestätigen (siehe Abschnitt „Gibt es weiteres, das ich wissen sollte?“).

Die Uringlukose wird an sich selten angefordert. Früher wurde der Test zur Diabetes-Überwachung eingesetzt, wurde aber inzwischen weitestgehend ersetzt durch den sensitiveren Blutglukose Test, der in „Echtzeit“ aktuelle Messwerte liefert. Jedoch ist die Uringlukose eine der gemessenen Substanzen, wenn eine Urinanalyse durchgeführt wird. Eine Urinanalyse kann durchgeführt werden als Teil einer Routineuntersuchung, bei Verdacht auf einen Harnwegsinfekt oder einer Vielzahl anderer Gründe. Der Arzt könnte bei einem erhöhten Uringlukosewert einen Blutglukosetest folgen lassen.

 

Wann könnte der Test sinnvoll sein?

Blutglukosetests können eingesetzt werden um gesunde, asymptomatische Individuen vorsorglich auf Diabetes oder eine Vorstufe davon zu untersuchen, da Diabetes eine weit verbreitete Erkrankung ist, die mit wenigen Symptomen beginnt. Der Test könnte also Bestandteil einer Vorsorgeuntersuchung sein. Eine Überprüfung ist besonders wichtig bei Personen mit einem hohen Risiko Diabetes mellitus zu entwickeln, wie z.B. bei einer familiären Vorgeschichte mit Diabetikern, Übergewichtigen und Personen im Alter über 40 Jahren.

Der Glukosetest kann auch zur Diagnose eines Diabetes mellitus angeordnet werden, wenn der Patient Symptome einer Hyperglykämie aufweist wie:

  • Polydypsie (gesteigerter Durst)
  • Polyurie (vermehrtes Urinvolumen)
  • Müdigkeit
  • verschwommene Sicht
  • langsame Heilung von Wunden
  • vermehrte Infektionen

oder bei Symptomen von Hypoglykämie, z.B.:

In Notfallsituationen werden Blutglukosetests durchgeführt, um zu bestimmen ob niedrige oder hohe Glukosewerte zu Symptomen wie Ohnmachtsanfall oder Bewusstlosigkeit beitragen. Hat ein Patient erhöhte Werte nüchtern oder bei einem oGGT, die aber noch unter der Grenze zum Diabetes liegen, so wird der Arzt zur Überwachung des Patientenstatus einen Glukosetest in regelmäßigen Abständen anordnen. Bei einem Diabetiker führt der Arzt Glukosetests zusammen mit anderen Tests durch wie Hämoglobin A1c, um den Glukosespiegel über einen längeren Zeitraum zu kontrollieren. Gelegentlich wird ein Blutglukosewert in Verbindung mit Insulin und C-Peptid angefordert, um die Insulinproduktion zu überwachen.

Diabetiker müssen unter Umständen ein- oder mehrmals täglich ihre Glukosewerte zur Kontrolle selbst testen, je nach Vorschrift des Arztes.

Schwangere Frauen werden für gewöhnlich erst spät in der Schwangerschaft auf Gestationsdiabetes getestet, es sei denn sie zeigen früh Symptome oder hatten bereits einen Gestationsdiabetes. Leidet eine Frau an Gestationsdiabetes, so wird ihr Arzt üblicherweise Glukosetests über den gesamten Verlauf der Schwangerschaft und nach der Geburt durchführen, um ihren Zustand zu überprüfen.

 

Was bedeutet das Testergebnis?

(Anmerkung: Für diesen Test steht kein Standard-Referenzbereich zur Verfügung. Da die Referenzbereiche von vielen unterschiedlichen Faktoren, wie z.B. Alter, Geschlecht und Referenzpopulation beeinflußt werden, und darüber hinaus Methoden- bzw. Verfahrens-abhängig sind, sind die numerischen Testergebnisse zwischen verschiedenen Laboratorien nicht vergleichbar. Jeder Laborwert sollte daher auf den jeweiligen spezifischen Referenzbereich bezogen werden. Lab Tests Online empfiehlt daher ausdrücklich, die jeweiligen Testergebnisse mit dem behandelnden Arzt zu diskutieren. Weitere Informationen zu Referenzbereichen können der Rubrik „Referenzbereiche und Ihre Bedeutung“ entnommen werden.)

Hohe Glukosewerte deuten am häufigsten auf einen Diabetes hin, aber auch viele andere Krankheiten und Umstände können erhöhte Glukosewerte verursachen. Die folgenden Informationen fassen die Bedeutung der Testergebnisse zusammen. Sie basieren auf den Empfehlungen für die klinische Praxis der „American Diabetes Association“.

Blutglukose (nüchtern)
von 70 bis 99 mg/dL (3,9 bis 5,5 mmol/L) normale Glukosetoleranz
von 100 bis 125 mg/dL (5,6 bis 6,9 mmol/L) beeinträchtigte Nüchternglukose       (prä-Diabetes)
126 mg/dL (7,0 mmol/L) und darüber bei mehr als einem Test Diabetes

 

oraler Glukosetoleranztest (oGTT)
[außer Schwangere]

(2 Stunden nach einem 75-Gramm Glukosetrank)
unter 140 mg/dL

(7,8 mmol/L)

normale Glukosetoleranz
von 140 bis 200 mg/dL (7,8 bis 11,1 mmol/L) beeinträchtigte Glukosetoleranz

(prä-Diabetes)

über 200 mg/dL

(11,1 mmol/L) bei mehr als einem Test

Diabetes

 

Gestationsdiabetes Test: Glukosebelastungstest
(1 Stunde nach einem 50-Gramm Glukosetrank)
unter 140* mg/dL

(7,8 mmol/L)

normale Glukosetoleranz
140* mg/dL

(7,8 mmol/L) und darüber

anormal, oGTT nötig (siehe unten)
* Einige verwenden einen Grenzwert von >130 mg/dL (7,2 mmol/L), da dieses 90% der Frauen mit Gestationsdiabets identifiziert, verglichen mit 80% Auffindung bei Verwendung des Wertes >140 mg/dL (7,8 mmol/L).

 

Gestationsdiabetes Diagnose: oGTT
(100-Gramm Glukosetrank)
nüchtern* 95 mg/dL (5,3 mmol/L)
1 Stunde nach Glukosebelastung* 180 mg/dL (10,0 mmol/L)
2 Stunden nach Glukosebelastung * 155 mg/dL (8,6 mmol/L)
3 Stunden nach Glukosebelastung * ** 140 mg/dL (7,8 mmol/L)
* Liegen zwei oder mehr Werte über den Grenzwerten, wird Gestationsdiabetes diagnostiziert.

** Eine 75-Gramm Glukosebelastung kann verwendet werden, diese Methode ist jedoch nicht so gut ausgetestet wie der 100-Gramm oGTT; die 3-Stunden-Probe wird nicht genommen bei Einsatz der 75 Gramm.

 

Einige der anderen Erkrankungen und Umstände, die erhöhte Glukosewerte verursachen können sind:

Niedrige bis nicht mehr nachzuweisende Uringlukosewerte werden als normal angesehen. Alles was den Blutglukosespiegel ansteigen lässt, hat auch das Potential den Uringlukosewert zu erhöhen. Erhöhte Uringlukosewerte können bei medikamentöser Behandlung mit z.B. Östrogenen und Chloralhydrat beobachtet werden, sowie bei einigen Formen von Nierenerkrankungen.

Mäßig erhöhte Werte können bei Diabetes-Vorstufen auftreten. Ohne Behandlung führt dieser Zustand oft zu Typ II Diabetes.

 

Niedrige Glukosewerte (Hypoglykämie) werden auch beobachtet bei:

  • Nebenniereninsuffizienz
  • Medikamente wie Acetaminophen und anabole Steroide
  • Fortgeschrittene Lebererkrankung
  • Hypopituitarismus
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Insulinüberdosierung
  • Insulinome (Insulin produzierende Pankreastumore)
  • Verhungern

 

Gibt es weiteres, das ich wissen sollte?

Hypoglykämie zeichnet sich aus durch ein Absinken des Blutglukosespiegels auf Werte, die zuerst Symptome im Nervensystem verursachen (Schwitzen, Herzklopfen, Hunger, Zittern und Nervosität) und dann beginnen sich auf das Gehirn auszuwirken (in Form von Verwirrung, Halluzinationen, verschwommener Sicht und manchmal sogar Koma und Tod). Eine tatsächliche Diagnose von Hypoglykämie erfordert die Erfüllung der „Whipple Triade“. Diese drei Kriterien umfassen:

  • belegte niedrige Glukosewerte (unter 40 mg/dL bzw. 2,2 mmol/L, oft zusammen getestet mit Insulinwerten und gelegentlich C-Peptid Werten)
  • Symptome von Hypoglykämie
  • Rückgang der Symptome bei Rückkehr des Blutglukosespiegels auf normale Werte

Eine primäre Hypoglykämie ist selten und wird meist in der frühen Kindheit diagnostiziert. Patienten können Symptome einer Hypoglykämie zeigen, ohne tatsächlich niedrigen Blutzucker zu haben. In solchen Fällen kann eventuell eine Ernährungsumstellung ausreichend sein um die Symptome lindern, z.B. häufiges Essen kleiner Mahlzeiten über den Tag verteilt, bestehend aus komplexen Kohlenhydraten anstelle von Einfachzuckern. Personen mit Hypoglykämie im nüchternen Zustand benötigen möglicherweise intravenös Glukose, sollten Diätmaßnahmen nicht genügen.


Hinweise & Störungen

Stabilität und Probentransport

Nach der Probenentnahme wird die Glukose von den Blutzellen noch weiter verstoff­wechselt, so dass mit zunehmender Lagerungsdauer die Glukosekonzentration abfällt. Müssen die Proben längere Zeit (Referenzbereich

Siehe oben die Empfehlungen und Leitlinien für die klinische Praxis der „Deutschen Diabetes Gesellschaft“, der AWMF sowie der entsprechenden Fachgesellschaften.

 

Störfaktoren und Hinweise auf Besonderheiten

Zahlreiche Medikamente aber auch Vitamin C stören verschiedene der zahlreichen Bestimmungsmethoden. Da die Referenzbedingungen die  Abnahme bei nüchternen Personen vorschreiben, sollte dies für die Diagnostik berücksichtigt werden.

Unter Notfallbedingungen ist die Glukosekonzentration oft verändert, hier hilft die Kenntnis der Glukosekonzentration weiteren schweren Komplikationen durch gezielte Therapie entgegenzuwirken.

 

Richtlinien zur Qualitätskontrolle

Richtlinien der Bundesärztekammer


Häufige Fragen

  1. Kann ich meine Blutglukosewerte selber zu Hause testen?

Wenn Sie kein Diabetiker sind oder in einer prä-diabetischen Phase, besteht normalerweise kein Grund Glukosewerte zu Hause zu testen. Tests im Rahmen von Routineuntersuchungen sollten ausreichend sein.

Wurde bei Ihnen jedoch ein Diabetes diagnostiziert, wird Ihnen Ihr Arzt oder Diabetes-Berater ein Überwachungsgerät für zu Hause empfehlen (Glukometer, oder neuere Messgeräte, die sehr geringe Blutmengen benötigen oder Flüssigkeit aus dem Interstitium auf Glukose testen – dem Zwischenraum zwischen den Körperzellen). Sie werden Richtlinien erhalten, wie hoch oder niedrig Ihr Blutzucker zu verschiedenen Tageszeiten sein sollte. Durch regelmäßige Kontrolle der Glukose können Sie sehen, ob der befolgte Diätplan und die Medikation wie gewünscht anschlagen.

 

  1. Kann ich anstelle meines Blutes meine Uringlukose testen?

In den meisten Fällen nicht. Glukose findet sich für gewöhnlich nur dann im Urin, wenn die Glukosekonzentration im Blut Werte über 180 mg/dl (orientierender Richtwert) erreicht. Bei Nierenschäden kann dieser Richtwert verändert sein Die Uringlukose wird nur als grober Indikator hoher Glukosewerte verwendet. Der Glukose Urinteststreifen kann auch nützlich sein, um die Präsenz von Proteinen und Ketonen im Urin zu verfolgen.

 

  1. Was sind die üblichen Behandlungen für Diabetes?

Bei Typ II Diabetes mellitus (häufigste Form) können Gewichtsabnahme bei Übergewicht, gesunde Ernährung (reich an Ballaststoffen, eingeschränkt in Kohlen­hydraten), regelmäßige sportliche Betätigung bereits genügen, um die Blutglukose zu senken. In vielen Fällen wird aber eine orale Medikation von Nöten sein, die die Bildung von Insulin und die Sensitivität der Körperzellen gegenüber Insulin erhöht, damit der gewünschte Glukosespiegel erreicht wird.

Bei Typ I Diabetes mellitus und dem Typ II Diabetes, der nicht genügend auf orale Medikation anspricht, sind Insulininjektionen mehrmals täglich  nötig.

 

  1. Wie kann mir ein Diabetes-Berater helfen?

Wenn Sie Diabetiker sind, kann ein Diabetes-Berater (oft eine Krankenschwester mit spezieller Weiterbildung) sicherstellen, dass Sie wissen wie Sie:

  • Ihr Essen zusammenstellen (dabei kann auch ein Diätberater helfen) – die Ernährung ist extrem wichtig zur Minimierung großer Blutglukosespiegel-Schwankungen
  • hohen und niedrigen Blutzucker erkennen und behandeln
  • Ihre Glukosewerte selber testen und dokumentieren
  • Ihre Medikation anpassen
  • Insulin verabreichen (welche Sorten in welcher Kombination Ihren Ansprüchen genügen)
  • mit der Medikation verfahren, wenn Sie Krank werden
  • Ihre Füße, Haut und Augen überprüfen um früh auf Probleme aufmerksam zu werden
  • Zubehör für Diabetiker kaufen und richtig lagern

Weiterführende Links zum Thema

 

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