Insulinresistenz

Steckbrief: Insulinresistenz

  • Name(n): Insulinresitenz; IR
  • Art der Krankheit: Störung im Zuckerstoffwechsel
  • Verbreitung: weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Wien; 1931
  • Behandelbar: Ja
  • Art des Auslösers: multifaktoriell
  • Wieviele Erkrankte: keine Angaben; vermutlich hohe Dunkelziffer
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Allgemeinmediziner; Diabetologe
  • ICD-10 Code(s): E11.0-E11.91

Wissenswertes zur Insulinresistenz

Die Insulinresistenz nimmt in der heutigen Zeit immer mehr zu. Auch immer mehr junge Menschen sind davon betroffen. Die Resistenz des Organismus gegen das körpereigene Hormon Insulin ist dabei vermutlich multifaktoriell bedingt.

Neben der Ernährung spielen andere Lebensstilfaktoren wie unzureichende Bewegung eine wichtige Rolle bei der Entstehung und Behandlung dieses Zustands. Sie tritt sowohl als eigenständige Erkrankung auf ist zugleich aber auch Auslöser für weitere Erkrankungen des Stoffwechsels wie Diabetes mellitus oder Fettleibigkeit.

Im Folgenden wird die Krankheit definiert, Ursachen für die Entstehung einer Insulinresistenz beschrieben und mögliche Komplikationen sowie Behandlungsmöglichkeiten werden aufgezeigt.

Definition Insulinresistenz

Die Insulinresistenz ist ein Zustand in welchem die körpereigenen Zellen auf das Hormon Insulin weniger sensibel reagieren als das gesunde Körperzellen tun. Hiervon sind vor allem die Zellen der Leber, der Muskulatur und des Fettgewebes betroffen. Infolgedessen wird die Wirkung des körpereigenen Insulins aber auch die des von Außen zugeführten künstlichen Hormons herabgesetzt.

Die Insulinresistenz tritt beim Menschen aber auch bei tierischen Lebewesen auf. Gebräuchlich ist der Begriff seit den 1960er-Jahren. Damals wurde vermutet, dass die Bauchspeicheldrüse pro Tag über 200 internationale Einheiten Insulin für den Stoffwechsel von Kohlenhydraten benötigt. Mittlerweile ist bekannt, dass diese Definition nicht mehr gültig ist.

Der Körper produziert etwa 20-40 Einheiten täglich. Die frühere Definition wird jedoch weiterhin bei Patienten verwendet, die eine besonders schwere Resistenz gegenüber dem Hormon aufweisen.

In den 1980er-Jahren wurde der Begriff etwas allgemeiner formuliert. Die Insulinresistenz bezeichnet seither eine herabgesetzte Sensibilität von menschlichen und tierischen Zellen gegen das Hormon Insulin. In Folge der Insulinresistenz ist der Insulinbedarf des Körpers massiv erhöht.


Was ist Insulinresistenz?

Für die Verstoffwechselung von aus der Nahrung aufgenommenen Zuckermolekülen benötigt der Organismus das Hormon Insulin. Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse, auch Pankreas genannt, hergestellt. Heutzutage gibt es auch künstlich hergestelltes Insulin das zur Behandlung von Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 1 eingesetzt wird. Insulin ist das einzige Hormon, dass den Blutzuckerspiegel senken kann. Es wird im Hungerzustand ausgeschüttet und wird zudem dafür benötigt, Zuckermoleküle in Form von Glukose in die Zellen einzuschleusen.

Zuckermoleküle werden auch Kohlenhydrate genannt. Der Stoffwechsel dieses Makronährstoffes wird daher auch Kohlenhydratstoffwechsel genannt. Neben der Resorption, der Umwandlung und der Synthese von Kohlenhydraten ist auch deren Verwertung Teil dieses Prozesses. Der Körper braucht Kohlenhydrate für seine Energiebereitstellung. Die beiden Hormone Insulin und sein Gegenspieler Glucagon sind die wichtigsten Hormone bei diesen Prozessen des Stoffwechsels.

Benötigt der Körper Energie wird Insulin ausgeschüttet. Infolgedessen wird der Blutzuckerspiegel gesenkt und es stellt sich ein Gefühl von Hunger ein. Nach der Aufnahme von Kohlenhydraten bei Mahlzeiten ist der Zuckerspiegel im Blut hoch und Insulin wird benötigt um die Zuckermoleküle aus der Blutbahn in die Zellen zu transportieren. Diese brauchen diese Form von Energie zur Ausübung ihrer täglichen Funktionen.

Als bildhafter Vergleich wird im Zusammenhang mit Insulin häufig von Schloss und Schlüssel gesprochen. Die Zellen sind verschlossen und Insulin wird als Schlüssel gebraucht um diese aufzuschließen damit der Zucker in die Zellen hinein kann. Bei einer Insulinresistenz funktioniert dieses System nicht mehr reibungslos, da die Zellen nicht mehr so gut auf Insulin ansprechen.


Welche Ursachen gibt es?

Die genauen Ursachen für die Entstehung einer Resistenz gegenüber Insulin werden derzeit noch erforscht. Es gibt jedoch Risikofaktoren bei welchen bereits nachweislich aufgezeigt wurde, dass sie die Entstehung dieser Erkrankung begünstigen. Obwohl auch schlanke Personen von einer Insulinresistenz betroffen sein können, tritt sie wesentlich häufiger bei übergewichtigen oder adipösen Menschen auf.

Übergewicht und Adipositas sind daher besondere Risikofaktoren für eine Insulinresistenz. Vor allem die abdominelle Adipositas kann zu einer Insulinresistenz im Gewebe führen. Abdominell bedeutet um den Bauch herum. Viele adipöse Menschen weisen, begünstigt durch denn zu hohen Fettanteil in ihrem Körper, entzündetes Gewebe auf. Infolgedessen kann sich eine Insulinresistenz bilden, da das Gewebe entzündet nicht mehr so sensibel arbeiten kann wie gesunde Gewebszellen das tun.

Als mögliche Ursache für Insulinresistenzen ist auch eine genetische Prädisposition nicht auszuschließen. Das bedeutet, dass Menschen deren leibliche Verwandte auch an dieser Erkrankung leiden bzw. litten, ein höheres Erkrankungsrisiko haben. Eine weitere mögliche Erklärung für die Resistenz kann sein, dass das Hormon Insulin verstärkt abgebaut wird. Im Umkehrschluss steht nicht ausreichend Insulin für die Stoffwechselvorgänge zur Verfügung.

Weiterhin ist möglich, dass der Organismus, ähnlich wie bei Autoimmunerkrankungen, Autoantikörper gegen das Hormon bildet. Infolgedessen wird die Sensitivität auf Insulin herabgesetzt und es kann im schlimmsten Fall gar nicht mehr wirken. Ein weiterer Grund für die Entstehung könnte sein, dass die zelluläre Expression von Rezeptoren für Insulin durch pathologische Vorgänge herabgesetzt ist. Ohne den Rezeptor kann das Insulin nicht an die Zellen andocken und diese verlieren ihre Sensibilität für das Hormon.

Eine weitere Ursache ist, dass die Rezeptoren zwar vorhanden sind, diese jedoch defekt sind oder in ihrer Funktionalität so eingeschränkt sind, dass sie nicht mehr auf Insulin reagieren. Vermutlich sind neben Übergewicht und Adipositas weitere Faktoren wie Bewegungsmangel und ein Missbrauch von Genussmitteln mögliche Ursachen für die Erkrankung. Außerdem kann eine sehr unausgewogene und fettreiche Ernährung zu einer Insulinresistenz beitragen.


Symptome & Anzeichen

Zu Beginn verläuft eine Insulinresistenz oftmals ohne spezifische Symptome. Daher wird sie leider in vielen Fällen erst recht spät diagnostiziert. Dies liegt vor allem auch daran, dass der Körper in einem frühen Stadion der Erkrankung die herabgesetzte Empfindlichkeit der Körperzellen gegenüber Insulin noch gut ausgleichen kann. Dazu wird in der Bauchspeicheldrüse vermehrt Insulin hergestellt um der gesenkten Empfindlichkeit entgegenzuwirken.

Die Insulinresistenz wird häufig als Vorstufe eines Typ-2-Diabetes bezeichnet. Die Symptome können bei schweren Insulinresistenzen denen eines Diabetes demnach sehr ähnlich sein. Es können Symptome wie trockene Haut und Sehstörung auftreten. Durch den zu hohen Blutzuckerspiegel durch die herabgesetzte Insulinsensitivität kann es zu einer verzögerten oder gestörten Wundheilung kommen. Unspezifische Symptome wie Müdigkeit, eingeschränkte Leistungsfähigkeit, Konzentrationsstörungen, Schwindel und Abgeschlagenheit können sich außerdem einstellen.

Da von einer Insulinresistenz häufig die Zellen der Muskulatur betroffen sind, kann sich dies in Funktionsstörungen und Muskelschwäche äußern. Weiterhin kann es zu einer kurzfristigen Gewichtsabnahme kommen, da die Glukose durch die verminderte Wirkung von Insulin nicht mehr verwertet werden kann. Der Körper versucht durch eine erhöhte Aufnahme von Flüssigkeit den hohen Blutzuckerspiegel der durch eine Insulinresistenz auftreten kann auszugleichen. Dies führt zu einem erhöhten Gefühl von Durst und in weiterer Folge zu einem gesteigerten Harndrang.

Eine Insulinresistenz geht häufig mit der Zunahme von abdominellem Übergewicht einher. Falls dieses Symptom auftritt, kann es auf eine solche Erkrankung hinweisen. Weiterhin gibt es Anzeichen, wie einen erhöhten LDL-Cholesterinspiegel, der häufig als Begleitsymptom auftritt. Gleichzeitig ist der HDL-Cholesterinspiegel erniedrigt. Dieser Symptomkomplex aus abdominellem Übergewicht und schlechten Blutfettwerten wird auch als metabolisches Syndrom bezeichnet.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Um die Insulinresistenz bestmöglich zu behandeln und weitere Folgeschäden zu vermeiden oder gering zu halten, ist es wichtig, die Krankheit so früh wie möglich zu erkennen. Die Diagnose einer Unempfindlichkeit gegenüber Insulin ist äußert aufwendig.

Die Stellung der Diagnose setzt sich aus indirekten Hinweisen, die durch die Bestimmung spezifischer Laborwerte aufgedeckt werden, zusammen. Zudem werden in einem ausführlichen Anamnesegespräch mit dem Patienten Risikofaktoren wie familiäre Disposition und Lebensstilfaktoren abgefragt.

Die Bestimmung des abdominellen Bauchumfangs ist ein weiteres wichtiges Kriterium. Zudem ist die Verteilung des Fettgewebsmusters von Bedeutung. In der Untersuchung wird außerdem das Körpergewicht und der BMI-Index des Patienten bestimmt. Weiterhin ist eine Blutentnahme zur Sicherung der Diagnose unerlässlich. Es werden unter anderem die Triglyzeridwerte bestimmt. Tryglyzeride sind Fette. Wenn dieser Wert über 215 Milligramm pro Deziliter Blut liegt, leidet der Betroffene sehr wahrscheinlich an einer Insulinresistenz.

Außerdem ist die Messung des Blutzuckerspiegels notwendig. Dieser wird nüchtern gemessen. Das bedeutet, dass der Patient vor der Untersuchung nichts trinken oder essen darf. Ein Hilfsmittel um eine Insulinresistenz zu bestimmen, ist der sogenannte HOMA-Index. Dazu wird der Wert des Nüchtern-Blutzuckerspiegels mit dem Wert von Nüchtern-Insulin multipliziert. Der Patient leidet demnach unter einer Insulinresistenz wenn der HOMA-Score über 4,65 liegt. Die Diagnose wird auch gestellt wenn der Wert größer als 3,6 ist und gleichzeitig ein BMI von über 27,5 kg/m2 vorliegt.

Eine Insulinresistenz entwickelt sich in ihrem weiteren Verlauf in vielen Fällen zu einem Diabetes mellitus Typ 2. Die Schädigung der durch die Insulinresistenz betroffenen Zellen nimmt immer weiter zu. Außerdem ist häufig eine Vermehrung von abdominellem Fett zu beobachten. Neben den erhöhten Insulin- und Triglyzeridwerten tritt häufig ein erhöhter Blutdruck auf. Unbehandelt kann sie zu massiven Folgeschäden führen.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Eine genaue Zahl der von Insulinresistenz betroffenen Personen gibt es nicht. Häufig wird die Prävalenz in Abhängigkeit einer anderen Erkrankung angegeben. So wird vermutet, dass bis zu 65 Prozent der Patienten mit essenziellem Bluthochdruck eine Insulinresistenz aufweisen. Übergewichtige Personen sind besonders häufig von einer Insulinresistenz betroffen. Allerdings tritt das Krankheitsbild auch bei schlanken Menschen auf.

Studienergebnisse aus Europa und den USA ergaben, dass jeder fünfte Studienteilnehmer an einer Insulinresistenz leidet. Bei den untersuchten Diabetikern lag die Rate sogar bei 90 Prozent. Die Dunkelziffer einer Insulinresistenz ist vermutlich recht hoch. Viele Menschen haben anfangs gar keine Symptome, da der Körper die Unempfindlichkeit durch eine gesteigerte Produktion von Insulin ausgleichen kann.

Des Weiteren gehen viele Patienten mit unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit, häufiger Harndrang und vermehrtes Durstgefühl nicht zwangsläufig zum Arzt und lassen sich untersuchen. Die Diagnose Insulinresistenz wird häufig als Zufallsdiagnose gestellt. Häufig wird die Insulinresistenz im Zusammenhang eines metabolischen Syndroms entdeckt.

Männer sind häufiger von einer Insulinresistenz betroffen als Frauen. Eine mögliche Erklärung hierfür ist der unterschiedliche geschlechtsspezifische Körperbau. Männer haben meistens mehr Fettablagerungen um den Bauch herum, während Frauen mehr Fett an Brüsten, Hüften und Beinen speichern. Das Fett um den bauch, auch abdominelles oder viszerales Fett genannt, hat eine andere Stoffwechselaktivität als das Fett an den Hüften. Es reagiert weniger empfindlich auf Insulin und erhöht demnach das Risiko für eine Resistenz.


Komplikationen bei der Krankheit

Eine Insulinresistenz kann zu unterschiedlichen Komplikationen und Folgeerkrankungen führen. Unbehandelt führt eine Insulinresistenz in den meisten Fällen zu einem Diabetes mellitus Typ 2. Infolgedessen stellen sich viele weitere mögliche Komplikationen ein. Durch die Erkrankung kann es zu Schädigungen an den Blutgefäßen kommen. Hier sind häufig die großen Blutgefäße betroffen. In der Medizin wird dieser Zustand als Makroangiopathie bezeichnet.

Daraus folgend können sich Durchblutungsstörungen in der Peripherie des Körpers einstellen. Infolgedessen treten Schmerzen beim Gehen auf. Viele Betroffene entwickeln eine sogenannte Schaufensterkrankheit. Um die Schmerzen bei der Bewegung zu stoppen, bleiben sie öfter für längere Zeit stehen um ihre Beine zu entlasten. Mögliche Komplikationen die sich daraus ergeben sind der Herzinfarkt oder ein Schlaganfall. Diese können zu weiteren Komplikationen wie Lähmungen und Herzrhythmusstörungen führen oder sogar tödlich enden.

Durch eine Insulinresistenz können sich jedoch auch Schädigungen an kleineren Blutgefäßen ergeben. Diese Schädigungen werden als Mikroangiopathien bezeichnet. Komplikationen wie eine unzureichende Durchblutung des Gehirns und der Augen sowie schlechte Wundheilung an den Füßen sind weitere Folgen. In der unteren Körperhälfte kann es zu massiven Schädigungen der Nerven kommen, einer sogenannten Nephropathie. Diese geht mit sehr großen Schmerzen einher.

Im schlimmsten Fall führt dies zu einem diabetischen Fußsyndrom. Hierfür sind die Schädigungen der kleinen als auch der großen Blutgefäße verantwortlich. Dieses Syndrom geht mit immer größer werdenden, nicht heilenden Wunden und Nekrosen einher. Es kann zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung, auch Sepsis genannt, führen.

Weitere Komplikationen einer Insulinresistenz sind ein erhöhter Blutdruck und eine Fettleber. Durch die zusätzliche Einlagerung von Fett im Lebergewebe kann es in weiterer Folge zu einer schweren Entzündung des Organs mit massiven Funktionseinschränkungen kommen.

Des Weiteren können durch die Insulinresistenz die Nieren geschädigt werden. In manchen Fällen ist sogar eine Dialyse- Behandlung notwendig. Außerdem wird vermutet, dass eine Insulinresistenz die Entstehung von Krebs an der Bauchspeicheldrüse begünstigt.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine Insulinresistenz kann zu schwerwiegenden Folgen führen und muss daher umgehend behandelt werden. Deshalb ist es empfehlenswert bei Verdacht auf diese Erkrankung so schnell wie möglich einen Arzt aufzusuchen. Der erste Ansprechpartner kann der Hausarzt sein. Dieser wird den Patienten bei Verdacht auf diese Erkrankung zur weiteren Behandlung vermutlich an den Facharzt für Stoffwechselkrankheiten des Kohlenhydratstoffwechsels überweisen. Das ist der Diabetologe.

In den meisten Fällen bemerken die Patienten jedoch lange Zeit nichts von ihrer Krankheit. Besonders am Anfang der Insulinresistenz kann der Körper den Mangel noch gut kompensieren. Wichtig ist, verantwortungsbewusst mit dem eigenen Körper umzugehen und ein gutes Körpergefühl zu entwickeln. Bei möglichen Anzeichen der Erkrankungen wie einem gesteigerten Durstgefühl, gesteigertem Harndrang, Sehstörungen, anhaltender Müdigkeit und schlechter Wundheilung sollte unbedingt ein Arztbesuch vereinbart werden.


Behandlungsmethoden & Therapie

Die Behandlung einer Insulinresistenz ist direkt abhängig vom Schweregrad der Erkrankung und deren Ursache. Aufgrund der unterschiedlichen Merkmale der Insulinresistenz und den noch nicht gänzlich aufgedeckten Ursachen gibt es nicht die eine allgemeingültige Therapieform.

Die Therapie muss individuell auf den Betroffenen und dessen jeweiligen Risikofaktoren abgestimmt werden. Langfristig gesehen kann einer Insulinresistenz durch mehr Bewegung entgegengewirkt werden. Ausreichende Bewegung unterstützt die Aufnahme von Glukose in die Zellen und vermindert die Folgen einer Insulinresistenz.

Die Insulinresistenz als Begleitsymptom von Diabetes mellitus Typ 2 wird außerdem mit einer Restriktion von Nahrung behandelt. Der Kalorienverbrauch der Betroffenen wird dazu für wenige Tage um 1000 Kilokalorien heruntergesetzt. Die Einsparung von Kalorien kann über die Reduktion von Fetten oder Kohlenhydraten, nicht jedoch von Eiweiß, erfolgen.

Zusätzlich ist meist eine kurzfristige Erhöhung von Insulin nötig, um die Insulinresistenz zu durchbrechen. Patienten bekommen dazu sehr hohe Dosen Insulin über eine Medikamentenpumpe verabreicht. Alternativ können die Insulingaben auch durch Spritzen in das Unterhautfettgewebe erfolgen. Dabei werden Insulinpräparate wie Analog-Insuline eingesetzt. Durch diese Therapie kann der Blutzuckerspiegel in der Regel nach wenigen Tagen normalisiert werden.

Infolgedessen ist häufig eine weitere, anhaltende Therapie mit Insulin nötig. Die Menge des Insulins ist jedoch deutlich geringer. Häufig verwendete pharmakologisch wirksame Substanzen zur Therapie der Insulinresistenz sind Insulin-Sensitizer wie Pioglitazon, Metformin und Acarbose.

Metformin ist häufig das erste Mittel der Wahl. Es verbessert die Wirkung von Insulin eindeutig und kann somit der Insulinresistenz entgegenwirken. Außerdem hat es auch eine präventive Wirkung gegenüber der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2.

Insulin-Sensitizer wie Pioglitazon wirken vermutlich gegen die Insulinresistenz, da sie die Faktoren aus dem Fettgewebe, die eine Resistenz vermitteln, abschwächen. Ob auch diese Präparate aus Gründen der Prävention verabreicht werden, wird unter abwägen des Nutzen-Risiko-Quotienten im Einzelfall entschieden.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Da die Ursachen einer Insulinresistenz noch nicht gänzlich bekannt sind, ist eine Vorbeugung nur in Maßen möglich. Eine Impfung gegen diese Erkrankung ist bisher leider nicht vorhanden.

Da lebensstilabhängige Risikofaktoren das Auftreten einer Insulinresistenz begünstigen, kann dieser jedoch in diesen Aspekten entgegengewirkt werden. Der Risikofaktor Übergewicht lässt sich durch eine abwechslungsreiche und an den Bedarf angepasste Energieaufnahme in vielen Fällen vermeiden.

Neben einer normkalorischen Ernährung ist es außerdem empfehlenswert sich ausreichend zu bewegen. Hierfür eignen sich Ausdauersportarten wie Joggen, Radfahren oder Laufen ganz besonders. Ist dies nicht durchführbar, können auch regelmäßige Spaziergänge von etwa dreißigminütiger Länge eine positive Auswirkung haben.

Weitere mögliche Risikofaktoren wie der Missbrauch von Genussmitteln wie Alkohol und Nikotin sollten vermieden werden. Zusammenfassend ist zu betonen, dass sich eine Normalisierung des Körpergewichts mit Reduzierung des Bauchfettes positiv auf eine Insulinresistenz auswirken kann.

Außerdem wird besonders den Omega-3-Fettsäuren eine vorbeugende Wirkung nachgesagt. Diese stecken vor allem im fettreichen Seefischen wie Makrele, Lachs und Hering. Studien belegen, dass Folgeerkrankungen der Insulinresistenz, wie der Diabetes mellitus, wesentlich seltener auftreten, wenn die Versorgungslage mit diesen Fettsäuren ausreichend ist.


Prognose zur Heilung

Die Prognose bei einer Insulinresistenz ist schwer abhängig von der Ausprägung und Schwere der Erkrankung. Einige Patienten leiden unter einer sogenannten relativen Insulinresistenz. Dies bedeutet, ihr Körper ist nur bedingt resistent gegenüber Insulin.

Demgegenüber gibt es allerdings auch Patienten die eine völlig refraktäre Insulinresistenz entwickelt haben. Letztere ist schwer behandelbar und kann tödlich enden. Die relative Insulinresistenz ist teilweise sehr gut behandelbar und kann wieder komplett ausheilen. Bei vielen Patienten verbessert eine Umstellung der Ernährung und der Verlust von Körperfett die Situation bereits immens. Sie kann sich im weiteren Verlauf sogar völlig zurückbilden. Dies ist vor allem bei der Insulinresistenz des Typ-2-Diabetikers der Fall.

Durch die Reduktion von Gewicht können sich die Rezeptoren für Insulin hinsichtlich ihrer Sensitivität auf das Hormon wieder vollständig regulieren. Dies kann allerdings bis zu zwei Jahren dauern. Bei einer Ernährungsumstellung mit ausreichend Ballaststoffen, Obst und Gemüse wird jedoch in vielen Fällen in einem schnelleren Zeitraum eine Besserung deutlich.


Die IR und das Polyzytische Ovarsyndrom

Das Polyzytische Ovarsyndrom gehört zu den häufigsten endokrinologischen Erkrankungen bei jungen Frauen. Bei diesem Syndrom sind die Eierstöcke, auch Ovarien genannt, stark vergrößert. Zudem sind unverhältnismäßig viele unreife Eizellen charakteristisch für diese Erkrankung. Neben dem Ausbleiben des Eisprungs sind verlängerte Zyklen, das Ausbleiben der Menstruation, Zwischenblutungen, Akne und Haarausfall mögliche Symptome.

50-70 Prozent der betroffenen Patientinnen leiden zudem an einer Insulinresistenz. Wird diese nicht ausreichend behandelt, ist die Gefahr dass die Patientinnen einen Diabetes Mellitus Typ 2 entwickeln, besonders hoch. Der behandelnde Arzt sollte daher immer bei der Diagnose Polyzystisches Ovarsyndrom überprüfen, ob außerdem eine Resistenz gegenüber Insulin besteht.

Diese Untersuchung ist auch deshalb so wichtig, weil die Insulinresistenz unbehandelt zu schwerwiegenden Erkrankungen führen kann. Sie steht in einem engen Zusammenhang mit Diabetes mellitus und Herz-Kreislauferkrankungen. In vielen Fällen kann sie durch eine entsprechende Ernährungsumstellung und ausreichend Bewegung gut behandelt werden. Dazu ist es jedoch notwendig die Krankheit auch aufzudecken. Warum sie so häufig in Kombination mit dem Polyzytischen Ovarsyndrom auftritt ist bisher nicht gänzlich geklärt.


Alternative Behandlungsmethoden

Es gibt zahlreiche alternative Behandlungsmethoden bei Insulinresistenz. Ist die Insulinresistenz durch eine hyperkalorische Ernährung und Übergewicht ausgelöst, ist die Ernährungstherapie Mittel der Wahl. Diese kann von anderen Therapien unterstützt werden.

Mögliche alternative Behandlungsmethoden:

  • Massagen
  • Autogenes Training
  • Hypnose
  • Chinesische Medizin
  • Bariatrische Operation

Massagen, Autogenes Training oder Hypnose sind weitere alternative Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit Insulinresistenz. Um die bei dieser Erkrankung notwendige Ernährungstherapie meistern zu können, ist seelische Ausgeglichenheit und das eigene Wohlbefinden von großer Bedeutung. Diese Behandlungen können helfen, zur Ruhe zu kommen und für konventionelle Therapie Kraft spenden.

Ernährungs- und Psychotherapie
Neben der schulmedizinischen Behandlung von Insulinresistenzen ist die Ernährungstherapie bei diesem Krankheitsbild sehr bedeutend. Da eine Reduktion des Körpergewichts hin zu Normalgewicht oberstes Therapieziel ist, ist es wichtig den Patienten so gut wie möglich darin zu unterstützen. Viele sind seit Jahren an falsche Ernährungsmuster gewöhnt und benötigen zusätzlich zur schulmedizinischen Behandlung durch einen Arzt auch eine Ernährungstherapie. In schweren Fällen kann auch unterstützend eine Psychotherapie induziert sein.

Chinesische Medizin
In der chinesischen Medizin können Entgleisungen des Zuckerstoffwechsels mit der sogenannten Tan-Ausleitung behandelt werden. Durch diese Rezeptur lässt sich die bei einer Insulinresistenz vorliegenden Hindernisse der Glukosetransporte vom Blut in die Zellen entgegenwirken. Infolgedessen kann das Blutzuckerprofil reguliert werden.

Bariatrische Chirurgie
Als Ultima Ratio zur Behandlung von Insulinresistenz ist die Bariatrische Operation zu nennen. Die bariatrische Chirurgie ist ein Teilgebiet der Medizin, der es durch operative Eingriffe zum Ziel hat, das Körpergewicht zu senken. Neben einem Schlauchmagen sind weitere Eingriffe wie der Magen-Bypass möglich. Besonders der Magen-Bypass hat eine bedeutsame Wirkung auf die Insulinresistenz. Diese wird bei etwa 50 Prozent der Patienten sofort nach der Operation deutlich gemindert.

Welche Hausmittel können helfen?

Die Insulinresistenz ist eine Erkrankung die einer ärztlichen Behandlung bedarf. Nichtsdestotrotz können bestimmte Hausmittel die Erkrankung lindern.

Die Verwendung von Süßstoff anstatt von Zucker kann die Insulinresistenz verbessern. Süßstoffe wie Sorbit sollten zwar auch in Maßen konsumiert werden, werden jedoch insulin-unabhängig verstoffwechselt und nehmen somit keinen negativen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel.

Eine Alternative zu Süßstoff ist auch Stevia. Die Süßkraft von Stevia ist höher als die von Süßstoff. Stevia soll bei Störungen des Zuckerstoffwechsels besonders geeignet sein, da die Inhaltsstoffe der Pflanze eine Senkung des Blutzuckerspiegels bewirken.

Ein weiteres Hausmittel das eine ganz ähnliche Wirkung aufweist, ist Zimt. Durch die regelmäßige Einnahme von Zimt kann der Blutzuckerspiegel sinken. Zimt passt gut zu allen Süßspeisen und Desserts und eignet sich sowohl als Geschmacksträger als auch als Zuckerersatz. Auch Kaffee und Tee können mit dem Gewürz verfeinert werden.

Auch Aloe Vera soll den Zustand einer Insulinresistenz verbessern können. Aloe Vera kann die durch die Insulinresistenz eingeschränkte Empfindlichkeit gegenüber Insulin verbessern und somit zu einer Regulierung des Blutzuckerspiegels beitragen.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Auch Heilpflanzen können in der Therapie von Stoffwechselstörungen eine wichtige Rolle spielen. Die Entscheidung über die Art der Heilpflanze und deren Dosierung sollte nicht in Eigenregie getroffen werden sondern in Absprache mit dem behandelnden Arzt oder Heilpraktiker. Denn auch Heilpflanzen können einen großen Einfluss auf die Vorgänge des Stoffwechsels bewirken. Bei falscher Anwendung kann sich die Therapie im schlimmsten Fall nachteilig auf die Erkrankung auswirken und zu einer Symptomverschlechterung beitragen.

Eine mögliche Heilpflanze die bei Insulinresistenz Anwendung findet ist die Artischocke. Die Artischocke hat positive Effekte auf den Verdauungsprozess und soll den Stoffwechsel von Zuckermolekülen antreiben.

Ingwer enthält sogenannte Gingerole. Geringerole können die Aufnahme von Energie in Form von Glukose in den Muskel unterstützen. Da vor allem das Muskelgewebe besonders stark von einer Insulinresistenz betroffen ist, kann der Ingwer eine bedeutende Verbesserung der Symptome bewirken.

Die Bitterstoffe die in der Wegwarte enthalten sind helfen bei der Regulation der Leber und deren Beteiligung am Stoffwechsel von Kohlenhydraten.

Des Weiteren zeigen sich Mariendisteln als wirksam. Sie enthalten den Wirkstoff Silymarin der zu einer Verbesserung der Insulinresistenz beitragen kann.

Ätherische Öle

Ätherische Öle spenden Energie, Kraft und Ruhe für die Seele aber auch für den Körper. Diese Wirkungsweise kann auch bei einer Insulinresistenz positiv genutzt werden. Viele von einer Insulinresistenz betroffenen Patienten klagen über Abgeschlagenheit und Müdigkeit. Die pflanzlichen Kräfte aus den ätherischen Ölen können Entspannung bringen und dieser Abgeschlagenheit entgegenwirken.

Ein universell einsetzbares Öl welches somit auch zur Behandlung von Insulinresistenz herangezogen werden kann, ist Aura Soma. Die Therapie mit Aura Soma kombiniert die ätherischen Öle mit der Kraft der Farben. Des Weiteren soll das ätherische Schwarzkümmelöl bei einer Unempfindlichkeit gegenüber Insulin wirksam sein. Die regelmäßige Einnahme kann die Symptome verbessern.

Homöopathie & Globuli

Homöopathisch wirksame Mittel können auch zur Behandlung einer Insulinresistenz eingesetzt werden.

Zur Behandlung kommt häufig das Mittel Syzgium jambolanum, kurz S. cumini, zum Einsatz. Dieses soll die Fähigkeit haben, den Blutzuckerspiegel zu senken. Die Therapie kann langfristig angesetzt werden. Eine Einnahme der Globuli wird häufig auf drei Dosen pro Tag begrenzt.

Ergänzend kann die homöopathische Substanz Glycerinum eingenommen werden. Glycerinum soll den Gewichtsverlust unterstützen. Da eines der Therapieziele bei einer vorliegenden Insulinresistenz die Gewichtsnormalisierung und Gewichtsstabilisierung ist, ist diese Wirkung nicht zu unterschätzen.

Außerdem stärkt dieses homöopathische Mittel die Zellen im Körper. Dadurch werden Symptome der Insulinresistenz, wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit, gelindert. Zudem wirkt Glycerinum unangenehmen Begleiterscheinungen wie trockenen Lippen, starkem Durstgefühl und übermäßigem Harndrang entgegen.

Bei erhöhten Blutzuckerwerten ist außerdem Magnesium aceticum induziert.

Weitere homöopathische Substanzen die im Zusammenhang mit Insulinresistenz und der Zuckerkrankheit eingesetzt werden sind unter anderem:

  • Rhus aromatica
  • Rhus diversiloba
  • Grataegus monogyna
  • Eupatorium purpureum.

Der Homöopathie kommt besonders zur Vorbeugung dieser Erkrankung ein wichtiger Stellenwert zu.

Schüssler-Salze

Auch Schüssler-Salze können in der Behandlung der Insulinresistenz eingesetzt werden. Ein wichtiges Schüssler-Salz zur Behandlung von Erkrankungen des Zuckerstoffwechsels ist Schüssler-Salz Nr. 6. Schüssler- Salz Nr. 6, auch Kalium Sulfuricum genannt, ist wichtig für die Bauchspeicheldrüse. Diese wird in ihrer Produktion von Insulin durch zwei bis dreimal tägliche Gaben des Salzes unterstützt.

Wird Schüssler-Salz Nr. 6 verordnet, sollte gleichzeitig Nr. 10 eingenommen werden. Natrium Sulfuricum versteckt sich hinter dieser Nummer. Es unterstützt die Leber darin die Schadstoffe und Giftstoffe im Körper unschädlich zu machen und diese auszuscheiden.

Außerdem verstärkt dieses Salz die Einlagerung von nicht nutzbarerer Glukose aus dem Blut in die Leber. Die Leber ist auch ein wichtiges Speicherorgan für Energie in Form von Glykogen.

Zusätzlich kann die Einnahme von Schüssler-Salz Nr. 17, Manganum Sulfuricum, empfohlen werden. Dieses hat eine blutzuckerregulierende Wirkung. Darüber hinaus ist es ratsam dieses Salz einzunehmen, da Menschen die insulinresistent sind, häufig auch an einem Mangel an Manganum leiden.

Das Salz Nr. 27 wird auch Kalium Bichromicum genannt. Dieses Salz wirkt auf den Fett- aber auch den Zuckerstoffwechsel. Es wirkt insulin-stimulierend und beeinflusst zusätzlich den Cholesterinspiegel positiv.

Diät & Ernährung

Die Insulinresistenz ist eine Erkrankung die durch Übergewicht und Adipositas entstehen kann. Sie ist daher sehr stark durch Ernährungsinterventionen zu beeinflussen. Wichtig ist, langfristig eine Kalorienzufuhr einzuhalten, die an den Bedarf angepasst ist. Eine hyperkalorische Ernährung verschlimmert die Symptomatik und kann schwerwiegende Folgen haben.

Doch nicht nur die Energiedichte der Lebensmittel sondern auch deren Qualität spielt eine große Rolle. Bei der Ernährung sollte daher darauf geachtet werden, möglichst abwechslungsreich zu essen. Es ist empfehlenswert tägliche fünf Portionen Obst und Gemüse zu konsumieren. Dabei sollten jedoch Obstsorten die den Blutzuckerspiegel sehr rasch ansteigen lassen, wie zum Beispiel Weintrauben, nur in Maßen gegessen werden.

Grundsätzlich gilt, so wenig stark verarbeitete Produkte wie möglich zu sich zu nehmen. Fertigprodukte wie Tiefkühlpizzen und Tütensuppen sind daher nicht empfehlenswert. Außerdem sollte auf eine ausreichende Zufuhr von Ballaststoffen geachtet werden.

Ballaststoffe wirken sich positiv auf den Stoffwechsel aus und haben eine verdauungsfördernde Wirkung. Ballaststoffreiche Lebensmittel sind unter anderem:

  • Getreideprodukte
  • Gemüse
  • Obst
  • Linsen
  • Bohnen
  • Kichererbsen

Zudem sollte auf den Salzverzehr geachtet werden. Eine Insulinresistenz geht häufig mit hohen Blutdruckwerten einher. Ein hoher Konsum von Salz kann dies zusätzlich negativ beeinflussen. Daher sollte die tägliche Salzzufuhr sechs Gramm pro Tag nicht überschreiten. Vor allem in Fertigprodukten steckt viel Salz.

Stark zuckerhaltige Lebensmittel und Getränke sollten nicht auf dem Speiseplan stehen. Limonaden und Sirupe sowie Energy-Drinks sollten daher vermieden werden. Wenn dies nicht möglich ist, sollten sie in einem Verhältnis von 1:5 mit Wasser verdünnt werden.

Trockenfrüchte, Honig, Süßigkeiten und Malzbier haben einen hohen Anteil an leicht resorbierbaren Kohlenhydraten und wirken sich daher nachteilig bei einer Insulinresistenz aus. Deswegen sollten diese Lebensmittel wenn möglich nicht verzehrt werden. Speiseeis, Kekse, Kuchen und Obstkonserven enthalten außerdem sehr viel Zucker und sollten nur in Maßen genossen werden.

Bei tierischen Produkten sollten die fettarmen Varianten wie 1,5 prozentige Milch und fettarmer Käse bevorzugt werden. Süßstoffe wie Sorbit können bei Insulinresistenz verwendet werden, da sie insulin-unabhängig verstoffwechselt werden. Trotzdem sollten diese Süßstoffe nur in Maßen konsumiert werden.

Weiterhin ist es wichtig auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Diese liegt bei zwei Litern am Tag und sollte bestenfalls durch Wasser und milde Kräutertees gedeckt werden.

Eine Gewichtsnormalisierung und Stabilisierung ist bei der Insulinresistenz ein wichtiges Therapieziel. Ob diese besser durch eine Einsparung von Kohlenhydraten oder von Fetten erreicht werden soll, ist bisher nicht gänzlich geklärt.


FAQ – Fragen & Antworten

Was ist eine Insulinresistenz?
Eine Insulinresistenz ist eine Störung des Stoffwechsels von Zuckermolekülen, auch Kohlenhydrate genannt. Die körpereigenen Zellen der Organe und Gewebe reagieren weniger empfindlich auf das Hormon Insulin. Insulin ist ein körpereigenes Hormon das in der Bauchspeicheldrüse produziert wird. Von einer Insulinresistenz besonders betroffen sind die Zellen des Fettgewebes, der Muskulatur und der Leber. Insulin braucht der Körper um den Zucker aus der Nahrung in die Zelle einzuschleusen.

Die Zellen nutzen den Zucker als Energie für das Ausführen ihrer täglichen Arbeit. Leidet ein Mensch unter einer Insulinresistenz, funktioniert dieses Schlüssel-Schloss-Prinzip nicht mehr reibungslos. Insulin ist dazu zwar vorhanden, wird aus verschiedenen Gründen jedoch nicht von den Zellen erkannt. Daraus folgend kann der Zucker aus der Nahrung nicht in die Zellen transportiert werden und bleibt im Blut. Eine Insulinresistenz führt demnach zu hohen Blutzuckerwerten. Die Insulinresistenz ist eine ernstzunehmende Erkrankung die so schnell wie möglich behandelt werden sollte. Sie ist gut therapierbar kann aber unbehandelt zu sehr schwerwiegenden Komplikationen und Folgeerkrankungen führen.

Wie macht sich eine Insulinresistenz bemerkbar?
Die Insulinresistenz verläuft in den ersten Stadien ohne das Auftreten von Symptomen. Daher wissen viele Betroffene erst von ihrer Krankheit, wenn sie bereits zu Folgeerkrankungen wie Diabetes mellitus oder einem Herzinfarkt geführt hat. Die Insulinresistenz ist oftmals eine Zufallsdiagnose.

Die Symptome können sehr unspezifisch sein, was es dem Einzelnen nicht leicht macht die Stoffwechselstörung zu erkennen. Kopfschmerzen, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, häufiger Harndrang und ein gesteigertes Durstempfinden sind einige der möglichen Symptome. Eine gestörte Wundheilung kann ebenfalls auf einen hohen Blutzuckerspiegel und im Umkehrschluss auf eine Unempfindlichkeit gegen Insulin hinweisen.

Es gibt einige Risikofaktoren die in Kombination mit einer Insulinresistenz auftreten können. Diese werden unter dem Begriff metabolisches Syndrom zusammengefasst. Wenn eines der anderen Symptome die zur Diagnose dieses Symptom-Komplexes erfüllt sein muss zutrifft, ist es wahrscheinlicher dass eine Insulinresistenz vorliegt.

So können erhöhte LDL-Cholesterinwerte ein Hinweis für die Insulinresistenz sein. Auch ein erniedrigter HDL-Cholesterinspiegel kann ein Anzeichen sein. Liegt der Blutdruck über 140 zu 90 mmHg ist dies ebenfalls auffällig. Ein BMI über 30 kann zudem ein Hinweis auf diese Erkrankung sein.

Liegt der Taillenumfang bei einer Frau über 80 Zentimeter und bei einem Mann über 94 Zentimeter, ist das Risiko für eine Insulinresistenz zudem erhöht. Erhöhtes abdominelles Fett kann ein weiteres Anzeichen sein.

Liegt der Bauchumfang bei Männern über 102 und bei Frauen über 88 Zentimetern, kann eine Insulinresistenz vorliegen.

Ist die Insulinresistenz heilbar?
Eine Unempfindlichkeit gegenüber des körpereignen Hormons Insulin kann in vielen Fällen heilbar sein. Die Insulinresistenz wird bei vielen Betroffenen durch eine dauerhaft unvorteilhafte Ernährungsweise hervorgerufen.

Ist Übergewicht oder Adipositas der Grund für die Insulinresistenz, stehen die Chancen gut, dass bei einer Gewichtsreduktion sich automatisch auch die Empfindlichkeit der Zellen gegenüber Insulin wieder verbessert. Für die Gewichtsabnahme ist nicht allein die Reduktion von Kalorien ausreichend. Um dauerhaft das Gewicht auch halten zu können, ist es empfehlenswert sich ausgewogen zu ernähren und sich ausreichend zu bewegen.

Lebensmittel die sehr schnell resorbiert werden lassen den Blutzuckerspiegel rasch in die Höhe schnellen. Diese sollten daher ausgespart werden. Dazu zählen einfach aufgebaute Zuckermoleküle.

Beim Einkauf empfiehlt es sich auf die sogenannten Big 7 auf Lebensmittelverpackungen zu achten. Die Big 7 müssten seit Ende 2016 auf jeder Lebensmittelverpackung angegeben sein. Zu den Big 7 zählen unter anderem die Makronährstoffe Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate. Unter den Kohlenhydraten wird noch ein Hinweis mit „davon Zucker“ gegeben. Dabei handelt es sich um die schnell resorbierbaren Einfachzucker. Der Wert sollte demnach möglichst gering sein.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass eine Insulinresistenz durch eine dauerhafte Umstellung der Ernährung und einer Stabilisierung des Gewichts in vielen Fällen geheilt werden.

Wodurch wird eine Insulinresistenz verursacht?
Warum eine Insulinresistenz auftritt ist auch heute noch nicht gänzlich geklärt. Sehr wahrscheinlich ist jedoch eine genetische Vorbelastung. Das heißt, dass ein Mensch dessen leibliche Verwandte an einer Insulinresistenz oder einer anderen Störung des Stoffwechsels wie etwa Diabetes mellitus erkrankt sind, ein höheres Risiko hat diese Krankheit auch zu entwickeln.

Eine weitere mögliche Ursache für die Entstehung einer Insulinresistenz ist Übergewicht. Besonders gefährlich ist dabei Übergewicht um den Bauch herum. Generell ist die Insulinresistenz ein stark durch die Ernährung beeinflusstes Krankheitsbild. Dauerhafte, überkalorische Ernährung mit hoch verarbeiteten, zuckerhaltigen Produkten führen nicht nur zu Übergewicht sondern auch zu einer Schädigung der Körperzellen.

Infolgedessen können die Zellen soweit durch den Zucker geschädigt sein, dass sie auf das Hormon Insulin nicht mehr adäquat reagieren können.

Außerdem haben Nervengifte wie Alkohol und Nikotin einen negativen Einfluss. Bewegungsmangel, bestimmte Medikamente wie Cortison und Infektionserkrankungen sind weitere mögliche Ursachen für die Unempfindlichkeit körperlicher Zellen gegenüber des Hormons Insulin.

Was kann ich selbst gegen die Insulinresistenz tun?
Die Insulinresistenz ist eine Krankheit die massiv durch den eignen Lebensstil beeinflusst werden kann. Der Hauptrisikofaktor für eine Insulinresistenz ist Übergewicht und Adipositas. Besonders abdominelles Fett ist in dieser Hinsicht gefährlich. Abdominelles Fett ist das Fett um den Bauch herum. Bereits ein Übergewicht von nur fünf Kilo erhöht das Risiko für Entzündungen im Fettgewebe. Infolge dieses entzündeten Gewebes kann sich die Insulinresistenz bilden.

Übergewicht ist durch Ernährungsinterventionen und mehr Bewegung im Alltag gut in den Griff zu kriegen. Wichtiges Therapieziel bei der Insulinresistenz ist die Gewichtsnormalisierung. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit ausreichend Obst, Gemüse und Ballaststoffen ist besonders wichtig.

Zum Abnehmen ist eine negative Energiebilanz notwendig. Das bedeutet, dass weniger Kalorien gegessen werden müssen als das der Körper am Tag verbraucht. Generell sollten hoch verarbeitete Produkte, die viele einfach resorbierbare Zuckermoleküle enthalten, so selten wie möglich konsumiert werden. Dazu zählen nahezu alle Fertigprodukte und zuckerhaltige Getränke.

Die einfachen Zuckermoleküle lassen den Blutzuckerspiegel im Körper sehr schnell in die Hohe schießen und haben negative Auswirkungen auf die Insulinresistenz. Um den Kalorienbedarf zu steigern oder Gewicht zu halten, ist regelmäßige Bewegung unerlässlich. Ausdauersportarten wie Laufen oder Schwimmen sind besonders gut geeignet.

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