Kaiserschnitt

Der Kaiserschnitt bei Geburten

 Behandlung Kaiserschnitt Frauen, die vor einer Entbindung stehen, bekommen heutzutage die Wahl, wie sie ihr Kind zur Welt bringen möchten.

Denn es gibt mittlerweile nicht nur die natürliche Entbindung, bei der der Fötus durch den Geburtskanal der Frau gepresst wird.
Die Alternative dazu wird als Schnittgeburt bezeichnet und erlaubt eine Entbindung, die vergleichsweise schmerzfrei abläuft.

Im Zentrum dieser Geburt steht dabei ein Eingriff, der auch als Kaiserschnitt bezeichnet wird.

In diesem Ratgeber informieren wir Sie umfassend zum Thema Kaiserschnitt.

Was ist ein Kaiserschnitt?

Der Kaiserschnitt ist ein kleiner chirurgischer Eingriff, bei dem der Bauchraum der gebärenden Frau geöffnet wird, um den Fötus auf diesem Weg zur Welt zu bringen. Der Vorgang, der in der Medizin auch als „Sectio caesaria“ bezeichnet wird, lässt sich unter einer lokalen oder einer Vollnarkose ausführen, wobei eine lokale Narkose meist bevorzugt wird, um das Wohl des Fötus nicht zu gewährleisten.

Früher wurde der Kaiserschnitt ausschließlich angewendet, wenn eine natürliche Entbindung nicht möglich war, weil die Gesundheit der Mutter oder des Kindes gefährdet waren. Das war zum Beispiel der Fall bei Frauen, die unter einer Form der Bluterkrankheit litten und bei einer Entbindung auf natürlichem Wege zu verbluten drohten. Heutzutage kann der Eingriff aber auch gefordert werden, wenn die gebärenden Frauen die Geburt verkürzen wollen oder wenn sie auf die mit der natürlichen Entbindung verbundenen Anstrengungen und Schmerzen verzichten möchten.

Häufigkeiten des Kaiserschnitts:

In Deutschland beträgt die Zahl der jährlichen Geburten per Kaiserschnitt durchschnittlich 30%, wobei die Fälle der medizinischen Notwendigkeit und die gewünschten Kaiserschnitte zusammengezählt werden. Die Quote schwangt allerdings von Nation zu Nation. In China sind beispielsweise an die 50% aller Geburten Schnittgeburten. In Brasilien liegt die Zahl der jährlichen Kaiserschnitte dagegen schon über 60% und ist in einzelnen Jahren bis zu 90% angestiegen. Nach einer Untersuchung der World Health Organisation WHO ist heutzutage aber nur jeder zehnte Kaiserschnitteingriff medizinisch notwendig.

Ursprung und Entwicklung:

Die Ursprünge des Kaiserschnitts sind nicht eindeutig belegt. Es gibt allerdings eine Legende, die auf den römischen Schriftsteller Plinius der Ältere zurückgeht. Plinius schrieb, dass der römische Kaiser Julius Caesar per Kaiserschnitt auf die Welt geholt worden sein soll. Die Besonderheit dabei war, dass der Eingriff zu damaligen Zeiten nur an toten Frauen angewendet wurde, weil der Kaiserschnitt zu riskant war. Caesars Mutter soll zu den ersten Frauen gehört haben, die diesen Eingriff überlebten. Als Anlehnung an diese Legende wurde der Eingriff später als „Sectio caesaria“, also „Kaiserschnitt“ bezeichnet.

Funktion, Wirkung & Ziele des Kaiserschnitts:

 

Es gibt drei unterschiedliche Arten von Kaiserschnitt. Dabei handelt es sich um den primären Kaiserschnitt, den sekundären Kaiserschnitt und den Kaiserschnitt auf Wunsch. Beim primären Kaiserschnitt liegt immer ein medizinischer Grund vor, der bereits während der Voruntersuchungen ermittelt werden kann. Ein möglicher Grund kann ein zu kleines Becken der zu gebärenden Frau im Verhältnis zur Größe des Fötus sein. Aber auch eine falsche Position des Kindes im Mutterleib kann ein Grund dafür sein, dass ein primärer Kaiserschnitt empfohlen wird.

Ein sekundärer Kaiserschnitt wird dagegen nahegelegt, wenn eine natürliche Entbindung bereits begonnen hat, aber zu lange dauert oder es Anzeichen von Komplikationen gibt. Wie der primäre Kaiserschnitt wird auch der Wunschkaiserschnitt wiederum im Vorfeld einer Geburt geplant, wenn die Frau keine natürliche Entbindung wünscht.

Durchführung & Wirkungsweise eines Kaiserschnitts:

 Behandlung Kaiserschnitt Unabhängig davon, um welche Art von Kaiserschnitt es sich handelt, ist der Ablauf gleich. Zunächst erhält die Frau eine Betäubung. Meistens wird nur der Bauchraum mit einem lokalen Anästhetikum betäubt, damit die Frau den Einschnitt nicht bemerkt.

Nachdem die Betäubung eingesetzt hat, führt der zu operierende Arzt einen Einschnitt oberhalb der Schambeinfuge entlang des Bauchs auf. Bei dem Einschnitt wir die Haut, das Muskelgewebe und die Gebärmutter der Frau vorsichtig aufgeschnitten.

Der Einschnitt wird dann mit den Fingern leicht gedehnt, bis der Fötus hindurchpasst. Anschließend wird das Kind auf die Welt geholt und wie bei einer normalen Entbindung durchtrennt man die Nabelschnur und säubert das Baby, bevor es der Mutter übergeben wird.

Ein Kaiserschnitt hilft bei:

Es gibt verschiedene Indikatoren, die zeigen, dass ein Kaiserschnitt sinnvoll oder sogar notwendig sein kann. Zu diesen Indikatoren gehören unter anderem:

  • Gewicht des Fötus unter 4500g
  • Beckenverformungen der Mutter
  • Krampfanfälle bei durch Schwangerschaft bedingten Bluthochdruck
  • Querlage des Kindes
  • Auffälligkeiten bei der Untersuchung des Herzschlag des Fötus

Es wird zwischen zwei Gruppen von Indikatoren unterschieden, nämlich den absoluten und den relativen Indikatoren. Absolute Indikatoren sind medizinische Gründe, bei denen ein Kaiserschnitt immer notwendig ist. Relative Indikatoren sind dagegen Gründe, bei denen eine natürliche Geburt zwar möglich wäre, es aber ein erhöhtes gesundheitliches Risiko für die Mutter oder das Kind besteht. In diesem Fall liegt es im Ermessen der zu gebärenden Frau und des behandelnden Arztes, ob ein Kaiserschnitt durchgeführt werden soll.

Vorzüge des Kaiserschnitt:

 

  • die Gesundheit des Fötus ist weniger bedroht
  • fördert eine verkürzte Geburt
  • verringert die Schmerzen bei der Geburt

Der Kaiserschnitt als solcher hat diverse Vorzüge, die seine Popularität erklären. Die gesundheitlichen Risiken, die bei einer natürlichen Geburt bestehen – beispielsweise bei einem Fötus mit einem Gewicht von weniger als 4500g – werden minimiert. Der Eingriff ist für die gebärende Frau deutlich angenehmer, da er im Vergleich zu einer natürlichen Geburt die Zeit der Entbindung deutlich verkürzt. Auf der anderen Seite ist der Eingriff auch mit weniger Schmerzen verbunden, was für viele Frauen ein entscheidender Faktor ist, um sich für einen Kaiserschnitt zu entscheiden.

Diagnose & Untersuchungsmethoden

Während der Schwangerschaft wird der Fötus mehrfach im Mutterleib überprüft. Auf diese Weise möchten die behandelnden Ärzte sich vergewissern, dass sich der Fötus richtig entwickelt, dass es der Mutter während der Schwangerschaft gut geht und dass keine Komplikationen bei der eigentlichen Entbindung zu erwarten sind. Zu diesem Zwecke wird beispielsweise eine Untersuchung des Fruchtwasser sowie eine Ultraschall-Abtastung durchgeführt.

Die Untersuchungen geben Aufschluss unter anderem darüber, ob der Fötus groß genug ist und wie er im Mutterleib liegt.
Stellt ein Arzt anhand der voran gegangenen Untersuchungen fest, dass es mit dem Fötus Probleme gibt, kann er entscheiden, dass eine Geburt per Kaiserschnitt besser ist als eine Geburt auf normalem Wege. Diese Vorgehensweise ist sowohl bei einem primären als auch bei einem sekundären Kaiserschnitt sehr wichtig.

Risiken und Gefahren:

 

  • benachbarte Organe können verletzt werden
  • mögliche Zwischenfälle bei der Narkose
  • Verletzung des Fötus beim Einschnitt

Obwohl der Kaiserschnitt mittlerweile als ein sehr sicherer Eingriff gilt, ist er trotzdem nicht ganz frei von Risiken. Ein Risiko, welches in den früheren Zeiten bestand, war eine sehr hohe Sterblichkeit aufgrund eines hohen Blutverlustes durch den Einschnitt. Dieses Problem konnte dank des medizinischen Fortschritts allerdings weitestgehend behoben werden, sodass dieses Risiko nur noch bei Frauen besteht, die bereits vor der Geburt unter Störungen des Blutflusses und der Blutgerinnung gelitten haben.

Immer noch problematisch sind dagegen mögliche Verletzungen benachbarter Organe während des Kaiserschnitts.

Die Gebärmutter liegt nicht komplett frei, sondern drückt beispielsweise auf die Harnblase. Diese muss bei dem Eingriff aus dem Weg befördert werden. Wenn das nicht gelingt oder der Operateur unvorsichtig ist, kann die Harnblase beim Einschneiden ebenfalls versehentlich verletzt werden.

Ebenso kommt es vor, dass der Fötus selbst beim Kaiserschnitt verletzt wird, was zum Beispiel passieren kann, wenn der Fötus sich während des Eingriffs zu stark bewegt. In der Vergangenheit war die Verletzung des Kindes im Mutterleib ein durchaus größeres Problem. Der Grund dafür lag in weniger entwickelten Verfahren der Bildgebung, schlechteren Narkosemitteln und einem schlechteren Verständnis des Eingriffs. In einigen wenigen Fällen wurden Säuglinge im Mutterleib bei dem Eingriff derart stark verletzt, dass sie starben. Heutzutage kommt das allerdings nicht mehr vor.

Die Unverträglichkeit der Narkose oder Wechselwirkungen treten dagegen seltener auf, da im Vorfeld der Betäubung genau abgeklärt wird, welches Anästhetikum verwendet werden kann und ob eventuelle Unverträglichkeiten wie eine Allergie bestehen.

Gegenanzeigen und Wechselwirkungen:

 

  • Narkose schlägt nicht an
  • Autoimmun-Reaktionen
  • Wechselwirkungen bei PDA

Die einzige Quelle für mögliche Wechselwirkungen beim Kaiserschnitt ist das verwendete Narkosemittel. Bei einem primären und einem gewünschten Kaiserschnitt kann das Risiko einer Gegenanzeige nahezu ausgeschlossen werden, da die zu entbindende Frau sehr genau untersucht wird, um ein passendes lokales Anästhetikum zu finden. Bei einem sekundären Kaiserschnitt besteht dagegen ein höheres Risiko, dass es zu Schwierigkeiten kommt.

In einigen Fällen schlägt die Narkose gar nicht an, während sie in anderen Fällen zu einer allergischen Reaktion führen kann, die sich auf eine Unverträglichkeit oder eine Immunstörung der gebärenden Frau zurückführen lässt. Ebenfalls ein Risiko besteht, wenn die Frau im Vorfeld eine PDA, also ein leichtes Narkosemittel, verabreicht bekommen hat. Die beiden Anästhetika können zu Übelkeit, Verlust der Kontrolle über die unteren Extremitäten oder auch zu Atemnot führen. Darum wird bei einer PDA immer überprüft, ob eine zusätzliche Narkose für einen Kaiserschnitt überhaupt möglich ist, oder ob die Patienten ohne zusätzliche Betäubung operiert werden kann.

Wer behandelt?

 

Ein Kaiserschnitt wird in der Regel im Krankenhaus durchgeführt. Ein Anästhesist verabreicht die Betäubung, die Hebamme assistiert bei der Geburt. Den eigentlichen Eingriff führt häufig der Frauenarzt der Patientin aus. Der Frauenarzt hat dazu eine spezielle Ausbildung abgeschlossen, die ihm diesen chirurgischen Eingriff erlaubt. Es gibt aber auch Fälle, in denen die zu gebärende Frau von einem Chirurgen des Krankenhauses operiert wird, wenn der Frauenarzt zum Beispiel nicht erscheinen kann oder die Patienten ausdrücklich wünscht, dass ein anderer Arzt sie operiert.

Unser Fazit:

Der Kaiserschnitt ist eine gute Alternative zur natürlichen Entbindung. Die Risiken sind überschaubar und der Eingriff verkürzt die Zeit der Entbindung deutlich. Allerdings ist auch ein Kaiserschnitt nicht frei von Problemen und Gefahren, die im Vorfeld geklärt und auf die eine Frau vorbereitet werden muss, ehe sie sich entscheidet.

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